24.05.2020

TELEFON (1977 Don Siegel)


Ein ehemaliger KGB-Agent macht sich in den USA eine geheime russische Namensliste aus der Hochzeit des kalten Krieges zunutze, auf welcher ahnungslose, in den USA lebende, Menschen stehen, die beim Aufsagen eines Geheim-Codes zu willenlosen Selbstmord-Attentätern werden. Die Russen schicken ihren besten Mann Borzov nach Amerika, um den Saboteur aufzuhalten. Dieser ahnt nicht, dass seine ihm zur Seite gestellte Assistentin eine Doppelagentin ist, die von beiden Seiten den Auftrag erhält Borzov nach Erfüllung seiner Mission umzubringen...


Des Waldes Dunkel zieht mich an...

Es ist interessant zu sehen, wie ernst hier eine Geschichte umgesetzt ist, die arg fantastischer Natur ist, und dies etwas zu sehr für einen konservativ erzählten, seriösen Film. Aber Regie-Profi Don Siegel wagt es dennoch. Wenn nicht er, wer könnte sonst aus diesem Stoff das Beste herausholen? Nun, beachtet man dass "Telefon" in "Die nackte Kanone" ausführlich zitiert wird, scheint er zumindest in den USA ein kleiner Erfolg gewesen zu sein, oder zumindest im Laufe der Zeit zum Kultfilm geworden zu sein. Der in Deutschland, trotz der Hauptbesetzung mit Charles Bronson, eher unbekannte Thriller ist meiner Meinung nach aber auch unter besagter Regie eher mittelmäßig ausgefallen. Das liegt u.a. daran, dass sich der schlicht abgefilmte Streifen eher wie eine TV-Produktion, anstatt wie ein Kinofilm, schaut. Die weibliche Hauptbesetzung Lee Remick trägt einen großen Anteil an diesen qualitativ negativen Eindruck bei.

Zwar vermag es das Drehbuch die gewagte Geschichte meist bodenständig zu präsentieren und lässt sich derart viel Zeit mit der Vorgeschichte, dass Bronson fast erst nach einem Drittel Laufzeit ins Spiel kommt, ab dessen Auftauchen geht es jedoch nur noch gewohnte Wege, lässt seinen Protagonisten nicht sonderlich raffiniert agieren und präsentiert uns eine Auflösung hinter den Taten, die ähnlich lächerlich anmutet, wie die ahnungslosen Attentäter selbst, die so lange gehirngewaschen wurden, bis sie sich tatsächlich für US-amerikanische Mitbürger hielten. Mäßige Spezialeffekte, ein unter Spannungsarmut leidender Hauptplot und das so gar nicht funken wollende, trotz von Misstrauen dominierte, Miteinander des zentralen Pärchens, welches obligatorisch freilich am Ende zu einem wird, lässt auch ihren jeweiligen Teil der Geschichte nicht angenehm fruchten. Zumindest ist "Telefon" recht kurzweilig ausgefallen, und mit Donald Pleasance ist er in der Rolle des Aggressors angenehm, wenn auch nicht nennenswert agierend, besetzt. Auch der Fakt hier nirgendwo auf Sympathiecharaktere zu stoßen weiß zu gefallen. Aber letztendlich ist dieser Film zu plump und unmotiviert ausgefallen, um tatsächlich Gefallen an ihm finden zu können. annehmbar


Trailer,   OFDb