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30.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (7)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Wenn Louis eine Reise tut (1958)

Da ist der gute Louis in den schwarz/weißen Klassikern nicht so hibbelig wie in den deswegen manchmal leicht nervig ausgefallenen Werken seiner Promi-Zeit, da nervt stattdessen sein Filmsohn, der in der deutschen Fassung zudem eine penetrante Synchronstimme erhalten hat. Aber ohnehin fällt zu wenig Licht auf Louis und sind Plot und Pointen doch zu austauschbar, um etwas Nennenswertes zu zaubern. Zumindest die Altherrenwitze funktionieren mit einem lüstern fremdflirtenden de Funès-Ehemann mit strenger Ehe-Frau im Anhang recht gut.  OFDb

 

War Inc. - Sie bestellen Krieg: Wir liefern (2008)  

John Cusack als Auftragskiller funktioniert erneut wunderbar, diesmal eingebettet in eine bissige Satire um die Haltung der USA zum Thema Krieg und sämtlichen weiteren in den Medien zu beobachtenden Abarten in solchen Zeiten. Auch die Musikindustrie bekommt ihr Fett weg, und dem Drehbuch gelingt es mit Hilfe der wundervollen Darsteller Charme und Liebe inmitten von schwarzem Humor aufkommen zu lassen, ganz ohne mit Gefühlsduselei und Kitsch das alles zu verwässern.  Wiki

 

American Psycho 2 (2002)

Aus einer echten Gesellschafts-Satire wird ein lockeres Teeniefilmchen, welches eher verspielt mit der Serienkiller-Thematik umgeht, anstatt durchdacht. Da das Original für meinen Geschmack immer eine Spur zu verkrampft umgesetzt war, finde ich persönlich diesen eher plumpen Ansatz lockerer an die Sache heranzugehen gar nicht verkehrt. Mila Kunis ist süß wie immer, die Ironie, das zu verkörpern was man später bekämpfen will, wirkt was aufgesetzt, der Gesamtplot ist aber ohnehin nicht durchdacht. Aber durch seine leichtfüßige Art funktioniert der schlicht heruntergekurbelte Trivial-Streifen für einen schnell vergessenen Film eigentlich recht gut.  Wiki

 

Monk - Staffel 8 (2009)

Selbstverständlich wird in der finalen Staffel das Geheimnis um Trudy gelüftet, wenn auch mit banalerem Hintergrund als erhofft. Randy erfährt von allen Hauptfiguren das schönste Happy End, und es gibt zudem ein Wiedersehen mit Sharona. Zu den Highlights zählen Monk in der Rolle eines Gangsters zu sehen, eine Folge in welcher man sich mit Monks Lieblinsserie damit austobt die Brady Family zu parodieren und der Kriminalfall in welchem Monk von Ufo-Freaks für ein Alien gehalten wird. Es ist schön zu sehen, dass die Reihe bis zum Schluss auf einem Niveau blieb und nicht, wie in anderen Serien so oft der Fall, gegen Ende schwächelte.  Wiki

 

Mr. Monks letzter Fall (2023)

14 Jahre nach Serienende buddelte man den berühmten Meisterdetektiv mit der Originalbesetzung der vier wichtigsten Rollen wieder aus. Der Ansatz, dass die Welt seit Corona mehr Richtung Monk tendiert, ist wundervoller Natur, wird aber kaum genutzt. Stattdessen widmet sich die durch einen Streamingdienst finanzierte Film-Fortsetzung der Serie einem klassischen Fall, wie er auch in der damaligen Reihe hätte stattfinden können. Trotz Retrogefühle und Wiedersehensfreude im Gepäck wirkt das alles etwas zu langgezogen und auch etwas unnötig. Verkehrt ist ein Blick auf den sympathisch seichten Stoff trotzdem nicht zu nennen.  Wiki

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (6)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monk - Staffel 7 (2008)

Es geht mit seichter Unterhaltung im klassischen Erzählmuster weiter, ganz ohne Experimente, eben so wie es der Freund der Reihe haben möchte. Qualitativ gibt es nach wie vor keinen Abstieg zu erkennen, auch wenn manche Ideen, wie Natalie zur populären Lotto-Fee zu machen, etwas arg über das Ziel hinausschießen. Eine Episode großteils im Doku-Stil umzusetzen, bietet wunderbar mediensatirische Möglichkeiten, und wenn der von Ängsten beherrschte Monk unfreiwillig mit einem U-Boot untergeht, bleibt kein Auge trocken. Bewegend ist eine Geschichte um einen Mutterersatz ausgefallen, sowie die letzte Episode, die sich wieder einmal Trudy zuwendet.  Wiki


Spiders - Ihr Biss ist der Tod (2023)

Effektiver Spinnen-Horror, der es mit der Evolution in solch kurz spielendem Zeitraum übertreiben mag, ansonsten aber gekonnt erzählt ist und mit dem Hauptspielort im Ghetto keine billigen Klischees abliefert. Auch schafft man es die Gefühlswelt der Figuren gekonnt einzufangen, ohne dass "Vermines" (Originaltitel) zum tatsächlichen Drama wird. Stattdessen ist er unglaublich spannend inszeniert, liefert manchen Schocker selbst dann, wenn man schon x Horrorfilme zu diesem Thema gesichtet hat und bremst sich in seiner packenden Umsetzung nie aus. Definitiv ein Tipp meinerseits!  OFDb


Knives Out - Mord ist Familiensache (2019)

Vom Spielort, Budget, sowie Genre und Mentalität an "Das krumme Haus" erinnernd, kommt der Star-besetzte Kriminalfilm zwar nie an dessen Genialität heran, bietet aber ebenso überdurchschnittliche Unterhaltung. Ein nicht uncleverer Plot, die Überraschung in die Umstände des "Mordes" früher eingeweiht zu sein, als man meinen sollte, und der Kniff dennoch oft mit Wendungen überrascht zu werden, sind wichtige Elemente, die inmitten eines augenzwinkernden Plots, voll von spielfreudigen Darstellern, zu überzeugen wissen und auf Comic-Art einen unausgesprochenen Gruß an Agatha Christie richten.  Wiki


The Taint (2010)

Eine witzige Idee in den Händen von Troma, da sind Geschmacklosigkeiten vorprogrammiert, und da habe ich diesbezüglich schon Schlechteres von diesem Ausnahmestudio gesichtet. Aber auch besseres, denn der vulgäre Humor weiß mal schön unter der Gürtellinie herrlich infantil zu funktionieren, und doch ist er zu extrem eingebaut und verwässert die guten Ideen um einen Plot, in welchen Männer durch verseuchtes Wasser zu Frauenhassern werden. Sämtliche Klischees rund um Frau, Mann, Vorurteilen und Film werden abgegrast, die episodische Erzählart mit Rückblicken erweise sich als kurzweilig, damit keine Figur zu sehr mit ihrer Monotonie nerven kann, aber wirklich geglückte Kost ist "The Taint" in meinen Augen nicht geworden.  OFDb


Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen (2012)

Die Idee das klassische Märchen ins Western-Genre zu transferieren, um es damit zu entfremden und aufzupeppen, klingt so gewollt, wie das Ergebnis letztendlich auch ausgefallen ist. Aber hier nervt nicht nur ein lieblos gestalteter Plot, sondern auch unangenehm steif und unsentimental animierte Figuren, die den Billig-Look des Films, der sich zwischendurch zudem um nervige Actionsequenzen bemüht, immer im Bewusstsein des enttäuschten Zuschauers bleiben lässt. Warum Trickfilmfiguren zudem in ihren Rundungen und Ausbeulungen derart auf sexy getrimmt sein müssen, während alles andere klassisch bieder auf Kinderfilm-Niveau erzählt ist, muss ich auch nicht verstehen.  OFDb

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (5)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Terrifier 3 (2024)

Nicht mehr ganz so lang ausgefallen wie der Vorgänger, aber immer noch 120 Minuten laufend, merkt man wieder nichts von der Länge, so kurzweilig wie das Ergebnis wieder einmal ausgefallen ist, diesmal versehen mit mehr Hintergründen und einem Cliffhanger, so dass der dünne rote Faden etwas mehr Inhalt suggeriert. Ob nötig oder nicht, Arts Gemeinheiten sind nach wie vor brutal, und doch kann man "Terrifier 3", ebenso wie die ersten beiden Teile, nicht darauf reduzieren. Zu verspielt kommt das Gesamtszenario daher, das mit der Unberechenbarkeit des Clowns zu schocken weiß und uns nah genug an die Protagonistin heranführt, um ihr als Zuschauer mental beizustehen.  Wiki

 

Monk - Staffel 6 (2007)

Nach zweijähriger Pause schaut sich Monk auch in dieser späten Phase noch so unterhaltsam wie eh und je. Nathalie bekommt etwas mehr Profil, Randy schön blöde Macken pro Folge zugeschrieben, und auch die Fälle bleiben interessant genug. Die erste Folge wird zugleich zu einem Highlight, wenn eine Frau sich als fanatischer Monk-Fan entpuppt und als Metaebenen-Gag seinen Fällen immer jene Titel zuschreibt, welche die einzelnen Folgen in der Serie tatsächlich tragen. Auch ein Fall in der Rapszene, einer mit Nudisten, oder jener um ein Fehlurteil Monks heben sich interessant hervor, ebenso wie jene Episode, in welcher Schlaflosigkeit Monk durch das Nachtleben in der Stadt führt oder der Detektiv zum begehrten Kunstmaler wird. Dass eine Folge um eine Sekte definitiv bei einem solch labilen Charakter nur funktionieren kann, macht auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem.  Wiki 

 

He's Out There (2018)

Der Publikumsliebling aus der späten "Dexter"-Phase und "The Handmaid's Tale" ist wie immer hübsch anzusehen und spielt solide genug, aber ein Werk tragen, dass fast ausschließlich von ihrer Performance lebt, ist dann doch so wenig sinnvoll, wie das zu dominante Einbinden ängstlicher Kinder, von denen eins zudem noch krank ist, um das Dilemma zu verstärken. Somit setzt man mehr auf Drama, anstatt auf Thrill, und bei so menschlichem Handeln des Killers, wäre eine düstere Umsetzung umso wichtiger gewesen, eben weil er nicht wie die (übernatürliche) Horrorfilmbedrohung daher kommt. Letztendlich interessiert es bei derartiger Routine kaum, wie es die Heldin schaffen wird, während das Schicksal ihres Ehemannes bereits viel zu früh für solch dünnen Plot verraten wird. Nett abgefilmt, okay gespielt, aber weder wirklich unterhaltsam, noch durch irgendetwas auffällig.  Wiki

 

Der Test des Piloten Pirx (1978)

Auch wenn ich von der Testphase persönlich gerne mehr gesehen hätte, so ist dieser polnisch-sowjetische Science Fiction doch auch in den anderen Phasen nicht uninteressant, da ein Großteil der Handlung philosophischer Natur ist. Das Spiel mit dem Unwissen um Kunstmensch oder nicht, verzuckert das Gedankenexperiment. Und man kann es dem Autor nur sehr anrechnen, dass sich der finale Kniff tatsächlich als cleverer Trick entpuppt, um eine dringend benötigte Antwort auf die Kernfrage des Experiments zu erhalten. Sicherlich fällt "Testflug zum Saturn" (Alternativtitel) an manchen Stellen zu redefreudig und in die Länge gezogen heraus, da habe ich mich oft gefragt warum man sich für manch weniger wichtigen Moment mehr Zeit gelassen hat, anstatt für den Testflug an sich, aber das Ergebnist ist mehr als längst überholtes Retro-Kino, es bleibt eine eher nüchtern vorgetragene, interessante Geschichte mit einfallsreichen Gedankengängen.  Wiki   


Blade - The Iron Cross (2020)

Mit Blade als beliebteste Puppe erhält die "Puppet Master"-Reihe dessen ersten Solo-Film (ich hätte da andere Favoriten gehabt). Und das Ergebnis entpuppt sich als einer der flotter zu guckenden Fortsetzungen, wird doch dank des Zusatzelementes um aggressive Zombies genug Spielerei integriert, um der dünnen Alibihandlung genügend Zunder zu bescheren. Da stört es dann wenig, dass Blade gar nicht so oft auftaucht, wie man meinen sollte. Und auch dass erneut ein Abenteuer zur Zeit des dritten Reiches spielt, geht damit in Ordnung. Ein gut aufgelegter Darsteller des irren Wissenschaftlers sorgt für den Rest inmitten von typischen Charles Band-Skurrilitäten, wie das auf Ed Wood-Art besetzte Muskelpaket in der Rolle des Helfers.  OFDb

11.01.2025

MORD IST IHR HOBBY - STAFFEL 1 (1984)

Verwitwet und seit einiger Zeit in Rente lebend, beginnt Jessica Fletcher Kriminalromane zu schreiben, die zum Publikumsrenner werden. Zurückzuführen ist dies auf ihr Kombinationsvermögen, weswegen sie bei den meisten Kriminalisten bei echten Mordfällen eine gern gesehene Helferin ist. Aber auch wenn sie von deren Seite nicht willkommen ist, mischt sich die neugierige, aber stets freundliche Dame in Ermittlungen ein und beweist, dass sie mit ihrer geschulten Beobachtungsgabe und ihrem scharfen Verstand stets den richtigen Riecher besitzt...

Bestsellerautorin mit Bescheidenheit...

Früher zappte ich immer weiter, wenn die Serie im Fernsehen lief, kam mir Jessica Fletcher doch stets wie ein plumper Abklatsch von Miss Marple vor, unter der ich nicht Agatha Christies Variante verstand, sondern Margaret Rutherford aus den vier klassischen-Filmen der 60er Jahre. Doch auch wenn der Originaltitel "Murder, She Wrote..." absichtlich als Verweis an das Vorbild an "Murder She Said" angelehnt ist, so hören die Übereinstimmungen doch mit Alter und Kombinationstalent der Protagonistinnen auf, ist "Immer wenn sie Krimis schrieb..." (Alternativtitel) doch eine eigenständige und wundervoll erzählte Krimiserie, die leichtfüßig und sanft humoristisch gehalten ihren Trumpf darin besitzt, nicht immer das gleiche Muster abzuarbeiten. Wie bei jeder Serie mag es Wiederholungen geben, aber die Autoren sind sichtlich bemüht für Abwechslung zu sorgen, und gelegentlich schaffen sie es sogar einen mit einer Mörderauflösung zu überraschen. Freilich gibt es, wie bei vielen Serien aus den USA, die klassisch schurkisch besetzten Rollen, so dass man oft vorher weiß, wer der Täter ist, aber wie mein Satz zuvor andeutete, ist dies nicht immer so, und selbst wenn, sind die Geschichten stets kurzweilig und interessant erzählt, oftmals trivial, zugegeben, aber nie komplett geistlos gehalten. 

Schlicht genug erzählt, um nach einem anstrengenden Arbeitstag bei "Mord ist ihr Hobby" abzuschalten, kreativ und unterhaltsam genug inszeniert, um dabei nicht zu unterfordern, das schien das Motto zu sein. Und Gaststars wie Leslie Nielsen und Martin Kove versüßen das Ganze, stets sind bekannte Gesichter mit an Bord, ob man deren Namen nun kennt oder nicht. Der Pilotfilm "Der Mord an Sherlock Holmes" geht verspielt mit seinem Titel um, weiß allein schon deswegen zu gefallen, und besitzt sogar entgegen aller Erwartungen manch düsteren Moment. Während Fletcher sich in diesem Werk auf Spielfilmlänge am Start ihrer Schriftstellerkarriere befindet, bzw. an den Weichen zu dieser zuvor, ist sie ab Folge 2, wenn die Abenteuer als 45-Minüter konzipiert sind, bereits landesweit für ihre Bücher bekannt. Wie sie auf die jeweiligen Mordfälle stößt, ist unterschiedlicher Natur, meist ist sie aber zufällig vor Ort. Somit spielt die Serie nicht immer in der Kleinstadt, in der Jessica lebt, das Gegenteil ist der Fall, dieser Wechsel weiß zu gefallen. Und er erlaubt den Autoren nur ab und an auf bewährte Figuren zurückzugreifen, Jessica selbst ist die einzige Person, die in allen Episoden auftaucht. Die Idee den Gesetzeshüter im Heimatort zu einem Freund zu machen, der aufgrund seiner schlichten Auffassungsgabe bei Ermittlungen trotzdem stets im Clinch mit der Schriftstellerin ist, zeigt dass hier nicht alles nur schwarz und weiß gehalten ist. 

Zudem gefällt der abwechslungsreiche Umgang mit den Möglichkeiten, die das Genre des Kriminalfilms bereit hält. Da darf es dramatische Fälle ebenso wie humoristische geben, verzweifelte Täter ebenso wie eiskalte, und am besten ist die Serie eigentlich immer dann, wenn sie verspielter Natur ist, so geschehen in jener Folge, in welcher auf Agatha Christie-Art eine kleine Gruppe Busreisende, abgeschnitten von der Außenwelt, einen Mordfall untereinander selbst lösen muss, bei dem kein Zweifel besteht, dass einer der Anwesenden der Mörder sein muss, aber auch zu bewundern in jener Episode, in welcher Fletcher die Mühlen Hollywoods kennenlernen muss, wenn einer ihrer Romane für einen reißerischen Billigfilm komplett verhunzt wird. Letztendlich weiß man nie, was einem in der nächsten Folge erwartet, in Staffel 1 ist alles möglich, außer Langeweile. Von den 22 Geschichten, welche das erste Serienjahr erzählt, hat mir jede gefallen, von schlichter Routine bis hin zu raffinierten Irreführungen war alles vorhanden. Und Jared Martin, den unbekannten Star aus der 80er Jahre-Serie "Krieg der Welten", passend besetzt als verwöhnten, erwachsenen Sohn eines reichen Vaters zu erleben, war eins meiner persönlichen Highlights.  Wiki

10.11.2024

SUICIDE CIRCLE (2001)

54 Teenagerinnen springen vor die U-Bahn. Solche kollektiven Selbstmorde häufen sich in Japan, und die Polizei sucht verzweifelt nach einem Muster...

Ganz ohne Teenage-Selbstmord-Rap...

Der Vergleich zu "Battle Royal" ist lediglich ein werbewirksamer Versuch, ein Jahr nach dessen Erfolg, gibt es doch keinen tatsächlichen Zusammenhang zwischen beiden Werken. Mag das gelegentliche Massaker im Suizidgewandt auch blutrünstig umgesetzt sein, solch quantitative, reißerische Schauwerte besitzt "Jisatsu sâkuru" (Originaltitel) nur selten, und selbst dann muten sie nicht so an. Sie sind die aufgeregteren Momente inmitten eines eher nüchtern umgesetzten Ermittlungsfilms, in welchem wir zusehen dürfen, wie die Beamten, die für Sicherheit sorgen müssen, im Dunkeln tappen. Wer oder was löst die Selbstmordwelle aus? Wir werden als Zuschauer Zeugen plötzlicher Entscheidungen zum Suizid, geplant sieht anders aus. Also sind die Schüler fremdgelenkt? "Suicide Circle" lebt viel von dem Mysterium, das seine Ereignisse umgibt und gefällt in der unaufgeregten Art, in welcher er auf der einen Seite sachlich anmutend seiner Geschichte nachgeht, auf der anderen die Polizei aber auch nie sinnvoll kombinieren lässt, soviel Köpfe da auch rauchen mögen. 

Dieser ominös thematisierte Mix aus Horror und Kriminalfilm hätte in dieser Art ein sehenswertes Stück besonderes Kino werden können, wenn man sich nicht plötzlich entschieden hätte das Ganze doch noch wesentlich schriller ausfallen zu lassen, als nötig. Mit dem Einbringen einer provokanten Neo-Punk-Band, wird eine verdächtige Vereinigung ins Spiel geworfen, die den Film aus seiner bisherigen Spur wirft. Dass es unsinnig wäre, wenn sich der Verdachtsfall als wahr entpuppt, hinterlässt ein ungutes Gefühl, ansonsten könnte man den Stilwechsel blauäugig schön reden, als ein Element, welches den Zuschauer aus seiner Sehgewohnheit reißt. So aber betrachtet man das Geschehen desorientiert und kritisch zugleich. Mag sich auch Erleichterung einstellen, wenn das Drehbuch der Versuchung widersteht eine derart dämliche Auflösung tatsächlich Auflösung sein zu lassen, so wird "Suicide Club" (Alternativtitel). trotz Rückkehr in eine sachlicher angegangene Spur, nie wieder so gut wie zuvor, eben auch weil der trockene Umgang mit dem Stoff nie wieder so konsequent angegangen wird wie zuvor und die schrille Unterbrechung mehr Laufzeit einnimmt, als gut für das Ergebnis gewesen wäre. 

Wenn uns das Drehbuch schlussendlich mit einem ungeklärten Geschehen zurücklässt, dann bildet dies eine erneute Ernüchterung. Ich wüsste aber auch nicht, wie man all das Gezeigte zu einer sinnvollen Auflösung hätte hinsteuern können, somit bleibt es Ansichtssache ob es gut oder schlecht ist diesbezüglich gar nichts erst versucht zu haben. Verarscht kam ich mir schon vor, so sehr wie man auf das Mysterium baute, nach dessen Auflösung man als Zuschauer regelrecht geschmachtet hat. Und eine Art "Picknick am Valentinstag" ist "Suicide Circle" auch nicht geworden, da die Widersprüche in möglichen Erklärungsansätzen nicht wie dort zu faszinieren wissen, um als genial ungeklärtes Phänomen über das Filmende hinaus zu triumphieren. Nichtsdestotrotz ist Regisseur und Autor Shion Sono, der auch den plump geratenen "Tag" inszenierte, ein Film gelungen, der zu faszinieren und zu gefallen weiß, so sehr zumindest, dass man trotz der Fehlentscheidungen zufrieden auf ihn zurück blickt, so intensiv wie einige Momente hier zu wirken wissen, und so hoffnungslos, wie die Ermittlungen hier auf "Zodiac"-Art, in trockenem Erzählstil ausgefallen sind.  Wiki

DIE MIAMI COPS (1985)

Zwei schlagfertige Polizisten schließen an ihrem einzigen nie gelösten Fall an, als ein Bankräuber freigelassen wird und in Miami seine Mittäter zu kontaktieren scheint...

Schießfreudige vier Fäuste...

Bevor sie für "Die Troublemaker"  in den 90er Jahren ein letztes Mal zusammen fanden, drehten Bud Spencer und Terence Hill ihren vorerst letzten Streifen als Duo 1985 ab. Der fühlt sich jedoch bereits derart anders an, scheinbar für ein erweitertes Publikum konzipiert, dass man eigentlich "Vier Fäuste gegen Rio" als ihren letzten klassisch gehaltenen, gemeinsamen Film betrachten muss. Dass das Feeling ein anderes ist, als bisher von den beiden gekannt, beginnt bereits in der eher elektronisch gehaltenen Musik, die sich erst im Abspann, wenn sie urplötzlich Gesang erhält, wie ein klassischer Soundtrack für ein Werk dieses Duos anmutet. Auch der ernstere Grundton macht sich bemerkbar, um viel Witz und Sprüche ist man nicht bemüht, und was diesbezüglich so aufblitzt ist entweder einfallslos zu nennen, oder angenehme Routine. Als Durchschnitt sind auch die Prügelszenen zu beschreiben, denen man gar nicht erst versucht individuelle Momente durch überraschende Methoden zu bescheren. Enthalten sind sie scheinbar nur, weil man (noch) das Stammpublikum bedienen wollte. 

Dass hier häufiger die Pistolen gezuckt werden, anstatt die Fäuste zu verwenden, ist jedoch auffällig und unterstützt die andersartige Mentalität des Streifens, zumal man auf comichaft übertriebene Schussfertigkeit, wie sie in den Western-Parodien der beiden selbstverständlich waren, bis auf eine banale Ausnahme verzichtet. Inhaltlich wohnen wir einer banalen Kriminalgeschichte bei, die routiniert funktioniert, warum auch immer bei solch blassem Gekabbel und wenig Identifikation mit den Superbullen. Und warum solche sich als typische Berufsanfänger ausgeben müssen, während sie ihren Fall untersuchen, bleibt einem das Drehbuch als Erklärung stets schuldig, zumal dieser Kniff weder gewitzt genutzt wird, noch überhaupt viel Raum einnimmt, so klassisch wie hier zwei Bullen ihre Ermittlungen aufnehmen. Dass die Rolle Spencers seinerzeit den Dienst quittierte, weil man Verbrecher mittlerweile mit Samthandschuhen anfassen muss, spielt ebenso wenig eine Rolle, so derbe wie die beiden sich um derartige neumodische Vorschriften nicht kümmern und dafür keine Konsequenzen befürchten müssen. 

Warum sie so toll sind in dem was sie tun, ist so selbstverständlich und banal gehalten, wie der komplette Krimi-Plot, der eher wie eine Alibi-Handlung anmutet. Und obwohl das alles nur noch wenig vom Flair der typischen Streifen des Duos vorzuweisen hat, ist es die konzentrierte Art sein Ding alternativ durchzuziehen, was "Miami Supercops" (Originaltitel) dennoch zu einer angenehmen, wenn auch schlichten Unterhaltung verhilft. Sicherlich hat keiner auf ein Werk wie dieses gewartet, aber es funktioniert bei heruntergefahrenen Erwartungen, auch wenn ich mir nicht erklären kann, warum dem so ist.  Wiki

02.10.2024

ALPHA ALPHA (1972)

Der Lehrer Dahlen gerät ins Visier einer weltweiten Geheimorganisation, die rätselhafte Phänomene zum Schutz der Menschheit untersucht. Er ist für sie der geeignete Kandidat ein Alpha ihrer Vereinigung zu werden, dies ist jener Typ Agent, der sich an die gefährlichsten Jobs wagen muss. Nach einigen Prüfungen ist er aktiv dabei und löst von nun an, unter Mithilfe eines sprechenden Supercomputers, von ihm liebevoll Klapperkasten genannt, mysteriöse Fälle... 

Wahrscheinlichkeit der Vernichtung der Menschheit in Prozentangaben...

Lange bevor Mulder und Scully in "Akte X" unheimliche Fälle des FBI lösten, startete in Deutschland eine TV-Serie, die theoretisch ähnliche Wege geht, aber noch simpler gestrickt ist als das US-Produkt. Zwar beinhaltet sie einige interessante Denkansätze und gibt sich damit nicht vollends der Trivialität hin, wie es zeitgleich die SF-Krimi-Phase der "Doctor Who"-Serie mit dem dritten Doktor tat, dennoch bleibt alles zu oberflächlich angerissen. Das betrifft leider nicht nur die philosophische Reflexion, sondern auch die jeweiligen Abenteuer an sich, besitzt jede der 13 Folgen doch lediglich eine Laufzeit von 25 Minuten, und da immer erst gerätselt werden muss, was los ist, und zudem Platz für das meist humorvolle Schluss-Szenario zwischen Computer und Dahlen stattfinden muss, bleibt dem eigentlichen Schauwert eines jeweiligen Falles wenig Zeit. Das ist aufgrund der abwechslungsreichen Themenwahl bedauerlich, nicht bezüglich der wortwörtlichen Schauwerte, sind die Effekte doch auch für ihre Zeit arg simpel gestrickt und ohnehin kaum vorhanden. 

Aber das Feld der phantastischen Stoffe grast man abwechslungsreich ab. Ob es um Unsterblichkeit, Zeitreise, Gedankenkontrolle, Menschentests von Außerirdischen, oder einer Maschine geht, mit welcher man seine Bewegungen auf "Clockstoppers"-Art derart beschleunigen kann, dass die Zeit stillzustehen scheint, "Alpha Alpha" sorgt von Folge zu Folge stets für Abwechslung. Auf simpler Ebene funktioniert das Konzept ganz gut, so charmant wie hier das 70er Jahre-Feeling durchschimmert. Statt verkrampfter Agenten gibt es einen Helden im Joachim-Fuchsberger-Stil gleicher Dekade, so wie man ihn aus den Wallace-Krimis oder aus "Das Mädchen von Hongkong" kennt (nur ohne die sexuellen Anzüglichkeiten von dort). Unterkühlt wirkt der taffe Mann trotzdem manchmal, was wohl die Natur seiner Verantwortung mit sich bringt, die manchmal auch gegen die Regel der Organisation Anwendung findet. Sein Gekabbel mit der Maschine wirkt nicht halb so sympathisch wie das zwischen Pille und Spock, oder zwischen dem Gummimann und dem Roboter aus "Captain Future", dafür kommt es zu gewollt, unempathisch und stets zu schnell abgefrühstückt daher. Die Dialoge sind oft trockener Natur, die Choreographie von kurzen Kampfsequenzen starr und verkrampft, "Alpha Alpha" strahlt trotz liberalem Vorzeigehelden auch insgesamt eine Unterkühlung auf, provoziert freilich durch die maskierten Köpfe jener Abteilung der weltweiten Organisation, die wir hauptsächlich mitbekommen. 

Was dort bewusst intellektuell unterkühlt präsentiert wird, ebenso wie die Computeranalysen, fällt nur bedingt menschlicher und abenteuerlicher in der eigentlichen, jeweiligen Hauptgeschichte aus, die doch eigentlich Abenteuerflair und Gefahr ausstrahlen soll. Erwartet man nicht zu viel, kann "Alpha Alpha" weit unter seinen Möglichkeiten charmant, aber auch etwas arg banal, unterhalten. Serien wie "Raumpatrouille Orion" oder "Twilight Zone", die vor der hier besprochenen Reihe entstanden, wussten trotz des Zweckes der Unterhaltung mehr Substanz und Reflexion zu bieten. Das schlichte Ergebnis ist somit nicht dem Zustand von TV-Produkten seiner Zeit zuzuschreiben. Umso schöner erscheint ein, eher zufällig in die Schlussepisode gerutschtes, Plädoyer Dahlens über Eigenverantwortung und der Gefahr durch die Führung von Organisationen und Computern. Dort wird zwar letztendlich auch die Macht jener Gruppierung kritisiert, für die der ehemalige Lehrer tätig ist, er wendet ihr aber nicht den Rücken zu, äußert sich dazu aus einem anderen Grund, so dass die Serie dennoch offen endet, ohne einen Schlussstrich zu ziehen, und das Plädoyer somit auch in jeder anderen Folge hätte auftauchen können. Erkennbar bleibt dennoch der häufige Blick direkt in die Kamera währenddessen, so wie später stilistisch auch von Oliver Stone in einem entscheidenden Satz in "JFK" inszeniert.  Wiki

01.10.2024

DOCTOR WHO - DIE MASCHINE DES BÖSEN (1971)

Im Strafverfahren soll eine neue Maschine eingeführt werden, welche die bösen Elemente aus dem Bewusstsein des Strafgefangenen eliminiert. Der Doktor hegt Misstrauen an dem Gerät und dies zurecht...

Im Auftrag des Staates...

Man nehme ein Serienkonzept und modelliere es um, anstatt eine andere Serie zu starten. Das nervte mich bei "Krieg der Welten - Die Auferstehung" und "Parker Lewis - Der Coole von der Schule", und das sollte es mich hier theoretisch auch, wenn der Doktor nun auf der Erde im Exil festsitzend für den Staat arbeitet, so wie man es auch dem Unsichtbaren in "Der unsichtbare Agent" und der 50er Jahre-Serie "The Invisible Man" antat. Theoretisch engt man die Möglichkeiten der Abenteuer des Doktors unnötig ein, wenn man ihn in einer Zeit an einem Ort einbringt und zudem Befehlsbefolger einer übergeordneten Organisation sein lässt, so wie es später auch Serien wie "Alpha Alpha" oder "Akte X" auf ähnliche Art als Konzept nutzten. Zwar ist der Doktor auch im Auftrag der Regierung, angestellt für die UNIT, eher freier Berater, der sich nicht viel sagen lässt, aber dass er überhaupt diese Position einnimmt, wurde meiner Meinung nach Jahrzehnte später in der David Tennant-Phase zurecht kritisiert. Es passt nicht zum Grundcharakter dieses Freidenkers, der, wie wir aus "Kriegsspiele" wissen, dickköpfig genug war sein eigenes Volk zu hintergehen. Nun ist der Charakter des Time Lords in der dritten Besetzung aufgrund seiner stilvolleren Ausstrahlung und seiner wissenschaftlich, sachlich beratenden Aufgabe zumindest kompatibel mit dem veränderten Konzept, es ist aber freilich ein starres, mehr einer typischen Serie entsprechendes Konzept, eines das vermehrt mit wiederholenden Haupteckpfeilern arbeitet und damit ein vereinfachtes Feld darstellt, so auch im wiederholt auftauchenden Gegner, dem Master, der freilich auch hinter den Plänen der hier zu erlebenden Mission steckt.

Man soll es nicht meinen, aber trotz der ärgerlichen Änderungen, in welcher dem Doktor zudem die TARDIS genommen wurde und durch ein wunderliches, quietschbuntes Auto ersetzt wurde, funktioniert die Folge "Doctor Who - The Mind auf Evil" (Originaltitel) ganz gut, die zunächst wie eine verwandte Thematik zu "Uhrwerk Orange" anmutet, was sich aber flink als Irrtum herausstellt, wenn die Geschichte weit wilder, naiver und phantastischer ausfällt, als die berühmte Gesellschaftssatire von Kubrick. Das starre System funktioniert auf banaler Ebene, interessiert folgt man den trivialen Aufgaben des Doktors im Gut-Böse-Spiel gegen den Master, der hier zum klassischen Serienschurken wird und ebenso wie sein Gegenspieler oftmals zu menschlich wirkt, wenn zu banale Hindernisse zu echten Problemen werden. "Doctor Who" wird zur Science Fiction-Krimi-Serie, und das bereitet trotz erster Ernüchterung Spaß. Ich war dennoch froh zu erfahren, dass noch unter dem dritten Doktor die TARDIS zurückkehren wird, wenn auch erst im vierten Jahr. "Die Maschine des Bösen" spielt bereits im zweiten Jahr, alles zuvor ist in Deutschland nicht erschienen, wir starten also mitten im neuen Alltag des bislang erwachsensten Doktors. Und die drei Abenteuer, die es überhaupt von ihm auf DVD und Bluray bisher in unser Land geschafft haben, spielen alle in der Prä-TARDIS-Phase. Aber ich lasse mich gern überraschen, sollten die beiden anderen Abenteuer so kurzweilig und verspielt naiv ausfallen, wie das hier zu erlebende, das zum Großteil in einem Gefängniskomplex spielt, dann bin ich bereits zufrieden, dass die Verschlechterungen des Konzepts zumindest weiterhin für sympathische Unterhaltung sorgen. Nichtsdestotrotz bin ich froh, wenn ich dieses seltsame Experiment hinter mich gebracht habe, und ich mit dem Time Lord wieder durch Zeit und Raum fliegen darf.  Wiki

21.08.2024

THE FLASH - DER ROTE BLITZ (1990)

Barry Allen ist Spurenanalytiker bei der Polizei. Als er während eines Blitzschlags mit einigen Chemikalien in Berührung kommt, verändert sich sein Körper, und er kann sich von nun an blitzschnell bewegen. Zusammen mit der Forscherin Tina untersucht er das Phänomen, das ihn zwischendurch extremst schwächeln lässt. Als sein Bruder, ein Polizist, von einer Straßengang getötet wird, welche die ganze Stadt terrorisiert, sagt er ihr den Kampf an...

Ein Hund schließt sich ein...

Während mir die Teenie-Serien-Version "The Flash", die im Jahr 2014 startete und es auf neun Staffeln schaffte, mit ihrer aalglatten Art weniger zugesagt hat, kommt der Pilotfilm aus dem Jahre 1990, einer Serie, die nach 22 Folgen ihr Ende nahm, weit besser erzählt daher, obwohl er sich eigentlich nur der üblichen Entstehungsgeschichte eines Superhelden bedient. Aber für ein TV-Produkt kommt diese Geschichte dreckig und düster konzipiert daher. Sie ist kompromisslos angegangen, mit nur wenig Humor, meist den Hund des Flashs betreffend, aufgelockert, insgesamt aber nicht ironisch aufgebrochen, sondern geradeaus erzählt, seinen Stoff ernst nehmend und den Zuschauer auch. Zwar besitzt die Grundlage der Geschichte das Manko, dass nicht so ganz klar ist woher Gegner Pike die Mittel nimmt und warum seine Bande eine derartige Macht über die Stadt besitzt, dass die Polizei völlig machtlos ist, immerhin terrorisiert seine Gang "nur" mit ein paar Bomben auf Motorrädern, schlägt immer wieder in der selben Stadt zu und haust versteckt in der Nähe. Aber der Comic-Charakter des kompletten Filmes macht dies wieder wett, indem er die Macht der Bande als selbstverständlichen Fakt darstellt, auf den alles weitere baut. Und von dieser Position an, wird alles recht erwachsen erzählt. 

Trotz aufkommender Freundschaft, einer Wiedervereinigung mit der Ex, dem Schoß der übrig gebliebenen Familie und dem Sieg über besagte Bande, wirkt "The Flash" immer eher pessimistisch, als optimistisch, zwar immer mit einem Hauch Hoffnung versehen, sich aber doch nicht nach Happy End anfühlend und nicht heldenhaft geartet, wie es im Superheldenbereich zu dieser Zeit üblich war. Auch die Gebrechlichkeit des Helden, die im weiteren Verlauf noch untersucht wird (und von der ich, aufgrund von Unkenntnis der Komplettserie, nicht weiß ob und wann das Problem gelöst wird), gehört zu den Elementen, die diesen Zustand hervorbringen. Und freilich der, zumindest im Pilot, von Rache gelenkte Held, der somit keiner ehrbaren Motivation nachgeht, zumindest im klassischen Superheldensinne. Sein Bruder hingegen wäre stolz auf ihn. Und ein emotionaler Schluss entlässt trotz Klischeegefühle bewegt aus einem sympathisch erzählten Film. 

Nett ist anbei die Idee, dass der Anzug Flashs nicht neu entwickelt werden musste, weil er ursprünglich ein russisches Produkt ist, das für andere Zwecke entwickelt wurde. Ob das jedem Freund der Vorlage geschmeckt hat, darf angezweifelt werden. Mit seiner kurzen Laufzeit von nur einer Staffel kam die grimmige, erwachsene Variante aber scheinbar generell nicht sonderlich gut an. Das finde ich sehr schade, vorausgesetzt die Serie ist so überzeugend ausgefallen, wie das auf Spielfilmlänge konzipierte erste Abenteuer. Aber immerhin bekam Hauptdarsteller John Wesley Shipp eine feste Rolle in der 2014er Serie beschert. Es ist schön, dass man sich an ihn erinnerte, als man die Comicvorlage ein zweites Mal filmisch anging. Aufgrund des Bekanntheitsgrades dieses Helden wundert es ohnehin, dass er es bislang nur auf drei Realisierungen außerhalb der Printmedien geschafft hat, 2023 als "The Flash" sogar erstmals erst für die Kinoleinwand. Im Zeichentrickbereich gibt es bislang überhaupt nichts von ihm zu sichten, nicht einmal die klassische Cartoonserie, die fast jeder berühmtere Comicheld in den USA beschert bekommen hat.  Wiki

13.07.2024

VERHÖR AM NACHMITTAG (1965)

Ein Lungenkranker wird im Bett erschossen. Im durchwühlten Kleiderschrank fehlt ein höherer Geldbetrag. Im Gegensatz zu seinen Leuten glaubt der leitende Kriminalbeamte nicht an Raubmord. Vor Ort werden die Ermittlungen eingeleitet und sämtliche Bekannte aus dem nahen Umfeld des Toten verhört...

Kalter Kaffee für Kriminalbeamte, die zu wenig Fragen stellen...

"Verhör am Nachmittag" ist ein Fernsehspiel, das sich wie ein Theaterstück guckt, vielleicht auch auf einem basiert (der Vor- und Abspann gibt diesbezüglich keine Informationen preis) und dementsprechend in nur wenigen Räumen bei überschaubarer Personenzahl spielt. Die wächst im Laufe der Ermittlungen, da Befragungen nicht nur zu neuen Erkenntnissen, sondern auch zu weiteren Personen im nahen Umfeld des Verstorbenen führen, nichtsdestotrotz spielt alles weiterhin in besagter Wohnung. Das mag sich für manch einen nüchtern gucken, so ganz ohne Actionszenen, bedrohlichen Spannungsmomenten oder anderweitigen Schauwerten, für Freunde von "Der Alte" und "Derrick" guckt es sich jedoch wie eine der besseren Folgen dieser Art Serie, und das funktioniert auch auf Spielfilmlänge. 

Interessante, manchmal augenzwinkernde Dialoge, reflektierende Beamte, Menschen mitten aus dem Leben mit Macken, Ecken und Kanten und ein Drehbuch, das sich der Psychologie seiner Figuren bewusst ist (ein besonderer Moment bildet jener des nicht trauernden Bruders), all das bietet das in Schwarz/Weiß schlicht abgefilmte Kriminalstück, welches in jeglicher Rolle passend besetzt ist, auf seine nüchterne Art flotter umgesetzt ist, als man meinen sollte, und zum Mörderraten animiert, inklusive einer überzeugenden Auflösung. Ich habe mir diesen kleinen Geheim-Tipp bereits kurz hintereinander zwei Mal angesehen, und er hat mich auch beim zweiten Sichten, eingeweiht in die Hintergründe der Tat, noch immer für sich gewinnen können, eben weil sich alles so unverkrampft und menschlich schaut, so lebensnah wie heutige Produktionen nur selten sind, und so vorbildlich Kraft aus der Ruhe erntend, wie es ebenso kaum noch in diesem Genre heutiger Tage stattfindet. Sicherlich spielt beim Gelingen des Ganzen auch der Retroaspekt aus heutiger Sicht eine Rolle, früher formulierte man ganz andere Dialoge. Aber dieses Gefühl des Vergangenen ist nicht der Motor eines Stücks, das ansonsten nicht wirklich funktionieren würde, es ist das Sahnehäubchen eines interessant erzählten Kriminalfalls.  Wiki

12.07.2024

LAKE MUNGO (2008)

Eine Teenagerin geht in einem See verloren und wird Tage später als Wasserleiche tot aufgefunden. Von da an häufen sich paranormale Phänomene im Umfeld der Familie...

Verbuddelt nach der Selbstbetrachtung...

Als Fake-Doku inszeniert, wird zunächst eine klassische Geistergeschichte erzählt mit Erscheinungen, die letztendlich auch auf Video und Foto festgehalten/entdeckt werden. Das ist eher nüchtern eingefangen, aufgrund der klassisch plumpen Doku-Vorgehensweise, die hier imitiert wird, guckt es sich entsprechend trocken, zumal die Fake-Variante nie augenzwinkernd den unangenehmen Stil derartiger Sendungen aufbricht. Zumindest die Gestalt auf den Bildern verursacht naiven Grusel. Als sich die Geschehnisse eher Richtung True Crime bewegen, beginnt "Paranormal Lake" (Alternativtitel) etwas interessanter zu werden, aber gesteigert bekommt Regisseur Joel Anderson seinen eher dünnen Möchtegern-Grusler nur kurzfristig, da in dem kleinen Personenkosmos, der hier vorgestellt wird, zu viele Leute auf einmal unehrlich waren, die verstorbene Person zu viele Geheimnisse hatte, und die unangenehmsten Wendungen gleich beide Teile dieser Aufzählung beinhalten. Auch dass sich schließlich doch alles als paranormal zu entpuppen scheint, tut dem Stoff nicht gut, der hierzulande auch als "Paranormal Incident" erschienen ist. Letztendlich holt man weder genug aus der Mockumentary-Chose heraus, noch aus der erzählten Geschichte. Anspruchslos kann man "Lake Mungo" mit halber Backe bis zum Schluss sichten, die Wendungen halten einen zumindest halbwegs auf Trab, unterhaltsam ist dieses australische Produkt meiner Meinung nach jedoch nicht. Als klassisch inszenierter Film wäre das Ganze vielleicht etwas interessanter ausgefallen.  OFDb

19.06.2024

THE CLOVEHITCH KILLER (2018)

In der kleinen Stadt, in welcher der gläubige Tyler lebt, ging vor 10 Jahren das Treiben eines Serienkillers zu Ende. Noch immer gedenkt man den Opfern, einen wahren Bezug zu dem, was einst geschah, besitzt der Teenager aufgrund seines Alters jedoch nicht. Als er eines Tages ein Foto des Opfers im Hobbyraum seines Vaters findet, wächst in dem Jugendlichen der Verdacht, dass sein Vater der nie gefasste Clovehitch Killer sein könnte...

Bring Kekse mit...

Ein wenig erinnert das Szenario an den im selben Jahr veröffentlichten "Summer of 84". Zwar war dieser nicht unsensibel erzählt, aber "The Clovehitch Killer" kommt, passend zu seinem Schwerpunkt Drama, sehr authentisch daher, die Seele einer Jugend (und eigentlich fast jeder Figur) noch besser einfangend, als im Vergleichsfilm, der sich mehr dem Unterhaltungsbereich zuwendete. Duncan Skiles Werk ist trotz seiner ruhigen, reflektierten Art kein schwer zu greifendes Kopfkino, schnell ist man dank sympathischer Figurenzeichnung, tollen Aufnahmen und einer glaubwürdigen Besetzung im Geschehen drin, und flott erzählt soll es trotz Bodenständigkeit, Charaktervertiefung und einem langsamen Fortschreiten der Ereignisse auch weitergehen. Der Mix aus Jugend-Drama und Thriller ist lebensnah erzählt, rutscht nie in reißerische Gefilde ab und lässt lange Zeit die Fragen im Raum stehen: ist der Vater besagter Killer? Wenn nicht er, wer dann? Worauf will die Geschichte hinaus, wenn er es nicht ist? Tötet der Clovehitch Killer heimlich noch immer? Wenn nein, warum hörte er auf?

Christopher Ford, der Autor dieses wunderbaren Films, weiß dass der Zuschauer mitdenkt und liefert entsprechend absichtlich falsche Fährten. Er weiß aber auch, dass es nicht einzig ums Mörderraten und um überraschende Wendungen geht. Eine entscheidende ist dennoch vorhanden und erwartet vom Zuschauer eine Umorientierung, denn nun wird uns die bisherige Identifikationsfigur genommen, durch eine andere ausgetauscht, von der wir mittlerweile wissen, dass sie der titelgebende Killer ist, und so wird die Geschichte nun düsterer und härter. Faszinierender Weise bleibt sie weiterhin empathisch und reflektiert erzählt und streift selbst beim Beobachten der Taten weiterhin nie reißerisch anmutende Bereiche. Ein Zusammenkommen beider Perspektiven zum Ende hin beweist, dass der zur Mitte des Streifens getätigte, plötzlich veränderte Blickwinkel nicht nur ein Kniff war, um den Zuschauer auf Trab zu halten, sondern die Geschehnisse und ein Einweihen in bisher unbekannte Zusammenhänge die Geschichte psychologisch betrachtet weit reizvoller und intensiver werden ließ, als es in einem klassischen Erzählfluss der Fall gewesen wäre. 

"Clovehitch" (Alternativtitel), der ganz lose am berüchtigten B.T.K.-Killer orientiert ist, ohne tatsächlich dessen Geschichte zu erzählen, schließt sanft, empathisch und schockierend, wie er die meiste Zeit über erzählt ist, und weiß nachzuwirken, bei all den Gedanken, die noch im Raum stehen, wenn der Abspann erscheint. "The Clovehitch Killer" ist somit nicht für den typischen Horror-Freund gedacht, nicht für den typischen Fan von Serienkiller-Themen konzipiert, er ist Arthouse-Kino der angenehmen Art, schließt jedes aufgeschlossene Publikum, das stille Töne und Reflexion mag, mit ein, bietet Tiefsinn und Unterhaltung gleichermaßen, in einem künstlerischen, diesbezüglich jedoch nicht aufdringlich, inszenierten Werk. Beeindruckend ist, ähnlich wie in "Extremly Wicked, Shockingly Evil and Vile", die trügerische, einfühlsam wirkende, Tarnung des Killers, womit auch das hier besprochene Thriller-Drama zur Warnung vor Narzissten wird, eine Geschichte darüber, dass man wahre Monster nicht als solche erkennt. Und in einer besonders schockierenden Szene gegen Ende zeigt der Film noch einmal besonders deutlich, dass Narzissten sich selbst am nächsten stehen und keine wahren Gefühle zu anderen Menschen aufbauen können. "The Clovehitch Killer" steht beiden Vergleichsfilmen, die in dieser Besprechung genannt werden, in nichts nach, alle drei sind ganz klare Empfehlungen meinerseits.  Wiki

16.06.2024

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 12 (2024)

Gegeneinander, mit Einigkeit und mit Reibereien löst das Polizei-Team rund um Griesgram Hubert sämtliche Kriminalfälle in der ländlichen Gegend...

Alpakas, überteuertes Wasser und ein Fuß...

Nach dem eher bescheiden ausgefallenen vierten Spielfilm-Special "Dem Himmel ganz nah" geht es mit der gewohnten flotten, etwas banalen (seit dem Ausstieg von Lüttichaus), aber dennoch sympathischen Art der Serie weiter. Mehr erwarte ich nicht, und ich bin noch jedes Mal erleichtert, kritisch wie ich den Werdegang der Reihe beobachte, wenn ich dies noch immer geboten bekomme. Tatsächlich jede Folge besitzt ihren Reiz, weiterhin wird jegliche Figur, inklusive Yazid, in interessante Situationen gesteckt, hin und wieder überrascht gar die Auflösung eines Falls, aber der Weg dorthin war schon immer viel wichtiger, als dieses Ziel. Mit Girwitz einen egoistischen Alleinspieler im eigenen Team zu haben, erweist sich als fruchtsam wie immer, diesmal zentral thematisiert in einem Kampf um eine Wohnung, von welchem der "Mitkämpfer" nicht weiß, dass es einen gibt. Erstmals gönnt man dem ehemaligen Chef der Truppe außerdem einen menschlich sympathischen Aspekt ohne Hintergedanken, wenn dieser seine Liebe zu Alpakas entdeckt. Derartige Versuche bei Hubert werden leider weiterhin unter den Teppich gekehrt. Es ist schade, dass noch immer nicht seine Scheintochter aus dem Weihnachtsspecial, mit welchem man Staller verabschiedete, zurückkehrt, nicht einmal für einen Gastauftritt, selbiges gilt für die Ex-Frau oder gar Staller höchstpersönlich. 

Sie alle täten dem zu eingefahrenen Miesepeter Hubert gut, um mal wieder ein Fünkchen Herz in ihm zu suggerieren, gerade jetzt, wo der einst heimlich Gebildete auch intellektuell in seinen Interessen nur noch dröge, altersmüde und desinteressiert von den Autoren gezeichnet wird. Aber auch er funktioniert trotzdem noch gut genug (Tramitz ist schließlich Tramitz), so wie der Rest, um den Zuschauer nach Feierabend angenehm zu unterhalten. Einen Anfängerfehler, wie in der letzten Folge geschehen, wenn man das Kamera-Team in einem langsam anfahrenden Auto gespiegelt sieht, habe ich in der sonst technisch professionellen Serie jedoch noch nicht erlebt. Ich hoffe dies stellt lediglich eine sympathische Ausnahme dar, anstatt der erste Schritt zum endgültigen Desinteresse der Verantwortlichen einer einst großartigen Serie zu sein. Ja, das liest sich pessimistisch, gerade bei einem solch kurzweiligem Ergebnis, wie im 12. Jahr serviert, aber das Misstrauen ist einfach da seit dem Niveauabstieg und dem ständigen Besetzungswechsel zur Halbzeit der Reihe. Was Letztgenanntes betrifft, so freut es mich jedoch zu berichten, dass die Beständigkeit der letzten beiden Staffeln beibehalten wurde. Leider jedoch auch was die Folgenzahl des Vorgängerjahres betrifft: auch Staffel 12 begnügt sich lediglich mit 12 Folgen.  Wiki

03.06.2024

TORCHWOOD - STAFFEL 1 (2006)

Als die Polizistin Gwen bei ihren Ermittlungen unterbrochen wird, damit die mysteriöse Torchwood-Gruppierung die weiteren Untersuchungen vornehmen kann, möchte sie mehr über diese Institution erfahren, von der kaum wer etwas weiß, die aber sämtliche Rechte besitzt über der Polizei zu stehen. Nachdem sie beobachten kann, wie bei deren heimlichen Ermittlungen ein Toter kurzfristig zum Leben erweckt wird, weiß sie, dass sie etwas Heißem auf der Spur ist. Aus dem Stöbern in staatlicher Geheimsachen wird ein fester Job bei Torchwood. In diesem Geheimunternehmen bekämpft man übernatürliche Fälle, die durch einen Zeit-Raum-Riss in der Stadt Cardiff verursacht werden...

Vergessen, erinnern, nie mehr vergessen...

Als die 00er Jahre-Variante "Doctor Who" erfolgreich lief, startete man parallel zur zweiten Staffel die Spin-off-Serie "Torchwood", die etwas anders geartet ist als die Hauptserie. Weniger peppig angelegt, eher trocken ermittelnd mit distanzierten Figuren, ziemlich treffsicher kann man "Torchwood" als die "Akte X"-Serie des "Doctor Who"-Universums bezeichnen. Augenzwinkernd benennen die Autoren den Vergleich gegen Ende der ersten Staffel sogar selbst. Insgesamt gesehen ist das Projekt meiner Meinung nach nicht besser oder schlechter ausgefallen als das Original, von dem man klaut. Die Figuren wirken gewollter als in der US-Version, dafür wird man im Gegenzug hier nicht mit einer Alienverschwörung gelangweilt. Solide pendelt "Torchwood" zwischen Science Fiction und dem (scheinbar) Übernatürlichen, sowie zwischen Krimi und Seifenoper. Die Dramatik funktioniert bei solch distanziert gehaltenen Figuren freilich nur bedingt, am ehesten noch bei der Identifikationsfigur Gwen, die vom Typ Figur und Schauspielerin her ein wenig an Lisbon aus der erst zwei Jahre später entstandenen US-Serie "The Mentalist" erinnert, im Gegensatz zu ihr aber immer wieder egoistisch handelt und damit so zwielichtig wird, wie der Rest der Stammcrew. Wir haben es also nicht mit Heiligen zu tun, das ist Absicht und tut der Serie oft gut, außer wenn sie ihre Profis zu infantil erscheinen lässt, was gegen Ende leider häufiger vorkommt als zuvor. 

Ohnehin atmet die Serie trotz ihrer britischen Herkunft die naive Luft einer amerikanischen, was man auch in der Mentalität erkennen kann, dass sich fast alles Geschehene rückgängig machen lässt, egal wie groß das Ausmaß der Katastrophe ist. Das lässt manch zunächst mutige Entscheidung doch nur täuschendes Cliffhanger-Niveau atmen, geht für eine Trivialserie jedoch als verzeihbarer Makel durch. Neben Gwen ist es Captain Jack Harkness, der Anführer von Torchwood, der charakterlich am ehesten ins Zentrum tritt, zur zweiten Hälfte der Staffel gar mehr als sie, was der Serie meiner Meinung nach nicht so gut bekommt, da er sich weniger als Identifikationsfigur eignet als sie. Jack ist absichtlich rätselhaft gehalten, außer dass er nicht sterben kann, ist kaum etwas über ihn bekannt, und seine selbstherrliche Art funktioniert ganz gut, solange Gwen halbwegs als Neuling im Dunkeln tappt. Aber je mehr er zum weisen, unfehlbaren Anführer im Blick der Autoren wird, umso unangenehmer wirkt diese Eigenschaft, mit dem glatten Gesicht seines Darstellers etwas zu anbiedernd gespielt. Was hart klingt, geht innerhalb einer kurzweiligen und anspruchslosen Feierabendunterhaltung jedoch definitiv in Ordnung, zumal die von mir erwähnten Ärgernisse meist (sich wiederholende) Randerscheinung in hauptsächlich interessanten Fällen sind. Es ist leider die Doppel-Folge im Finale, die schwächer anmutet als der Rest. Das Konzept der einzelnen Fälle, verbunden mit einem dünnen, roten Faden, der alles zusammenhält, mündet leider in dieser. 

Warum man in der zweiten Staffel der Hauptserie, von der man abstammt, Torchwood völlig anders einführt, als hier zu erleben ist, verstehe ich nicht. Mit anderen Personen an einem anderen Standort kann ich leben, immerhin wird hier wie dort erwähnt, dass Torchwood eine vernetzte Organisation mit allerhand Standorten ist, und wir wohnen nur jenem kleinen in Cardiff bei. Allerdings sollten spätestens die globalen Ereignisse in der Finalfolge von der Vernetzung Gebrauch machen, und das tut man nicht, so als habe man vergessen, dass das Schicksal nicht einzig in jener handvoll Menschen liegt, die wir als Torchwood näher kennen lernen durften. Zumindest der Cliffhanger macht auf die Gesamtgeschichte Torchwoods neugierig, wurde das Thema des Doktors doch bisher unter den Teppich gekehrt. Und als jemand, der parallel Staffel 2 und 3 von "Doctor Who" zur hier besprochenen Serie guckt, weiß ich noch nicht wie Torchwood zu ihm steht, wurde sie seinerzeit doch gegründet, um England u.a. auch vor ihm zu schützen, während der Doktor in der Gegenwart eine Leichtsinnigkeit der Organisation wieder gut machen konnte. Captain Jack Harkness hat jedoch einen ganz anderen Bezug zum Doktor, wie der Stammzuschauer aus Staffel 1 der Hauptserie weiß. Nun werde ich mich aber erst einmal weiter auf den Doktor konzentrieren und mich somit nicht sogleich im Anschluss an die zweite Staffel "Torchwood" heran wagen. Aber ich werde sie irgendwann sichten, denn sie gefällt mir eine Spur besser als das spätere, aus dem Jahr 2016 stammende, Spin-off "Class", das in der Pilotfolge sogar den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Doktor als Gastauftritt präsentierte.  Wiki

11.05.2024

DER CLAN DER SIZILIANER (1969)

Trickreich aus der Gewahrsam der Polizei befreit, wird der Profidieb Sartet zu riskant für die Mafia, um ihn am nächsten großen Coup aktiv teinehmen zu lassen. Als Ideengeber ist er dennoch an der Beute beteiligt. Und als er sich in der Schutzunterkunft des Paten auf ein Techtelmechtel mit einem weiblichen Familienmitglied des Mafiabosses einlässt und dieser dies herausfindet, steht es nicht mehr gut um die Sicherheit des sich mittlerweile in den USA befindenden Sartet...

Kindermund tut Wahrheit kund...

Professionell umgesetzt und mit namhafter Besetzung versehen, ist "Der Clan der Sizilianer" eine französische Kinoproduktion ersten Ranges. Mit Blick von heute erstaunt es deswegen, dass eine solche Produktion "nur" Schritt für Schritt die einzelnen, jeweiligen Geschehnisse gekonnt abarbeitet, innerhalb einer Geschichte, die kein richtiges Ziel im Sinne von einem entgegen schreitenden Höhepunkt verfolgt. Wir begleiten den Werdegang des am Abgrund stehenden, taffen Profidiebes, bekommen gleichzeitig intensive Blicke auf die meist hoffnungslose Arbeit der Kriminalpolizei beschert und erleben parallel zu alledem als dritten Blickwinkel jenen des Mafiaoberhauptes. Auch wenn es zentral stets um Sartet geht, so macht dessen Präsenz doch nie den Eindruck einer Hauptfigur. Viel mehr ist Regisseur Henri Verneuil daran interessiert, den fortschreitenden Prozess aufzuzeigen, der mit der Festnahme, bzw. der aufwendigen Befreiung des Diebes aus der Gefangenschaft aus einem Polizeifahrzeug, in Bewegung gesetzt wird. Sie wird nicht nur zu allerhand Toten führen und zu Tragödien in Familienbereichen, sondern auch zu Beendigungen mancher Verbrecherkarrieren. 

Stilvoll inszeniert, wirft dieser Verzicht auf eine klassische Erzählung zwar ein interessanter Blick auf alle drei Parteien, dennoch zog mich der Film nicht sonderlich in seinen Bann. Ich begleitete das fast schon episodenhafte Treiben interessiert, stets als Konsument angenehm befriedigt von dem was Verneuil uns zu wirft, aber "Le Clan des Siciliens" (Originaltitel) ist nun einmal kein Popkornfilm, sondern ein ernstzunehmender Streifen für konzentrierte Cineasten. Und ich weiß nicht ob es an der Kraft des Tages gelegen hat, oder daran dass ich grundsätzlich Einstiegsprobleme in Ganovenfilme habe (warum auch immer), aber am Tag der Sichtung war ich nicht in der Lage mehr zu sein, als ein nach Unterhaltung dürstender Filmkonsument. "Der Clan der Sizilianer" hat mir gefallen, in all seinen Phasen, erschien mir am besagten Tag aber zu unaufgeregt erzählt, wissentlich dass er genau auf diese Art erzählt sein will. Allein schon dass sämtliche Tiefe und Struktur der Figuren unbenannt subtil eingearbeitet selbst zu entdecken sind, anstatt sie uns als jeweils das zu präsentieren, was sie sind und wohin ihr jeweiliger Charakter die Geschichte führt, zeigt bereits, dass dieser Mix aus Drama, Thriller und Kriminalfilm kein Stoff für die Kurzweile zwischendurch sein will.  Wiki

09.05.2024

EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE (2019)

Der neue Freund der alleinerziehenden Liz, scheint ein echter Glücksfall zu sein. Als er jedoch ins Visier einer landesweiten Suche nach einem Mehrfachmörder gerät und es der Anschuldigungen und Indizien immer mehr gibt, beginnt sie an der Unschuld von ihm zu zweifeln...

15 Jahre Selbstvorwürfe...

Filme über Serienkiller, die wirklich existierten, sind für mich immer so eine Sache für sich, wird man doch meist zum Voyeur von etwas Abscheulichen, während die Produkte, die sich als informativ verkaufen wollen, eher reißerischer Natur sind. Joe Berlinger, der schon mit "Blair Witch 2" einen unerwarteten Kurs bewies, schafft mit "Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile" ein Werk über den seiner Zeit zum Popkultur-Phänomen gewordenen Massenmörder Ted Bundy, das nicht nur reflektiert und frei von reißerischen Elementen erzählt ist, sondern auch mit dem was er will eine Existenzberechtigung besitzt, einen Mehrwert, so dass dessen Sichtung zu etwas Nützlichem wird, anstatt einfach nur zur geistfreien Unterhaltung oder Mutprobe, wie so oft bei Werken zu wahren, äußerst brutalen Taten. Ted Bundy kennt man, selbst wenn man sich mit dem Thema Serienkiller nicht beschäftigt. Ich wusste wenig über ihn, nicht einmal wie extrem abscheulich seine Taten waren, und dass sein Fall seinerzeit medial sogar im Gerichtssaal übertragen wurde, er sich selbst immer wieder vor laufenden Kameras äußerte, und dass junge Frauen den Mann, aufgrund seines Charmes und seiner sexuell aufreizenden Erscheinung, selbst in der Spätphase vor der Verurteilung anhimmelten, für unschuldig hielten und/oder das Spiel mit dem Feuer, dem Verbotenen mochten. Es bildeten sich Gruppen verliebter Mädels vor und im Gerichtssaal, der Narzisst lebte seine Tarnung mit den Kameras über das direkte Umfeld hinaus aus. 

Und genau um diese Maskerade, diese Erscheinung, die Ahnungslose immer wieder um den Finger wickelt, geht es. Der Clou an dem nach einem Richterzitat benannten Drama ist der, dass wir, abgesehen von einer ganz kurzen Sequenz gegen Ende, nie die Taten des berüchtigten Serienkillers sehen, sondern nur sein angeblich braves Ich, welches er seinem privaten Umfeld, sowie den Polizisten, Richtern und medial der ganzen Welt, als unschuldig verkaufte. "Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile" macht, gerade durch den Umstand, hier einem realen Fall beizuwohnen, das zur Praxis, was Werke wie "Summer of 84" nur in der Theorie, in ihrem Schlussfazit äußern können: du kannst das Böse nicht erkennen, es gibt sich nach Außen harmlos. Es kann dein Nachbar sein, dein Lebenspartner, er ist nach Außen nicht die Bestie, wie uns "Der Untergang" selbst am Beispiel Hitlers deutlich machte. Gerade der Narzisst unter den Psychopathen ist hervorragend getarnt, die Unschuld vom Lande, und deshalb gibt es derart viele Fälle, Fälle die nicht immer so mörderisch und extrem ausfallen wie am Beispiel Bundys zu erleben, aber dennoch Opfer hervorbringend, die in Therapie müssen. Der hier besprochene Film ruht sich jedoch nicht nur damit aus uns lediglich der Tarnung Bundys beizuwohnen, mit seinem Stilmittel der flotten Inszenierung, die regelrecht unterhält und kurzfristig auch belustigende Momente beinhaltet, verführt er zudem den Zuschauer. Man kennt den Namen Bundy, weiß er ist ein Killer, aber wer sich nicht gerade sehr gut in der Materie dessen Taten auskennt, könnte in einigen Momenten einen Justizirrtum vermuten, trotz all des Wissens zum Namen Ted Bundy vor dem Film sitzend. Wir können Zweifel bekommen, denn wir erleben weder Taten noch direkte Beweise, stets nur Anschuldigungen und Indizien. Dennoch ist es da, das ungute Gefühl, so wie wir meinen etwas Verdächtiges im Tun und der Art Bundys wahrzunehmen. Wer exakt hinschaut (wenn nicht, dann intuitiv anmutend) kann winzige Augenblicke wahrnehmen, in welchen man einen Blick hinter die Maske werfen darf. Ich selbst habe solche, wenige Momente erst beim zweiten Sichten bemerkt. 

Kurzum ist Berlingers Film ein Film der Warnung, ein Beweis für die perfekte Maskerade, die tückische Täuschung, und durch den Blickwinkel von Liz (nach deren Buchvorlage das Ganze verfilmt wurde) für das erschreckende Erwachen, dem man als Opfer ausgesetzt ist, selbst wenn man glimpflich davon kommt, eben weil das Monster neben einem, nicht wie ein solches aussah. Im Falle von Bundy war es ein verständnisvoller Liebhaber, ein intelligenter Jurastudent und ein Mann mit einem Herzen für Kinder. Dass man über den hier so fantastisch angewandten Filmstil der Verführung nicht nur fragwürdige Personen schmackhaft machen kann, sondern auch ein komplett fragwürdiges System, bewies anbei der völlig unterschätzte "Die Welle" von 2008. Wie nah "Extremely Wicked, Shockingly Evil und Vile" an den Tatsachen dran ist, zeigt ein Blick auf den Abspann, der uns die wirklichen medialen Aufnahmen auszugsweise von einst zeigt. Dennoch gibt es freilich interpretierte Momente, sowie angebliche Fakten, die nur durch Liz bezeugt werden können. Ob ihre Behauptung stimmt, Ted hätte ihr gegenüber, auf einer Glasscheibe geschrieben, Jahre später einen Mord gestanden, darf aber wohl angezweifelt werden, zumindest wenn die Situation wie hier im Film dargeboten stattfand. Sie wirkt, ist ein stark emotionaler Moment in diesem sehr geglückten Film, aber psychologisch will ein derartiges Verhalten nicht ins Muster eines Narzissten passen. Mit dieser wackeligen Szene hätten wir aber auch den einzigen Schwachpunkt des Filmes benannt - vielleicht noch mit Ausnahme der Besetzung des Staatsanwaltes Simpson, in welchem ich aufgrund des Mangels an optischer Entfremdung leider immer wieder nur Sheldon Cooper wahrnahm.  Wiki

04.05.2024

SPUK IM MORGENGRAUEN (1969)

Ein Ehepaar erwacht um 5 Uhr morgens, eingesperrt im Schlafzimmer. Das Telefon funktioniert nicht, und vom Fenster aus sehen sie unten im Garten einen maskierten Mann graben. Was hat das alles zu bedeuten?...

Täuschungen...

Der unter eine Stunde laufende TV-Film ist ein Kammerspiel in Echtzeit. Alles spielt im Schlafzimmer, den Garten bekommen wir über den Blickwinkel aus dem Fenster präsentiert. Einzig kurze Aufnahmen auf die Kommode, auf der sich das zweite Telefon im Haus befindet, lässt man uns ansonsten erhaschen. Erst zum Schluss bekommen wir tiefere Einblicke vom unteren Stockwerk beschert. Bis dahin ist Rätselraten angesagt. Die Dialoge zwischen dem Ehepaar sind möglichst natürlich angegangen, die Spürnase des Ehemannes ist nicht von schlechten Eltern, lediglich kurze Widersprüche in zu wechselhaftem Verhalten lassen sich nicht immer durch die überfordernde Situation erklären. Wirre oder widersprüchliche Äußerungen hingegen erhalten meist Sinn. Trotz allem Bemühen um Glaubwürdigkeit klingt alles eher aufgesagt, dies nicht im unprofessionellen Sinne, sondern orientiert an der Art des Schauspiels im Theater. Aber dieser zunächst gewöhnungsbedürftige Stil weiß zu gefallen und hilft der zu erahnenden Pointe dabei auch mit der letzten Auflösung, zumindest für die Bühne inszeniert, glaubwürdig zu erscheinen. Dafür dass die beiden im Zentrum stehenden Figuren relativ normale Menschen sind, erweisen sie sich im richtigen Moment stets als überraschend wandlungsfähig, ob per erzählten Rückblick (der nie visuell stattfindet) oder im jeweils aktuell gerade stattfinden Moment. Dass nie tatsächlich ein Spuk, wie der Titel vermuten lassen könnte, zur Debatte steht, tut der Geschichte gut, die ähnlich pointiert schließt, wie man es aus Kurz- oder Episodenfilmen kennt. Nach 5 Jahren Regietätigkeit für das laufende Bild war "Spuk im Morgengrauen" das letzte Werk in diesem Bereich für Dieter Munck. Ihm mag kein bahnbrechender Beitrag geglückt sein, aber ein unterhaltsamer, der mit wenig optischer Abwechslung dank interessanter Dialoge und guter Darsteller dennoch flott genug inszeniert ist, um dran zu bleiben, schließlich will man die Auflösung des Ganzen erfahren, nachdem man von Anfang an so gekonnt mitten ins Geschehen geschubst wurde.  OFDb

DER MANN AUS DEM BOOTSHAUS (1967)

Erst sieht ihn der Sohn, dann die Mutter: ein Fremder, der im Bootshaus der Familie übernachtet hat. Einen Abend zuvor gab es auf einem Hausboot in der Nähe eine Tote. Die Mutter und der Fremde verbringen Zeit miteinander, schließlich verhilft sie den mittlerweile von der Polizei gesuchten zur Flucht. Denn sie hat in der Zeit des Beisammenseins etwas erkannt, was die Polizei nicht weiß...

Die Besetzungscouch als selbstverständlicher Nebensatz...

"Der Mann aus dem Bootshaus", basierend auf einem Kriminalroman, ist nüchtern umgesetzt und fast ausschließlich per Dialoge vorgetragen. Sachlich spricht man miteinander, egal wer mit wem, unaufgeregt, selbst als Fremde zueinander, selbst als Eindringling. Die Nüchternheit zeigt sich besonders deutlich in der von Rosemarie Fendel hervorragend dargebotenen Rolle der Ehefrau und Mutter, die sich Realitäten bewusst ist und wird, ein Stil der weit wichtiger für die Geschichte ist, als man vermuten würde. Man weiß ohnehin nicht wohin die Geschichte steuern will, um was es tatsächlich gehen soll. Doch das erklärt sich alles mit der Zeit, und die trockene Art, die zunächst für den Zuschauer (gerade von heute) herausfordernd ist, wird zum psychologischen Spiegelbild allem Erzählten. Selbst die Auflösung wird nüchtern vorgetragen, sie weiß aufgrund dessen zu interessieren, während sie in alternativen Geschichten fast schon belanglos zu nennen wäre. Letztendlich spiegelt sich trotz der ungewöhnlichen Situation in allem der Alltag wieder, deswegen ist auch die Schlusssetzung des Films gekonnt zu nennen. 

Im Vorspann als Fernsehspiel betitelt, macht "Der Mann im Bootshaus" trotz seiner Dialoglastigkeit und einem kleinen, überschaubaren Rahmen an Figuren und Spielorten nicht den Eindruck eines abgefilmten Theaterstücks, wie es bei dieser Bezeichnung zu dieser Schaffenszeit häufig anzufinden war, so z.B. bei "Tagebuch eines Frauenmörders" oder der deutschen "Sherlock Holmes"-Serie von 1967. Stattdessen guckt sich das Drama mit Kriminalfilmeinfluss klassisch abgefilmt, ohne optische Besonderheiten versehen, abgesehen von einigen eingestreuten Standbildern, die uns Bilder der Verstorbenen zeigen, ein Stilmittel das gerade zu Beginn zunächst verwirrt. Sachlich und zielgenau steuert der Film seinem Ergebnis entgegen, während er oft den Eindruck macht auf der Stelle zu treten. Doch das täuscht. Das häufige Einbringen der Kinderfiguren im ersten Drittel, lässt kurz darauf nach. Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung, die vielleicht der Buchvorlage geschuldet ist, für einen tieferen Blick ins Familienleben der Mutter spielen diese Momente zu häufig außerhalb ihres Blickwinkels. Wichtig werden die Kinder schlussendlich nicht. Da der Film jedoch seine Kraft aus dem Alltag nimmt, aus der Sachlichkeit, und daraus, dass man gar nicht so genau weiß worauf die Geschichte hinaus will, ist auch dies kein Schwachpunkt des Streifens, sondern ein Spiel mit ungenannten, subtil eingestreuten Möglichkeiten, ebenso wie stets eine verharmloste Bedrohung im Raum schwebt, wenn die Frau ihren Kontakt zum Gesuchten hält.  OFDb