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18.02.2018

BRAINSCAN (1994)

Auf dem Horrorfilmmarkt der 90er Jahre durften auf dem Videomarkt entweder die Monster und Mutanten hemmungslos herumschleimen, oder Sehwerte dieser Art wurden thematisch komplett umgangen. So oder so waren die Ergebnisse meist kunterbunter Natur, verspielt in ihrer Art, nicht mehr auf wahren Grusel oder Terror setzend, sondern die Erwartungen des Stammpublikums bedienend, welches den Spaß am Genre als Hauptevent empfand und in Horrorwerken eher den zu Fleisch gewordenen Halloween-Gag sah. Dass dieser makabere Spaß auch recht harmlos daher kommen durfte, zeigt „Brainscan“, der sich an den Pubertätsphantasie softer Außenseiter orientiert und diesen Bereich gar mehr zu bedienen scheint, als dem des Horrors. Zumindest zeigt diese Vorgehensweise jedoch auch, wie wichtig einem der Hauptcharakter des Streifens war, der dann auch gleich mit Publikumsliebling Edward Furlong besetzt wurde, bevor dieser mit seinen Drogenexzessen sein Image zerstörte.

Der spielt den zurückgezogen lebenden Horror-Fan Michael, der heimlich in das süße Mädchen von nebenan verliebt ist (typisch sensibles Pubertätsgetue ist sie es auch heimlich in ihn, denn ungewaschene Stubenhocker, die grundlos aus Prinzip den lebenden Rest meiden sind ja so süß) und sich seinem inneren Dämon stellen muss - zumindest im Ansatz. Denn zu Beginn spielt der Film mit der Aussage Horrorfilme wären eine Art Zuflucht um Dinge im Leben anders verarbeiten zu können. Dann bricht das Spiel „Brainscan“ bewusst diese gern als leeren Phrasen benutzten Ausreden, indem es den Passivaggressor zum aktiven Täter macht, denn ein Mord in einem scheinbaren Horrorspiel wird zu einem echten Mord und Michael damit zum tatsächlichen Mörder. Und was beginnt man nun mit dieser schmackhaften Ausgangslage? Typisch sensible Teenphantasie macht man Michael lediglich zum Opfer der Umstände, der von einem übernatürlichen Wesen dazu gezwungen wird weiterzuspielen ohne dies zu wollen.

Die Gründe weiterzuspielen sind ziemlich Banane, aber irgendwie muss die Geschichte ja vorangetrieben werden, und damit keiner merkt wie wenig Sinn die eigentliche Horrorgeschichte macht (und eigentlich auch die Anwesenheit der übernatürlichen Figur, die man pflichtbewusst lediglich als Freddy-Platzhalter eingesetzt hat, um überhaupt ein übernatürliches Element vorweisen zu können), werden wir zugeschüttet mit der Privatsituation Michaels, bestehend aus der Konfrontation mit der Polizei, mit dem Höllenwesen, mit der Love Interest von nebenan und mit sich selbst, so dass wir eine sympathisch verträumte Teenie-Soap aus der Außenseiterecke vorliegen haben, dem sein Genre und mögliche analytische Aussagen ziemlich egal sind.

Funktionieren tut dieser Pfusch sogar recht gut. Selbst dem Teenie-Alter entwachsen machte das brave Treiben in „Brainscan“ nach all den Jahren irgendwie wieder Spaß. Harmonie liegt über allem, sanft getragen von einem einfachen, aber eingehenden Soundtrack. Furlong weiß tatsächlich die Herzen zu erobern, und einem Cyberthriller beizuwohnen, ohne dass uns die elektronischen Welten gezeigt werden, besitzt schon Charme aus ganz eigener Richtung. Veraltete Computereffekte das Spiel „Brainscan“ betreffend gibt es keine. Im Gegensatz zu Charles Bands „Cyber World“ und „Der Rasenmähermann“ verzichtet man auf digitale Effekte komplett. Das Spiel wird durch Realszenen präsentiert. Stattdessen erleben wir an anderer Stelle einige überholte Tricks, z.B. dann wenn Michael sich gegen das Horrorwesen wehrt, welches ihn vereinnehmen möchte, da er dies irgendwo selbst sein soll, andererseits aber dann doch nicht. Aber die Frage hiernach ist so austauschbar wie die Frage ob Michael in einem Spiel umherwandert oder doch nur, wie in einer Szene gezeigt, unter Trance das Haus verlässt, um in der Nachbarschaft zu morden. Dann stellt sich ohnehin die Frage, in wie weit Brainscan nicht nur ein Signal ist, welches einen dazu bringt Dinge zutun, die man nicht will. Handelt der Film dann überhaupt noch von einem gespielten Spiel?

Einen Film wie „Brainscan“ erlebt man jedoch lediglich, anstatt ihn zu hinterfragen. Er ist auf so angenehme Art für Außenseiter warm ausgestatt, dass man sich wohlfühlt in seinen einzelnen Zutaten, und diesen kuscheligen Ort, an dem Außenseiter endlich einmal verstanden werden, für 90 Minuten auch nicht verlassen möchte. Dass Michael am Ende eigentlich ein geläuterter Charakter ist, der keinen Bock mehr auf seine Hobbys hat und sich jenem Leben stellen möchte, welches er bislang trotzig vor der Tür ließ, lässt vermuten, dass man mit „Brainscan“ etwas anderes erreichen wollte als die Bestätigung so zu sein wie man ist. Auch hier wurde die Mission verfehlt, wenn es denn eine solche gab, so orientierungslos wie man sich alles mögliche herauspickte, um einen Teenie-Wohlfühl-Horror zu schaffen. Dass das Ergebnis recht bescheuerter Natur ist, ist so egal wie der Fakt, dass ein Horrorfilm eigentlich dazu gedacht ist, jemanden aus seiner Wohlfühlzone herauszuholen, anstatt das Gegenteil zu bedienen. Im Actiongenre schaffte es Regisseur John Flynn mit dem Stallone-Hit „Lock Up“ ganz gut dem Protagonisten jegliche Gemütlichkeit zu berauben. „Brainscan“ kann man als Gegenstück zu diesem Film betrachten. Er richtet sich an ein wohl behütetes, junges Publikum mit wenig Erwartungen und lullt einen für 90 Minuten angenehm ein.

So braucht es auch nicht wundern, dass das Ende des Films einem schlechten Traum gleicht, dessen Widerspruch zur Restgeschichte mit einem halben Nebensatz abgefrühstückt wird, damit sich keiner mehr drum schert, und fertig ist der pubertäre Fiebertraum, in welchem der Alptraumgehalt nie stark genug war, um simplen Gemütern zu schaden, der biedere Grundton, der stattdessen herrschte, aber auch nie zu sehr aus erhobenem Zeigefinger bestand, als dass das Ergebnis zu moralinsauer ausgefallen wäre. „Brainscan“ soll trotz allem eher Horror-Fun sein, kein biederes Erziehungsvideo. Ehrlich gesagt erkennt man gar nicht, was er außer einer kleinen Geldanlage zu dienen, eigentlich wirklich möchte. Würde dieses Wirrwarr dazu dienen einen verwirrten Teeniegeist darzustellen, anstatt lediglich den leichtesten erzählerischen Ausweg zu gehen, könnte ich eher verstehen, warum ich „Brainscan“ so mag wie ich es tue. Wahrscheinlich muss man sich einfach mit der Wahrheit auseinandersetzen einfach anfällig für ein Trivialstprodukt gewesen zu sein, dass einem mal in seiner Wohlfühlzone gefangen gehalten hat, anstatt zu versuchen einem aus dieser herauszuholen. Und das tat dann halt auch mal gut.  OFDb

15.02.2015

ARACHNOQUAKE (2012)

Im selben Jahr des überraschend spaßigen, für das Massenpublikum aber untauglichen, „Ghostquake“ wurde auch „Arachnoquake“ abgedreht, der mit seiner Thematik eine ganz andere Nische Horrorfilm füllen sollte als der Titel-verwandte Streifen. Es ist der Bereich des Spinnen-Horrors, der egal ob große oder kleine Spinnen vom Freund des Tier-Horrors immer wieder gern gesehen wird, egal ob am Rande eingebracht wie in „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde 2“, oder im Zentrum stehend wie in „Mörderspinnen“, „Arachnophobia“ oder „Der Kuss der Tarantel“ (wenn bei Letztgenanntem auch nur als Mordwerkzeug eingebracht wie im Ratten-Horror "Willard"). Mal darf außerirdisches Leben für die Bedrohlichkeit der Viecher herhalten, wie in „Arachnid“ und „Angriff der Riesenspinne“ geschehen, mal mutieren die Biester, so wie in „Tarantula“ und „Ice Spiders“, manchmal werden sie aber auch einfach in ihrem gewohnten Lebensraum gestört und geraten somit plötzlich in das Lebensumfeld der Menschen, wie geschehen in „Arachnia“, „Die Rache der schwarzen Spinne“ und dem hier vorliegenden Film: „Arachnoquake“.

Ob klein und giftig oder riesengroß und zerstörend ist eigentlich egal, meist ist das Ergebnis vom Unterhaltungswert her spaßig genug, selbst in den meisten Routinestreifen. Leider reiht sich „Arachnoquake“ neben „Ice Spiders" und „Arachnia" in die eher kurze Reihe der zu langatmigen Sub-Genre-Vertreter ein. Dabei beginnt er eigentlich sehr flott und angenehm und bringt im Gegensatz zu „Warriors of Terror“ und „Zombie King“ den Ex-Promi Edward Furlong mal nicht in einem unbedeutenden Gastauftritt ein, sondern gibt ihm eine richtige Nebenrolle, in welcher sich der mittlerweile recht aufgedunsene Schauspieler zwar kein Bein ausreißen muss, aber zumindest richtiger Bestandteil der Geschichte wird.

Leider verkommt die Regiearbeit von Griff Furst recht schnell zur austauschbaren Routine, womit „Arachnoquake“ das gleiche Schicksal seiner Werke „I Am Omega“ und „Swamp Shark“ teilt. Ein so fröhliches Happening wie sein überraschend geglückter „Ghost Shark“ ist dem guten Mann somit nicht noch einmal geglückt.

Dass aufgrund austauschbarer Charaktere, die wenn überhaupt nur kurzfristig die Sympathie des Zuschauers gewinnen, und einer 08/15 Story, wie sie fast jedes andere SyFy-Pictures-Produkt zu bieten hat, dem Streifen schnell die Luft ausgeht, schien man bereits beim Dreh zu merken, denn ungefähr ab der Mitte der Geschichte bekommen die blinden Arachniden aus dem Erdboden plötzlich die Fähigkeit zugesprochen Feuer zu spucken (was die Wespen in dem im selben Jahr produzierten „Dragon Wasps“ ebenfalls nur beiläufig konnten).

Den Film bringt dieser Einfall allerdings so gar nicht in Schwung. Da hilft es ihm schon mehr wie sich die Riesenspinnen auf dem Wasser fortbewegen, was witzig und bedrohlich zugleich wirkt - immerhin, das ist schon mehr als andere Billigfilmchen bieten. Gegen Ende bekommt „Arachnoquake“ dann doch noch etwas mehr Power, dann dürfen wir dem Kampf gegen die Königin beiwohnen, ein wahrlich hartnäckiges Biest, und zum Ende hin spielt die Fähigkeit des Feuerspuckens doch noch eine wirklich wichtige Rolle - vielleicht wurde an diese Idee doch schon von Anfang an gedacht, was aber die Frage aufwirft, warum die Viecher so lange klassisch Menschen attackierten, anstatt mit ihnen ein Barbecue zu veranstalten.

Dafür dass die Spinnen, wie zur Entstehungszeit üblich, mit dem Computer animiert sind, sehen sie für eine schnell zusammengeschusterte TV-Produktion recht akzeptabel aus. Ihre Herkunft ist nicht zu verleugnen, wirklich griffig echt sieht das nicht aus, aber die Arachniden wirken zumindest nicht so plastisch glattpoliert wie in „Ice Spiders“, wohl jenem Film zu diesem Thema, der „Arachnoquake“ am ähnlichsten ist.

„Spider War“ (Alternativtitel) bewegt sich also in so ziemlich jedem Punkt im Mittelmaß und bietet damit eine Routine die geduldige Stammzuschauer durchhalten können, viele andere jedoch ermüden wird. Ich habe mir nach etwa 45 Minuten eine Zusatzbeschäftigung gesucht um den Streifen bis zum Schluss durchhalten zu können. Das ist echt schade, denn nach der Anfangsszene und dem gelungenen Einführen der Hauptfigur war ich echt guter Dinge der Film könne auf simpler Ebene ähnlich gut unterhalten wie sein Namensvetter „Ghostquake“. Glücklicher Weise scheitert der Film in einer Nische, die von allerhand brauchbararen Werken bevölkert wird, so dass der Filmfreund einfach zu einem anderen Horrorbeitrag mit achtbeiniger Bedrohung greifen kann.  OFDb

08.02.2015

ZOMBEX - WALKING OF THE DEAD (2013)

Hin und wieder wird versucht billigsten Produktionen quantitativen Mehrwert zu bescheren indem man semi-bekannte, ehemals bekannte oder Genre-bekannte Persönlichkeiten in Gastauftritten einbaut. Jesse Dayton, der vier Jahre nach seinem Mitwirken in Rob Zombies „Halloween 2“ glaubte der Menschheit ebenfalls einen Horrorfilm bescheren zu müssen, hat sich für sein Debut „ZombeX“ Corey Feldman, Sid Haig, Malcolm McDowell und einen Lew Temple, der angeblich durch die Erfolgsserie „The Walking Dead“ berühmt wäre, eigentlich aber nur in acht Folgen mitgespielt hat, an Bord geholt, was sicherlich dafür gesorgt hat dass manch einer zur DVD gegriffen hat.

Aber wo ein „Zombie King“, der auf gleiche Art ein Publikum locken wollte (in diesem Falle mit Corey Feldman und Edward Furlong), gerade noch die Kurve kriegt um einem wenigstens ein Hauch Interesse herauszupressen, da scheitert „ZombeX“, der im deutschen im Zuge eben erwähnten TV-Serien-Erfolges in „ZombeX - Walking of the Dead“ umgetauft wurde, auf der ganzen Linie. Schon die ersten Bilder hinterlassen keinen guten Eindruck. Der Farbfilter wirkt sperrig, dunkel und trist, der Schnitt versucht all zu deutlich Unzulänglichkeiten in der Umsetzung zu kaschieren, was die zu langsam geratenen Actionmomente nicht weniger langsam inszeniert wirken lässt, und insgesamt wirkt doch alles arg uninspiriert und stümperhaft umgesetzt.

Immerhin reiht sich diesmal nicht die Deutschvertonung in die schlechten Botschaften die ich hier verkünden muss mit ein. Rein vom Klang her griff man diesmal nicht auf Porno-Synchro-Niveau zurück, eine Seltenheit bei solchen Billigst-Produktionen. Auch die Zombies können sich sehen lassen. Die hätten es eigentlich verdient in einem mittelmäßigen Film auftauchen zu dürfen, anstatt in einem dem Zuschauer Energie raubenden Schundprodukt, dem jeglicher Unterhaltungswert fehlt.

Wie zu erwarten hat die Geschichte selbst der immergleichen Zombie- und Infiziertenleier nichts Neues hinzuzufügen. In alter Sub-Genre-Tradition wird selbstverständlich Gesellschaftskritik mit eingebaut. „ZombeX“ konzentriert sich diesbezüglich hauptsächlich auf die Pharmaindustrie und dem unachtsamen Umgang der Amerikaner mit deren Produkten. Einen zusätzlichen Reiz beschert das dem müden Streifen in seiner unterhaltungsfeindlichen Umsetzung kein bisschen. Für kurze Momente weiß da schon eher das Aufkommen einer Männerfreundschaft zwischen Radiomoderator und Musiker den Zuschauer aus seiner Lethargie zu wecken, zumindest wenn man mit solch stillen Faktoren eines Filmes etwas anzufangen weiß - was bedeutet: dem durchschnittlichen Horror-Fan wird dies erst recht nicht über seine Enttäuschung hinweg helfen.

Um den Film damit in einen halbwegs erträglichen Bereich gekippt zu bekommen fehlt dieser Zutat die Konsequenz die Geschichte an ihr orientiert weiter zu erzählen. Dieser kurze Ausflug den oberflächlichen Figuren ein wenig Tiefgang bzw. handfesten Charakter zu bescheren wird nicht weiter ausgeführt und nach kurzem Aufflammen links liegen gelassen. Aber was soll‘s! Schade wäre dies nur in einem besseren Film gewesen, so aber bleibt „ZombeX“ das was er bereits zuvor war: ein Langeweiler, eine billig zusammengeschusterte Produktion für den DVD-Markt zu einem Sub-Genre, das ohnehin schon besagten Markt so sehr überflutet, dass es dem Zombieinteressierten bereits nicht mehr gelingt den Überblick für brauchbare Produktionen zu behalten. Im Vergleich zu „ZombeX“ bereiten selbst unangenehme Zombieerfahrungen wie „Terror Z“ mehr Vergnügen. Die hielten zumindest bis zum Schluss wach.  OFDb

25.09.2014

ZOMBIE KING - KÖNIG DER UNTOTEN (2012)

Edward Furlong und Corey Feldman gemeinsam auf die Leinwand zu bringen wäre eine ähnlich fruchtbare Idee wie seinerzeit die Zusammenarbeit Feldmans mit Corey Haim. Dafür bräuchte man die beiden jedoch in Hauptrollen in einer professionell finanzierten Produktion, und beides ist bei „Zombie King“, der mit der Anwesenheit dieser ehemaligen Prominenz wirbt, nicht der Fall.

Aidan Belizaires Debüt-Film ist ein semi-professionelles Werk in billiger Video-Optik für den DVD-Markt, und als solches fehlen ihm die Bonus-Punkte und das Augenzudrücken, das man einer Amateur-Produktion noch zugestehen würde. Zwar weiß die deutsche Synchronisation mal ausnahmsweise nicht zu verärgern, was eigentlich ein Dauerzustand für derartige Filmbeiträge ist, und ein Tiefpunkt in Sachen Horror-Komödie ist ebenfalls nicht zu vermelden, aber so wirklich dolle ist sie nicht, diese britische Schnell-Schuss-Produktion, die durchaus den ein oder anderen flachen Lacher zu verzeichnen weiß, seine Defizite mit seinen paar Quantitäten aber nicht ausgeglichen bekommt.

Das beginnt mit den Szenen rund um Edward Furlong, die meist nur Rückblicke eines trauernden Mannes am Totenbett seiner Frau sind, was in der monotonen Optik und der sich wie Füllzeit schauenden Eintönigkeit bereits zu verärgern weiß, den Zuschauer aber so richtig verarscht, wenn besagte Rückblicke gar mehr als einmal gezeigt werden.

„Zombie King“ besteht fast nur aus Rückblicken, aber die meisten anderen gehen in Ordnung, wissen sie doch auf schlichte Art wenigstens etwas zu erzählen, und entzerrt man mit ihnen doch das altbackene Haupt-Szenario, in welchem Überlebende durch eine Zombie-verseuchte Welt schlendern - diesmal wenigstens eine mit den klassischen schluffenden Untoten.

Zumindest weiß die Story etwas mit den Berufen der Überlebenden anzufangen, so dass man durchaus darüber schmunzeln kann, dass ein harter Kerl von Postbote einst Taktik im Kampf gegen böse Kinder erlernen konnte und ein Milchmann Zombies am liebsten mit leeren Milchflaschen erledigt. Dass eine männliche Politesse sich auch am Ende der Zivilisation mal die Zeit nimmt einem falschparkenden Auto ein Knöllchen anzuklemmen, darf in dieser Aufzählung auch nicht fehlen.

Die erste Hälfte guckt sich wesentlich uninteressanter als die zweite, in welcher endlich Hintergründe beleuchtet werden und ein Plan zum Kampf gegen die Untoten und den Voodoo-Gott entsteht. Das wird alles nie wirklich unterhaltsam, auf der schlichten Grundlage eines semi-professionellen Filmes gesehen geht das aber durchaus für Vielseher des Genres in Ordnung, die sich mit Werken dieser Art arrangieren können.

Mag die Geschichte an sich auch überraschungsfrei erzählt sein, am Ende des Filmes wird der Abspann nach einiger Zeit kurz für einen Schluss-Gag unterbrochen, der die einzig einfallsreiche Idee des Filmes geworden ist und tatsächlich zu gefallen weiß. Nach dem müden vorhersehbaren ursprünglichen Schluss-Gag, der uns vor dem Abspann gezeigt wurde, tat das als Entschuldigung auch dringend Not.

„Zombie King“ ist alles andere als eine Empfehlung und würde nur im Gewand eines Amateurfilmes genügend Spaß bereiten. In einer Produktion wie hier ist das Ergebnis eher ärgerlicher Natur, auch wenn ich mich gewundert habe, dass nach einem eher langweiligen Einstieg das Geschehen doch noch auf banaler Ebene halbwegs interessant wurde.  OFDb

27.08.2013

TERMINATOR 2 - TAG DER ABRECHNUNG (1991)

Als ich „Terminator 2“ vor geschätzten 10 Jahren das letzte Mal sah, war ich sehr enttäuscht von seiner spannungsbefreiten Erzählweise und fand ihn ziemlich schwach. Für eine Neusichtung bin ich mit weniger Erwartungen herangegangen, dem Film als simples Unterhaltungsfilmchen eine Chance bieten wollend, ohne zu verbissen an die Sache heranzugehen, wissentlich dass ich eine Phase des viel zu strengen Filmguckens seit ein paar Jahren hinter mir gelassen habe. Diese Einstellung anzunehmen, um Gefallen an Camerons zweiten Ausflug in die Roboterwelt zu haben, war jedoch gar nicht nötig, entpuppte sich „Terminator 2“ die Tage doch für mich als erstaunlich gelungene Fortsetzung, der zwar der Pioniergeist des Erstlings fehlte, aber dadurch positiv auffiel, dass er Teil 1 nicht kopieren will, sondern komplett anders angelegt ist.

Es ist schon wahr, so spannend wie der eiskalte Teil 1 ist die Fortsetzung nicht mehr ausgefallen, aber sie legt es nicht darauf an in ihrem Herzstück, ein Plädoyer für Humanismus, in seiner radikalsten Veränderung wohl dem Fan des ersten Teils provozierend vor die Nase gesetzt mit einem zum Beschützer umprogrammierten von Arnold Schwarzenegger gespielten Terminator, der nicht nur kaum bösartig ist, sondern die Menschen verstehen lernt, sich von der Killermentalität seiner Programmierung entfernt, bis er gar zu ethischen Handlungsweisen fähig ist. Funktionieren tut das ganze nur deshalb, weil Cameron stets darauf achtet diese Fortschritte aus der Robotersicht einer Tötungsmaschine zu betrachten, so dass für manch schwarzhumorigen Moment inmitten von Action und einem wundervollen Hauch Drama noch Platz im Film ist.

Wer maulen mag, dass ein Kind als Zentrum einer solchen Story nervt, der erkennt nicht wie wichtig gerade dieser Aspekt ist, um Camerons Vorhaben psychologisch halbwegs sinnig anzugehen, denn um einen gewissen Grad Logik, der „Terminator 2“ an manch anderen Stellen fehlt, ist man sichtlich bemüht. Cameron schafft es nicht immer Kitsch zu umgehen, aber er rutscht nie in eine zu unangenehme Extreme ab. Die Geschichte bleibt in einem Gleichgewicht, kombiniert den Actionfilm mit dem Bereich des Jugendfilms ohne all zu seicht zu werden, und ist, gerade in der ersten Hälfte, dank einer dynamischen Erzählung immer auf einem Unterhaltungshoch.

Zwar wird es zu Beginn der zweiten Hälfte etwas ruhiger, aber das ist eigentlich ganz okay so. Im kompletten Film hätte man meiner Meinung nach nur eine Phase kürzen sollen, und das ist der endlose Kampf am Schluss zwischen den beiden Maschinen, war doch das davor Erzählte wesentlich aufregender zu verfolgen. Dort versuchen die Helden der Geschichte die Zukunft zu verändern, und da kitzeln Szenen die Nerven schon mehr als beim Zuschauen zweier Haudegen, die sich gegenseitig verkloppen, wenn sie nicht gerade aufeinander schießen.

Also: Mission geglückt, Cameron hat eine faszinierend andere Geschichte mit "Terminator 2“ abgeliefert, ohne den Vorgänger zu verraten oder mit diesem nicht kompatibel zu sein. Manches Mal übertreibt es Cameron mit seiner Symbolik, und sein verspielter Drang immer zu viel auf (damals sehr sensationelle) Spezialeffekte zu setzen ist auch hier bemerkbar, allerdings schaut sich die Fortsetzung von „Der Terminator“ nie all zu sehr auf Spezialeffekte konzentriert. „Terminator 2“ ist stimmiges Unterhaltungskino mit einer lobenswerten Botschaft, auf die im finalen Satz von Sarah Connors stets geglückten Off-Kommentaren, mit völliger Hingabe zur Übertreibung noch einmal mehr als deutlich hingewiesen wird. Da der Film in kurzen Momenten auch immer etwas selbstironisch ausfällt, ohne zu einer rückgratlosen Nummer zu verkommen, wirken solche Extreme gar positiv anstatt negativ.  OFDb