Posts mit dem Label Warwick Davis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Warwick Davis werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21.01.2024

DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (1983)

Nach dem erwachseneren Touch im ernster gehaltenen "Das Imperium schlägt zurück" wird "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" im bunteren und emotionaleren Ton wesentlich mehr Familienunterhaltung als zuvor, stilistisch passt das aber immer noch zu den Vorgängern, so dass die Trilogie dennoch einheitlich wirkt und mit diesem noch immer starken Teil entsprechend gekonnt schließt. Das liegt aber auch daran, dass die fröhlichen Elemente, ja sogar kurze Ausflüge in den Kitsch, nie infantil wirken, was den Unterschied zu "Die dunkle Bedrohung" ausmacht. Auch unterscheidet die beiden Werke, dass Schauwerte so gut wie nie dem Selbstzweck dienen, sondern Teil der tatsächlich zu erzählenden Geschichte sind. Und gerade die weiß im sechsten Kapitel der "Star Wars"-Saga zu gefallen, begonnen im herrlich unangenehmen Tempel von Jabba the Hutt, zur Befreiung Han Solos. Ich bin generell der Meinung, dass man die Finger von der Special Edition lassen sollte und "Krieg der Sterne" in der Urfassung genießen sollte. Und gerade im hier besprochenen Teil ist dies geradezu notwendig, um die Andersartigkeit dieser hier erschaffenen Welt in vollen Zügen genießen zu können. In Jabbas düsterem Palast herrscht in der Urfassung noch eine bizarre, wie aus einer fremden Kultur, klingende Musik. Die Special Edition machte daraus peinliche Partymucke. Das Fremdartige ist im ersten Drittel so unglaublich wichtig, um das Unwohlsein der Figuren hier vor Ort besser spüren zu können. Und Jabba selbst gehört zu meinen liebsten Kreaturen der von George Lucas erschaffenen Welt, an ihm kann ich mich einfach nicht satt sehen. Umso amüsanter ist es, dass die bizarrste, da simpelste Figur, ebenfalls dort vor Ort eingesetzt wird, wirkt der Elefant der Band im Palast doch eigentlich nur wie ein typisches Stofftier aus einem x-beliebigen Kinderzimmer, auch in seiner Bewegungsfähigkeit, und das macht ihn geradezu kultig.

Dass die Ewoks in ihrer Verniedlichung  etwas arg über die Strenge schlagen, mag kein völlig unberechtigter Kritikpunkt sein, er ist zumindest definitiv ein häufig geäußerter, ich persönlich habe mit ihnen jedoch keine Probleme, was auch daran liegen mag, dass "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" eines meiner ersten Kinoerlebnisse war, und ich den Streifen folglich noch immer unbewusst parallel zum Erwachsenenblick mit kindlichen Augen gucke. Mein erwachsenes Ich mag am Einbringen dieser Waldmondbewohner aber auch die entscheidende Glaubwürdigkeit im Plot, denn diese auf Ur-Volk getrimmten Viecher hinterlassen beim Imperium nun einmal nicht den Eindruck einer Gefahr, und diese Überheblichkeit des Imperiums, zusammen mit einer anderen, sorgen erst für die entscheidenden Schritte zum Happy End. Damit wird das Herumgekasper, dass mächtige Kriegsmaschinen und folgsame Soldaten simpelsten Bekämpfungsmitteln zum Opfer fallen, zu einer tatsächlich heiteren Angelegenheit, ohne dem noch immer vorhandenen düsteren Ton der Gesamtgeschichte zu schaden. Die zeigt sich spätestens im Imperator, der eine unheimliche, wie mystische Figur ist und zusammen mit Lord Vader ein böse anmutendes Gespann abgibt. Gelegentlich wird Lucas Einfallslosigkeit vorgeworfen, weil das Imperium erneut an einem Todesstern baut. Ich hingegen habe mich gefreut, dass Filmbösewichte eine gute Idee endlich einmal wiederholen dürfen, anstatt stets auf die nächste fixe Idee zu setzen, denn diese Waffe einmal vollendet im Einsatz, ließe die Ziele des Imperators für immer Wirklichkeit werden, und keine Rebellen könnten dem noch etwas entgegen setzen. Das Aufheben des Gedankens, die dunkle Seite könne man nie mehr verlassen, finde ich einen sehr lobenswerten, menschlichen Aspekt an "Return of the Jedi" (Originaltitel) und sorgt für einen sehr bewegenden Schluss. Dieses von Richard Marquant inszenierte Werk sollte der letzte rundum gelungene "Star Wars"-Film werden. Nicht alles was danach kam war unsympathisch, aber eine derartige Professionalität, wie hier vorhanden, kehrte leider nie wieder zurück, erst recht nicht unter der Beteiligung von Schöpfer Geoge Lucas.  Wiki

08.07.2023

LEPRECHAUN (1993)

Michael und Jason hatten keine Chancen mehr an den Kinokassen, und selbst Sprücheklopfer Freddy Krueger wurde abgelöst von "Chucky - Die Mörderpuppe". Als diese trotz frecher Schnauze und erfolgreichen Einnahmen aufgrund äußerer Umstände nach Teil 3 zunächst nicht mehr fortgesetzt wurde, dachte sich irgendwer wohl es wäre an der Zeit die frei gewordene Nische mit einem anderen ätzenden Winzling, der den Menschen die Hölle heiß macht, zu besetzen, und so erschien 1993 "Leprechaun" auf der Bildfläche. Mag dieser auch nie die Popularität der breiten Masse erhascht haben, so brachte er es trotzdem bis 2018 auf sechs Fortsetzungen und einem Reboot. Warum dennoch nur der eingefleischte Genre-Freund von dem fiesen Kobold spricht, der sein Gold blutig zurück fordert, erklärt ein Blick auf den Film, der weit routinierter und unsinniger ausfällt, als all die eben genannte Konkurrenz. 
 
Meiner Meinung nach kommt der Kobold bei weitem nicht so stilsicher daher, wie die Mörderprominenz des Horrorbereichs. Der Leprechaun, den Warwick Davis verkörpert, mutet oft eher peinlich und infantil an, anstatt scharfzüngig und schwarzhumorig verspielt. Das scheint zwar bis zu einem gewissen Grad gewollt zu sein, aber damit hat man letztendlich aufs falsche Pferd gesetzt, denn Regisseur Mark Jones versucht gleichzeitig Spannungsmomente, manchmal gar Gruselmomente, zu erzeugen, und das will so gar nicht funktionieren in dem nicht immer unterhaltungsarmen Kasperletheater. Zwar zügig erzählt, aber eben auch völlig unsinnig, sitzt "Leprechaun" zwischen den Stühlen, dürfte Minderjährige ab 12 mehr interessieren, als jeden über 21 und hat zudem damit zu kämpfen, dass auch die Figurenklischees zu wackelig angegangen wurden. 
 
Was bei den aus "Die Nacht der Vogelscheuche" entliehenen Freunden aus Kind und geistig Minderbemittelter noch mit etwas Wohlwollen ganz gut harmoniert, will in der Kombination Teen-Girl und Muskelpaket nicht fruchten. Sie lässt sich stets seine arrogante Lehrerart gefallen, obwohl sie als oberflächliches Etepetetepüppchen kein Interesse an den einfachen Kerl vom Lande haben dürfte, Muskeln hin oder her. Doch ganz im Gegenteil dreht sie ihren Komplettcharakter auf links, um nicht als ängstlich und verwöhnt zu gelten (was sie eigentlich verinnerlicht verkörpert und nicht als Prozess der Selbstfindung vorschwindelt), was nicht der einzige psychologisch unsinnige Wechsel in den Bereichen Verhalten, Meinung, Wissensstand und Charakter im wirren Drehbuch bleiben soll. 
 
Dieses ist letztendlich zu austauschbar und zu sehr auf den Erlebniseffekt ausgelegt, als dass "Leprechaun" beim Zielpublikum daran erheblich scheitern könnte, aber es zeigt wie viel weniger Ahnung die Verantwortlichen von Figurenentwicklungen, dem Prozess der Wahrnehmungsveränderung, sowie von Ursache und Wirkung besaßen, wo dies doch selbst die Autoren diverser Jason-Filme trotz simpelster Charakterzeichnungen in dünner Alibihandlung beherrschten. Wenn zu Humorzwecken nun noch gelegentlich die stets unangenehme Herangehensweise der Bildbeschleunigung angewendet wird, Figuren entscheidende Hinweise aufgrund hektisch eingehaltener Standardlaufzeit wie aus dem konstruierten Nichts erhalten, und der Kobold völlig frei seiner Mission Mätzchen mit einem Polizisten veranstaltet, um im zu braven Drehbuch, welches nicht zulässt dass lieb gewonnene Figuren (und welche die man als Autor dafür hält) über die Klinge springen dürfen, dennoch genug Opfer bieten zu können, dann gibt es an Entscheidungsfehlern zu viele im wackeligen Gesamtkonzept, um als angenehme, geistfreie Unterhaltung durchzugehen. 
 
Zumindest ist der Film wie erwähnt flott erzählt, einige härtere Morde sind für diese Art familienfreundlichen Horror mit enthalten, "Leprechaun - Der Killerkobold" (Alternativtitel) kann sich also grob über Wasser halten, um nicht völlig enttäuschend unterzugehen. Aber das magere Ergebnis (und soviel sei verraten: es wird im Laufe der Reihe nicht besser) macht schon deutlich, warum eine hier noch unbekannte Jennifer Aniston in der Hauptrolle 2018 für "Leprechaun Returns", der alle Fortsetzungen nach Teil 1 ignorierte, nicht prominent zurückkehrte, wie es Jamie Lee Curtis in "Halloween H20" und "Halloween" tat. Das Produkt ist einfach zu arg zum Fremdschämen ausgefallen, als dass man dankbar als Wegbereiter einer Karriere drauf zurückblicken könnte. Und das schaffte selbst ein "Die Rückkehr der Killertomaten" bei George Clooney.  Wiki

06.10.2019

STAR WARS - EPISODE 8 - DIE LETZTEN JEDI (2017)

Wusste der Vorgänger "Das Erwachen der Macht" noch mit seiner Nostalgie und der lockeren und kurzweiligen Erzählweise zu überraschen und somit ein gelungeneres Ergebnis abzuliefern, als das was "Star Wars"-Schöpfer George Lucas uns mit seinen Prequels vorlegte, will das theoretisch selbe Rezept bei der direkten Fortsetzung nicht noch einmal so wunderbar zünden. Der Nostalgiebereich wirkt zu bemüht, die Parallelen ein Vorbild kopieren zu wollen (in diesem Falle "Die Rückkehr der Jedi-Ritter") wird deutlicher denn je und wirkt damit ideenärmer und dreister. Irgendwie wollte bei mir nie so recht der Funke überspringen, "Die letzten Jedi" ist einfach kein solch sympathischer Film geworden, wie es sein Vorgänger war. Das liegt aber auch daran, dass die Rückkehr der bekannten Gesichter dort ein wundervolles, emotionales Wiedersehen waren, wohingegen die Anwesenheit von Luke Skywalker gnadenlos verheizt wird. Das ewige Selbstmitleid, die nicht durchschaubare Motivation, die ihn antreibt das zu tun was er tut und schlussendlich auch sein finaler Schachzug und die Folgen dessen, wirken so bemüht wie der Restfilm, wollen Mystik, Tragik und Tiefgang erzeugen, bleiben aber zu theoretisch umgesetzt und zu aufgesetzt präsentiert.

Zwischendurch gibt es immer wieder geglückte Szenarien mitzuerleben, welche die unterhaltsame Luft der guten Teile der Reihe atmen. Interessanter Weise taucht dieses Feeling meist in den simpleren Momenten auf, in den Actionszenen beispielsweise, während tiefer gehende und wichtige Ereignisse zu bedeutungsschwanger aufgeblasen werden, oder unmotiviert als Blaupause umgesetzt werden. Lobenswert ist die Entscheidung sich vom Sith Lord zu verabschieden, der fehlerhafter Weise ohnehin immer wie eine Comicfigur in der ansonsten plastisch kreierten CGI-Optik der Star Wars-Welt wirkte. Zudem weiß das Drehbuch den Zuschauer mehr als einmal die lange Nase zu zeigen, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, und Täuschungen zu überraschenden Wendungen führen. Das Potential für ein besseres Ergebnis war also durchaus vorhanden. Bei wenig Erwartungen wäre das was "Looper"-Regisseur Rian Johnson uns vorwirft auch okay gewesen, langweilig wird es in Episode 8 nie. Aber nachdem Episode 7 trotz aller Recycling-Zutaten so gut zu funktionieren wusste, habe ich einfach mehr erwartet. Und je mehr sich die Geschichte weiterentwickelt, desto mehr bemerkt man, dass sie sich um sich selbst dreht und einfach nicht von den Vorgängern loslassen kann. So wie "Terminator" zu sehr an den Ur-Figuren gebunden ist, um sich heutzutage erzählenswert fortsetzen lassen zu können, so klammert man sich hier zu sehr an den Erlebnissen der Ur-Trilogie um "Krieg der Sterne" fest, so als sei man in einer Murmeltier-artigen Wiederholungsschleife alternativer Ereignisse gefangen. Und das reizt auf Dauer nicht wirklich.  OFDb

13.05.2017

ROGUE ONE - A STAR WARS STORY (2016)

Ich tue mich schwer mit „Rogue One“, mag ihn eigentlich dafür, dass er den gröbsten Schnitzer des Original „Krieg der Sterne“ glattbügelt und dieser Reperatur einen Spielfilm-langen Rückblick widmet, wirklich einfühlen konnte ich mich in die Geschichte einer bislang unbekannten Heldenschar jedoch nicht. Ich fand keinen Zugang, konnte nicht eintauchen. Stets blieb mir der Film mit seinen oberflächlich gehaltenen Charakteren und seinem gewollten Bemühen mittels bekannter Elemente „Star Wars“ sein zu wollen, zu künstlich, so dass ich den zwei Stunden Laufzeit zu theoretisch folgte.

So manchen Einfall fand ich gar nicht schlecht. Die Charakterisierung des androiden Mitglieds der Bande empfand ich als ungewöhnlich und bereichernd für die Crew, und auch der asiatische Mann, der mit der Macht verbunden war, ohne deshalb gleich ein Jedi zu sein, besaß ebenfalls seinen Reiz. Kritisch mit den Rebellen umzugehen, indem man thematisiert, dass auch eine Rebellenzusammenkunft seine Zeit und damit diverse Streitigkeiten und Fragwürdigkeiten benötigt, hievten den naiven Erretter-Charme der Ur-Reihe hoch zu einem erwachseneren Umgang, der die Trennung Rebell und Terrorist nicht mehr ganz so zulässt wie die Blauäugigkeit der Vorgänger. Andererseits war es genau jene Blauäugigkeit, die der „Krieg der Sterne“-Reihe der 70er und 80er Jahre jene Leichtigkeit vermittelte und damit eine kurzweilige Popkorn-Atmosphäre schaffte, für welche man diese Filme heutzutage so liebt.

So bin ich gleichzeitig hin- und hergerissen zwischen dem Versuch das „Star Wars“.-Universum erwachsener und dunkler zu gestalten und dem Gedanken daran, ob das überhaupt Not tut, wenn doch gerade der naive Umgang einer klassischen Heldengeschichte den funktionierenden Kern für die Ur-Trilogie ausgemacht hat. Auch der von J.J. Abrams nachgereichte „Das Erwachen der Macht“ lebte trotz des Klonversuchs von Episode 4 von dieser Leichtigkeit und wusste mir aufgrund dessen, und natürlich weil er solch enormen Retrocharme zu versprühen wusste, zu gefallen. Meine Sympathie zu Gareth Edwards‘ Beitrag zur Reihe bleibt jedoch zu reserviert, eben weil ich mich nicht für zwei Stunden in dessen Welt habe entführen lassen können. Das Gesamtergebnis fühlte sich für mich nicht echt an.

Ebenso wenig wie ich tatsächlich herausarbeiten kann woran dieses zu theoretische Schauen nun gelegen haben kann, fällt es mir zudem schwer herauszufinden warum mich die Wiedererweckung Peter Cushings nicht zu überzeugen wusste. Prinzipiell finde ich es ohnehin nicht in Ordnung tote Stars mittels Computeranimation in Filme einzuarbeiten, in denen sie, würden sie noch leben, eventuell gar nicht hätten mitwirken wollen. Ganz zu schweigen davon, dass kein Computerprogramm der Welt und kein fremder Schauspieler, der besagter Animation zur mimischen Echtheit verhilft, wissen kann wie besagter Toter die Weiterführung seiner Rolle interpretiert hätte, und somit keiner wissen kann, wie dieser der uns bekannten Rolle in dieser Weiterführung Leben eingehaucht hätte.

Mein eigentliches Problem mit der Wiederkehr Peter Cushings war jedoch ein Makel am animierten Äußeren. Nahe der Perfektion gestaltet, stimmte mit ihm etwas nicht. Ich konnte ihn nicht als echt annehmen. Und ich weiß nicht, was an der Animation nicht gestimmt hat, dass mein Gehirn sich weigerte für einen Augenblick zu glauben diese Figur sei echt. Ob es die Färbung des Gesichts war, ein Fehler im Blick, ich kann es nicht greifen, irgendetwas stimmte nicht, so dass sich gerade in Cushings Szenen ein noch intensiverer Riss des Eintauchens in die Geschichte für mich einstellte, als ohnehin schon.

Man kann nicht behaupten man wäre um das Projekt „Rogue One - A Star Wars Story“ nicht bemüht gewesen. Wirklich vieles spricht für die Versuche etwas anderes zu schaffen und nicht immer nur die ewig gleiche Soße wie bisher zu präsentieren. Und der kritische Umgang mit dem Patriotismus, der sich auch im düsteren Ausscheidung der uns bislang unbekannten Helden wiederspiegelt, weiß meinen Respekt ebenso zu gewinnen, wie der Nachhall bissiger Kommentare, für welchen die Figuren der Reihe bislang gewitzt bekannt waren, der nach dem bitteren Ende der Rebellen um „Rogue One" deren bisheriger Nutzen für den Erzählwert auf den Kopf stellt und damit den üblicher Weise angegangenen Umgang mit ihnen, das lästerne Ignorieren,  bissig hinterfragt.

Aber mag mich derartiges auch imponieren, eine Rückkehr Darth Vaders das Kind in mir füttern und die Figurenkonstellation trotz ihrer Oberflächlichkeit einen gewissen Grad Sympathie erzeugen, es nutzt alles nichts. „Rogue One“ blieb mir zu theoretisch. Ich konnte nicht in den Film eintauchen, und damit fällt es mir schwer mich zu positiv über diesen düsterer geratenen „Star Wars“-Streifen zu äußern. Ich freue mich für jeden Zuschauer, dem es nicht so erging, kann aber nun einmal nichts an dem Zustand ändern, der mich von diesem Filmerlebnis ausschloss. Schlecht sieht tatsächlich anders aus, und einen Blick sollte ohnehin jeder Freund der Reihe riskieren. Der macht dies aber sowieso und braucht keine Worte Schlombies um diesen Schritt zu wagen.  OFDb

25.12.2016

STAR WARS: EPISODE 7 - DAS ERWACHEN DER MACHT (2015)

Als J.J. Abrams der längst beendeten „Star Trek“-Reihe um Kirk und Co neues Leben einhauchte, erschuf er damit ein sehenswertes Werk, welches den Start einer neuen Reihe einleitete. Als Selbiger danach versuchte mit „Super 8“ das Familienkino Steven Spielbergs aus den 80er Jahren wiederzubeleben, da scheiterte der gute Mann trotz anfänglicher Sympathien. Das Werk war zu sehr in Spezialeffekten getränkt, als dass es Chancen hatte genügend Retro-Charme zu versprühen. Und nun versuchte sich Abrams an der Wiederbelebung der von Schöpfer George Lucas mit seiner zweiten Trilogie in die Belanglosigkeit gerittenen „Star Wars“-Reihe, die in ihren letzten drei Regiearbeiten Lucas‘ u.a. am selbigen Problem krankte wie „Super 8“.

Unter solchen Voraussetzungen durfte man trotz des tollen Ergebnisses des 2009er „Star Trek“ kritisch sein, ob Abrams es erneut schaffen würde eine totgerittene Science Fiction-Reihe wiederzubeleben. Wie die Einspielergebnisse und die fleißige Weiterproduktion der Reihe samt Nebenprodukten zeigt, ist ihm dies wirtschaftlich gelungen, solch ein großes Ergebnis wie die Wiederbelebung um Spock und Co ist ihm meiner Meinung nach allerdings nicht geglückt, was, wie das Ergebnis von „Star Wars: Episode 7 - Das Erwachen der Macht“ zeigt, auch gar nicht nötig ist.

Der Retro-Charme, den „Star Wars - Das Erwachen der Macht“ (Alternativtitel) ausstrahlt, ist das Einschalten bereits wert. Endlich wird die Geschichte der Ur-Reihe weiter erzählt, so dass man nebenbei erfährt was aus den drei Helden wurde und welchen Einfluss sie auf die aktuellen Geschehnisse haben. Die alten Mimen sind wieder mit an Bord, die neuen Charaktere sind sympathisch ausgefallen, und an allen Ecken und Enden gibt es Wiedersehwerte die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Einfallsreich sieht anders aus, dafür kopiert die Geschichte viel zu sehr ihr Vorbild und dafür fehlt es an innovativen Momenten, welche die Figuren aus ihren Stereotypen herausreißen, so wie es die Müllpresse-Szene im allerersten „Krieg der Sterne“ vorgemacht hat. Allerdings funktioniert die Kopie einer bereits bekannten Geschichte besser als ich vermutete, allein schon weil Abrams mit allerhand Ablenkung alles versucht die Geschichte nicht wie eine Blaupause aussehen zu lassen.

Etwas ärgerlich ist der Handlungsablauf an sich ausgefallen, lebt die Zusammenkunft der Helden doch von zu vielen Zufällen, als dass sie zu gefallen wüsste, was dann am meisten nervt, wenn eine ausweglose Situation mehr als einmal dadurch gelöst wird, dass sie mit der Einführung eines Charakters aus der Ur-Serie blauäugig gelöst wird. Und dass es das ganze Universum interessiert Luke Skywalker wiederzufinden, ist schon ein etwas schwacher Auslöser eines kompletten Filmes um Rebellion, Verrat, Sternenschlachten und zerstörte Planeten. Zumal man sich unweigerlich fragt ob Luke entdeckt werden möchte, wenn er doch freiwillig ins Exil gegangen ist.

Diese Frage muss zwar erst die Fortsetzung beantworten, aber da das Schicksal der „Star Wars“-Reihe nicht mehr bei George Lucas liegt, kann die Antwort auf diese Frage nicht ganz so plump ausfallen wie die Mittel-Trilogie. Was die Frage um den CGI-Overkill betrifft, den Abrams im hier besprochenen Film hätte wiederholen können: hier kann man Entwarnung geben. Trotz etlicher Computereffekte und unzähligen Schlachten sind die Actionszenen und Fights nie überfrachtet ausgefallen. Das geübte Auge kann zuschauen, die Effekte sind erste Sahne, und so manches Mal fühlt es sich so an, als ob man sich tatsächlich mitten in einer Sternenschlacht befindet.

Der einzige Minuspunkt in Sachen Optik besteht leider im Aussehen des neuen Anführers des Bösen. Zwar versuchte man nicht den Imperator zu immitieren, aber leider setzt man uns als Master des Bösen diesmal ein komplett am Computer entstandenes CGI-Wesen vor, welches Echtheit nicht vorgaukeln kann und somit wie ein Zeichentrickelement inmitten eines Realfilmes wirkt. Seine Wirkung ist weder mystisch noch unheimlich, letztendlich ist er das einzige Element in Episode 7, welches das Werk kurzfristig zu einem Kinderfilm degradiert. Da seine Auftritte noch höchst rar gesät sind, schaden diese Ausrutscher dem Film nur minimal. Schnell ist man mit einem neuen Retro-Aspekt wieder wohlgestimmt.

Mit solchen allein wird sich eine Episode 8 jedoch nicht gucken lassen, so dass man für den Weiterverlauf der Story nur hoffen kann, dass nicht weiterhin nur noch die bewährte Kuh per Ideendiebstahl aus eigenen Reihen gemolken wird. Das funktionierte einmal, eben weil es den Zuschauer, ähnlich wie bei „Rocky 6“ nach einem Wiedersehen dürstete. Die Mitteltrilogie riss große Wunden in das Fanherz mit seiner leblosen, kindischen Art. Da ist „Das Erwachen der Macht“ eine wundervolle Medizin, um den enttäuschten Fan wieder glücklich zu machen. Aber nun muss es mutig weitergehen, und da bin ich trotz des sympathischen Ergebnisses des hier besprochenen Filmes bei Episode 8 wieder ebenso kritisch, wie ich es vor der Sichtung von Episode 7 war. Aber ich lasse mich gerne erneut eines Besseren belehren.  OFDb

17.02.2013

HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX (2007)

Die Öffentlichkeit will nichts von Potters Worten hören, Voldemort sei zurück. Als die Schule eine neue Leitung erhält und neue Regeln die Rechte der Schüler stark einschränken, organisiert sich Harry mit Mitschülern heimlich zu einer Untergrundorganisation, um für den Kampf gegen den mächtigen Lord zu trainieren...
 
Der geheime Bund...
 
Der 5. Harry Potter weiß im Gesamtbild zu überzeugen, ist allerdings nicht mehr so gut wie sein Vorgänger, der meines Erachtens der bisher beste Teil der Reihe war. Zumindest bleibt uns der erwachsenere Stil erhalten, ein wichtiges Element. Die Kreaturen sind streckenweise recht gruselig umgesetzt, solang kein Blut fließt finde ich sie allerdings nicht grausig genug um über eine höhere FSK-Freigabe mitzudiskutieren.

Inhaltlich passiert wieder wenig und viel zugleich. Wie in jedem Potter bekommt man allerhand Erlebnisse um die Ohren geschmissen. Reduziert auf die wichtigen Fortschritte in der Gesamtgeschichte erzählt Episode 5 allerdings eigentlich nur den Übergang von der Ignoranz der Leute, dass der der nicht genannt werden darf zurück ist, zum allgemeinen Wissen über die Wahrheit dieser Aussage. Aber ebenso wie in der hochgelobten "Herr der Ringe"-Trilogie war bisher jeder Harry Potter Teil gesamtinhaltlich nicht sehr beladen. Und so lange ein solches Werk dennoch unterhält, ist das auch nicht so schlimm, doch bei aller Liebe zu dieser Reihe: toll ist so etwas auf der anderen Seite auch nicht.
 
Positiv fällt auf, dass das olle Sportspiel diesmal gar nicht erst erwähnt wird. Ich fand es ohnehin immer unnötig eingebracht. Die Spezialeffekte sind wieder erste Sahne, es wird allerdings zu viel der Effekte wegen inszeniert. Wie lässt sich sonst eine völlig unnötige Flugszene über Wasser erklären, die den ohnehin schon unter Zeitdruck geratenen Film lästige Minuten klaut? Eine weitere Flugszene wirkt enorm unnötig. Dort will man unbedingt neu eingebrachten Kreaturen weiteren Raum schenken, und so fliegen unsere Helden mit diesen Tieren durch die Gegend, wo es doch sonst immer der Besen getan hat. Das ist halt leider Hollywood-Kino, auch wenn die Vorlage europäischer Natur ist.
 
Der eben erwähnte Zeitdruck auf tauglicher Spielfilmlänge zeigt sich in verschiedenen Gebieten, mal mehr mal weniger deutlich. Das von vielen kritisierte Hetzen durch verschiedene Situationen ist zwar auffällig aber nicht wirklich störend. In den meisten Fällen vertieft man die wichtigen Punkte (zumindest für Leute, welche die Bücher nicht kennen) und lässt manches nur am Rande auftauchen. Ob beispielsweise die Szene mit dem Riesenbruder im Wald sein musste, beantwortet sich wahrscheinlich erst mit den Fortsetzungen. Sollte dies der einzige Auftritt bleiben, hätte man auch hier wertvolle Minuten einsparen können für andere Bereiche.

Solche Bereiche wären z.B. die Neueinführung der Rolle des blonden Mädchens gewesen. Sollte sie für die weiteren Folgen wichtig werden, hätte man ihren Charakter ruhig noch vertiefen können. Im Gegenzug wird der Charakter der Lehrerin vom Ministerium wirklich intensiv herausgearbeitet und wird auch schauspielerisch überzeugend und mit Freude am Spiel verkörpert.

Mit den traurigsten Part der Vernachlässigung erhält mal wieder Potters Widersacher gleichen Alters. Ohnehin in jedem Teil zu kurz kommend und zu lächerlich wirkend, bekommt er hier eine schöne Position zugeschrieben, die unverständlicher Weise nur kurz angedeutet wird: die Rolle eines Schulüberwachers. Durch Filme wie "Mord in der Highschool" und "Karate Kid 4" bereits bekannt, ist dies ein fragwürdiges Mittel einiger US-Schulen, in der ausgewählte Schüler für Ruhe und Ordnung bei Ihresgleichen sorgen müssen/dürfen. Schade dass das hier nicht weiter vertieft wurde. Immerhin ist das ein sehr politisches Thema, und für eine Fantasy-Reihe, die fast als Kinderfilm begann, ist dieser Teil 5 ohnehin sehr politisch geraten. 

Wir erleben Kritik an fragwürdigen Schulreformen (in Amerika besonders katastrophal während der 90er Jahre passiert und bis heute noch unverändert, in Deutschland seit der Pisa-Studie aktuell und spätestens mit der Diskussion über Englischunterricht in Kindergärten fragwürdig), und der viel wichtigere politische Teil ist der Verweis auf den Monopolstatus der Medien. So vielschichtig sie auch erscheinen, nur wenige haben das Sagen über Fernsehen und Zeitungen. Und so erleben wir in diesem Film die Macht der Manipulation über eine Printmedie, die aufgrund ihres Monopolstatus Propaganda über Harry Potter verbreiten kann.

Das so etwas eingebracht wird ist toll, gerade in ignoranten Zeiten wie diesen, wird aber scheinbar eh nur von denen entdeckt, die bereits den modernen Faschismus begriffen haben. Das ganze ist schließlich so in eine fantasiereiche Märchengeschichte eingebracht, dass es nicht die Leute erreichen wird, die bisher träumten. Für die ist „Harry Potter 5“ nur ein Gebiet um sich durch Zaubergeschichten weiter zum träumen animieren zu lassen. Aber das politische Gebiet das hier angesprochen wird ist in einer Großproduktion wie Harry Potter ohnehin eher als fraglich anzusehen. Auch die großen Kinofirmen gehören zu den fragwürdigen Elementen in der Medienlandschaft und werden immer mächtiger. Dass es gerade eine große Produktionsfirma wie die des 5. Harry Potter wagt diesen Bereich politischer Kritik zu gehen, ist schon arg heuchlerisch und kann auch im Aufklärungsbereich kontraproduktiv wirken.

Insgesamt ist „Harry Potter und der Orden des Phönix“ aber ein sehr geglückter Film, in dem immer noch jede Rolle hervorragend besetzt ist, in dem die Effekte sehr geglückt sind, manche aber auch wegen ihrer Unnötigkeit nerven. Es ist ein Film in dem ein politischer Sub-Plot eingebracht wurde, in dem es schön abenteuerlich mit erwachseneren Problemen zur Sache geht, in dem die Lovestory Potters zum Glück an der kurzen Leine gehalten wird und in dem wir mehr Hintergründe zum Potter-feindlichen Verhalten des dunklen Lehrers erhalten.

Da ist für Freunde der Filme des jungen Zauberers viel herauszuholen und wird den meisten auch sicherlich viel Spaß machen. Wer die ersten vier Teile nicht kennt, wird hoffnungslos daneben sitzen und so gut wie nichts verstehen. Aber das sehe ich als Vorteil dieser Filmreihe. Warum soll man Fortsetzungen so erzählen, dass Neueinsteiger das Werk ebenfalls verstehen können? Die sind es schließlich selbst schuld, wenn sie die Vorgänger nicht zuvor gesichtet haben.

Ein so großer Wurf wie sein Vorgänger ist der Orden der Phönix nicht geworden, dafür ist er besser als der etwas wackelige 3. Teil und erwachsener als die gelungenen ersten beiden Teile. Wer weiterhin bunte Kinderfantasien sichten will, muss sich leider mit den ersten beiden Episoden zufrieden geben. Ich persönlich freue mich bereits auf den sechsten Teil.  OFDb