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12.07.2025

Kurzkommentare (4)

 

Doctor Who - Flux - Staffel 13 (2021)

Wieder wesentlich ernster angegangen als die Rückkehr zum alten Ton zuvor, präsentiert sich die letzte Staffel mit dem 13. Doktor nicht nur anders aufgrund einer durchgehenden Geschichte bei gerade einmal sechs Folgen, der Grundton ist zudem ein völlig anderer. Härter und actionreicher erzählt, bekommt man den Eindruck die Serie suche ein neues Publikum, vielleicht weil der weibliche Doktor generell nicht so gut ankam. In einer sehr komplexen Handlung, in der etliche Stränge kreuz und quer gelagert sind, behält man auch bei längeren Pausen zwischen den Sichtungen dennoch den Überblick. Die zweite Hälfte schaute sich für mich angenehmer, als die schreckliche erste, gerettet bekommt sie das Gesamtergebnis trotz einiger wirklich guter Ideen und neuer Erkenntnisse über die Vergangenheit des Doktors trotzdem nicht.  Wiki  

 

Doctor Who - Die schwarze Orchidee (1982)

Nicht nur der Titel erinnert an die deutschen Kriminalfilme aus den 60er Jahren, auch die Folge selbst entpuppt sich als Krimi-Stoff, wenn auch eingebettet in eine Science Fiction-Serie. Zudem spielt alles auf einem Schloss, wie es für den Bereich der Edgar Wallace-Beiträge besagter Dekade typisch war, den Charme dieser Werke versucht man hingegen nicht einzufangen. Letztendlich bietet dieser Zweiteiler keine besonders aufregende Geschichte und liefert trotz halbierter Gesamtlaufzeit gerade im ersten Teil recht wenig Inhalt. Die Hauptgeschichte beginnt erst mit der zweiten und letzten Episode, in der es herauszufinden gilt, wer der Mörder in der Maske ist, die eigentlich der Doktor zu einem Kostümfest tragen sollte. Aus einem Nebenaspekt zum Thema Doppelgänger holt man anbei nichts heraus. Es hat zu reichen, dass es sich um einen faszinierenden Zufall handelt.  Wiki  

 

Doctor Who - Erdstoß (1982)

Die Cybermen sind zurück, und das funktioniert beim Stammzuschauer freilich immer. Letztendlich fällt dieser Vierteiler besonders klassisch aus, inklusive rätselhafter Vorgeschichte in Episode 1, die noch nichts von den wiederholenden Widersachern verrät. Umso erstaunlicher ist der für seine Zeit harte Schluss, in dem sich eines Who-Begleiters auf die derbste Art entledigt wird, zumal es sich um das Kind der gemeinsam reisenden Truppe handelt. Um dessen Verlust zu ehren, und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass unwiderruflich tatsächlich passiert ist, was dort passierte, verzichtete man effektiv auf das Lied im Abspann, was freilich an "Rückkehr zum Planet der Affen" erinnert.  Wiki  

 

Doctor Who - Zeitflug (1982)

In einer Epoche der Erdenvergangenheit angekommen, in der es noch keine Menschen gab, stößt der Doktor auf eine Energiequelle, die es noch nicht geben dürfte. Zudem befinden sich Menschen hier, die per Flugzeug auf mysteriöse Art in dieser Zeit gelandet sind. Da sich der zunächst gezeigte Initiator der rätselhaften Umstände nicht gerade als wirksam herausstellt, wenn er auf Voodoo- oder Indianer-Hokuspokus-Art das Schicksal der Gestrandeten beeinflusst, ist man nicht böse drum zur Hälfte der Laufzeit zu erfahren, dass in Wirklichkeit einer der ständig auftauchenden Widersacher des Doktors hinter allem steckt. Das lässt die zweite Hälfte entspannter gucken, die sich jedoch brav dem üblichen Erzählmuster der seit je her naiv geprägten Grundhaltung dieser dennoch oftmals geistreichen Serie unterwirft und durch nichts wirklich individuell hervor ragt.  Wiki  

 

Doctor Who - Die fünf Doktoren (1983)

Zum 20. Jubiläum der langläufigsten Science Fiction-Serie überhaupt, lässt man die bisherigen Doktoren aufeinander treffen, alle original besetzt, abgesehen vom ersten Doktor, dessen Schauspieler bereits verstorben war, der aber würdig ersetzt wird. Zwar ist die Zusammenkunft etwas Mogelpackung in diesem 90Minüter, immerhin wird erst viel einzeln je Doktor erlebt und Tom Baker trifft leider nie auf seine vier anderen Ichs, aber angenehm guckt sich das für ein Fan-Herz dann doch, teilweise gar schwermütig, zumal auch einige Randfiguren wiederkehren dürfen. Die Daleks kommen zu kurz, ansonsten stört nichts wirklich am zu trivial ausgefallen Szenario, auch wenn manches, was man uns zum Großereignis erzählt, nicht gerade glaubwürdig erscheint. Die Wiederkehr der bekannten, vermissten Gesichter macht bereits alles wieder wett. Und inmitten dieser erweist sich der fünfte Doktor, der zu dieser Zeit bereits 2 Staffeln hinter sich hatte, noch einmal besonders deutlich als ebenbürtig zu seinen Vorgängern.  Wiki

26.06.2025

Kurzkommentare (3)

 

Reine Nervensache (1999)

DeNiro parodiert seine Paraderolle comicmäßig herrlich übertrieben und könnte dies wahrscheinlich im Schlaf, und das Drehbuch liefert wundervolle, alberne Pointen und Dialoge dazu ab. Es ist die Verspieltheit, die kindliche Freude die Sichtweise eines Kriminellen, eines Gewalttäters auf die Welt eines Analysten stoßen zu lassen, was den Film zum funktionierenden Selbstläufer werden lässt. DeNiros Gegenpol ist zu brav und steif gespielt von Billy Crystal, wie man ihn kennt, aber umringt von spielfreudigen weiteren Akteuren. Lediglich den Frauenrollen wurde keine Bemerkung geschenkt, deswegen sind sie wohl auch so austauschbar besetzt.  Wiki

 

Doctor Who - Die Heimsuchung (1982)

Böse Reptilien in der Vergangenheit der Erde, der Doktor inmitten des letzten Pestausbruchs, ferngesteuerte Einwohner und ein schelmischer Helfer aus der dort gerade stattfindenden Gegenwart, das alles ergibt im Mix einen unterhaltsamen Vierteiler, der nicht wirklich aus der Masse herausragt, aber keinerlei Längen besitzt. Der fünfte Doktor beweist sich ein weiteres Mal als sympathische Neubesetzung, lediglich die hohe Anzahl an Begleitern schadet den Abenteuern in dieser Phase ein wenig, ähnlich wie in den Anfängen des 13. Doktors, in dem sich selbige Fehlentscheidung einschlich.  Wiki

 

We Are Zombies (2023)

"We Are Zombies" ist durchaus eine amüsante Angelegenheit und kurzweilig zu konsumieren. Die Treffsicherheit eines "Turbo Kid" und die Brillanz eines "Summer of 84" ist in der erneuten Zusammenarbeit des Regie- und Drehbuch-Teams Simard und der beiden Whissells jedoch nicht zu bemerken, dafür fällt das Ergebnis trotz einiger weniger Besonderheiten dann doch zu austauschbar aus. Die Verspieltheit mit den Vorbildern und ihren Klischees wirkt aufgesetzter als üblicher Weise von diesem Trio zu erwarten war. Aber interessant genug ist die Horror-Komödie durchaus ausgefallen, es fehlt lediglich am Charme der Vorgänger.  Wiki

 

Saturday Night Fever (1977)

Es ist erstaunlich, wie neutral der Film über eine Figur berichtet, die sich für unglaublich toll und talentiert hält, während um sie herum die Tristheit des restlichen Alltags außerhalb der Disco trotz allerhand Klischees recht realistisch anmutend beleuchtet wird. Travoltas Rolle soll nur Identifikationsfigur sein, niemand mit Sympathie. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte jedoch jemanden mit diesem Attribut benötigt, so arrogant und selbstverliebt der Held hier eine plumpe Modewelle zelebriert. Soziale Fragwürdigkeiten, wie eine Vergewaltigungsszene, die als zu verzeihende Selbstverständlichkeit eingebaut wurde, machen den Zugang für Menschen, denen die Tanzmaterie fremd ist, nicht gerade leichter.  Wiki  

 

Perfide (2014)

Müder Horrorfilm, der trotz des reizvollen Herkunftlandes Chile keinerlei fremdartige Atmosphäre aufweisen kann, geschweige denn eine dem Horrorfilm geschulte düstere. Uninteressant plätschert das sich auf wenige Figuren konzentrierende Geschehen dahin, welches durch das Auftauchen bedrohlicher Fremder nicht an Fahrt oder wohligem Unbehagen gewinnt. Ich konnte diesem dünnen Plot immer uninteressanter und unsympathischer werdender Figuren tatsächlich so gar nichts abgewinnen.  OFDb  

19.06.2025

Kurzkommentare (2)

 

Archive (2020)

Dieser Science Fiction zum Thema K.I. kommt mit manch interessanter Idee daher, inklusive einem süß anmutenden Suizid eines Roboters, während er ansonsten hauptsächlich von der Kälte der Forschung berichtet (vergleichbar mit "Splice"), mittels eines Protagonisten, der sich selbst für sozial und mitfühlend hält. Manch überraschende Wendung, gutes Schauspiel und ein unterkühltes Setting sorgen für den Rest in einem Werk, dessen Herangehensweise zur Entstehungszeit bereits nicht mehr innovativ zu nennen war.  Wiki


Iron Man 3 (2013)

Der Abschluss der Trilogie mag nicht der ereignisreichste sein, die Story plätschert überraschend gradlinig von einem visuellen Event zum nächsten, aber er unterhält mit der Einhaltung von Grundstimmung und humoristischen Einflüssen der Stammfiguren aufeinander, und er weiß durch die Rolle von Ben Kingsley zusätzlich zu gefallen, gerade zur zweiten Hälfte hin. Dass einem das alles bereits bei der ersten Sichtung zu bekannt vorkommt, ist schade zu nennen, aber die Sympathie des Bekannten, welche man eher von TV-Serien, anstatt von einer Großproduktion erwarten sollte, entschädigt dennoch halbwegs.  Wiki

 

The Flash (2023)

Auch wenn sich "The Flash" mehr denn je als Marvel-Imitat von DC schaut und an mancher Stelle etwas überfrachtet wirkt, so trägt er das Herz und vor allen Dingen die Pointensicherheit doch am rechten Fleck und weiß mit manch kreativer, nicht wirklich innovativer Idee die übertriebene Action für sich zu nutzen, um das Ganze zu ironisieren. Der Hauptdarsteller hat mit seiner Doppelrolle sichtlich Freude, Michael Keaton als Batman nicht nur in kurzen Auftritten zu erleben, lässt das Herz ohnehin höher schlagen, und zumindest bietet "The Flash" im Gegensatz zu manchem Superhelden-Konkurrenten eine erzählenswerte Geschichte. Auch der Schluss-Gag hat mir gut gefallen.  Wiki

 

Creed 3 - Rocky's Legacy (2023)

Dass man Stallone vermissen würde, war abzusehen, ihn als Rocky aber nicht einmal bei einer wichtigen Beerdigung auftreten zu lassen, zeigt wie sehr der dritte Teil des Spin Offs Produkt, anstatt Herzensangelegenheit war. Es zeigt sich auch in der überraschungsfreien Gradlinigkeit einer an sich netten, sich aber bereits durch "Rocky 5" bekannt anfühlenden Geschichte, und dadurch, dass der Gegner charakterlich interessanter ausfällt als der Held und sein Weibchen. Unterhaltsam ist das zu schmale Ergebnis dennoch ausgefallen, lediglich weit unter den Erwartungen nach zwei so geglückten Vorgängern.  Wiki

 

Doctor Who - Kinda (1982)

Zwar fühlt sich die oberflächliche Geschichte selbst etwas arg zu oft erzählt an, die Rätselhaftigkeit um die Lebewesen und ihrer Geheimnisse vor Ort, lassen einen dennoch neugierig werden. Der fünfte Doktor täuscht so herrlich verspielt Ahnungslosigkeit und Naivität vor, dass man fast schon meinen könnte, dass die noch frische Reinkarnation tatsächlich so gestrickt ist. Wer bei einem solch nostalgischen Produkt wie diesem neuere Effekte benötigt, wie vom Bluray-Menü wieder einmal alternativ angeboten, will sich mir jedoch nicht erschließen.  Wiki

16.06.2025

Kurzkommentare (1)

 

Doctor Who - Flucht aus dem E-Space (1981)

Für meinen Geschmack auf der einen Seite etwas zu fantastisch in Bezug auf die Zeit/Raum-Logik erzählt, auf der anderen Seite arg monoton gehalten, so dass die Geschichte oftmals einem Stillstand gleicht, bietet der Abschluss der E-Space-Trilogie meiner Meinung nach den Tiefpunkt der mir bekannten Abenteuer des vierten Doktors - und dies so kurz vor Schluss.  Wiki


Doctor Who - Die Wächter von Traken (1981)

Dies ist eine hervorhebenswerte Episode, wenn man einmal verdeutlichen möchte, zu welch großen Aussagen auch eine recht trivial gehaltene Science Fiction-Serie in der Lage ist. Hier wird eindrucksvoll die Unterwanderung eines freiheitsliebenden Systems gezeigt, die selbst dann noch für frei und richtig gehalten wird, wenn das Böse die Grundprinzipien längst schon auf links gedreht hat unter fadenscheinigen Begründungen, die nur der blinde Mitläufer brav befolgt. Das erinnert ein wenig an die heutige Zeit, oder an den zu diesem Thema brillant erzählten "Hexenjagd" aus den 70er Jahren.  Wiki 

 

Doctor Who - Logopolis (1981)

Sein letztes Abenteuer soll dem vierten Doktor nichts weniger als das Verhindern der Zerstörung des kompletten Universums abverlangen - und dies mit dem ungewöhnlichen Erzählkniff hierfür Hand in Hand mit seinem Erzfeind, dem Master, zu arbeiten. Wie das Ganze verhindert wird, habe ich ehrlich gesagt nicht so ganz begriffen. Es ging an mir vorbei. Die Verwandlung zum 5. Doktor wird am Ende wichtig, zu einem Zeitpunkt als ich erstmals begriff, dass die Gefahr bereits gebannt ist. Ansonsten ein schön erzählter Vierteiler mit einer herrlich abgehobenen mathematischen Idee.  Wiki

 

Doctor Who - Castrovalva (1982)

Im direkten Übergang zum vorherigen Vierteiler erzählt, hat noch immer der Master beim ersten Abenteuer des fünften Doktors seine Hände in einem undurchsichtigen Spiel. Da die Regeneration des Time Lords nicht unproblematisch verlaufen ist, darf der neue Hauptdarsteller recht spielfreudig den mal verwirrten, mal cleveren Doktor mimen, dessen Zustand einfach nicht stabil werden will. Ein wenig erinnert er mich in seiner Art an Jeff Daniels, und bisher ist mir dieser neue Doktor äußerst sympathisch. Ebenso wie die hier erzählte Geschichte, in der nicht alles so ist wie es scheint.  Wiki

 

Doctor Who - Vier vor Zwölf (1982)

Erstmals ein komplettes Abenteuer des fünften Doktors bei seinem vollen Bewusstsein erlebend, bleibt er trotz, bzw. wegen seiner weit weniger schräger Art seines Vorgängers und seines eigenen ersten Auftritts sympathisch wie gehabt innerhalb eines Abenteuers, das die Körperfresser-Geschichte einmal mit einer Androiden-Thematik verbindet, so dass es nicht um Gefühlslosigkeit geht, sondern um körperliche Perfektion, wovon der Schurke die Menschheit überzeugen will - freilich mit Gewalt. Das geht natürlich nicht so tief, wie in der gegen Ende themenähnlichen Satire "The World's End", muss in seiner herrlich verspielten Art aber auch gar nicht tiefer greifen. Schön dass u.a. die Verlockung des Autokraten auf die unerfahrene Jugend nicht nur nebensächlich thematisiert wird.  Wiki

06.04.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (8)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monsters of Man (2020)

"Terminator" trifft auf "Predator" mit einem Hauch "Nummer 5 lebt" in einer actionreichen Chose, die sich dennoch Zeit für die Entwicklung der Geschichte und der Figuren lässt und mit politischen Aussagen zudem vielschichtiger daher kommt, als das Hauptaugenmerk auf Action und Unterhaltung nötig gehabt hätte. Eine überraschende Figurenentwicklung, tolle Effekte und ein reizvolles Roboterdesign unterstützen die Wirkung dieses treu dem üblichen Handlungsmuster folgenden Sehvergnügen.  Wiki

 

Land of Smiles (2016)

Ich fand die Idee eines Found Footage mit einem Horror-Clown im Vorfeld recht reizvoll, weswegen es direkt zu Beginn enttäuschte, es hier lediglich mit einem öden Folterer zu tun zu haben, der zudem ein unsinniges Spiel treibt, dessen Fehlinterpretation der Spieler so idiotisch ist wie der komplette Plot. Der besteht fast nur aus Hinhalten, ohne nennenswerte Sehwerte versehen. Die schlechte Synchro ruiniert nicht viel in diesem uninteressanten Stück Horrorfilm.  OFDb

 

A Cure for Wellness (2016)

Dem später entstandenen "Cuckoo" nicht unähnlich mixt dieser deutsche Horror Kunstkino mit fast schon trashiger Horrorthematik, liefert dabei tolle Bilder und eine handvoll extremer Szenarien, weiß auch in Sachen Figurenzeichnung und Dramaturgie zu gefallen, ist letztendlich aber zu lange in seiner Vorphase zelebriert für einen Film, der das Genre inhaltlich nicht neu erfindet. Man muss also etwas Geduld mitbringen, um diesen liebevoll umgesetzten Streifen entsprechend genießen zu können.  Wiki   


Vanishing Waves (2012)

Eine Art sinnliche Variante von "Project Brainstorm", der sich zwar stark auf den Erotikaspekt seiner Geschichte konzentriert, aber gerade wegen dieser das Abhängigkeitsgefühl einer Person thematisiert bekommt, und dies innerhalb einer bizarren und dennoch wissenschaftlich interessanten Geschichte. Mit der ersten Hälfte habe ich mich ein wenig schwer getan, da sich die Tiefgründigkeit des Stoffes dort noch nicht offen zeigt. Großartige Bilder gibt es hingegen den kompletten Film über zu sehen, und den Rausch, den er entfacht, ist ein Hingucken definitiv trotzdem wert.  Wiki

 

Cobra Kai - Staffel 6 (2024)

Das erste Drittel bietet zu viele dramaturgische Wiederholungen zum Laufzeitstrecken, arbeitet aber charmant mit den bereits bekannten Figuren. Das zweite Drittel kümmert sich zu sehr um das Kinderpublikum, weiß sich aber halbwegs mit interessanten neuen Gegnern und den Tournierwettkämpfen zu retten. Erst im letzten Drittel gewinnt die Serie wieder das Potential der ersten Staffeln und führt die Serie mit jeder Menge Happy Ends zu einem würdigen Schluss, wenn meist auch auf einem simpel gestrickten Drehbuch beruhend.  Wiki  

30.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (7)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Wenn Louis eine Reise tut (1958)

Da ist der gute Louis in den schwarz/weißen Klassikern nicht so hibbelig wie in den deswegen manchmal leicht nervig ausgefallenen Werken seiner Promi-Zeit, da nervt stattdessen sein Filmsohn, der in der deutschen Fassung zudem eine penetrante Synchronstimme erhalten hat. Aber ohnehin fällt zu wenig Licht auf Louis und sind Plot und Pointen doch zu austauschbar, um etwas Nennenswertes zu zaubern. Zumindest die Altherrenwitze funktionieren mit einem lüstern fremdflirtenden de Funès-Ehemann mit strenger Ehe-Frau im Anhang recht gut.  OFDb

 

War Inc. - Sie bestellen Krieg: Wir liefern (2008)  

John Cusack als Auftragskiller funktioniert erneut wunderbar, diesmal eingebettet in eine bissige Satire um die Haltung der USA zum Thema Krieg und sämtlichen weiteren in den Medien zu beobachtenden Abarten in solchen Zeiten. Auch die Musikindustrie bekommt ihr Fett weg, und dem Drehbuch gelingt es mit Hilfe der wundervollen Darsteller Charme und Liebe inmitten von schwarzem Humor aufkommen zu lassen, ganz ohne mit Gefühlsduselei und Kitsch das alles zu verwässern.  Wiki

 

American Psycho 2 (2002)

Aus einer echten Gesellschafts-Satire wird ein lockeres Teeniefilmchen, welches eher verspielt mit der Serienkiller-Thematik umgeht, anstatt durchdacht. Da das Original für meinen Geschmack immer eine Spur zu verkrampft umgesetzt war, finde ich persönlich diesen eher plumpen Ansatz lockerer an die Sache heranzugehen gar nicht verkehrt. Mila Kunis ist süß wie immer, die Ironie, das zu verkörpern was man später bekämpfen will, wirkt was aufgesetzt, der Gesamtplot ist aber ohnehin nicht durchdacht. Aber durch seine leichtfüßige Art funktioniert der schlicht heruntergekurbelte Trivial-Streifen für einen schnell vergessenen Film eigentlich recht gut.  Wiki

 

Monk - Staffel 8 (2009)

Selbstverständlich wird in der finalen Staffel das Geheimnis um Trudy gelüftet, wenn auch mit banalerem Hintergrund als erhofft. Randy erfährt von allen Hauptfiguren das schönste Happy End, und es gibt zudem ein Wiedersehen mit Sharona. Zu den Highlights zählen Monk in der Rolle eines Gangsters zu sehen, eine Folge in welcher man sich mit Monks Lieblinsserie damit austobt die Brady Family zu parodieren und der Kriminalfall in welchem Monk von Ufo-Freaks für ein Alien gehalten wird. Es ist schön zu sehen, dass die Reihe bis zum Schluss auf einem Niveau blieb und nicht, wie in anderen Serien so oft der Fall, gegen Ende schwächelte.  Wiki

 

Mr. Monks letzter Fall (2023)

14 Jahre nach Serienende buddelte man den berühmten Meisterdetektiv mit der Originalbesetzung der vier wichtigsten Rollen wieder aus. Der Ansatz, dass die Welt seit Corona mehr Richtung Monk tendiert, ist wundervoller Natur, wird aber kaum genutzt. Stattdessen widmet sich die durch einen Streamingdienst finanzierte Film-Fortsetzung der Serie einem klassischen Fall, wie er auch in der damaligen Reihe hätte stattfinden können. Trotz Retrogefühle und Wiedersehensfreude im Gepäck wirkt das alles etwas zu langgezogen und auch etwas unnötig. Verkehrt ist ein Blick auf den sympathisch seichten Stoff trotzdem nicht zu nennen.  Wiki

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (6)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monk - Staffel 7 (2008)

Es geht mit seichter Unterhaltung im klassischen Erzählmuster weiter, ganz ohne Experimente, eben so wie es der Freund der Reihe haben möchte. Qualitativ gibt es nach wie vor keinen Abstieg zu erkennen, auch wenn manche Ideen, wie Natalie zur populären Lotto-Fee zu machen, etwas arg über das Ziel hinausschießen. Eine Episode großteils im Doku-Stil umzusetzen, bietet wunderbar mediensatirische Möglichkeiten, und wenn der von Ängsten beherrschte Monk unfreiwillig mit einem U-Boot untergeht, bleibt kein Auge trocken. Bewegend ist eine Geschichte um einen Mutterersatz ausgefallen, sowie die letzte Episode, die sich wieder einmal Trudy zuwendet.  Wiki


Spiders - Ihr Biss ist der Tod (2023)

Effektiver Spinnen-Horror, der es mit der Evolution in solch kurz spielendem Zeitraum übertreiben mag, ansonsten aber gekonnt erzählt ist und mit dem Hauptspielort im Ghetto keine billigen Klischees abliefert. Auch schafft man es die Gefühlswelt der Figuren gekonnt einzufangen, ohne dass "Vermines" (Originaltitel) zum tatsächlichen Drama wird. Stattdessen ist er unglaublich spannend inszeniert, liefert manchen Schocker selbst dann, wenn man schon x Horrorfilme zu diesem Thema gesichtet hat und bremst sich in seiner packenden Umsetzung nie aus. Definitiv ein Tipp meinerseits!  OFDb


Knives Out - Mord ist Familiensache (2019)

Vom Spielort, Budget, sowie Genre und Mentalität an "Das krumme Haus" erinnernd, kommt der Star-besetzte Kriminalfilm zwar nie an dessen Genialität heran, bietet aber ebenso überdurchschnittliche Unterhaltung. Ein nicht uncleverer Plot, die Überraschung in die Umstände des "Mordes" früher eingeweiht zu sein, als man meinen sollte, und der Kniff dennoch oft mit Wendungen überrascht zu werden, sind wichtige Elemente, die inmitten eines augenzwinkernden Plots, voll von spielfreudigen Darstellern, zu überzeugen wissen und auf Comic-Art einen unausgesprochenen Gruß an Agatha Christie richten.  Wiki


The Taint (2010)

Eine witzige Idee in den Händen von Troma, da sind Geschmacklosigkeiten vorprogrammiert, und da habe ich diesbezüglich schon Schlechteres von diesem Ausnahmestudio gesichtet. Aber auch besseres, denn der vulgäre Humor weiß mal schön unter der Gürtellinie herrlich infantil zu funktionieren, und doch ist er zu extrem eingebaut und verwässert die guten Ideen um einen Plot, in welchen Männer durch verseuchtes Wasser zu Frauenhassern werden. Sämtliche Klischees rund um Frau, Mann, Vorurteilen und Film werden abgegrast, die episodische Erzählart mit Rückblicken erweise sich als kurzweilig, damit keine Figur zu sehr mit ihrer Monotonie nerven kann, aber wirklich geglückte Kost ist "The Taint" in meinen Augen nicht geworden.  OFDb


Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen (2012)

Die Idee das klassische Märchen ins Western-Genre zu transferieren, um es damit zu entfremden und aufzupeppen, klingt so gewollt, wie das Ergebnis letztendlich auch ausgefallen ist. Aber hier nervt nicht nur ein lieblos gestalteter Plot, sondern auch unangenehm steif und unsentimental animierte Figuren, die den Billig-Look des Films, der sich zwischendurch zudem um nervige Actionsequenzen bemüht, immer im Bewusstsein des enttäuschten Zuschauers bleiben lässt. Warum Trickfilmfiguren zudem in ihren Rundungen und Ausbeulungen derart auf sexy getrimmt sein müssen, während alles andere klassisch bieder auf Kinderfilm-Niveau erzählt ist, muss ich auch nicht verstehen.  OFDb

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (5)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Terrifier 3 (2024)

Nicht mehr ganz so lang ausgefallen wie der Vorgänger, aber immer noch 120 Minuten laufend, merkt man wieder nichts von der Länge, so kurzweilig wie das Ergebnis wieder einmal ausgefallen ist, diesmal versehen mit mehr Hintergründen und einem Cliffhanger, so dass der dünne rote Faden etwas mehr Inhalt suggeriert. Ob nötig oder nicht, Arts Gemeinheiten sind nach wie vor brutal, und doch kann man "Terrifier 3", ebenso wie die ersten beiden Teile, nicht darauf reduzieren. Zu verspielt kommt das Gesamtszenario daher, das mit der Unberechenbarkeit des Clowns zu schocken weiß und uns nah genug an die Protagonistin heranführt, um ihr als Zuschauer mental beizustehen.  Wiki

 

Monk - Staffel 6 (2007)

Nach zweijähriger Pause schaut sich Monk auch in dieser späten Phase noch so unterhaltsam wie eh und je. Nathalie bekommt etwas mehr Profil, Randy schön blöde Macken pro Folge zugeschrieben, und auch die Fälle bleiben interessant genug. Die erste Folge wird zugleich zu einem Highlight, wenn eine Frau sich als fanatischer Monk-Fan entpuppt und als Metaebenen-Gag seinen Fällen immer jene Titel zuschreibt, welche die einzelnen Folgen in der Serie tatsächlich tragen. Auch ein Fall in der Rapszene, einer mit Nudisten, oder jener um ein Fehlurteil Monks heben sich interessant hervor, ebenso wie jene Episode, in welcher Schlaflosigkeit Monk durch das Nachtleben in der Stadt führt oder der Detektiv zum begehrten Kunstmaler wird. Dass eine Folge um eine Sekte definitiv bei einem solch labilen Charakter nur funktionieren kann, macht auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem.  Wiki 

 

He's Out There (2018)

Der Publikumsliebling aus der späten "Dexter"-Phase und "The Handmaid's Tale" ist wie immer hübsch anzusehen und spielt solide genug, aber ein Werk tragen, dass fast ausschließlich von ihrer Performance lebt, ist dann doch so wenig sinnvoll, wie das zu dominante Einbinden ängstlicher Kinder, von denen eins zudem noch krank ist, um das Dilemma zu verstärken. Somit setzt man mehr auf Drama, anstatt auf Thrill, und bei so menschlichem Handeln des Killers, wäre eine düstere Umsetzung umso wichtiger gewesen, eben weil er nicht wie die (übernatürliche) Horrorfilmbedrohung daher kommt. Letztendlich interessiert es bei derartiger Routine kaum, wie es die Heldin schaffen wird, während das Schicksal ihres Ehemannes bereits viel zu früh für solch dünnen Plot verraten wird. Nett abgefilmt, okay gespielt, aber weder wirklich unterhaltsam, noch durch irgendetwas auffällig.  Wiki

 

Der Test des Piloten Pirx (1978)

Auch wenn ich von der Testphase persönlich gerne mehr gesehen hätte, so ist dieser polnisch-sowjetische Science Fiction doch auch in den anderen Phasen nicht uninteressant, da ein Großteil der Handlung philosophischer Natur ist. Das Spiel mit dem Unwissen um Kunstmensch oder nicht, verzuckert das Gedankenexperiment. Und man kann es dem Autor nur sehr anrechnen, dass sich der finale Kniff tatsächlich als cleverer Trick entpuppt, um eine dringend benötigte Antwort auf die Kernfrage des Experiments zu erhalten. Sicherlich fällt "Testflug zum Saturn" (Alternativtitel) an manchen Stellen zu redefreudig und in die Länge gezogen heraus, da habe ich mich oft gefragt warum man sich für manch weniger wichtigen Moment mehr Zeit gelassen hat, anstatt für den Testflug an sich, aber das Ergebnist ist mehr als längst überholtes Retro-Kino, es bleibt eine eher nüchtern vorgetragene, interessante Geschichte mit einfallsreichen Gedankengängen.  Wiki   


Blade - The Iron Cross (2020)

Mit Blade als beliebteste Puppe erhält die "Puppet Master"-Reihe dessen ersten Solo-Film (ich hätte da andere Favoriten gehabt). Und das Ergebnis entpuppt sich als einer der flotter zu guckenden Fortsetzungen, wird doch dank des Zusatzelementes um aggressive Zombies genug Spielerei integriert, um der dünnen Alibihandlung genügend Zunder zu bescheren. Da stört es dann wenig, dass Blade gar nicht so oft auftaucht, wie man meinen sollte. Und auch dass erneut ein Abenteuer zur Zeit des dritten Reiches spielt, geht damit in Ordnung. Ein gut aufgelegter Darsteller des irren Wissenschaftlers sorgt für den Rest inmitten von typischen Charles Band-Skurrilitäten, wie das auf Ed Wood-Art besetzte Muskelpaket in der Rolle des Helfers.  OFDb

22.02.2025

DOCTOR WHO - STAFFEL 12 (2020)

Der Master ist zurück und hinterlässt ein zerstörtes Gallifrey. Bevor der Doktor ihn in ein Exil verbannt, aus dem es nur schwer ein Entkommen gibt, gibt der Zerstörer der einstigen Heimat der beiden dem Time Lord zu verstehen, dass alles bisherige Wissen auf einer Lüge aufbaut. Doch der Doktor muss selbst entdecken, was der Master vor ihm erkannte, und der Weg führt über eine weitere Schlacht gegen die Cybermen...

Selbsternannte Götter, Auserwählte und Vernichter...

Ein Größenwahn durchzieht die Episoden in Staffel 12. Stets stößt der Doktor auf Irrsinn, Selbstverliebtheit und der Gier nach Macht. Weit düsterer als die Vorgängerstaffel fällt die 12. Season aus, und dieser Zustand zusammen mit meiner Entdeckung, dass sich die oberflächlichen vier Hauptfiguren dieser Dekade im Originalton weit besser gucken/anhören, macht das zweite Jahr des weiblichen Doktors nicht nur erträglicher, sondern auch richtig unterhaltsam, phasenweise gar wieder richtig gut. Die unerträgliche Moral pausiert nun öfters, und wenn sie auftaucht, wird sie selbstgefällig und möchte von oben herab das Publikum in sozialem Verhalten belehren, manchmal auch in historischen Hintergründen. Das mutet bitter an, zumal Autoren, die es nicht schaffen ihren Figuren eine Individualität einzuhauchen, die sie zu atmenden Figuren machen, wohl die letzten sind, die durch ihren Mangel an Empathie sozial zu erziehen haben, so engstirnig wie lediglich einem plump gestrickten Ideal nachgegangen wird. Aber wie erwähnt ist dies stark reduziert, und nette bis gute Geschichten lassen einen auch die charakterlichen Oberflächlichkeiten gütigst übersehen, manchmal vernimmt man gar einen Hauch Charakterzeichnung, es besteht also weiterhin Hoffnung für die einst so gelungene Serie. 

Mit der Doppelepisode zu Beginn, die aus jeweils 60 Minuten besteht, bekommt man einen starken Einstieg in das neue Serienjahr geliefert, dass mit ihrem Einfallsreichtum an alter Stärke zurückgewinnt. Was dem folgt ist eine Staffel, in der es keine missglückte Folgen gibt, sehr wohl aber schlichte Laufzeitenstrecker, zu denen leider auch die vorletzte Episode zählt, die letztendlich nur das verzögert, worauf wir sehnlichst warten: Antworten auf ein neu geschaffenes Mysterium. Auf den Weg dorthin begegnen wir ehemaligen Figuren ebenso wie einer uns erneut unbekannten Doktor-Inkarnation (so wie beim Kriegsdoktor damals, so zählt man die Doktoren trotzdem weiterhin lediglich nach jenen, die Hauptfigur waren). Warum dies so ist, und dass dies nur der erste Schritt völlig neuer Erkenntnisse ist, macht Staffel 12 zu einem recht mutigen Projekt. Auf der einen Seite entmystifiziert es zwar die Historie der Time Lords, es erschafft aber eine nicht minder interessante neue Idee, voll von Möglichkeiten, auf die man sich hier noch gar nicht konzentriert, eben weil erst die Geheimnisse Gallifreys gelüftet werden müssen. So episch, wie sich das Finale gern gucken würde, fällt es leider nicht aus, so geschwätzig wie es umgesetzt ist, und so wenig es nachvollziehbar ist, dass der Doktor in so vieles eingeweiht wird, was er selbst nicht entdeckt, obwohl dies nicht von Vorteil für den Gegner ist. 

Ohnehin gehört dies zur Drehbuchschwäche vieler Episoden dieses Jahres. Zu geschwätzige Gegner verraten ohne wahre Motivation zu viel. Warum sollten Unsterbliche sich dem Doktor gegenüber erklären? Warum sollte eine minderwertige Spezies seinerzeit einen Weg gefunden haben diese aufzuhalten? Und warum erzählt man auch dies dem Doktor? Erkenntnissprünge zum Weiterkommen der Geschichten, oder zum Erreichen eines Zieles, werden oft auf diese plumpe Art erreicht, zum Laufzeitstrecken an der falschen Stelle. Temporeich erzählte und düstere Geschichten, sowie der ernsthaftere Umgang des Doktors mit seinen Begleitern, trotz herzlicherer Art, entschädigen für derartige Schwachstellen, mit denen man allein deshalb schon leben kann, weil dem voraus eine weit schwächere Staffel ging. Jodie Whittaker bleibt für mich nach wie vor der schwächste der mir bislang 10 bekannten Hauptrollen-Doktoren. Doch auch sie schafft es im Originalton auf simplerer Ebene genügend zu überzeugen, um Spaß mit ihren Abenteuern zu haben, sie ernst genug im Angesicht des Feindes zu nehmen (im Gegensatz zur Deutschvertonung) und mit der man sich genügend identifiziert bekommt, wenn neue Erkenntnisse das Serienuniversum geradezu neu ausrichten. 

Umso schöner ist es, dass man sich nach so viel Neuorientierung und veränderter Blickwinkel einen klassisch entspannten, augenzwinkernden Cliffhanger ausgedacht hat, der auch zu jedem anderen Zeitpunkt hätte stattfinden können. Er atmet jene Leichtigkeit und sanften Humor, der nun des öfteren wieder über den Dingen schwebt und die sehr pseudo-erwachsen gewordene Serie wieder ansatzweise das alte Flair atmen lässt. Besonders gefreut habe ich mich über diesen zurück entdeckten, humoristischen Ton im Umgang mit historischen Berühmtheiten.  Wiki

15.02.2025

DOCTOR WHO - HORROR IM E-SPACE (1980)

Am Rande des E-Space stößt der Doktor auf einen Erd-ähnlichen Planeten mit geringem Energie-Vorkommen. Dort gelandet, in der Hoffnungen Antworten auf die Möglichkeit zu finden das E-Space zu verlassen, stoßen sie auf eine Kultur, welche dem Mittelalter ähnelt. Doch die Herrschenden dort hüten ein düsteres Geheimnis...

K-9 im Angriffsmodus...

Mit "Horror im E-Space" erlaubt sich die Serie den Spaß uns eine Vampirgeschichte zu präsentieren, die uns zeigt dass die Blutsauger in Wirklichkeit eine Aliengattung sind, die einst Grauen über sämtliche Planeten brachte, so dass Dracula und Co sich als Wahrheit und Randerscheinung dieser entpuppen. Mit den wachsenden Erkenntnissen dieser Thematik, die erst im letzten Part des Vierteilers enden, erhalten wir zudem einen Einblick in die Vergangenheit der Time Lords. Ich sichte die alten und neuen Folgen parallel, und mit Kenntnis der 00er Jahre "Doctor Who"-Serie offenbarte sich mir im umgekehrten Sinne, anstatt chronologisch geguckt, somit erstmals, dass es bereits einen Krieg mit Beteiligung der Time Lords vor jenen gegen die Daleks gab. Jener Krieg führte diese Spezies überhaupt erst in ihre friedvolle Haltung, die von Beginn der Serie an die Zeitwächter ausmachte. Der Clou an der Erzählweise dieses Vierteilers ist jener, dass man die Vampirgeschichte zwar in eine moderne Science Fiction-Welt hinein verfrachtet, inszenatorisch in den passenden Phasen aber vollends auf klassischen, zur Entstehungszeit längst überholten Gruselfilm-Stil setzt. 

Gummifledermäuse, theatralisch und steif spielende Vampirdarsteller, das klassische Schloss am Rande des Dorfes voll von folgsamen Bauern, der Kontrast macht den Charme aus, das Augenzwinkern muss man selbst entdecken, so altbacken sich das Spiel der Adligen in Sachen Herrschaft, Vampirismus und religiöser Unterwerfung schaut. Der einzige Wermutstropfen in diesem kurzweiligen und unterhaltsamen Treiben dürfte das Einbringen der finalen Kreatur sein, die als Ur-Feind der Time Lords und aufgrund seiner gigantischen Größe neugierig macht, jedoch Fantasiegebilde für uns Zuschauer bleibt, dürfen wir doch nur einen Blick auf eine Hand dieses interessanten Wesens werfen, der Rest bleibt uns verborgen. Für eine derart mächtige Rasse und für die Methodik, mit der es unser Titelheld freilich schafft ein Happy End zu erlangen, wirkt sein Dahinscheiden plump und arg zufällig, mag aber auch über jene Eigenschaft des E-Space widerum Sinn ergeben, dass man Raum und Ort hier exakter bestimmen kann als üblicher Weise - so zumindest die TARDIS zu einem anderen Zeitpunkt betreffend. Der Weg zu all diesen Begebenheiten und Erkenntnissen ist im klassischen Stil der Serie inszeniert. Abgelenkt wird man durch die Informationen, dass alle Ansässigen einst Vorfahren von der Erde hatten, die als Weltraumreisende so wie der Doktor versehentlich im E-Space gelandet sind und dies, abgesehen von den Herrschenden, nicht wissen.

Fledermausschwärme und das düstere Schloss am Rande vermitteln eher unterschwellig welche Richtung tatsächlich auf uns zukommt. Das schöne am erreichten Ergebnis ist, dass es verspielt ist, aber nicht lächerlich. Der Mythos der Vampire und ihr aufgedeckter Hintergrund überzeugen und wecken die Fantasie, einzig die antiquierte Umsetzung bleibt absichtlich lächerlicher, da überholter Natur und soll vergangene Filmdekaden augenzwinkernd ehren. Der Junge aus dem Vorgänger "Doctor Who - Verschollen im E-Space" entpuppt sich anbei als neue Begleitung des Doktors. Mal sehen ob er im Laufe der Zeit an Sympathie dazu gewinnen kann, so neutral wie er bislang auf mich wirkt. Mit "Doctor Who - Flucht aus dem E-Space" wird der längere Zyklus um das Alternativuniversum beendet sein. "Doctor Who - State of Decay" (Originaltitel) funktioniert als Mittelteil in seiner kurzweiligen und Erkenntnis bringenden Art zwar ganz gut, zeigt aber auch, dass der Wirbel um das ominöse E-Space etwas aufgesetzt ist, so unabhängig wie die einzelnen Geschichten voneinander erzählt sind, so dass sie auch in der klassischen Raum-Zeit-Natur des Doktors hätten stattfinden können.  Wiki

14.02.2025

DOCTOR WHO - VERSCHOLLEN IM E-SPACE (1980)

Eigentlich sollte der Doktor zu den Time Lords reisen, stattdessen findet er sich auf einem fremden Planeten wieder, obwohl die Bildübertragung Gallifrey als Ort anzeigt. Die Bewohner des Planeten lassen sich unterdessen in ihrem Raumschiff nieder, da eine prophezeite Zeitwende beginnt, die vor dem Nebel und der darin wandelnden Kreaturen warnt...

Spinnen, Kiemenatmer, Humanoide...

"Verschollen im E-Space" ist innerhalb der letzten Staffel des vierten Doktors der Beginn eines Zyklus, der aus drei Vierteilern besteht, die innerhalb des E-Spaces spielen, von dem wir im ersten Drittel relativ wenig erfahren. Er gehört nicht zur Raum-Zeit-Welt, aus welcher der Doktor und seine Begleiterin stammen. Dem Rätsel nachgehen können sie nicht, da sich die Ereignisse am angekommenen Ort überschlagen. Reptilien-artige Kreaturen entsteigen dem Moor innerhalb eines Nebels, Kinder sind auf sich allein gestellt, da sie den Worten der Anführer nicht glaubten, dass derartiges existiert, die im Mutterschiff geflüchteten und sich auf eine lange Anwesenheit dort einstellenden Erwachsenen erfahren hingegen Schritt für Schritt die Wahrheit über etwas, das ihre Vorfahren verschwiegen haben und eigentlich zu einer recht oft variierten Geschichte innerhalb der Serie führt. Innovativ sieht anders aus, wenn der Time Lord einer Spezies erklären muss wer und was ihr Ursprung ist. Aber "Doctor Who - Full Circle" (Originaltitel) ist flott und unterhaltsam erzählt, also stört das nicht wirklich, ebenso nicht einmal die dominant ins Geschehen eingebundenen Kinder, bzw. das zentrale Wunderkind, eine Gattung Filmcharakter, die gerne zu nerven weiß, es hier aber, trotz arg braver Besetzung, nicht tut. 

Die Menschen in Gummianzügen, welche die Moorkreaturen spielen dürfen, verleihen der Chose den nötigen Anteil Pulp, der Doktor schwankt zwischen Unwissenheit und dem perfekten Durchblick, kurzum ist wieder einmal ein weit trivialer ausgefallener Stoff aus der ganzen Sache geworden, als man sich zunächst eingestehen will, aber ich mag das, verleiht es der ohnehin in den 80er Jahren etwas peppiger ausgefallenen Serie doch den nötigen lockeren Touch, um nicht zu engstirnig mit etwas umzugehen, das mittlerweile etwas professioneller produziert ist, trotzdem aber noch Meilen weit vom Anspruch der Serienphase ab der 00er Jahre entfernt ist. Ich bin immer noch gespannt, ob dieser Zustand bereits irgendwann in der Ur-Serie erreicht wird, oder erst im neuen Jahrtausend angekommen. Dank meines liebsten Doktors, dem herrlichen Roboterhund und einer Erzählung, die sich nicht zu schade ist künstlich aussehende Spinnen mit leuchtenden Augen als organisch gemeinte Kreaturen einzusetzen, funktioniert der Einstieg in den E-Space trotz der x-ten Wiederholung ein und der selben Geschichte innerhalb der langlebigen Serie recht gut. Erst recht wenn man bedenkt, dass dies bereits die 18. Staffel von "Doctor Who" ist. Nur wenige Serien schaffen es so weit, und wenn besitzen sie meist nicht mehr die ursprüngliche Qualität. Warum sollte man sich also über eine derart sympathisch umgesetzte Geschichte kritisch äußern?  Wiki

DOCTOR WHO - STAFFEL 11 (2018)

Überraschend in seiner 13. Daseinsform (den Kriegsdoktor ignoriert) in eine Frau transformiert, gewinnt der Doktor schnell drei neue Freunde, die ihn von nun an auf seinen Abenteuern begleiten...

Das Fehlen atmender Individuen...

Zum ersten Mal in meinen Reisen durch das "Doctor Who"-Universum der alten und der neuen Phase bin ich unzufrieden mit einer kompletten Dekade, sogar regelrecht enttäuscht, so schwach wie sich die Serie mit einem Mal präsentiert. Das hat nichts mit einem weiblichen Doktor Who zu tun, der freilich umstritten war und ist. Meiner Meinung nach hätte diese Idee reizvoll ausfallen können, wie jüngst zuvor bereits das Spiel mit einer weiblichen Variante des Erzgegners, dem Master, gezeigt hat. Der war aber auch Teil eines verspielten, geistreichen Umfeldes, während mit Staffel 11 ein intellektueller Rückgang zu verzeichnen ist, dessen Reflexionsvermögen starrer und plumper ausgefallen ist, während er, entsprechend dem Zeitgeist seiner Entstehung, glaubt im sozialen Sinne fortschrittlich zu sein. Dass wir es hier mit einer unangenehmen Form der an sich lobenswert gemeinten politischen Korrektheit zu tun haben, lässt bereits die Figurenkonstellation erahnen, die sich in den drei Begleitern des Doktors manifestiert. Mal davon abgesehen, dass ich für die Übersicht der Serie drei Begleiter schlichtweg zu viel finde, verkörpern sie insgesamt drei verschiedene Ethnien, Jung und Alt, Hetero und Homo, gesund und beeinträchtigt, sowie Mann und Frau. Das wirkt konzeptionell schon arg gewollt.

Damit könnte ich letztendlich aber leben, wo die Serie doch oft für Vielfalt stand und dem Hineindenken in verschiedene Mentalitäten. Doch exakt dies findet mit dem so bunt gemischt scheinenden Team nicht statt, dessen eben aufgezählte Präsenzen gleichzeitig zu ihren gleichgeschalteten Charakteren werden und jedwede Eingenschaften außerhalb der gewünschten Ideologie nicht besitzen - außer wenn eine solche zum Wandel zum anvisierten Ideal führen soll. Besonders deutlich wird diese Gleichschaltung in der dominant gewordenen Moral, die über allem schwebt und nicht nur für einzelne Figuren als Charakterisierung gedacht ist, sondern für die komplette Serienmentalität der elften Staffel steht. Es ist nicht so, dass Moral nicht schon früher Einzug ins Who-Universum gehalten hätte. Gerade der 10. Doktor war diesbezüglich recht stark charakterisiert. Aber es war für ihn eine Orientierung in der Verzweiflung einen Kompass für sein Tun zu finden, während die hier gelebte Moral selbstgerecht daher kommt, unabhängig vom Zeit und Ort, in dem die jeweiligen Abenteuer spielen. Da kann es noch so fremde, andersartige Spezies geben, mit eigener Vergangenheit, Motivation und Lebensbedingungen, da kann es Zeiten geben, in denen die Lebewesen (noch) nicht die Chance hatten sich empathisch zu entwickeln oder weit größere Probleme zu bewältigen haben, als die Überwindung von Egoismus, was richtig und falsch ist, wird im neuen Who-Team überregional und als unanfechtbar angesehen, nicht einmal als Zeichen der aktuellen Zeit, und damit in Bewegung bleibend, sondern als Erkenntnis, die immer zu gelten hat, auch in Zukunft, und deren Zuwiderhandeln bereits kritisiert und verachtet wird, noch bevor man sich den Alltag in der Fremde verinnerlicht hat. 

Entsprechend brav fallen die Abenteuer aus, da die Reisenden und kaum noch Forschenden von den Autoren freilich Zustimmung für ihre Haltung erhalten, und entsprechend eintönig fühlt sich das alles an, wenn es nicht mehr zu ungesühnten Gemeinheiten kommt, Vielfältigkeit gelebt wird und keine intellektuellen Diskurse mehr stattfinden, während die arg brave und gefühlvolle Doktorin gleichzeitig des öfteren betont wie clever ihr Team und sie doch wären. Passend zur verkrampften Mentalität, die stets um Korrektheit bemüht ist, fällt erstmals auch das Einbringen einer historischen Figur unangenehm auf. Brach man die Erwartungen von diesen stets ironisch und verspielt auf, um sie letztendlich dennoch zu ehren, so ist der "Gastauftritt" von Rosa Parks leider nur von Respekt und Demut geprägt, ohne belustigende, überraschende, oder zum Ruf widersprüchliche Elemente einzubinden, schade. Ihre Episode ist jedoch nur ein Beispiel vieler magerer Abenteuer. Nur wenige Folgen bilden eine Ausnahme. So ist beispielsweise eine Geschichte um Riesenspinnen nett ausgefallen, atmet sie doch zumindest im Ansatz jene verspielte Luft, die der zu ernst gewordenen Serie nun meist fehlt. Eine Geschichte rund um Riesenspinnen nicht in den Sand zu setzen, ist jedoch keine Königsübung, und selbst hier schafft man es eine ordentliche Dosis Moral vom Stapel zu lassen. 

Dass die Finalfolge sich nicht vom Rest abhebt, quasi als besonderer Schlussmoment einer Staffel, passt zum nüchternen Restergebnis. Scheinbar glaubte man die Wiederkehr des Auslösers von der ersten Folge des weiblichen Doktors würde bereits reichen, etwas Hervorhebenswertes zu erzählen. Dass die Geschichte um die Wiederkehr eines neuen Bösewichts allein deswegen frei von wahrer Empathie ausfällt, weil man uns im zügig voranschreitenden Plot glauben lassen will, dass sich ein Jahrhunderte gelebter Fehlglaube zu einem falschen Gott durch das Einreden ins Gewissen von Eindringlingen in nur wenigen Augenblicken zu einem Überdenken bisher praktizierter Genozide führt, zeigt wie naiv und plump die Serie mittlerweile ausgefallen ist, die im bunten, oft trivial scheinenden Treiben weit geistreicher, erwachsener und sozialer ausfiel, als die Ignoranz, die hier als lebenswerte Mentalität verkauft wird. "Doctor Who" ist mit diesem Weltbild nicht mehr weit von der Scientology-ähnlichen Ethik von "Star Trek - The Next Generation" entfernt. Zwei Jahre bleibt die blass wirkende Jodie Whittaker Doktor, keine Ahnung ob man sich bereits zu ihrer Zeit wieder der bisher gelebten Serienmentalität zuwendet. Fotos im Internet von ihrem Nachfolger Ncuti Gatwa lassen zumindest ebenso auf eine Verbesserung hoffen, wie das Zwischenspiel dreier Specials, die vor dessen Auftauchen spielen und für kurze Zeit David Tennant noch einmal in der Rolle des Doktors zurückkehren lassen. Ich bleibe selbstverständlich dran, um Antworten darauf zu bekommen. Aber wenn die Geschichten rund um den dreizehnten Doktor so trostlos bleiben wie bisher, wird es ein langsamen Voranschreiten. Noch nie habe ich für eine Staffel so viel Zeit benötigt, wie für Staffel 11 - und das obwohl sie lediglich 10 Episoden enthält.  Wiki

11.01.2025

MORD IST IHR HOBBY - STAFFEL 1 (1984)

Verwitwet und seit einiger Zeit in Rente lebend, beginnt Jessica Fletcher Kriminalromane zu schreiben, die zum Publikumsrenner werden. Zurückzuführen ist dies auf ihr Kombinationsvermögen, weswegen sie bei den meisten Kriminalisten bei echten Mordfällen eine gern gesehene Helferin ist. Aber auch wenn sie von deren Seite nicht willkommen ist, mischt sich die neugierige, aber stets freundliche Dame in Ermittlungen ein und beweist, dass sie mit ihrer geschulten Beobachtungsgabe und ihrem scharfen Verstand stets den richtigen Riecher besitzt...

Bestsellerautorin mit Bescheidenheit...

Früher zappte ich immer weiter, wenn die Serie im Fernsehen lief, kam mir Jessica Fletcher doch stets wie ein plumper Abklatsch von Miss Marple vor, unter der ich nicht Agatha Christies Variante verstand, sondern Margaret Rutherford aus den vier klassischen-Filmen der 60er Jahre. Doch auch wenn der Originaltitel "Murder, She Wrote..." absichtlich als Verweis an das Vorbild an "Murder She Said" angelehnt ist, so hören die Übereinstimmungen doch mit Alter und Kombinationstalent der Protagonistinnen auf, ist "Immer wenn sie Krimis schrieb..." (Alternativtitel) doch eine eigenständige und wundervoll erzählte Krimiserie, die leichtfüßig und sanft humoristisch gehalten ihren Trumpf darin besitzt, nicht immer das gleiche Muster abzuarbeiten. Wie bei jeder Serie mag es Wiederholungen geben, aber die Autoren sind sichtlich bemüht für Abwechslung zu sorgen, und gelegentlich schaffen sie es sogar einen mit einer Mörderauflösung zu überraschen. Freilich gibt es, wie bei vielen Serien aus den USA, die klassisch schurkisch besetzten Rollen, so dass man oft vorher weiß, wer der Täter ist, aber wie mein Satz zuvor andeutete, ist dies nicht immer so, und selbst wenn, sind die Geschichten stets kurzweilig und interessant erzählt, oftmals trivial, zugegeben, aber nie komplett geistlos gehalten. 

Schlicht genug erzählt, um nach einem anstrengenden Arbeitstag bei "Mord ist ihr Hobby" abzuschalten, kreativ und unterhaltsam genug inszeniert, um dabei nicht zu unterfordern, das schien das Motto zu sein. Und Gaststars wie Leslie Nielsen und Martin Kove versüßen das Ganze, stets sind bekannte Gesichter mit an Bord, ob man deren Namen nun kennt oder nicht. Der Pilotfilm "Der Mord an Sherlock Holmes" geht verspielt mit seinem Titel um, weiß allein schon deswegen zu gefallen, und besitzt sogar entgegen aller Erwartungen manch düsteren Moment. Während Fletcher sich in diesem Werk auf Spielfilmlänge am Start ihrer Schriftstellerkarriere befindet, bzw. an den Weichen zu dieser zuvor, ist sie ab Folge 2, wenn die Abenteuer als 45-Minüter konzipiert sind, bereits landesweit für ihre Bücher bekannt. Wie sie auf die jeweiligen Mordfälle stößt, ist unterschiedlicher Natur, meist ist sie aber zufällig vor Ort. Somit spielt die Serie nicht immer in der Kleinstadt, in der Jessica lebt, das Gegenteil ist der Fall, dieser Wechsel weiß zu gefallen. Und er erlaubt den Autoren nur ab und an auf bewährte Figuren zurückzugreifen, Jessica selbst ist die einzige Person, die in allen Episoden auftaucht. Die Idee den Gesetzeshüter im Heimatort zu einem Freund zu machen, der aufgrund seiner schlichten Auffassungsgabe bei Ermittlungen trotzdem stets im Clinch mit der Schriftstellerin ist, zeigt dass hier nicht alles nur schwarz und weiß gehalten ist. 

Zudem gefällt der abwechslungsreiche Umgang mit den Möglichkeiten, die das Genre des Kriminalfilms bereit hält. Da darf es dramatische Fälle ebenso wie humoristische geben, verzweifelte Täter ebenso wie eiskalte, und am besten ist die Serie eigentlich immer dann, wenn sie verspielter Natur ist, so geschehen in jener Folge, in welcher auf Agatha Christie-Art eine kleine Gruppe Busreisende, abgeschnitten von der Außenwelt, einen Mordfall untereinander selbst lösen muss, bei dem kein Zweifel besteht, dass einer der Anwesenden der Mörder sein muss, aber auch zu bewundern in jener Episode, in welcher Fletcher die Mühlen Hollywoods kennenlernen muss, wenn einer ihrer Romane für einen reißerischen Billigfilm komplett verhunzt wird. Letztendlich weiß man nie, was einem in der nächsten Folge erwartet, in Staffel 1 ist alles möglich, außer Langeweile. Von den 22 Geschichten, welche das erste Serienjahr erzählt, hat mir jede gefallen, von schlichter Routine bis hin zu raffinierten Irreführungen war alles vorhanden. Und Jared Martin, den unbekannten Star aus der 80er Jahre-Serie "Krieg der Welten", passend besetzt als verwöhnten, erwachsenen Sohn eines reichen Vaters zu erleben, war eins meiner persönlichen Highlights.  Wiki