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16.07.2016

NEUES VOM WIXXER (2007)

Nachdem „Der Wixxer“ bereits allerhand Verweise, Storyfragmente, Klischees, Schauspieler, Stereotype, Stilmittel und Handlungsorte der Wallace-Geschichten, welche die hauptsächlich in den 60er Jahren entstandene Rialto-Reihe erzählte, durch den Kakao gezogen hatte, war das Wichtigste zu Parodiezwecken eigentlich schon verarbeitet. Nicht dass bei über 30 Filmen nicht trotzdem noch einiges an Material vorhanden wäre, aber „Neues vom Wixxer“ guckt sich eher im Grundton wie eine Wallace-Parodie, teilt sich inhaltlich jedoch den Bereich des humoristisch Nachgeahmten mit der kunterbunten Welt der TV-Hits und Kinoerfolge, die zur Erscheinungszeit der hier besprochenen Komödie gerade von sich reden ließen.

Obwohl nun also vergleichsweise weniger Wallace durch die Fortsetzung weht, hat man nach vergeblicher Mühe bei Teil 1 für Teil 2 nun endlich Wallace-Legende Joachim Fuchsberger für eine große Nebenrolle gewinnen können, der sichtlich in die Jahre gekommen ist, aber eine wunderbare Plattform versteckter Anspielungen auf die Originale bietet, inklusive eine „Der Zinker“-Verwechslung mit Heinz Drache. Auch mit an Bord ist Chris Howland, den man seinerzeit aber nur in Konkurrenzprodukten der berühmten Wallace-Reihe erleben durfte. Da diese aber nicht nur finanziell vom großen Kuchen mitnaschen wollten, sondern auch stilistische und inhaltliche Ähnlichkeiten zu Rialtos Geldkuh aufwiesen, geht das schon in Ordnung.

Zumal wie erwähnt diesmal nicht nur die Wallace-Filme ihr Fett weg kriegen. Da wird über Klassiker wie „Winnetou“ ebenso gekalauert wie über zur Entstehungszeit moderne Kino-Hits wie „Drei Engel für Charlie“ oder Quoten-Hits wie „7 Tage 7 Köpfe“ und „24“. Mit den Handlungsorten Kloster und Irrenanstalt konnte man zudem mit anderen Elementen vergangener Wallacefilme spielen als bisher, was mit ein Grund dafür ist warum „Neues vom Wixxer“ nicht nur wie ein wiedergekäuertes unnötiges Anhängsel des ersten Teils wirkt, sondern stattdessen wie eine kraftvolle Weiterführung. Mit dazu bei tragen die Stars, die im Vorgänger nicht mit an Bord waren, als da wären der unglaublich komische Christian Tramitz, die wie immer toll schauspielernde Christiane Paul und Judy Winter in einer mimisch großartig gemeisterten Rolle als Nonne.

In Nebenrollen und Gastauftritten tummeln sich zudem Hella von Sinnen, Martin Semmelrogge, Frank Zander, Roberto Blanko, Michael Kessler, Achim Mentzel und manch andere Prominente mit herum, während zudem auch die wichtigsten Gesichter des Originals für das Projekt zu gewinnen waren, einschließlich Christoph Maria Herbst, dessen Rolle als Hatler aufgefrischt wird durch seine Position als Leiter einer Nervenheilanstalt. Pastewkas Mimiken mögen nicht ganz so gekonnt humoristisch ausgefallen sein wie im Vorgänger, sind aber noch immer eine Wucht, und Oliver Kalkofe schlägt sich wacker inmitten der professionellen Schauspieler, so dass ich hier wie in Teil 1 nicht verstehe was die Leute an seiner Leistung stets zu meckern haben.

Sein grenzwertiger Humor, der nicht so recht in „Der Wixxer“ hineinpassen wollte, wird in der Fortsetzung auf ein Minimum reduziert, was dem Film sichtlich gut tut, und da jeder der erstmals auftauchenden Mimen zudem seinen eigenen Humor mit einbringt, guckt sich auch dieser zweite Teil frisch und angenehm und bietet gekonnter Weise so viel zu Lachen wie sein Vorgänger. Sicherlich fällt eine schnell nachgereichte Fortsetzung nie so liebevoll detailreich aus wie ein erstes Projekt, für das man in der Regel mehr Zeit besitzt und in das man Ideen einbauen kann, die einem schon lange im Kopf herumspuken. Der Feinschliff des ersten Teils fehlt und einen pompösen Moment wie die wundervolle Gesangseinlage des Originals gibt es nicht zu sichten.

Stattdessen überrascht das Drehbuch jedoch mit einem interessanten Aufhänger, einem einfallsreichen Szenario, welches trotz wirrer, irrer Ideen, die manches Mal auch die physikalischen Gesetze aus den Angeln heben, doch immer zusammenhängend und durchdacht ist, sowie einer Mörderaufdeckung, die so pointensicher wie schwachsinnig genial ist, dass sie auf ganz eigene Art Wallace-Klischees aufs Korn nehmen kann. „Neues vom Wixxer“ ist somit der würdige Nachfolger eines geglückten Nummer 1 und auch mit weniger Edgar Wallace im Gepäck noch immer eine klare Empfehlung für Freunde deutschen Humors.  OFDb

14.12.2012

DIE WELLE (2008)

Gegen seinen Willen übernimmt Lehrer Rainer Wenger in der Projektwoche den Kurs zum Thema Autokratie. Etwas schockiert stellt er fest, dass die Schüler von heute das Thema als „gelernt und passiert nicht mehr“ abtun. Also startet er ein Experiment. Er verführt die Schüler zu Gehorsam und Angleichung. Was als harmloser Versuch begann, schaukelt sich zu einer stadtweiten Bewegung aus, über die Wenger mehr und mehr die Kontrolle zu verlieren scheint...

Macht durch Disziplin...
 
So ziemlich jeder wird damals in der Schule „Die Welle“ von Morthon Rhue gelesen haben. Sie ist sowohl unter Lehrern als auch unter Schülern ein beliebter Stoff und schockiert schon allein deshalb, weil er auf einer wahren Begebenheit beruht. Bereits 1981 wurde der Roman als recht kurzer TV-Film umgesetzt, und der wurde der Buchvorlage so gar nicht gerecht, hatte er doch zu wenig Zeit das Thema zu vertiefen und eine zu lahme Erzählweise um wenigstens seine Lauflänge anständig auszufüllen.

Es wurde höchste Zeit für eine Kino-Version. Und aufgrund der ausländischen Vorlage, der Berühmtheit dieser und der Beliebtheit des Themas im Medium Film, überrascht es schon ein wenig, dass es Deutschland war, das dieses Projekt umsetzte. Das hat mich persönlich gefreut. Nicht weil wir Deutschen wegen des Nationalsozialismus noch etwas gut zu machen hätten, sondern schlichtweg weil ich Filme aus unserem Land mag.

Die Wahl der Regie fiel auf Dennis Gansel, der sicherlich nicht wegen seines leichten und unterhaltsamen Stoffes „Mädchen, Mädchen“ für dieses Projekt auf sich aufmerksam machte, sondern viel mehr wegen seines späteren Werkes „Napola – Elite für den Führer“. Hier konnte er sich bereits mit Autokratie befassen, und das Ergebnis konnte sich sehen lassen, wirkte es doch keinesfalls klischeelastig oder heuchlerisch.

Nationalsozialismus und das Thema von „Die Welle“, das ist verwandt, aber eben nicht dasselbe. Während einem zum Thema Nazi-Deutschland in erster Linie die Ausländerfeindlichkeit einfällt, so beweist doch gerade der Stoff Morton Rhues, dass der Begriff Faschismus sich eben nicht nur darauf ansetzen lässt, sondern eine viel allgemeinere Bedeutung hat, in welcher Rassenhass lediglich ein Teilgebiet ist: die Angleichung.

In „Die Welle“ werden keine Ausländer gehetzt, sondern das Ziel ist die Angleichung, und Andersartigkeit soll aufgehoben werden. Optisch wird das ganze in Gansels Film durch weiße Hemden verkörpert, ein simples wie wirksames Mittel, das jedoch nicht zwingend nötig gewesen wäre. Da der Stoff hauptsächlich für ein jugendliches Publikum gedacht ist, ist die Idee zur Verdeutlichung andererseits vielleicht doch nicht so verkehrt.

Zielpublikum sollte die Jugend sein, und das sieht man dem Film auch in jeder Sekunde an. Hat die Geschichte zwar wen Erwachsenes in der Hauptrolle, so zeigt doch spätestens die moderne, poppige Inszenierung an wen sich der Film richtet. Und hier muss man Gansel schon zu einer interessanten Leistung beglückwünschen. Er schafft den Spagat zwischen Aufklärungs- und Unterhaltungsfilm. „Die Welle“ ist dynamisch erzählt, bremst sich nie aus, ist mit einem rasanten Soundtrack untermalt und neigt nur selten dazu oberflächlich zu werden. Es erfordert einfach Mut ein solches Thema so modern umzusetzen, werden doch viele von Respektlosigkeit reden oder gar den Anspruch des Themas verloren sehen. Ein poppiger Stil ist jedoch nur ein Stil und hat keine Auswirkung auf den inhaltlichen Gehalt. Und den Kern der Aufklärung verliert Gansel nie aus den Augen.

Einzig die sehr klischeeartig geratenen Charaktere hätten da etwas individueller ausgebaut werden können, negativ fällt in dieser Übertreibung jedoch nur die Rolle des Außenseiters Tim auf, die passend zum unangenehmen Nachgeschmack seiner Rolle auch noch ein anderes Schicksal am Schluss erfährt, als im Buch. Da dieses reißerisch und unnötig ist, gibt es diesbezüglich schon Grund zu schimpfen.

Im Buch ist es so, dass die Schüler, die sich für aufgeklärt halten, keine Chance mehr darin sehen, man könne sie manipulieren. Obwohl wissendlich mit dem Thema befassend, trickst der Lehrer sie aus. Und selbiges schafft Gansel mit dem Kinopublikum. Es weiß, dass es einen Film über Autokratie sehen wird. Es fühlt sich auf der sicheren Seite, und doch lockt Gansel mit diesem kurzweiligen Popkorn-Kino-Stil, in welchem man die vielen Erlebnisse der Welle-Mitglieder miterlebt. Gansel setzt kein äußeres Zeichen, wann die Fragwürdigkeit der Gruppe oder der einzelnen beginnt, man rutscht da als Zuschauer einfach rein. Man lacht mit Jugendsünden mit, man sympathisiert mit manchen Figuren, empfindet Mitleid mit anderen. Aber so oder so: man wird Teil.

Wenn die Welle-Mitglieder Stärke durch Gemeinschaft empfinden, dann wird das im Stil vom Film so aufgefangen, dass man diese Stärke mitempfinden kann. Durch den von so vielen verpönten modernen Popstil, verführt Gansel den Zuschauer selbst zu dem wovor er warnen möchte. Und das ist gut. Weshalb soll man etwas lernen, das man nur von der Theorie her kennt? Nach „Die Welle“ muss sich jeder selber fragen in wie weit er immun gegen all das war, und in welche (vielleicht noch so winzige) Bereiche er zustimmend in die Atmosphäre des Filmes hineingerutscht ist.

Somit wird „Die Welle“ tatsächlich zu einem Lehrstück über Autokratie. Nicht in einer psychischen Extreme wie „Das Experiment“, sondern perfekt als leichte Unterhaltung getarnt mit mitreißender Musik und Partylaune. Man muss ja auch bedenken, dass Gansel die Rollen der Aufständler relativ klein hält. Im Buch nehmen die Jugendlichen, die sich der Welle nicht anschließen wollen, einen wesentlich größeren Raum ein. Gansel möchte den Zuschauer jedoch verlocken, und zeigt verstärkt das Treiben in der Gruppe. Bewusst gibt er uns nur Wenger als Außenstehenden als Identifikationsfigur mit auf dem Weg, ist es doch auch jene Figur, die selber ins schwanken kommt, und von der eigenen Idee fast verführt wird.

Dass der Film recht schlicht endet, liegt nicht am Film, sondern am Buch, dessen Schluss man großteils übernahm. Die wahre Begebenheit ließ sich nicht so einfach beenden. Ein kurzer Schock reichte dort nicht aus. Die Schüler mussten nach dieser furchtbaren Erfahrung lange Zeit betreut und psychologisch begleitet werden. Das Wachrütteln fand unter detailreicherer Auseinandersetzung mit dem Geschehenen statt. In Buch und Film wird uns ein Schluss präsentiert, der in der gezeigten Form nicht glaubwürdig ist. Zumindest wenn man glaubt damit wäre alles geklärt und das Thema beendet. Schön wäre eine Fortsetzung, in welcher sich der Drehbuch-Autor damit auseinandersetzt, wie das Leben der Schüler nach der Welle weiter ging. Auch diese Geschichte wäre erzählenswert.

„Die Welle“ ist sowohl ein Aufklärungs- als auch ein Unterhaltungsfilm geworden. Zwar blendet er aktuelle Missstände meist aus, überzeugt aber wegen dem verstärkten Augenmerk auf Angleichung statt auf Rassenhass (was er jedoch der Vorlage zu verdanken hat). Das Drama ist flott und poppig umgesetzt, jedoch nicht (nur) um sich dem jugendlichen Zielpublikum anzubiedern bzw. seine Aufmerksamkeit zu erkaufen, sondern für einen interessanten psychologischen Kniff, der von vielen Filmrezensenten nicht (an)erkannt wurde.  OFDb

06.09.2012

JERRY COTTON (2010)

Jerry Cotton ist der gewiefteste FBI-Agent, den Amerika zu bieten hat. Doch ausgerechnet er wird Tatverdächtiger eines Mordes. Von den eigenen Leuten gejagt, kann nur sein neuer Partner Decker, von dem Cotton herzlich wenig hält, dem in Verruf gekommenen Gesetzeshüter dabei helfen die Wahrheit herauszufinden...

Vertrauen in die eigene Stärke...
 
Denkt man an Jerry Cotton, denkt man entweder an die Endlos-Groschenheftreihe mit trivialen Kriminalfällen oder an die Filmreihe aus den 60er Jahren, die auf etwas biederer Ebene alternativ neben der Wallace-Werke die deutschen Lichtspielhäuser heimsuchte. Ursprünglich war die Romanreihe humoristisch orientiert. Sie sollte eine Parodie auf gängige Agentengeschichten sein, die den üblichen Klischees folgten. Und daran hat man wohl gedacht, als man Tramitz in der Titelrolle besetzte und eine Neuverfilmung als  Action-Komödie auf den Markt schmiss.

Bei Christian Tramitz denken viele noch voreilig an die unlustigen Bully-Filme. Auch mir ging es so, bis mir „Neues vom Wixxer“ die Augen öffnete und mir zeigte, wie viel Potential in diesem Komikertalent steckt. Und „Jerry Cotton“ beweist es auf ein neues, beherrscht Tramitz doch perfekt die parodierende Mimik, Gestik und den Tonfall der lässigen Art eines Agenten, der nie seinen kühlen Kopf verliert, komme was wolle. Allerdings erinnert sein Jerry Cotton, bzw. jener der Drehbuchautoren viel mehr an James Bond als an einen FBI-Agenten. Macht aber ohnehin nichts, denn die Rolle seines Partners Phil Decker hat auch gar nichts mehr mit dem Blondling aus der Romanreihe zu tun.

Trotz Tramitz‘ großartiger Leistung muss man erwähnen, dass er nicht das Glanzlicht des Streifens ist. Gerade die Besetzung des Phil Decker ist Haupttrumpf. Er wird gespielt von TV-Komiker Christian Ulmen. Es war meine erste Sichtung dieses scheinbar sehr talentierten Menschen, ich kann aber eben weil ich sonst nichts von ihm kenne auch keinen Vergleich zu seinem bisherigen Tun ziehen. Das wäre eigentlich aber ohnehin nebensächlich, denn Ulmen bei seinem Dauergeschwätz zuzuhören, während dem aufmerksamen Betrachter bewusst wird, wie exakt Ulmen das Humorverständnis seiner Rolle beherrscht, ist Leistung genug. Erfreulich dass sich diesem Rezept auch noch Körper-orientierte Komik hinzu gesellt.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch die Leistung von Christiane Paul, deren Rolle kaum übertriebener in Szene gesetzt werden könnte, was sich nicht nur im Überagieren Pauls zeigt, sondern auch in der Arbeit von Regie, Kamera, Licht und Co. Schön, dass es immer wieder Ausnahmen gibt, die zeigen, dass ein übertriebenes Spiel auch positiver Natur sein kann, gerade wenn es um Comic-artige Situationen und Charaktere geht.

Was an den Beispielen der drei von mir hervorgehobenen Darsteller so erstaunt, ist die Zurückhaltung der Komik in diesem Film im allgemeinen. Anhand dieser drei Rollen könnte man meinen ein Gag-Feuerwerk a la „Die nackte Kanone“ zu sichten, aber das ist gar nicht der Fall. „Jerry Cotton“ stürzt sich nicht auf jeden Gag, steuert nicht einmal ständig auf gute Grundlagen möglicher Witzigkeiten zu, weiß aber mit der richtigen Gewichtung aus humoristischem Inhalt zu überzeugen. Da gibt es den trockenen Humor ebenso wie den albernen (gerne auch mal gemischt), da gibt es den massenkompatiblem Humor ebenso wie den versteckten, und wie es sich für eine gelungene Komödie gehört haben sich auch ein paar Running Gags eingeschlichen. Manchmal pausiert der vordergründige, offensichtliche Witz auch und gibt der Inszenierung Raum für Parodie oder einfach „nur“ für Inhalt, Dramaturgie und Action.

„Jerry Cotton“ gibt sich äußerst modern. Er ist sehr flott geschnitten, dem Auge wird nie langweilig, Spielereien mit Kameraperspektiven gibt es ebenso wie mit eingeblendeter Schrift, Farben oder Schnitten. Neu ist das alles nicht, aber übersättigt ist man in diesem Bereich auch noch nicht. Der Film der Regisseure Boss und Stennert gönnt dem Zuschauer keine Atempause, ebenso wie seinem Helden. Dadurch bleibt kaum Raum Charaktere zu vertiefen, interessanter Weise werden sie einem nebenbei jedoch nah genug gebracht, um mit ihnen zu sympathisieren.

Dass die Herangehensweise nicht wirklich lobenswert zu nennen ist, und nur das richtige Händchen für Timing die Chose zu retten weiß (mit dem Konzept hätte man einen solchen Film schließlich auch locker an die Wand fahren können), ist nicht wirklich wichtig, eben weil das Ergebnis so erfreulich ausgefallen ist. Einziges Manko am Drehbuch, über das ich nicht hinwegsehen kann, ist die spärliche Auswahl an verdächtigen Personen, die als Puppenspieler, Cottons Gegenspieler, in Frage kommen. Eigentlich ist das Wort Auswahl schon falsch gewählt, denn in Frage kommt ohnehin nur eine Person.

Andererseits lässt der Film ohnehin keine Zeit zum wirklichen Rätsel raten. Wie sollte man bei all dem Tempo und dem konzentrierten Warten auf den nächsten gelungenen Witz noch Zeit finden zwischen diversen Tätern den richtigen zu finden? Schon die Figur Cotton hat nur wenig Zeit für Überlegungen, die in diese Richtung gehen. Der mehr überblickende Zuschauer wird dementsprechend überhaupt nicht mehr gefordert. Etwas schade ist das schon, aber zumindest kein Beinbruch.

Eine kurzweilige Umsetzung, gut aufgelegte Schauspieler, pointensicherer Humor und eine interessante Optik führen „Jerry Cotton“ zu einem empfehlenswerten Ergebnis. Über eine oder mehrere Fortsetzungen würde ich mich sehr freuen. „Jerry Cotton“ ist eine angenehme Alternative zur „Wixxer“-Reihe, die mir ebenfalls gefällt. Deswegen finde ich es auch so schön, dass beide Projekte auf so unterschiedliche Humorschwerpunkte setzen.  OFDb