90210 SHARK ATTACK IN BEVERLY HILLS (90210 Shark Attack 2014 David DeCoteau)


Eine Professorin mietet für ihre Gruppe Studenten ein Haus in Beverly Hills, um historische Meeresforschung auf dem Wasser zu betreiben. Doch eine der Anwesenden birgt ein unheimliches Geheimnis...


Shark Girl...

Ich habe "Jurassic Shark" gesehen und manch andere filmische Zuschauervergewaltigung, aber mit "90210 Shark Attack in Beverly Hills" habe ich einen Tiefpunkt entdeckt, den ich spontan als den schlechtesten Film den ich je gesehen habe bezeichnen würde. Zugegeben, Regisseur David DeCoteau ist ein Stümper, das ist bekannt, aber waren seine schlechten Werke wie "Grizzly Rage" zumindest noch einfach nur schlecht zu nennen. Hin und wieder, meist unter der Produktion Charles Bands, hat der Vieldreher, der auch vor dem Drehen von Pornofilmen nicht zurückschreckt, sogar manch sympathisches Stück Film umgesetzt, so z.B. "Retro Puppet Master". Mit "Dr. Alien" hat er gar eine besonders charmante, wenn auch arg alberne Teenie-Komödie abgeliefert. Der hier besprochene Horrorfilm ist jedoch an Dreistigkeiten in Sachen Kostengünstigkeit, mangelndes Talent und Zeitstrecken kaum in Worte zu fassen. Kurz zusammen gefasst: Das Teil schaut sich wie ein Pornofilm ohne Pornoszenen. 

Freilich wurden genau aus diesem Metier die Darsteller, ob Mann oder Frau, besetzt, und frei von Erotikszenen ist "90210 Shark Attack" (Originaltitel) auch nicht ausgefallen, orientiert an der allseits bekannten Neigung des Regisseurs finden sich jedoch einzig erotische Aufnahmen von Männerkörpern wieder, wohingegen die Damen lediglich in ihren sexy Outfits den Sehwert erhöhen sollen. Nun gehörte ein großes Schauspieltalent noch nie zu den Stärken von Pornomimen, aber was man uns hier abliefert, wenn auch manchmal leicht humoristisch überzogen, um vergeblich über Peinlichkeiten hinweg zu täuschen, ist derart hölzern und lachhaft ausgefallen, dass selbst eine Theater-AG junger Schüler überzeugender ausgefallen wäre. Wenn die Hauptdarstellerin frustriert an den Tod ihres Vaters erinnert schmollend in ihr Zimmer läuft, glaubt man "Scary Movie" oder ähnliches zu sehen, das muss man schon selbst gesichtet haben um es zu glauben.

Dieser Aspekt weiß zumindest zu belustigen. Das wahrlich ärgerliche an dem angeblichen Hai-Horror "90210 Beverly Hills Shark Attack" ist jedoch sein dreistes Lauflängenstrecken. In einem Film, der ohnehin nur 75 Minuten umfasst, gibt es zunächst eine klassische von Musik untermalte Ortssequenz zu sichten, wie man sie üblicher Weise für einen Vorspann verwendet. DeCoteau verplempert drei Minuten für diese Bildaneinanderreihung, möglichst viele Stellen des Ortes einfangend, an dem sich auch ein Beverly Hills-Schriftzug befindet, jedoch werden in dieser Sequenz nur zwei oder drei Texteinblendungen abgeliefert. Einen tatsächlichen Vorspann gibt es in diesen Zeit verplempernden Minuten nicht.

Danach finden sich die schlechten Mimen im Haus ein. Parallel zu den Pornopüppchen ist als einzig altes Eisen Donna Wilkes mit an Bord, die man wohl besetzt hat, weil sie seiner Zeit die Jackie in "Der weiße Hai 2" gespielt hat (man, wie wichtig für einen Film wie diesen). Das Gruppentreiben bestehend aus Herumfummeln, über eine Forschung zu sprechen an der wir nie teilnehmen werden und all die anderen öden Dinge, die man alltäglich tut (oder auch nicht), finden einzig im Haus oder draußen am Pool statt, was schon verwundern darf für einen angeblichen Hai-Horror. Unterbrochen werden die höchst langweiligen Sequenzen immer wieder von Hai- und Fischaufnahmen, die man ganz offensichtlich an den Scheiben eines interessanten Aquariums abgefilmt hat. Immerhin muss der Zuschauer zwischendurch immer wieder daran erinnert werden, dass er nicht der lahmsten und schlecht gespieltesten Seifenoper der Welt folgt, sondern einem Horrorfilm zum Thema Killerfische.

Bis es tatsächlich auch um einen solchen geht sind schon 45 Minuten des Filmes vergangen. Hier erleben wir nun die einzige Überraschung des Streifens. Die Heldin verwandelt sich urplötzlich in einen schlecht animierten Hai und greift einen ihrer Kommilitonen an. Bevor der Hai tatsächlich Happs macht, gibt es per Schnitt plötzlich Aufnahmen von Beverly Hills zu sehen, während man im Übergang ein Mampfgeräusch zu hören bekommt. Man bekommt im Nachhinein ein wenig Blut zu sehen, damit der Ort nach einem Tatort aussieht, aber das war es auch schon. Es sei denn man möchte auch schlecht zurechtgemachte, blutige Leichen zu den Spezialeffekten dazu zählen. In einer Szene, die den hier beschriebenen Moment wiederholt, wagte man es tatsächlich den Schauspieler, der die Leiche darstellen soll, kopfüber vor den Pool zu legen, damit der Tote wie geköpft wirkt, und dann hat man noch ein wenig Kunstblut auf den Rücken geschmiert, das auch Ketchup sein könnte, so wie es aussieht, und fertig getrickst ist die plumpeste Totenaufnahme außerhalb einer Amateur-Produktion, und selbst dort gibt man sich in der Regel mehr Mühe. Auf jeden Fall darf man von nun an bei jeder der wenigen Frauhai-Attacken, welche die kurze Restlaufzeit noch zu bieten hat, die Landschaft Beverly Hills zu Mampfgeräuschen sichten, weil alles andere Geld gekostet hätte, und das hat wohl nur für ein Taschengeld der Darsteller, der freundschaftlich niedrigen Miete für das Haus eines Bekannten, den billigen Computereffekten und der Verpflegung für ein Wochenende Drehzeit gereicht.

Letztendlich schließt die Story, die kaum das Potential eines Kurzfilmes erreicht hätte, mit einer Pointe, mit der jeder andere Beitrag dieser Art seinen Film begonnen hätte. Nie würde man nach besagtem Ereignis mit dem Abspann rechnen. Aber der kommt nun noch 4 Minuten lang mit langen Einblendungen der Beteiligten, präsentiert zu solch schlechter Musik, wie es sie auch im kompletten Restfilm, passend zu den müden Kameraaufnahmen, die das komatöse Treiben passend einschläfernd eingefangen haben, zu hören gab. Dass man wirklich gar nichts richtig gemacht hat, und dies großteils mit voller Absicht um Laufzeit zu strecken, wird einem zusätzlich bewusst, wenn man die typischen Aufnahmen der Gegend sichten darf, die grundsätzlich in jeglicher Art Film zum Szenenwechsel eingeblendet werden. DeCoteau und sein Kameramann halten bei jeder dieser Aufnahmen gefühlte 3 Sekunden zu lange drauf, so dass man tatsächlich von den Zwischensequenzen, die man in anderen Filmen fast nicht wahrnimmt, arg schnell genervt ist.

Bitte begeht nicht den Fehler zu glauben die Worte Langeweile und Müdigkeit wären nur so dahingeschrieben, um die Schlechtigkeit des Films hervorzuheben, so dass der Streifen doch noch Trash-Fans eine Freude bereiten könnte. Das Teil ist keiner Menschenseele zu empfehlen, weder Freunden männlicher Erotik, noch Trash-Fans, geschweige denn Stammzuschauern im Tierhorrorbereich. "90210 Shark Attack in Beverly Hills" ist der Bodensatz filmischen Schaffens und ein neuer Tiefpunkt in DeCoteaus Filmographie, die bereits zuvor aus allerhand üblen Werken bestand. Das Teil ist weder Hai-Horror, noch nennenswerte "Haimutation anstatt Werwolf"-Variante. Das billigst talentfrei heruntergedrehte Stück Rotz ist so unglaublich schlecht umgesetzt, dass man es erst glaubt wenn man es sieht. Von daher ein Tipp, liebe Leser: glaubt mir lieber nicht, und erspart Euch dadurch ein Sichten zur Überprüfung meiner harten Worte. Und nein, Ihr braucht mir nicht zu danken, dass ich Euch so eben 75 Minuten Eurer Lebenszeit geschenkt habe, die man mit Kloschrubben, sich gegen Gelbfieber impfen lassen oder Darmspiegelungen angenehmer verbringen kann, als mit dieser auf DVD und Bluray gepressten Zuschauerverarsche.


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