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28.02.2016

Z NATION - STAFFEL 1 (2014)

Wenn eine TV-Serie im Fahrwasser von „The Walking Dead“ schwimmt und von der berüchtigten Firma The Asylum umgesetzt wurde, dann darf man zu Recht erst einmal Bedenken anmelden. Eine Pilotfolge in einem solch schlechten Farbfilter wie er mittlerweile üblich für billigst produzierte Zombiestreifen für den DVD-Markt ist, bestätigt zunächst den ersten Eindruck. Flache Charaktere mit denen man sich nicht identifizieren kann erleichtern den Einstieg nicht gerade. Zwar weiß bereits die erste Folge mit kleinen nerdigen Ideen zu überraschen, so z.B. mit jener, dass einer der Überlebenden im ewigen Eis, dort völlig allein lebend, in einer ehemaligen NSA-Station die nötige Technik besitzt ganz Amerika zu überwachen, aber so wirklich zünden will der Pilot nicht.
 
Aufgrund der stark zurückgeschraubten Political Correctness guckt er sich allerdings zumindest besser als die darin badende Erfolgsserie von deren Erfolg man ein Stückchen abhaben wollte. An dessen Piloten, der einsame Höhepunkt der ersten Staffel „The Walking Dead“, kommt dieses mittelmäßige Stück Horror-Standard jedoch nicht ansatzweise heran. Dies soll sich auch in der zweiten Folge nicht wirklich ändern, allerdings wird hier schon deutlicher, dass es den Autoren nicht an abgedrehten Ideen mangelt. In der dritten Folge angekommen wurde ich endlich warm mit „Z Nation“. So langsam fand ich Gefallen an den Charakteren, auch wenn sie mir noch immer zu distanziert präsentiert wurden, und die immer wieder eingestreuten individuellen Ideen wussten die übliche Zombiesoße zu verzuckern, zumal die Serie nicht gerade zahm daher kommt.

Was sich anfangs nur gelegentlich abzeichnet wird im Laufe der Zeit immer dominanter. Schräge Ideen schaukeln sich hoch. Manche für eine Folge, andere innerhalb eines roten Fadens, und je mehr die erste Staffel sich dem Ende neigt, um so mehr distanziert man sich vom populären Vorbild und um so eigenständiger wird die Geschichte, die einiges vom Zuschauer fordert. „Z Nation“ mag nicht so großartig ausgefallen sein wie die erste Zombieserie „Dead Set“, in ihrer abgedrehten Art bereitet sie jedoch genügend Freude dem immer wieder überraschenden Treiben der Truppe zu folgen.

Selbst der Tiefpunkt der ersten Staffel, eine Folge die fast einzig aus Traumsequenzen besteht, besitzt zumindest in der Theorie ihren Reiz, so dass man trotz eines eher mittelmäßig bis schlechten Ergebnisses zumindest dem Mut diese ungewöhnliche Idee überhaupt angegangen zu sein Respekt zollen kann. Eine andere Folge orientiert sich augenzwinkernd an The Asylums bislang größten Erfolg „Sharknado“, und die Finalfolge muss man selbst erlebt haben um zu glauben was dort abgeht. Selten war ich so neugierig in welche Richtung die kommende Staffel einer Serie schlagen wird, wie nach diesem völlig unerwarteten Cliffhanger.

Die anfangs so blass wirkende Serie „Z Nation“ jongliert nach einiger Anlaufzeit mit schrägen bis grotesken Ideen, macht es sich in der Figurenzeichnung vielleicht ein wenig zu einfach, trotzdem dürfte für jeden so etwas wie eine blasse Sympathiefigur dabei sein. Einzig der Antiheld, der acht Zombiebisse überlebt hat, sticht charakterlich aus der Masse heraus und wird nach langer Zeit zu einer richtigen Kultfigur, an welcher die Autoren ihrer Fantasie freien Lauf lassen konnten.

In „Z Nation“ ist nichts wie es scheint. Da enden Folgen unverhofft anders als erwartet, da gibt es ungewöhnliche Schwerpunkte und Sichtweisen auf die Geschehnisse, da werden Hauptfiguren auch mal komplett ausgeblendet um sich auf andere Figuren zu konzentrieren, manche Charaktere fallen sogar aus den unterschiedlichsten Gründen überraschend komplett weg. Der Zuschauer muss sich bei dem wilden Trip namens „Z Nation“ auf einiges einstellen. Ohne den blöden Farbfilter und mit besser herausgearbeiteten Figuren könnte die Serie noch richtig gut werden. Kult ist sie auf jeden Fall. Und unterhaltsam genug um auch die kommende Staffel zu sichten ist Season 1 auch. Ich bleibe neugierig...  OFDb

08.02.2013

THE NEW GUY (2002)

In der Schule vor allen Mitschülern blamiert, sorgt ein Schüler dafür, dass er raus fliegt, um auf einer anderen Schule neu anzufangen. Es wird Zeit für einen Imagewechsel. Also lässt er sich von einem Knastkumpanen beraten, wie er es anstellen muss, auf der neuen Schule den Respekt der Leute zu erlangen... 
 
Nicht cooler als ein Schluckauf... 
 
DJ Qualls ist kein hübscher Mann. Das bewies er mit seinem extremen Auftreten in „Road Trip“. Aber seine Hässlichkeit öffnete ihm Tür und Tor im Filmbusiness, wenn auch nicht für die großen Filme. Nach diversen Nebenrollen sollten auch mal Hauptrollen dazukommen, und eine solche spielt er in „The New Guy“.

Hier kann er sich auch gleich richtig austoben. Darf zeigen, dass er durch einen anderen Look seine Hässlichkeit verbergen kann, darf Grimassen schneiden bis zum umkippen, aber auch seinen Witz unter Beweis stellen und sein Rhythmusgefühl. Diesem Mann kann mein einen gewissen Grad Talent ruhig eingestehen, aber das nutzt nicht viel, wenn der Film nichts taugt, in dem man dies zu Tage fördert.

Die Story gab es so oder anders schon tausend mal. Wäre dies der entscheidende Punkt, wäre wohl fast das ganze Teenie-Komödien-Subgenre dem Untergang geweiht. Nein, ganz im Gegenteil, die xte Kopie der immer gleichen Story war es, die mich überhaupt lockte: Ein Versager wechselt die Schule für einen Imagewechsel zum Obercoolen.

Leider verkommt der komplette Film zu einer peinlichen Chaosparade wie die Teenie-Filme mit der Band Kid’n Play („Class Act“, „House Party“). Und so wie dort und bei „Sind wir schon da?“ und all den anderen vielen Komödien unter schwarzem Einfluss, wird nur primitiv herumgealbert, in der Hoffnung damit den Mangel an vorhandenen Witzen zu ersetzen. Für diese Art Komödie gibt es ein Publikum, aber ich gehöre nicht dazu.

Wenn man etwas Positives in der Erzählart von „The New Guy“ entdecken will, dann ist es vielleicht das, dass der schwarze Stil nun übergeschwappt ist in eine Komödie, in der Schwarze nur in Nebenrollen besetzt sind. Da ich den Stil solcher Komödien eher als primitiv empfinde, würde ich persönlich von einer positiven Betrachtung diesbezüglich Abstand nehmen.

Da wird nun also herumgekalauert, und dabei vergeigt man selbst jede kleine Möglichkeit eines guten Gags. Viel zu sehr konzentriert man sich auf Pimmel- und Fäkalhumor, viel zu sehr werden die Charaktere überdreht, dass selbst Comicfiguren wie Stiffler und Finch aus der „American Pie“-Reihe wie aus dem Leben gegriffen wirken.

Den Wandel vom Deppen zum Coolen erkennt lediglich das Drehbuch. Für den Betrachter gibt es da keinen nennenswerten Unterschied, außer dass sich der Stil der Idiotie gewandelt hat. Lustig ist das alles höchst selten, und wenn dann eher beim Knastie-Lehrmeister aus dem Nebenstrang, als bei DJ Qualls in der Hauptrolle. Sein Talent nutzt ihm bei dieser schlechten Filmauswahl recht wenig. Und sein engagiertes Spiel in einer Komödie, die solchen Einsatz nicht verdient, arbeitet gegen ihn. Er wirkt nicht wie der sympathische Darsteller im falschen Film, er wird Teil dieses unsympathischen Ganzen.

Ich kann nur jedem von dieser Teenie-Komödie abraten. Nichts gegen geistfreie Unterhaltung zu einem routinierten Thema. Das boten auch „Euro Trip“, „Spring Break Lawyer“ und „Bikini Shop“. Aber „The New Guy“ ist auf einer Niveauskala weit unten anzuordnen und wird nur noch von Komödien a la „Fun, Fun, Fun“ und „Die Chaoten-Highschool“ unterboten.  OFDb