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30.08.2020

VERFÜHRUNG EINER NONNE (1975)

Noch früh in ihrem filmischen Schaffen angelangt, aber bereits durch Werke wie "Flotte und heiße Jeans", sowie "Teenager lieben heiß" zum kurzfristigen Star des 70er Jahre Italo-Erotikkinos geworden, ist Gloria Guida in "Verführung einer Nonne" gegen den Strich besetzt. Wo sie sonst ihre Sexualität entdecken darf, ältere Männer verführt und ihre nackten Reize präsentiert, da spielt sie hier das junge Mauerblümchen im Gewandt einer angehenden Nonne und gilt von der Hauptfigur der Geschichte erobert zu werden. Ihr niedliches Gesicht weiß zu wirken umringt vom biederen Outfit, was unter den Klamotten steckt wissen wir bereits aus etlichen anderen Erotik-Beiträgen. Dennoch macht Pier Giorgio Ferretti, für den "La novizia" (Originaltitel) als dritte Regiearbeit seine letzte sein sollte, ein großes Geheimnis um die Nacktheit seiner Heldin. Er baut eine Erwartungshaltung auf, nicht nur für die Figur des Schürzenjägers Vittorios, der darauf hofft die harte Nuss zu knacken, er erwartet selbiges vom Publikum. 

Das möchte sicherlich ebenfalls wieder einen Blick auf die nackte Blonde werfen, der Preis den er dafür zahlt ist jedoch zu hoch. Bis sich Guida im letzten Drittel des Streifens endlich entkleidet, hat man einen qualvoll schlechten Film sichten müssen, der es nicht einmal im Ansatz schafft, einem die Truppe Aufreißer, die im Zentrum steht, auch nur ein klein wenig sympathisch zu präsentieren. Das ewige Balz-Gelaber toller Typen nervt enorm, in der Originalfassung noch mehr als in der diesbezüglich stark gekürzten, ursprünglichen deutschen Fassung, und da es weder Regie, noch Autor, oder die Darsteller schaffen, sich in die erzählten Situationen hinein zu fühlen, bleibt die Motivation der beiden Hauptfiguren für das Publikum zu theoretisch, zu distanziert, als dass man mit irgendwem von beiden mitfiebern könnte. Vittorios sehnt sich nach wahrer Liebe, auch wenn jeder Teil seines Charakters dagegen spricht und obwohl er sich einzig wie ein Jäger verhält, anstatt wie ein verliebter Mensch. Und Maria besitzt keinen Grund diesen Unsympath, dessen Bettgeschichten sie stets angewidert mitbekommt, zu begehren, geschweige denn sich in ihn zu verlieben. 

Hinzu kommt, dass es die mit mangelndem Schauspieltalent gesegneten Protagonisten nicht hinbekommen, ihren Figuren die fehlende Glaubwürdigkeit des Buchs zumindest durch ihre Darstellung zu bescheren. Gerade Guida, deren einziges Talent stets im Zeigen ihres nackten Körpers bestand, macht in dieser Rolle, in der das Spiel der Mimik wichtiger denn je wird, allzu deutlich, was man sonst unaufmerksam übersehen konnte: sie kann nichts außer süß gucken. Und selbst dieser meist bezaubernde Blick will zu den meisten Situationen ihrer Rolle so gar nicht passen. Würde "La Novizia - Verführung einer Nonne" (Alternativtitel) nicht derart übertrieben in einer von sexgeilen Menschen bevölkerten Welt spielen und auch nur ansatzweise glaubwürdig erzählt sein, die Geschichte könnte reizen, eben weil Maria eher auf Zwang, anstatt aus Überzeugung Nonne werden will, und ihr Eroberer lediglich die brave Treue ihren zu strengen Eltern gegenüber beheben müsste, um zu einem gemeinsamen Glück zu finden. 

Unsensibel erzählt, unsympathisch verkörpert und in so ziemlich jedem Punkt unglaubwürdig dargeboten, kann die theoretisch eigentlich sympathische Idee des Streifens nicht fruchten. In dieser sehr plump präsentierten Form lässt sie sich auch kaum erahnen. Und ein reißerischer, pseudo-dramatischer Schluss, der so gar nicht zum Rest-Szenario passen will, unterstreicht diese Makel zum Ausklang des Filmes noch einmal sehr deutlich. Man hätte die Mutter Marias näher und psychologisch treffsicher beleuchten müssen, um aus diesem Aspekt ein tatsächlich emotional schockierendes Ende zu schaffen - zumal es nicht einmal der Moment zuvor schafft, das Liebespaar glaubwürdig als miteinander glücklich zu verkaufen. Wie kann es dies auch, wenn die beiden völlig unnatürlich agierend, unbekleidet miteinander, kichernd umgehen, als befänden sie sich im Kindergarten oder auf der Sonderschule? Zumindest zeigt sich damit ungewollt die geistige Reife, die man vom Publikum erwünscht.  OFDb

15.05.2020

VALERIA - LEIDENSCHAFTEN EINER MINDERJÄHRIGEN (1974)

In ihrem ersten Film "Valeria - Leidenschaften einer Minderjährigen" spielt Gloria Guida noch nicht, wie so oft, das zwielichtige Luder, sondern darf noch die unschuldige Jugend verkörpern, die sich zwar mit erotischen Tagträumen beschäftigt, aber noch sehr naiv als Jungfrau durch den Alltag schreitet. Abgesehen von den Tagträumen, die uns nur im ersten Drittel gezeigt werden und den Großteil der Nacktszenen ausmachen, zeigt uns Silvio Amadio in der Heimat Valerias angekommen eine Art Mikrokosmos der Männerwelt ihres sozialen Umfeldes, betrachtet aus ihrem unerfahrenen Blickwinkel. Sie tritt mit Männern und Jungs mal mehr, mal weniger intensiv in nicht-sexuellen Kontakt, manchmal in leicht amourösen, und erkennt durch Beobachtungen, Gespräche und Erfahrungen wer der jene welche ist, dem sie sich hingeben möchte. Irrtümer, Fehleinschätzungen und Leichtgläubigkeit spielen typisch fürs Jugendalter entscheidend mit, und theoretisch könnte man sich so das Leben einer jungen Frau in besagter Phase zur besagten Thematik vorstellen. Als Mann ist man ebenso schockiert von den verschiedenen Typen Kerl und weiß nicht wem man trauen kann, wie Valerie selbst.

Das klingt nach einem äußerst empathischen Film. Allerdings entsteht dieser Effekt, weil er in einer scheußlichen parallelen Italo-Erotikfilm-Welt spielt, von der man nur hoffen kann, dass der Alltag und die hier präsentierte Auswahl an Männern in dieser Extreme nicht der Alltagswelt einer jungen Frau entspricht. Der typisch angenehme, unverfälschte, direkte Ton des Italo-Films stößt auf unsensible Charaktere eines unsensiblen Drehbuchs, das sich seines Macho-Tons und seines Sexismus nicht bewusst zu sein scheint. Typisch Amadio holprig umgesetzt lebt "Leidenschaften einer Minderjährigen" (Alternativtitel) von einem dünnen roten Faden, da die Erlebnisse Valerias eher zufälliger Natur sind, so ziellos wie Valeria durchs Leben wandert. Diese Herangehensweise, der Blickwinkel des Mädchens und Täuschungen, wie die Zusammenkunft mit einem sensiblen Jungen der Clique des Bruder, sorgen dafür, dass der Streifen trotz seiner unsensiblen Art nicht vollkommen aus den Rudern läuft. Aber aufgrund der plumpen, reißerischen Art bleibt er lediglich schlichtes Bahnhofs-Kino. Damit ist er nicht uninteressant für Cineasten alternativen Geschmacks, wirklich überzeugen will er jedoch nicht, da er einen emotional nicht wirklich in Valerias raue Welt einfühlen lässt, was daran liegt, dass sie diese selbst nicht als rau empfindet, sondern als so gegeben wie sie ist akzeptiert. Das mag typisch für ein junges Empfinden und Orientieren sein, aber wenn die Identifikationsfigur so oberflächlich bleibt wie hier, ist diese Parallele jungen Empfindens eher dem Zufall geschult, als einer Absicht der Verantwortlichen des Streifens und kann somit nur theoretisch überzeugen.

"Valeria - Leidenschaften einer Minderjährigen" kann sich ohnehin nie wirklich entscheiden ob er Komödie oder Drama sein möchte. Manch belustigende Fantasien und ein fehlbesetzter, da mit seinem Extremklamauk störender, Italo-Komiker in der Rolle des Pfarrers sorgen für den beabsichtigt heiteren Teil des Films, ebenso manch freche Dialoge, Provokationen und Situationen. Letztendlich steht aber eher die Problemwelt der Protagonistin im Fokus, die wiederum trotz des entsetzlichen Parallelwelt-Alltags nicht dramatisch genug verarbeitet wird, als dass das Genre Tragikomödie "La minorenne" (Originaltitel) gerecht werden würde. Letztendlich ist die erste Zusammenarbeit von Gloria Guida und Silvio Amadio, der noch "Jung, schön und lasterhaft", "Flotte Teens und heiße Typen" und "Liebe ohne Stundenplan" folgen sollten, tatsächlich eher "nur" ein Erotikfilm, der lediglich vorgibt sich für die Psyche der Hauptfigur und ihre Entwicklung aufgrund der dargebotenen Erlebnisse zu interessieren. Umso schöner ist es, dass es ihm dennoch gelegentlich, wenn auch auf völlig unempathische und oberflächliche Art, geglückt ist hinter den Seelenvorhang seiner Heldin zu blicken. Als Trivialfilm müsste er dies nicht einmal leisten können, aber selbst auf einen solchen reduziert, fehlt ihm die überzeugende Stärke eines "Teenager lieben heiß", in welchem Gloria Guida im selben Jahr ihres großen Erfolges "Flotte Teens und heiße Jeans" ebenfalls die Hauptrolle verkörperte.  OFDb

09.05.2020

JUNG, SCHÖN UND LASTERHAFT (1975)

Im selben Jahr von "Teenager lieben heiß" spielte Gloria Guida in dem fast themengleichen Erotik-Drama "Jung, schön und lasterhaft" mit, der die im Mittelpunkt stehende Intrige jedoch verdreht, indem die lesbische Variante gewählt wird. Zudem finden die Verführungsversuche diesmal zur Zielsetzung der Trennung besagter Person statt, anstatt zur Bindung, letztendlich sind sich beide Filme dennoch recht ähnlich. Silvio Amadio hatte mit seiner in den 70er Jahren in Italo-Filmen gern besetzten sexy Hauptdarstellerin Guida bereits in ihrem Debüt "Leidenschaften einer Minderjährigen" zusammengearbeitet, und nach dem hier besprochenen Film folgten noch "Wenn bei süßen Teens die Hüllen fallen" und "Liebe ohne Stundenplan". Ich kenne keinen dieser Filme oder andere Arbeiten des Regisseurs, kann also nicht beurteilen ob der Streifen, abgesehen von der Thematik von der er handelt, ein typisches Werk Amadios ist, aber er guckt sich recht stümperhaft umgesetzt. Dass Filme dieser Art oft unsensibel umgesetzt sind und die psychologischen Aspekte der Erzählung nicht verstehen ist keine Seltenheit, ebenso das mangelnde Schauspieltalent vieler Beteiligten. Dennoch ist es schade, dass "Sonne, Sand und heiße Schenkel" (Alternativtitel) derart ruppig erzählt ist, besitzt er doch durchaus Charme.

Interessanter Weise sind es bei Werken dieser Art oft die Makel, die zum sympathischen Eindruck beitragen, geht es doch nicht um cineastische Perfektion, sondern um einen schmuddeligen Look, eine knisternde Atmosphäre, dem Zeitgefühl einer vergangenen Filmepoche, um ortsgebundene Schönheit, vergangene Provokationen, Sinnlichkeit, gesellschaftliche Probleme, Faszinationen und reißerische Klischees, über die man im Bahnhofs-Kino-Bereich enthemmter erzählen konnte, oder vorgab diese zu verarbeiten, um stattdessen lediglich nackten Blickfang einzuarbeiten. Das meiste davon trifft auch auf "Peccati di gioventù" (Originaltitel) zu, weswegen ich ihn trotz seiner Fehler auch recht mag. Aber man muss sich ihm schon wohlwollend nähern, so plump wie er erzählt ist, so aneinandergereiht sich die Szenenabfolge oft guckt und so flach und unglaubwürdig wie die emotionale Kehrtwende gegen Ende begründet ist. Wenn Amadio zudem noch Fehlentscheidungen trifft, wie die ewig lange Verfolgungsjagd vor einem längst zu erahnenden Schluss, welche das Szenario definitiv zu monoton und theatralisch in die Länge zieht, dann bleiben nur noch die wahren Liebhaber und Chancengeber solcher längst nicht mehr beliebten Retro-Filme als jenes Publikum übrig, das Gefallen an "So Young, So Lovely, So Vicious" (Alternativtitel) finden kann. Da ich zu denen gehöre schließe ich mit ihm versöhnlich, mal ganz davon abgesehen, dass die charakterbezogene Dramatik Irenes tatsächlich gut und streckenweise recht empathisch herausgearbeitet wurde.  OFDb

21.04.2020

TEENAGER LIEBEN HEISS (1975)

Sicherlich wirkt die Geschichte um die leichtlebige Daniela und ihren angeblichen Vater Carlo etwas arg konstruiert. Aber wir haben es bei "Teenager lieben heiß" ohnehin nicht mit einer besonders ausgefuchsten Geschichte zu tun. Sie ist schlicht gehalten, bietet meist was man erwartet, nicht mehr und nicht weniger. So sinnlich die Atmosphäre des Streifens auch daher kommen möchte, sehr sensibel ist das Ergebnis nicht ausgefallen. Sprunghafte Übergänge, wie die Gefühle Carlos Daniela gegenüber, nehmen den Zuschauer ebenso wenig an die Hand, wie sich verdreht anfühlende Reihenfolgen. In der von mir gesichteten italienischen Fassung "Blue Jeans" (Originaltitel) wird Carlos z.B. von seiner Lebensgefährtin barsch zurecht gewiesen, nachdem dieser sich Daniela gegenüber nicht mehr als lediglich freundlich benimmt. Erst nach dem Anschiss erleben wir eine längere musikuntermalte Sequenz, in welcher die drei gemeinsam unterwegs sind und Carlos sich stets mehr um die 17jährige kümmert, inklusive ständiger Berührungen, anstatt um seine feste Partnerin. Derartige Momente sind zudem oftmals zu ausschweifend ausgefallen, so dass dem Werk eine gestraffte Laufzeit in der deutschen Fassung sicherlich gut tut.

Wer Filme dieser Art mag kann trotz aller Kritik mit "Teenager lieben heiß" angenehm unterhalten werden, ist er doch nicht all zu aufdringlich erzählt, spielt vor hübscher Kulisse, und dank des Abschweifens in Nebensächlichkeiten bekommt man diese Drehorte auch intensiv zu sichten. Zudem sind es die intensiven, beiläufigen Momente, die "Blue Jeans" überhaupt erst die leichtfüßige Atmosphäre bescheren, die ihn zu einem solch angenehmen Vertreter der banalen Unterhaltung werden lässt. Eine wunderhübsche Gloria Guida muss nur nett lächeln, um einen zu bezaubern (zumindest wenn ihre bockige Phase nach 40 Minuten über Bord geworfen ist), ihre feste deutsche Synchronstimme hilft dabei, und ihr schöner Körper, der nackt nicht gerade sparsam von der Kamera eingefangen wird, ist ohnehin ein besonderer Blickfang. Regisseur Mario Imperoli hat mit der durch "Flotte Teens und heiße Jeans" berühmt gewordenen Blondine bereits in "Kesse Teens und der erste Sex" zusammen gearbeitet, der mir noch eine Spur mehr gefallen hat, da er die Sehnsüchte eines Teenagers teilweise greifbar herausgearbeitet hat. In "Teenager lieben heiß" werden uns hingegen trotz intensiver Beachtung der oberflächlich gehaltenen Charaktere lediglich Stereotype präsentiert, die eine Klischeehandlung durchleben. Lebensecht fühlt sich das nicht an. Deswegen sind es, wie bereits erwähnt, auch die nebensächlichen, abschweifenden Momente, die dem Film erst den wahren Charme bescheren. Ein unerwartete Wendung im letzten Drittel, sowie ein überraschendes Ende, brechen mit der ansonsten eher vorhersehbaren Chose.  OFDb

23.01.2017

FLOTTE TEENS UND HEISSE JEANS (1975)

Die „Flotte Teens“-Reihe ist eher berüchtigt als berühmt, was an ihrem groben Klamauk liegt, der so extrem angegangen wird, dass die Filme tatsächlich kaum zu ertragen sind. Dieses Rezept betrifft jedoch nicht den ersten Teil, womit „Flotte Teens und heiße Jeans“ von seinem ungerechten Ruf her ein ähnliches Schicksal wie „Eis am Stiel“ teilt, dessen Fortsetzungen ab Teil 3 meist auch eher albern ausfielen. Zwar ist das hier besprochene Werk keine Tragikomödie wie der Vergleichsfilm, in Sachen Zoten hält er sich jedoch noch genügend zurück um dem emotionalen und sinnlichen Aspekt der Geschichte eine echte Chance zu geben sich durchzusetzen. Trotz immer wiederkehrender Übertreibungen umweht Tarantinis Werk eine Ehrlichkeit, gerade die Gefühlswelt der Loredana betreffend, auch wenn sie mit ihrem reifen und höchst attraktivem Körper nicht gerade wie eine authentische Schülerin wirkt.

Die Unbedarftheit mit der Loredana durchs Leben geht, ihre fast noch unschuldigen Intrigen, ihr verspieltes Verführen, ihre hoch emotionalen Entscheidungen aus Liebe, das hebt ihr unreifes Alter hervor, macht sie mit all diesen Fehlern auch nicht zur strahlenden Heldin, aber es bleibt glaubwürdig dass man ihr verzeihen kann, ist sie doch nur ein unreifes Ding, das mit der Zeit erwachsener wird. Gegen die Regel erzählt ist es der Junge, welcher den reiferen Part von beiden erhalten hat (jedoch nur im direkten Vergleich, auch er ist mit seinem Protzen ein Mann zu sein, seinem Schimpfen bei verweigertem Beischlaf, seiner kindlichen Eifersucht und dem Angeben mit seinem Motorrad alles andere als erwachsen zu nennen), und es liegt ausnahmsweise einmal an Loredana sein Herz zu gewinnen, wo sie doch sonst keinen Finger rühren muss um das Interesse eines Mannes zu wecken.

Auch in seiner Komik erweist sich „Flotte Teens und heiße Jeans“ als treffsicherer als die Fortsetzungen und durch Namenstäuschungen entstandenen Pseudo-Fortsetzungen. Wo diese Extremklamauk in Endlosschleife liefern, in der Hoffnung das irgend etwas davon krampfhaft komisch wirkt, da wird hier in „The Teasers“ (Alternativtitel) mancher Humor gar gewitzt gesetzt, z.B. wenn der Vater sich nach einem Telefonat wieder seiner Geliebten zuwendet und damit innerhalb von Sekunden zum gedankenlosen Heuchler wird. Auch mancher Klamaukmoment weiß zu gefallen anstatt zu nerven, so z.B. die völlig überraschende Handkantenszene, in welcher eine Lehrer-Nebenrolle zum kampfbegnadeten Helden gepuscht wird. Sein kurz darauf folgender Westernauftritt in der Klasse, wenn er als Sieger auftritt und seinen Gegner, einen Schüler, damit beschämt, ist ebenfalls sympathisch witzig ausgefallen.

Dass Gloria Guida nicht nur ihren schönen Körper einsetzt, sondern mit ihrer Unschuldsmimik auch, trotz fehlendem Schauspieltalents, perfekt in die Rolle passt, unterstützt die delikaten, wie auch die emotionalen Momente des Films, die sich glücklicher Weise ebenfalls eingeschlichen haben. Eine Versöhnungsszene zwischen Tochter und Freund der Mutter im Treppenhaus weiß emotional zu bewegen, Billys Enttäuschung an anderer Stelle fühlt man ebenfalls mit. Tatsächlich ist man trotz seiner wesentlich geringerer Präsenz emotional eher an ihm gebunden anstatt an Loredana, Identifikationsfigur bleibt insgesamt trotzdem die hübsche Blonde.

Loredanas wechselhaftes Verhalten, welches dementsprechend auch die Geschichte durcheinander wirbelt, so als würde keine richtige existieren, fängt das Gefühlsleben eines Teenagers so ein wie es ist. Und das ist ein kleines Wunder innerhalb eines Filmes der eine viel zu sexy Heldin ins Zentrum rückt, den Schulalltag nur mit völlig idiotischen Lehrern präsentiert, jeden Mann zur sexgeilen Bestie erklärt und emotional meist eher Kino anstatt Wahrhaftigkeit aufblitzen lässt. Dieser so unpassend klingende Mix ist es aber schließlich, der „Under-graduate Girls“ (Alternativtitel) zu einem solch angenehmen Vertreter der italienischen 70er Jahre Erotikkomödien macht. Und dass hier selbst die Zoten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, ist gerade mit Blick auf die Fortsetzungen kaum zu glauben.  OFDb

19.07.2016

KESSE TEENS UND DER ERSTE SEX (1974)

Gloria Guida stand am Anfang ihrer kurzen Karriere, als sie die Rolle in „Kesse Teens und der erste Sex“ übernahm, der, obwohl vorher entstanden, nach dem Erfolg der mit „Flotte Teens und heiße Jeans“ begonnenen Flotte Teens-Reihe in Deutschland auch als „Flotte Teens - Die erste Liebe“ vermarktet wurde. Die Publikumstäuschung könnte kaum übler ausfallen, ist „Kesse Teens und der erste Sex“ doch nicht ansatzweise komödiantisch ausgelegt, sondern ganz im Gegenteil ein sehr ernst erzähltes Erotik-Drama, das mit dem Klamauk der Vergleichsfilme so viel zu tun hat wie „American Pie“ mit „American Beauty“.

Mario Imperoli, der auch für die Geschichte mitverantwortlich ist, ist es sehr daran gelegen einen ehrlichen Blick auf das Leben einer hübschen Teenagerin und ihr Umfeld zu werfen. Deswegen mag es ein wenig unpassend wirken, dass die damals 19jährige Gloria Guida eine 15jährige spielt, ist ihr Körper doch wesentlich weiter entwickelt. Lediglich die unreine Haut im Gesicht zeigt uns, dass sie sich selbst noch im Teenie-Alter befand als „Monika - Die erste Liebe“ (Alternativtitel) gedreht wurde. Von der süß anzuschauenden Hauptdarstellerin einmal abgesehen ist Imperoli sein Vorhaben ansonsten jedoch geglückt.

Faszinierend ist dabei, dass der alte Stelzbock zwar inflationär ständig Wege sucht uns Nackedeibilder unter die Nase zu reiben, immerhin hätte die Geschichte auch fern des Erotikfilms als Jugend-Drama etwas hermachen können, es gleichzeitig jedoch schafft „Kesse Teens und der erste Sex“ unaufgeregt zu erzählen. Sein Werk ist kein sinnliches Erlebnis, dafür sind die Abgründe der sich die naiv tickende Monika ausgesetzt (nicht) sieht zu düster und der Blick auf alles was passiert zu theoretisch und nüchtern eingefangen. Da uns Imperoli zudem den Einblick in Monikas Seele verweigert, da ihr Charakter nur oberflächlich angerissen wird, wird „La ragazzina“ (Originaltitel) nie ein die Gefühle manipulierendes und all zu empathisches Werk.

Die bedrückte Haltung des Zuschauers kommt allein durch das theoretisch Gezeigte auf. Die Geschichte benötigt jedoch einiges an Laufzeit bis man in ihr mehr erkennt als eine willkürlich vor sich herlaufende Abfolge von Erotikszenen. Scheinbare Nichtigkeiten werden zu Wichtigkeiten. Die Erlebnisse einzelner Figuren in fast schon parallel ablaufenden Geschichten beeinflussen die anderen Figuren, wenn auch manches Mal viel später. Und wie emotional distanziert der Film, und mit ihr das Eintauchen in die Gefühlswelt der Monika, ist, zeigt uns der überraschende Schluss, der eine sehr schockierende Situation aus Gründen der Selbstgerechtigkeit fast schon auf die leichte Schulter nimmt.

Gefühlskalt kann man den Film trotzdem nicht nennen, geht er doch dafür viel zu ehrlich mit den Wünschen und Erlebnissen seiner Figuren um, innerhalb einer Erzählung die er frei von Belehrung, Moral und Wertung dem Zuschauer vorsetzt. Dieser muss für sich selbst beurteilen wie er das Miterlebte einschätzt. Dieser objektive Blick auf eine, um authentisch zu wirken etwas zu lüstern erzählte, Geschichte, macht aus „Kesse Teens - Die erste Liebe“ (Alternativtitel) einen interessanten Film, zumindest dann wenn man sich für die meist schlichten Erlebnisse zu interessieren weiß. Die ebenfalls vorhandenen lauten und reißerischen Themen lässt Imperoli immer nur kurz anklingen, lässt sie zur Nebensache verkommen, egal wie drastisch sie eigentlich Einfluss auf Situationen und Charaktere nehmen. Und das ist eine lobenswerte Besonderheit des hier besprochenen Filmes, von dem ich mir wünschte er hätte selbiges auch mit den, zugegebener Maßen nett anzusehenden, Erotikszenen gemacht.  OFDb

12.01.2013

JETZT TREIBT SIE'S AUCH NOCH MIT DEM PAUKER (1979)

Eine neue, attraktive Mitschülerin macht alle männlichen Wesen verrückt, selbst ihren eigenen Onkel. Lediglich ein strenger Lehrer reagiert nicht auf ihre plumpen Verführversuche. Also wettet sie mit ihren Mitschülern, dass sie den Pauker doch noch rumkriegt. Sie nimmt Nachhilfestunden bei ihm und verliebt sich in ihn...

Flotte Teens in anonymen Jeans...
 
Wer die zwei Vorgänger „Flotte Teens und heiße Jeans“ und „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ kennt, wird im groben wissen was ihn erwartet. Es ist zwar schon viele Jahre her, dass ich die vorangegangenen Filme sichtete, aber Teil 2 habe ich noch gut in Erinnerung, so dass mir ein Vergleich durchaus möglich ist. War Teil 2 bereits schon unterste Schublade, so schafft es dieser Teil 3 ihn noch zu unterbieten.

Denn zu dem bereits unterirdischen Humor der Vorgänger schlich sich nun noch etwas weiteres, schädigendes ein: eine Handlung die keine ist. Sehr viel Handlung hatten die Vorgänger auch nicht, aber aus dem bisschen Inhalt ist mittlerweile nur noch ein Hauch geworden.

Loredana, die Heldin der ersten Teile, spielt erneut mit, hat allerdings einen anderen Namen. Den Direktor und den Kapellmeister kennt man auch von den Vorgängern und der Mitbewohner des hübschen Lehrers, in den die eingebildete ehemalige Loredana sich verknallt, war auch bereits in den Vorgängern enthalten. Letzteren hätte man locker streichen können. Weder im gewollten Humor noch in der Handlung findet er einen echten Platz. Es spielt zwar kaum noch wer die Rolle der vorangegangenen Teile, die Charaktere, wenn man sie denn so nennen kann, sind im Prinzip dennoch die selben.

Der Hausmeister war zuvor ein Lehrer, der schnell laufen kann. Nun ist er nur noch der Hausmeister, der sich auf billigste Art mit dem Direktor zofft, der wiederum, wie in den anderen Teilen, ewig die Finger in den Mund nimmt, dabei an seinem Mund herumspielt, auf die Erde spukt, flucht usw. Irgendwer muss das in Italien zu dieser Zeit irre witzig gefunden haben, gibt es doch insgesamt 4 Teile der richtigen "Flotten Teens"-Reihe, und von Teil zu Teil rückte er immer mehr in den Vordergrund.

Aber als Deutscher hält man ohnehin besser den Mund. Im selben Jahrzehnt haben wir ebenso peinliche Klamaukwerke abgedreht. Der direkteste Vergleich, die "Lümmel von der ersten Bank"-Reihe steht im Vergleich allerdings wesentlich besser da. Sie kann in kleinen Elementen auch ohne unfreiwillige Komik punkten, die "Flotte Teens"-Reihe, und dieser Teil hier ganz besonders, lebt lediglich von der unglaublichen Unbeholfenheit mit übelsten Peinlichkeiten komisch sein zu wollen. Er ist dann wohl eher komisch im Sinne von merkwürdig geworden, nicht aber im Sinne von lustig.
 
Trash-Fans, wenn auch nur die ganz hartgesottenen, werden bestens unterhalten durch einen irre widerlich hässlichen 70er-Jahre Kerl mit Schnauzbart, der als der große Frauenschwarm mitmacht, durch Loredana (ich hab vergessen wie sie nun wirklich hieß) die eingebildeter denn je spielen darf und nun auch noch singt (als hätte das je wer gewollt), durch die Peinlichkeiten der anderen Charaktere, durch Schülerstreiche wie sie uninspirierter und plumper kaum sein könnten (dagegen waren die Späße in "Flotte Teens jetzt ohne Jeans" noch richtig einfallsreich) und natürlich durch die Idiotie die durch die nicht vorhandene Story entsteht.

Warum die Rolle der Gloria Guida ewig ihren Lehrer verführen will, weiß nur der Drehbuchautor (falls es den gab), und das gleiche gilt für die Frage, warum sich beide plötzlich ineinander verlieben. Und zu welchem Zeitpunkt ist das bitte geschehen? Was war das für ein ruppiger Übergang, wenn man bedenkt was für Prinzipien der Lehrer ursprünglich hatte.

Nackedeiszenen gibt es natürlich auch, alle tierisch unerotisch, auch wenn Guida eine Augenweide ist. Aber ihr eingebildetes Spiel und der Blödsinn, der während ihrer Erotikszenen um sie herum passiert, lässt auch bei ihr überhaupt nichts prickeln. Wer die Vorgänger kennt hat das auch nie erwartet. Wenn überhaupt sollte man sich für Erotik-Freuden Teil 1 ansehen, der mehr Erotikfilm als Komödie war. Zur Komödie wurde die Reihe erst so richtig mit Teil 2, ähnlich der "Eis am Stiel"-Reihe.

Die anderen Nackedeis, die durchs Bild huschen, sind die typisch routinierten Filmfrauen solcher Werke am Rande, also auch nicht der Erwähnung wert. Zum Glück sind die Erotikszenen immer sehr kurz gehalten, sonst würde das den Spaß an der unfreiwilligen Freude dieses Trashs doch stark bremsen.

Aber wie erwähnt: Nur der harte Trash-Freund, der vor nichts Halt macht, wird hier was zu lachen kriegen. Vergesst jeden schlechten Willy Millowitsch-Film! Vergesst "Musik, Musik, da wackelt die Penne"! Dieser Film ist einer der anstrengendsten Vertreter des Trash-Bereichs und dürfte wohl nur noch von "Sunshine Raggea auf Ibiza" getoppt werden, der selbst mir zu blöd und zu anstrengend war, um noch darüber schmunzeln zu können. Auch ich habe meine Grenzen.  OFDb 

11.01.2013

FLOTTE TEENS UND DIE NEUE SCHULMIEZE (1978)

Die Schüler, die durch das Abitur gefallen sind, müssen dies im Sommer in einem katholischen Internat nachholen. Versüßt wird diese unangenehme Tatsache durch eine attraktive Englischlehrerin, die Nichte des Kaplans. Der Aufreißer der Schule verliebt sich gar in sie, zu dumm dass er bei ihr keine Chancen hat. Denn erstens lässt sich die Pädagogin nicht auf Schüler ein und zweitens ist ihr der Lausbub ein Dorn im Auge, seit er sie bei ihrer Ankunft in der Stadt mit einem plumpen Trick verführen wollte. Parallel zu dieser Handlung taucht ein Großindustrieller als einfacher Arbeiter getarnt in der gleichen Stadt unter, da er sich von Terroristen bedroht fühlt. Seine Ehefrau eilt hinterher, weil sie diese Aktion für einen Trick hält, damit der Herr Gemahl heimlich eine Geliebte aufsuchen kann...

Flotte Teens und ängstliche Unternehmer...
 
Die Fortsetzung von „Die Bumsköpfe“ kam als angebliche Flotte Teens-Fortsetzung getarnt nach Deutschland, wie so einige andere europäische Produktionen. Während andere Werke jedoch nur im Namen logen, manipulierte man in „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ ein bisschen mehr herum. Gloria Guida, Star der ersten drei Original-Flotte Teens-Filme war nicht dabei, also schnitt man Szenen mit ihr aus einem anderen Film hinein und nannte sie in der Synchronisation auch gleich Loredana.

Ähnlich erging es einem Schauspieler, der sowohl hier als auch in „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ einen Lehrer spielen durfte, auch er bekam den Namen, den er im Film der Originalreihe trug. Da nun noch in einer Szene im Hintergrund ein 70er Jahre Hit im Radio läuft, der auch im zweiten Teil der Flotten Teens-Reihe zu hören war, guckt sich die angebliche Fortsetzung auch wie eine.

Die Geschichte passt zur Reihe, viele der Darsteller sind wieder mit dabei (wenn auch nicht alle mit der selben deutschen Stimme versehen) und so nimmt man den Etikettenschwindel gerne an. Zumal sich „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ auch wesentlich angenehmer guckt, als Beispielsweise Teil 3 der „Bumsköpfe“ mit dem Titel „Flotte Teens und Sex nach Noten“. Klar ist dies hier immer noch Mist im Sumpf infantiler Italoklamauk-Unterhaltung, aber ab und an darf auf niedrigem Niveau geschmunzelt werden, z.B. wenn der fast blinde Lehrer mit dem Hörfehler stets die Tür neben der Lehrertoilette erwicht, um ein Lüftchen wehen zu lassen und diese Tür ins Lehrerzimmer führt.

Zudem muss man erwähnen, dass es zwar arg albern zugeht, im Vergleich zu sonst anderen Italoproduktionen dieser Art aber auch einige stillere Szenen vorhanden sind. Da sind dann weniger sogenannte „Gags“ vorhanden, dafür aber auch einige Verschnaufpausen, bevor mit dem bescheuerten Humor weitergeblödelt wird. Bei mir funktioniert dieser Humor ohnehin nur auf unfreiwillig komische Art, echte Fans dieser Komik werden wegen der Reduzierung vielleicht etwas enttäuscht sein.

Was in der ganzen Schulstory nun die Zusatzgeschichte mit dem untergetauchten Unternehmer soll, ist mir ein Rätsel. Zwar kreuzen sich beide Storys ab und an, aber eigentlich ist sie unnötig, so als wolle man noch ein paar Schauspieler mit unterbringen, ohne dass noch Platz in der Geschichte für sie gewesen wäre. Da der Film, wie so jedes Werk seiner Art, aber ohnehin nur bescheuert, schnell heruntergekurbelt und völlig peinlich ist, ist es eigentlich aber auch egal.  OFDb