Ohnehin ist "A Dragonfly for Each Corpse" (Alternativtitel) kein reiner unfreiwillig komischer Trash, bitte deutet meine Belustigung nicht als Totalversagen des Filmes oder meiner Reflexion. "Red Killer" (Alternativtitel) ist stimmig erzählt, erhält meist die zur Atmosphäre passende Musikuntermalung und weiß auch optisch das ein oder andere gelungene Bild einzufangen, freilich ohne diesbezüglich zum großen Kunstwerk manchem Giallo-Vorbilds zu werden. Zudem ist der Kriminalfall interessant gestaltet, das Mitraten des Täters ist integriert, die Auflösung akzeptabel und die Umsetzung mit quantitativen Schauwerten angereichert, so dass es an dieser kleinen Wundertüte des Gelingens und des Scheiterns in diesem wunderbaren Mix nichts zu beanstanden gibt. Gesichtet habe ich die internationale Fassung auf einer DVD, die beide Versionen bot. Hier soll mehr nackte Haut gezeigt werden, als in der spanischen Variante. Der Unterschied scheint aber nicht der Rede wert zu sein, was hier an Nackedeimomenten geboten wird, ist recht übersichtlich. Da hat manch einer sicherlich mehr erwartet, wo "Teufelskreis Libelle" mitunter doch in der Rotlichtbranche spielt. Harte Momente vermischen sich mit verspielt anmutenden, bunte Bilder vereinen sich mit einem düsteren Touch, nüchternes Schauspiel trifft auf eine reißerische Geschichte. Und genau so mag ich diesen Film, und so halte ich ihn bis zur nächsten Sichtung in Erinnerung. Und die wird kommen, bei solch sympathischem Retro-Kino. OFDb
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
09.07.2023
TODESKREIS LIBELLE (1975)
29.10.2022
DIE NACHT DES EXORZISTEN (1975)
18.04.2022
KARNEVAL DER BESTIEN (1980)
Nur selten werden Spannungsmomente oder morbide Szenen eingeworfen, geschieht dies soll der Zuschauer durch den Anblick eines fremden Augenpaares, das durch Spalte in Wand und Türen schaut, beunruhigt werden. Da es an einer Heranführung mangelt, weshalb das Augenpaar gefürchtet werden muss, und nicht einmal die wenigen Anspielungen auf etwas Unheilvolles in ihre Richtung schlagen, funktioniert dies freilich nicht. Die sehr langweilig und brav gehaltene Hauptgeschichte bekommt man mit derartigem nicht aufgepeppt. Das schaffen nicht einmal die viel zu selten und meist zu spät eingebrachten Morde, die uns zumindest nett getrickste Leichenbilder nach den Taten des Unbekannten zaubern. Wenn "Human Beasts" (Alternativtitel) erst einmal zu Ende erzählt ist und sein Geheimnis, welches im Alternativtitel "Cannibal Killers - Human Beast" bereits verraten wird, offenbart, wird aus "El carnaval de las bestias" (Originaltitel) dennoch kein zusammenhängendes Ganzes, da am Ende alles keinen wirklichen Sinn ergibt, selbst die halbwegs durchdachten Elemente, denen es an psychologisch sinnvollen Zusammenhängen mangelt. "The Beasts' Carnival" (Alternativtitel) ist unglaublich langweilig und ereignislos ausgefallen, kaum Horrorfilm, auch als Drama eine Niete und lädt auch nie wirklich zum Rätselraten ein, was im ominösen Haus völlig normal scheinender Leute scheinbar merkwürdiges passiert. Gleichgültig wirft man irgendwann, erschöpft von der Ereignislosigkeit des Geschehens, die Neugierde über Bord, enttäuscht von einem Film, der nicht weiß was er will. Zumindest weiß ich nicht was er wollte. Es interessiert mich auch nicht mehr. OFDb
30.01.2022
DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (1968)
Hexen wie im Alternativtitel "Hexen des Grauens", oder Frankenstein und sein Monster, wie der amerikanische Alternativtitel "Frankenstein's Bloody Terror" suggeriert, sind hier diesmal jedoch nicht auszumachen. Für einen Naschyfilm fällt "Hell's Creature" (Alternativtitel) zudem ziemlich unblutig aus. Stattdessen wird für den reißerischen Schauwert jedoch ordentlich gefoltert, und eine hübsche Vollbusige, die zu den ersten Opfern des wiedererweckten Vampirgrafen gehört, sorgt für zusätzliche Reize. Über die Spezialeffekte sollte man besser kein Wort verlieren, auch wenn das Werwolfsgesicht Naschys zu wirken weiß. Und der Obervampir fuchtelt mit seinem Mantel derart freudig penetrant herum, als hätte er sich diese Rolle von Kindheit an einmal gewünscht. Aber gerade diese verspielte, nie Perfektion anvisierende, sondern stattdessen in vielen Bereichen eher amateurhaft anmutende Herangehensweise ist es, was Naschyfilme ausmacht, die etwas langweiligeren ebenso, wie die kurzweiligen. Auch diesbezüglich schwimmt "The Wolfman of Count Dracula" (Alternativtitel) irgendwo in der Mitte mit Es gibt stets genug Schauwerte, öde wird es nie, aber es tut gut jemanden dabei zu haben, mit dem Mann beim Zuschauen ein wenig schwätzen kann, zumindest wenn "The Mark of the Wolf Man" (Alternativtitel) nicht der erste Ausflug in die Arbeiten Naschys ist, denn "The Werewolf's Mark" (Alternativtitel) bietet einige Elemente vergangener und zur Entstehungszeit noch kommender Werke dieses Mannes, so dass sich vieles bereits bei der Erstsichtung wie Wiederholung anfühlt. Frei von Sympathie ist aber auch dieser Streifen nicht ausgefallen, auch wenn ich etwas mehr Wohlwollen an den Tag legen musste, als bei manch anderem seiner Genrebeiträge. OFDb
25.07.2021
DRACULAS GROSSE LIEBE (1973)
Hier zementiert sich all die Schundklassik, die der Streifen dem Zuschauer zuvor Häppchen-weise zuschmiss. "Vampire Play Girls" (Alternativtitel) lässt nichts vermissen: Kerzen, die mit magerem Licht ganze Räume erstrahlen lassen, umher schleichende Menschen mit Kerzenständern in alten Gemäuern, pseudo-erotische Momente, eine Kutschfahrt durch den Wald inklusive durchgehender Pferde, Dracula in klassischer Garderobe, die Lüsterne, die Jungfrau und die tote Verwandte Draculas, die auf ihre Wiedererweckung wartet - und freilich die Geschichte eines Fluchs, der von Draculas großer Liebe verlangt, dass sie sich freiwillig hingibt. Einer wunderbar dämlichen Zeremonie darf man ebenfalls beiwohnen, eine Mystik um den Wechsel Draculas Äußerem wird erschaffen, ohne sie konkret zu nutzen, "Cemetery Girls" (Alternativtitel) ist voll von klassischen Zutaten in dilettantischer Umsetzung, dass es eine Freude ist dem Treiben zuzusehen, und mag es auch noch so mit möchtegern-dramatischen Dialogen gestreckt sein.
Gute Spezialeffekte sucht man vergebens, manch morbide Idee ist mit an Bord, selten schlägt Javier Aguirres Regiearbeit auch mal härtere Töne an. Der von Paul Naschy selbst verfasste Film entfacht inmitten seines blauäugigen Unsinns und inmitten seiner fehlerhafter Umsetzung (erstaunlich wie wenig man versuchte Tagaufnahmen, die nachts spielen sollen, optisch zu verfremden) Charme, auch durch kurzfristig aufkommende, stimmige Momente, die zeigen wie naiver Grusel mit etwas mehr Können tatsächlich hätte fruchten können. Aber jedweder Mime des Streifens besitzt kein Talent, jegliches Feingefühl für Dramatik und Figuren, sowie auch nur ein Hauch für psychologisches Verständnis, fehlen völlig, und so dominiert freilich der stümperhafte Großteil, der wahrlich zu unterhalten weiß. Mancher Drehort und die Ausstattung ist geglückt, fast alles weitere in "El gran amor del conde Drácula" (Originaltitel) lebt lediglich von seinem Unvermögen, eingekleidet in einer sich wohlig, klassisch, modrig anfühlenden Geisterbahn-Atmosphäre für Nostalgiker überholter Kinotage. OFDb
01.10.2020
THE MUMMY'S REVENGE (1973)
Carlos Aured reichert den Streifen zwar mit einigen für seiner Zeit derben Gore-Effekten an, aber die verteilen sich rar über die Gesamtlänge und können ein Werk, welchem es ansonsten an jedem nennenswerten Pluspunkt fehlt, ohnehin nicht bedeutend aufwerten. Fast schon unerträglich sind jene Füllszenen ausgefallen, in welchen wir theatralischen Dialogen lauschen müssen, die wie schlecht gespieltes Theater anmuten und die vorhersehbare, da allseits bekannte, Geschichte lediglich ausbremsen. Manch stimmige Kameraaufnahme weiß zu gefallen, aber selbst dies lässt die eher mager ausgefallene Optik der zentralen Kreatur nicht wesentlich besser erscheinen. Einen funktionierenden Spannungsbogen, geschweige denn eine dichte Atmosphäre, fehlt völlig. Diesem Werk sollte ein Jahr später noch die Zusammenarbeit "Blue Eyes of the Broken Doll" folgen, bevor sich die Wege von Aured und Naschy trennten. Erstgenannter drehte außerhalb des Horror-Genres später u.a. noch "Teuflische Mission" und "Apocalipsis sexual", bevor er 1985 mit seiner letzten Arbeit "Gefangene der Angst" in den Horror-Bereich zurückkehrte. Seinen austauschbaren und todlangweiligen "The Mummy's Revenge", der gerade im Vergleich zu Beiträgen aus den Hammerstudios zudem äußerst mager im Bereich der Dekoration ausgefallen ist, kann man sich getrost sparen, so interessant der Gedanke Naschy in einem Mumien-Horror zu sichten auch scheinen mag. OFDb
05.09.2020
BLUE EYES OF THE BROKEN DOLL (1974)
17.03.2018
DER WERWOLF (1981)
Interessanter Weise ist es in „The Night of the Werewolf“ (Alternativtitel) er, der die ganze Chose ein wenig abbremst. Sinniert und pseudo-philosophiert Waldemar über sein Schicksal und das seiner neugewonnenen, viel zu plötzlich entstandenen Liebe, die dem verfluchten Ort eher fern bleiben sollte, bremst sich der Film damit immer wieder aus. Das ist schade, denn obwohl man nur Banalitäten und bereits Gesehenes aus anderen Filmen plumper präsentiert bekommt, macht der Hauptanteil, der Horror-Nonsens zwischen den menschlichen Waldemarszenen, definitiv Spaß, so schön wie sich die Schloss-Location schaut, Werwolf und Hexe noch weniger Grusel zu erzeugen wissen als dies schon in den 60er Jahren der Fall gewesen wäre bei so putzigen Kostümen und Inhalte um Verrat, Fluch, Okkultismus, Wiedererweckung, Vampirismus und Hokuspokus wirr durcheinander gewirbelt werden.
Das Drehbuch interessiert sich eigentlich nicht für eine wirkliche Geschichte. Von der Erweckung der Hexe und des Wolfsmenschen an, könnte jegliche Horrorszene auch zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden. Da verläuft nur ein arg dünner roter Faden, der von Schauwert zu Schauwert hüpft, ohne dass sich die Geschichte damit weiterentwickelt, geschweige denn hochschaukelt. Das Ganze ist dabei derart schön antiquiert in netter Deko und mit viel Staub, Spinnweben und Nebeleinsätzen umgesetzt, dass man dem naiven Treiben beim Vortäuschen einer angeblichen Geschichte nie böse wäre. Das bisschen was es an tatsächlicher Erzählung gibt ist vorhersehbar, der Rest harmlos morbide Horrornostalgie für Stammzuschauer des Genres, das einzige Publikum, welches aus Sympathie zum Streifen schmunzelt. Jeder andere lacht sich wahrscheinlich, sofern er nicht zu Tode gelangweilt ist, über „Return of the Wolfman“ (Alternativtitel) schlapp.
Viel mehr ist „The Werwolf“ (Alternativtitel) tatsächlich nicht. Er ist kein verkanntes Meisterwerk, kein düster wirkender Klassiker, dem man trotz seiner Naivität eine ernste Chance zugestehen sollte, so wie es beispielsweise bei „Die Nacht der reitenden Leichen“ der Fall ist. „The Craving“ (Alternativtitel) ist naivste Spielerei, nah am Dilettantismus angesiedelt, wenn nicht alles doch noch solch einen charmanten Touch beschert bekäme, das dem Werk eine Unschuld beschert, der jegliche harte Kritik nicht gerecht werden könnte, so nett wie sich das alles schaut, bemüht darin etwas gruselig gestalten zu wollen, das einfach nicht gruselig sein kann. Etwas flotter hätte der Film, der sich der Zeitabstände in denen er spielt nie bewusst ist, ruhig ausfallen können, dem Naschy-Fan beschert er trotzdem das was dieser in dessen Genre-Beiträgen sucht. OFDb
15.07.2016
DRACULA JAGT FRANKENSTEIN (1970)
Wenn man bedenkt dass die allgemein bekannte Trash-Perle „Plan 9 From Outer Space“ von der Grundidee her auf ähnlichen Pfaden wandert und als sympathisch unsinniges Filmchen so wunderbar funktioniert, fragt man sich was wohl schief gelaufen ist an „Dracula vs. Frankenstein“ (Alternativtitel). Es mag sein dass mal wieder viele Köche den Brei verdorben haben, mischten an der wirr erzählten Geschichte doch gleich drei Regisseure mit, und so holprig wie die einzelnen Handlungsfragmente aneinander gepappt werden, darf man sich zu Recht fragen wieviel Konversation zwischen den Dreien wohl stattgefunden hat.
Allerdings hat schon so mancher unter ähnlichen Schwächen zu leidende Genre-Beitrag mit Paul Naschy bestens funktioniert. Diese schafften es neben ihrer unfreiwilligen Komik aber auch immer einen gewissen Grad an stimmiger Atmosphäre zusätzlich zu erschaffen, ein Zustand den der viel zu nüchtern und monotone „Operation Terror“ (Alternativtitel) nie erreicht. Das liegt aber auch daran, dass die wundervolle Idee den Bereich des SF-Horrors mit dem Genre des Kriminalfilms zu kreuzen (immerhin sind es Polizisten, welche die unheimlichen Vorkommnisse lüften sollen und den Außerirdischen auf die Schliche kommen) dadurch verwässert wird, dass das Hauptaugenmerk auf die Taten der Aliens gelegt wird, die pausenlos über ihre Mission plappern, was auf Dauer ganz schön anödet.
Dass ihre überlegene Art stets im Widerspruch zu ihren Taten und ihrem Denken steht, muss kein Hinderniss für einen unterhaltsamen Trivialfilm sein. Dieser Widerspruch wird teilweise sogar durch die Idee aufgefangen, dass auch die Außerirdischen nicht immun gegen menschliche Gefühle sind, eine Idee die „FBI jagt Phantom“ in fast dem gleichen ungewöhnlichen Genre-Mix einige Jahre zuvor wesentlich besser verarbeitete, was kein Wunder ist, so viel besser wie der sich im Vergleich zum hier besprochenen „The Man Who Came from Ummo“ (Alternativtitel) guckt.
Von daher rate ich allen lieber zu diesem zu greifen, wird „Dracula jagt Frankenstein“ seinem Ruf eine Party des schlechten Films zu sein doch keineswegs gerecht, auch wenn sich manch gut funktionierende Unsinnigkeit und der ein oder andere nett inszenierte Moment mit eingeschlichen haben. Der Großteil des Streifens ist einfach viel zu öde ausgefallen und mit zu viel Leergeschwätz in die Länge gezogen, als dass er schundbegeisterte Vielgucker tatsächlich hinter dem Ofen hervorlocken könnte. OFDb
16.05.2016
DER TOTENCHOR DER KNOCHENMÄNNER (1972)
Der in spanischen Genrebeiträgen dieser Zeit gern gesehene Paul Naschy ist mit an Bord, und selbst den betreffend gibt es eine Überraschung zu erleben, spielt die Horror-Legende doch meist in extremst unsinnigen Werken mit, wohingegen wir es hier mit einem sehr stimmig umgesetzten Grusler zu tun haben, der zwar nicht immer logisch erzählt ist, die Lücken diesbezüglich aber immer mit etwas zu überspielen weiß, zumindest großteils.
Mögen die Monster auch erst sehr spät in Erscheinung treten, so sind doch gerade sie das Besondere in dem ohnehin angenehm erzählten Film, ist „Die Bestie aus dem Totenreich“ (Alternativtitel) doch ein sehr früher Vertreter des Zombiefilms, der die klassische Voodoo-Thematik gegen eine moderne Variante eintauscht, so dass die Untoten zwar wunderbar moderig wirken wie in der Ende der 70er Jahre aufkeimenden Zombiefilm-Welle, der klassische Bezug des Themas vor Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ jedoch trotzdem beibehalten wird.
Das muss auch so sein, waren Paul Naschy-Filme doch trotz einiger Härten immer mehr am klassischen Horrorfilm orientiert als am modernen. Werwölfe, schwarze Messen, was in anderen Ländern teilweise bereits als überholt galt, zumindest in der extremst naiven Form wie in besagten Beiträgen aus Spanien umgesetzt, wurde mit Naschy an Bord rauf und runter gedreht, wobei ihn seine häufig wiederholte Rolle als Werwolf erst berühmt machte. In „Bracula - Terror of the Living Dead“ (Alternativtitel) hat er eine relativ kleine Rolle als sonderbarer Friedhofsmitarbeiter mit dem traditionellen Namen Igor ergattert, die ihm zwar manch sympathischen Auftritt beschert, aber nicht wirklich wichtig für die Geschichte ist.
Das ist Stelvio Rosi in der Rolle des Serge Chekov um so mehr, und der legt seinen Charakter recht jähzornig an, schlägt und schießt schnell um sich, und seine Hemmschwelle zum Schimpfen und Schreien ist noch geringer. Dabei ist er als der Sympathisant des Streifens gedacht, der am Ende die holde Frau retten darf, so dass sein egoistisches Auftreten in einem belustigenden Widerspruch zu seinem Heldentum steht. Es braucht nicht verwundern, dass die Polizei ihn bei all den Umständen für den Täter hält, während Serge allein schon deswegen auf die Dummheit der Polizei schimpft.
Erstaunlicher Weise sprudelt „The Hanging Woman“ (Alternativtitel) trotzdem nicht vor unfreiwilliger Komik über, ein Zustand den man bei einer Veröffentlichung des „Trash Collection“-Labels durchaus erwarten könnte, aber die Verantwortlichen der Programmauswahl dieses Labels gehen ebenso inflationär mit dem Begriff um wie es Arte tat und viele Film-Fans tun, ist „The Orgy of the Dead“ (Alternativtitel) doch dafür viel zu stimmig umgesetzt und zu sympathisch erzählt, als dass er als Schrott degradiert werden müsste. Wie so oft liegt es am Respekt des Zuschauers ob er solch ein Werk als Trash beschimpft oder sich ernsthaft mit einer Art Filme zu drehen auseinander setzen kann, welche nicht dem heutigen Standard der Massenproduktionen entspricht.
„Dracula and the Terror of the Living Dead“ (Alternativtitel) hat es im Gegensatz zu manch anderem Naschy-Film (ich denke da nur an „Blutrausch der Zombies“) nicht verdient lediglich belächelt zu werden. Es herrscht ein klassisch schauriger Grundton, wenn auch ohne wahrlich zu gruseln, das oftmals zu dunkle Bild filmt stimmige Landschaften und Kulissen ab, und letztendlich herrscht eine wunderbare Geisterbahnstimmung in diesem Kriminalstück, bei dem es mich wundern würde wenn irgendwer nicht nach einer halben Stunde errät wer der Täter hinter all den Vorkommnissen ist. Am Sehspaß ändert dies freilich nichts. Und so lange man nicht mehr als sympathische Trivialkost erwartet und nicht nur die im laufenden Jahrzehnt erschienenen Genrebeiträge sichtet, kann man eigentlich nicht von „House of Terror" (Alternativtitel) ernsthaft enttäuscht werden. OFDb
07.08.2015
NACHT DER VAMPIRE (1971)
Mit Regisseur Klimovsky drehte er „Die Nacht der blutigen Werwölfe“, den ich bislang nicht gesehen habe. Aber ihre Zusammenarbeit „Blutrausch der Zombies“ ist mir sehr wohl bekannt, und auch der badete mitten im Trash. Es überraschte mich also nicht, dass Naschy, wenn von der Maske her auch toll zurecht gemacht, als Werwolf in „Nacht der Vampire“ nicht wirklich zu erschrecken wusste, sondern stattdessen belustigte. Man mag sich kaum vorstellen, dass es naive Geister gibt, die er mit seiner Performance erschrecken könnte. Aber „Nacht der Vampire“ ist ein spanischer Film aus den 70er Jahren, und da soll es ja auch Personen gegeben haben, welche „Die Nacht der reitenden Leichen“ als gruselig empfunden haben. Somit ist eigentlich alles möglich.
Ich komme deshalb auf diesen Kultfilm von Amando de Ossorio zu sprechen, weil er ähnlich auf mich wirkt wie „La noche de Walpurgis“ (Originaltitel). Ich kann beide Filme nicht ernst nehmen, und doch hege ich tiefe Sympathie zu diesen Werken, weil sie trotz aller unfreiwilligen Komik einen Charme versprühen, der zwar sehr mit ihrer Naivität zusammenhängt, aber auch über ein reines Misslingen hinausgeht, so atmosphärisch hier wie dort mit Versatzstücken des klassischen Horrorfilms hantiert wird.
In „Nacht der blutigen Hexen“ (Alternativtitel) wirft man gleich allerhand grundlegende Horror-Themen zusammen. Da geht es um Vampire, Hexen, schwarze Messen und einen Werwolf zugleich. Zwar spielen die restlichen Darsteller ähnlich amateurhaft wie Zugpferd Paul Naschy, aber das steht dem Gelingen von „Nacht der Vampire" nicht wirklich im Wege, schafft es Klimovsky im Gegensatz zu „Blutrausch der Zombies“ doch an mancher Stelle eine Atmosphäre wie aus einem Alptraum heraus zu schaffen. Wenn er Zeitlupenaufnahmen auf verwirrte Geister stoßen lässt, besitzt das durchaus mehr Wirkung, als man es diesem ollen, schlichten Stilmittel zutrauen würde. Hin und wieder schafft er es den Zuschauer zum rätseln zu bringen, ob das was gerade auf der Leinwand zu sehen ist tatsächlich passiert oder nur der Traum einer der Figuren im Film ist.
Zudem wissen die Kulissen zu gefallen. Alte Gräber, eine Burgruine, ein uriges Dorf, das weiß in seiner morbiden Romantik optisch zu wirken und greift ganz besonders bei Horror-Nostalgikern, so klassisch wie diese Orte für das Genre zu nennen sind. Dem schließt sich inhaltlich der Aberglaube der Dorfbevölkerung an, der Einsatz von Vollmond, silbernen Kugeln und Kreuzen, sowie das Auftauchen einer scheinbar geistig verwirrten Frau. Nach einiger Zeit wird auch noch die Walpurgisnacht mit zu den klassischen Elementen hinzugepackt, so dass man eigentlich nur noch an der Lederjacke des Helden erkennt, dass „Die Orgie des Horrors“ (Alternativtitel) damals eigentlich zu einer recht modernen Zeit entstand.
Ob man auch die Positionierung der beiden Frauen, mit welchen die Hauptgeschichte losgeht, als modern bezeichnen kann, bleibt anzuzweifeln. Zwar sollen sie nachforschende Studentinnen darstellen, sie handeln jedoch nie so, sind stattdessen nur, wie für den klassischen Horrorfilm typisch, verängstigte Wesen, die nie einen klaren, rationalen Gedanken fassen können, sondern stattdessen stets emotional reagieren. Zumindest macht dieser letzte Part die Geschichte etwas schmackhaft, beschert es dem Streifen gegen Ende doch eine gewisse Dramatik, wenn die Heldin zwischen zwei Männern steht und genau weiß was sie zu tun hat, um ihre Liebe zu beweisen.
Vergessen sollte man trotz meiner eher positiven Worte trotzdem nicht, dass „Werewolf Shadow“ (Alternativtitel) streng gesehen nur ein plumper Reißer ist, den man nicht wirklich ernst nehmen kann. Wer sich gruseln will ist hier falsch. Harter Horror sieht ebenfalls anders aus. Und die Geschichte ist so schlicht gestrickt wie der Zusammenwurf jeglicher Horrorkreaturen nur ausfallen kann. Ich kann auch nicht bestreiten, dass „The Werewolf vs. Vampire Woman“ (Alternativtitel) gelegentlich kleinere Längen besitzt, die dem Sehspaß ein wenig schaden. Aber er besitzt trotz allem Charme genug um Freunden abseitigen 70er Jahre-Kinos zu gefallen. Er gräbt mit seinem Nebel, den Kulissen und den oben aufgezählten Elementen einfach zu tief in klassischen Horrorzutaten, als dass man ihn als Nostalgiker nicht mögen könnte, auch wenn er die typischen Aufgaben eines Horrorfilmes nicht zu erfüllen weiß. Wenn man bedenkt dass ich aufgrund von Naschys Anwesenheit lediglich reinen unfreiwillig komischen Trash erwartet habe, bin ich um so erfreuter darüber, dass „Nacht der Vampire“ darüber hinaus auch noch einige Schauwerte mehr bietet. OFDb
07.09.2014
BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL (1973)
Ein Jahr nach dem völlig idiotischen und deshalb herrlich amüsanten „Blutrausch der Zombies“ drehte Naschy „Blutmesse für den Teufel“, der sich damit begnügt von schwarzen Messen und fremdgesteuerten Menschen zu handeln. Besondere Spezialeffekte benötigt man dafür nicht, und selbst die obligatorisch simplen werden nicht glaubwürdig umgesetzt. Das ist schon einmal ein Punkt für die unfreiwillige Komik.
Freilich macht auch nichts von dem was wir sehen Sinn. Hirnlose Protagonisten tappen unglaubwürdig handelnd durch eine Sinn-freie Geschichte, bei deren Umsetzung, ähnlich den Ed Wood,Jr.-Filmen, weder auf Tag und Nacht geachtet wurde, noch der Gesamtüberblick über den zeitlichen Rahmen der Geschichte vorhanden war. So findet eine Zeremonie zwar nach sieben Monden statt, ein in einem Haus verbarrikadiertes Pärchen hat nach Film-eigener Logik in genau diesem Zeitabschnitt jedoch die Zeit damit verbracht sich eingesperrt zu schützen - freilich so handelnd, aussehend und motiviert als wäre lediglich eine Nacht vergangen.
Das komplette Unvermögen des Regisseurs ist ebenso wenig zu übersehen wie das jeglicher anderer Beteiligter vor und hinter der Kamera. Ein schönes Beispiel für das Fehlen von Talent zur Entfachung einer stimmigen Atmosphäre zeigt sich in der Kopie eines in klassischen Horrorfilmen häufig angewendeten Klischees, jenes einer hell gekleideten Gestalt, welche mit einer Kerze in der Hand durch ein unheimliches Schloss wandert. Die Zutaten sind vorhanden, die Wirkung bleibt fatal scheiternd komplett aus, so ganz ohne stimmigen Grund-Ton, der nötigen Kameradistanz und dem fehlenden Feingefühl aus einer Schloss-Kulisse mehr herauszuholen als aus der einer durchschnittlichen Wohnung.
„Blutmesse der Zombies“ (Alternativtitel) fehlt es an allem, und das könnte ihn zu einem solch wunderbar schundigen Vertreter des Trash-Films machen wie besagter „Blutrausch der Zombies“, doch so ganz weiß die übersprudelnde unfreiwillige Komik auf Spielfilmlänge nicht zu überzeugen. Langeweile legt sich über das eigentlich amüsante aufdringliche Unvermögen, einfach weil die Geschichte zu wenig hergibt, sprich den Zuschauer selbst für einen schundigen Trivialfilm nicht genügend fordert. Na, Glückwunsch für diese wunderliche Leistung!
Dass Gore-Freunde zumindest bedingt zufrieden gestellt werden, weil Werke dieser Art gewollt klassischen Grusel recht skurriel mit allerhand Bluteffekten mixten, erklärt wohl auch warum ein belangloser Streifen wie dieser überhaupt noch auf DVD gepresst wurde, wenn man einmal bedenkt wie viele Werke ähnlicher „Qualität“ in Vergessenheit geraten sind. Amüsant sieht anders aus, aber so ganz verkehrt machen kann man als Trash-Fan bei einem Paul Naschy-Film eigentlich nichts. In einer Runde zu ein paar Mann lässt sich „Mark Of The Devil 4“ (Alternativtitel) zumindest halbwegs amüsiert durchhalten. OFDb
08.03.2013
ROTTWEILER (2004)
Warum er dieses hat, und warum er auch manch andere körperliche Überraschung zu bieten hat (welche im DVD-Menu leider bereits verraten werden) erfahren wir so halb erst gegen Ende, wo sich eine mit Rückblicken spielende Geschichte langsam zusammenpuzzelt und Klarheit über all das bietet, was zuvor krampfhaft und unnötig verworren wurde und zum Filmende hin ohnehin kaum noch wen interessiert.
Unnötig verworren ist vielleicht etwas hart ausgedrückt. Wäre der Film nämlich in seiner natürlichen Reihenfolge erzählt, würde man die hölzerne und aufgesetzte Dramatik zu früh entdecken, und damit erfahren, dass der Hauptdarsteller doch nicht, wie zunächst vermutet, routiniert spielt, sondern bereits bei jeder kleinen Gefühlsregung völlig überfordert ist. Schwerwiegender wäre allerdings ein anderes Problem: Das Zielpublikum müsste zu lange warten bis die Post abgeht und man den entgegengefieberten Lebenssaft endlich fließen sehen darf.
Bescheuerte Ideen wurden schon des öfteren überraschend nett umgesetzt. Und sicherlich ist es sehr lobenswert von Regisseur Brian Yuzna, dass er nicht nur einen 08-15 Tierhorror drehen wollte, sondern seinem Werk etwas mehr Pfiff bescheren wollte. Er ist ja immerhin dafür bekannt mit interessanten Ideen den Durchschnitt zu meiden („Dark Society“, „From Beyond“, ...). Allerdings ist er auch dafür bekannt als Produzent wesentlich bessere Werke hervorzubringen („Re-Animator“, „Dagon“, „Dolls“) als in seinem Beruf als Regisseur („Return Of The Living Dead 3“, „The Dentist“, „Beneath Still Waters“). Und vielleicht hätte er die Verfilmung des gewählten Lesestoffes doch wieder seinem Kollegen Stuart Gordon überlassen sollen, mit dem er schon so viele schöne Werke geschaffen hat.
Denn auch wenn der Mann sich in Sachen Horror auskennt, seinen Figuren Tiefe zu verleihen und das Beherrschen dramatischer Momente gehören nicht zu Yuznas Talenten. Wo „Return Of The Living Dead 3“ sich trotz magerer Figurenzeichnung noch in ein fröhliches Gorespektakel retten konnte, bietet „Rottweiler“ in diesem Gebiet keinen Zusatzbonus. Es gibt zwar jede Menge Blut zu sehen (der Hund zerfleischt recht häufig und munter), aber das ist auf Dauer sehr ermüdend und endet in Lachhaftigkeit, wenn der Köter einem seiner Opfer das pochende Herz zerbeißen darf.
So bleiben einem also, neben ermüdender Goreszenen, jene Elemente, die den Erzählfluss vorwärts treiben: dramatische Figuren und Geschehnisse, das Verwirren der Geschichte durch das zeitliche Szenenherumwirbeln mit Zuschauerinformationen, visuelle Effekte und natürlich die Grundidee an sich. Keines der hier aufgezählten Punkte schafft es „Rottweiler“ unterhaltsam zu machen. Warum? Na, dann mal der Reihe nach:
Die dramatische Figur wird verkörpert von einem hölzernen Schauspieler, der sicherlich in einem Actionfilm akzeptabel eingesetzt wäre, die ihm hier abverlangten Gefühlsregungen allerdings nie zu meistern schafft. Die Dramatik der Geschichte ist komplett aufgesetzt und erinnert in seiner Art stark an die Seifenopern aus Amerika a la „California Clan“ und „Springfield Story“. Natürliche Dramatik wird durch Unvermögen aller Seiten verhunzt und hinzu gesellt sich noch komplett verkrampfte Zusatzdramatik, wie sie nie nötig gewesen wäre (z.B. jene Szene, in der unser Held seiner Angebeteten vorwirft, der Sex mit einem asozialen, fetten Kerl hätte ihr Spaß gemacht).
Erschwerend kommt hinzu, dass der Held der Geschichte ein Idiot ist, der fortlaufend unentschuldbare Dummheiten begeht (Schrotflinte zu weit aus der Türe hinausstecken, eben erwähnte Sexualbeschuldigung, ...), so dass man nicht mit ihm mitfiebert, sondern sich wünscht, die Stahlklaue möge ihm endlich den Lebensgeist nehmen. Mit einem solchen Intelligenz-Hampelmann kann quasi keine Dramatik entstehen, die sich auf den Zuschauer überträgt. Kurzum: Ohne tragische Elemente hätte „Rottweiler“ eventuell einen Hauch besser sein können, auch wenn man meinen sollte es müsse umgekehrt sein.
Durch Rückblicke hüpft Yuzna zeitlich hin und her, dadurch werden dem Zuschauer erst mit der Zeit einige Zusammenhänge klar. Das ist mittlerweile im Kinobusiness keine Seltenheit mehr, kann aber zur Steigerung des Zuschauerinteresses immer wieder punkten. Nicht in „Rottweiler“, denn eines fehlt dem Film, damit die Rechnung aufgehen kann: Eine Geschichte. Letztendlich geht es nur um einen Flüchtigen, der von einem scheinbar unzerstörbaren Hund verfolgt wird. In der Vergangenheit des Helden liegt ein kleiner dramatischer Hintergrund. Dieser ist aber eigentlich eine kleine Flamme, wie die eines Streichholzes, wird von Yuzna allerdings als großes Martinsfeuer aufgepuscht, so als stecke da nun eine Wahnsinnsstory und eine irre Dynamik dahinter, mit der „Rottweiler“ zum Selbstläufer wird.
Zudem kann das Verwirrspiel mit den Informationen auch deshalb nicht funktionieren, weil die Geschichte völlig blöde erzählt wird. Unlogiken und Unnötigkeiten reihen sich aneinander, eine Identifikation mit welcher Figur auch immer kommt nicht auf, und das eben erwähnte Trottelverhalten des Helden ist als solches vom Drehbuch aus gar nicht gewollt. Der Film hätte wesentlich mehr Zunder, wenn eine Figur wie Ash aus „Tanz der Teufel 2“ genau das hier gezeigte Szenario erleben dürfte. Mit einer lustig angehauchten Figur hätte man den Film ansonsten unverändert umsetzen können.
„Rottweiler“ ist jedoch bierernst erzählt und erfährt nur in jener Szene freiwillige Erheiterung, in der ein Huhn sich vor dem Killerhund erschreckt. Der Köter verhält sich übrigens auch komplett unlogisch. Mal zerfleischt er jeden, dann wandert er durch eine Stadt und lässt die Passanten dort in Ruhe. Wurden nur jene getötet, die in Berührung mit dem Helden kamen? Nö, spätestens der Puffbesitzer wird völlig sinnlos getötet, der stand nicht einmal in der Nähe des Flüchtigen.
Der Held der Geschichte wird vom Drehbuch übrigens ständig als Opfer gesehen, so als wäre er unschuldig verhaftet. Achtet man aber auf das bisschen vorhandene Story, ist die Hauptfigur an seiner Lage selber schuld. Zudem wird er als liebenswürdig und unschuldig dargestellt. In einer Szene heißt es sogar, er habe noch nie irgendjemanden etwas angetan. Innerhalb der ersten 20 Minuten durfte man zuvor allerdings sichten, wie er einen Wärter und dessen Hund tötete, auf den Menschen sogar ganz unnötig gleich zwei Mal schoss. Ach bitte, wer hat denn hier das Drehbuch verzapft? Also: Die Geschichte und das Verwirren dieser können auch nicht punkten.
Die Effekte sind inmitten dieser Billigkeit noch akzeptabel. Eigentlich hauen sie nicht vom Hocker, im direkten Vergleich zum Rest sind sie aber noch das beste am Film. Gegen Ende gibt es billige, aber noch brauchbare Computereffekte, und zwar dann wenn man das Geheimnis des Hundes näher kennen lernt. Die Goreeffekte sind, wie oben erwähnt brauchbar, langweilen aber durch die uninspirierte Art, wie der Film erzählt wird.
Zudem verwendete man des öfteren einen visuellen Effekt, wenn es darum geht die Welt aus der Sicht der Bestie zu betrachten. In den wenigsten Filmen zieht ein solcher Effekt. Ich bin immer wieder überrascht, dass ein solches Stilmittel noch immer eingesetzt wird. In „Rottweiler“ gibt es sogar in diesem Bereich Unlogiken. So sieht man z.B. die Welt mal wieder aus besagter Perspektive, zwei andere Hunde kommen auf den Köter zu, einer wandert links aus dem Bild, der andere rechts, und nun hört man wie unsere Killermaschine nach beiden schnappt. Warum der Blick weiter geradeaus gerichtet ist weiß keine Sau. Ist aber auch nicht weiter wichtig, zu diesem Zeitpunkt interessiert weder dies noch die komplette weitere Geschichte.
Das ist wirklich schade um die völlig idiotische Grundidee. Yuzna hat einfach eins nicht begriffen: Eine doofe Idee zündet nur dann, wenn sie nicht völlig doof erzählt ist (den Bereich der freiwillig und unfreiwillig komischen Trashfilme einmal ausgeblendet). „Evolver“ zählt beispielsweise zu den Genrebeiträgen, die trotzt völlig blödsinniger Idee interessant umgesetzt wurden. Vielleicht einfach, weil er seine bekloppte Grundidee inmitten von filmischer Routine erzählt. Wahrscheinlich wollte Yuzna einfach zu viel, und mit mehr Schlichtheit wäre er wohl besser gefahren.
Die Darsteller sind wie erwähnt auch nicht das Gelbe vom Ei. Der Hauptdarsteller ist untalentiert, die anderen Schauspieler Mittelmaß. Eine Frauenrolle, die kurz im Zentrum steht, muss völlig unnötig großteils nackt gespielt werden, und selbst der Hund weiß kaum zu überzeugen. Außer seiner Attacken werden die andern seiner Tätigkeiten nur angedeutet. Hier wurde ganz klar Geld an der Tierdressur gespart. Die Stahlklaue sieht man nur in Nahaufnahmen, ansonsten wird ein metallisches Geräusch beim Beißen eingebaut. Zu Anfang wirkt das Vieh manchmal bedrohlich, aber spätestens wenn die Augen künstlich leuchten ist auch dieses Gefühl vorbei.
In einer Nebenrolle ist eine kleine Genreberühmtheit zu sichten: Paul Naschy, aber der war ja nun noch nie ein Talent, wusste eigentlich immer nur als Werwolf zu überzeugen und kann somit auch nichts mehr rumreißen. Jemand mit mehr Talent hätte dies bei der Größe der Rolle allerdings auch nicht geschafft.
Tut mir leid, aber „Rottweiler“ war so gar nichts. Wegen seiner drögen und langweiligen Umsetzung ist der Film übrigens auch nie durch seine unfreiwillige Komik unterhaltsam genug, um wenigstens als Schrottbeitrag zu erfreuen. Schade! Das beste an „Rottweiler“ ist sein Trailer. Schaut euch am besten den an, hört dort allerdings nicht auf den Sprecher, der erzählt angebliche Fakten über den Inhalt, von denen nicht einmal Yuzna etwas wissen dürfte. OFDb