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12.05.2024

OTTO - DER LIEBESFILM (1992)

Amor erhält den Auftrag von Gott endlich mal wieder ein Pärchen zu vereinen. Die beiden verliebt ineinander zu machen, war schon nicht die leichteste Aufgabe, aber sie endlich vereint eine gemeinsame Wohnung finden lassen, erweist sich als schwierigere Übung als erwartet...

Der Rächer mit dem Becher...

So extrem peinlich wie "Otto - Der neue Film" wird es nicht schon wieder, und so langweilig wie "Otto - Der Außerfriesische" glücklicher Weise auch nicht mehr, aber das sympathische Überraschungsbonbon von "Otto - Der Film" bleibt nach wie vor ein Einzelfall. Denn auch wenn der vierte Otto-Film wieder in die richtige Richtung tendiert, samt weiblicher Hauptrolle aus dem Erstling zurückholend (in anderer Rolle), so ist doch einfach Otto der eigentliche Störfaktor. Immer wieder bin ich überrascht, wenn ich ihn in einem seiner Werke beobachte, wieviel Freude er anderen mit seinen Kalauern bereitet, die für mich nicht über Schulhofniveau hinaus ragen und mir stets ein Gefühl des Fremdschämens bescheren. Es ist nicht so, dass alles um ihn herum rund läuft, aber die anderen Teilnehmer vor der Kamera wissen stets mehr zu wirken, als der Star selbst, obwohl auch aus ihnen weit mehr herauszuholen wäre. Der Antagonist ist passend besetzt, verfehlt aber manchmal durch simple Betonungen die Treffsicherheit des ihm zugedachten Humors. Die Nase des Vaters der Angebeteten ist ein wundervoller Gag für sich, wird unterstützt durch die herrlich amüsante Stimme des Schauspielers, durch zu wenig Beachtung vom Drehbuch und zu banaler Szenen kann aber auch er nicht vollends wirken. 

Otto selbst aber wirkt wieder einmal blass, entwickelt keinen Charakter mit dem man mitfühlen kann, schafft es aber zumindest nicht völlig peinlich neben der souverän agierenden Jessika Cardinahl zu wirken, das darf schon verwundern, bei ihrem zurückhaltenden Stil. Stilvoll besetzt ist zudem die immer mit Niveau agierende Ruth-Maria Kubitschek, die einige herrliche Szenen beschert bekommen hat. Während der Starauftritt vom Frontmann der Scorpions eher zu den Momenten gehört, die man besser schnell vergessen sollte, gibt es auch bei Otto selbst kleine Lichtblicke, die einen leicht daran erinnern, was er im ersten Kinofilm zu leisten wusste. Ein Romantik vortäuschender Song, der das Beschmutzen der Bettwäsche durch Körperflüssigkeiten zum zentralen Thema macht, weiß zu gefallen, und wenn die Finalattraktion der Volksmusiksendung durch den Komiker torpediert wird, dann weiß auch dies zu funktionieren, wenn auch in keiner solch ausgeklügelten Vorbereitung, wie sie die besseren Momente in "Otto - Der Film" benötigten. Selbst die simple Choreographie der Blumenmädchen weist mehr Übung und Vorbereitung, und letztendlich auch ein besseres Ergebnis auf, als Ottos, wie erwähnt durchaus amüsantes, Brachialgeblödel in diesem Moment. Ohnehin fällt auf, dass "Otto - Der Liebesfilm" sich im letzten Drittel besser schaut, als in der Stunde zuvor. Auch diese weiß auf belanglose Art unter Niveau zu unterhalten, was den vierten Kinostreich des Ostfriesen zumindest zu einer annehmbaren Angelegenheit, anstatt zu einer missglückten macht. Da ich aber keine 9 Jahre mehr alt bin, kann mich der Otto-Humor auch diesmal nicht wirklich abholen.  Wiki

20.10.2023

OTTO - DER AUSSERFRIESISCHE (1989)

Stammlesern des Blogs ist es bekannt, dass ich kein Bewunderer der Komik von Otto Waalkes bin. Aber nachdem mir sein erster Kinofilm "Otto - Der Film" überraschend gut gefallen hat, stöberte ich weiter, in der naiven Hoffnung ein weiteres Mal derart sympathisch unterhalten zu werden, und sei es nur phasenweise mit einigen amüsanten Momenten. "Otto - Der neue Film" entpuppte sich als eine derartig peinliche Nummer des Fremdschämens, wie sich der Komiker meiner Kenntnis nach ansonsten nur in "Otto - Die Serie" auch für seine Verhältnisse selbst unterboten hat. Eine weitere Katastrophe dieses "Niveaus" habe ich nicht erwartet, dafür war der Sturzflug des zweiten Streifens zu extrem. So extrem peinlich wie Nummer 2 ist Ottos dritter Kino-Streich "Otto - Der Außerfriesische" dann tatsächlich nicht ausgefallen, leider sieht gut trotzdem anders aus, sehr sogar. Dass es bei der Schulhofkomik für 9jährige auch mal peinlich wird, war vorprogrammiert, so ist das beim Ostfriesen des arg simplen Humors. Gravierender als mancher Moment dieser Art war aber tatsächlich die Langeweile, die "Otto - Der Außerfriesische" trotz der Stammautoren und interessanten Mitmimen zu entfachen vermochte. 

Besondere Schauwerte sind rar verteilt. Nicht dass sie mir gefallen hätten, dafür sind auch diese im Gegensatz zu Vergleichsszenen aus Film 1 zu plump umgesetzt, aber auch Freunden von Ottos Komik müsste das theoretisch zu mager ausgefallen sein. Als Füllmaterial dienen fast einzig billige Wortwitzchen, die ab dem zweiten Drittel des Streifens von den klassischen Übersetzungswitzchen Ottos vom Englischen ins Deutsche dominiert werden (ebenfalls ein Bereich Ottos Stammkomik, über die ich seit der Pubertät nicht mehr lachen kann). Zwar hofft man mit dem Schauwert USA auch einen Mehrwert zu erzielen, dabei ist es aber letztendlich egal wo der Ostfriese seine mageren Kalauer auslebt. Die Geschichte, obwohl sie mehr vorhanden ist als in den Vorgängern, interessiert null bei solch müden, verpuffenden Späßchen, und so fällt der dritte Otto-Film viel zu öde aus, als dass er derartiges Fremdschämen wie sein Vorgänger verursachen könnte. Das mag sich alles etwas böswillig lesen, ist aber gar nicht so gemeint. Ich freue mich nicht über Ottos erneutes Scheitern, oder über die erneute Bestätigung meines mangelnden Zugangs zu dieser infantiler Komik (zumal ich andere Form infantiler Komik durchaus mag). Ich hätte mich gefreut auch nur einen Hauch der Klasse und des Talents aus Teil 1 hier wahrnehmen zu können. Aber es sollte nicht sein. 

Da mir seinerzeit in den 90er Jahren "Otto - Der Liebesfilm" am besten gefallen hat, werde ich aber auch den demnächst noch antesten. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. An "Otto - Der Außerfriesische" hatte ich mich, abgesehen vom ollen Gummibänder-Witzchen, überhaupt nicht mehr erinnert (nicht einmal an den herrlichen Gastauftritt von Loriot), und nun nach der Sichtung weiß ich auch, warum der Streifen bei mir komplett in Vergessenheit geriet. Einzig die Idee, aus Bettina Wegners Mitleidssong "Kinder" herrlich intolerant ein Trinklied zu zaubern, finde ich eine wundervolle Idee. Zumindest das muss ich Otto zugestehen.  Wiki

13.08.2023

OTTO - DER NEUE FILM (1987)

Freunden guter Komik bereitet "Otto - Der neue Film" ein Erlebnis des Fremdschämens, genau so wie meine üblichen Erfahrungen mit dem Ostfriesen sind. Das ist schade, bewies doch "Otto - Der Film" nicht nur, dass er eine sympathische, kurzweilige Komödie ist, sondern auch dass Otto durchaus Talent besitzt. Schaut man die Fortsetzung, bekommt man das Gefühl er würde regelrecht verweigern uns dies zu beweisen. Der Film wird ohnehin ein Erfolg, wozu sich ins Zeug legen? Im Gegensatz zum Vorgänger sitzt nicht eine einzige witzig gemeine Mimik, dort konnte er ganze Wechsel von Blicken zu den wirksamen Lachern zählen. Die Geschichte von "Otto - Der neue Film" ist so unschuldig und so viel Alibi wie im Vorgänger. Aber was an nerviger Blödelei im 1985 erschienenen ersten Teil stark zurückgedreht wurde, wird hier nun voll aufgelebt und kann nur den Freunden der infantilen Schulhof-Komik Ottos gefallen, warum auch immer die darüber lachen können. 

Vereinzelte Gags ziehen, rar verteilt in einem Meer bemühter Albernheiten, hier zündet so gut wie nichts. Das beginnt im peinlichen Vortragen mauer Elternhauswitze zu Beginn, die zu verkrampft in einem für das Medium Film unpassenden Monolog vorgetragen werden, das zeigt sich in schlechter Umsetzung manch brauchbarer Idee (der Gag mit dem "Stoppt Tierversuche"-Papagei), und das zeigt sich in der Ignoranz von Umständen (so lustig die Mett-Version der Selbstmordkatze auch ist, dank ideenloser Drehbuchautoren, von denen es immerhin vier Stück gab, gab es gar keine Möglichkeit, dass dieses Szenario entsteht, wenn nur Otto den Schlüssel zur Wohnung besitzt). Ottos Anecken gegen Konventionen wirkt nicht alternativ charmant, nötig rebellisch oder zumindest komisch, es sorgt stattdessen dafür, dass man seinem Umfeld recht gibt, ganz besonders der (mies gespielten) arroganten Angebeteten, die es gegen Ende mit Vorwürfen gegen ihn auf den Punkt bringt. 

Das Fremdschämen geht derart weit, dass vorhandene Pluspunkte des Streifens sich leider nicht durchsetzen können. Das ist zum einen die passend besetzte Schwarzenegger-Parodie samt seiner Werke und deren Vermarktung, und selbst der immer wieder lustige Dirk Dautzenberg kämpft hier gegen Windmühlen, obwohl er herrliche Sprüche beschert bekommt und genau weiß, wie er seine Figur des rassistischen Hausmeisters anlegen muss. Auch musikalisch gibt es kleine Lichtblicke. Die Albers-Parodie auf die reichen Professoren, oder die brave Version des Liebesliedes, bevor die gute Idee ihres Ruinierens mit unromantischen Reimen auf eher unwitzige Wortspiele setzt, besitzen durchaus Reiz. Leider ist der Großteil des zweiten Otto-Filmes so extrem peinlich und nervig zu nennen, dass diese gar nicht kurze Aufzählung an Pluspunkten Perlen vor die Säue ist. 

Mit "Otto - Der neue Film" ist wahrscheinlich der Tiefpunkt des Niveaus der ersten vier Otto-Filme erreicht. Zumindest habe ich in Erinnerung, dass die beiden weiteren Fortsetzungen nicht ganz so schlimm waren, wie die hier besprochene Komödie. Aber ein Sichten ist lange her, also werde ich mich demnächst mal davon überzeugen ob die Erinnerung trügt oder nicht, zumal bei Ottos infantiler Komik ja immer auch das Alter dabei eine Rolle spielt, ob man über seine plumpen Kalauer lachen kann oder nicht, erst recht wenn sie einem im x-ten Aufguss innovationsfrei als angeblich neu präsentiert werden.  Wiki

30.07.2023

OTTO - DER FILM (1985)

Ich bin kein Fan von Otto Waalkes. Ich respektiere was er in den 70er Jahren innovativ auf der Bühne geschaffen hat, kann mit dem Humor aber nur bedingt etwas anfangen, da er mir zu sehr auf Grundschul-Niveau angesiedelt ist. Er ist mir nicht reflektiert genug. Da Otto im Laufe der Jahre seine Kalauer meist nur aufgewärmt hat, anstatt sie zu erweitern und neue Wege zu gehen, verlor ich auch nach und nach den letzten Rest Respekt. Er wurde zu einem Synonym für Fremdschämen für mich, besonders deutlich zu erleben in seinem peinlichen "Otto - Die Serie". Zu seinem 75. Geburtstag wollte ich mich seinem Werk trotzdem noch einmal zuwenden. Ich dachte mir, wenn mich etwas überzeugen dürfte, dann doch zumindest der erste Filmversuch. Ich habe zwar nicht ernsthaft mit einem angenehmen Ergebnis gerechnet, aber was soll ich sagen, ein solches habe ich erlebt. 

Erstaunlicher Weise verdanke ich dieses Erlebnis nicht allein den talentierten Gesichtern um Otto herum und den Mitautoren aus der Titanic-Redaktion, auch Otto selbst wusste mich für sich zu gewinnen. Die Kalauer, die ich meist als peinlich empfinde, rücken hier stark in den Hintergrund, nerven in der Eingangssequenz und manches Mal mittendrin, aber sie machen nicht den Hauptteil eines Filmes aus, der seine Sympathie, ähnlich jener von "Die Supernasen", dadurch gewinnt ganz simpel und ganz naiv einfach mal zu versuchen etwas als Spielfilm zu präsentieren, das eigentlich nicht das Zeug dazu hat. Obwohl im Gegensatz zum Vergleichsfilm Talent herrscht, weht trotzdem ein gewisser Grad Amateurfilm-Flair mit. Aber Talent ist zumindest auszumachen, und dies wie gesagt auch bei Waalkes selber, der gekonnt im Hintergrund (Friseur) Mimiken blitzschnell zu wechseln weiß, wie auch im Vordergrund (Comedian Harmonists-Sequenz). 

Um eine Geschichte geht es nicht wirklich. Eigentlich hüpft man orientiert an einem dünnen roten Faden von Sketch zu Sketch. Da ist auch mal was dabei was nicht zieht (bei mir z.B. die Galeeren-Szene und der Bühnenauftritt im Altenheim), aber meist weiß zu gefallen, was man da sichtet. Da wird die Heino-Version von Michael Jacksons Zombievideo ebenso zum Lacher, wie die Musiksequenz im Küchenjob, das romantische Essen im Stammladen ohne Finalkuss, oder die Hasenjagd. Zudem weiß es zu gefallen wie 1985 noch Scherze über andere Ethnien gemacht werden durften, ohne dass man sich davon beeinflussen ließ, dass wer Linksgrünes die Nase rümpfte. Umso lustiger kommt eine Szene in einer Rockerbar daher, die ausgerechnet die Alternativen von Heute darüber klagen lässt, dass ein Eskimowitz rassistisch sei. Manches guckt sich heute einfach anders. "Otto - Der Film" ist auf jeden Fall gegen alle Erwartungen eine herrlich anspruchslose, aber wirkungsreiche Komödie, die sich selbst keine großen Ziele setzt und sowohl in ihrer amateurhaften, wie auch professionellen Art trivial zu unterhalten weiß und Charme versprüht.  Wiki

03.03.2017

OTTO - DIE SERIE (1994)

Nicht nur die halbe Filmwelt war begeistert von Carl Reiners Geniestreich „Tote tragen keine Karos“ mit Steve Martin in der Hauptrolle besetzt. Auch Otto Waalkes sympathisierte mit der dort umgesetzten Idee moderne Schauspieler auf Personen klassischer Filme treffen zu lassen. Inspiriert vom großen Vorbild drehte er über 10 Jahre später „Otto - Die Serie“, ein TV-Produkt, und baute sich in diverse Szenen der Rialto-Wallace-Reihe ein, die mit „Der Frosch mit der Maske“ 1959 ihren Anfang nahm.

Allein dass Otto Waalkes derjenige war, der sich an solch ein Projekt heranwagte, verursacht im Vorfeld bereits Bauchschmerzen, gehört der ostfriesische Komiker doch nicht gerade zu den einfallsreichen Männern seines Fachs. Bereits in Komödien wie „Otto - Der neue Film“ und Co bewies er, dass er sich immer wieder auf alte Lacher verließ, die ihm einst den Ruhm bescherten - und selbst mit denen kann ich wenig bis gar nichts anfangen.

Mit dieser Meinung mag ich vorbelastet sein, aber es tut mir leid, an „Otto - Die Serie“ gibt es nun wirklich nichts schön zu reden. Aus einer sympathisch klingenden Idee wurde ein verflixt mieses Werk. Nicht nur dass mich die typische Otto-Komik in ihrer alten, unkreativen Leier nervte, ihr würdeloser, inflationärer Umgang ließ es erst gar nicht zu, sich unvoreingenommen der innovativ klingenden Idee zu öffnen. Denn wo bleibt auf diese Art der Respekt vor der Vorlage? Otto bezieht sich meist nicht auf irgendwelche Wallace-Themen, er hat nicht vor diese in ihren Stärken oder Schwächen am Schopf zu packen und damit im Kern zu parodieren, nicht einmal in der Ausnahme. Sie dienen einzig der Pointenunterstützung für Ottos Kalauer.

Auch dies ginge noch halbwegs in Ordnung, wenn Mühe hinter dem Projekt zu erkennen wäre. Aber wenn fast jede klassische Szene neu synchronisiert wird, damit sie erst zur Pointenvorlge der Dialoge werden kann, dann ist das schon eine sehr dünne Nummer, die man mit jeder Art Füllstoff hätte umsetzen können. Dann hätte man z.B. nicht Ottos peinlichste Rolle, jene des Baby Otto, ausgerechnet frei jedweder Würde auf Klaus Kinski loslassen müssen, der bereits Probleme mit der Wallace-Reihe selbst hatte, so sehr wie er sich immer als Künstler der Schauspielerei sah. Was würde der sich wütend schnaubend im Grab umdrehen, wenn er sehen müsste, wie nach seinem Tod ehemaliges Filmmaterial dafür hergegeben wird, damit ein peinlich, herumkaspernder Mann in Babyklamotten seine dünnen Witzchen auf seine Kosten reißen kann?

Was lieblos mit jeglicher Neuvertonung der klassischen Wallace-Vorlagen beginnt, zeigt sich ebenso enttäuschend billig umgesetzt in dem Einsatz der Doubels, beispielsweise wenn Schauspieler der Wallace-Reihe mit neuen Personen bei Aufnahmen von hinten ersetzt werden müssen, damit Otto vor ihrer Nase herumkaspern darf. Ich will es mal so ausdrücken: selbst die 70er Jahre Schnellschuss-Produktion „Wir hau‘n die Pauker in die Pfanne“, die sich im selbigen Punkt ebenfalls keine große Mühe gab als sie Theo Lingen in einer Doppelrolle doubeln musste, hat bessere Doppelgänger vorzuweisen als Otto Waalkes mit all seinem vielen Geld bereit ist in seine TV-Sendung einzubauen.

In einem Projekt, in welchem die Liebe nur an sich selbst gerichtet ist, anstatt an die Vorbilder, die Leidenschaft vorhandene Idee umzusetzen oder die Freude den Zuschauer zu belustigen, da kann Komik nicht fruchten, erst Recht nicht wenn man eine wundervolle Filmreihe mit Füßen tritt anstatt sie zu ehren. Ich habe von Otto Waalkes nun nie viel gehalten, aber ich war naiv genug zu glauben, Otto hätte zumindest dieses Produkt nicht der schnellen Mark wegen gedreht. Wie man sieht habe ich mich diesbezüglich geirrt, so dass sich „Otto - Die Serie“ in die Schlange Ottos cineastischer Gehversuche einreihen kann, von der ebenfalls keines aufgrund einer guten Idee, einer erzählenswerten Geschichte oder dem Einbringen frischer Gags entstanden ist. Ob TV-Produkt oder Kino - das Ergebnis bleibt gleichermaßen enttäuschend.  OFDb

24.01.2016

KARTOFFELSALAT (2015)

Wer glaubt bereits mit „Feuer, Eis und Dosenbier“ eine deutsche Komödie auf Dünnschiss-Niveau gesehen zu haben, der sollte bloß nicht „Kartoffelsalat“ sehen, eine Zombie-Komödie welche hauptsächlich die Idee aus „Die Nacht der lebenden Loser“ neu aufwärmt und in den Mittelpunkt ein paar gerade angesagte You Tube-Stars stellt. In einer sehr hektischen Umsetzung hagelt es Gags im Sekundentakt, die man meist aus prominenteren Filmen entliehen hat, und wie nicht anders zu erwarten wissen die meisten davon auch nicht zu zünden. Manche kommen zu gewollt daher und scheitern an der Umsetzung, andere sind selbst für eine zotige Komödie zu unterirdisch ausgefallen.

Als Produzent und Gaststar konnte man Otto Waalkes gewinnen, der selbst nichts von Humor über Grundschul-Niveau versteht, von daher passt sein Mitwirken ganz gut ins Konzept. Auch Jenny Elvers, Tobias Schenke, Martin Schneider und weitere Möchtegern-Stars sind mit Gastauftritten vertreten, so dass zumindest einem kleinen Publikumserfolg bei solch vielen bekannten Namen nichts im Weg steht.

„Kartoffelsalat" ist ein eigentlich zum Scheitern verurteiltes Konzept. Aber da er gar keine professionelle Komödie sein will, eigentlich nicht einmal ein wirklicher Film, geht das Konzept der Köpfe hinter dem Projekt halbwegs auf. Pates Film schaut sich wie ein Schülerprojekt, ein Stück selbstgedrehter Film den man Hobby-mäßig in der Freizeit mit ein paar Kumpels umgesetzt hat, und mit dieser Wirkung entfacht er einen Charme, der zwar nicht jeden Fehler und jede Peinlichkeit entschuldigt, das Werk aber zumindest für Freunde wilder Zoten erträglich macht, ja mehr sogar: unterhaltsam macht.

Die Darsteller sind gut aufgelegt, um mehr als einen Flachköpper an den nächsten zu reihen geht es ohnehin nicht, und so tut es gut dass der Streifen auch nicht länger als 80 Minuten ausgefallen ist. Damit verführt er den Freund derber Albernheiten zumindest nicht zum verfrühten Ausschalten. Dass sich das Endergebnis für einen deutschen Film mal wieder extremst Amerika-orientiert schaut, haben wir der Jugendkultur zu verdanken. Da das Zielpublikum aber ohnehin die You Tube-Generation sein soll, ist das auch gar nicht schlimm. Mit Blick auf das Zielpublikum darf ich sogar erstaunt darüber sein, dass auch ich mit meinen 40 Jahren meinen Spaß mit „Kartoffelsalat“ hatte, auch wenn ich in der Regel Nudelsalat bevorzuge.

Der größte Clou des Streifens ist es wohl, dass es den Verantwortlichen gelungen ist die deutsche Stimme des Walter White aus „Breaking Bad“ zu gewinnen, der Herrn Weiß spielen darf, den Vater des Helden, der rein zufällig Chemiker von Beruf ist. Dass man über diese Idee hinaus weitere Seitenhiebe auf die beliebte US-Serie abfeuert, steht Pate für das Problem des Streifens. Man wusste nicht wann es genug ist. Unsensibel wird alles abgefeuert was man an stumpfsinnigen Ideen zur Verfügung hat, und von subtiler Komik hat man ebenso wenig gehört wie von dem Motto „weniger ist mehr“.

Da „Kartoffelsalat“ aber ohnehin nur eine Party getarnt als Filmkomödie sein soll, reicht das dumpfe Rezept auch bereits um zum Ziel zu gelangen. Maulen tun da nur jene, die nicht begriffen haben was Pates Film sein möchte, und das sind dann die selben die auch an Helge Schneider-Filmen verzweifeln. Dessen Niveau wird nie erreicht, allein schon deshalb weil die Komik im Gegensatz zu „Texas“ und Co keinen intelligenten Hintergrund besitzen, aber für einen unschuldigen Schüler-Selbstdreh-Nonsens ist „Kartoffelsalat“ doch recht witzig ausgefallen. Und dass er so viele Fehler besitzt, macht ihn letztendlich sogar menschlich.

Wer Zoten und Albernheiten nichts abgewinnen kann, soll sich bloß fernhalten von diesem Film, der die Zombiefilmmode lediglich dafür nutzt sich auf einem abgedrehteren Szenario auszutoben als auf dem regulären Schulalltag. Horror-Fans werden also noch weniger Luftsprünge machen als im besagten „Die Nacht der lebenden Loser“, der bereits allerhand Zuschauer- und Kritikerschelte einstecken musste. Auf „Kartoffelsalat“ wird es erst recht Hass-Kommentare und Unverständnis hageln. Und auch als jemand der dem Streifen etwas abgewinnen konnte, komme ich nicht umhin zu sagen, dass er immer viel zu knapp an Peinlichkeiten und Nervereien vorbei schrammt als es gut für ihn wäre. Aber für die Generation von heute, die einem bei all der Überreizung durch zu viel mediale Begleitung innerhalb ihres Alltags leid tun kann, trifft er zumindest den richtigen Ton.  OFDb

18.04.2015

7 ZWERGE - DER WALD IST NICHT GENUG (2006)

Nachdem „7 Zwerge - Männer allein im Wald“ zur großen Überraschung mittelmäßig, aber doch recht angenehm guckbar war, ließ ich mich doch mal darauf ein auch der Fortsetzung eine Chance zu geben. Im Gegensatz zum Vorgänger ist Teil 2 jedoch nur noch gerade eben zu ertragen und wird somit zur harten Geduldsprobe für den Zuschauer. Zwar kann Teil 2 noch mehr und noch überraschendere Gastauftritte vorweisen als im Vorgänger, die Hälfte davon ist aber schon deswegen egal, weil es, sowie der Großteil vom Hauptcast, Möchtegernstars aus dem TV-Bereich sind. Verraten werde ich an dieser Stelle nicht wer alles überraschend auf den Zuschauer wartet.

„7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug“ besitzt etwas mehr erzählerichen Gehalt als sein Vorgänger, trotzdem hat man nicht so richtig das Gefühl eine Geschichte erzählt zu bekommen. Noch immer hüpft man von einer Nummern-Revue zur nächsten, es herrscht ein Nonstop-Herumgealber. Besser hat das Ganze jedoch komplett ohne Erzählversuch funktioniert, wie Teil 1 zeigt. Das bisschen Mehr in der Geschichte ist eigentlich bereits zu viel. Erstens führt der Erzählfluss nirgendwo ernsthaft hin und verpufft schließlich wieder und zweitens war es eine schlechte Idee die Zwerge in unsere reale Welt kommen zu lassen, wirken sie dort angekommen doch noch debiler als zuvor, und schon zuvor war die Witzequalität doch recht infantil.

Freilich hätte ein guter Autor aus dieser Idee durchaus etwas heraus holen können, aber doch keiner der einen „7 Zwerge“-Otto-Film schreibt. Stattdessen werden Ampelmännchen auf Blödelart in Verbindung mit einem Polizisten gebracht. Diesen Vergleich hatte Udo Lindenberg bereits in den 90er Jahren in seinem Song „Auf dem blauen Planet“ verwendet, und selbst da war es keine neue Idee, durften doch bereits „Die kleinen grünen Männchen“ von Pat Mallet in den 80er Jahren auf diesem Witz herumreiten. Einfallsreich ist das Mitte der 00er Jahre nun erst recht nicht mehr.

Die Aufteilung der Rollengröße im Gesamtfilm hat sich meiner Meinung nach ebenfalls verschlechtert. Ralf Schmitz bekommt leider mehr Bildschirmpräsenz gewährt, bleibt aber wie zu erwarten genauso unwitzig wie er es eigentlich immer ist. Martin Schneider hat leider überhaupt keine guten Szene mehr geschrieben bekommen. Rüdiger Hoffmann wiederholt seine wunderbare Rolle aus Teil 1 auf die witzlose ja geradezu schmerzhaft Pointen-lose Art. Helge Schneider darf etwas mehr sagen, sogar ein Lied vortragen, ist aber auch nicht mehr so 100% witzig, wenn im direkten Vergleich zum restlichen Mist aber noch immer ein Lichtblick. Die beiden damals so überraschend sympathisch agierenden Hagens fallen diesmal auch nicht positiv auf. Nina Hagen nervt lediglich und ihr niedliches Töchterchen muss im Gegensatz zu Teil 1 diesmal schauspielern, was sie aber leider nicht kann. Glücklicher Weise ist ihre Anwesenheit stark begrenzt, so wie die von Atze Schröder. Das nenne ich mal weise Entscheidungen.

Der Bösewicht des Films ist gut besetzt, was wohl die einzig positive neue Besetzung ist. Das Aufrücken von Mirco als Kopf der Zwerge kann man als gute Idee bezeichnen, auch wenn sein Vorgänger auf seine bodenständigere Art mehr zu wirken wusste. Aber auch bei solch brauchbarer Besetzung wie Mirco verpufft jeder gute Ansatz ziemlich schnell ins Leere, da kann auch ein Profikomiker wie er nichts mehr dran rütteln, der von seiner Humorrichtung her doch eigentlich stilvoll aber hemmungslos herumzublödeln vermag.

Die umstrittene Szene mit Piocchio gehörte meiner Meinung nach zu den wenigen geglückten. Wortspielerein zum Thema Holz, Baum und Wald fallen im Sekundentakt. Und was theoretisch gesehen schnell anöden müsste funktioniert sogar, weil man drauf verzichtete so öde Wortspiele zu verwenden wie Brösel sie zum Thema Bären in seinen „Werner"-Comics oder Otto sie zum Thema Zugfahrt in „Otto - Der Katastrophenfilm“ verwendeten. An dieser Stelle wurde sich im Vergleich dann doch etwas mehr Mühe gegeben. Am besten gefiel mir der Flach-Köpper "ich komme vom Holz-Nasen-Ohren-Arzt".

Mirco und Ralf bekommen zwei gesonderte auf sie zugeschnittene Szenen beschert, in denen sie zeigen dürfen was sie können. Allerdings sieht man beiden Szenen auch an dass sie deshalb drin sind, so dass sie aufgesetzt wirken. Mirco darf den Kammerjäger spielen und Ralf darf pantomimisch ein Gespräch übersetzen. In beiden Fällen ist die Szene nur halbkomisch ausgefallen, was für Mirco einen Abstieg bedeutet, für den sonst so unwitzigen Ralf Schmitz aber zumindest einen Aufstieg.

Der 7. Zwerg, ein Halbpromi-Muskelpaket dessen Name mir nichts sagt, ist eine Strafe welche die Verantwortlichen des Filmes sich selber zugefügt haben. Man musste bereits in Teil 1 jeden Möchtegern-Promi irgendwo noch mit einbauen, und als schlechten Schlussgag wurde das Muskelpaket schließlich zum siebten Zwerg. Dummer Weise verfügte der allerdings über noch weniger schauspielerisches oder komisches Talent als der Rest, von einigen hohlen Blicken die zu wirken wissen einmal abgesehen, und nun hatte man ihn für die Fortsetzung an der Backe.

Glücklicher Weise machten die Verantwortlichen daraufhin genau das richtige. Sie hielten Mr. Muskel so kurz an der Leine wie nur möglich. So hat beispielsweise jeder Zwerg zu Beginn der Story seine eigene kleine Geschichte die er erlebt. Lediglich der Muskelprotz-Zwerg kommt schlussendlich ohne eine solche dazu. Während jeder Zwerg einmal belustigend gegen eine Wand rennen darf, hört man bei Mr. Muskelpaket nur das Zusammenstoßgeräusch, weil die Kamera gar nicht erst drauf hält. Plappern alle anderen Zwerge wie am Fließband (was zugegebener Maßen nervt), bleibt der starke Zwergenmann eher ruhig und kriegt nur hin und wieder einen Satz in den Mund gelegt.

Wessen Zurückhaltung viel mehr überrascht ist die von Nervfresse Otto Waalkes. Aber man darf wohl anzweifeln dass es seine eigene Idee war sich selbst nicht mehr so in den Vordergrund zu spielen. Interessanter Weise ist es aber gerade sein Part zu Beginn, der noch am ehesten zu belustigen weiß. Und entgegen aller Erwartungen nervt er zu Beginn auch nicht, wo es sich dort doch zunächst einzig um ihn dreht. Dass ausgerechnet Otto am wenigsten peinlich wirkt, gleicht eigentlich einem wahren Wunder.

Das nervige Zwergenlied aus Teil 1 bekommt man in der Fortsetzung glücklicher Weise zwar nur einmal zu hören, stattdessen wird der Zuschauer aber mit einer grauenhaft unkomischen deutschen Coverversion von "Go West" gefoltert. Darauf hätte ich gut und gerne verzichtet, erst recht beim dritten Hören im Abspann.

Was bleibt ist ein Hauch netter Witze, einige lobenswerte Versuche die nur halbgar ausgefallen sind und ansonsten wieder jede Menge debiles Getue, das bereits in Teil 1 schon nicht sonderlich witzig war (die Mützen-Errektions-Witzchen, das Brettspiel, ...). Somit ist Teil 2 auch für die wenigen Freunde des Vorgängers mit Sicherheit eine kleine Enttäuschung, für den Rest eher sogar eine große.  OFDb

13.03.2015

7 ZWERGE - MÄNNER ALLEIN IM WALD (2004)

Nach allem was man über „7 Zwerge - Männer allein im Wald“ zu lesen bekam war es ein echtes Wunder, dass ich mit dem Film halbwegs sympathisiere. Ich hatte mich auf das schlimmste eingestellt, immerhin war Waalkes Vorgänger-Werk "Otto - Der Katastrophenfilm" Humor aus  der untersten Schublade und damit noch weitaus nerviger als ein Otto-Film in der Regel ohnehin schon ist. Und dass der Rest mit TV-Comedians besetzt wurde, neben dem Zirkusclown wohl die schlechteste Art Komiker, klang auch ziemlich übel.

Zwar ist "7 Zwerge" keine gelungene Komödie, aber mit geringen Erwartungen weiß er doch halbwegs zu unterhalten. Das wundert in so fern als dass man nicht umhin kommt zu sagen, dass der Großteil des Films aus kindlichsten Peinlichkeiten besteht. Da aber alles provokativ naiv, primitiv und dämlich erzählt ist, funktioniert das sogar halbwegs. Otto nervt nicht halb so viel wie vermutet, und der schon immer völlig unwitzige Ralf Schmitz blieb zwar unwitzig wie gewohnt, aber das schien den Verantwortlichen des Streifens bewusst zu sein, so dass er stets nie all zu auffällige Auftritte beschert bekam und nur eingesetzt wurde um mit seiner Prominenz  Menschen ins Kino zu locken.

Ausnahme-Komiker Mirco, der mit seinem Talent mehr hätte erreichen können als in einer solch infantilen Komödie zu landen, verkauft sich unter Preis, zeigt aber auch anhand eines Szenarios rund um einen Rammbock wie kindische Komik humorwirksam umgesetzt werden kann. Szenen wie jene mit dem mit Scheiße gefülltem Katapult hätte man sich widerum sparen können, die stehen für das Gegenteil und sind leider viel zu häufig vorhanden.

Nina Hagen überrascht mit einer überzeugenden Darbietung der Königinnenrolle, ihre Tochter wirkt dank ihres niedlichem Aussehens, und die Produzenten überraschten gleich mit drei Dingen: 1. dass sie Helge dazu gekriegt haben bei einem solchen Film mitzuwirken (dessen Szene dann auch wahrlich witzig ist), 2. dass sie den Gastauftritt von Harald Schmidt mittels einer unwitzigen Szene völlig verschenkt haben und 3. damit, dass Atze Schröder eine so große Rolle beschert bekommen hat. Wenn es jemanden gibt, der mich vor dem Erscheinen Mario Barths in der Comedyszene nicht ein Mal zum Lachen kriegen konnte, dann war es Atze. Ich habe mich schon immer gefragt wie wohl sein Publikum aussehen mag, da ich bis heute niemanden kenne, der von ihm begeistert ist.

Was an „7 Zwerge" unglaublich nervt ist das ständig vorgetragene Zwergenlied, das bereits beim ersten Hören tierisch auf den Senkel geht. Insgesamt ist es aber ohnehin schwierig zu erklären woran die einen Witze scheitern und warum die anderen Witze ziehen, wo sie sich doch scheinbar kaum voneinander unterscheiden. Bei vielen Menschen wird sich dieser Unterschied nicht auftun. Die lachen entweder über jegliche Albernheit oder scheuen sich davor.

Ich, der irgendwie dazwischen steht, gestehe aber ein dass "7 Zwerge" wahrlich Unterhaltung auf niedrigstem Niveau ist und es geradezu erstaunlich ist, dass inmitten dieses infantilen Meers doch noch einiges zu funktionieren weiß. Vielleicht liegt es an dem Hauch Restwürde, den Personen wie der Darsteller des Chefzwerges mit an Bord bringen. Vielleicht liegt es aber auch ganz im Gegenteil am hemmungslosem Umgang jegliches Niveau zu untergraben. Ich weiß es nicht. Ich würde mich aber auch nur dann näher mit dieser Frage beschäftigen, wenn der Streifen einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Und das ist bei dieser mittelmäßigen Komödie nicht der Fall.  OFDb