22.11.2022

GOTHAM - STAFFEL 5 (2018)

In der mit Abstand schwächsten Staffel der Vorgeschichte von Batman spielt alles in einem von der Welt abgeschnittenem Gotham, in welchem das Böse in verschiedener Form an verschiedenen Orten regiert und Gordon tapfer mit anderen Kriminalbeamten die Stellung hält, während die Regierung und damit auch das Militär sie im Stich lässt. Unschuldige Gebliebene und die eigenen Mannen hält der einst noch recht sympathisch gezeichnete Zwielichtige mit billigen Propagandareden bei Laune, selbst dann wenn ganze Menschenmassen sterben, denen er Schutz versprach. Doch dieser ganze Pathos ist noch das kleinste Übel innerhalb eines schwachen Drehbuchs, das uns eine Hinhalte-Folge nach der nächsten präsentiert, handelnd von Personen, denen es an Überzeugungskraft für ihr Tun, ihre Rivalitäten und ihre Bündnisse fehlt. Es scheint man habe aufgegeben. Ob das fünfte Jahr von Anfang an nur als 12-Teiler konzipiert war, im Gegensatz zu den üblichen 22 Folgen, fällt schwer zu glauben wenn man den Stillstand sieht und dann die hektische, lieblos nachgereichte Finalfolge, die plötzlich 10 Jahre später spielt (obwohl kein einziger Charakter von der Maske her 10 Jahre gealtert scheint), uns die Entwicklung Waynes zu Batman schuldig bleibt und viele offene Fragen bereit hält, leider auch jene wie es zur Zusammenarbeit mit Wayne und Gordon kam. 

Bei so viel Lustlosigkeit, wie sich beim Schauen der anderen 11 Folgen in den Büchern und leider auch beim Publikum bemerkbar macht, schien man ein Ende der Serie geradezu provozieren zu wollen. Von der Verspieltheit von einst ist so gut wie nichts mehr zu spüren, eine romantisch gewollte Zusammenkunft wird präsentiert wie etwas, das der Zuschauer sich herbei sehnte, was nicht der Fall ist und dementsprechend stumpf und widersprüchlich herüber kommt, und je mehr sich alles dem Ende zuwendet, umso plumper und uninteressant wird es. Dies nicht ohne gelegentlich auch kurze Spannungsmomente innerhalb eines nur noch düsteren Ortes zu entfachen, aber derart bedeutungsschwanger und düster auf die Spitze getrieben, bleibt nur ein infantiles Treiben übrig, das damit verärgert kaum durchdacht zu sein, stattdessen stets mit Ausreden und dem Wunsch nach der Vergesslichkeit des Publikums arbeitet, einen emotional überhaupt nicht mehr abholt (das war allerdings ohnehin nie die Stärke der Serie) und sich nur noch widersprüchlich und lustlos schaut. Selbst liebgewonnenen Schurken wird der Reiz der überspitzten Comichaftigkeit genommen, um aus ihnen Teil eines sich selbst viel zu ernst nehmenden Universums zu machen, anstatt die Serie in all ihren Staffeln als eine komplette mentale Einheit zu gestalten (was zugegebener Maßen schon zuvor nicht funktionierte). 

Die Finalfolge, in der man einiges hätte nachholen können zur Wiedergutmachung beim Stammpublikum, setzt endgültig das Messer ans Herz des treuen Zuschauers und wird der Tiefpunkt des Tiefpunkts der kompletten Serie. Schade dass es so enden musste, aber zum Glück blieb uns eine Serie erspart, die mit dieser Besetzung und dem Autorenteam die Geschichten von Batman erzählt. Ich hoffe dass dies auch so bleibt.  OFDb