Aufgrund des Computerspiels, auf dem er basiert, und der damit einhergehenden größeren Popularität, kennt man "Five Nights at Freddy's" eher, als den gerade einmal zwei Jahre zuvor erschienenen "Willy's Wonderland", welcher der selben Idee mit zu bekämpfenden, animatronischen Figuren aus einem Spieleparadies nachging. Und obwohl dieser rauer und ungeschliffener daher kommt als der vorhersehbare, nach gängigem Muster inszenierte Streifen von Emma Tammi, und obwohl das Konkurrenzprodukt Nicolas Cage mit einer zu ihm passenden Rolle mit an Bord hat, siegt im direkten Vergleich der hier besprochene, augenzwinkernde Horrorbeitrag. Aber es ist ein Kopf an Kopf-Rennen, beide Werke bekleckern sich nicht mit Ruhm, der später nachgerückte fällt gar unkreativer aus, dafür wissen aber zumindest seine zu bekämpfenden Puppen besser zu gefallen, deren Erwecken zumindest auch einen Hintergrund erfährt. Unterforderung ist hier bei so viel Bekanntem leider mit an Bord, aber mit heruntergeschraubten Erwartungen funktioniert "Five Nights at Freddy's Official Movie" (Alternativtitel) gut genug, um im erschöpften Zustand nach der Arbeit angenehm unterhalten zu werden. Trotzdem hätte ich mir, gerade aufgrund der trashigen Thematik, ein besseres Ergebnis gewünscht. Mittlerweile ruht man sich scheinbar immer öfter bereits nach dem Aufhänger auf. Das beweisen auch "Benny Loves You", "Bunny und sein Killerding", "Slotherhouse" und "Zombiber". Zumindest gehört die Spieleverfilmung zu den Produktionen mit höherem Budget, so dass das aalglatte Ergebnis zumindest professionell genug angegangen ist. Wiki
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
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25.02.2024
24.04.2014
IST SIE NICHT WUNDERBAR? (1987)
Howard Deutch hatte gerade erst vor einem Jahr den völlig unterkühlten und unsentimentalen „Pretty In Pink“ für Produzent John Hughes fertiggestellt, da lieferte er ihm bereits die nächste Romantikkomödie mit Teenagern im Zentrum ab. „Ist sie nicht wunderbar?“ schaut sich auch schon wesentlich mehr wie ein John Hughes-Film, als es im Vorgänger, trotz Stammbesetzung mit Molly Ringwald, der Fall war. Ja, Hughes eigene Regiearbeiten im Teenie-Bereich mit „Das darf man nur als Erwachsener“, „Der Frühstücksclub“ und „Ferris macht blau“ boten nie den romantischen Aspekt im Zentrum, aber auch sie könnten bereits untereinander kaum unterschiedlicher vom Stil her sein, ein Vergleich ist also durchaus trotzdem angebracht. Und mag „Ist sie nicht wunderbar?“ im Vergleich zu diesen Werken auch besonders brav und ernst ausgefallen sein, der Humor des Produzenten funkelt trotzdem immer wieder durch.
Ob das die frechen Kindersprüche jüngerer Geschwister sind, die eher in späteren Produktionen wie „Kevin - Allein zu Haus“ und „Allein mit Onkel Buck“ dominanter zelebriert werden sollten, oder ob es das Spiel mit comichaften Mimiken in Großaufnahmen ist (im hier vorliegenden Falle z.B. zu entdecken in jener Szene, in welcher der Herr Papa vor der Klassentür von Keiths jüngerer Schwester steht), der Humor schwimmt in einem Strom mit besagten Teeniefilmen mit, aber auch im Strom von Hughes einzigem Film, in welchem er Erwachsene zu seinen Hauptdarstellern machte. Die Rede ist von „Ein Ticket für zwei“.
Es spielt keine Rolle dass Hughes in „Ist sie nicht wunderbar?“ offiziell nur Produzent war. Seine Handschrift schimmert so dominant durch, dass Deutch wohl kaum viel Freiraum genossen haben dürfte. Scheiß drauf! Denn falsch kann dieses Vorgehen nicht sein, wenn es ein Ergebnis wie im hier vorliegenden Fall hervorbringt, einen Film der in seiner Geschichte theoretisch genauso wenig originell ist wie das arg Klischee-hafte Herumreiten auf dem Arm/Reich-Konflikt von dem er erzählt, ein Thema welches Hughes aber scheinbar stark beschäftige, so später auch in „Der Giftzwerg“ oder zuvor im bereits erwähnten „Pretty In Pink“.
Das gute Ergebnis ist in der Besetzung, der sympathischen Charakterzeichnung, der Maske und dem zeitlosen Soundtrack zu suchen. Eric Stoltz, einige Jahre zuvor aus der Produktion „Zurück in die Zukunft“ gefeuert und durch Michael J. Fox ersetzt, spielt den Naivling sehr gelungen, auch wenn sein Charakter manchmal etwas arg wenig von dem versteht was um ihn herum passiert. Lea Thompson weiß schauspielerisch zu überzeugen, ist aber nicht halb so niedlich wie die mit kurzen Haaren agierende Mary Stuart Masterson, die seinerzeit zu den talentiertesten Jungmimen Amerikas gehörte und später durch „Benny und Joon“ und „Grüne Tomaten“ auch der Masse mit ihrem Können auffallen sollte.
Eigentlich soll Amandas Schönheit über der Ausstrahlung Watts stehen. Doch das funktioniert so gar nicht, und auch wenn es vom Drehbuch anders gewollt ist: es ist gut so, fiebert man doch damit umso mehr dem vorhersehbaren Happy End entgegen, während man zuvor mit Watts und ihrem Liebeskummer mitleiden darf. Keith steht im Zentrum, aber die Gefühle hängen an Watts, gehen sie doch wesentlich tiefer als Keiths Konflikt mit dem Papa, oder dem Wunsch von Amanda akzeptiert zu werden. Ja, sie gehen sogar tiefer als Keiths finaler Plan, der in der letzten halben Stunde zelebriert wird und dem Film damit wenigstens einen Hauch Handlung beschert.
Liest sich alles sehr negativ? Ist es aber keineswegs. Denn die Chemie stimmt, ob es nun Zufall ist oder nicht. Sich mit Witzen zurückhaltend, wenn diese einsetzend, dann aber auch gerne überzogen eingebracht, erzählt der Film seine Klischee-hafte, dünne Geschichte mit sehr viel Empathie, mit dem nötigen Gefühl für ansteckende Romantik und einem Soundtrack, der wie der komplette Film zwar mitten in den 80er Jahren badet, trotzdem aber recht zeitlos in seiner Wirkung ist. Das schönste Beispiel für das perfekte Zusammenspiel aller drei Faktoren ist jene kribbelnde Szene, in welcher Watts mit Keith das Küssen übt. Für Momente wie diese liebt man diesen Streifen.
Unvergessen bleibt auch die allerletzte Szene, die jedes Herz erweichen lässt und mit einem süßen humoristischen Spruch endet, um daraufhin auf ein Abspannlied überzublenden, welches zu den wenigen Songs gehört, die ich auch beim x-ten Gucken des Films den kompletten Abspann lang zu Ende höre. Auch wenn der Song in seinem schönsten Moment aufgrund des Endes des Vorspanns ausgeblendet wird (es wird also empfohlen sich das Lied „Can‘t Help Falling In Love" der Band Lick The Tins zu Hause mal komplett anzuhören), so schließt der Film mit ihm doch perfekt.
Es gibt einige Dialoge, die sich im Deutschen wunderlich übersetzt anhören, ansonsten gibt es aber auch über die Synchronisation nichts zu meckern, die gerade mit ihrer idealen Stimmauswahl bis in die kleinsten Rollen hinein zu überzeugen weiß. Auch wenn ich Mastersons Schauspielkunst sehr zu schätzen weiß, dieser Film hat mich seit meiner Jugend derart intensiv geprägt, dass sie in meinem Kopf eigentlich Watts ist und einfach an die Seite von Keith gehört. Dass mir Eric Stoltz nie wieder positiv auffiel, war zusätzlich hilfreich um diesen Zustand in meinem Schädel aufrecht zu erhalten. OFDb
18.08.2012
DIE FRAUEN VON STEPFORD (1975)
Joanna und ihr Mann Walter ziehen in das malerische Städtchen
Stepford. Der auf dem ersten Blick so sympathische Ort wirkt beim
näheren Hinsehen jedoch weniger gemütlich: die Herren verbringen die
meiste Zeit in einem Männerclub, und die Frauen von Stepford benehmen
sich alle wie glückliche Hausfrauen aus der Fernsehwerbung...
Emanzipation - das war in den 70er Jahren eine Sache die sehr ernst genommen wurde. Ist sie heute eher eine Selbstverständlichkeit und in der Regel in verwässerter Form anzutreffen, war sie damals hart umkämpft, aber auch viel natürlicher gelebt. Schaut man US-Filme aus den 70er Jahren erlebt man immer wieder Frauenrollen, die gleichberechtigt und gleichzeitig Frau sind. Gleichberechtigung wurde nicht mit Angleichung verwechselt. Es war das Individuum das zählte.
Was erkämpft wurde, kann man wieder verlieren (hat man streng genommen bereits auch ein gutes Stück wieder), und je frischer die Wunden, desto größer die Angst der Rückkehr zur alten Norm. „Die Frauen von Stepford“ spielt in Form einer Satire mit der Idee, dass Frauen beides verlieren könnten: die Gleichberechtigung und das Individuum - und mit diesen beiden Elementen schlichtweg die Freiheit.
Ich weiß nicht ob die Fernsehwerbesendungen der strahlenden Hausfrau zu irgendeiner Zeit tatsächlich ernst genommen wurde, zur Entstehungszeit von Bryan Forbes Science-Fiction-Werk war dies zumindest nicht mehr der Fall, auch wenn „Drei Mädchen und drei Jungen“ und andere heile Welt-Serien tagtäglich im Fernsehen liefen. Der Gedanke der glücklichen Hausfrau schien grotesk. Zwar war es in den emanzipierten 70er Jahren legitim als Frau die Rolle der Hausfrau zu wählen, aber das Abbild dieser in der Werbung war und ist extremst überzogen und dient heutzutage nur noch als Belustigung.
Wenn die Heldin der Geschichte nun in einen Ort zieht, der geradezu bevölkert ist vom Frauenbild der Produktinformationen, dann weiß das einen eine Zeit lang zum Schmunzeln zu bringen, situativ sogar zum Lachen (z.B. wenn das erste Frauentreffen in Stepford stattfindet). Der dramatische Aspekt, der mit diesem leicht schwarzen Humor verbunden ist, und der Spannungsbogen um den Forbes bemüht ist, sorgen jedoch dafür, dass der nötige Ernst der Problematik nicht untergeht. Und je tiefer der Film in die Ereignisse um Stepford eintaucht, desto ernster nimmt man seine Geschichte.
Das liegt mitunter auch daran, dass die Orientierung an Joanna sehr hoch ist. Sie wurde mit Katharine Ross sehr interessant besetzt, ist diese doch ein süßes, zierliches Wesen, weiblich im Erscheinungsbild und etwas aufreizend gekleidet ohne zu gewagte Wege einzugehen. Das auch im Film kurz angesprochene Thema der Kampfemanzen sollte sie nicht verkörpern. Sie sollte die Frau von nebenan sein, ist charakterlich taff gestaltet, weiß sich in der Männerwelt durchzusetzen und ihren Wünschen zu folgen ohne dabei egoistisch nur an sich zu denken.
Man mag Joanna einfach, und man gönnt ihr das Recht auf ihre Freiheit. Aber so taff sie auch sein mag, gegen die auf sie so dümmlich wirkende männliche Dominanz kommt sie nie richtig an. Mit zwei verbündeten, ebenfalls erst kürzlich nach Stepford gezogenen, Frauen weiß sie sich zwar eine Zeit lang zu wehren und über die seltsame Art der Stepford-Frauen zu sinnieren, aber spätestens wenn ihr auch die zweite Verbündete genommen wird, die sich ebenso wie die erste in ein braves Hausmütterchen verwandelt hat, ist sie da, die zerbrechliche Frauenrolle, die körperlich dem Mann unterlegen ist und emanzipiert hin oder her sich der Überzahl der Feinde nicht mehr im Kampf stellen kann.
In dem düster angelegten Finale, das im Gegensatz zum Restfilm im Handeln der Hauptfigur manches Mal etwas unglaubwürdig wird, muss Joanna nun versteckt agieren. In einem „Nicht ohne meine Tochter“-Plot kann sie Stepford nicht ohne ihre Kinder verlassen, eines gespielt vom „Grüne Tomaten“-Star Mary Stuart Masterson, die hier ihr Schauspiel-Debut ablieferte. Filme der 70er Jahre waren im Science Fiction-Genre nicht sonderlich blauäugig erzählt, und so schließt der Film, betrachtet auf die bisherigen Vorkommnisse, glaubwürdig und düster. Die Schluss-Szene verdeutlicht in ihrer Monotonie nun welch bitterböses Bild sich hinter der Mentalität der Fernsehwerbungen versteckt, welche wir zu Unterhaltungszwecken verharmlosen bzw. als selbstverständlich zu akzeptieren gelernt haben.
„Die Frauen von Stepford“ ist sehr schleichend erzählt. Die ersten 30 Minuten zeigen lediglich die Umorientierung Joannas, die mit ihrer Familie zuvor in einer Großstadt lebte und das auch genoss. Erst nach dieser langen Einführung zeigt Forbes erstmals deutlich, dass die Stepford-Frauen so sind wie sie sind. Zuvor durfte man lediglich erst die Nachbarin erleben, die uns einen Vorgeschmack dessen gab, was in höherer Population noch folgen sollte.
Auch wenn des Rätsels Lösung heutzutage mit moderneren Alternativen zu lösen wäre, so guckt sich „The Stepford Wives“ (Originaltitel) doch recht zeitlos, eben weil er in einer friedlichen Kleinstadt spielt, die, sofern wir aktuellen Filmen glauben können, heute noch genau so geartet sind wie damals. Lediglich die Sehgewohnheiten der damaligen Zeit muss man als Zuschauer beherrschen können. Wer sich schnell langweilt und eher Aktion anstatt psychologische Stimmigkeit bevorzugt, der wird mit dieser Satire nichts anfangen können. Der wird eher in der albernen wie missglückten Neuverfilmung von Frank Oz, die ebenfalls den Namen „Die Frauen von Stepford“ trägt, sein cineastisches Glück finden.
Wer aber den langsamen Erzählstil des 70er Jahre-Kinos mag und es genießt interessant charakterisierte Figuren auch mal bei Nichtigkeiten zuzusehen, die nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, der wird dieses sensibel angegangene Filmchen genießen können, auch wenn es etwas verwundert, dass der Spannungsgehalt doch recht gering gehalten wurde. Etwas mehr davon hätte nicht geschadet, um den an sich gelungenen Streifen noch etwas aufwerten zu können.
Denn letztendlich arbeitet er inhaltlich lediglich auf ein Geheimnis hin, dessen wir uns als Zuschauer in der Regel schon zuvor bewusst sind. Gerade deswegen ist es aber auch so erstaunlich, dass „Die Frauen von Stepford“ mit seinen Wichtigkeiten wie Nichtigkeiten so gut zu unterhalten weiß, zumal mit der Thematik um die Angst des Individualitäts-Verlustes, gerade zur Entstehungszeit des Streifens, im Science Fiction-Genre recht oft gespielt wurde (z.B. in „Die Körperfresser kommen“ und „Futureworld“). Bryan Forbes Werk kann mit der Konkurrenz jedoch bestens mithalten, gilt er doch heute als anerkannter Klassiker, einer der drei Fortsetzungen und die bereits erwähnte Neuverfilmung nach sich zog. OFDb
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