Regisseur Tim Hill, der oft Werke mit zentralen Animationsmethoden (von Puppentrick bishin zu Computeranimation) drehte, ist ohnehin eher ein Mann gewöhnlicher Mainstreamstoffe. Das war er schon bei seinem Debüt "Muppets aus dem All", dem es trotz angenehmen Ergebnisses am nötigen Biss fehlte. Im Vergleich dazu ist er mit Beiträgen wie "Garfield 2", "Alvin und die Chipmunks" und dem hier besprochenen Streifen dann doch noch wesentlich mehr in jene Richtung Kino tendiert, die bloß nicht anecken will. Umso erstaunlicher finde ich es, dass er sich stets Stoffe angelt, die nach Außen zumindest vorgeben frech zu sein. De Niro macht in "War with Grandpa" (Originaltitel) zumindest das beste daraus, und die (Zwischendurch)Erkenntnisse zum Thema Krieg haben freilich das Herz am rechten Fleck und sind so wie dargeboten zu unterstreichen (von daher ist die Thematik zumindest nicht Fehl am Platz in einem Werk für ein noch stark zu beeinflussendes Alter). Letztendlich ist "Roomies" (Alternativtitel) aber einfach zu banal ausgefallen, als dass ein Erwachsener herausgefordert genug mit an Bord ist, und derartiges erwarte ich eigentlich schon in einem Familienfilm, der, wie die Bezeichnung bereits beinhaltet, den Erwachsenen eigentlich nicht vom Zielpublikum her ausschließen sollte. Wer Komödien in seichten Gewässern noch mehr zugeneigt ist als ich es bereits bin, der kann freilich seine Freude mit dem Endergebnis haben. Kurzweilig ist das Ganze zumindest ausgefallen. Das hat der Streifen manch anderem annehmbaren Film zumindest voraus. Und mit all den gern gesehenen Stars, die er mit an Bord hat (Christopher Walken, Uma Thurman, Cheech Marin), hält er sich zumindest wacker über Wasser. OFDb
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
Posts mit dem Label Uma Thurman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Uma Thurman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
30.11.2021
IMMER ÄRGER MIT GRANDPA (2020)
Wer glaubt mit "Immer Ärger mit Grandpa" einem frechen oder gar anarchistischen Stoff beizuwohnen, oder auf Unterhaltungsebene ein etwas gehobeneres Niveau aufgrund der Beteiligung von Robert De Niro zu erleben, der irrt. Schon zu Zeiten von "Meine Braut, ihr Vater und ich" beklagte manch einer De Niro würde sich mittlerweile zu einfache Stoffe suchen, die seinem Können nicht gerecht würden. Menschen, die derartig denken, werden an der hier besprochenen Komödie verzweifeln, ist es doch eher ein Kinder- bzw. ein Familienfilm, und dies in einer derart braven Mentalität präsentiert, dass auch ich, der sich gerne mal schlichteren Stoffen zuwendet, mich nicht gut aufgehoben gefühlt habe. Letztendlich verläuft alles zu aalglatt an Stellen, an denen Situationen nicht nur extremer eskalieren sollten, sondern auch in der bereits vorhandenen Dosis theoretisch nicht so einfach wieder gerade zu biegen wären, wie dann doch von den Autoren blauäugigst angegangen. In wie weit die Buchvorlage bereits den arg zahmen Ton vorgibt, kann ich nicht beurteilen, aber die Extreme des von mir verabscheuten Disney-Niveaus wird bereits gestreift. Es fehlt lediglich die zu dick aufgetragene Moral und die Propaganda, die den Zuschauer zum braven Bürger erziehen soll. Zum Glück - denn so lässt sich der Streifen zumindest bis zum Ende durch schauen, zumindest wenn man neugierig wie ich herausfinden möchte auf welche Art sich alles zum Guten wendet. Zumindest diesen Hauch Interesse weiß der zu durchschnittlich geratene Film zu wecken.
26.08.2013
BATMAN UND ROBIN (1997)
Joel Schumacher machte sich bereits mit „Batman Forever“ nicht viele Freunde unter den Kinozuschauern, machte er aus Burtons so düster begonnener Reihe doch ein buntes Popkorn-Kino der spaßigen Art. Ein toller Film ist ihm damit nicht gelungen, aber richtig unterirdisch sollte es erst mit dem Nachfolger „Batman und Robin“ werden, der völlig würdelos mit den Kult-Figuren umgeht und uns ein knallbuntes, schrilles und überdrehtes Etwas präsentiert, das die alte „Batman“-TV-Serie wie ein zurückhaltendes Kammerspiel wirken lässt.
Schumacher dreht derart auf, dass man sich für nichts mehr was im Film passiert interessiert. Das merkt man bereits in den ersten 12 Minuten, in welchen Mr. Freeze eingeführt wird, der vor den Titelhelden fliehen muss. Die Kamera macht den Eindruck immer zu spät zur Stelle zu sein, so dass manche Geschehnisse plump von Robin per Off-Kommentar erklärt werden müssen. Der kunterbunte Augenkrebs eines völlig überzogenen Szenarios einer Welt, die durch ihre Extreme schon gar nicht mehr erklärt werden möchte, macht einen geradezu blind für das was tatsächlich im Film passiert, und das ist viel und wenig zugleich.
Schade dass der gute Mann, der sowohl für manchen Kultfilm wie „St. Elmo‘s Fire", „The Lost Boys“ und „Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K“ verantwortlich war, wie auch für solch populäre Werke wie „8mm“, „Flatliners“ und „Falling Down“, sein Werk derart in die Tonne kloppt, so sehr, dass sein Film übelst floppte und es für lange Zeit keinen weiteren „Batman“-Film mehr gab. Denn die Besetzung kann sich eigentlich sehen lassen: George Clooney wirkt als Batman und Bruce Wayne nicht halb so schlecht wie gerne behauptet wird, bekommt aber ohnehin keine Chance dem an sich so vielschichtigen Charakter Tiefe zu verleihen. Arnold Schwarzenegger, damals noch immer auf dem Hoch seines Erfolges, hätte ein Gegner mit Schmackes werden können, und Alicia Silverstone darf zumindest süß aussehen.
Einzig das Talent von Uma Thurman darf inmitten dieses Irrsinns ab und an aufblitzen, ist aber auch hoffnungslos verloren in einem visuell überfrachteten Film, der sich um viel zu viele Figuren kümmern muss, als dass er auch nur eine wirklich zur Zufriedenheit des Zuschauers vertiefen könnte. Da dürfen nicht nur Mr. Freeze und Poison Ivy gemeinsam als Gegner tätig werden (was noch okay wäre, da doppelte Gegner im Vorgänger immerhin halbwegs und spätestens in „The Dark Knight“ tatsächlich funktioniert haben), nein auch Batgirl und Bane müssen mit eingebracht werden, Erstgenannte ganz besonders unnötig, da bereits Robin an der Seite von Batman zu viel des Schlechten ist.
Wenn man erst einmal abgehärtet den Film weiter verfolgt und die grellen Abscheulichkeiten halbwegs akzeptieren kann, dann fällt einem auf was an „Batman und Robin“ endgültig stört: die Helden sind heterosexuell, während der komplette Film das schrille Klischee und Vorurteil des Homosexuellen visualisiert. Ob Mr. Freeze dämliche Puschelpantoffel tragen darf, Bösewichter mit neonleuchtender Ketten Ivy attackieren dürfen, oder das Kostüm der beiden Helden Brustwarzen-Nippel aufweist, alles bekommt solch einen schwulen Touch beschert wie ein „Im Himmel ist die Hölle los“, freilich ohne dessen Charme zu erreichen. Selbst das Logo zu Beginn muss sich eines schwulen Vergleiches stellen. Ebenso wie Erni und Bert umwehten auch schon immer die Figuren Batman und Robin Spekulationen um eine mögliche Homosexualität. Schumacher scheint diese zu bestätigen, ohne sie dies auch sexuell ausleben lassen zu dürfen. Nein, innerhalb der Geschichte sind sie Heteros. Fast schon schade, dann würde vielleicht heute die nervige Debatte um einen schwulen Spider-Man nicht mehr geführt werden.
„Batman und Robin“ genießt den Ruf der schlechteste „Batman“-Film zu sein, der bislang gedreht wurde, und ich kann da nicht widersprechen. Im Gegensatz zu dem ebenfalls unbeliebten „Catwoman“ funktioniert Schumachers zweiter Abstecher nach Gotham City nicht einmal als Trash. Das Teil nervt und enttäuscht um so mehr, als dass Batman meiner Meinung nach der interessanteste Superheld am Kino- und Comichimmel ist. Es ist wahrlich eine Schande ihn in ein derart albernes Licht zu rücken, vor dem wahrscheinlich selbst Adam West schockiert zusammenzucken würde. Wäre der Film so düster wie sein Trailer, hätte er funktionieren können. Allein deswegen ist dieser einen Blick wert. Der Film selbst nicht. OFDb
Kategorien:
1990-1999,
Action,
Alicia Silverstone,
Arnold Schwarzenegger,
Chris O'Donnell,
Fantasy,
Filmbesprechung,
George Clooney,
Großbritannien,
Joel Schumacher,
Michael Gough,
missglückt,
Uma Thurman,
USA
18.07.2012
ZUFÄLLIG VERHEIRATET (2008)
Da seine Verlobte aufgrund eines professionellen Rates in einer
Radio-Seelsorge-Sendung Schluss gemacht hat, möchte der Feuerwehrmann
Patrick der Moderatorin Emma eine Lektion erteilen und lässt Emma von
einem Hacker als seine Ehefrau ins Bürgerregister eintragen. Das ist ein
besonders harter Schock für sie, steht sie doch kurz vor der Hochzeit
mit ihrem Verleger...
Ein Zufall sieht anders aus...
Ein Zufall sieht anders aus...
Mit seinem ersten Langfilm „In Sachen Liebe“ hatte Regisseur Griffin Dunne einen beispielhaften Beitrag der heutzutage so genannten RomComs inszeniert. Sein „Zufällig verheiratet“ kommt an dessen Niveau nicht heran. An der Besetzung kann es jedoch nicht liegen, waren es dort doch Matthew Broderick, die typische Schlaftablette, und Meg Ryan, die viel zu softe Harte, wohingegen Uma Thurman nun einmal die taffe Uma Thurman ist und der mir unbekannte Jeffrey Dean Morgan gekonnt den Kumpeltyp von nebenan zu verkörpern weiß.
Dass „Zufällig verheiratet“ lediglich nur ganz nett ausgefallen ist, liegt zum einem an dem Mangel echter Innovationen und treffsicherer Gags, aber teilweise auch an der Charakterzeichnung Emmas, die durch die gefühlskalte Variante der distanzierten Frau nicht den selben Charme erreichen kann wie eine verschüchtert distanzierte Frau, wie sie beispielsweise von Meg Ryan in „French Kiss“ gespielt wurde. Das mag in die Psychosewelt einer nicht sympathisch gewollten Figur a la „Die Super-Ex“ passen, aber nicht in einen romantischen Film, der einen emotional mitreißen soll.
Aber kann das gut gehen, wenn der Held der Geschichte seiner Angebeteten erst die Liebe beibringen muss? Sicherlich hat dieser Aspekt einen gewissen Reiz, ist Emma doch theoretische Expertin in Sachen Liebe und muss von ihrem strengen Blickwinkel geheilt werden. Und mögliche Sozialkritik ist mit dieser Thematik auch möglich. Aber Letzteres wird wie so vieles im fertigen Streifen nur angerissen, und Ersteres würde für mich eher in einer Teenie-Komödie funktionieren, wo die Helden sich aufgrund ihres jungen Alters noch in einer Selbstfindungsphase befinden. So etwas wirkt aber nicht in einem Film mit einer erwachsenen Frau, die man nicht einmal mehr als junge Frau bezeichnen würde. Mag sie auch als Karrierefrau dargestellt werden, ihre Einstellung wirkt gegen ein romantisches Mitfühlen.
Stimmt die Psychologie oder der Hintergrund, kann so etwas freilich funktionieren. Das bewies schließlich der moderne Klassiker „Pretty Woman“. Ein solcher glaubwürdiger Hintergrund fehlt „Zufällig verheiratet“ jedoch. Ohnehin hapert es an der Glaubwürdigkeit, z.B. wenn sich die Karrierefrau recht flink als nettes Fräulein entpuppt. Dass erst der Alkohol ihre sympathischen Seiten hervorbrachte, stimmt ein wenig nachdenklich, soll aber in einem rein trivialen Unterhaltungsfilm kein ernstzunehmender Diskussionspunkt sein. Aber wie plötzlich der Wandel vonstatten geht, bzw. wie schnell der Feuerwehrmann sich in die gute Emma verguckt, ist unpassend inszeniert, da der Zuschauer dabei nicht an die Hand genommen wird, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Ein Miteinfühlen in einen entstehenden Sinnes- oder Gefühlswandel wird durch die sprunghafte Inszenierung gar nicht erst bedacht.
Zumindest ist Emma glaubwürdig hin und her gerissen, wenn auch nicht so mitreißend inszeniert wie das Gefühlsdilemma des Helden aus „Auf die stürmische Art“. Das hilft auf den Weg zurück zur Glaubwürdigkeit, und irgendwann hat man sich an die sympathische Emma gewöhnt, deren vorherige kalten Seiten nun nur noch nach Gewichtung der Erzählung mal stärker und mal schwächer zurückkehren. Somit steht nach einem schwierigen Einstieg einer netten Unterhaltung dann doch nichts mehr im Weg.
Aber daran machen viel die Darsteller aus. Wie eben bereits erwähnt schafft es Morgan auf angenehme Art den schlichten, sympathischen Arbeiter-Typ von nebenan zu verkörpern. Schön, dass dabei charakterlich kein Klischee gestreift wird. Die hebt man sich lieber für seine Taten auf. Uma Thurman ist Profi ihres Fachs, und schafft es die beiden Seiten der Emma gekonnt zu verkörpern, schliddert dabei niemals auf unangenehmen Kitsch-Pfaden, was aber auch schwierig wäre, so kühl einem der Charakter der Emma zunächst präsentiert wird.
So wird „Zufällig verheiratet“ dank der Darsteller doch noch zu einer durchschnittlichen Romantik-Komödie, der es jedoch gut getan hätte etwas mehr Witz zu enthalten. Die Geschichte ist vorhersehbar, die Love Story nur teilweise mitreißend, da ist die Wertung des Filmes schon sehr abhängig davon, ob der Zuschauer mit den Protagonisten sympathisieren konnte oder nicht. Das ist zwar bei Filmen allgemein der Fall, jedoch ist dieser Punkt in der Regel nicht der einzige Faktor, der über ein gutes oder schlechtes Filmerlebnis entscheidet. Bei Dunnes hier besprochenen Genre-Beitrag jedoch sehr wohl. OFDb
Abonnieren
Posts (Atom)