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16.07.2017

MAD MAX 3 - JENSEITS DER DONNERKUPPEL (1985)

Wer auch immer auf die selten dämliche Idee kam aus „Mad Max“ einen Kinderfilm zu machen, egal ob nun für Byron, dem der Film gewidmet ist, oder nicht, der sollte sich ordentlich schämen, ist das was manch einer ein mutiges Projekt nennen dürfte nicht nur nicht geglückt, es lädt auch ebenso zum Fremdschämen ein wie einst „Ein Junge und sein Hund“, der seinerzeit in einigen Dingen sicherlich Pate für „Mad Max 2“ stand.

Nicht nur dass sich die Brutalität des bereits bekannten Zukunftsbildes, auch wenn sie stark abgeschwächt wurde, nicht mit der Mentalität eines Kinderfilmes vereinen lässt, auch der komplett undurchdachte Plot, der darauf setzt dass man sich über das Gesehene bloß keine Gedanken macht („Mad Max 4“ sollte es Teil 3 diesbezüglich nachmachen), lässt es nicht zu, dass aus „Mad Max 3 - Jenseits der Donnerkuppel“ ein guter, alternativ zur Ursprungsreihe, funktionierender Film wird.

Fans der ersten beiden Teile werden ohnehin verprellt, wenn Benzin- und Diesel-betriebene Fahrzeuge nicht mehr das Hauptgeschehen dominieren, das bizarre Zukunftsbild von einst gegen eine Jahrmarkts-ähnliche Freakshow ausgetauscht wird und ein wunderlicher Stamm von Kindern, unversehrt, scheinbar nie einer Attacke durch Anarchisten ausgesetzt, in der letzten Oase der Zukunft wohnend und trotzdem auf Utopia hoffend, an die unbeliebten Ewoks aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ erinnern. Hier wird der Zeitgeist deutlich, in welchem der Film entstand, wurde geistreiches Provo-Kino doch immer mehr gegen undurchdachtes Unterhaltungskino für die ganze Familie ausgetauscht, und das weiß am hier besprochenen Werk auch ohne Blick auf die beiden ersten Teile zu nerven.

Wenn Kinder sich gnadenlosen Banditen per Bratpfanne zur Wehr setzen, die einzige Autoverfolgungsjagd dafür genutzt wird mit kindlischer Begeisterung Tuff Tuff Tuff-Lokomotive zu spielen und das Ganze zudem noch hin und wieder mit Musik untermalt wird, die auch in einem „Pippi Langstrumpf“-Film Platz gefunden hätte, dann atmet man nicht mehr den Stoff, den der Ur-Fan der Reihe sehen will. Dann setzt man auf ein völlig neues Publikum.

Nicht nur dass typische 80er Jahre-Schrulligkeiten dem Zeitgeistcharakter einer dystopischen Welt nach dem Krieg seine eigene Identität berauben und somit das Entstehungsjahr in eine alternative Zukunft teleportiert, auch neu aufgekommene Unannehmlichkeiten dieser Zeit, wie das Besetzen eines Stargastes, egal ob dieser schauspielern kann oder nicht, in diesem Falle die damals gerade angesagte Tina Turner, bekommen ihren Platz in einem Film beschert, der nur noch Produkt ist, Geldmacherei und somit alles andere als ein Herzensprojekt. Das zeigt allein die schlecht choreographierte Verfolgungsjagd am Schluss, die bei weitem nicht die Mühe beschert bekommen hat, die noch hinter dem großartigen Finale des Vorgängers steckte.

Viel mehr konzentriert man sich diesmal auf barbarische Spielereien, die in einer Serie wie „Lexx“ zu gefallen wissen, dort aber auch nur, weil sie augenzwinkernd betrachtet werden. Die Löwenarena namens Donnerkuppel und das selten dämliche Schicksalsrad für Gesetztesüberschreiter, wird hingegen viel zu ernst genommen innerhalb eines Filmes, in dem nicht nur Kinder sich gegen einem Haufen skrupelloser Barbaren locker zur Wehr setzen können, sondern eine neu aufgebaute Zivilisation in dieser bitteren Zeit zudem so einfach ohne Sicherheitsvorkehrungen einzunehmen ist, wie es uns Richtung Finale völlig dreist demonstriert wird.

Ich weiß nicht woran es liegt, dass sich „Mad Max Beyond Thunderdome“ (Originaltitel) trotzdem noch halbwegs brauchbar guckt, anstatt dass sein Fremdschämen ihn gnadenlos vernichtet, aber auf ganz dünnem Eis schreitend funktioniert die Umkehrung des zweiten Teiles halbwegs, vielleicht auch weil Spiegelungen zu diesem bewusst angegangen werden. Max bleibt diesmal freiwillig zurück für die bessere Zukunft einer Gesellschaft. Und auch er könnte eines Tages ein Happy End erleben, wenn er irgendwann die Lichter in der Ferne sieht und Teil der neu gegründeten Gesellschaft werden kann. Aber was ist das Hausen in den Ruinen einstiger Großstädte für ein Happy End, alternativ zum vorherigen Wohnort der Kinder, am fließenden, sauberen Wasser gelegen, in einem „Planet der Affen“-ähnlichen kleinen Dorf, an dessen Ort sogar ein paar Pflanzen wachsen?

Aber wer sich solche Fragen stellt, gehört bereits nicht zum Zielpublikum dieses dümmlichen Filmes, der sich nur auf Denkverweigerer verlässt, oder auf jene, die es so geil finden actionreiches Familienkino zu sichten, inklusive der für das junge Zielpublikum obligatorischen Rutschpartie-Szene, dass es ihnen vor lauter infantiler Schauwerte egal ist, dass alles um sie herum keinen Sinn ergibt. Damit kann man aber zumindest dem Mainstream-Publikum von heute, welches scharf auf „Deadpool“, „Transformers“ und Co ist, „Mad Max 3“ als kleinen Filmklassiker gleichem Niveaus ans Herz legen.  OFDb

MAD MAX 2 - DER VOLLSTRECKER (1981)

Max ist nach wie vor kein strahlender Held. Ganz im Gegenteil hat er jegliche zivilisierte Eigenschaften seines Charakters gänzlich über Bord geworfen. Und auch nachdem er die Chance bekommt in einer rauen Welt wieder Teil einer Gemeinschaft zu werden, lehnt er dies als Einzelgänger ab. Konnte man in „Mad Max“ noch darüber streiten ob Max es Schuld war die Chancen da draußen zu überleben falsch eingeschätzt zu haben, besteht diesmal kein Zweifel, wenn er trotz des Wissens der lauernden Gefahr in der Nähe sich von der Gemeinschaft, mit der er einen Deal hatte, verabschiedet, um nur kurz darauf bereits zu scheitern.

Die Welt hat sich seit Teil 1 enorm verschlechtert. Nach einem Krieg herrscht die Anarchie in dem zur Wüste verkommenen Land. Eine Form von Fremdschutz existiert nicht mehr, jeder muss sich selber helfen. Jeder ist auf der Suche nach Sprit für sein Fahrzeug. Es haben sich extremistische Gruppen gebildet, die wildernd durchs Land ziehen, aber auch Einzelpersonen ist nicht zu trauen. Die einen gehen trickreich vor, andere plump. Gewaltbereit ist in dieser Welt jeder. Und da ist auch Max keine Ausnahme - und wird auch im kleinen Maße sein Anstand ein wenig zurück erweckt: er wird zu einer solchen auch nicht mehr werden.

Fehlte es dem ersten Teil an Empathie für die Hauptfigur und seine Leiden, was zu einem Schwachpunkt eines ansonsten gelungenen Streifens wurde, ist das Weglassen des Selbigen in „The Road Warrior“ (Alternativtitel) ein Pluspunkt. Der Film konzentriert sich auf die Erweiterung des bereits in Teil 1 vorbereiteten veränderten Weltbildes, zeigt nüchtern das Treiben der Menschen unter solchen Bedingungen und ist dabei, ebenso wie der Vorgänger, frei von einer moralischen Stellungnahme. Die Zukunft hat sich mehr denn je zu einem bizarren Zirkus Tempo-geiler Freaks entwickelt, und es bereitet einen Heidenspaß die verschiedenen Figurentypen, die individuell zusammengeschusterten Maschinen und die Gesetzmäßigkeiten dieser düsteren Welt zu entdecken und auf sich einwirken zu lassen.

Die Geschichte schreitet ein wenig flotter voran als im Vorgänger, ist aber trotzdem noch trocken und intensiv genug ausgefallen, um nicht zum reinen Partyfilm a la „Mad Max 4“ zu verkommen. Die schlicht gehaltenen Charaktere sind der Geschichte neben dem glaubwürdigen Weltbild das wichtigste Element welches es zu beachten gibt, und aus Letztgenanntem ergibt sich automatisch die Gesetzmäßigkeit einer schlicht gehaltenen Geschichte. Komplexe Vorgänge existieren in dieser brutalen Zukunftswelt nicht mehr. Die Zukunft ist eine Zeit der Begegnungen geworden, in einer Welt in welcher man dem Gegenüber nicht trauen darf.

Zwischen ruhigen, tristen Momenten und rasanten Verfolgungsjagden springt „Mad Max 2 - Der Vollstrecker“ immer wieder hin und her, und dank des trockenen Grundtons, der nur selten durch leichte Züge der Menschlichkeit oder durch das leise Anklingen (schwarzen) Humors gebrochen wird, und des bizarren Weltbildes weiß das alles unglaublich gut zu wirken. Interessante Gegner, ein wirksamerer Mel Gibson und ein atemberaubendes Finale, in welchem sich Regisseur Miller als ausgezeichnet darin erweist den Überblick zu behalten und eine Art Crash-Choreographie zu erschaffen, wie es sie so zuvor noch nicht gegeben hat, zeigen innerhalb einer intelligent durchdachten, minimalistisch gehaltenen Geschichte, dass solch effektgeladenes Actionkino alles andere als zwingend plump ausfallen muss, selbst dann wenn eine Geschichte gnadenlos auf direktem Wege erzählt ist und in einer oftmals wortkargen Inszenierung nur das nötigste sprechen lässt.

Dass wir am Ende gar nicht wie gedacht die Geschichte von Mad Max erlebt haben, sondern eine ganz andere, in welcher der Titelheld lediglich Mittel zum Zweck war, ist nur eine jener großartigen Ideen, die „Mad Max 2“ zu dem tollen Film macht, der er ist. Durch seine mystische Art, die er gerade in den zu Beginn und am Ende eingesetzten Off-Kommentaren auszustrahlen weiß, fällt er noch eine Spur atmosphärischer als sein Vorgänger aus. Und obwohl die Fortsetzung eine Spur lauter und schriller ausgefallen ist als der noch wesentlich nüchterner präsentierte Teil 1, und obwohl ich eigentlich ein reduzierteres Vorgehen im Filmbereich bevorzuge, gefällt mir Teil 2 gerade wegen der dichten Atmosphäre die er innerhalb einer furchterregenden Welt erzeugt, um einiges besser als sein Vorgänger, auch wenn das realitätsentrücktere Treiben einem im Gegensatz zu Millers erstem Streich nicht mehr solche Furcht vor der Gegenwart bereitet. „Mad Max 2“ ist ein durchdachter Adrenalin-Kick mit einem Helden, der zum Zweck des Sieges auch mal das Leben eines Kindes riskiert - ein schönes Beispiel dafür, wie ungeschönt Miller uns beweist wie gnadenlos die Zukunft ausgefallen ist.  OFDb

MAD MAX (1979)

Die Zivilisation besteht noch, aber sie steht auf wackeligen Beinen. Ihr Ende ist in Sicht. Die Polizei ist kaum noch in der Lage gewaltfrei für Gerechtigkeit zu sorgen. Max betont in einer Szene, der Unterschied zwischen der Polizei und den zu bekämpfenden Wilden sei nur noch das Abzeichen. Er glaubt noch rechtzeitig abspringen zu können, aber egal wohin es einen zieht, die Anarchie macht sich breit. Eine Familie ist nirgendwo mehr sicher. Der Schein und das Vertrauen auf Altbekanntes trügt. Das muss Max bitter erfahren, bis er schließlich zu dem wird, was er verhindern wollte: ein Outlaw auf der Straße, der im Kampf nur noch mitmischt anstatt die gute Sache zu vertreten. Er rächt sich auf selbem Niveau, und man benötigt nicht erst einen Teil 2 um zu erkennen, dass sein Zustand sich danach nicht rehabilitieren wird.

George Miller inszeniert den Film minimalistisch. Mit schlichten Mitteln erweckt er eine trostlose Zukunft, eine Art Zwischenbereich zwischen der unseren Realität und jener aus „Mad Max 2“. Überall bröckelt es, der Krieg findet auf den Straßen statt. Selbst ein Mann wie Max, der diesen Kampf jeden Tag miterlebt, unterschätzt wie weit die Gesellschaft bereits abgerutscht ist. Nach dem Verlust der Familie hat er nichts mehr zu verlieren, und Miller präsentiert uns Max‘ Selbstjustiz frei jedweder Moral oder Kritik. In einer Welt, in welcher der Straftäter durch Gesetzeslücken frei kommt, hält Max sein Tun für gerechtfertigt und tritt damit in die Fußstapfen von „Dirty Harry“. Der Zuschauer darf dies entweder ebenso sehen oder nicht, da mischt sich Miller, der am Drehbuch mitgeschrieben hat, nicht ein.

Max ist mit dem damals noch sehr jungen Mel Gibson überraschend unspektakulär besetzt. Er ist noch kein harter Haudegen, und rein optisch würde man ihm seinen täglichen Kampf auf den Straßen nicht ansehen. Gibson wirkt in der futuristischen Polizeikluft ebenso glaubwürdig wie als liebender Familienvater, aber wie ein harter Hund sieht er nun wirklich (noch) nicht aus. Da es mimisch zudem zu dieser Zeit beim guten Mel noch zu wenig zu holen gab, musste Miller durch seine rasante, direkte und brutale Inszenierung für den nötigen Wandel vom Ehrenmann zum Rächer sorgen, damit die Geschichte trotz Milchgesicht glaubwürdig bleibt.

Was Gibson in jungen Jahren noch nicht aufzufangen weiß, erledigt somit der Regisseur, und der macht seine Sache so gut wie es das dünne Drehbuch zulässt. Zwar weiß der trostlose Blick in die nahe Zukunft und der Minimalismus auf der einen Seite zu gefallen, da aber die Action wesentlich mehr im Vordergrund steht als eine brauchbare, mit zu empfindende Dramaturgie, fühlt sich der Gesamtfilm trotz sättigender Optik ereignisreicher Szenen ein wenig leer an. Dies nicht in solch einem Maße, dass „Mad Max“ nicht zu funktionieren wüsste, aber doch eine Gleichgültigkeit ausstrahlend, die ihn daran hindert eine Höchstleistung zu entfalten. Gesehen haben sollte man diesen ungewöhnlichen Film aber durchaus mindestens einmal.  OFDb

30.12.2015

MAD MAX 4 - FURY ROAD (2015)

Der vierte Teil der „Mad Max“-Reihe ist tatsächlich so wie man vielerorts liest kurzweilig ausgefallen. Er bietet so einiges fürs Auge, seien es hervorragende Fotografien, irrwitzige bis groteske Ideen oder wilde Actionszenen in Dauerschleife - ein Zustand der ihn auch zum Langeweiler hätte machen können. Dank einer rasanten Inszenierung kommt es erstaunlicher Weise dazu nie. „Mad Max 4 - Fury Road“ bleibt tatsächlich immer interessant und bietet immer wieder neue Schauwerte. Die Geschichte selbst ist lediglich ein dünner roter Faden, und das bisschen vorhandener Handlungsablauf ist, wie in einer Großproduktion nicht anders zu erwarten, auch ziemlich vorhersehbar und überraschungsfrei ausgefallen. Dem Sehwert tut das jedoch keinen Abbruch, ist die dritte Fortsetzung aus der Feder des Regisseurs George Miller doch Adrenalin pur.

Dass sich Teil 4 aufgrund der vielen Jahre zwischen der ursprünglichen Trilogie und aufgrund des viel zu aufgeblasenen Budgets optisch nicht wirklich kompatibel mit dem Rest der Reihe guckt, ist ein Manko über das man hinwegsehen kann, da beide Aspekte dem Film Vorteile bescheren, Letztgenanntes gar Möglichkeiten, die in den Vorgängern nicht umsetzbar gewesen wären. Meckern sollte man gerade mit Blick auf Teil 3 ohnehin nicht, badete dieser doch mitten in der Mode der 80er Jahre und fiel damit nicht so zeitlos aus wie die beiden Vorgänger. Wie könnte man Teil 4 da die Moderne ankreiden ohne selbiges nicht auch „Mad Max 3 - Jenseits der Donnerkuppel“ vorzuwerfen?

Dass der vierte Ausflug in die anarchistische Zukunft für mich trotzdem nicht mehr als die nette, kleine Unterhaltung für zwischendurch geworden ist, liegt an den undurchdachten Elementen des Streifens. So ist Max mit Tom Hardy in der Hauptrolle viel zu bübchenhaft besetzt, als dass man seine bemüht geplagte Fresse ernst nehmen könnte. Miller versucht das mit ordentlich Staub und Dreck im Gesicht zu vertuschen, aber es fällt noch immer auf, dass sich hinter all dem Dreck ein Gesicht verbirgt, dass wohlbehütet wirkt und nie durch die Hölle der ersten drei Teile gehen musste.

Das mag man inmitten der gelungenen Dauer-Action noch verzeihen können, aber warum Max so jung gecastet wurde ergibt innerhalb der Geschichte keinen Sinn. Es muss ewig gedauert haben das Imperium in solcher Größe und mit solch geradezu religiöser Gefolgschaft, welche den Anführer für eine Art Gott auf Erden hält, errichtet zu haben. Dementsprechend müsste Max längst wesentlich älter sein als es uns der Film weiß machen will. Und im Zuge dessen, dass der Film wesentlich später spielen müsste als behauptet, fragt man sich doch warum es im Gegensatz zu den Vorgängern so viel mehr Ressourcen an Benzin gibt. Und warum funktioniert die Munition noch nach all den Jahren in einer Welt in welcher man nicht die Möglichkeiten hat neue herzustellen - vom Verschleiß von Maschinen und Waffen einmal ganz abgesehen, eine Thematik die ebenfalls unter den Teppich gekehrt wird. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern fehlt es Teil 4 an einem durchdachten Gesamtbild. Der Film reduziert sich dadurch von selbst zum reinen unterhaltsamen Effektefilm, und damit zu weniger als die anspruchsvolleren ersten Teile der Reihe.

Zudem muss mir mal wer erklären warum man in Australien plötzlich mit Autos fährt, die das Lenkrad auf der Seite amerikanischer Autos haben. Wieso fiel Miller solch ein Unsinn nicht auf, als sich die Amis in sein Projekt mit eingemischt haben? Wie soll man in dieser kaputten Zeit an so viele Autos von drüben gekommen sein, während australische kaum noch Verwendung finden? Auch hier beweist Miller, wenn auch mit einer pingeligen Kleinigkeit, dass das Umfeld der Geschichte keinen Deu bedacht wurde. Einzig die Richtigkeit von emotionalen Zusammenhängen und Auswirkungen der Crashs wurden bedacht. Ansonsten erhofft man ein Kopf ausgeschaltetes Berieselnlassen vom Zuschauer, der Weg mit dem sich „Mad Max 4“ wohl tatsächlich am besten gucken lässt, das gebe ich zu. Aber von der Fortsetzung solcher Klassiker habe ich mir eigentlich mehr Mühe erwartet, haben wir es bei Miller doch nicht mit einem Jungfilmer zu tun, der es aufgrund der modernen Hollywood-Politik nicht besser weiß.

So gibt sich „Mad Max - Fury Road“ vordergründig zwar als Detail-verliebt aus, ist es aber im eigentlichen Sinne, wenn man Gezeigtes hinterfragt, so gar nicht. Das ist schade, verwehrt es doch Teil 4 die Anwesenheit im Club der wahrlich großen Kinoereignisse, was aber für den reinen Unterhaltungswert nicht wirklich schlimm ist. Als etwas zu geistlos geratener Popkornfilm weiß er mit seinen tollen Bildern, der einfallsreichen Action, den herrlich grotesken Randerscheinungen (wie z.B. die E-Gitarre-spielenden Angebundenen) und dem Hauch Humor, den Miller immer wieder unterschwellig einzustreuen weiß, ohne dass er sich zu sehr aufdrängen würde, zu gefallen und ohne vorhandene Durststrecken zu unterhalten. Millers vierter Teil seiner Kult-Reihe ist ein Film im Rauschzustand, mit all den Stärken und Schwächen einer solchen Art Kinoerlebnis.  OFDb