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30.12.2023

GREMLINS - KLEINE MONSTER (1984)

Ich habe in "Gremlins - Kleine Monster" nie das große Werk gesehen, als welches er unter Kinobegeisterten allgemein gilt. Das liegt hauptsächlich an der Orientierungslosigkeit des Stoffes, die mir auf ein neues zeigt, was das mit Begeisterung angenommene 80er Jahre-Blockbuster-Kino im Vergleich zu den Werken der 70er Jahre verloren hat. Während dort selbst Massenproduktionen genug Raum für den Intellekt bereit hielten, um einem solch wilden Treiben zumindest noch eine Legitimation und Gesetzmäßigkeit zu bescheren, begnügt man sich bei Werken der hier besprochenen Art auf tolle Effekte, ein buntes Drumherum und eine fantasiereiche Geschichte. Das Ergebnis ist durchaus nett zu nennen, unreflektiert bereitet "Gremlins" (Originaltitel) durchaus Freude, gerade auch im Hinblick auf seine Anti-Weihnachtsmentalität. Und mit Blick auf das Kino heutiger Tage, tut es außerdem gut einen entspannten Umgang mit Volkskrankheiten als charmante Schrulligkeiten zu sehen, sowie in einem recht familientauglichen Werk Tote erleben zu dürfen, führen die "Streiche" der Gremlins doch nicht immer "nur" zu Verletzungen. Und ein bitteres Schicksal darf nicht nur wer bös Charakterisiertes erfahren. Meist bekommen aber ohnehin die Viecher selbst ihr Fett weg, eigentlich noch bevor sich für so manche Figur ihre Bösartigkeit bestätigt. Da darf sich dann trickreich gewehrt werden, was dem Film eine ähnliche Partytauglichkeit beschert, wie die Taten der kleinen Monster, für die man einschaltet. Deren Treiben schwankt zwischen kindischem Spieltrieb, Anarchismus, instinktiven Gelüsten und rohem Ur-Trieb. Was sie wirklich antreibt, bleibt unklar. Warum die Hauptfigur den Gremlin mit den Haaren auf dem Kopf als den Anführer empfindet, weiß man nicht, und trotz mehrmaliger Behauptung wird es durch die Geschichte zudem nie bestätigt. 

Derartige Lücken machen es mir schwer, mehr als den trivialen Unterhaltungsfilm in "Gremlins" zu sehen. Ja, die Kulisse weiß zu gefallen, das moderne Märchen-Flair ebenso, das Kreaturendesign, auch in den kurzen gezeichneten Sequenzen, sowieso. Aber wieso befinden sich plötzlich alle Gremlins im Kino? Natürlich nur um es dem Drehbuch leichter zu machen, ein halbwegs glimpfliches, simpel zu erzählendes Ende anzuvisieren. Das Drehbuch ist voll von derartigen Vereinfachungen, die nicht hinterfragt werden, weil die ganze Action drumherum von derartigen Schwächen ablenken soll. Nun, das tut es scheinbar auch, so begeistert wie die Filmwelt auf Joe Dantes Werk reagiert. Zumindest sind den Verantwortlichen allerhand verschmitzte Ideen gekommen. Neben der offensichtlichen, meist per großen Schauwert inszenierten, sind auch kleine Insider-Gags zu bemerken, wie z.B. das Versteck unter Stofftieren. Hier darf ein Gremlin sich wie einst E.T. unter Spielzeuggesellen tarnen, von denen eines eine E.T.-Puppe darstellt. "Gremlins - Kleine Monster" ist eine Spielberg-Produktion, das macht dieses Augenzwinkern rund um ein Merchandising-Produkt umso amüsanter. In seiner Leichtigkeit und der schwarzhumorigen Treffsicherheit, kann man nie zu böse mit dem Ergebnis sein. Aber die Schwächen sind mir dann doch eine Spur zu hoch, um den Erfolgsfilm als großes Event zu betrachten. Zumindest ebnete "Gremlins" den "Critters" den Weg, die fand ich etwas amüsanter. Sie sind aber auch etwas düsterer angelegt, wohingegen es Dante, so wie später auch in "Small Soldiers", schafft den Mix zwischen buntem Popkorn-Spaß und Horror in familienfreundlicher Balance hinzubekommen. Interessant fand ich anbei die Nennung Michael Winslows im Abspann, im Bereich der Verantwortlichen für die Soundeffekte. Noch im selben Jahr erlangte er Berühmtheit durch seine Rolle in "Police Academy" aufgrund seiner Begabung ungewöhnliche Geräusche ohne technische Hilfsmittel zu entfachen.  Wiki

31.05.2018

POLICE ACADEMY 3 - ... UND KEINER KANN SIE BREMSEN (1986)

Mit Teil 3 war klar, dass noch einige weitere Fortsetzungen folgen könnten, also kehrte man in der zweiten Fortsetzung konsequenter Weise nach einem Abstecher in den Polizeieinsatz fertig Ausgebildeter zurück ins Training, wie der sinnvollere Originaltitel bereits verrät, so dass die Reihe wieder zurecht "Police Academy" heißt. Erneut sitzt "Police Academy 2"-Regisseur Jerry Paris auf dem Regiestuhl und setzt seine Vision eines durch liebgewonnene Charaktere verbreitenden Chaoses weiter fort. Die angeheiratete Schlägerfamilie Tacklebarrys ist ebenso wieder mit an Bord wie Gegenspieler Mauser, Hohlbirne Proctor (immer von Christian Tramitz synchronisiert) und vielen anderen Nebenfiguren. Auch alle Hauptfiguren die in beiden Vorgängern anwesend waren sind erneut mit an Bord, und so schaut sich das Ganze inszenatorisch und von der Besetzung her wie ein Wiedersehen alter Freunde, unterstützt vom unveränderten musikalischen Hauptthema der "Police Academy".

Figurentechnisch macht man alles richtig. Lassard bekommt wieder mehr Beachtung geschenkt, Schlitzohr Mahoney steht so gut wie möglich im Zentrum und Mauser wird, damit seine Anwesenheit Sinn ergibt, urplötzlich eine zweite Polizeischule angedichtet, die ihm die Möglichkeit gibt besser denn je nach unten zu treten, während er nach oben hin schleimt. Wieder wird ihm Proctor zur Seite gestellt, der die Figur des Mauser erst tatsächlich zu komplettieren weiß. Wer den Extremhumor des zweiten Teils mochte, der wird sich über eine Rückkehr von Rocker Zed freuen, der, und das dürfte wohl der schönste Kniff dieser Fortsetzung sein, die Seiten gewechselt hat und nun auch Polizist werden möchte. Ob man ihm dafür seinen unterwürfigen Erzfeind Sweetchuck als Zimmerpartner hätte aussuchen müssen, bleibt Ansichtssache, meiner Meinung nach hätte man die Figur des kleinwüchsigen Mobbingopfers nicht wieder ausgraben müssen, zumal es u.a. die Kabbeleien zwischen ihm und Zed sind, die Teil 3 einen nervigeren Anstrich verleihen.

Stets blökt der eine den anderen für einen unwitzigen Moment an, der per Schnitt auch sogleich beendet ist, ohne in solchen kurz eingeblendeten Sequenzen etwas weiteres zur Geschichte beigetragen zu haben. In "Police Academy 3" häufen sich solch affige Einschnitte, auch auf andere Personen bezogen, und lassen das Geschehen noch zerfahrener und episodenhafter in solcher Sketchmentalität wirken, als die Vorgänger ohnehin schon angelegt waren. Zumindest gelingt es der deutschen Vertonung manche solcher Momente, sofern man auf völlig alberne Komik steht, aufzuwerten, ist vieles von dem was hier noch einen gewissen flachen Wortwitz besitzt doch im Original überhaupt nicht vorhanden. Dort setzte man lediglich auf Aktionskomik, und das ist gerade im Konflikt mit Zed und seinem männlichen Spielball mehr als dünn gesät.

Die Vereinigung bereits bekannter Figuren (angereichert mit weit weniger interessanten neuen Figuren) und die Rückkehr in die Schule machen bereits das Recycling-Rezept der Reihe deutlich, welches nun von Teil zu Teil die Reihe dominieren wird. Das lässt "Police Academy 3" und den Großteil seiner Nachfolger weit weniger einfallsreich gucken, hat man doch vieles von dem hier Gezeigten bereits erlebt und ergötzt man sich doch im Zelebrieren ewig wiederholter Running Gags. In Teil 3 weiß das zumindest aufgrund der Vielzahl herrlich drolliger Comicfiguren noch zu funktionieren, wohlwollend als Fan der Reihe betrachtet und nur für eben diese geltend. Die restlichen Zuschauer gähnten bereits im Vorgänger und werden nun noch weiter unterfordert. Wem der Zugang zum Humor der hier agierenden Figuren verwehrt blieb, dem bleibt nun gar nichts mehr, denn die Handlung ist lediglich Aufhänger und entwickelt sich nirgendwo hin, und mehr denn je setzt man einzig auf die Figurenkomik. Wo ein Jones und eine Hooks ebenso wie im Vorgänger schon nichts neues mehr humoristisch beizufügen wissen und unwitzig wie sie geworden sind nur noch des Wiedererkennungseffektes mit an Bord sind, weiß manch andere Kopie und Wiederkehr zumindest aufgrund der massenhaften Ansammlung dieser bei all den vielen Figuren gerade noch zu funktionieren.

Aber auch als Freund der Reihe erkennt man wie verwässert das Konzept geworden ist, gerade wenn im Finale erneut noch eine Schippe mehr Action aufgelegt wird und die Komik noch mehr ausgebremst wird als es bereits in den Vorgängern der Fall war. Die dadurch entstehende Aussage, dass die Vollpfosten doch die besseren Cops sind, nervt hier mehr denn je; einzig der Ausgleich Mausers militante Befehlsempfänger billigst ablosen zu lassen gibt dem müden Treiben ein humoristisch wirksames Gegengewicht und der Geschichte zumindest eine Begründung warum Lassards Truppe doch noch siegen wird. Meist sind es die Szenen um Lassard und jeglicher Moment mit Mauser, die aus dem theoretisch müden Aufguss mehr machen als man meinen sollte, so dass "Police Academy 3" trotz seiner Fehlentscheidungen noch immer genug hirnlose Lacher bereit hält, um dem treuen Freund der Reihe ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. So verwässert das simple Konzept mittlerweile auch ausfällt, es weiß den Stammzuschauer gerade noch zu unterhalten, nah an der Grenze in diesem Punkt zu scheitern. Und wie gehabt: je jünger man ist, desto mehr kann man mit dem Nonsens der Reihe anfangen.  OFDb

13.05.2018

POLICE ACADEMY 2 - JETZT GEHT'S ERST RICHTIG LOS (1985)

Zur Entstehungszeit der Fortsetzung von "Police Academy" konnte man noch nicht ahnen wie langlaufend die Filmreihe mit immerhin sieben Teilen, einer TV-Serie und einer Zeichentrickserie werden würde. Dementsprechend macht es zu ihrem Zeitpunkt Sinn den nächsten Schritt zu wagen und die Kadetten als nun fertig ausgebildete Polizisten den Polizeidienst antreten zu lassen. Dementsprechend gibt es ein Wiedersehen mit vielen beliebten Figuren des Vorgängers, wenn auch einige aufgrund ihres monotonen Gag-Gehaltes nicht gerade geeignet für eine Fortsetzung sind, so allen voran Marion Ramsey, deren stille, fiepsige Art bereits in Teil 1 fertig abgearbeitet wurde und nun ihren ersten von noch vielen kommenden Aufgüssen erlebt, jedes Mal zum Ende hin zur Erkenntnis kommend, dass man seine Stimme auch lauter einsetzen kann. Gähn! Michael Winslows Geräuschimitationen vertraute man nicht mehr so ganz, so dass der eindimensionale Komiker nun noch die Eigenschaft beschert bekam besonders talentiert im Handkantenkampf zu sein. Das bietet ihm die Möglichkeit zu einer schlechten Bruce Lee-Parodie, bietet jedoch keinerlei Mehrwert für eine ziemlich nervige Figur. Zumindest gelegentlich wissen die Akustik-Gags zu zünden, so z.B. in der völlig unsinnigen Szene in einem Restaurant zu Beginn, die wie viele weitere Winslow-Gags die Akustik im realen Leben ignoriert, die dort angekommen zu Jones Tisch führen müsste.

Für Kleinkrämerei ist jedoch kein Platz in "Police Academy 2", haben wir es doch hier mit einem geistlosen Klamaukfilm zu tun, und der will lediglich Partystimmung verbreiten, weswegen er auch den Aufhänger des Vorgängers ignoriert, dass erst von dort an jeder Vollidiot Polizist werden konnte. Einzig der naive Lassard stand den Rekruten in nichts nach, was seiner Senilität geschuldet war, ansonsten war die Zulassung eines jeden Freaks auf der Polizeischule revolutionär. Blickt man auf die länger im Polizeidienst arbeitenden Figuren von Teil 2 bekommt man den Eindruck, dass die Situation des Erstlings auf der Akademie keine Neuheit gewesen sein muss, ist der Bezirk in den die besten Männer besagten Abgangs eingesetzt werden doch bevölkert von Vollidioten, die den Figuren aus Teil 1 in nichts nachstehen. Aufgrund der hier dargebotenen neuen Figuren verzeiht man diesen Widerspruch nur allzu gerne, denn dass auch die Fortsetzung innerhalb ihrer Möglichkeiten noch so prima zu funktionieren weiß, verdankt sie eher diesen anstatt den Wiederkehrern aus Teil 1. Die sind charmant wie eh und je, aber wirklich lustig sind in erster Linie die neuen Figuren ausgefallen.

Und was bekommt man da herrliches geboten, allen voran der Captain Harris-Ersatz Captain Mauser, der keineswegs zur Kopie seines Vorgängers wird, sondern eine ganz eigene Art Ekel darstellt, mit seiner schleimigen Art Vorgesetzten gegenüber und seinem zurück entdeckten Rückgrat, wenn es darum geht Leute unter ihm weiter nach unten zu treten. Art Metrano spielt seinen Part so wundervoll würdelos, dass man Ekel Harris überhaupt nicht vermisst. Metrano weiß ihn locker zu toppen und wirkt wie eine zu Fleisch gewordene Comicfigur. Ihm zur Seite steht eine der für kommende Fortsetzungen wichtigsten neuen Figuren: Proctor (gesprochen von Christian Tramitz). Der hat inmitten von allen Idioten die größte Vollmeise, gibt es doch keinen dümmeren als ihn, was er in Teil 2 nur gelegentlich unter Beweis stellen darf. Aber seine Zeit der größeren Beachtung wird noch kommen. Auf der Seite der Verbrecher glänzt Bobcat Goldthwait als Rocker mit schriller Stimme. Sein grenzwertiger Humor ist mehr denn je Geschmackssache, doch während er einigen Leuten gehörig auf den Senkel geht, finde ich sein in Sachen Überagieren nicht zu toppendes Spiel angenehm krank, was aufgrund mancher grotesker Situationen, in die der skurrile Charakter gesetzt wird, zu wundervollen Lachmomenten führt.

Als einmalige Figur ohne spätere Rückkehr ist Mahoneys neuer Partner Stuhlmann vertreten, der eigentlich aufgrund seiner Unhygiene lustig sein soll, und dies anfangs auch ist, hauptsächlich aber aufgrund der trotteligen Art wie Peter Van Norden die Rolle interpretiert so wunderbar zu funktionieren weiß. Wie jeder andere Anwesende hier ist sein Spiel und seine Komik keine Kunstform, sondern reinster Klamauk, aber es funktioniert auf solch herrlich niedrigem Niveau, warum auch immer, also warum meckern? Andere Eintagfsfliegen, wie der Bruder Lassards, sind nicht der Rede wert, dienen ihrem Zweck für diesen einen Teil, wenn überhaupt, und hinterlassen keine feuchten Augen beim Gedanken sie in den kommenden Teilen der Reihe nicht wiederzusehen. Stuhlmann hingegen hätte ich gerne wiedergesehen. Ich wüsste mal gerne warum man zukünftig auf ihn verzichtet hat.

Dass der Plot hauchdünn ausgefallen ist und erneut nur eine Nummernrevue geworden ist, die der Vielzahl an Figuren möglichst viel Manege bieten soll, dürfte klar sein. "Police Academy 2" lebt von seinen Figuren, und wenn man mit diesen nichts anfangen kann, steht man auf verlorenem Posten, auch wenn hier noch, im Gegensatz zu vielen Folgefilmen, mancher Figur auch tatsächlich lustige Szenen zugeschrieben werden. Rocker Zed darf bei einem Schnulzenfilm weinen und outet sich ohnehin immer wieder aufgrund diverser Kommentar als Weichei, Stuhlmann stört sich nicht an Katzenkot im Müsli oder an Ameisen an weggeworfenen Schokoriegeln, und als besonders treffsicher darf wohl jene Szene bezeichnet werden, in welcher Mauser im Büro vor sich hinbrabbelt dass Mahoneys Arsch bald ihm gehöre, Mahoney dies mithört, weil er nicht angeklopft hat, und Mauser dementsprechend blamiert ist. Ein dieser Situation folgender Spruch Mahoneys wäre nicht nötig gewesen, aber er rundet die herrlich peinliche Szene wunderbar ab, was u.a. beweist wie wichtig tatsächlich Unschuldsmiene Guttenberg für das Funktionieren der ersten Teile ist.

Insgesamt ist "Police Academy 2" eine Spur plumper als sein Vorgänger ausgefallen, u.a. weil das hier Gezeigte keine Ausnahmesituation mehr ist und letztendlich so gar nichts zu erzählen hat. Mehr denn je setzt man auf chaotische Charaktere, anstatt auf Inhalt, allerdings beweisen sich die Autoren und Darsteller der ersten Fortsetzung noch als recht kreativ im Gestalten absichtlich dämlicher Charaktere, so dass die Komödie mit schlichten Erwartungen definitiv zu unterhalten weiß. Leider flacht sie gegen Ende etwas ab und das zu actionreich ausfallende Finale rückt die Polizisten in ein besseres Licht, als es der Idee dieser Filme gut tut. Die Fortsetzungen sollten in diesem Punkt noch mehr in die Kacke hauen als hier, gönnt man sich im ersten Sequel doch zumindest noch das Einbauen funktionierender Gags inmitten der ereignisreichen Schlussgeschehnisse. Letztendlich funktioniert der Film aber immer abseits großer Action am besten, so z.B. wenn er Banalitäten aufzeigt, Rivalitäten untereinander austrägt, oder hirnlose Dialoge präsentiert. Letztgenanntes betreffend lohnt der Griff zur Deutschfassung, die um einiges lustiger ausgefallen ist als der Originalton. Für kommende Fortsetzungen ist "Police Academy 2" in sofern von Bedeutung, als dass hier so einige Running Gags gestartet werden.  OFDb

12.05.2018

LAVALANTULA - ANGRIFF DER FEUERSPINNEN (2015)

Mit Blick auf den Party-tauglichen "Big Ass Spider!" klingt es zunächst reizvoll, dass sich Regisseur Mike Mendez als Folgefilm erneut an ein Horrorwerk über Riesenspinnen herangewagt hat, war besagter Streifen doch schließlich keine Auftragsarbeit, sondern hatte der Kult-Regisseur dem Ganzen doch seinen eigenen Stempel aufgedrückt. Leider ist das was der Vorgänger nicht war "Lavalantula" nun aber geworden, denn viel gewöhnlicher kann man einen amerikanischen TV-Tierhorror nicht umsetzen, hätte doch auch der TV-Sender SyFy hinter diesem Werk stecken können. Die Animation ist gewöhnlicher und regelrecht lustloser ausgefallen als zuvor, nicht so übel wie ein "Ice Spiders", aber auch nicht all zu sehr davon entfernt. Die Geschichte folgt innovationslos dem üblichen Muster, Figuren kommen platt und gesichtslos daher, die wenig eingestreuten Witzchen wirken zu bemüht und der Plot benötigt, geradezu typisch SyFy, zwei lustlose Parallelhandlungen, die zu einer werden, um überhaupt auf die aufgezwungene Pflicht einer Spielfilmlänge zu kommen, wo bei Werken dieser Art doch 70 Minuten locker reichen würden. 80 anstatt 90 sind es dann doch noch geworden, was sich bei der zähen Umsetzung aber trotzdem wesentlich länger anfühlt.

Besonders ärgerlich ist dieses Ergebnis, wenn man bedenkt dass die Verantwortlichen der Besetzung sich den sicherlich kostengünstigen Clou geleistet haben die wichtigsten noch lebenden Gesichter der "Police Academy"-Filme mit an Bord zu holen. Zwar besitzt nur Steve Guttenberg als Colton West eine wirklich tragende Rolle, dennoch ist es auch schön Leslie Easterbrook, Michael Winslow und Marion Ramsey großteils vereint gealtert wiederzusehen. Sicherlich ist keiner dieser Leute eine schauspielerische Größe, und man hätte sich mehr Vereinigung gewünscht als nur zu Beginn und in den letzten 15 Minuten, aber es reicht um einen der wenig gebliebenen Freunde der Reihe wie mir kurz ein wehmütiges Schmunzeln abzuringen. Die Zusammenkunft dieser Bande wird auch der Grund dafür sein, warum ich trotz des ernüchternden Ergebnisses des hier besprochenen Streifens trotzdem irgendwann zur Fortsetzung "2 Lava 2 Lantula!" greifen werde, sind dort doch auch alle eben genannten Ex-Stars wieder mit an Bord, vielleicht ja diesmal sogar etwas dominanter mit im Rennen als in diesem ersten Versuch.

Während Michael Winslows Geräuscheinlagen und anderweitige Witzchen noch erbärmlicher wirken als zur schlechtesten Phase der Komödien um die Polizeischule, weiß der ironische Umgang Guttenbergs mit der Rolle des Coltons sein eigenes Ex-Starsein zu parodieren zumindest gelegentlich hinzuhauen. Die ihm brav folgende Anhängerschaft versucht im Gegenzug das Verhalten von Film-Fans zu parodieren. Aber wie gesagt will der Humor in diesem Streifen nicht wirklich zünden, gibt es gelegentlich doch auch Verweise auf manch andere Werke und auf Regeln dieser Art Z-Movie, die lediglich ein Achselzucken ernten und damit dem Horrorpart in nichts nachstehen. "Lavalantula" besitzt genau jene zu routinierte Mittelmäßigkeit, die ihn letztendlich unerträglicher gucken lässt als ein schlechter Genrebeitrag, zumindest begeht man inmitten dieses TV-Niveau-Standards aber keine unnötigen Zusatzfehler und kann sich wie erwähnt ein wenig mit der Rest-Prominenz längst vergangener Kinozeiten ein wenig über Wasser halten. Schlussendlich hebt sich dieser Streifen aber trotz der ungewöhnlichen Besetzung und trotz Regisseur Mike Mendez nicht von vergleichbaren Standardwerken wie "Dragon Wasps" und "Camel Spiders" ab.  OFDb

02.05.2018

POLICE ACADEMY - DÜMMER ALS DIE POLIZEI ERLAUBT (1984)

Die überraschend lang gelaufene Kinofilm-Reihe der "Police Academy" ist eher berüchtigt als beliebt, rümpfen doch vielerlei Cineasten und Nicht-Cineasten die Nase wenn sie von den Klamaukfilmen der Trotteltruppe hören, und man kann sie eigentlich auch als Sympathisant der Reihe verstehen, strapaziert der Klamauk doch gern die Nerven, schaut sich doch vieles nicht innovativ komisch und eher platt dargeboten. Einzig den ersten Teil der Reihe finden die meisten Kritiker noch in Ordnung, und auch dies ist nachvollziehbar, läuft er von allen Filmen der Reihe doch tatsächlich am rundesten. Was in manchen Fortsetzungen etwas arg verkrampft beibehalten wird, wirkt hier noch recht natürlich und ineinander greifend, nichts Selbstverständliches für einen sich derart episodenhaft anschauenden Film, der so viele Charaktere gleicher Maßen unter einen Hut packen muss für eine eigentlich recht flache Nummernrevue.

Eigentlich präsentiert uns "Police Academy" lediglich eine Freakshow. Versager, Über-Ehrgeizige, Schelme und Unterdrücker tummeln sich hier auf den verschiedensten Rangstufen, jeder mit eigenem Running Gag versehen, und dank einer charmanten Besetzung und interessant gehaltener flacher Charakterzeichnung weiß dieses Rezept aufzugehen. Den Zeitgeist traf es ohnehin die Polizei zu veräppeln, was auch Steve Guttenberg vermutete, der für eine geringe Gage dazu stieß, sich aber Anteile am Einspielergebnis sicherte, ein Deal der sich bezahlt machen sollte. Schließlich war die Thematik massentauglicher Natur, eher mit lauten als leisen Tönen versehen, was spätestens ab der 80er Jahre ohnehin dem Massenpublikum gefiel, und da Regisseur Hugh Wilson, der einzig diesen Teil der Reihe inszenierte, auch gar nicht versucht aus "Police Academy" mehr zu machen als eine reine Zotenparade, geht die Rechnung auf. Man gaukelt weder Tiefsinn noch hohen Einfallsreichtum vor. Man setzt auf eher simplen Humor, dargeboten von einem Haufen Chaoten, eine Vorgehensweise die vielerlei Filme in den Sand setzte, hier jedoch dank dem Riecher für funktionierende Figuren völlig ausreicht.

Der an sich vorhandene Anarchocharakter der Thematik besitzt freilich nichts mehr vom Zeitgeist der 70er Jahre und ist ebenfalls längst dem Mainstream gewichen. Das merkt man gerade gegen Ende, wenn sich die Rekruten trotz aller Macken und Defizite doch noch zu beweisen wissen. Ein wahrlich bissiger Film wäre da konsequenter gewesen und hätte die Truppe bis zum Schluss Loser sein lassen. Aber auch dies spiegelt den Zeitgeist des Entstehungszeitpunktes wieder, eine Zeit in der das Niveau sank, Bildung zurückging und man (auch deutlich durch Filme wie diesen und jene der Disney Studios) an den Unsinn glaubte man könne alles schaffen, wenn man nur wolle, eine häufige Botschaft von nun an im amerikanischen Kino, eine Botschaft die das Finale ein wenig verwässert, aber noch nicht so stark wie es die Fortsetzungen tun sollten. Insgesamt fügt sich diese Blauäugigkeit hier noch recht gut ins Geschehen des ersten Teiles ein, ist es zum einen doch einer der Kadetten schuld, dass überhaupt der finale Aufruhr entstehen konnte, und ist es doch das Nichteinhalten der Regeln und eine gute Portion Zufall, was zum positiven Ergebnis für alle außer Harris führen soll.

Mir persönlich gefällt der Großteil der Reihe, eben weil ich mit den Charakteren und manchem Dummfug-Humor tatsächlich etwas anzufangen weiß. Allein der erste Teil bietet solch eine Vielzahl an schrulligen Figuren, dass Fortsetzungen immer wieder auf manch einen später zurückgreifen konnten, um der langlaufenden Serie mit deren Wiederkehr für den Stammzuschauer Freude zu bescheren. Dass eine ewig neu aufgegossene Soße wie diese beim ersten Mal am besten schmeckt, gerade wenn sie so dünn ausgefallen ist wie diese hier, dürfte jedem klar sein. Allerdings trumpft Teil 1 ohnehin mit einer Zutat, die es in den Sequels nicht mehr so treffsicher zu sichten gab, und das ist der seltene eher subtil eingebrachte Humor kurz nach einem lauten Knaller, so beispielsweise jene Szene, in welcher Harris nach einem peinlichen Vorfall den Rekruten beschämt gegenüber treten muss, welche sichtlich bemüht sind ihr Lachen zurückzuhalten. Auch der Schluss-Gag weiß trotz seines lauten Grundtons gerade wegen dem flüchtenden, schelmischen Blick Lassards erst tatsächlich zu funktionieren.

Trotzdem dominieren freilich die lauten Holzhammer-Gags, von denen jedoch einige überraschend gut zu funktionieren wissen. Ob es der bereits in Teil 1 zum Running Gag gewordene Abstecher in die Blue Oyster Bar ist, die Demütigungsversuche der depperten Verräterrekruten, Mahoneys Auftauchen unter dem Rednerpult nach einem Blowjob, oder das Rumgefiepse eines Schülers, der feststellen muss dass sein Fahrzeug zerstört wurde, so geistlos und niveaulos das auch alles scheinen mag und ist, es funktioniert. Selbst die ollen Geräusche des dafür kurzzeitig berühmt gewordenen Michael Winslow werden hier noch witzig eingesetzt, teilweise gar nützlich für die Handlung. Beim erstmaligen Sichten im Originalton ist mir jedoch aufgefallen, wie viel mehr Sehwert dem Film mit der deutschen Synchronisation beschert wird. Gerade die Auseinandersetzungen zwischen Harris und Mahoney trumpfen insbesondere durch die Deutschvertonung, im Original weiß "Police Academy" aber trotzdem noch gut genug zu funktionieren für einen solch simpel gestrickten Film. Freilich lacht man hier mit 14 Jahren über mehr Szenen als mit 42, aber wer sich für flache Gags nicht zu schade ist und nicht einzig dem hohen Niveau zugeneigt ist, der kann mit Hugh Wilsons Spottparade über die Polizei durchaus seine Freude haben.  OFDb

12.10.2017

GINGERCLOWN (2011)

Während andere Horror-Begeisterte zur Zeit der Killerclown-Welle fleißig in die kürzlich erschienene Kino-Version von Stephen Kings “Es” stürmen, machte ich einen Ausflug in den lediglich auf DVD erschienenen “Gingerclown”, der uns Tim Curry in der Rolle eines Clowns verspricht, jenen Mann, den man zwar immer als erstes mit der “Rocky Horror Picture Show” in Verbindung bringen wird, daneben aber eben auch mit Pennywise aus der damaligen TV-Verfilmung “Es”. Zwar wunderte ich mich, dass er sich erneut auf eine ähnliche Rolle einließ, nach Sichten von “Gingerclown” kann man diese Frage jedoch erweitern auf die grundlegende Frage warum Curry überhaupt an solch einem schrottigen Film beteiligt war.

Selbiges gilt für den stets im Genre auftauchenden Lance Henriksen und der sehr merkwürdigen Besetzung des damaligen Geräuschemachers Michael Winslow aus der “Police Academy”-Reihe. Logisch dass mit diesen mal mehr, mal weniger berühmten Namen geworben wurde, wer sich den Streifen von Regisseur Balázs Hatvani jedoch angeschaut hat, darf enttäuscht feststellen, dass sie lediglich Monstern ihre Stimme liehen, persönlich jedoch nie vorbei schauen. Wahrscheinlich hätten sie ansonsten am Set bemerkt an welcher Gurke sie beteiligt sind und hätten das Weite gesucht.

“Gingerclown” lockt zunächst nicht nur aufgrund der beliebten KillerclownThematik und durch Tim Curry in dieser angeblichen Rolle, es reizte auch die ungarische Herkunft des Streifens und das Versprechen man wäre darin bemüht das 80er Jahre Horrorkino wiederzubeleben, welches in den Videotheken bis Anfang der 90er Jahre eine ganz eigene Nische Genre-Beiträge füllte. Der ungarische Touch war durch das Einbringen sämtlicher US-Klischees von Beginn an über Bord geworfen, und wo bitte 80er Jahre-Feeling wehen soll, wie nicht nur der Coveraufdruck der DVD verspricht, sondern auch Autoren von Filmbesprechungen, die alles Gelesene hirnlos nachplappern müssen, ist mir nicht klar geworden.

Sicherlich: die im Film auftauchenden Monster sind handgemacht. Optisch erinnern diese jedoch eher an einen Puppenfilm a la “Die Reise ins Labyrinth”, freilich ohne wirklich geglückt zu sein, während der Film bereits aufgrund seiner Harmlosigkeit, der Geschichte und dem Verhalten der Monster eher wie eine leicht erwachsenere Version von “Alice im Wunderland” daherkommt. “Gingerclown” hat weder mental etwas von den Videotheken-Horrors der zweitschönsten B-Filmzeit des Genres zu bieten, noch von deren Äußerlichkeiten und Zutaten. “Gingerclown” spielt lediglich selbst in den 80er Jahren, so dass die ein oder andere Mode von einst kurz aufblitzt. Da der Film großteils aber an einem neutralen Ort zwischen den Zeiten spielt, ist auch dies ziemlich egal.

Bereits die erste Szene nervt gewaltig, die ellenlang innerhalb nur eines Spielortes und Zeitpunktes alles abarbeitet, was eine ausführlichere und liebevoller angegangene Einleitung durch mehrere Handlungsorte interessanter und feinfühliger hätte vertiefen können. Erschwerend kommt dieser mies gespielten und übel beleuchteten, sowie erbärmlich abgefilmten Szene hinzu, dass jene Person, die hier am meisten plappern darf, auch gleich die schlechteste Synchronstimme beschert bekommen hat, innerhalb einer Deutschvertonung, die über Mittelmaß ohnehin nicht hinaus kommt.

Das Makel der schlechten Optik und des ebenso schlechten Schauspiels bleibt auch nach der Einleitung bestehen, nur dass nun noch weitere Negativpunkte hinzukommen, ergibt doch nicht nur der komplette Plot keinen Sinn (ein Jahrmarkt, der seit Jahrzehnten nie betreten wurde, ist klar), sondern auch das übernatürliche Treiben, was den eigentlichen Reiz der Geschichte ausmachen sollte. Warum hier spukt, was hier lebt, wird nie geklärt, warum die Teenies nicht einfach wieder über den Zaun klettern, sondern sich stattdessen dem übernatürlichem Treiben stellen, ebenso wenig. Andererseits: bedrohlich erscheint in diesem zahmen Streifen ohnehin nichts, sind die Monster doch gerne mit sich selbst beschäftigt anstatt mit den menschlichen Protagonisten, und selbst wenn sie ein Auge auf diese geworfen haben, wird das Geschehen im Film doch niemals unheimlich.

Eher episodenartig stolpern die beiden Hauptfiguren durch das dunkle, unatmosphärische Jahrmarkt-Set, angetrieben durch die düstere Stimme des kaum zu sehenden Clowns (im Original weiß zumindest diese ein wenig zu wirken), von einem uninteressantem Geschehen zum nächsten hüpfend, was der ohnehin schon drögen, wie hirnlosen Chose endgültig den Reiz nimmt, da jeder Augenblick für sich zu stehen scheint, ohne einen echten roten Faden abzuliefern. “Gingerclown” guckt sich derart langweilig, dass es einer großen Leistung gleicht, diesen Scheißdreck bis zum Schluss sichten zu können. Mir war meine Lebenszeit dafür zu schade. Ich habe irgendwann aufgegeben.  OFDb

03.12.2015

SPACEBALLS (1987)

Im Vergleich zur eher stimmig erzählten Mel Brooks-Parodie „Frankenstein Junior“ kommt „Spaceballs“ laut und übertrieben albern daher. In seiner Gag-Konzeption ist er aufgrund des Wunsches auf Wiedererkennung der zu parodierenden Filme eher vergleichbar mit „Scary Movie“ anstatt mit „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, zumal man hier wie dort nicht die Mechanismen des Genres nutzt um zu parodieren und nur selten einen intelligenten Hintergedanken zu seinen Witzeleien hatte. Es wird einfach hemmungslos albern herumgeblödelt, auf allem herumgeritten was halbwegs mit dem Thema Weltraum zu tun hat, und man kann es Mel Brooks hoch anrechnen, dass er im Gegensatz zu „Robin Hood - Helden in Strumpfhosen“ und zu „Dracula - Tot aber glücklich“ den richtigen Ton und die richtige Trefferquote gefunden hat, so dass sich „Spaceballs“ rein vom Blödelniveau her trotzdem deutlich vom wesentlich unterirdischeren „Scary Movie“ abhebt.

Das Konzept der geistfreien Filmparodie an sich schafft nicht automatisch einen schlechten oder zumindest minderwertigen Film, wie „Spaceballs“ beweist, der es vom Unterhaltungswert her locker mit den geistreicheren Filmparodien dieser Welt aufnehmen kann. Mel Brooks ist ein kleines Wunder geglückt, so perfekt pointiert hier hemmungslos herumgeblödelt wird. Das Spiel mit den Stunt Doubles und die Kritik am Marketingwahn der damaligen „Star Wars“-Filme sind Beispiele höchst seltener Momente in denen ein tieferer Gedanke, bzw. eine Idee aus dem Hintergrund des Filmschaffens Pate für einen Gag stand. Der Rest kommt so angenehm sinnlos daher wie die eigentliche Geschichte des Streifens, die keines der Vorbilder Szene für Szene nachäfft wie es „Scary Movie“ tat, sondern trotz ganz direkt parodierter Filme eine eigenständige Geschichte erzählt, die so selbstständig daher kommt, dass kein dünner roter Faden sie mühsam beisammen halten muss.

Da wird Chewbacca zum Weltraumhund, genannt Möter, degradiert, Prinzessin Leas Frisur entpuppt sich bei Prinzessin Vespa als Kopfhörer, das endlos große Raumschiff wird zum Transformer, der wiederum an einer berühmten „Planet der Affen“-Szene mehr beteiligt ist als man vermuten darf. Und aus dem furchteinflößenden Herrscher Jabba wird der Mafiosie Pizzamampf, von dessen Haut auch seine rechte Hand ruhig einmal kosten darf. Wenn die einleitende „Krieg der Sterne“-Schrift damit parodiert wird, dass darauf hingewiesen wird dass man keine Brille benötigt, wenn man den Text lesen kann, dann weiß man in etwa welches Witzeniveau einen weiterhin erwarten wird. Feingeistigen Humor kann hier suchen wer will, man wird ihn nicht finden. „Spaceballs“ ist ein Film der lauten Lacher, und die bekommt er aus dem Zuschauer auch gekonnt herausgekitzelt.

Hierfür werden hauptsächlich Szenerien aus "Krieg der Sterne", aber auch aus „Raumschiff Enterprise“, „Alien“, „Der Zauberer von Oz“ und vielen anderen Filmen parodiert, und der Geräuschemacher Michael Winslow, den die meisten wohl aus den „Police Academy“-Filmen kennen werden, darf in einem kurzen Auftritt ausnahmsweise einmal witzig wirken kurz bevor geistfrei über Marmelade gewitzelt werden darf, so wie später an anderer Stelle über Joghurt. Der Möter und das Durchkämmen der Wüste haben es bei der damaligen „Spaceballs“-Generation zu geflügelten Worten geschafft, Witzbeispiele die mit als erstes genannt werden, wenn man sich über diesen recht berühmten Film unterhält.

Die Besetzung ist mit kindlisch verspielter Freude dabei, allen vorran der gern unterschätzte Rick Moranis, der die Darth Vader-Antwort Lord Helmchen aufgrund seiner Brille nicht nur optisch äußerst komisch verkörpern darf, sondern auch durch seine völlig infantile und verwöhnte Art, die zu solch großartigen Witzeklassikern wie der wahnsinnigen Geschwindigkeit führten und dem romantischen Puppenspiel mit Merchandising-Puppen. Meine liebste Helmchen-Szene ist das völlig kindische Verhalten während des Betrachtens des Mr. Radars nach einem Kaffee aus dem Mr. Coffee.

„Spaceballs“ wurde dank Witze wie der Szene im Jetzt, dem Beamen in den Nebenraum und dem schwulsten Lichtschwerterkampf der Filmgeschichte zum Kultfilm, und selten durfte so hemmungslos unter Niveau gelacht werden ohne sich hinterher dafür schämen zu müssen wie hier. Brooks Weltraum-Parodie ist ein pointensicheres Fest für die Lachmuskeln, wie es dies auf diesem unterirdischen Niveau nur selten so perfekt umgesetzt vorzufinden gibt und ist damit Werken seiner Zeit wie „Die nackte Kanone“ und „Kentucky Fried Movie“ ebenbürtig. „Spaceballs“ geht trotz hohem Gag-Tempo nie die Puste aus, die Story wird trotz der Hauptbemühung bekannte Vorbilder zu parodieren niemals langweilig, und somit kann man den König der Flachköpper als rundum gelungen bezeichnen, zumal man ihn alle paar Jahre immer wieder schauen kann, um erneut herzhaft zu lachen.  OFDb