Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
17.12.2023
AELITA - DER FLUG ZUM MARS (1924)
21.10.2023
PLANET DER STÜRME (1962)
16.10.2022
HOTEL "ZUM VERUNGLÜCKTEN ALPINISTEN" (1979)
Wir erleben hübsche Außenaufnahmen und interessante Charaktere mit denen man zunächst in Wohlfühlstimmung die Zeit im Hotel verbringt, dessen Name wie der des Filmes ist, was ein erster Verweis auf den augenzwinkernden Grundton ist und surreal anmutet. Allein mit dieser bizarren Namensgebung eines in den verschneiten Bergen stehenden, einsamen Hotels ist inhaltlich alles möglich, während die Bewohner der Unterkunft individuelle Persönlichkeiten sind, die oftmals ebenfalls einen recht schrägen Eindruck machen, mit Augen von heute mehr als damals, so frei wie sich Charaktere, Meinungen und Verhaltensweisen hier noch entwickeln durften. Regisseur Grigori Kromanov, der auch den Abenteuerfilm "Die letzte Reliquie" inszenierte, entfacht mit seinem hier besprochenen, letzten Film den Spannungsbogen fast einzig über die Erwartungshaltung bezüglich rätselhafter Ereignisse, die zum großen Teil per Dialog und Off-Kommentar abgearbeitet werden. Technisch steht ihm meist nur die unauffällige Hintergrundmusik zur Seite, die lediglich im Vorspann aufdringlicher Natur ist, ansonsten wird eher auf nüchterne Art Spannung für ein geduldiges, heutzutage alternatives Publikum erzeugt, frei von reißerischen Momenten, gelegentlich schlichte Schauwerte einarbeitend, meist jedoch so unaufgeregt erzählt, wie auch der Ermittler charakterlich ausgefallen ist.
"'Hukkunud Alpinisti' hotell" (Originaltitel) verliert nie seine Bodenständigkeit, selbst wenn ein übernatürlicher Aspekt ins sachliche Geschehen eingeschleust wird, zunächst geisterhaft thematisiert, gegen Ende konkreter. Dass selbst dann der Blick auf die Geschehnisse theoretisch bleibt und somit vollkommen ohne nennenswerte Spezialeffekte oder tatsächlich aufregende Momente auskommt, ist der Trumpf eines Filmes, in dessen Finale sehr wohl etwas passiert und auch das Auge etwas geboten bekommt, aber eben im stets trocken bleibenden Erzählstil. Ich mag diese Art Kino, vermisse sie meist in heutigen Produktionen, muss aber eingestehen dass, so sehr mich "The Dead Mountaineer Hotel" (Alternativtitel) auch zu einem guten Teil beeindrucken konnte und mich für seine stimmige Atmosphäre gewinnen konnte, ich lediglich einen positiven Eindruck des Streifens gewonnen habe, mit dem ich ihn in Erinnerung behalten werde. Das große Stück Kino, dass er hätte werden können, ist er leider nicht geworden, ein solches Ergebnis verfehlt er nicht nur fast. Ein Liebhaberstück für neugierige Cineasten ist er in seiner an sich makellosen Erscheinung jedoch definitiv. Ich kann nicht genau beschreiben warum meine Bewertung letztendlich so streng ausfällt, so konsequent und gut wie dieses in seiner Zeit feststeckende Werk ausgefallen ist und zudem subtil mit gesellschaftspolitischen Themen arbeitet. Gleichgesinnte Cineasten werden das also sicherlich weniger streng sehen. OFDb
06.02.2022
VIY (1967)
Über die restlichen Spezialeffekte kann man ohnehin nicht meckern, vielleicht mit der Ausnahme des titelgebenden Viy, den ich nicht so überzeugend zurecht gemacht fand, auch wenn das Cover der kürzlich in Deutschland erschienenen Bluray ironischer Weise gerade von seinem Aussehen lebt. Aber auch dies macht nichts, denn seinen Auftritt hat er inmitten vieler anderer nett anzusehender Fantasiefiguren, zu einem Zeitpunkt wo dem Auge allerhand Highlights geboten werden. In dieser ereignisreichen Szene wird nun überdeutlich, was zuvor schon zu erkennen war: die Spezialeffekte waren den Regisseuren definitiv wichtiger als das Einfangen stimmigen Grusels. In einem Film, der zu einem guten Teil von seiner Nostalgie und einer uns relativ unbekannten Kultur lebt, ist das aber auch kein Schwachpunkt, zumal Sequenzen, wie die gigantischen Hände, die Choma einkreisen, noch immer ihre Wirkung besitzen. Zudem erlebt man genügend Nähe zur Hauptfigur, so dass man sich mit ihr auch ohne Tiefgang im Charakter oder in der Geschichte gut identifiziert bekommt. Ein gewisser surrealer Touch schwebt zudem ebenfalls mit, gerade das Mysterium der Hexe betreffend, die anbei auch in der Besetzung der alten Frau zu wirken weiß. Mit einer Laufzeit von unter 80 Minuten ist "Viy or Spirit of Evil" (Alternativtitel) frei von Längen, vorausgesetzt man kann sich an den zwischenmenschlichen Momenten ergötzen, die meist im alkoholisierten Rahmen stattfinden. Abgesehen von dem Moment auf dem Feld bis hin zum Aufenthalt im Hexenhaus dauert es recht lange, bis "Vij" (Alternativtitel) am entscheidenden Horrorpunkt seiner Geschichte ankommt. Aber das Warten lohnt sich, gerade für Freunde optischer Leckereien, und der Weg dahin ist wie erwähnt nicht minder unterhaltsam. OFDb
19.07.2020
DER UNSICHTBARE MENSCH (1984)
Und seine Abenteuer werden Episoden-artig erzählt, von einem Wirtshaus zum nächsten ziehend, stets zu viele Zeugen auf sich ziehend und selbst einen betrunkenen Wegbegleiter nicht lange an sich binden könnend. Eine halbherzige Liebesgeschichte verbindet alles ein wenig miteinander, aber der zu brav erzählte Film wirkt uninspiriert aneinander gereiht, hofft darauf einen mit seinen Tricks und den Situationen, in welche der Unsichtbare gerät, zu amüsieren. Aber das Szenario ist für die 80er Jahre zu altbacken, einen überzeugenden Sehwert konnte ich an "Tschelowek Newidimka" (Alternativtitel) nicht entdecken. Es mag sein dass andere das anders sehen, aber mir ist das Werk zu unnahbar, verspielt und willkürlich ausgefallen, als dass ich mit ihm etwas anfangen könnte. Zudem weiß man nie ob "Der unsichtbare Mensch" absichtlich humoristisch ausgefallen ist, oder ob das Werk unfreiwillig komisch daher kommt. Möglich wäre beides. Nur 8 Jahre später sollte John Carpenter mit "Jagd auf einen Unsichtbaren" zeigen, was in diesem neueren Zeitgeist an Ideen zu dieser alten Thematik möglich ist, humorvoll, wie ernst angegangen. Der müde sowjetische Film ist jedoch nur etwas für Komplettisten, theoretisch betrachtet nicht ohne Reiz, da anders angegangen als das berühmte Original, aber nicht interessant genug, um die relativ kurze Laufzeit von 83 Minuten kurzweilig unterhalten zu überstehen. OFDb