26.09.2021

THE WINDMILL MASSACRE (2016)

Ein Reisebus, der die Sehenswürdigkeiten Hollands außerhalb von Amsterdam ansteuert, bleibt mitten im Nirgendwo stehen. Und da man vom Bus aus keine Hilfe holen kann, macht man sich auf zur aus der Ferne gesichteten Windmühle, die auf der Karte nicht verzeichnet ist. Als einer der Touristen im Wald von einem Unbekannten mit einer Sense ermordet wird, ist ausgerechnet Jennifer die einzige Zeugin, von welcher der Rest der Anwesenden weiß, dass sie unter Halluzinationen leidet...

Bus der Sünder...

Was bietet sich in einem niederländischen Slasher als unheimlicher Handlungsort wohl eher an als eine der dort häufig zu sehenden Windmühlen, für welche Holland mitunter berühmt ist? Bereits "Krabat" machte deutlich welch unheimliche Wirkung eine solche ausstrahlen kann. Wenn man nun noch eine Legende eines unheimlichen Verbrechens aus der Vergangenheit hinzu nimmt und einen Maskierten im Körperformat vom Vorbild Jasons mit einer Sense auf die Figuren los lässt, müsste doch eigentlich alles gut gehen. Tut es für den Durchschnitt auch, aber meiner Meinung nach hätte man bereits dann ein besseres Ziel erreicht, wenn man nicht stets den simplen Grundaspekt von Streifen wie "Freitag der 13." versuchen würde aufzupeppen. Anstatt lediglich einen Irren, oder alternativ ein Monster in Menschengestalt, metzeln zu lassen, muss ein übernatürlicher Aspekt mit eingebaut werden, in welchem die Todgeweihten vor ihrem Ableben Visionen ihrer in der Vergangenheit begangenen, schlimmsten Sünde erhalten, und nur aufgrund dieser auf der Abschussliste des Assistenten für den Tod höchstpersönlich stehen. Das weckt zwar Interesse für die Leichen im Keller jener Figuren, von denen wir noch nicht wissen was sie begangen haben und baut auch ein Rätsel um das Leiden Jennifers auf, deren vergangene Tat sowohl ehrenhaft gemeint war, als auch zum Teil ein Versehen war, ebenso wie um einen mitreisenden Jungen, der unschuldig ist, meiner Meinung nach wäre dies bei interessanter Charakterzeichnung und düster eingefangenem Szenario alles jedoch nicht nötig gewesen.

Nun gut, nun ist "The Windmill" (Alternativtitel) inhaltlich anders gestrickt, das muss man akzeptieren, und für einen Genre-Beitrag mit derartiger Thematisierung tut es gut, dass er nicht endlos in Visionen badet, welche eine tatsächliche Handlung lediglich vorgaukeln sollen, sondern von besagten Sünden abgesehen dem klassischen Weg eines Slashers folgt. Und da der Killer mit der Sense nicht gerade zimperlich vorgeht, badet der vom sonst nur für TV-Serien tätige Regisseur Nick Jongerius inszenierte Film genügend im Blut, um Stammzuschauern dieser Art Horror zu gefallen. Die Tode sind über den Film hinweg so verteilt, dass "The Windmill Massacre" nicht einzig zur Metzelorgie verkommt und seinen arg klischeehaft ausgefallenen Figuren genügend Möglichkeiten bietet, sich zu entfalten. Dies nutzt das Drehbuch jedoch zu eingeschränkt, macht diesen Fehler aber mit einigen überraschenden Wendungen wieder gut, die gerade gegen Ende unerwartet daher kommen. So gesehen geht das Ergebnis soweit eigentlich in Ordnung, sofern man keine zu hohen Erwartungen an solch ein Produkt hält. Holland nutzt sein Herstellungsland ohne das meist in den USA beheimatete Sub-Genre zu sehr zu verändern, auf die üblichen Teenager wird zugunsten etwas interessanterer Charaktere verzichtet, die somit ernsthafte private Probleme mit an Bord bringen dürfen, und da das meiste bei Dunkelheit innerhalb einer Nacht spielt, ist auch bereits für eine grundlegende Stimmung gesorgt, auf welcher leider kein hoher Spannungsbogen aufgebaut wird. Auch die Einzelabstecher diverser Figuren zu Beginn des Streifens hätte man sich sparen können, um direkt mit der Busfahrt zu beginnen. Da "The Windmill Massacre" aber ohnehin kein lang gestreckter Film ist und ihm glücklicher Weise nie die Puste ausgeht, ist das aber eigentlich auch egal. Es beschert dem Streifen lediglich keinen Mehrwert.  OFDb