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09.07.2023

TODESKREIS LIBELLE (1975)

Nachdem ich nun schon einige Zeit kein glückliches Händchen bei meiner Auswahl von Paul Naschy-Sichtungen besaß, begegnete mir ausgerechnet im Bereich des Kriminalfilms, anstatt in seinem Stamm-Genre Horror, ein sympathischer Film mit dem wenig talentierten Mann in einer Hauptrolle, und das war "Todeskreis Libelle". Inhaltlich vermutete ich den spanischen Versuch eines ursprünglicher Weise aus Italien stammenden Giallos, was "Una Libélula para cada muerto" (Originaltitel) sicherlich auch sein möchte, viel mehr erinnert der Streifen jedoch an die bunten Edgar Wallace-Beiträge unter der Regie von Alfred Vohrer, ein Bereich der ebenso wie der Giallo Folgewerk der vorangegangenen schwarzweißen Grusel-Krimis von Rialto ist. Was dort eher absichtlich verspielt anmutete, wird hier eher durch die Unzulänglichkeiten unfreiwillig humoristisch aufgebrochen, beispielsweise durch die kaum wahrzunehmende Ermittlung des Kommissars, während dieser sich wundert, dass sein Nichtstun zu keinem Fortschritt führt. Weit weniger Einfluss auf ein amüsantes Misslingen hat zur großen Überraschung Naschy selbst, der recht gut in die Rolle besagten Ermittlers passt und auch optisch dank des Tragens eines Schnurrbarts in ernster Mimik zu überzeugen weiß. 

Ohnehin ist "A Dragonfly for Each Corpse" (Alternativtitel) kein reiner unfreiwillig komischer Trash, bitte deutet meine Belustigung nicht als Totalversagen des Filmes oder meiner Reflexion. "Red Killer" (Alternativtitel) ist stimmig erzählt, erhält meist die zur Atmosphäre passende Musikuntermalung und weiß auch optisch das ein oder andere gelungene Bild einzufangen, freilich ohne diesbezüglich zum großen Kunstwerk manchem Giallo-Vorbilds zu werden. Zudem ist der Kriminalfall interessant gestaltet, das Mitraten des Täters ist integriert, die Auflösung akzeptabel und die Umsetzung mit quantitativen Schauwerten angereichert, so dass es an dieser kleinen Wundertüte des Gelingens und des Scheiterns in diesem wunderbaren Mix nichts zu beanstanden gibt. Gesichtet habe ich die internationale Fassung auf einer DVD, die beide Versionen bot. Hier soll mehr nackte Haut gezeigt werden, als in der spanischen Variante. Der Unterschied scheint aber nicht der Rede wert zu sein, was hier an Nackedeimomenten geboten wird, ist recht übersichtlich. Da hat manch einer sicherlich mehr erwartet, wo "Teufelskreis Libelle" mitunter doch in der Rotlichtbranche spielt. Harte Momente vermischen sich mit verspielt anmutenden, bunte Bilder vereinen sich mit einem düsteren Touch, nüchternes Schauspiel trifft auf eine reißerische Geschichte. Und genau so mag ich diesen Film, und so halte ich ihn bis zur nächsten Sichtung in Erinnerung. Und die wird kommen, bei solch sympathischem Retro-Kino.  OFDb

29.10.2022

DIE NACHT DES EXORZISTEN (1975)

Nur wenige Jahre nach dem Erfolg "Der Exorzist" wurde eine spanisches Imitation gedreht, prominent besetzt mit dem damaligen Genre-Star Paul Naschy. Auch hier wird eine im Bett liegende, von einer fremden Macht besessene, junge Dame von einem Priester aufgesucht, sich gegen ihn wehrend nach oben räkelnd und mit fremden Zungen verachtende Worte sprechend. Aber das geschieht in "Exorcism" (Alternativtitel) alles erst am Schluss, denn jeglicher mir bekannte Name des Filmes ist eigentlich ein Spoiler. Würde der komplette Rest des Streifens nicht aus geschwätzigem Hinhalten bestehen (und selbst das ereignisreichere Finale ist äußerst geschwätzig ausgefallen), würden die Titel etwas verraten, von dem man eher überrascht werden möchte. Das würde aber voraus setzen, dass eine Erwartungshaltung aufgebaut wird, dass man sich für das Mysterium und die offenen Fragen interessieren würde, welche die Geschichte beinhaltet und nach und nach aufdeckt. Aber leider ist "Exorcismo" (Originaltitel) die lahme Art Horrorfilm ihres Hauptdarstellers, und nicht die amüsant unsinnige, wie ebenfalls häufig mit besagtem Star zu erleben. Nein, in "Die Nacht des Exorzisten" geschieht wahrlich nicht viel. Und uninteressante Figuren, alle dargestellt von talentfreien Mimen, die dank eines desinteressierten Drehbuchautoren alle gleich reden, so als wäre das Umfeld von lediglich einer Person bevölkert, machen den simpel abgefilmten, theatralisch dargebotenen, übernatürlichen Dramen-Reißer nicht sehenswerter. Zwar beginnt der Streifen auf naiver und simpler Ebene recht stimmig, aber der Stillstand ist schnell erreicht, und 90 Minuten Laufzeit fühlen sich von da an mal wieder erschreckend lang an. Zumindest weiß die Besessene im Finale optisch zu gefallen, allein ihre Kontaktlinsen sind wundervoll anzusehen. Auch hat sich für diese Art überholten Genre-Beitrag der ein oder andere blutige Moment eingeschlichen, der wie ein Fremdkörper im biederen Gesamtbild anmutet (ein Standard in unterhaltsamen, wie missglückten Naschy-Filmen). Aber mehr Schauwerte hat Juan Bosch nicht zu bieten, der in seiner bis dahin 16jährigen Laufzeit als Regisseur zum ersten und letzten Mal für einen Horrorfilm tätig war und ansonsten meist im Gauner/Thriller/Western-Bereich tätig war.  OFDb

18.04.2022

KARNEVAL DER BESTIEN (1980)

So reizvoll "Karneval der Bestien" in der Theorie auch klingen mag, meiner Meinung nach zählt er zu den schwächsten Filmen mit Paul Naschy (der diesmal auch Regie führte), egal ob aus Trashsicht betrachtet oder bezüglich ernst gemeinten alternativen Filmgeschmacks. Der Titel ist ohnehin Augenwischerei, die Bestien (egal ob im tierischen, oder im menschlichen Sinne) bekommen nur wenige Minuten gegen Ende beschert, der Karneval ebenso. Alles was dem voraus geht schaut sich widersprüchlich zur vorhersehbaren Finalpointe und ist mit Blickwinkel auf den Aufhänger lediglich Füllmaterial. Betrachtet man dieses Füllmaterial nicht geblendet von der Marktstrategie der Produzenten als Hauptgeschichte, fällt schnell die Orientierungslosigkeit auf, die der Streifen sowohl mental, als auch in der Charakterzeichnung, sowie auf der Suche seines Zentrums besitzt. Letztendlich wohnt man hauptsächlich einem theatralisch vorgetragenen Drama bei, in dessen Geschehen eine Figur ins Zentrum gerückt wird, die uns in der recht lang ausgefallenen Vorgeschichte zuvor überzeugend als unsympathischer Mörder, Verräter, Dieb und Herzensbrecher vorgestellt wird, angekommen im Hauptszenario aber plötzlich alle Herzen für sich gewinnen soll, ohne dass das Drehbuch oder der (wie immer) überforderte Naschy selbst etwas dazu beitragen diesen neuen Fokus für den Zuschauer verständlich und nachempfindbar vorzubereiten. Da fällt am Rande mal ein Geständnis, dies jedoch derart beiläufig und nicht als Entschuldigung oder Reue formuliert, sondern doch nur vorgetragen um mit der neuen Liebgewonnenen Süßholz zu raspeln. 

Nur selten werden Spannungsmomente oder morbide Szenen eingeworfen, geschieht dies soll der Zuschauer durch den Anblick eines fremden Augenpaares, das durch Spalte in Wand und Türen schaut, beunruhigt werden. Da es an einer Heranführung mangelt, weshalb das Augenpaar gefürchtet werden muss, und nicht einmal die wenigen Anspielungen auf etwas Unheilvolles in ihre Richtung schlagen, funktioniert dies freilich nicht. Die sehr langweilig und brav gehaltene Hauptgeschichte bekommt man mit derartigem nicht aufgepeppt. Das schaffen nicht einmal die viel zu selten und meist zu spät eingebrachten Morde, die uns zumindest nett getrickste Leichenbilder nach den Taten des Unbekannten zaubern. Wenn "Human Beasts" (Alternativtitel) erst einmal zu Ende erzählt ist und sein Geheimnis, welches im Alternativtitel "Cannibal Killers - Human Beast" bereits verraten wird, offenbart, wird aus "El carnaval de las bestias" (Originaltitel) dennoch kein zusammenhängendes Ganzes, da am Ende alles keinen wirklichen Sinn ergibt, selbst die halbwegs durchdachten Elemente, denen es an psychologisch sinnvollen Zusammenhängen mangelt. "The Beasts' Carnival" (Alternativtitel) ist unglaublich langweilig und ereignislos ausgefallen, kaum Horrorfilm, auch als Drama eine Niete und lädt auch nie wirklich zum Rätselraten ein, was im ominösen Haus völlig normal scheinender Leute scheinbar merkwürdiges passiert. Gleichgültig wirft man irgendwann, erschöpft von der Ereignislosigkeit des Geschehens, die Neugierde über Bord, enttäuscht von einem Film, der nicht weiß was er will. Zumindest weiß ich nicht was er wollte. Es interessiert mich auch nicht mehr.  OFDb

30.01.2022

DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (1968)

Neulingen, die mit dem Namen Paul Naschys noch nichts anzufangen wissen, kann man "La Marca del Hombre-lobo" (Originaltitel) durchaus ans Herz legen, um herauszufinden ob einen der naive Touch seiner Horrorbeiträge zusagt oder nicht, spielt er meiner Meinung nach doch im Mittelfeld des Schaffens des seinerzeit erfolgreichen Darstellers. Da gab es Besseres und Schlechteres zu sichten. Vor allen Dingen aber ist es ein geradezu typischer Genrebeitrag des nicht gerade mit viel Talent gesegneten spanischen Stars, spielt er doch wieder einmal den Waldemar Daninsky, der immer alternative Geschichten darüber erlebt, wie er den Werwolf-Fluch erhält und mit diesem Schicksal lernen muss umzugehen. Theatralik und blauäugiger Grusel tummeln sich zuhauf, und es liegt am Charme des Ganzen, sei es durch den Retroaspekt erreicht, oder durch die liebevollen Settings und optischen Einfälle einer an sich simpel arbeitenden Kamera, dass das Ergebnis nicht rein zur unfreiwillig komischen Unterhaltung verkommt, sondern stattdessen zusätzlich eine gewisse stimmige Atmosphäre erreicht. Aber man muss eben Zugang zu Werken wie diesen finden, die wie Laientheater dargeboten sind und von einem ganz eigenen naiven Geisterbahn-Spuk leben, in welchem wild verschiedene Versatzstücke des Horrorbereichs verarbeitet werden. Der Titel "Die Vampire des Dr. Dracula" verrät bereits die Beimischung des Blutsaugeraspekts. 

Hexen wie im Alternativtitel "Hexen des Grauens", oder Frankenstein und sein Monster, wie der amerikanische Alternativtitel "Frankenstein's Bloody Terror" suggeriert, sind hier diesmal jedoch nicht auszumachen. Für einen Naschyfilm fällt "Hell's Creature" (Alternativtitel) zudem ziemlich unblutig aus. Stattdessen wird für den reißerischen Schauwert jedoch ordentlich gefoltert, und eine hübsche Vollbusige, die zu den ersten Opfern des wiedererweckten Vampirgrafen gehört, sorgt für zusätzliche Reize. Über die Spezialeffekte sollte man besser kein Wort verlieren, auch wenn das Werwolfsgesicht Naschys zu wirken weiß. Und der Obervampir fuchtelt mit seinem Mantel derart freudig penetrant herum, als hätte er sich diese Rolle von Kindheit an einmal gewünscht. Aber gerade diese verspielte, nie Perfektion anvisierende, sondern stattdessen in vielen Bereichen eher amateurhaft anmutende Herangehensweise ist es, was Naschyfilme ausmacht, die etwas langweiligeren ebenso, wie die kurzweiligen. Auch diesbezüglich schwimmt "The Wolfman of Count Dracula" (Alternativtitel) irgendwo in der Mitte mit Es gibt stets genug Schauwerte, öde wird es nie, aber es tut gut jemanden dabei zu haben, mit dem Mann beim Zuschauen ein wenig schwätzen kann, zumindest wenn "The Mark of the Wolf Man" (Alternativtitel) nicht der erste Ausflug in die Arbeiten Naschys ist, denn "The Werewolf's Mark" (Alternativtitel) bietet einige Elemente vergangener und zur Entstehungszeit noch kommender Werke dieses Mannes, so dass sich vieles bereits bei der Erstsichtung wie Wiederholung anfühlt. Frei von Sympathie ist aber auch dieser Streifen nicht ausgefallen, auch wenn ich etwas mehr Wohlwollen an den Tag legen musste, als bei manch anderem seiner Genrebeiträge.  OFDb

25.07.2021

DRACULAS GROSSE LIEBE (1973)

Paul Naschy als Dracula? Dass dies von der Besetzung her nicht passt, macht selbst der Sohnemann Naschys in einem Vorwort auf der deutschen Bluray-Veröffentlichung deutlich. Ebenso erwähnt er, dass Naschy auf den hier besprochenen Streifen besonders stolz gewesen wäre. Das weiß zu belustigen, wenn man "Draculas große Liebe" erst einmal gesehen hat. Denn es ist ein naiver Film, wie es die Horrorbeiträge mit Naschy im Zentrum meistens sind, ein Genre-Beitrag der heute nicht einmal mehr einen 9jährigen erschrecken würde. Es ist eben jene Art simpler Vampirfilm, wie er auch in Peter Vincents Sendung in "Fright Night" laufen könnte, so gnadenlos klassisch wie er die Elemente um seine Vampirthematik präsentiert, so wunderbar billig wie die Optik dieser Wesen ausgefallen ist. Hinzu kommt die typische Theatralik spanischer Werke dieser Art, die man beim besten Willen nicht ernst nehmen kann. Aufgrund der herrlich unsensibel angegangenen Romantik, die sich bereits im Titel ankündigt, mündet sie in einem wundervoll unfreiwillig komischen Höhepunkt zum Schluss, wenn mit dem letzten Atemzug nach einem völlig unerwarteten Suizid der Name der Geliebten ausgesprochen wird. 

Hier zementiert sich all die Schundklassik, die der Streifen dem Zuschauer zuvor Häppchen-weise zuschmiss. "Vampire Play Girls" (Alternativtitel) lässt nichts vermissen: Kerzen, die mit magerem Licht ganze Räume erstrahlen lassen, umher schleichende Menschen mit Kerzenständern in alten Gemäuern, pseudo-erotische Momente, eine Kutschfahrt durch den Wald inklusive durchgehender Pferde, Dracula in klassischer Garderobe, die Lüsterne, die Jungfrau und die tote Verwandte Draculas, die auf ihre Wiedererweckung wartet - und freilich die Geschichte eines Fluchs, der von Draculas großer Liebe verlangt, dass sie sich freiwillig hingibt. Einer wunderbar dämlichen Zeremonie darf man ebenfalls beiwohnen, eine Mystik um den Wechsel Draculas Äußerem wird erschaffen, ohne sie konkret zu nutzen, "Cemetery Girls" (Alternativtitel) ist voll von klassischen Zutaten in dilettantischer Umsetzung, dass es eine Freude ist dem Treiben zuzusehen, und mag es auch noch so mit möchtegern-dramatischen Dialogen gestreckt sein. 

Gute Spezialeffekte sucht man vergebens, manch morbide Idee ist mit an Bord, selten schlägt Javier Aguirres Regiearbeit auch mal härtere Töne an. Der von Paul Naschy selbst verfasste Film entfacht inmitten seines blauäugigen Unsinns und inmitten seiner fehlerhafter Umsetzung (erstaunlich wie wenig man versuchte Tagaufnahmen, die nachts spielen sollen, optisch zu verfremden) Charme, auch durch kurzfristig aufkommende, stimmige Momente, die zeigen wie naiver Grusel mit etwas mehr Können tatsächlich hätte fruchten können. Aber jedweder Mime des Streifens besitzt kein Talent, jegliches Feingefühl für Dramatik und Figuren, sowie auch nur ein Hauch für psychologisches Verständnis, fehlen völlig, und so dominiert freilich der stümperhafte Großteil, der wahrlich zu unterhalten weiß. Mancher Drehort und die Ausstattung ist geglückt, fast alles weitere in "El gran amor del conde Drácula" (Originaltitel) lebt lediglich von seinem Unvermögen, eingekleidet in einer sich wohlig, klassisch, modrig anfühlenden Geisterbahn-Atmosphäre für Nostalgiker überholter Kinotage.  OFDb

01.10.2020

THE MUMMY'S REVENGE (1973)

Carlos Aureds und Paul Naschys dritte gemeinsame Zusammenarbeit widmet sich dem klassischen Mumien-Thema, was in der Gesamtarbeit Naschys als ungewöhnlich hervor sticht. Deswegen wurde ich neugierig über ein Werk, das es nie nach Deutschland geschafft hat, in den USA mit englischem Ton und Untertiteln aber immerhin in einer, für Menschen wie mich, die kein Wort spanisch sprechen, verständlichen Version zu erwerben war. Zwei Fassungen gibt es von "The Vengeance of the Mummy" (Alternativtitel), freilich gab ich mir die zwei Minuten längere Version. Leider war es die längere Version eines Filmes, der sich ohnehin schon arg lang anfühlt, ist er doch zäh wie Kaugummi erzählt, so brav wie er sich (wie zu erwarten) schlecht gespielt an den üblichen Handlungsablauf der berühmten Printvorlage hält und somit eine weitere Verfilmung des Stoffes "The Jewel of the Seven Stars" aus dem Jahre 1903 von Bram Stoker darstellt. Schon die professioneller geratenen Verfilmungen mag ich meist nicht, die Grundlage trifft scheinbar nicht meinen Geschmack. Aber ich vermute, dass die Langeweile, die "La venganza de la momia" (Originaltitel) ausstrahlt, auch jene Zuschauer befallen dürfte, die sich eigentlich für den Stoff interessieren dürften. 

Carlos Aured reichert den Streifen zwar mit einigen für seiner Zeit derben Gore-Effekten an, aber die verteilen sich rar über die Gesamtlänge und können ein Werk, welchem es ansonsten an jedem nennenswerten Pluspunkt fehlt, ohnehin nicht bedeutend aufwerten. Fast schon unerträglich sind jene Füllszenen ausgefallen, in welchen wir theatralischen Dialogen lauschen müssen, die wie schlecht gespieltes Theater anmuten und die vorhersehbare, da allseits bekannte, Geschichte lediglich ausbremsen. Manch stimmige Kameraaufnahme weiß zu gefallen, aber selbst dies lässt die eher mager ausgefallene Optik der zentralen Kreatur nicht wesentlich besser erscheinen. Einen funktionierenden Spannungsbogen, geschweige denn eine dichte Atmosphäre, fehlt völlig. Diesem Werk sollte ein Jahr später noch die Zusammenarbeit "Blue Eyes of the Broken Doll" folgen, bevor sich die Wege von Aured und Naschy trennten. Erstgenannter drehte außerhalb des Horror-Genres später u.a. noch "Teuflische Mission" und "Apocalipsis sexual", bevor er  1985 mit seiner letzten Arbeit "Gefangene der Angst" in den Horror-Bereich zurückkehrte. Seinen austauschbaren und todlangweiligen "The Mummy's Revenge", der gerade im Vergleich zu Beiträgen aus den Hammerstudios zudem äußerst mager im Bereich der Dekoration ausgefallen ist, kann man sich getrost sparen, so interessant der Gedanke Naschy in einem Mumien-Horror zu sichten auch scheinen mag.  OFDb

05.09.2020

BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL (1974)

"Blue Eyes of the Broken Doll" stellt nach "Blutmesse für den Teufel", "Die Todeskralle des grausamen Wolfes" und "The Vengeance of the Mummy" die vierte Zusammenarbeit mit Paul Naschy für Regisseur Carlos Aured dar. Sie war auch seine letzte, widmete sich der Mann doch danach vorerst diversen anderen Genres, oftmals im Krimi- und Erotikbereich, bevor er mit "Gefangene der Angst" 1985 zum Horror-Genre zurückkehrte und mit besagtem Werk auch seine 13jährige Tätigkeit als Filmschaffender beendete. Wie in den anderen Gemeinschaftsfilmen zuvor, so widmeten sich die beiden erneut einem anderen Bereich des Horrorfilms. Nach der Thematik um Okkultismus, dem Hexen- und Werwolfsfluch, sowie der Rache einer Mumie, geht es diesmal um einen Frauenmörder, thematisch orientiert an italienischen Giallos, in seinem spanischen Flair jedoch völlig anders interpretiert und dargeboten als dort üblich. 

"House of Doom" (Alternativtitel) ist ein wundervoll abgefilmter Genre-Beitrag, dem man aufgrund der stimmigen Bilder und seines besonnenen, europäischen, langsamen und atmosphärischem Grundtons manche Länge verzeiht. Insgesamt ist "House of Psychotic Women" (Alternativtitel) dann aber doch zu langatmig und unaufgeregt ausgefallen, als dass man sich tatsächlich dauerhaft für seine Erzählung interessieren könnte. Schauspielerisch ist ohnehin wenig zu holen bei Produktionen dieser Art, die Darsteller können an diesem Zustand somit wenig retten. Wirklich missglückt fühlt sich dieses charmante Werk jedoch trotzdem nicht an. Es interessiert sich lediglich etwas zu intensiv für die Nebensächlichkeiten und vernachlässigt dabei manchen Punkt, den man unter den Schwerpunkten vermutet hätte. Die Mordsequenzen fallen oftmals fast beiläufig aus, brechen auch gerne mal abrupt ab, was immer dann besonders schade ist, wenn Kamera und Regie eine stimmige Komposition zur Einleitung einer solchen Szene setzten. 

Zudem reitet man etwas zu sehr auf dem seelischen Leiden der Protagonisten herum, was gerne in Theatralik mündet, die zwar zum offenbar absichtlichen Theater-Flair passt, welches hier immer wieder durch schimmert, aber doch stets eine Spur zu sehr über das Ziel hinaus schießt. Das mag zwar typisch für spanische Produktionen dieser Art aus dieser Zeit sein, fällt inmitten eines zu unaufgeregt dargebotenen Horrorgeschehens jedoch eine Spur zu penetrant aus. Gelungen kann man hingegen das Rätselraten um den Mörder nennen, da so einige Kandidaten zu den Verdächtigen gehören und es uns das Drehbuch nicht gerade einfach macht zu erahnen, wer da nun meist mit dem Rasiermesser tätig wird. Die Auflösung kann man als gelungen betrachten, zumal sie eine interessante Idee bereit hält. Und ohnehin sind die finalen 15 Minuten wesentlich kurzweiliger und interessanter ausgefallen, als der Rest des Streifens, so dass die stimmige Zusammenarbeit von Bild, Regie und Musik dort endlich so intensiv wirken kann, wie es der Streifen bereits viel früher verdient hätte.  OFDb

17.03.2018

DER WERWOLF (1981)

„Der Werwolf“ ist derart vollgepumpt mit klassischen Horrorzutaten aus naiveren Genre-Zeiten, dass man es schon als mutig bezeichnen könnte einen solchen Film in den 80er Jahren abzudrehen. Vom Inhalt her stark an „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ erinnernd, kann er an dessen Stärke nie heranreichen, eben weil alles viel naiver erzählt ist und alles technisch plumper auf die Schnelle abgefilmt. Wer sich auf einen Film mit Paul Naschy einlässt, darf nichts anderes erwarten. Im hier besagten Streifen spielt er erneut seine berühmteste Rolle, Waldemar den Wolfsmenschen, und mit dieser füllt er in all den Szenen zwischen den Horrorgeschehnissen seinem leidenden Charakter aufgrund dessen Fluchs mit jedem Klischee der Theatralik aus, so als wohne man einer Seifenoper für Horrorfans bei, was sich aufgrund Naschys Unvermögen Gefühle mimisch wiederzugeben humorvoll bemüht schaut.

Interessanter Weise ist es in „The Night of the Werewolf“ (Alternativtitel) er, der die ganze Chose ein wenig abbremst. Sinniert und pseudo-philosophiert Waldemar über sein Schicksal und das seiner neugewonnenen, viel zu plötzlich entstandenen Liebe, die dem verfluchten Ort eher fern bleiben sollte, bremst sich der Film damit immer wieder aus. Das ist schade, denn obwohl man nur Banalitäten und bereits Gesehenes aus anderen Filmen plumper präsentiert bekommt, macht der Hauptanteil, der Horror-Nonsens zwischen den menschlichen Waldemarszenen, definitiv Spaß, so schön wie sich die Schloss-Location schaut, Werwolf und Hexe noch weniger Grusel zu erzeugen wissen als dies schon in den 60er Jahren der Fall gewesen wäre bei so putzigen Kostümen und Inhalte um Verrat, Fluch, Okkultismus, Wiedererweckung, Vampirismus und Hokuspokus wirr durcheinander gewirbelt werden.

Das Drehbuch interessiert sich eigentlich nicht für eine wirkliche Geschichte. Von der Erweckung der Hexe und des Wolfsmenschen an, könnte jegliche Horrorszene auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Da verläuft nur ein arg dünner roter Faden, der von Schauwert zu Schauwert hüpft, ohne dass sich die Geschichte damit weiterentwickelt, geschweige denn hochschaukelt. Das Ganze ist dabei derart schön antiquiert in netter Deko und mit viel Staub, Spinnweben und Nebeleinsätzen umgesetzt, dass man dem naiven Treiben beim Vortäuschen einer angeblichen Geschichte nie böse wäre. Das bisschen was es an tatsächlicher Erzählung gibt ist vorhersehbar, der Rest harmlos morbide Horrornostalgie für Stammzuschauer des Genres, das einzige Publikum, welches aus Sympathie zum Streifen schmunzelt. Jeder andere lacht sich wahrscheinlich, sofern er nicht zu Tode gelangweilt ist, über „Return of the Wolfman“ (Alternativtitel) schlapp.

Viel mehr ist „The Werwolf“ (Alternativtitel) tatsächlich nicht. Er ist kein verkanntes Meisterwerk, kein düster wirkender Klassiker, dem man trotz seiner Naivität eine ernste Chance zugestehen sollte, so wie es beispielsweise bei „Die Nacht der reitenden Leichen“ der Fall ist. „The Craving“ (Alternativtitel) ist naivste Spielerei, nah am Dilettantismus angesiedelt, wenn nicht alles doch noch solch einen charmanten Touch beschert bekäme, das dem Werk eine Unschuld beschert, der jegliche harte Kritik nicht gerecht werden könnte, so nett wie sich das alles schaut, bemüht darin etwas gruselig gestalten zu wollen, das einfach nicht gruselig sein kann. Etwas flotter hätte der Film, der sich der Zeitabstände in denen er spielt nie bewusst ist, ruhig ausfallen können, dem Naschy-Fan beschert er trotzdem das was dieser in dessen Genre-Beiträgen sucht.  OFDb

15.07.2016

DRACULA JAGT FRANKENSTEIN (1970)

Aliens, welche die bekanntesten Filmmonster des klassischen Kinos erwecken, diese Idee von Paul Naschy, der in seiner Paraderolle als der Werwolf mit an Bord ist, klingt zunächst recht reizvoll. Und die Anwesenheit Karin Dors, fünf Jahre nach ihrem Ausstieg aus der Edgar Wallace-Reihe von Rialto, weiß ebenfalls Interesse zu wecken in einer Co-Produktion aus Spanien, Italien und Deutschland. Da erwartet niemand was anderes als herrlichen Unsinn oder ein sleazy Happening. Die Erwartungen sind also nicht all zu hoch. „Dracula jagt Frankenstein“ soll einfach nur unterhalten. Und diese eine einzige Erwartung kann er leider nicht erfüllen.

Wenn man bedenkt dass die allgemein bekannte Trash-Perle „Plan 9 From Outer Space“ von der Grundidee her auf ähnlichen Pfaden wandert und als sympathisch unsinniges Filmchen so wunderbar funktioniert, fragt man sich was wohl schief gelaufen ist an „Dracula vs. Frankenstein“ (Alternativtitel). Es mag sein dass mal wieder viele Köche den Brei verdorben haben, mischten an der wirr erzählten Geschichte doch gleich drei Regisseure mit, und so holprig wie die einzelnen Handlungsfragmente aneinander gepappt werden, darf man sich zu Recht fragen wieviel Konversation zwischen den Dreien wohl stattgefunden hat.

Allerdings hat schon so mancher unter ähnlichen Schwächen zu leidende Genre-Beitrag mit Paul Naschy bestens funktioniert. Diese schafften es neben ihrer unfreiwilligen Komik aber auch immer einen gewissen Grad an stimmiger Atmosphäre zusätzlich zu erschaffen, ein Zustand den der viel zu nüchtern und monotone „Operation Terror“ (Alternativtitel) nie erreicht. Das liegt aber auch daran, dass die wundervolle Idee den Bereich des SF-Horrors mit dem Genre des Kriminalfilms zu kreuzen (immerhin sind es Polizisten, welche die unheimlichen Vorkommnisse lüften sollen und den Außerirdischen auf die Schliche kommen) dadurch verwässert wird, dass das Hauptaugenmerk auf die Taten der Aliens gelegt wird, die pausenlos über ihre Mission plappern, was auf Dauer ganz schön anödet.

Dass ihre überlegene Art stets im Widerspruch zu ihren Taten und ihrem Denken steht, muss kein Hinderniss für einen unterhaltsamen Trivialfilm sein. Dieser Widerspruch wird teilweise sogar durch die Idee aufgefangen, dass auch die Außerirdischen nicht immun gegen menschliche Gefühle sind, eine Idee die „FBI jagt Phantom“ in fast dem gleichen ungewöhnlichen Genre-Mix einige Jahre zuvor wesentlich besser verarbeitete, was kein Wunder ist, so viel besser wie der sich im Vergleich zum hier besprochenen „The Man Who Came from Ummo“ (Alternativtitel) guckt.

Von daher rate ich allen lieber zu diesem zu greifen, wird „Dracula jagt Frankenstein“ seinem Ruf eine Party des schlechten Films zu sein doch keineswegs gerecht, auch wenn sich manch gut funktionierende Unsinnigkeit und der ein oder andere nett inszenierte Moment mit eingeschlichen haben. Der Großteil des Streifens ist einfach viel zu öde ausgefallen und mit zu viel Leergeschwätz in die Länge gezogen, als dass er schundbegeisterte Vielgucker tatsächlich hinter dem Ofen hervorlocken könnte.  OFDb

16.05.2016

DER TOTENCHOR DER KNOCHENMÄNNER (1972)

Wer glaubt Grusel-Krimis würden immer wieder im Schwerpunkt Kriminalfilm umgesetzt und mit einer rationalen Lösung versehen, so wie wir es aus der Rialto-Wallace-Reihe kennen, aber auch aus dem Stummfilm „Orlacs Hände“, der sollte einmal „Der Totenchor der Knochenmänner“ schauen, der selbiges Genre nicht nur mit dem Schwerpunkt Horror erzählt, sondern zudem noch ein schauriges Finale bietet, in welchem das Übernatürliche über einen rätselhaften Kriminalfall hereinbricht.

Der in spanischen Genrebeiträgen dieser Zeit gern gesehene Paul Naschy ist mit an Bord, und selbst den betreffend gibt es eine Überraschung zu erleben, spielt die Horror-Legende doch meist in extremst unsinnigen Werken mit, wohingegen wir es hier mit einem sehr stimmig umgesetzten Grusler zu tun haben, der zwar nicht immer logisch erzählt ist, die Lücken diesbezüglich aber immer mit etwas zu überspielen weiß, zumindest großteils.

Mögen die Monster auch erst sehr spät in Erscheinung treten, so sind doch gerade sie das Besondere in dem ohnehin angenehm erzählten Film, ist „Die Bestie aus dem Totenreich“ (Alternativtitel) doch ein sehr früher Vertreter des Zombiefilms, der die klassische Voodoo-Thematik gegen eine moderne Variante eintauscht, so dass die Untoten zwar wunderbar moderig wirken wie in der Ende der 70er Jahre aufkeimenden Zombiefilm-Welle, der klassische Bezug des Themas vor Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ jedoch trotzdem beibehalten wird.

Das muss auch so sein, waren Paul Naschy-Filme doch trotz einiger Härten immer mehr am klassischen Horrorfilm orientiert als am modernen. Werwölfe, schwarze Messen, was in anderen Ländern teilweise bereits als überholt galt, zumindest in der extremst naiven Form wie in besagten Beiträgen aus Spanien umgesetzt, wurde mit Naschy an Bord rauf und runter gedreht, wobei ihn seine häufig wiederholte Rolle als Werwolf erst berühmt machte. In „Bracula - Terror of the Living Dead“ (Alternativtitel) hat er eine relativ kleine Rolle als sonderbarer Friedhofsmitarbeiter mit dem traditionellen Namen Igor ergattert, die ihm zwar manch sympathischen Auftritt beschert, aber nicht wirklich wichtig für die Geschichte ist.

Das ist Stelvio Rosi in der Rolle des Serge Chekov um so mehr, und der legt seinen Charakter recht jähzornig an, schlägt und schießt schnell um sich, und seine Hemmschwelle zum Schimpfen und Schreien ist noch geringer. Dabei ist er als der Sympathisant des Streifens gedacht, der am Ende die holde Frau retten darf, so dass sein egoistisches Auftreten in einem belustigenden Widerspruch zu seinem Heldentum steht. Es braucht nicht verwundern, dass die Polizei ihn bei all den Umständen für den Täter hält, während Serge allein schon deswegen auf die Dummheit der Polizei schimpft.

Erstaunlicher Weise sprudelt „The Hanging Woman“ (Alternativtitel) trotzdem nicht vor unfreiwilliger Komik über, ein Zustand den man bei einer Veröffentlichung des „Trash Collection“-Labels durchaus erwarten könnte, aber die Verantwortlichen der Programmauswahl dieses Labels gehen ebenso inflationär mit dem Begriff um wie es Arte tat und viele Film-Fans tun, ist „The Orgy of the Dead“ (Alternativtitel) doch dafür viel zu stimmig umgesetzt und zu sympathisch erzählt, als dass er als Schrott degradiert werden müsste. Wie so oft liegt es am Respekt des Zuschauers ob er solch ein Werk als Trash beschimpft oder sich ernsthaft mit einer Art Filme zu drehen auseinander setzen kann, welche nicht dem heutigen Standard der Massenproduktionen entspricht.

„Dracula and the Terror of the Living Dead“ (Alternativtitel) hat es im Gegensatz zu manch anderem Naschy-Film (ich denke da nur an „Blutrausch der Zombies“) nicht verdient lediglich belächelt zu werden. Es herrscht ein klassisch schauriger Grundton, wenn auch ohne wahrlich zu gruseln, das oftmals zu dunkle Bild filmt stimmige Landschaften und Kulissen ab, und letztendlich herrscht eine wunderbare Geisterbahnstimmung in diesem Kriminalstück, bei dem es mich wundern würde wenn irgendwer nicht nach einer halben Stunde errät wer der Täter hinter all den Vorkommnissen ist. Am Sehspaß ändert dies freilich nichts. Und so lange man nicht mehr als sympathische Trivialkost erwartet und nicht nur die im laufenden Jahrzehnt erschienenen Genrebeiträge sichtet, kann man eigentlich nicht von „House of Terror" (Alternativtitel) ernsthaft enttäuscht werden.  OFDb

07.08.2015

NACHT DER VAMPIRE (1971)

Mir gefiel „Ginger Snaps“, „American Werewolf“ und, falls man ihn dazu zählen kann, „Wolf“. Ansonsten konnte mich ein Film zum Thema Werwolf bislang nie über eine unterhaltsame Wirkung hinaus wirklich überzeugen. Paul Naschy ist für seine Darbietung als Wolfsmensch relativ berühmt, doch bin ich nicht auf diesen Film gestoßen in der Hoffnung einen ernstzunehmenden Horror-Beitrag zum Thema Werwolf zu finden. Mag Naschy auch nur ein Darsteller sein und die Qualität eines Stoffes eher vom Autor und Regisseur abhängen, so kann man bei besagtem Mann doch blind davon ausgehen Trash zu sichten, wenn er an einem Horrorstreifen beteiligt ist. Mag sein dass es andere Genre-Beiträge mit ihm gibt, aber von mir gesichtete Spätwerke wie „School Killer“ und Klassiker wie „Blutmesse für den Teufel“ waren stets Filme mit hohem Anteil an unfreiwilliger Komik.

Mit Regisseur Klimovsky drehte er „Die Nacht der blutigen Werwölfe“, den ich bislang nicht gesehen habe. Aber ihre Zusammenarbeit „Blutrausch der Zombies“ ist mir sehr wohl bekannt, und auch der badete mitten im Trash. Es überraschte mich also nicht, dass Naschy, wenn von der Maske her auch toll zurecht gemacht, als Werwolf in „Nacht der Vampire“ nicht wirklich zu erschrecken wusste, sondern stattdessen belustigte. Man mag sich kaum vorstellen, dass es naive Geister gibt, die er mit seiner Performance erschrecken könnte. Aber „Nacht der Vampire“ ist ein spanischer Film aus den 70er Jahren, und da soll es ja auch Personen gegeben haben, welche „Die Nacht der reitenden Leichen“ als gruselig empfunden haben. Somit ist eigentlich alles möglich.

Ich komme deshalb auf diesen Kultfilm von Amando de Ossorio zu sprechen, weil er ähnlich auf mich wirkt wie „La noche de Walpurgis“ (Originaltitel). Ich kann beide Filme nicht ernst nehmen, und doch hege ich tiefe Sympathie zu diesen Werken, weil sie trotz aller unfreiwilligen Komik einen Charme versprühen, der zwar sehr mit ihrer Naivität zusammenhängt, aber auch über ein reines Misslingen hinausgeht, so atmosphärisch hier wie dort mit Versatzstücken des klassischen Horrorfilms hantiert wird.

In „Nacht der blutigen Hexen“ (Alternativtitel) wirft man gleich allerhand grundlegende Horror-Themen zusammen. Da geht es um Vampire, Hexen, schwarze Messen und einen Werwolf zugleich. Zwar spielen die restlichen Darsteller ähnlich amateurhaft wie Zugpferd Paul Naschy, aber das steht dem Gelingen von „Nacht der Vampire" nicht wirklich im Wege, schafft es Klimovsky im Gegensatz zu „Blutrausch der Zombies“ doch an mancher Stelle eine Atmosphäre wie aus einem Alptraum heraus zu schaffen. Wenn er Zeitlupenaufnahmen auf verwirrte Geister stoßen lässt, besitzt das durchaus mehr Wirkung, als man es diesem ollen, schlichten Stilmittel zutrauen würde. Hin und wieder schafft er es den Zuschauer zum rätseln zu bringen, ob das was gerade auf der Leinwand zu sehen ist tatsächlich passiert oder nur der Traum einer der Figuren im Film ist.

Zudem wissen die Kulissen zu gefallen. Alte Gräber, eine Burgruine, ein uriges Dorf, das weiß in seiner morbiden Romantik optisch zu wirken und greift ganz besonders bei Horror-Nostalgikern, so klassisch wie diese Orte für das Genre zu nennen sind. Dem schließt sich inhaltlich der Aberglaube der Dorfbevölkerung an, der Einsatz von Vollmond, silbernen Kugeln und Kreuzen, sowie das Auftauchen einer scheinbar geistig verwirrten Frau. Nach einiger Zeit wird auch noch die Walpurgisnacht mit zu den klassischen Elementen hinzugepackt, so dass man eigentlich nur noch an der Lederjacke des Helden erkennt, dass „Die Orgie des Horrors“ (Alternativtitel) damals eigentlich zu einer recht modernen Zeit entstand.

Ob man auch die Positionierung der beiden Frauen, mit welchen die Hauptgeschichte losgeht, als modern bezeichnen kann, bleibt anzuzweifeln. Zwar sollen sie nachforschende Studentinnen darstellen, sie handeln jedoch nie so, sind stattdessen nur, wie für den klassischen Horrorfilm typisch, verängstigte Wesen, die nie einen klaren, rationalen Gedanken fassen können, sondern stattdessen stets emotional reagieren. Zumindest macht dieser letzte Part die Geschichte etwas schmackhaft, beschert es dem Streifen gegen Ende doch eine gewisse Dramatik, wenn die Heldin zwischen zwei Männern steht und genau weiß was sie zu tun hat, um ihre Liebe zu beweisen.

Vergessen sollte man trotz meiner eher positiven Worte trotzdem nicht, dass „Werewolf Shadow“ (Alternativtitel) streng gesehen nur ein plumper Reißer ist, den man nicht wirklich ernst nehmen kann. Wer sich gruseln will ist hier falsch. Harter Horror sieht ebenfalls anders aus. Und die Geschichte ist so schlicht gestrickt wie der Zusammenwurf jeglicher Horrorkreaturen nur ausfallen kann. Ich kann auch nicht bestreiten, dass „The Werewolf vs. Vampire Woman“ (Alternativtitel) gelegentlich kleinere Längen besitzt, die dem Sehspaß ein wenig schaden. Aber er besitzt trotz allem Charme genug um Freunden abseitigen 70er Jahre-Kinos zu gefallen. Er gräbt mit seinem Nebel, den Kulissen und den oben aufgezählten Elementen einfach zu tief in klassischen Horrorzutaten, als dass man ihn als Nostalgiker nicht mögen könnte, auch wenn er die typischen Aufgaben eines Horrorfilmes nicht zu erfüllen weiß. Wenn man bedenkt dass ich aufgrund von Naschys Anwesenheit lediglich reinen unfreiwillig komischen Trash erwartet habe, bin ich um so erfreuter darüber, dass „Nacht der Vampire“ darüber hinaus auch noch einige Schauwerte mehr bietet.  OFDb

07.09.2014

BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL (1973)

Spanien, deine Horrorfilme - das Land das heute des öfteren mit gelungenen Gruselfilmen punktet war in den 70er Jahren für seine unbedarften, naiven Schmuddelfilmchen bekannt, welche nur naivste Gemüter gegruselt haben. Die Werke mit Paul Naschy stehen diesbezüglich ganz vorne an, sind es doch meist besonders unsinnige Filme, denen man einen gewissen Charme, meist dominant beruhend auf unfreiwilliger Komik, nicht absprechen kann.

Ein Jahr nach dem völlig idiotischen und deshalb herrlich amüsanten „Blutrausch der Zombies“ drehte Naschy „Blutmesse für den Teufel“, der sich damit begnügt von schwarzen Messen und fremdgesteuerten Menschen zu handeln. Besondere Spezialeffekte benötigt man dafür nicht, und selbst die obligatorisch simplen werden nicht glaubwürdig umgesetzt. Das ist schon einmal ein Punkt für die unfreiwillige Komik.

Freilich macht auch nichts von dem was wir sehen Sinn. Hirnlose Protagonisten tappen unglaubwürdig handelnd durch eine Sinn-freie Geschichte, bei deren Umsetzung, ähnlich den Ed Wood,Jr.-Filmen, weder auf Tag und Nacht geachtet wurde, noch der Gesamtüberblick über den zeitlichen Rahmen der Geschichte vorhanden war. So findet eine Zeremonie zwar nach sieben Monden statt, ein in einem Haus verbarrikadiertes Pärchen hat nach Film-eigener Logik in genau diesem Zeitabschnitt jedoch die Zeit damit verbracht sich eingesperrt zu schützen - freilich so handelnd, aussehend und motiviert als wäre lediglich eine Nacht vergangen.

Das komplette Unvermögen des Regisseurs ist ebenso wenig zu übersehen wie das jeglicher anderer Beteiligter vor und hinter der Kamera. Ein schönes Beispiel für das Fehlen von Talent zur Entfachung einer stimmigen Atmosphäre zeigt sich in der Kopie eines in klassischen Horrorfilmen häufig angewendeten Klischees, jenes einer hell gekleideten Gestalt, welche mit einer Kerze in der Hand durch ein unheimliches Schloss wandert. Die Zutaten sind vorhanden, die Wirkung bleibt fatal scheiternd komplett aus, so ganz ohne stimmigen Grund-Ton, der nötigen Kameradistanz und dem fehlenden Feingefühl aus einer Schloss-Kulisse mehr herauszuholen als aus der einer durchschnittlichen Wohnung.

„Blutmesse der Zombies“ (Alternativtitel) fehlt es an allem, und das könnte ihn zu einem solch wunderbar schundigen Vertreter des Trash-Films machen wie besagter „Blutrausch der Zombies“, doch so ganz weiß die übersprudelnde unfreiwillige Komik auf Spielfilmlänge nicht zu überzeugen. Langeweile legt sich über das eigentlich amüsante aufdringliche Unvermögen, einfach weil die Geschichte zu wenig hergibt, sprich den Zuschauer selbst für einen schundigen Trivialfilm nicht genügend fordert. Na, Glückwunsch für diese wunderliche Leistung!

Dass Gore-Freunde zumindest bedingt zufrieden gestellt werden, weil Werke dieser Art gewollt klassischen Grusel recht skurriel mit allerhand Bluteffekten mixten, erklärt wohl auch warum ein belangloser Streifen wie dieser überhaupt noch auf DVD gepresst wurde, wenn man einmal bedenkt wie viele Werke ähnlicher „Qualität“ in Vergessenheit geraten sind. Amüsant sieht anders aus, aber so ganz verkehrt machen kann man als Trash-Fan bei einem Paul Naschy-Film eigentlich nichts. In einer Runde zu ein paar Mann lässt sich „Mark Of The Devil 4“ (Alternativtitel) zumindest halbwegs amüsiert durchhalten.  OFDb

08.03.2013

ROTTWEILER (2004)

In der nahen Zukunft: Häftlinge einer Strafanstalt können fliehen, doch sie werden von einem Rottweiler mit Stahlklaue verfolgt...
 
Schau mir in mein Stahlmaul, Kleiner! Wuff!
 
Wer zur Schulzeit bereits Probleme mit seiner Zahnspange hatte, und deshalb Beleidigungen a la Metallfresse erdulden musste, der sollte sich wünschen in Zukunft nicht als Hund wiedergeboren zu werden. Denn im Jahr 2018, so zeigt uns Yuznas Film, kann es einem, sofern man ein flüchtiger Gesetzloser ist, passieren, dass man unfreiwillig die Begegnung mit einem Rottweiler der anderen Art hat: Einem Köter mit Stahlgebiss.

Warum er dieses hat, und warum er auch manch andere körperliche Überraschung zu bieten hat (welche im DVD-Menu leider bereits verraten werden) erfahren wir so halb erst gegen Ende, wo sich eine mit Rückblicken spielende Geschichte langsam zusammenpuzzelt und Klarheit über all das bietet, was zuvor krampfhaft und unnötig verworren wurde und zum Filmende hin ohnehin kaum noch wen interessiert.

Unnötig verworren ist vielleicht etwas hart ausgedrückt. Wäre der Film nämlich in seiner natürlichen Reihenfolge erzählt, würde man die hölzerne und aufgesetzte Dramatik zu früh entdecken, und damit erfahren, dass der Hauptdarsteller doch nicht, wie zunächst vermutet, routiniert spielt, sondern bereits bei jeder kleinen Gefühlsregung völlig überfordert ist. Schwerwiegender wäre allerdings ein anderes Problem: Das Zielpublikum müsste zu lange warten bis die Post abgeht und man den entgegengefieberten Lebenssaft endlich fließen sehen darf.

Bescheuerte Ideen wurden schon des öfteren überraschend nett umgesetzt. Und sicherlich ist es sehr lobenswert von Regisseur Brian Yuzna, dass er nicht nur einen 08-15 Tierhorror drehen wollte, sondern seinem Werk etwas mehr Pfiff bescheren wollte. Er ist ja immerhin dafür bekannt mit interessanten Ideen den Durchschnitt zu meiden („Dark Society“, „From Beyond“, ...). Allerdings ist er auch dafür bekannt als Produzent wesentlich bessere Werke hervorzubringen („Re-Animator“, „Dagon“, „Dolls“) als in seinem Beruf als Regisseur („Return Of The Living Dead 3“, „The Dentist“, „Beneath Still Waters“). Und vielleicht hätte er die Verfilmung des gewählten Lesestoffes doch wieder seinem Kollegen Stuart Gordon überlassen sollen, mit dem er schon so viele schöne Werke geschaffen hat. 

Denn auch wenn der Mann sich in Sachen Horror auskennt, seinen Figuren Tiefe zu verleihen und das Beherrschen dramatischer Momente gehören nicht zu Yuznas Talenten. Wo „Return Of The Living Dead 3“ sich trotz magerer Figurenzeichnung noch in ein fröhliches Gorespektakel retten konnte, bietet „Rottweiler“ in diesem Gebiet keinen Zusatzbonus. Es gibt zwar jede Menge Blut zu sehen (der Hund zerfleischt recht häufig und munter), aber das ist auf Dauer sehr ermüdend und endet in Lachhaftigkeit, wenn der Köter einem seiner Opfer das pochende Herz zerbeißen darf.

So bleiben einem also, neben ermüdender Goreszenen, jene Elemente, die den Erzählfluss vorwärts treiben: dramatische Figuren und Geschehnisse, das Verwirren der Geschichte durch das zeitliche Szenenherumwirbeln mit Zuschauerinformationen, visuelle Effekte und natürlich die Grundidee an sich. Keines der hier aufgezählten Punkte schafft es „Rottweiler“ unterhaltsam zu machen. Warum? Na, dann mal der Reihe nach:

Die dramatische Figur wird verkörpert von einem hölzernen Schauspieler, der sicherlich in einem Actionfilm akzeptabel eingesetzt wäre, die ihm hier abverlangten Gefühlsregungen allerdings nie zu meistern schafft. Die Dramatik der Geschichte ist komplett aufgesetzt und erinnert in seiner Art stark an die Seifenopern aus Amerika a la „California Clan“ und „Springfield Story“. Natürliche Dramatik wird durch Unvermögen aller Seiten verhunzt und hinzu gesellt sich noch komplett verkrampfte Zusatzdramatik, wie sie nie nötig gewesen wäre (z.B. jene Szene, in der unser Held seiner Angebeteten vorwirft, der Sex mit einem asozialen, fetten Kerl hätte ihr Spaß gemacht).

Erschwerend kommt hinzu, dass der Held der Geschichte ein Idiot ist, der fortlaufend unentschuldbare Dummheiten begeht (Schrotflinte zu weit aus der Türe hinausstecken, eben erwähnte Sexualbeschuldigung, ...), so dass man nicht mit ihm mitfiebert, sondern sich wünscht, die Stahlklaue möge ihm endlich den Lebensgeist nehmen. Mit einem solchen Intelligenz-Hampelmann kann quasi keine Dramatik entstehen, die sich auf den Zuschauer überträgt. Kurzum: Ohne tragische Elemente hätte „Rottweiler“ eventuell einen Hauch besser sein können, auch wenn man meinen sollte es müsse umgekehrt sein.

Durch Rückblicke hüpft Yuzna zeitlich hin und her, dadurch werden dem Zuschauer erst mit der Zeit einige Zusammenhänge klar. Das ist mittlerweile im Kinobusiness keine Seltenheit mehr, kann aber zur Steigerung des Zuschauerinteresses immer wieder punkten. Nicht in „Rottweiler“, denn eines fehlt dem Film, damit die Rechnung aufgehen kann: Eine Geschichte. Letztendlich geht es nur um einen Flüchtigen, der von einem scheinbar unzerstörbaren Hund verfolgt wird. In der Vergangenheit des Helden liegt ein kleiner dramatischer Hintergrund. Dieser ist aber eigentlich eine kleine Flamme, wie die eines Streichholzes, wird von Yuzna allerdings als großes Martinsfeuer aufgepuscht, so als stecke da nun eine Wahnsinnsstory und eine irre Dynamik dahinter, mit der „Rottweiler“ zum Selbstläufer wird.

Zudem kann das Verwirrspiel mit den Informationen auch deshalb nicht funktionieren, weil die Geschichte völlig blöde erzählt wird. Unlogiken und Unnötigkeiten reihen sich aneinander, eine Identifikation mit welcher Figur auch immer kommt nicht auf, und das eben erwähnte Trottelverhalten des Helden ist als solches vom Drehbuch aus gar nicht gewollt. Der Film hätte wesentlich mehr Zunder, wenn eine Figur wie Ash aus „Tanz der Teufel 2“ genau das hier gezeigte Szenario erleben dürfte. Mit einer lustig angehauchten Figur hätte man den Film ansonsten unverändert umsetzen können.

„Rottweiler“ ist jedoch bierernst erzählt und erfährt nur in jener Szene freiwillige Erheiterung, in der ein Huhn sich vor dem Killerhund erschreckt. Der Köter verhält sich übrigens auch komplett unlogisch. Mal zerfleischt er jeden, dann wandert er durch eine Stadt und lässt die Passanten dort in Ruhe. Wurden nur jene getötet, die in Berührung mit dem Helden kamen? Nö, spätestens der Puffbesitzer wird völlig sinnlos getötet, der stand nicht einmal in der Nähe des Flüchtigen.

Der Held der Geschichte wird vom Drehbuch übrigens ständig als Opfer gesehen, so als wäre er unschuldig verhaftet. Achtet man aber auf das bisschen vorhandene Story, ist die Hauptfigur an seiner Lage selber schuld. Zudem wird er als liebenswürdig und unschuldig dargestellt. In einer Szene heißt es sogar, er habe noch nie irgendjemanden etwas angetan. Innerhalb der ersten 20 Minuten durfte man zuvor allerdings sichten, wie er einen Wärter und dessen Hund tötete, auf den Menschen sogar ganz unnötig gleich zwei Mal schoss. Ach bitte, wer hat denn hier das Drehbuch verzapft? Also: Die Geschichte und das Verwirren dieser können auch nicht punkten.

Die Effekte sind inmitten dieser Billigkeit noch akzeptabel. Eigentlich hauen sie nicht vom Hocker, im direkten Vergleich zum Rest sind sie aber noch das beste am Film. Gegen Ende gibt es billige, aber noch brauchbare Computereffekte, und zwar dann wenn man das Geheimnis des Hundes näher kennen lernt. Die Goreeffekte sind, wie oben erwähnt brauchbar, langweilen aber durch die uninspirierte Art, wie der Film erzählt wird.

Zudem verwendete man des öfteren einen visuellen Effekt, wenn es darum geht die Welt aus der Sicht der Bestie zu betrachten. In den wenigsten Filmen zieht ein solcher Effekt. Ich bin immer wieder überrascht, dass ein solches Stilmittel noch immer eingesetzt wird. In „Rottweiler“ gibt es sogar in diesem Bereich Unlogiken. So sieht man z.B. die Welt mal wieder aus besagter Perspektive, zwei andere Hunde kommen auf den Köter zu, einer wandert links aus dem Bild, der andere rechts, und nun hört man wie unsere Killermaschine nach beiden schnappt. Warum der Blick weiter geradeaus gerichtet ist weiß keine Sau. Ist aber auch nicht weiter wichtig, zu diesem Zeitpunkt interessiert weder dies noch die komplette weitere Geschichte.

Das ist wirklich schade um die völlig idiotische Grundidee. Yuzna hat einfach eins nicht begriffen: Eine doofe Idee zündet nur dann, wenn sie nicht völlig doof erzählt ist (den Bereich der freiwillig und unfreiwillig komischen Trashfilme einmal ausgeblendet). „Evolver“ zählt beispielsweise zu den Genrebeiträgen, die trotzt völlig blödsinniger Idee interessant umgesetzt wurden. Vielleicht einfach, weil er seine bekloppte Grundidee inmitten von filmischer Routine erzählt. Wahrscheinlich wollte Yuzna einfach zu viel, und mit mehr Schlichtheit wäre er wohl besser gefahren.

Die Darsteller sind wie erwähnt auch nicht das Gelbe vom Ei. Der Hauptdarsteller ist untalentiert, die anderen Schauspieler Mittelmaß. Eine Frauenrolle, die kurz im Zentrum steht, muss völlig unnötig großteils nackt gespielt werden, und selbst der Hund weiß kaum zu überzeugen. Außer seiner Attacken werden die andern seiner Tätigkeiten nur angedeutet. Hier wurde ganz klar Geld an der Tierdressur gespart. Die Stahlklaue sieht man nur in Nahaufnahmen, ansonsten wird ein metallisches Geräusch beim Beißen eingebaut. Zu Anfang wirkt das Vieh manchmal bedrohlich, aber spätestens wenn die Augen künstlich leuchten ist auch dieses Gefühl vorbei.

In einer Nebenrolle ist eine kleine Genreberühmtheit zu sichten: Paul Naschy, aber der war ja nun noch nie ein Talent, wusste eigentlich immer nur als Werwolf zu überzeugen und kann somit auch nichts mehr rumreißen. Jemand mit mehr Talent hätte dies bei der Größe der Rolle allerdings auch nicht geschafft.

Tut mir leid, aber „Rottweiler“ war so gar nichts. Wegen seiner drögen und langweiligen Umsetzung ist der Film übrigens auch nie durch seine unfreiwillige Komik unterhaltsam genug, um wenigstens als Schrottbeitrag zu erfreuen. Schade! Das beste an „Rottweiler“ ist sein Trailer. Schaut euch am besten den an, hört dort allerdings nicht auf den Sprecher, der erzählt angebliche Fakten über den Inhalt, von denen nicht einmal Yuzna etwas wissen dürfte.  OFDb