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26.03.2019

DER LETZTE ZUG VON GUN HILL (1959)

In diesem Westernmix aus Drama und Thriller geht es um Ehre und um eine ausweglose Situation, die, egal welches Ende auch anvisiert wird, kein Happy End nehmen wird. "Der letzte Zug von Gun Hill" ist ein großer Stoff ohne falsches Getue, sprich fern von unangenehmen Klischees um Indianer, harten Kerlen und verdrehtem Rechteempfinden. Er ist nachvollziehbar erzählt, setzt einen Idealisten ins Zentrum seiner Geschehnisse, der nicht anders kann, nicht nur aufgrund des Verlustes seiner eigenen Frau wegen, stellt diesem jedoch einen Mann gegenüber, der ebenfalls nicht anders kann, wissentlich dass seine Erziehung versagt hat, was noch lange kein Grund ist seinem einzigen Sohn den Rücken zu kehren. Dank eines guten Drehbuchs bleibt auch der Gegner Belden ein Ehrenmann, der seine Macht in der Stadt lediglich zum Schutz seines Sohnes nutzt, sicherlich nicht erstmals diesen Luxus für sich spielen lässt, so unterwürfig solidarisch, wie sich die Bewohner ihm gegenüber verhalten, aber auch nicht den totalitären Führer auslebend, so wie ähnlich gelagerte Figuren oft im Genre des Wild West-Filmes charakterisiert werden.

Die Ironie des Ganzen ist der Kampf um einen verzogenen Sohn ohne Ehre und Reue, sich feige hinter Papas Macht versteckend, in der von ihm gewohnten Sicherheit lebend dass der Vater ihm wohl heraus helfen wird. Er unterschätzt Morgan, handelt stets rückgratlos, hilflose Situationen stets zu seinem Vorteil nutzend, so wie es auch die alles auslösende Tat widergespiegelt hat. Dank einer ermordeten Ehefrau indianischer Herkunft kann das Drehbuch ganz nebenbei mit dem in Amerika stets gelebten Problems des Rassismus abrechnen, ohne es zum Hauptaugenmerk der Geschichte zu machen. Somit kann sich der eigentliche Plot voll und ganz auf den Nervenkitzel der ausweglosen Situation konzentrieren, weder geschwätzig, noch zu wortkarg ausgefallen, und zudem bereichert mit einer interessant ins Geschehen eingearbeiteten, charakterlich emanzipierten Frauenrolle, die als Nebenrolle eine wichtige Funktion der Geschichte einnimmt, ohne dem zentralen Männerduell dabei die Suppe zu verwässern.

Die gehaltvolle Geschichte wird von Regisseur John Sturges stimmig umgesetzt, spannungsgeladen erzählt, fußend auf einem dramatischen Hintergrund und den Zuschauer am Dilemma beider Seiten teilhaben lassend, eben weil man beide Seiten emotional nachvollziehen kann. Letztendlich strahlt das fertige Werk eben jene Ehre aus, von der auch ihre Figuren leben. Und diese werden ebenso wie die Randbesetzung hervorragend geschauspielert, in den Hauptrollen prominent besetzt mit Kirk Douglas und Anthony Quinn. "Der letzte Zug aus Gun Hill" (Alternativtitel) endet für alle drei wichtigen Figuren tragisch, so wie es vorherzusehen war. Und eben weil dies von Anfang an klar ist, schaut sich die Geschichte so intensiv. Man ist geradezu gebannt wohin die ausweglose Situation genau führt, woraus der ohnehin gelungene Film eine weitere Stärke zieht. Da ich Western wie diesen ohnehin dem blutigen Italo-Western vorziehe, war "One Angry Day" (Alternativtitel) genau der richtige Film für mich, in seinem Mix aus Emotion und rationalem Erzählen. Und ich kann dieses Werk wahrlich nur jedem interessierten Cineasten weiter empfehlen.  OFDb

28.05.2016

SATURN CITY (1980)

Das Kind in mir geht jedes Mal mit mir durch wenn ich auf Filme mit Themen wie Killerroboter stoße. Solche Werke stehen nie lange ungesehen in meiner Sammlung herum, und wenn sie vor der computeranimierten Kinozeit entstanden sind, dann vergrößert das mein Interesse um so mehr. „Saturn City“ ist bislang unbemerkt an mir vorbei gegangen. Um so erstaunter war ich eines Tages die DVD in der Hand zu halten, die mir anhand ihrer Aufschrift mitteilte, dass es eine derartige Thematik mit Kirk Douglas in der Hauptrolle gibt. Und da auch noch Harvey Keitel mit an Bord ist, war die Neugierde endgültig geweckt, auch wenn ich kritisch blieb ob eine der auf dem Cover genannten Aspekte Augenwischerei sein könnte.

Unter dem reißerischen Titel „Mörder Roboter“ habe ich „Saturn City“ erstanden, und beim Sichten war ich erleichtert, dass besagter Maschinenmensch auch wirklich im Zentrum der Geschichte steht. Die ungewohnt lockerleichte Atmosphäre für einen erwachsenen Science Fiction-Film dieser Thematik hat mich schnell für sich eingenommen, und nun nach Beendigung des Streifens kann ich behaupten, dass das Interesse für den Film bis zu seinem Ende hin aufrecht erhalten wurde.

„Saturn 3“ (Originaltitel) ist flott inszeniert, konzentriert sich ohne große Umschweife für den Kampf Mensch gegen Maschine, verarbeitet damit etwas augenzwinkernd das Klischee des Alten der mit der modernen Technik nichts anzufangen weiß und weiß dies subtiler umzusetzen als der darin arg bemühte „Stirb langsam 4.0“. Und da sich Stanley Donen und sein Autor Martin Amis auch wirklich für die Charaktere der Protagonisten interessieren, wird aus dem schlichten Stück roter Faden ein intensives, spannendes und griffiges Filmerlebnis.

Das ungewöhnliche Design des Roboters weiß zu gefallen, und dass während der kompletten Geschichte stets der Geist eingeschaltet bleibt, sprich dass innerhalb der Story immer wieder darüber nachgedacht wird was man als nächstes tun könne und somit die Handlungen der Helden Sinn ergeben, sorgt ebenfalls für einen guten Gesamteindruck eines von mir zuvor unterschätzten Streifens.

Einzig dass Kirk Douglas nie wahr haben will wie alt er tatsächlich ist, macht einen kleinen Schwachpunkt von „The Helper“ (Alternativtitel) aus. Aber da der Rest in seiner kurzweiligen und leicht düsteren Umsetzung derart zu packen weiß, auch wenn das Metallvieh nie eine solch intensive Bedrohlichkeit auszustrahlen weiß wie vier Jahre später der „Terminator“, kann man „Saturn-City“ durchaus als kleinen Geheim-Tipp bezeichnen, der sich intensiver guckt als Norringtons „Death Machine“ oder der x-te „wir laufen im All in Lüftungsschächten und Fabrikkellern vor Aliens weg“-Streifen.

Donens Werk ist handgemachtes Old School-Kino, wahrscheinlich schon zu seiner Entstehungszeit nicht mehr modern zu nennen, aber er macht alles richtig und weiß den Zuschauer für seine Geschichte bis zum Schluss zu interessieren. Und darauf kommt es in einem Unterhaltungsfilm an. Dank gelungener Tricks, einem geistreichen Drehbuch und dem auf den Inhalt bezogenen „weniger ist mehr“-Prinzip kann man „Saturn Three“ (Alternativtitel) also durchaus dem Genre-Fan ohne Bedenken weiter empfehlen.  OFDb