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06.09.2020

TERMINATOR 6 - DARK FATE (2019)

Nun wird nach dem unbeliebten "Terminator 5" wieder einmal alles zurück gespult auf das Ende von "Terminator 2", dem letzten richtig anerkannten Teil der Reihe, um diesen fortzusetzen. Diesmal schrieb der Regisseur der ersten Teile am Drehbuch mit, um seine Vision einer Fortführung seiner Kinoerfolge umzusetzen, und er produzierte "Terminator - Dark Fate" zudem gleich mit, mit Ruhm hat sich James Cameron damit allerdings nicht bekleckert. Letztendlich ist dieser erneute Teil 3 nicht besser oder schlechter ausgefallen als Teil 5 und "Terminator 3". Er bezieht sich sogar auf die Idee von Letztgenanntem, dass es einfach deswegen weiter geht, weil die Entwicklung nun einmal zu einem späteren Zeitpunkt so weit ist, lässt dafür konsequenter Weise Skynet nie geschehene Zukunft sein und eine andere künstliche Intelligenz auf die Menschheit los, lässt diese aber weit weniger konsequent ebenfalls Terminatoren bauen und durch die Zeit schicken, inklusive dem flüssigen Modell aus dem ersten Sequel. Das macht keinen Sinn, allerdings legt es das Drehbuch ohnehin nicht darauf an eine geistreiche Geschichte zu servieren. 

Der Zuschauer soll möglichst nonstop wuchtige Action erleben. Ruht sich die Geschichte einmal für dramatische oder gar philosophische Momente aus, so werden diese für den geistlosen Schnellzweck dümmlich verbretzelt, anstatt aus den durchaus interessanten Ansätzen tatsächlichen Tiefsinn am Rande zu zaubern. Da kann man mit leben, erwarten tut man ohnehin nichts geistreiches mehr von einem Großprodukt dieser Art. Dass man sich jedoch keine Mühe gibt dem Zuschauer die Figuren näher zu bringen, verärgert tatsächlich, bleibt "Terminator 6 - Dark Fate" damit doch ein zu oberflächliches Produkt, zumal er ohnehin nur die Geschichten der Vorgänger variiert neu abspult, anstatt eigene Ansätze zu erfinden und einen neuen Verlauf darauf aufbauend zu konstruieren. Einziger Lichtblick ist der schnell verpuffende Aufhänger Sarah Connors ihren Sohn nach der Errettung der Menschheit ironischer Weise durch eine Macht verloren zu haben, die in Zukunft nicht mehr existieren wird, und selbst dieser sympathische Aspekt wird zu schnell und lieblos abgespult, als dass sich die Geschichte damit gehaltvoller und die Figur damit tiefsinniger anfühlt. 

Nach dem x-ten Scheitern einer gescheiten Fortsetzung hat man immer noch nichts dazu gelernt. Der Film ist für den schnellen Dollar gedreht, die drei entscheidenden Namen James Cameron, Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton haben als Zuschauermagnet zu reichen, anstatt endlich mal wieder mutig voran zu preschen, um sich einen Erfolg auch zu verdienen, was sehr schade ist, da es vielleicht die letzte Möglichkeit war alle drei für eine Fortsetzung zu vereinen. Was hätte dies zusammen mit einem intelligenten Projekt, welches den Schöpfern tatsächlich am Herzen liegt, für Potential geboten im sonst so feigen Blockbuster-Kino von heute? Nun ja, nun ist es nun mal, wie es ist, wie zu erwarten ist die fünfte Fortsetzung keine Offenbarung. Als geistloser Science Fiction-Action ist er aber immerhin zügig und flott genug erzählt, um nicht zu langweilen. Er unterfordert höchstens durch die immergleiche Geschichte, nicht durch zu extreme Dümmlichkeit und lässt sich somit angenehm geistlos konsumieren. 

Angenehmer wäre aber auch diese simple Art des Schnellverzehrs ausgefallen, wenn sich das Ganze nicht immer wieder derart penetrant beim Publikum mit Verweisen auf Kultszenen aus den beliebten Vorgängern anbiedern würde. Zumal man das Herz der beiden Kultfilme mit der mechanischen Mentalität lediglich eine Auftragsarbeit abzuliefern ohnehin mit Füßen tritt und sich mit dem hier vorliegenden Projekt lediglich damit absichern möchte mittels eines Generationenwechsels weiterhin fleißig Fortsetzungen drehen zu können, wenn die ehemaligen Stars längst ins Gras gebissen haben. Das klappte bei "Star Wars - Das Erwachen der Macht" und seinen Fortsetzungen etwas besser, während die beiden "Creed"-Filme zeigten wie man es richtig macht, indem man den neuen Figuren auch wahre Charaktere beschert, anstatt sie nur als hohles Gefäß durch den Film stampfen zu lassen. Und wenn man schon dies nicht schafft, sollte man sich zumindest Mimen ins Boot holen, die ein gewisses Charisma versprühen. Das mag auf der Seite der Guten ja noch recht ordentlich, zumindest aber akzeptabel, funktioniert haben, der böse Terminator ist von der Besetzung her jedoch ein schlechter Scherz.  OFDb

02.12.2018

KINDER DES ZORNS (1984)

Nicht nur für Stephen King, der das Thema mörderische Kinder mit seinem Hang zur Kritik an religiösem Fanatismus kombinieren konnte, besitzt die Geschichte ihren Reiz. Da aus beiden Elementen bestehend, zu einer Zeit in welcher mörderischen Kindern nur gelegentlich Beachtung im Kino geschenkt wurde, weiß die Geschichte von "Kinder des Zorns" theoretisch gesehen auch das Publikum zu interessieren. Es sei denn man setzt die Geschichte um, wie es Fritz Kiersch mit seinem Regiedebut getan hat. Ich verstehe nicht warum er den Zuschauer nicht in eine rätselhafte Situation hineingeschubst hat, um einen gewissen Spannungsbogen zu erzeugen. Stattdessen dürfen wir direkt zu Beginn den Taten der Kinder beiwohnen, und auch jedes weitere Rätsel, wie die Frage ob es um etwas Übernatürliches oder schlicht um religiösen Fanatismus geht, wird viel zu voreilig aufgelöst.

Dementsprechend zu schlicht ist das Ganze heruntergekurbelt. Zu den beiden Hauptfiguren baut man keinen wirklichen Bezug auf. Sie fahren ewig Auto, sind einem zu egal um sie zu mögen oder dies nicht zu tun, und man hat das Gefühl dass es ebenso ihren Darstellern erging, die sie lustlos spielen. Immer wenn die Geschichte Potential bietet, entscheidet man sich für die falsche weitere Vorgehensweise. Die gefangen gehaltene Frau im Maisfeld wird wieder zurück ins verlassene Dorf geschleppt. Der hintergangene Kinderanführer darf am Maiskreuz befestigt herumfluchen, ohne dass die Rache von der er redet eintritt. Das Entgegenwirken der stets wiederholten Propaganda, ein Weckversuch der Hauptfigur den gläubigen Kindern gegenüber, wird zu kurz und lieblos angerissen, anstatt gerade in diesem Punkt den wahren Kernmoment der Geschichte zu erkennen. Passend dazu wirken die zu banal gewählten Worte überraschend schnell für eine mehrjährige Gehirnwäsche, so dass das Grauen schneller beendet ist als vermutet.

Aber ohnehin hätte auch bei besserer Umsetzung genau jene Idee mehr Sinn gehabt, wenn es einzig um religiöse Fehlleitung ginge. Stattdessen muss auf "Blood Beach"-Art optisch eine übernatürliche Präsenz preisgegeben werden, was bei der fast schon öden Umsetzung aber zumindest für etwas Schauwert sorgt. Dass das Ehepaar die ihnen gestellten Rätsel auf der einen Seite dank billigster Drehbuchideen schneller löst als es der Geschichte gut tut, während sie auf der anderen Seite den Ernst der Lage nie ganz zu begreifen scheinen, braucht bei der bisher erwähnten Vorgehensweise nicht wirklich zu wundern. Über das zu mittelmäßig geratene Ergebnis könnte man klagen, braucht man aber nicht wenn man weiß, dass acht Jahre zuvor in Spanien mit "Ein Kind zu töten" ein wesentlich besserer Film mit der Ausgangslage, dass ein ganzes Dorf von seinen Kindern getötet wird, entstanden ist. Der hat alles was "Children of the Corn" (Originaltitel) fehlt: interessante Hauptfiguren, eine trockene, geladene Atmosphäre und eine rätselhafte Ursache die über all den schrecklichen Ereignissen schwebt.  OFDb

29.01.2017

BLACK MOON (1986)

Wenn es in einem Film Mitte der 80er Jahre heißt die Idee käme von John Carpenter, also in einer Zeit in der er nach diversen Flops regelrecht unterschätzt wurde, dann ist die Neugierde geweckt, erst Recht wenn im Zuge dessen noch von einem Superauto in Bezug auf das Genre Science Fiction die Rede ist. Das klingt nach etwas Kunterbuntem und Ungewöhnlichen, wie es auch nur in den 80er Jahren entstehen konnte, und so ganz unrecht sollte ich mit dieser Vermutung nicht haben, badet „Black Moon“ doch regelrecht in besagtem Jahrzehnt, jedoch nicht auf die angenehme Weise.

Die Frisuren der 80er Jahre sind tatsächlich mal wieder die Lachnummer 1 und unterstreichen die Vermutung, dass die mit „Terminator“ einen Erfolg feiernde Linda Hamilton lediglich eine gewöhnliche B-Film-Mimin ist, was sie ebenfalls in „King Kong lebt“ beweist. Ernst nehmen kann man sie nicht, wenn sie mit hartem Blick, so als übe sie bereits für „Terminator 2“, innerhalb der dusseligen Story ihre höchst lahme Rolle verkörpert, ohne den Versuch zu starten an diesen Umständen irgendetwas ändern zu wollen. Aber was soll man über sie klagen, wenn es doch das komplette Drumherum ist, das ein wahres Desaster geworden ist.

Von der hanebüchenen Story und ihrem noch dämlicheren Verlauf, bis hin zum in jungen Jahren plump besetzt scheinenden Tommy Lee Jones, dessen Rolle vom Drehbuch keine Sympathie beschert bekommen hat, so dass man sich einzig auf das bierernste Einminenspiel des Darstellers verlassen muss, weiß so ziemlich gar nichts am Film zu gefallen. „Black Moon“ ist hilflos naiv ausgefallen, das Vorzeigeauto im Zentrum wirkt weder wie ein zum Staunen einladender Blick in die Zukunft, noch wie ein Retroblick vergangener Vorstellungen von der Zukunft. Sein billiges Design toppt die Gurken aus „Freejack“, und seine Fähigkeiten lassen das Auto aus der ähnlich naiv plumpen Serie „Knight Rider“ wie eine Gottheit erscheinen.

Auf unglaubwürdige, wie konfuse Art versucht Harley Cokeliss die bruchstückhafte Story irgendwie beisammen zu halten, setzt hauptsächlich aber lieber auf das Protzen mit Hightech, die müde Coolness des Helden und mau inszenierte Verfolgungsjagden und Rennszenen. Dass Erstgenanntes nach all den Jahren freilich nur noch lächerlich wirken kann, ist das Ergebnis fehlendem Retrocharmes, welches den Film zu einem kühl laufenden Motor ohne Charakter werden lässt. Ich habe nun wirklich keinen Meilenstein erwartet, aber dass „Black Moon Rising“ (Originaltitel) solch ein müdes und peinliches Produkt ist, das so gar nicht das Kind in mir ansprechen möchte, wie es sonst so viele andere 80er Jahre-Produkte schafften, hat mich dann doch überrascht.  OFDb

27.08.2013

TERMINATOR 2 - TAG DER ABRECHNUNG (1991)

Als ich „Terminator 2“ vor geschätzten 10 Jahren das letzte Mal sah, war ich sehr enttäuscht von seiner spannungsbefreiten Erzählweise und fand ihn ziemlich schwach. Für eine Neusichtung bin ich mit weniger Erwartungen herangegangen, dem Film als simples Unterhaltungsfilmchen eine Chance bieten wollend, ohne zu verbissen an die Sache heranzugehen, wissentlich dass ich eine Phase des viel zu strengen Filmguckens seit ein paar Jahren hinter mir gelassen habe. Diese Einstellung anzunehmen, um Gefallen an Camerons zweiten Ausflug in die Roboterwelt zu haben, war jedoch gar nicht nötig, entpuppte sich „Terminator 2“ die Tage doch für mich als erstaunlich gelungene Fortsetzung, der zwar der Pioniergeist des Erstlings fehlte, aber dadurch positiv auffiel, dass er Teil 1 nicht kopieren will, sondern komplett anders angelegt ist.

Es ist schon wahr, so spannend wie der eiskalte Teil 1 ist die Fortsetzung nicht mehr ausgefallen, aber sie legt es nicht darauf an in ihrem Herzstück, ein Plädoyer für Humanismus, in seiner radikalsten Veränderung wohl dem Fan des ersten Teils provozierend vor die Nase gesetzt mit einem zum Beschützer umprogrammierten von Arnold Schwarzenegger gespielten Terminator, der nicht nur kaum bösartig ist, sondern die Menschen verstehen lernt, sich von der Killermentalität seiner Programmierung entfernt, bis er gar zu ethischen Handlungsweisen fähig ist. Funktionieren tut das ganze nur deshalb, weil Cameron stets darauf achtet diese Fortschritte aus der Robotersicht einer Tötungsmaschine zu betrachten, so dass für manch schwarzhumorigen Moment inmitten von Action und einem wundervollen Hauch Drama noch Platz im Film ist.

Wer maulen mag, dass ein Kind als Zentrum einer solchen Story nervt, der erkennt nicht wie wichtig gerade dieser Aspekt ist, um Camerons Vorhaben psychologisch halbwegs sinnig anzugehen, denn um einen gewissen Grad Logik, der „Terminator 2“ an manch anderen Stellen fehlt, ist man sichtlich bemüht. Cameron schafft es nicht immer Kitsch zu umgehen, aber er rutscht nie in eine zu unangenehme Extreme ab. Die Geschichte bleibt in einem Gleichgewicht, kombiniert den Actionfilm mit dem Bereich des Jugendfilms ohne all zu seicht zu werden, und ist, gerade in der ersten Hälfte, dank einer dynamischen Erzählung immer auf einem Unterhaltungshoch.

Zwar wird es zu Beginn der zweiten Hälfte etwas ruhiger, aber das ist eigentlich ganz okay so. Im kompletten Film hätte man meiner Meinung nach nur eine Phase kürzen sollen, und das ist der endlose Kampf am Schluss zwischen den beiden Maschinen, war doch das davor Erzählte wesentlich aufregender zu verfolgen. Dort versuchen die Helden der Geschichte die Zukunft zu verändern, und da kitzeln Szenen die Nerven schon mehr als beim Zuschauen zweier Haudegen, die sich gegenseitig verkloppen, wenn sie nicht gerade aufeinander schießen.

Also: Mission geglückt, Cameron hat eine faszinierend andere Geschichte mit "Terminator 2“ abgeliefert, ohne den Vorgänger zu verraten oder mit diesem nicht kompatibel zu sein. Manches Mal übertreibt es Cameron mit seiner Symbolik, und sein verspielter Drang immer zu viel auf (damals sehr sensationelle) Spezialeffekte zu setzen ist auch hier bemerkbar, allerdings schaut sich die Fortsetzung von „Der Terminator“ nie all zu sehr auf Spezialeffekte konzentriert. „Terminator 2“ ist stimmiges Unterhaltungskino mit einer lobenswerten Botschaft, auf die im finalen Satz von Sarah Connors stets geglückten Off-Kommentaren, mit völliger Hingabe zur Übertreibung noch einmal mehr als deutlich hingewiesen wird. Da der Film in kurzen Momenten auch immer etwas selbstironisch ausfällt, ohne zu einer rückgratlosen Nummer zu verkommen, wirken solche Extreme gar positiv anstatt negativ.  OFDb

19.08.2013

TERMINATOR (1984)

Wenn einer der qualitativeren Schwarzenegger-Filme bis auf einige wenige nicht mehr wirken wollende Spezialeffekte die Zeit gut überstanden hat, dann ist es jener, der ihn auch zum Weltstar machen sollte: „Terminator“, seine erste Zusammenarbeit mit James Cameron, die zeigt, dass der Regisseur Großes leisten kann, wenn man ihm nicht zu viel Budget beschert. Denn dann besinnt sich Cameron, der auch für das Drehbuch verantwortlich war, auf die wichtigen Dinge einer Erzählung, und das ist neben allerhand wirksamer Action und einem Schuss Dramatik der Spannungsgehalt der Geschichte.

Dieser wird nicht nur durch die überzeugende Leistung Schwarzeneggers und dem passend düsteren Soundtrack unterstützt, sie erwächst in erster Linie durch etwas, welches die Fortsetzungen und viele andere Produkte bis in unsere Zeit hinein vernachlässigen: Cameron nimmt die von ihm erschaffene Bedrohung ernst. Hier wird nichts schön geredet. Der Terminator ist eine Killermaschine, gnadenlos, und das bekommt der Zuschauer unverschönt zu spüren, so dass die Nerven blank liegen und die Identifikation mit den Filmfiguren zu einem ehrlichen Mitfiebern führen.

Im kompletten Film gibt es nicht eine einzige unnötige Szene. Die Psychologie ist stimmig, alles macht Sinn. Schwachpunkte gibt es nur wenige und das an eher unwichtiger Stelle, so z.B. in der Einleitung und Umsetzung der für die Geschichte obligatorischen Liebesszene. „Terminator“ verdrehte seinerzeit mit einer Story, in der Zukunft und Gegenwart mehr miteinander zu tun haben als es zunächst scheint, die Gehirne und beeinflusste damit so tolle Filme wie „12 Monkeys“, die ohne den hier besprochenen Streifen wohl nie entstanden wären. „Terminator“ ist ein Evergreen und hat nichts von seinem Reiz verloren.  OFDb