Posts mit dem Label Hilary Swank werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hilary Swank werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

28.07.2024

THE HUNT (2020)

Entführte Menschen erwachen in der Natur in der Fremde aus einer Betäubung und werden von Unbekannten wie Tiere gejagt. Doch eines der auserwählten Opfer erweist sich als zähes Biest, das sich zur Wehr zu setzen weiß...

Jagen, weil man nicht jagt...

Die Produktionsfirma Blumhouse mag ja viel Mainstream in unterschiedlicher Qualität bieten, aber mit ihrer Satire "The Hunt" schießen sie exakt ins Schwarze, so gekonnt wie in beide Richtungen zweier im Clinch liegender Mentalitäten heutiger Tage gezielt wird. Im Horrorsektor ist das Thema Menschenjagd seit "Graf Zaroff", allerspätestens jedoch seit "Open Season", ein ständig aufkommendes Thema. In humoristisch angegangener Form, in welcher brutale Szenen nicht einzig zum geistlosen Splatstik verkommen, schaut er sich dennoch ungewohnt und frisch. Sicher wirkt manches undurchdacht, wenn die Jäger z.B. dümmliche Fehler begehen, man sollte aber die Handlung abwarten, ehe man diesbezüglich mault. Und dass der Film in einer comicübertriebenen Parallelwelt spielt, in welcher auch wer Aufgespießtes aufstehen und wieder laufen kann, macht der Film so früh deutlich, dass ein Kritikpunkt diesbezüglich zu recht von ihm abprallt. "The Hunt" ist verspielt gemeint, ob in seinem schwarzen Humor, seinen gesellschaftspolitischen Seitenhieben, ja selbst in der Charakterzeichnung seiner abgefuckten Heldin, die immer einen neben sich her zu laufen haben scheint, und die ich gern in einer Fortsetzung jederzeit wiedersehen möchte, in der sie sich der nächsten scheiß Situation, in die sie versehentlich hineinschliddert, stellen muss. Eins steht fest: Betty Gilpin hatte sichtlichen Spaß an ihrer Rolle, eine, die man als attraktive Darstellerin sicherlich selten angeboten bekommt, und die nicht leicht zu greifen ist.

Dass ihre Rolle die Hauptfigur ist, klärt sich ohnehin erst recht spät, denn "The Hunt" spielt immer wieder gekonnt mit Sehgewohnheiten und Erwartungen, am intensivsten wohl mit dem Ende einer Zugfahrt, die alle Karten neu zu mischen scheint. Verschmitzt ist ebenso der Umgang mit der Initiatorin der Menschenjagd ausgefallen, deren prominent besetztes Gesicht wir nach langen optischen Spielereien, die ihr Anonymität bescheren, erst mit Beginn des letzten Drittels präsentiert bekommen, wenn der Film uns an einen seiner handvoll gekonnt gesetzter Rückblicke teilnehmen lässt. In "The Hunt" wimmelt es vor lauter Holzhammer-Komik, aber unauffälligere Späßchen am Rande, das Verstehen von psychologischen Zusammenhängen in Harmonie mit Cartoon-Komik und Argumente und Sichtweisen rund um Streitthemen, wie Sexismus, kulturelle Aneignung und die Leichtgläubigkeit bei Verschwörungstheorien, sowie die inszenatorische Raffinesse und das einzelne Figurenverständnis, lassen den groben Spaß, der auch in seinen derben Bösartigkeiten Freude bereitet, zu einem intensiven und gekonnten Seherlebnis der cleveren Art werden, zu einem Film, den man sich immer wieder geben kann, ohne dass er dadurch seine Wirkung verlieren würde. "The Hunt" ist ein Geheim-Tipp, in dem alles so herüberkommt, wie es von den Verantwortlichen auch gemeint ist. Das mag nicht jedem schmecken, z.B. wenn sich der Film im Finale mit langen Dialogen und einer endlosen Kampfsequenz oberflächlich betrachtet auszubremsen scheint. Aber wer das so empfindet, hat eben nicht begriffen, warum in solchen Momenten was/wie erzählt wird. Ob man sich nun nur den stumpfen Späßchen hingibt, oder den geistreichen Kern erkennt, der gar nicht erst Arthaus sein will, ist egal, so oder so erlebt man viel Kurzweile und gute Unterhaltung mit Craig Zobels Werk, das meiner Meinung nach unbedingt mit der selben Hauptrollenbesetzung fortgesetzt werden sollte.  Wiki

25.11.2020

BUFFY - DER VAMPIRKILLER (1992)

Starbesetzt kommt die Horror-Komödie "Buffy - Der Vampirkiller" daher, da kann man wahrlich staunen. Donald Sutherland als weiser Anleiter, Rutger Hauer als Obervampir, Luke Perry als männliche Begleitung, Hilary Swank als Mitschülerin, David Arquette als ehemaliger Mitschüler, der zum Vampir wird, und auch Hauptdarstellerin Kristy Swanson war einmal eine Berühmtheit. Wie man es geschafft hat derart viele aktuelle und zukünftige Prominente für das Projekt zu gewinnen, will sich mir nach dem Sichten nicht erschließen. Hat keiner das dünne Drehbuch bemerkt? Oder entstand der Film unter ungünstigen Produktionsbedingungen, so dass ein gutes Drehbuch nach dem Dreh und diversen Kürzungen im fertigen Film als solches nicht mehr zu erkennen war? "Buffy - Der Vampir-Killer" (Alternativtitel) besitzt theoretisch durchaus Reiz, allerdings wird jeder interessante Aspekt halbherzig auf die Schnelle abgearbeitet. Sei es die Ausbildung zur Vampirjägerin, das Akzeptieren des Schicksals und damit das gewonnene Vertrauen in den Lehrer, sei es die Ernsthaftigkeit der Situation, die durch die Macht des Obervampir entsteht, oder letztendlich jeder andere Aspekt des Streifens, nie lässt man sich für irgend etwas Zeit, zu gehetzt springt man von einem oberflächlichen Schauwert zum nächsten, als dass der eigentlich vorhandene Charme, geschweige denn die Geschichte an sich und die verwendeten Charaktere, sich entfalten könnten. So ganz ohne Reiz ist das Ergebnis nicht ausgefallen, fordert es doch mit einem schwer zu greifenden, skurrilen Humor heraus, der sich mit extrem albernen und dann wieder mit Sprüche-klopfendem trockenen abwechselt. Letztendlich bleibt jedoch nur ein Achselzucken zurück, zumal das Finale schnell abgefrühstückt ist, und der Obervampir so gar nichts Mächtiges auszustrahlen vermag, wie es die Geschichte über ihn eigentlich behauptet. 

"Buffy - The Vampire Slayer" (Originaltitel) ist eigentlich ein Kinofilm, er guckt sich jedoch eher wie ein halb fertiger Streifen, etwas das gerade eben so als Pilotfilm einer Serie durchgehen würde. Von daher passt es ganz gut, dass dem Kino-Flop 5 Jahre später in anderer Hauptrollen-Besetzung eine solche beschert wurde. Das macht den Film nicht besser, gefällt aber in sofern, als dass die Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen" seine Erzählung tatsächlich nicht von vorne beginnt, sondern am Kinofilm anschließt. Das braucht auch nur bedingt zu überraschen, wenn man weiß dass der Regisseur des hier besprochenen Streifens und der Autor als Produzenten für die Serie tätig waren und somit die geistigen Väter des Produkts wieder mit an Bord waren. Swanson überzeugt in der Rolle der Buffy leider nicht ansatzweise so gut wie Sarah Michelle Gellar in der TV-Version, die im Gegensatz zum Kinofilm ein großer Erfolg wurde und sich tatsächlich wesentlich unterhaltsamer guckt als das Flickwerk, welches Fran Rubel Kuzui persönlich inszeniert hat. Ein paar nette Gags am Rande machen das Ergebnis erträglich genug, um sich nicht zu langweilen, Begeisterung erntet das nicht wirklich innovative Konzept in seiner lieblosen Umsetzung jedoch keineswegs. Da gefällt mir die vergleichbare Umkehr-Thematik eines "Liebe mit Biss" wesentlich besser. Hier bekommt ein frisch gebissener Teenager Hilfe von einem Lehrer, was es bedeutet Vampir zu sein.  OFDb

20.03.2013

THE CORE - DER INNERE KERN (2003)

Der Erdkern dreht sich nicht mehr. Der Weltuntergang steht bevor, und die Vorzeichen zeigen sich durch ungewöhnliche Naturkatastrophen. Ein Team brillanter Menschen reist mit einer Rakete ins Innere der Erde, um den Kern zu reaktivieren...
 
Modernes Kino im Geiste der 60er...
 
Die Story ist Humbug und erinnert an ähnlich schräge Ideen aus den 60er Jahren, z.B. an „Ein Riss in der Welt“. Der naheliegendste Vergleich scheint auf dem ersten Blick hin Richtung Jules Vernes zu gehen. Doch beim Sichten merkt man schnell, dass „The Core“ und „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wenig gemein haben.

Bei Vernes entdeckte man eine fremde Welt, in Amiels Werk wird dieser Bereich nur kurz angerissen. Dafür ist „The Core“ viel zu rasant, und wenn man dies bedenkt, kann man sich glücklich schätzen, dass für einen actionhaltigen Film überhaupt so viel Raum für den Bereich Forschung bereit gehalten wurde.

Das Innere der Erde bleibt einem, bis auf wenige Szenen in denen die Mannschaft stoppen muss, ziemlich unbekannt. Während der Fahrt selbst guckt sich das Erdmaterial wie der Körper des bereisten Mannes aus „Die phantastische Reise“. Nur dass das dort Gezeigte realistischer wirkte und zudem noch besser getrickst war. „The Core“ setzt einem Computereffekte vor, die schon 2003 eine Beleidigung waren. Bis auf einige Naturkatastrophen ist in diesem Bereich fast alles eine Enttäuschung.

Mir als Freund der Serie „Lexx“ sind Spezialeffekte ohnehin meist schnuppe, solange der Rest vom Rezept aufgeht. Und dieser Science Fiction-Katastrophenfilm macht so einiges richtig. Man kümmert sich wenig um die Unsinnigkeit der Geschichte, guckt dass das Tempo immer rasant bleibt, achtet gleichzeitig aber auch darauf, dass die Figuren nicht zu kurz kommen. Letztendlich hätten sie etwas mehr Persönlichkeit vertragen können, aber in diesem Punkt ist „The Core“ wie die 60er Jahre-Werke angelegt: Persönlichkeit wird zurückgeschraubt, im Vordergrund steht die große Sache, für die es zu kämpfen lohnt.

Leider macht dies „The Core“ nicht nostalgisch, wie man vielleicht meinen könnte. Amiel will einen modernen Film zeigen, dabei wäre er mit etwas Augenzwinkern und einer Liebkosung der Beiträge vier Jahrzehnte zuvor, wesentlich besser gefahren.

Überraschungen bietet die Geschichte um die Reaktivierung des inneren Kerns kaum. Die Reihenfolge des Ablebens der Personen lässt sich voraus sagen, die Figurenkonstellation ist nach bekanntem Strickmuster aufgebaut, die komplette Geschichte trumpft nicht durch Einfallsreichtum, und wenn man sich in diesem Gebiet versucht, dann präsentiert man nur wuchtige Ideen, welche den modernen Kinogänger vom Sessel reißen sollen. Viel Bumbum, Quantität statt Qualität! Aber wenn man das weiß geht „The Core“ als geistloser Unterhaltungsfilm eigentlich in Ordnung. Er verarscht den Zuschauer nicht so wie der ähnlich auf Krawall ausgelegte „Volcano“ mit Tommy Lee Jones, so dass die Routine, die man hier zu sehen bekommt, nicht all zu sehr verärgert.

Ein wenig tut sie das natürlich dennoch. Denn warum, so frage ich mich immer wieder, werden Geschichten wie diese erfunden bzw. neu ausgebuddelt, wenn man sie doch nur nutzt um seit nun mehr zwei Jahrzehnten, dank des immer wiederkehrenden Strickmusters letztendlich doch die selbe Geschichte wie eh und je zu erzählen. „Transformers, „Armageddon“, „Terminator 4 - Die Erlösung“, alles Klone, wenn auch unterschiedlicher Qualität. Es geht schon so lange so, und ich werde mich wohl nie an diese kreative Faulheit gewöhnen können – warum auch? Nicht ich sollte mich dem modernen Kino anbiedern, im Gegenteil, es sollte mich, den Konsumenten, mit frischen Ideen und einem nicht vorhersehbaren Ende locken und bedienen.

Stattdessen ist alles wie gehabt. Das Ende erleben ein Mann und eine Frau, alles Böse dieser Welt kann wieder gut gemacht werden, Computerfreaks sind Idioten und böse Wissenschaftler... nun ja, immerhin der Böse erweist sich als nicht ganz so böse und wird sogar ein einfallsreicher und hilfsbereiter Geselle, der immerhin mit einem Lachen sterben darf (sterben muss er nach Ami-Gesetz, auch ein lieber Böser ist noch immer ein Böser).

Was ein wenig stört sind zwei Elemente. Nummer eins ist die Besetzung der überschätzten Hilary Swank. Dass man sie einbrachte verhindert zwar das nervige Püppchencasting vergleichbarer Produktionen, letztendlich kann sie ihre Figur jedoch nicht glaubhaft verkörpern. Optisch erinnert sie hin und wieder an die junge Jamie Lee Curtis, aber das wertet ihre Leistung ja nun auch nicht auf.

Zweiter Knackpunkt ist die arg gravierende Blauäugigkeit. Ein Profi kann jederzeit mit unbegrenzten Mitteln das Internet lahm legen, ein Erfinder kann mit unbegrenzten Mitteln seine Maschine in 3 Monaten bauen und perfektionieren, und halt mal! Was soll überhaupt dieses Gelaber mit unbegrenzten Mitteln. Woher denn? Die ausländische Geldgeber-Beteiligung wird angerissen. Was diese jedoch für einen Rattenschwanz hätte, und viele andere ausgeblendete Momente in „The Core“ auch, zeigt in aller Ruhe und Deutlichkeit „Contact“ mit Jodie Foster. Ach hätte man sich doch ein klein wenig an ihm orientiert, dann käme einem das Geschehen vor der Reise in „The Core“ nicht ganz so naiv vor. Ein intelligentes Drehbuch hätte sicherlich auch thematisiert, welchen Schaden die Reise selbst zusätzlich anrichtet und uns außerdem gezeigt, wie es der Erde nun geht, jetzt wo sie gerettet wurde. Was ist zerstört, was ist nicht wieder aufbaubar? Und was ist bitte mit dem Loch unsichtbarer Strahlung, welches so schön eine Brücke wegbrutzelte? Ist das jetzt wie durch Zauberei weg oder was?

Ach was soll’s! Letztendlich ist Amiels Film auch nur ein Stück Popkornfilm das unterhalten soll, und dieses Ziel hat er immerhin erreicht. Mit etwas mehr frischen Ideen hätte man jedoch ein noch besseres Ergebnis erzielt. Und ob Freunde dieser Art Film so gnädig über schlechte Computereffekte hinwegsehen können wie ich, wage ich anzuzweifeln.  OFDb