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10.04.2021

SHARKANSAS WOMEN'S PRISON MASSACRE (2015)

Mittlerweile erwarte ich beim Namen Jim Wynorski nichts mehr. War dieser Mann in seinen frühen Werken "Der Vampir aus dem All" und "Shopping" ein Regisseur sympathischer Trash-Werke, gibt er sich bei Billig-TV-Produktionen für SyFy und Co keinerlei Mühe mehr. "Camel Spiders" konnte sich trotz Eintönigkeit noch halbwegs über Wasser halten, "Piranhaconda" ging trotz wunderbarer zentraler Kreaturenidee komplett unter. Der Mann, der mit "Bare Wench Project" und Co irgendwann alternativ auch im Erotiksektor unterwegs war, scheint nach Außen mit "Sharkansas Women's Prison Massacre" beide Genres zu kreuzen, doch das täuscht nur. Im vollkommen uninspiriert herunter gedrehten und müde erzählten Film gönnt man uns nicht einmal nackte Tatsachen, trotz weiblicher Sexy- und Möchtegern-Sexy-Besetzung von heute, sowie von gestern (Ex-Porno-Star Traci Lords, die bereits in besagtem Alien-Vampirfilm für Wynorski tätig war, ist als FBI-Agentin mit dabei). 

Kreaturen- und Bluteffekte enthält man uns hingegen zwar nicht vor, aber die sind so erbärmlich aus dem Rechner entworfen, dass das Weglassen derartiger Momente die angenehmere Alternative gewesen wäre. Selbst abgebissene Körperteile und Blut, das sich im Wasser verteilt, werden nicht mehr per Hand getrickst, sondern unnatürlich und billig anmutend per CGI in die echten Aufnahmen platziert. Selbst Einschüsse stammen billig aus dem Rechner. Billiges Massengedudel als Hintergrundmusik, unatmosphärische Unterwasseraufnahmen von der Stange, freilich alles Fremdmaterial, welches nicht extra für diesen Film angefertigt wurde, paaren sich mit Darstellern, die ins Nichts feuern, wenn sie die Tiere bekämpfen, da es nie echte Berührungen zwischen Mensch und Monstern gibt. Ständig werden Schnitte gesetzt, um Haiattacken abzubrechen, bevor sie ins Detail gehen, und dass es überall an Unlogiken wimmelt, selbst in simpelsten Bereichen, überrascht bei dieser Art Produktion ebenfalls kaum. 

Leider belustigt es das dröge erzählte Szenario nicht, welches man zwar versucht mit wechselnden Schauwerten und Drehorten aufzupeppen, was aber bei solch plump abgefilmter Langeweile und desinteressiert agierenden Nicht-Schauspielern inmitten eines vollkommen einfallslosen Drehbuchs völlig erfolglos bleibt. Ob nun unterirdisch in einer Höhle, im Wald, am Wasser, oder in einer Waldhütte, der ständige Wechsel ändert nichts am erbärmlichen Zustand des Streifens, auch dann nicht, wenn zur Mitte hin plötzlich auf "Tremors"- und "Sand Sharks"-Art zu unterirdischen Bodenattacken gegriffen wird. Da schaue ich mir lieber die Vergleichsfilme an. Gerade Letztgenannter ist ein tolles Beispiel dafür, dass auch billigste TV-Produktionen manches Mal unterhaltsam ausfallen können. Weitere Beispiele wären "Ghost Shark" und "Megalodon" (anbei ein Genre-Beitrag, der die Idee eines unterirdischen Ozeans, in dem Urzeit-Haie hausen, vor dem hier besprochenen Werk und der mauen Großproduktion "Meg" thematisierte). Ewig zickende Weiber, mies animierte Haie, die immer überraschungsfrei dort auftauchen wo gerade wer ist, Übergangsfehler, die bereits beim Wetter beginnen, null Spannung, keinerlei Sehwerte und eigenständige Ideen, hier findet man wahrlich nichts, was des Einschaltens wert wäre.  OFDb

27.10.2019

DREI ENGEL AUF DER TODESINSEL (1984)

Jim Wynorski, der so wundervolle Filme wie "Shopping" und "Der Vampir aus dem All" inszeniert hat, setzt den dort anzutreffenden Trash hier im Abenteuer- und Agentenfilmbereich an und mixt ihn mit seinem zweiten Standbein, dem Erotikfilm, den er meiner Meinung nach, siehe Beispiel "The Bare Wench Project", nicht ebenso gut beherrscht wie, zumindest damals, den des Horrors. Glücklicher Weise ist der amouröse Bereich in "Drei Engel auf der Todesinsel" nur Beiwerk, in der Besetzung jedoch unübersehbar zu erkennen, sind die Damen doch nicht gerade aufgrund ihres schauspielerischen Talentes besetzt. Dass mindestens eine von ihnen ebenfalls in Russ Meyer-Werken auftrat, verwundert nicht. Und selbst der Macho mit Schnäuzer, der die größte männliche Rolle besetzt, wirkt wie aus einem Pornofilm entlaufen. Einzig Angus Scrimm sticht außen vor, kennt der Filmfreund ihn doch aus der "Das Böse"-Reihe, und darf er doch absichtlich als Freak besetzt frei von Erotik einen Bösewicht spielen, innerhalb eines Plots, der erschreckend albern von den Geschehnissen aus "Der Mann mit der Todeskralle" abguckt.

"The Lost Empire" (Originaltitel) soll absichtlich Trash sein, fast so konzipiert wie heutige umstrittene Werke der Asylum-Schmiede, lässt sich doch kaum etwas als zufällig schlecht entdecken. Die Darsteller hüpfen hölzern durchs Bild, die quantitativen Schauwerte werden absichtlich in den Mittelpunkt gehalten, egal ob erotischer Natur, reißerischer oder aus dem Spezialeffektebereich der schäbbigen Art. Die Geschichte besitzt von Beginn an offensichtliche Logiklücken, die gar nicht erst versucht werden zu umgehen, die Handlung verläuft kindlich naiv, so leicht wie der Auftrag unter Einsatz von Sprüche klopfen und schlechter Kampfchoreographie auf Kinderfilm-Art zu lösen ist. Und damit das Ganze dem Schundfilm-Fan schön mundet, werden noch Gimmicks eingebaut, wie die herrliche Totenkopfmaske des Bösewichts am Schluss, oder der kurze Auftritt einer mechanischen Spinne. "Drei Engel auf der Todesinsel" haut derart bewusst in die Kacke, mit solch naivem und infantilem Charme, dass man ihm wahrlich nicht böse sein kann, zumal das Ergebnis für das Zielpublikum definitiv einen angenehmen Unterhaltungswert besitzt.

Vielleicht bin ich bei solchen Sachen mittlerweile aus dem Alter raus, um mich von so etwas komplett begeistern zu lassen, denn ähnlich wie bei "Einer gegen das Imperium" war mir das komprimierte Unvermögen zu Unterhaltungszwecken schlichtweg auf Spielfilmlänge zu lang geraten, um mich ungehemmt daran zu laben. Der Streifen besitzt trotz flotter Umsetzung seine Längen, und so dürstete es mich trotz konsequentem Wahnsinns, bescheuerter Schauwerte und trotz der Eigenschaft, dass die Geschichte sich nie zu oft wiederholend um sich selbst dreht, nach dem Schluss des Filmes, um ihn endlich hinter mir zu haben. Als würde der von Wynorski inszenierte Blödsinn nicht schon ausreichen, dürfen die Sprecher der deutschen Synchronisation noch einiges an dummen Sprüchen ergänzen, womit der Trash-Gehalt noch aufgeblasener wirkt als ohnehin schon. An einem anderen Tag mit Gleichgesinnten anstatt allein, oder zumindest in wesentlich jüngeren Jahren geschaut, hätte mich das Ergebnis eventuell begeistern können, um heute von einem Lieblingsstück des schlechten Geschmacks zu sprechen. Heutzutage geguckt, kommt vieles bei mir nur theoretisch an. Ich merke, dass ich dieses Stück sympathischen Schund gern mehr mögen würde, als ich es tue. Eine Empfehlung spreche ich jedem Freund des (absichtlich) missglückten Films aber freilich trotzdem aus, so streng wie mein Feedback doch aus subjektiven Gründen ausfällt.  OFDb

24.01.2018

CAMEL SPIDERS (2011)

Dass sich in einer Monsterfilmproduktion für das amerikanische Fernsehen allerhand genre- und filmerfahrene Gesichter zusammengetan haben, hat noch lange nichts über die Qualität eines solchen Werkes zu sagen, zumal alle hier namhaften Beteiligten seit je her, meist im B-Film-Bereich, wechselhafte Qualität abgeliefert haben. Produziert haben „Camel Spiders“ u.a. Roger Corman und Jim Wynorski, der unter dem Pseudonym Jay Andrews auch gleich die Regie übernommen hat, Hauptdarsteller Brian Krause begann seine Karriere seinerzeit in einer der wichtigsten Rollen im Stephen King-Film „Schlafwandler“, während C. Thomas Howell in einigen Erfolgen wie „Soulman“ und „Hitcher - Der Highwaykiller“ dabei war, lange bevor er Stammdarsteller in Asylum-Produktionen wie „Krieg der Welten 3“ und „Der Tag an dem die Erde stillstand 2“ wurde. Geschnitten hat den hier besprochenen Tier-Horror Tony Randel, der für die Regie von „Hellraiser 2“ und einigen kleineren Horrorbeiträgen verantwortlich war.

Das Ergebnis dieser Zusammenkunft B-Film-erfahrener Dauergäste: Mittelmaß. Dass „Camel Spiders - Angriff der Monsterspinnen“ (Alternativtitel) nicht die langweilige Art Routine wurde, hat man wohl Jim Wynorski zu verdanken, der bereits in seinen Anfängen mit „Der Vampir aus dem All“ und „Shopping“ bewies, dass er das rechte Händchen für kleine Schundfilmchen besaß. Selbst billigst computeranimierte Spätwerke für das US-TV, wie „Island of Beasts“ oder „Gargoyles - Flügel des Grauens“ wussten sich trotz ihres müden Standards halbwegs frischer von Konkurrenzprodukten ähnlicher Produktionsbedingungen abzuheben.

Dies ist ihm mit „Camel Spiders“ zwar nicht geglückt, zumal der ansonsten gern verwendete augenzwinkernde Ton diesmal fehlt, aber aus irgendeinem Grund weiß die monotone, schon oftmals erzählte Geschichte nicht zu langweilen. Ehrlich, ich weiß nicht warum. Die Figuren sind so egal wie ihre Darsteller, das Drehbuch ist frei von Innovationen und verherrlicht ständig das US-Militär in seiner Pazifisten-feindlichen Orientierung, die Computereffekte sind so uninspiriert ausgefallen wie die Attacken der Viecher um die es zentral geht, und auch anderweitig, z.B. in den Bereichen Soundtrack und Kameraführung, weiß „Camel Spiders“ mit nichts aufzufallen. Alles an dem Werk ist billigste Routine.

Wie auch immer Wynorski es geschafft hat: man schaltet zumindest nicht zwingend vorzeitig aus, das Ergebnis ist, obwohl alles dagegen spricht, nicht zäh wie Kaugummi ausgefallen, weiß aber maximal besonders treuen Freunden des Tier-Horrors zu gefallen. Jeder andere Zuschauer wird mit den Schultern zucken und weiter zappen. Filmfreunde, die üblicher Weise nicht im Horrorbereich unterwegs sind, werden sich eventuell noch wundern, dass sie an „Camel Spiders“ wirklich gar nichts erschreckt hat, außer vielleicht die Penetranz wirklich völlig austauschbare Wege mit der Umsetzung dieses Streifens betreten zu haben.  OFDb

17.07.2015

MUTANT - DAS GRAUEN AUS DEM ALL (1982)

Was wie ein wundervoll billig getrickstes Stück „Krieg der Sterne“ beginnt, entpuppt sich in seinem weiteren Verlauf als einer der vielen „Alien“-Klone, welche der Kultfilm von Ridley Scott nach sich zog. Während Werke wie „Targoor“ und Co maximal ein müdes Lächeln ernten, da weiß die kostengünstige Roger Corman-Produktion aus der Feder von Trash-Regisseur Jim Wynorski („Shopping“) sympathisch zu unterhalten, was mitunter wohl auch an der unter 80 Minuten laufenden Spielzeit liegt, die im Vorfeld jegliche Länge die entstehen könnte verhindert.

Kurz nach der Ankunft des Helden, von dem niemand weiß warum er eigentlich gerufen wurde bevor die Hölle herein bricht, setzt „Mutant - Das Grauen im All“ (Alternativtitel) eine kleine Pause ein. Zuvor durfte man an einer Weltraumschlacht teilnehmen, einen Roboter und den pulsierenden Kokon der zukünftigen Bedrohung sichten und herrlichem Wissenschaftsnonsens lauschen. Aber langweilig wird es dem Freund trivialer Popkorn-Unterhaltung in der kurzen Verschnaufpause danach trotzdem nicht, spart Regie-Debutant Allan Holzman doch nicht an Tittenszenen, und dank dem wundervollen Mix freiwilliger und unfreiwilliger Komik besitzen diese Erotikszenen sogar tatsächlich Reiz.

Danach greifen Drehbuch und Spezial Effekte in die Vollen, dann geht das große Geglibber los. Monsterszenen und ein sich zersetzender Mensch sorgen für einen wohligen Mix aus Ekel und naivem Charme. Manches Mal überrascht eine Szene mit wahrer Härte, zimperlich geht das Mutantenvieh nicht mit den Menschen um, nicht einmal wenn sie naiv genug sind zu glauben mit ihm kommunizieren zu können.

„Forbidden World“ (Originaltitel) ist reißerisch, aber augenzwinkernd erzählt, und mit dieser Tonlage weiß er in seinem flotten Tempo einfach zu gefallen. Ein schräg quietschender Synthesizer-Sound sorgt für den übrigen Charme, darf sich hin und wieder aber auch in Anlehnung an Kubricks „2001“ mit klassischer Musik abwechseln.

Da das Monster zu gefallen weiß und an schleimig-glibberigen Spezialeffekten nicht gespart wurde, können Freunde quantitativer B-Filme des Science Fiction-Genres bei „Subject 20 - Horror im All" (Alternativtitel) bedenkenlos zugreifen. Dem augenzwinkernden Spaß gelingt die perfekte Ballance nie zu albern und nie zu ernst zu wirken. Und wer würde nicht mit dem Helden tauschen wollen, wenn er Dawn Dunlap in der Sauna begegnet?  OFDb

09.07.2014

PIRANHACONDA (2011)

Ein Monsterfilm von Produzent Roger Corman und Regisseur Jim Wynorski, das ganze handelnd von einem Wesen halb Anaconda und halb Piranha, trashig betitelt als „Piranhaconda“ - das klingt alles so als wäre es ein Fest-Happening für Trash-Freunde, eine Party für Fans unterster Schubladen-Filme monströser Schlechtigkeit. Dass in Zeiten billigster Computeranimations-Streifen The Asylum im Vergleich zur Corman-Schmiede die Nase vorn hat, beweisen Werke wie „Sharknado“ und „Mega Piranha“. Trotz solch herrlicher Tierkreationen wie der des hier besprochenen Streifens oder anderer Corman-Produktionen wie „Sharktopus“ und „Scorpius Gigantus“ und oft besserer Finanzierung als im untersten Bereich der Asylum-Schmiede, fallen neuere Produktionen des gefeierten B-Movie-Papstes oft zu routiniert aus.

Nicht dass unterhaltsame Werke dieser Sparte Film wie Rays „Supershark“ oder „Sand Sharks“ überdurchschnittlich zur Sache gingen, sie verpackten die Routine jedoch auf unterhaltsame Art, mal humoristisch, mal mit schrägen Gymmicks versehen, in der Not auch mal von Charakteren handelnd, die andere Nichtigkeiten erlebten als Vergleichsfiguren anderer Streifen dieser Art. Es ist nicht immer einfach deutlich zu machen woran die eine C-Produktion Monsterfilm scheitert und eine ähnliche nicht. Wie auch immer: „Piranhaconda“ gehört leider zu den scheiternden, was mitunter auch daran liegt, dass die so plump originell klingende Titelkreatur gar nicht so interessant ausgefallen ist, wie sie zunächst klingt. Okay, das Vieh hat Zähne, ansonsten unterscheidet das Biest jedoch nichts von anderen Riesenschlangen aus Filmen wie „Python“, „New Alcatraz“, „Island Of Beasts“ oder „Killer Kobra“.

Hätte man dem Wesen einen wissenschaftlichen Hintergrund a la Genmanipulation beschert, so wie seinerzeit in Dantes „Piranhas“, hätte man die Story noch ein wenig aufpeppen können. Aber Menschen an einem exotischen Ort nach und nach einer natürlich mutierten Kreatur ins Fressmaul laufen zu lassen ödet auf die Dauer an. Erst recht wenn Figuren erst kurz vor ihrem Verzehr eingeführt werden und begonnene Alternativ-Twists nicht mit der Hauptgeschichte verbunden werden. Lustig ist zumindest für den Trash-Fan, dass das Vieh fast immer nur dürre Schönheiten zu fressen kriegt. Das ist wie Rippchen-Essen auf Diät-Basis und macht garantiert nicht satt. Endlich bekommt eine Dauerfressorgie in solchen Streifen mal halbwegs Sinn.

Während in den meisten der von mir genannten Vergleichsfilme mit Riesenschlangen die Opfer in der Regel nur mit einem Happs verzehrt werden, was animationstechnisch die leichteste Lösung ist, spielt das Mutantenvieh aus „Piranhaconda“ wenigstens ein bisschen mit seinem Essen. Wynorski genießt es ein Opfer auch ruhig erst einmal ein Bein verlieren zu lassen, bevor das Ungetüm sich den Rest von Blondchen holt. Aber er belässt es bei ein paar Beispielen und lässt die Kreatur sich ihre Nahrung ansonsten auf die gewohnte Art zu holen. Jagdgeist muss sie dabei fast nie beweisen. Die meisten Menschen bleiben vor Panik stehen, ducken sich und warten bis sie Vergangenheit sind.

Auch in der Hauptgeschichte geht es nicht interessanter zur Sache. Die Charaktere sind austauschbarer als man es sich wünschen würde, die Darsteller schlecht bis halbwegs akzeptabel, und nicht einmal das Spiel mit den Klischees aus den „Freitag der 13.“-Filmen, das durch die Geschichte eines Horrorfilm-Drehs Einzug in „Piranhaconda“ hält, weiß zu gefallen, auch wenn vereinzelt geglückte Gags vorhanden sind. „Piranhaconda“ ist langweilig, und mir ist bis heute schleierhaft warum „Island Of Beasts“ es bei gleicher Rezeptur nicht war. Der war ebenfalls von Wynorski inszeniert, der in der Regel unterhaltsamen Trash auf die Beine stellt seit er in den 80er Jahren mit „Shopping“ und „Der Vampir aus dem All“ begonnen hat popligen Horrorschund zu drehen.

Nennenswert an „Piranhaconda“ ist lediglich die angenehme Erscheinung, dass der Vorspann hierzulande deutschsprachig eingebracht wurde, ein Zustand der in den 70er Jahren Standard war und im Zuge der Massenproduktionen und Einsparungen schon recht früh in den 80er Jahren eingestellt wurde. Schön dass es die gern geschundenen C-Filmchen sind, die in solchen ungeahnten Bereichen plötzlich Pluspunkte sammeln können. Schade dass es davon in Wynorskis Piranhaschlangen-Film nicht mehr gab. Ein derartig enttäuschendes Ergebnis bin ich von ihm einfach nicht gewohnt.  OFDb

30.12.2013

SHOPPING (1986)

Nummer 5 lebt“ auf Horrorbasis, so lässt sich „Shopping“ ziemlich gut beschreiben. Dass der B-Film um mordende Überwachungsroboter ein ziemlich hohles Grundthema bietet und Unlogiken sich nicht verstecken, stört nicht weiter. So ist das halt meistens bei B-Filmchen und trotzdem wissen sie zu unterhalten. So auch „Shopping“, der ein Tempo an den Tag legt, das nicht von schlechten Eltern ist. Da hier häufig geballert wird und der Spannungsbogen die Routine nie übersteigt, ist er eher dem Horror-Action-Genre zuzuordnen. Blutig ist er auch, aber diese Szenen sind über den kompletten Film schön verstreut und kommen nicht Schlag auf Schlag. Die Darsteller sind nicht gerade überzeugend, was nicht schlimm ist, da die Roboter hier Schauwert sind. Sie sehen ganz nett aus und sind in ihren Möglichkeiten der Bekämpfung auch nicht uninteressant. Das sorgt für Abwechslung in einem Film mit kurzer Laufzeit, so dass Längen gar nicht erst aufkommen können. Da kann auch der monotone Soundtrack nichts gegen wirken, zumal er meiner Meinung nach atmosphärisch auf seine technische 80er Jahre-Art den Film unterstützt. Da der Abspann beim Benennen der Darsteller einen der schönsten schwarzhumorigen Gags bereit hält, empfehle ich unbedingt auch ihn zu gucken. So oder so: Freunde von charmanten Billigfilmchen der 80er Jahre kommen an „Shopping“ nicht vorbei.  OFDb

11.02.2013

GARGOYLES - FLÜGEL DES GRAUENS (2004)

Vor 500 Jahren konnten Menschen die bösen Gargoyles, geflügelte Kreaturen, besiegen. Nun sind sie zurück, von der Menschheit vergessen. In Rumänien stoßen zwei CIA-Agenten auf diese Kreaturen, als sie eigentlich einen Geiselnehmer festnehmen wollten...
 
Jetzt wird’s albern...
 
Regisseur Jim Wynorski ist ein Vieldreher im B-Film-Bereich, und in diesem braucht man viele Pseudonyme, um nach seinen Filmverbrechen vom Stammpublikum nicht gleich wieder erkannt zu werden. „Gargoyles“ drehte er unter dem Namen Jay Andrews, und schaut man sich dieses Stück schnell heruntergekurbelten Müll für den Videomarkt an, so kann man die häufigen Namenswechsel durchaus verstehen. Eigentlich fing alles gut an, war Wynorskis zweiter Film doch „Shopping“, ein Horror mit Killerrobotern, der sich unter Genre-Fans großer Beliebtheit erfreut.

Mit „Der Vampir aus dem All“, seinem fünften Langfilm, arbeitete er für Roger Corman und legte dort einen freiwillig schlechten Film hin, wie er Trash-Freunde kaum glücklicher machen konnte. Aber irgendwann entdeckte der Mann den Erotik-Sektor für sich, drehte Schund wie „The Bare Wench Project“ und „The Breastford Wives“. Dennoch behielt er das Horror-Genre als zweites Standbein bei, und für dieses Genre drehte er nun Filme mit computeranimierten Monstren.

Es ist kein Geheimnis, dass diese Gattung Horrorfilm nicht zu den beliebtesten des Genres gehört, zumal diese Werke keinerlei Charme versprühen, den manch handgemachter Schund noch vorweisen konnte. Wynorski drehte „The Bone Eater“, “Island Of Beasts” und auch “Gargoyles”, dem wir uns nun widmen werden.

Bereits 1972 widmete sich ein Filmemacher den Kreaturen, die wir meist steinern an Kirchen bewundern dürfen. Der Film hieß schlicht „Gargoyles“ und trennte noch brav die verschiedenen Typen dieser Wesen, um die sich ganze Legenden ragten. Wynorski interessiert der „wahre“ Hintergrund dieser Wesen noch weniger als seinem Vorgänger. Die Viecher dienen lediglich für den Schaueffekt, und deshalb beschränkt sich der gute Mann auch nur auf die fliegende Gattung. Versteinert waren seine Gargoyles nie, lediglich eingeschlossen.

Bereits der Rückblick, der 500 Jahre vor den Geschehnissen spielt, von dem der Film erzählen möchte, zeigt die Kostengünstigkeit dieses Werkes. Auf welche Art die Gargoyles eingesperrt werden ist geradezu lächerlich. Da hätte man auch bessere Alternativen bei gleichem Finanzstand wählen können.

Aber „Gargoyles – Flügel des Grauens“ ist alles andere als hohe Filmkunst geworden. Das würde sicherlich auch niemand erwarten. Aber selbst im B-Horror gibt es nur einen Gewissen Grad Unsinn mit dem man leben kann. Bei einer Überdosis wird auch der Film mit der freiwillig albernsten Story unfreiwillig komisch, und ein solch merkwürdiger Bastard ist „Gargoyles“ dann auch geworden.

Schlechte Darsteller, Unlogiken (beginnend mit der ersten Gargoyle-Attacke im Jetzt, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Kreatur befreit wurde), lieblose Musik-Routine, das alles verweist auf die Schlechtigkeit des Werks. Um so erstaunlicher dass mancher Dialog auf freiwilliger Basis zündet, die Charaktere einem trotz ihrer Oberflächlichkeit nicht völlig egal sind, man vom Drehbuch gegen Ende charakterlich getäuscht wird und selbst die billig am Computer entstandenen Kreaturen auf schlichter Ebene zu gefallen wissen. Zumindest teilweise, teilen sie sich mit menschlichen Darstellern das Bild sehen sie erbärmlicher aus als in Soloeinstellungen. Auch dort wirken sie nicht echt und griffig, sondern typisch wie aus dem Rechner entstanden, aber sie sehen doch recht putzig aus.

Man mag über den Film klagen wie man will, aber Wynorski hat es nicht verlernt auf Trash-Ebene zu unterhalten. Hin und wieder gelingt ihm eine fast spannende Sequenz, doch die hat keine Chance im Meer an dusseligen Fehlern, die leicht zu beheben gewesen wären und anderen Peinlichkeiten. „Gargoyles“ ist ein Mix aus freiwilligem und unfreiwillig komischen Trash und genau so macht er auf 90 Minuten auch Spaß. Vergleichbar wäre er vom Unterhaltungswert und vom Niveau mit „Boa vs. Python“. Beides will keine Kunst sein, beides ist selbst für den B-Film-Sektor zu peinlich, und beides macht ungeheuer Spaß.  OFDb

05.02.2013

DER VAMPIR AUS DEM ALL (1988)

Ein Außerirdischer landet auf der Erde um das Blut der Menschen zu untersuchen. Hierfür müssen die Versuchstiere sterben. Eine Krankenschwester kommt dem unheimlichen Mann auf die Schliche...

Wie von einem anderen Stern...
 
Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Trash. Die gröbste Trennung liegt wohl in der freiwilligen und unfreiwilligen Sorte. „Der Vampir aus dem All“ ist freiwilliger Trash, jedoch nicht vergleichbar mit Werken wie „Angriff der Killertomaten“. Der Witz und eigentlich großartige Schachzug von dieser Roger Corman-Produktion ist es, dass er keine Komödie sein will.

„Der Vampir aus dem All“ soll lediglich ein augenzwinkerndes Werk sein. Corman wollte lediglich ein kostengünstiges Remake seines naiven Klassiker „Gesandter des Grauens“ drehen. Da es finanziell für dieses Projekt recht knapp aussah, versuchte man gar nicht erst einen guten Film fertig zu stellen. Dass alles Schlechte dieses Streifens Absicht war, sieht man jedoch an allen Ecken und Enden.

In der Hauptrolle besetzte man Pornodarstellerin Traci Lords, untalentiert im echten Schauspiel, sexy genug für eine gehörige Portion nackte Haut, ein häufig wichtiger Bestandteil in Trash-Filmen. Die restlichen Schauspieler um sie herum glänzen auch nicht gerade vor Talent. Das verheimlicht auch niemand, obwohl nur ein geringer Teil der Charakterzeichnungen humorvoll gemeint ist.

Spezialeffekte gibt es hier viele, die meisten jedoch nur im Vorspann. Dort darf man allerhand Kreaturen verschiedenster Sorte sichten, die Corman aus ehemaligen Produktionen entliehen hat. Sie sollen wahrscheinlich die Kriege auf dem Heimatplanet des Alien verdeutlichen, von dem ab und an gesprochen wird. Deutliche Worte diesbezüglich gibt es jedoch nicht.

Die Monstershow im Vorspann macht auf jeden Fall sehr viel Laune. Mit Trashaugen betrachtet ist es um so witziger, da es im Restfilm nur Popeleffekte zu sichten gibt. Ins Bild hineingemalte Energieströme, wenn der Außerirdische die Menschen aussaugt, ab und an leuchtende Augen, das war es auch schon. Da wird sich manch einer, der den Film nicht verstanden hat, geärgert haben.

Der Außerirdische läuft mysteriös herum, sieht aus wie ein viel zu alter Blues Brother und stolpert durch eine Handlung, die sich jedweder Logik verweigert. Ärzte verhalten sich nicht wie Ärzte, brechen Regeln obwohl dies nicht nötig wäre, die Krankenschwester gehorcht jedem Befehl des Vorgesetzten, so wenig er mit ihrem Beruf auch zu tun hat (sie agiert quasi wie eine Prostituierte, was wiederum ein augenzwinkerndes Spiel mit der Besetzung Traci Lords’ ist).

Der Ablauf der kompletten Geschichte ist nur konfus, verkrampft gespielt, gleichzeitig jedoch locker inszeniert, eben weil man keinen Hehl aus Untalent macht. Regie übernahm Jim Wynorski, der während der Dreharbeiten scheinbar mehr Gefallen an nackter Haut statt an Trash gefunden hat. Der dreht heute nämlich leider nur noch Erotik-Schund wie „The Bare Wench Project“ und „The Breastford Wives“.

Das Sahnehäubchen an „Der Vampir aus dem All“ ist jedoch das Drehbuch, das nicht nur seine Geschichte viel zu blauäugig und widersprüchlich erzählt, sondern uns auch idiotischste Dialoge um die Ohren pfeffert. Und da rede ich nicht von einigen wenigen zwischendurch. Fast jeder Dialog im Film ist Trash (zumindest in der deutschen Synchronisation). Wer darüber nicht lachen kann, dem wird nicht mehr zu helfen sein. Man kann nicht Trashfan sein und gleichzeitig nichts mit den Dialogen dieses Filmes anzufangen wissen.

„Der Vampir aus dem All“ ist eine unbekannte Trash-Perle, die ich jedem nur weiterempfehlen kann. Das tolle an ihm ist einfach, dass er nicht nur einen großen Partyfaktor besitzt, sondern auch die Freiwilligkeit, mit der Wynorski und Corman ihr Werk in den Müll stoßen. Das Remake von „Gesandter des Grauens“ ist Trash-Spaß jenseits von „Plan 9 From Outer Space“ und „Angriff der Killertomaten“, deswegen aber auch schwerer einzuordnen oder zu begreifen.  OFDb

THE BREASTFORD WIVES (2007)

Ein junges Paar zieht in die Stadt Breastford. Dort hat der Ehemann bald mehr Sex als seine Frau. Denn hinter der nach außen freundlichen Fassade des Städtchens steckt in Wahrheit ein böses Geheimnis: Der Bürgermeister der Stadt ist ein irrer Wissenschaftler, der die Frauen Breastfords gegen sexwillige Roboter ausgetauscht hat...

Die nackten Frauen von Stepford...
 
Weil ich die Filme rund um Stepford sehr gerne gucke, habe ich mich trotz meiner schlechten Erfahrung mit „The Bare Wench Project“, der vom selben Regisseur stammt und ebenfalls die Parodie eines bekannten Werkes mit Erotik mixte, an „The Breastford Wives“ heran gewagt. Dies war allerdings ein fataler Fehler, denn das Endprodukt ist wesentlich schlechter als der noch erträglich schlechte Versuch „The Blair Witch Project“ zu parodieren. Natürlich liegt auch hier wieder das Hauptaugenmerk auf der nackten Haut, aber es ist noch viel schlimmer als vermutet: Das fertige Werk ist ein reiner Pornofilm, der in den harten Szenen nur aus harmloseren Perspektiven gezeigt wird und die Kamera nie zu weit zur gewagten Stelle herüber gleiten lässt.

Dass in der harmlosen Version eines Hardcore-Filmes noch weniger Spaß zu ernten ist als in dem lediglich nur erotikbetonten „The Bare Wench Project“ ist klar. Freunde von Parodien, Science Fiction und auch speziell „Die Frauen von Stepford“ werden hier nur verärgert. Und der Freund von Pornoware greift sicherlich lieber bei echtem Hardcore zu, anstatt sich den Kopf zu verrenken, in der Hoffnung doch noch das ein oder andere Detail zu erkennen.

In einem Film, in dem sich die Handlung vor den Sexszenen verstecken muss, kann ich nichts gutes finden. Dann soll der Dreck auch gefälligst in der Pornoabteilung landen, wo er Sinn macht, anstatt ihn in doppelter Ausführung als Parodie getarnt, als schlechten Sexfilm auf andere Freunde des Zelluloid los zu lassen. Aufgrund der im Review erwähnten Tatsachen braucht man wohl auch kein Wort mehr über die Qualität der Schauspielerei und der Tätigkeiten der restlichen Verantwortlichen zu verlieren. Nur wer sich mit halbgarem Sex Befriedigung verschaffen möchte, in welchem Sinne auch immer, kann zugreifen (auch hier in welchem Sinne auch immer).  OFDb

25.12.2012

ISLAND OF BEASTS (2005)

Umweltschützer der Organisation One Planet beauftragen einen Kapitän sie zu einer Militärinsel zu bringen, auf der Betreten verboten ist. Sie vermuten dort illegale Experimente und bekommen die auch schneller bestätigt als ihnen lieb ist. Das Militär züchtete hier Riesenschlangen und Riesenechsen...

Hinein ins Billig-CGI...
 
Jim Wynorski, der diesen Film unter dem Pseudonym Jay Andrews drehte, versuchte mit der Realisierung von „Island Of Beasts“ gar nicht erst einen ernstzunehmenden Beitrag der Gattung Tier-Horror abzuliefern. Ähnlich wie bei seinem Frühwerk „Der Vampir aus dem All“ stürzt er sich in den Trash, vielleicht nicht ganz so idiotisch wie im Vergleichsfilm, aber doch deutlich genug um die Nachricht zu vermitteln: ist alles nicht ernst gemeint.

Humor im eigentlichen Sinne darf hier niemand suchen. Die Darsteller spielen todernst, und die Geschichte läuft nach üblichen Muster ab. Aber die Bereitwilligkeit sich auch wirklich in jedes Klischee zu stürzen ist unübersehbar. Die weibliche Besetzung scheint aus dem Pornobusiness rekrutiert zu sein, was nicht wundern würde, da Wynorski mit Werken wie „The Breastford Wives“ auch fleißig den Erotikmarkt mit billigen Sexfilmchen beliefert. Doch in einem Schundfilm wie „Cobra vs. Komodo“, so der Originaltitel dieses Tier-Horrors, geht die Rechnung auf. Inmitten von lächerlichen Dialogen, verkrampftem Spiel und peinlicher Story wirkt das Besetzen untalentierter Püppchen locker und unterhaltungsfördernd.

Hilfreich hierfür ist auch die angewandte Computeranimation, die einen zunächst anderes vermuten lässt. Man muss nicht lange auf den ersten Auftritt eines der Riesentiere warten, und was man sehen darf ist schon ziemlich dreist. Da taucht ein computeranimiertes Stück Echse auf, das so gar nicht echt wirken will, farblich bereits unnatürlich aussieht und dank fehlender Schatten und anderweitiger Schluderigkeit in der Animation wie ein Fremdkörper im Bild wirkt. Wenn ein Schauspieler in dieser ersten Szene in ein Gewässer flüchtet, darf das Ungetüm nicht folgen. Ein Tier im Wasser wäre schwierig zu animieren gewesen. „Island Of Beasts“ ist ein Schnellschuss-Projekt, also darf das Vieh auf recht billige Art einen Menschen verschlucken, was sicherlich am Heimcomputer mit genügend Knowhow nicht schwer umzusetzen wäre.

Dieser erste Auftritt sorgt für Ernüchterung, doch je mehr freiwillige Blödheit auf den Zuschauer nieder regnet, um so weniger stört man sich an dieser Billigkeit, im Gegenteil, sie weiß zu belustigen. Den Höhepunkt dieser Komik, die schwer in freiwillig und unfreiwillig zu unterteilen ist, wird in jenem Moment erreicht, indem eine Reporterin ein reißerisches Statement für ihre Dokumentation vorbereitet. Dort bläut sie ihren Zuschauern ein, dass das was sie gerade gesehen haben die Realität war und keine Spezialeffekte aus Hollywood. Da muss man schon lachen und beipflichten: Ooooh ja! DAS sind wirklich keine Spezialeffekte aus Hollywood!
 
Der Kapitän ist ein ehemaliger Soldat, die Wissenschaftler Opfer des Militärs, Umweltaktivisten mehr Spinner als Helfer, Reporter lediglich eitel, Schauspieler auch mal ethisch korrekt. Die Figuren ohne echten Charakter sind ein kunterbunt zusammengewürfelter Haufen mit verschiedensten Hintergründen. Lebendig genug um einen Trash-Film durchstehen zu lassen, denn nichts ist langweiliger als komplett eindimensionale Charaktere. Mit ihnen muss die Geschichte zwischen den Tierauftritten langgestreckt werden, deswegen ist es so wichtig, dass sie auf Schundniveau interessant bleiben.

Damit ein solch freiwilliger Schund a la „Boa vs. Python“ zu funktionieren weiß, muss es auch an der Logik ordentlich wackeln, und das tut es spätestens dann, wenn Schlange und Echse sich erst gegen Ende gegenseitig bekämpfen, was ausschaut wie ein Godzilla-Kampf ohne Atmosphäre, gewollt aber ohne Wirkung und in die Situation so gar nicht hineinpassend. Ewig hatten die Tiere Zeit sich zu bekämpfen, nun wo es den Helden sehr gelegen kommt, um zu verduften, da tun sie es auch.

Im Film wird erwähnt, die Menschen wären die letzte übrig gebliebene Nahrungsquelle auf dieser Insel, was aber spätestens durch den Auftritt mutierter Blutegel widerlegt wird. Selbst aus Hungergründen wäre ein solch später Kampf der Tiere unsinnig, da die Menschen noch nicht aufgefuttert sind erst recht.

Aber da befinden wir uns schon bereits in einer der letzten Szenen, und wer Filme dieser Art kennt wird wissen, wie viel Blödsinn dem genannten Beispiel voraus geht. Das muss aber auch so sein, denn der Trash-Fan freiwilligen Filmmülls will genau das sehen, etwas das dem herkömmlichen Filmfreund ewig unbekannt sein wird und von dem er sich gelangweilt abwendet. Wer will es ihm verübeln?

Jim Wynorski mixt die Zutaten richtig, kommt natürlich über Mittelmaß trotz allem nicht hinaus, aber er weiß zumindest zu ansatzweise unterhalten, ohne das man müde wird. Dafür ist auch seine Soundtrack-Wahl hilfreich, die schlicht aber stimmig die Abenteuer der bunten Truppe untermalt, meist sehr flott und leicht militärisch, aber auf jeden Fall sympathisch. Mit „Island Of Beasts“ kann man seinen Hunger auf Schund stillen, er wird jedoch nicht zum Leibgericht.  OFDb

07.12.2012

THE BARE WENCH PROJECT (1999)

Eine Gruppe junger Frauen möchte in einem tiefen Wald zusammen mit einem Kameramann eine Dokumentation drehen. Doch irgend etwas stimmt mit diesem Wald nicht. Erst stößt das Team auf allerhand Sexspielzeug, das Woodoo-artig im Wald platziert wurde, dann widerfährt einer der Damen ein magischer sexueller Höhepunkt. Von nun an sind sich die Frauen einig: Es muss eine Hexe im Wald hausen...

Silikon im tiefen Wald... 
 
The Blair Witch Project“ zog jede Menge Nachahmer nach sich. Einer der ersten dürfte wohl Charles Band's „The St. Francisville Experiment“ gewesen sein, und gerade heutzutage erfreut sich diese Methode Film neuer Beliebtheit mit Werken wie „[Rec]“ und „Cloverfield“. Ganz tief in der Versenkung, ohne wirklich beachtet zu werden, entstand nur 3 Jahre nach dem Hexenhorror im Wald eine Parodie darauf. An sich eine durchaus interessante Idee, zeigte doch schon „Scary Movie“ dass es aus der Vorlage genug zu ernten gäbe, um sich drüber lustig zu machen.

„The Bare Wench Project“ geht die Sache aber leider völlig falsch an. Weder Horror noch Komödie stehen hier im Mittelpunkt, die „Blair Witch“-Parodie diente lediglich als Vorwand Erotik zu präsentieren.

Die Frauen an sich sind auch recht hübsch, wenn auch nicht gerade auf die natürlich Art. Doch Nacktheit allein hat einen Film für den Cineasten der eine Geschichte erzählt haben möchte noch nie sehenswert gemacht. Erotikfreunde werden sicherlich gefallen daran finden, auch wenn die meisten Szenen im Evakostüm an das Nachtprogramm von 9live erinnern, lediglich motivierter ausgeführt.

Da es nur einen männlichen Part gibt, der zu Komikzwecken nur Irrsinn in die Kamera labern darf, besteht die Erotik entweder aus Einzelherumräkeln oder aus soften Lesbenszenen. Auch in den Nichtnacktszenen wird der Oberweite der weiblichen Stars mehr Aufmerksamkeit geschenkt als allem anderen, ragen die Nippel bei den meisten doch bereits schon im angezogenen Zustand hervor.

Die Komik ist leider völlig banal und nur in einer kleinen Autounfallszene einen kleinen Hauch lustig. Das ist schade, immerhin orientiert sich das Werk Szenenweise wirklich nah am Original. Es beginnt mit einem einleitenden Text, dann geht es in einem Zimmer vor der Abfahrt weiter, man führt Interviews durch, und auch das Entdecken merkwürdiger Dinge im Wald wurde übernommen. Dieser Punkt wurde aber, ähnlich wie die Witze aus „Clockwork Orgy“, in die Sexwelt übertragen.

So stoßen unsere Damen hier nicht auf Geäst-Bastelobjekte wie im Original sondern auf Sexspielzeug. Da hängt eine aufblasbare Puppe am Baum und auf dem Boden findet man das ein oder andere Produkt, das eigentlich in einen Sexshop oder in ein Schlafzimmer gehören müsste. Ohne diese Produkte zu benutzen bekommt eine der Akteurinnen urplötzlich einen geheimnisvollen Orgasmus. Von da an ist klar: In diesem Wald stimmt etwas nicht. Das einzige was von da an noch an „The Blair Witch Project“ erinnert ist der Wald, die Handkamera, das Lauschen nach Geräuschen bei Nacht und das Finale im Haus.

Dass eine Parodie auf den unheimlichsten Hexenfilm der 90er Jahre nicht viel Mühe gekostet hätte dürfte klar sein. Ich verstehe nur nicht, wie man als Erotikfilmer die gute Idee komplett der Nacktheit opfern kann. Immerhin will der Film neben seinem Sexfilmanliegen, eine Komödie sein. Nun ja, die Idee wurde verschenkt und dürfte nur einigen Spannern gefallen. Aber solche gibt es nun mal und Wynorski präsentiert immerhin keine unwilligen Divas.

Dem öden Film folgten noch 3 Fortsetzungen, und Regisseur Jim Wynorski widmete sich von da an häufiger erotisch angehauchten Parodien (z.B. „Witches Of Breastwick“ und „The Breastford Wives“). Das bedeutet wohl, dass sich die Dinger auf dem Videomarkt recht gut verkaufen lassen.

Dass das Prinzip der Handkamera in einigen kurzen Passagen durch normale Aufnahmen verraten wurde, wäre eigentlich nur dann einer Erwähnung wert, wenn der Film parodistischer ausgelegt wäre. Erwähnen wollte ich es dennoch mal.  OFDb