Wie
sonst lässt sich erklären, dass das fertige Produkt sich aufgrund
derbster Sprunghaftigkeit und oberflächlichem Abgrasen seiner
potentiellen Grundidee wie ein unfertiges Gerüst schaut? Ging das Geld
aus, und man erdreistete sich das unfertige Werk dennoch zu
veröffentlichen? Ich weiß es nicht, aber es ist schade, bleiben doch
alle sympathischen Ansätze in ihren Anfängen stecken und können sich
nicht weiter entfalten. Die wunderbare Großelternidee zum letzten
Drittel hin, die Schlusspointe, die bei vielschichtigerer und
psychologisch clevererer Erzählung ein wunderbarer Abschluss geworden
wäre, der Zwischenzustand der Aggressoren aus geistig anwesend und
abwesend, es gibt viel zu entdecken, dass einen gewissen Charme besitzt.
Und doch sorgen diese nicht gerade raren Ansätze nicht einmal für eine
mittelmäßige Unterhaltung, so orientierungslos wie alles dargeboten
wird, so unsensibel, wie der Zuschauer so gar nicht an die Hand genommen
wird, so fehlkalkuliert das Szenario nicht erst schleichend beginnen
darf und in seinem weiteren Verlauf stets holprig weiter verfolgt wird.
Wieso werden die Schüler schneller isoliert, als der sich nicht zuvor
informierende Zuschauer das Szenario greifen kann? Wieso versteht die
Gesellschaft eine derart skurrile Pandemie derart schnell, dass
Vorsichtsmaßnahmen vom Gefühl her direkt zu Beginn (wenn auch erfolglos)
vorgenommen werden können? "Mum and Dad" ist weder durchdacht, noch vom
Comic-Faktor her ausgereift genug ausgefallen, um mindestens auf
simpelster Ebene unterhalten zu können. Und ein Lance Henriksen, der in
seiner Rolle wunderbar hätte überzeugen können, wird auf die Schnelle
abgearbeitet, ohne dass man ihm die Chance besonderer Momente bot. Und
wieso engagiert man bitte die sonst stets so mutig agierende Selma
Blair, wenn sie hier eine austauschbare Rolle spielen darf, die jeder
08/15-Darsteller hätte meistern können?
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
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15.05.2021
MOM AND DAD (2017)
Inmitten
der von mir immer wieder gern geschauten Zombie- und Infizierten-Welle
freue ich mich jedes Mal auf einen gewissen Grad Abwechslung. Mit "The Signal"
sicherlich näher verwandt als mit gerade beschriebenen Horrorfilmen,
geht "Mom and Dad" einer äußerst reizvollen Idee nach. Was, wenn die
überschäumende, mörderische Aggression sich nicht gegen Alles und Jeden
wendet, sondern nur gegen spezielle Zielpersonen? Mit dem Gedanken, dass
es sich bei diesen um die eigenen Nachkommen handelt, erreicht man
Möglichkeiten der Thematisierung um Generationenkonflikte und äußerst
raffinierte Kriegstaktiken (das Auslöschen des Gegners durch sich
selbst). Gerade in der Kombination Horror und Komödie hätte diese
Variante bekannter Erzählmuster einen besonderen Reiz ausgestrahlt. Mit
Nicolas Cage hatte man zudem nicht nur wen Berühmtes mit an Bord,
sondern auch noch wen Passendes zu dieser Idee. Mag der Mann auch
umstritten sein, aber wer kann bitte besser in comic-artiger
Übertreibung die Augen aufreißen, als er? Ausgerechnet hier, wo dieses
Überagieren endlich einmal wieder von Vorteil gewesen wäre, spielt der
gute Mann seine Rolle lediglich mit halber Backe herunter. Und wer das
Endergebnis kennt, kann auch vermuten warum. Schließlich scheitert der
Film vom "Crank"- und "Ghost Rider 2"-Regisseur
Brian Taylor nicht an Cage, sondern an seinen Defiziten, beginnend mit
einem äußerst plumpen Drehbuch und meinem Gefühl nach mit äußerst üblen
Produktionsbedingungen endend.
Der
Film hätte nun nicht zwingend satirisch geistreich ausfallen müssen,
wie anfangs von mir erhofft, er hätte aber wenigstens seine Idee des
ungewöhnlichen Terroraktes etwas exakter durchdenken können und sich
mehr Zeit zur Entwicklung der Geschichte und der in ihr agierenden
Charaktere nehmen können. "Mum and Dad" ist eine lose Hülle, deren
löchrige Art perfekt zum viel zu plötzlichen Schluss passt. Stecker
gezogen, Film zu Ende. Na, danke dafür! OFDb
15.07.2020
MIMIC 3 - SENTINEL (2003)
Beide Fortsetzungen des Kinoerfolgs "Mimic" sind kostengünstig fabrizierte Video-Produktionen. Aber eines muss man ihnen beide lassen: sie bieten stets etwas eigenständiges und versuchen somit nicht das Original zu kopieren. In "Mimic 3 - Sentinel" wird die Schabenmutanten-Thematik mit der Ausgangslage von "Das Fenster zum Hof" gemixt. Erneut spielen akzeptable Mimen mit, allerdings kommen die Tricks diesmal deutlich häufiger aus dem Computer, was gerade bei den Insektenaufnahmen negativ auffällt. Die sind jedoch rar verteilt. Verzichten muss man diesmal zudem auf schleimiges Rumgematsche, Blutsauereien finden aber zumindest gegen Ende statt. Der einzige Pluspunkt im Vergleich zu del Torros Erstling ist der gnadenlosere Umgang mit den größeren Randfiguren. Hier wird teilweise unverhofft gestorben, was aufgrund der halbwegs interessanten Charaktere keine Gleichgültigkeit verursacht. Emotional nah geht einem das Ableben zwar auch nicht, dafür bleiben die Figuren zu sehr Schablonen, aber die Art der Erzählung und das was man erwartet, wird mit manch plötzlichem Ableben ein wenig erschüttert.
Horror-Regisseur J.T. Petty liefert zwar nur Routine ab, aber er schafft es zumindest die zweite Fortsetzung stets interessant genug erscheinen zu lassen. Die Käferthematik bricht erst spät als Hauptaugenmerk ins Geschehen ein. Sie wird vorher lediglich eingestreut in einem zurückhaltenden Szenario, das sich nicht nach Hinhalten anfühlt, obwohl es dies theoretisch ist. Mit Lance Henriksen ist der Streifen zwar in einer Nebenrolle prominent besetzt, leider geht die Rolle jedoch zu sehr unter, was sehr schade ist, da man gern mehr über diese reizvolle Figur erfahren hätte. Schön ist es, dass "Mimic: Sentinel" (Originaltitel) sich für manche Nebensächlichkeiten im menschlichen Miteinander Zeit lässt, so z.B. bei der Erklärung warum der Polizist handelt, wie er es tut, oder bei den Zugeständnissen, welche die Nachbarin macht, um den Kontakt mit Marvin halten zu können. Dass man ihn die Nachwirkungen der überlebten Strikler-Krankheit zugeschrieben hat, ist innerhalb der kompletten "Mimic"-Geschichte eine gute Idee, war besagte Krankheit doch Ursache für die DNA-Versuche an Käfern. Dennoch verweigert sich der Film ansonsten jeglicher Erklärung. Schon wieder erfährt man nicht warum es die Züchtung noch gibt. Eine nebensächlich eingestreute Randerwähnung wirft zumindest einen Lichthauch auf die trügerisch scheinenden Einzelaktionen der Schaben. Diese Information vertiefend, was im Untergrund der Stadt tatsächlich lauert, hätte eine ereignisreiche dritte Fortsetzung geben können, zu der es aber nie kam. Aufgrund des mittelmäßigen Ergebnisses von "Mimic 2" und dem hier besprochenen Teil, ist das aber eigentlich auch egal, zumal ein Teil 4 eine größere Finanzspritze hätte erhalten müssen, um das hier Angedeutete konsequent umsetzen zu können. OFDb
22.03.2018
STUNG (2015)
Seit es in den 50er Jahren mit „Formicula“ begann, suchen Rieseninsekten immer wieder den Bildschirm heim, ob als Kino-, Video- oder TV-Produktion. Seit der 00er Jahre mehren sich die schrottig am Computer gepixelten Fernsehversionen eines einst reizvollen Sub-Genres, aber die etwas besser produzierten Filme gibt es doch noch ab und an, und zu denen darf sich „Stung“ zählen, der seine Riesenwespen sympathisch handgemacht präsentiert, so wie es einst zu „Mosquito“- und „C2 - Killerinsect“-Zeiten üblich war. Wie üblich für heutige Zeiten packt man das bereits bekannte, da stets ähnlich erzählte, Szenario in einen humororientierten Unterton, doch so sehr man es auch versucht, so wirklich situationskomisch, geschweige denn witzig dialogreich sind die auf leicht amüsant angelegten Figuren nicht ihren Geschehnissen ausgesetzt, so dass ein wirklich amüsantes Happening a la „Grabbers“ und „Monster Man“ nicht aufkommen will.
Das ist ein wenig fatal, denn rein inhaltlich folgt man an sich nur brav dem altbackenen Pfad. Der mag nie auf der Stelle treten, aber Regisseur Benni Diez, der den Film u.a. per Filmförderung finanziert bekam, schrammt trotzdem manchmal nur knapp an der Langeweile vorbei, obwohl er z.B. sichtlich bemüht ist augenzwinkernd mit der obligatorisch integrierten Love Story umzugehen. Aber auch die möchte nie wirklich anstecken, ob nun humoristisch als Stinkefinger verstanden, oder als tatsächliche Liebesgeschichte wahrgenommen. Wie dem Rest des Filmes so fehlt auch dieser der nötige Schwung, der letzte Schliff, das letzte Stück Sympathie um aus „Stung“ mehr zu machen als ziemlich belanglose Routine, die sich immer wieder zu sympathischen Momenten aufrafft.
Der Sohn der Gastgeberin weiß mit seiner freakigen, introvertierten Art zu gefallen. Leider wird er nach seinem vom Zuschauer wahrgenommenen Tod dann aber doch noch für skurriler Zwecke eingesetzt, so dass auch eine solche Figur per Übertreibung nicht mehr so ganz funktionieren will. Das Schluss-Szenario nach dem angeblichen Sieg über die Riesenwespen weiß zu gefallen und schließt mit einem konsequenten, wenn auch nicht sonderlich innovativen Schlusswitz. Und auch Lance Henriksen als Teil der Besetzung kann man nur als Pluspunkt eines solchen Streifens ansehen, auch wenn der gute Mann ein Vieldreher ist, dem die Qualität der Filme, in denen er auftaucht, ziemlich schnuppe ist. So oder so kann man sich „Stung“ als Liebhaber dieser Art Film aufgrund seiner handgemachten Art ruhig mal geben, man kann es aufgrund seiner Einfallslosigkeit aber auch lassen. Da muss jeder für sich wissen ob solch durchschnittlicher Stoff sich für einen lohnt oder nicht. Wirklich falsch machen kann man mit „Stung“ bei wenig Erwartung aber eigentlich nichts. OFDb
12.10.2017
GINGERCLOWN (2011)
Während andere Horror-Begeisterte zur Zeit der Killerclown-Welle fleißig in die kürzlich erschienene Kino-Version von Stephen Kings “Es” stürmen, machte ich einen Ausflug in den lediglich auf DVD erschienenen “Gingerclown”, der uns Tim Curry in der Rolle eines Clowns verspricht, jenen Mann, den man zwar immer als erstes mit der “Rocky Horror Picture Show” in Verbindung bringen wird, daneben aber eben auch mit Pennywise aus der damaligen TV-Verfilmung “Es”. Zwar wunderte ich mich, dass er sich erneut auf eine ähnliche Rolle einließ, nach Sichten von “Gingerclown” kann man diese Frage jedoch erweitern auf die grundlegende Frage warum Curry überhaupt an solch einem schrottigen Film beteiligt war.
Selbiges gilt für den stets im Genre auftauchenden Lance Henriksen und der sehr merkwürdigen Besetzung des damaligen Geräuschemachers Michael Winslow aus der “Police Academy”-Reihe. Logisch dass mit diesen mal mehr, mal weniger berühmten Namen geworben wurde, wer sich den Streifen von Regisseur Balázs Hatvani jedoch angeschaut hat, darf enttäuscht feststellen, dass sie lediglich Monstern ihre Stimme liehen, persönlich jedoch nie vorbei schauen. Wahrscheinlich hätten sie ansonsten am Set bemerkt an welcher Gurke sie beteiligt sind und hätten das Weite gesucht.
“Gingerclown” lockt zunächst nicht nur aufgrund der beliebten KillerclownThematik und durch Tim Curry in dieser angeblichen Rolle, es reizte auch die ungarische Herkunft des Streifens und das Versprechen man wäre darin bemüht das 80er Jahre Horrorkino wiederzubeleben, welches in den Videotheken bis Anfang der 90er Jahre eine ganz eigene Nische Genre-Beiträge füllte. Der ungarische Touch war durch das Einbringen sämtlicher US-Klischees von Beginn an über Bord geworfen, und wo bitte 80er Jahre-Feeling wehen soll, wie nicht nur der Coveraufdruck der DVD verspricht, sondern auch Autoren von Filmbesprechungen, die alles Gelesene hirnlos nachplappern müssen, ist mir nicht klar geworden.
Sicherlich: die im Film auftauchenden Monster sind handgemacht. Optisch erinnern diese jedoch eher an einen Puppenfilm a la “Die Reise ins Labyrinth”, freilich ohne wirklich geglückt zu sein, während der Film bereits aufgrund seiner Harmlosigkeit, der Geschichte und dem Verhalten der Monster eher wie eine leicht erwachsenere Version von “Alice im Wunderland” daherkommt. “Gingerclown” hat weder mental etwas von den Videotheken-Horrors der zweitschönsten B-Filmzeit des Genres zu bieten, noch von deren Äußerlichkeiten und Zutaten. “Gingerclown” spielt lediglich selbst in den 80er Jahren, so dass die ein oder andere Mode von einst kurz aufblitzt. Da der Film großteils aber an einem neutralen Ort zwischen den Zeiten spielt, ist auch dies ziemlich egal.
Bereits die erste Szene nervt gewaltig, die ellenlang innerhalb nur eines Spielortes und Zeitpunktes alles abarbeitet, was eine ausführlichere und liebevoller angegangene Einleitung durch mehrere Handlungsorte interessanter und feinfühliger hätte vertiefen können. Erschwerend kommt dieser mies gespielten und übel beleuchteten, sowie erbärmlich abgefilmten Szene hinzu, dass jene Person, die hier am meisten plappern darf, auch gleich die schlechteste Synchronstimme beschert bekommen hat, innerhalb einer Deutschvertonung, die über Mittelmaß ohnehin nicht hinaus kommt.
Das Makel der schlechten Optik und des ebenso schlechten Schauspiels bleibt auch nach der Einleitung bestehen, nur dass nun noch weitere Negativpunkte hinzukommen, ergibt doch nicht nur der komplette Plot keinen Sinn (ein Jahrmarkt, der seit Jahrzehnten nie betreten wurde, ist klar), sondern auch das übernatürliche Treiben, was den eigentlichen Reiz der Geschichte ausmachen sollte. Warum hier spukt, was hier lebt, wird nie geklärt, warum die Teenies nicht einfach wieder über den Zaun klettern, sondern sich stattdessen dem übernatürlichem Treiben stellen, ebenso wenig. Andererseits: bedrohlich erscheint in diesem zahmen Streifen ohnehin nichts, sind die Monster doch gerne mit sich selbst beschäftigt anstatt mit den menschlichen Protagonisten, und selbst wenn sie ein Auge auf diese geworfen haben, wird das Geschehen im Film doch niemals unheimlich.
Eher episodenartig stolpern die beiden Hauptfiguren durch das dunkle, unatmosphärische Jahrmarkt-Set, angetrieben durch die düstere Stimme des kaum zu sehenden Clowns (im Original weiß zumindest diese ein wenig zu wirken), von einem uninteressantem Geschehen zum nächsten hüpfend, was der ohnehin schon drögen, wie hirnlosen Chose endgültig den Reiz nimmt, da jeder Augenblick für sich zu stehen scheint, ohne einen echten roten Faden abzuliefern. “Gingerclown” guckt sich derart langweilig, dass es einer großen Leistung gleicht, diesen Scheißdreck bis zum Schluss sichten zu können. Mir war meine Lebenszeit dafür zu schade. Ich habe irgendwann aufgegeben. OFDb
04.09.2016
HORROR HOUSE - HOUSE 3 (1989)
Die „House“-Reihe ist eine ungewöhnliche Horrorserie, ist sie doch eigentlich mit Filmen unterschiedlichster Schwerpunkte völlig unsinnig aneinander gereiht, ohne tatsächlich eine Gemeinsamkeit zu besitzen. Während für ähnlichen Irrwitz, z.B. in der „Anthony“-Reihe, deutsche Verleiher verantwortlich waren, die zu themenähnlichen Filmen eine Reihe erfanden (ein Verfahren dass sich u.a. mit „Reihen“ wie „Jurassic Shark“ und „Paranormal Investigations“ noch immer großer Beliebtheit erfreut), ist die „House“-Serie jedoch auch im Original eine offiziell fortlaufende Nummer.
Während Teil 1 und 4 Horror-Komödien sind und „House 2“ eine reine mit Fantasyelementen angereicherte Komödie ist, kommt „Horror House - House 3“, von einigen schwarzhumorigen Sprüchen McCarthys Peiniger einmal abgesehen, völlig humorlos daher. Nicht nur dies trennt den Streifen von der Rest-Reihe. Auch die Thematisierung Haus ist nicht mehr wirklich gegeben, auch wenn ein Großteil der Ereignisse dort stattfindet. Dies schien man auch seiner Zeit erkannt zu haben, und so erhielt die Sean S. Cunningham-Produktion den Original-Titel „The Horror Show“.
Möglicher Weise wurde der hier vorliegende Film damals auch spontan der recht erfolgreichen „House“-Reihe angefügt, drehte Wes Craven im selben Jahr von „House 3 - Der Fluch des Massenmörders“ (Alternativtitel) doch den recht themenähnlichen „Shocker“, in welchem ebenfalls ein Massenmörder nach der Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl per Energiewesen zurückkehrt. Mit dem großen Namen Craven konnte man nicht konkurrieren. James Isaac, der später auch für „Jason X“ verantwortlich war, legte mit dem hier besprochenen Streifen sein Debut vor. Der Anschluss an die „House“-Reihe könnte von daher eine Marketing-Reaktion zum Selbstschutz gewesen sein.
Aber was auch immer der Grund ist warum ein Horrorfilm, dessen Inhalt sich nur bedingt auf das Gebäude bezieht in welchem seine Helden hausen, als eine Fortsetzung von „House“ zu verkaufen, dem Horror-Fan darf es letztendlich egal sein, wird ihm doch mit „House 3 - The Horror Show“ (Alternativtitel) ein kleiner, stimmiger Genre-Beitrag präsentiert, der sich prima als Zwischendurchverzehr für das nimmersatte Publikum eignet. Eine konsequent durchgezogene düstere und dreckige Grundstimmung unterstreicht den ernsten Ton des Streifens, und Brion James ist als komplett durchgeknallter Psychopath so wundervoll besetzt wie der charismatische Lance Henriksen in der Rolle als sein Gegner.
Leider kommt „Horror House“ ziemlich zusammengeflickt und unsinnig daher. Das fängt mit idiotischen Kleinigkeiten, wie dem Kleiderständer im Heizungskeller, an und endet mit den nicht durchdachten innereigenen Spukelementen, die einfach keinen Sinn ergeben wollen. Es mag sein dass auch hier das Konkurrenz-Produkt „Shocker“ Schuld an der unausgereiften Art des Streifens ist, vielleicht musste Isaacs Werk aufgrund des Vergleichs-Produktes besonders schnell fertiggestellt werden. Aber Sinn macht das hier Erzählte wenig. Der Aspekt McCarthy in den Wahnsinn zu treiben, damit die Kollegen ihn ebenfalls für einen Psychopathen halten, wird psychologisch holprig und nur halb für die Story interessiert thematisiert. Und das Komplettwerk an sich pendelt immer wieder zwischen typischem Spuk-Horror und dem Energie-Element a la „Pulse“ von 1988, oder eben auch „Shocker“, hin und her.
„House 3“ (Alternativtitel) hüpft von einem hanebüchenen Moment zum nächsten, so dass es einem Wunder gleicht, dass er trotzdem als kleines Sinnlos-Produkt für zwischendurch in Ordnung geht, ohne dabei zur reinen unfreiwillig komischen Lachnummer zu werden. Wie erwähnt verdankt es der Streifen dem düsteren Grundton und der Härte seiner Story (immerhin ist „Horror House“ der blutigste Teil seiner Reihe), dass er sich trotzdem lange Zeit über Wasser halten kann, bevor erst im Finale überhaupt nichts mehr Sinn ergibt. Warum man sich plötzlich in einem Kraftwerk befindet, um sich schließlich doch wieder im eigenen Heim zu befinden, weiß sicherlich nicht einmal der Drehbuch-Autor. Und da der Streifen sich lediglich am Stammpublikum seines Genres orientiert, und dieses in der Regel schon weitaus Dümmeres gesichtet hat, muss uns das auch nicht weiter kümmern. Ich akzeptiere einfach, dass „Horror House“ ein kleines Genre-Vergnügen ist, obwohl er an Krankheiten leidet, die viele andere Werke für mich unerträglich machten.
Die Fortsetzung, wenn man dies bei der völlig unzusammenhängenden „House“-Reihe überhaupt so nennen kann, ist übrigens „House 4“ und nicht „Horror House 2“, wie manch einer glauben könnte. Letztgenannter ist ein italienischer Hexen-Horror, der mit der Reihe noch weniger zu tun hat als der hier besprochene Film. Scheinbar reichte es den deutschen Titelgebern noch nicht, dass bereits „Horror House“ mit seiner Verweigerung sich bei der Erstveröffentlichung „House 3“ zu nennen, für genügend Titel-Verwirrungen sorgte, spätestens als „House 4“ auf der Bildfläche erschien, und man sich fragte wo das Zwischenstück geblieben ist. OFDb
24.07.2016
NEAR DARK - DIE NACHT HAT IHREN PREIS (1987)
In den 80er Jahren sind so einige Vampirfilme entstanden, die das alte Thema neu aufpeppen wollten, meist in Form einer Horror-Komödie. Und während es „Fright Night“ gelang dadurch eine eigene Identität zu entwickeln und zu einem sehenswerten Beitrag seiner Gattung zu werden, da kranken andere Versuche dieser Art an typischen Eigenschaften des beliebten Jahrzehnts, auch „Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis“, den man zwar durchaus einmal gesehen haben kann, seinem Ruf als Kult-Hit aber so wenig gerecht wird wie der gefeierte und dem hier besprochenen Werk gar nicht so unähnliche „The Lost Boys“.
Diese beiden Werke und auch „Fright Night 2“ setzen etwas zu arg auf die Coolness ihrer Figuren, um das Ergebnis außerhalb der Pubertät all zu ernst nehmen zu können. Dies in Kombination mit einem poppigen, emotional aber zu unterkühlten Stil, also der Musik seiner Zeit nicht unähnlich, lässt diese Werke zu theoretisch wirken, so dass sie sich heutzutage nicht mehr so entfalten können, wie sie dies scheinbar in den Augen des damaligen Publikums zu ihrer Entstehungszeit konnten.
Modernisiert wird die Vampirthematik in „Near Dark" speziell durch sein Western-Flair und der Tatsache dass Vampire nicht in Särgen schlafen, sondern stattdessen mit dem Campingwagen unterwegs sind. Auch die Idee der Bluttransfusion und die von mir sehr geschätzte Idee, dass ein Vampir einen anderen mit seinem Blut ernähren kann, daran aber auch sterben kann, peppen den altbekannten Stoff auf und verleihen dem Film einen gewissen Grad Individualität.
„Near Dark“ ist im Gegensatz zu den Vergleichsfilmen kein humoristischer Genre-Beitrag. Kathryn Bigelows Vampirstreifen ist ernst und hart erzählt und mit einer kleinen Dosis Dramatik und Romantik angereichert, ein Zusatz der durch die morbide, düstere Umsetzung zwar eine gewisse Kraft besitzt, aufgrund der Unnahbarkeit zu den Figuren aber nicht intensiv genug, um es diesbezüglich mit Werken wie „Let Me In“ oder „Maggie“ aufnehmen zu können. Coolness ist nun einmal nicht alles und versperrt einer emotional erwachsenen Umsetzung den Weg, was fatal ist für einen Streifen den man in Deutschland erst ab 18 Jahren offiziell gucken darf.
Trotz seiner unterkühlten Art funktioniert „Near Dark“ aber recht passabel. Seine Effekte sind nicht von schlechten Eltern, und selten habe ich es in diesem Sub-Genre erlebt, dass sich ein Werk so intensiv mit den Folgen von Sonneneinstrahlung auf Vampirkörpern befasst. Was die Trickkiste hier liefert, wenn Haut zu dampfen und zu brennen beginnt, ist ein Augenschmauß, sicher auch der von mir angekreideten Coolness geschuldet, Rammstein lässt grüßen, aber deswegen noch lange nicht lächerlich oder peinlich ausgefallen.
Allerdings kann man dem Drehbuch, gerade weil es auf dieses Gebiet ein spezielles Auge geworfen hat, vorwerfen, dass dies die Handlungsweisen der Vampire um so unsinniger erscheinen lässt, bereiten die sich doch scheinbar nie auf den bevorstehenden Tag vor und werden immer wieder von den ersten Sonnenstrahlen überrascht. Eine clevere Bande ist das nicht. An ein cleveres Publikum ist „Near Dark“ mit seinem Hauptaugenmerk auf äußere Schauwerte aber ohnehin nicht gerichtet, und wem es reicht eine Western-ähnliche Atmosphäre in dünnem Plot zu erleben, in der es fast nur Charaktere gibt die sich pausenlos einen Schwanzvergleich darüber liefern wer der härteste Kerl des Universums ist, der wird mit Bigelows Horrorfilm glücklich werden, in welchem sich immerhin allerhand B-Prominenz tummelt: Lance Henriksen, Bill Paxton, Jenny Wright, da sind einige Namen und Gesichter vertreten die man als Vielseher kennt. Ernst nehmen kann man dieses Stück Kurzweile jedoch nicht. OFDb
11.04.2015
SCREAM 3 (2000)
Wenn es nach dem „Scream"- und „Scream 2“- Autor Kevin Williamson gegangen wäre hätte die drei Jahre nach Teil 2 fertiggestellte zweite Fortsetzung des Slashers von Wes Craven erneut an der Universität gespielt. Williamson blieb aufgrund eines anderen Projektes jedoch nur noch als einer der Produzenten mit an Bord, und der neue Drehbuch-Autor Ehren Kruger wollte der Reihe etwas frischen Wind bescheren und noch weiter als der Vorgänger die Idee des Films im Film ausbauen und verlagerte die Story ans Set von „Stab 3“. So treffen diesmal die Überlebenden der ersten Teile mit ihren Filmdoubles häufiger zusammen, recherchieren teilweise sogar mit ihnen gemeinsam, und auch die an Originalschauplätzen orientierten Set-Bauten lassen Realität und Fiktion aufeinander treffen.
Um auch auf der Ebene der auf Filme bezogenen Morde für frischen Wind zu sorgen wird uns „Scream 3“ nicht nur als weitere Fortsetzung vorgestellt, immerhin wurde bereits im Vorgänger zu genüge über Fortsetzungen debattiert, sondern als letzter Teil einer Trilogie, die laut dem Film anderen Gesetzen unterliegt. Im Filmbereich kann man das Wort Trilogie wohl als Modebegriff sehen. Zumindest weiß ich nicht wieviel Sinn es macht etwas das ewig fortgesetzt werden kann als Trilogie darzustellen, das eigene Gesetzmäßigkeiten hätte, nur weil es drei Teile beschert bekommen hat.
Mit einer Geschichte ist nur offiziell Schluss wenn kein weiterer Teil gedreht wird. Jede Geschichte kann man weiter erzählen, wirklich jede. Und spätestens „Scream 4“ beweist, dass das ewige Reden über Trilogien Unsinn ist. George Lucas selbst erweiterte seine „Krieg der Sterne“-Trilogie um drei weitere Filme, drei weitere folgen nun produziert von den Disney Studios. Und wer eine Unterscheidung zwischen klassischer Fortsetzung und Trilogie damit untermauert in Trilogien würde etwas zum Abschluss kommen, das zwei einzelne Teile nicht erreicht haben, der kann auch gerne einen Blick auf Tarantinos beide „Kill Bill“-Filme werfen, der einen Teil weniger dazu benötigte.
Und darin liegt eines der Probleme von „Scream 3“. Trilogie, das klingt so unglaublich wichtig, aber es existieren keine Gesetzmäßigkeiten die eine solche von einer regulären Fortsetzung trennen. Wie mutig eine Fortsetzung ist entscheiden Autoren und Produzenten. Das ist alles. Und da „Scream 3“ der Teil eines lukrativen Franchises war, kann man sich denken wie mutig Autor und Produzenten hier waren - nämlich gar nicht. Bis auf die Tatsache dass es ungeahnte Hintergründe im Familienleben der Prescotts gab, entlarvt sich der Film mit dem Nichtanwenden der aufgesagten Regeln selbst mit der Unsinnigkeit seiner Thesen.
Das wäre ein toller Kniff für eine solch Kino-reflektierende Reihe. Nur leider ist dieses Entlarven der Trilogie-Lüge in Teil 3 gar nicht beabsichtigt. Und das macht die Anwendung eines Pseudo-Faktes den man vertiefen will selbstverständlich unausgegoren. Somit kann man mit lästerndem Unterton behaupten, dass die ebenso unausgegorene Inszenierung des kompletten Streifens trefflich an diesem Fehler orientiert ist. Zu ruhige Passagen bremsen den Film immer wieder aus. Parallelen zwischen Realität und Nachahmung beginnen spätestens dann zu nerven, wenn die Kino-Gale Weathers viel zu schrill eingesetzt wird, so als wolle man diesmal doch endgültig zur Horror-Komödie werden, was der Rest der Inszenierung in seiner ernsteren aber weiterhin augenzwinkernden Art glücklicher Weise aber dann doch zu verhindern weiß.
Im Gegensatz zu den Hintergründen der beiden ersten Teile, die man mit viel Wohlwollen noch als halbwegs glaubwürdig annehmen kann, wenn auch nur angewendet in der Welt des Kinos, wird das Konstrukt das in „Scream 3“ erschaffen wird, um sich an die Pseudo-Trilogie-Regel zu halten dass etwas nicht Gewusstes in der Vergangenheit schlummert, nie glaubwürdig und bedient sich zudem noch dreist an den Hintergründen von Teil 1, verändert dessen Auflösung auf lächerlichste Art und serviert uns zusätzlich schon wieder wie in Teil 2 einen Täter, der im Laufe des Films kaum von Bedeutung war. Wie unsinnig dessen Beweggrund ist weiß Sidney zumindest selbst zu äußern, da geht der Film ehrlich mit sich selbst um, aber zu befriedigen weiß selbst diese selbstkritische Positionierung nicht.
Es reicht eben nicht nur mit sich selbst und reflektiert mit den Regeln des Genres zu spielen. Und es reicht auch nicht das bisherige Geschehen damit zu bereichern, dass der Anrufer von nun auch Stimmen immitieren kann. Ich gebe zu dass diese Idee für manch tolle Szene gesorgt hat, und ohnehin hat „Scream 3“ manch gut inszenierte Szenen vorzuweisen. Aber er ist zu sehr Produkt geworden und in seiner eigenen Welt gefangen, sich selbst einen immer enger werdenden Strick bindend mit jedem Herumspinnen mit Metaebenen. Da wird teilweise fruchtbar herausgeholt was diesbezüglich aus ihnen herauszuholen ist, leider aber auch darüber hinaus in ihnen geschwommen, so sehr bis man sich selbst für viel zu clever hält. „Scream 3“ will so viel sein und vergisst darüber hinaus leider den Charme einzusetzen, den seine beiden Vorgänger stets ausgestrahlt haben.
Um so mehr darf es einen verwundern, dass die neu hinzugefügten Figuren zu interessieren wissen und interessante mögliche Täter sind. Auch die bereits von den Vorgängern bekannten Figuren erscheinen wieder in einem verdächtigen Licht, und wäre das Drehbuch so mutig wie eine der Pseudo-Regeln für Trilogien lautet, wären sie auch glaubwürdig verdächtig. Aber „Scream 3“ setzt lieber auf Nummer sicher, will das Stammpublikum nicht verschrecken indem wer Sympathisches plötzlich zum Täter wird oder zumindest sterben darf, und diese Mutlosigkeit ist schon sehr schade.
Klar, „Scream 3“ hat durch seine beiden Vorgänger eine große Konkurrenz denen er gegenüber steht. Als Film für sich kann er aufgrund der Vorkenntnisse die man besitzen muss um mit dem Inhalt etwas anfangen zu können jedoch leider nicht existieren. Und als solcher wäre er auch nur als lediglich „ganz nett“ ausgefallen. Manch einer mag ihn auch so sehen, aber dafür muss man einige Ärgerlichkeiten herunterschlucken. Bei einer Zweitsichtung klappt das besser. Da weiß man an welchen Ecken es krieselt. Und da macht die zweite Fortsetzung als überzogenes Konstrukt zumindest teilweise Spaß, mitunter weil für den Zuschauer die Geschichte um seine liebgewonnenen Charaktere weiter geht. Aber das sollte 11 Jahre später in „Scream 4“ auf angenehmere Art funktionieren. Der badete zwar auch tief in Metaebenen und der Gedankenwelt von Film-Freaks, mit der Thematik „Remake“ hatte er im Gegensatz zur Thematik „Trilogie“ aber zumindest eine wahrlich existierende Filmform vorliegen über die er sich hermachen konnte und keine krampfhaft theoretisch erstellte. Das war ein ungemeiner Pluspunkt für ihn. OFDb
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Horror,
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Wes Craven
19.08.2013
TERMINATOR (1984)
Wenn einer der qualitativeren Schwarzenegger-Filme bis auf einige wenige nicht mehr wirken wollende Spezialeffekte die Zeit gut überstanden hat, dann ist es jener, der ihn auch zum Weltstar machen sollte: „Terminator“, seine erste Zusammenarbeit mit James Cameron, die zeigt, dass der Regisseur Großes leisten kann, wenn man ihm nicht zu viel Budget beschert. Denn dann besinnt sich Cameron, der auch für das Drehbuch verantwortlich war, auf die wichtigen Dinge einer Erzählung, und das ist neben allerhand wirksamer Action und einem Schuss Dramatik der Spannungsgehalt der Geschichte.
Dieser wird nicht nur durch die überzeugende Leistung Schwarzeneggers und dem passend düsteren Soundtrack unterstützt, sie erwächst in erster Linie durch etwas, welches die Fortsetzungen und viele andere Produkte bis in unsere Zeit hinein vernachlässigen: Cameron nimmt die von ihm erschaffene Bedrohung ernst. Hier wird nichts schön geredet. Der Terminator ist eine Killermaschine, gnadenlos, und das bekommt der Zuschauer unverschönt zu spüren, so dass die Nerven blank liegen und die Identifikation mit den Filmfiguren zu einem ehrlichen Mitfiebern führen.
Im kompletten Film gibt es nicht eine einzige unnötige Szene. Die Psychologie ist stimmig, alles macht Sinn. Schwachpunkte gibt es nur wenige und das an eher unwichtiger Stelle, so z.B. in der Einleitung und Umsetzung der für die Geschichte obligatorischen Liebesszene. „Terminator“ verdrehte seinerzeit mit einer Story, in der Zukunft und Gegenwart mehr miteinander zu tun haben als es zunächst scheint, die Gehirne und beeinflusste damit so tolle Filme wie „12 Monkeys“, die ohne den hier besprochenen Streifen wohl nie entstanden wären. „Terminator“ ist ein Evergreen und hat nichts von seinem Reiz verloren. OFDb
Kategorien:
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Action,
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Filmbesprechung,
Horror,
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Lance Henriksen,
Linda Hamilton,
Science Fiction,
sehenswert,
Thriller,
USA
18.03.2013
PIRANHA 2 - FLIEGENDE KILLER (1981)
Aggressive Piranhas fallen über Badegäste her. Selbst an Land ist man
in Gefahr, denn aus irgend einem Grund können die gefräßigen Viecher
fliegen...
Einen Film über fliegende Piranhas schauen sich eigentlich nur Trashfreunde an. Diese werden auch ihre helle Freude haben, genießt der Filmsadomasochist doch hier alles, was unfreiwillig komischer Trash bieten kann: Eine vollkommen blöde Story, die dank der Entstehungszeit ernst gemeint war (heute wäre einem ein solches Thema sicherlich nur im Stile eines „Black Sheep“ im Kino über die Füße gelaufen), freiwillige Komik die partout nie zünden will, herrlich schlechte Spezialeffekte, unnötig nackte Haut wie sie auch nur wieder aus Italien kommen kann und zudem einen Regisseur, der sich später im Popkornkino einen Namen machte.
Gerade wegen letzterem Punkt dürften auch viele interessierte Cineasten einschalten, um zu schauen wie es um das Talent James Camerons in seiner ersten Langfilm-Regiearbeit stand. Manch einer erhoffte sich vielleicht sogar einen brauchbaren Film. Aber mit Blick auf die völlig idiotische Storyidee würde man dann doch das Talent James Camerons überschätzen. Er ist zu recht ein bekannter Name im Filmgeschäft geworden, ein Wunderkind ist er allerdings nicht. Für den Filmfreund, der sich ein vernünftiges Werk erhofft, ist „Piranha 2“ eine Katastrophe hoch zehn.
Schon damals müsste so ziemlich jede Wendung vorhersehbar gewesen sein, und auch die halbmotivierten Darsteller überzeugen kaum. Aus heutiger Sicht fallen sie auch kaum auf, ihre unglaublich grottigen, damals modernen, Frisuren stehlen ihnen die Show. Auch die Liebeleien unter zwei Teenagern werden geblendet durch das extrem knabenhafte Aussehen des angeblichen Jugendlichen.
Immerhin Lance Henriksen spielt wie immer, was bedeutet auf B-Film-Basis überzeugend. Seine Rolle ist allerdings zu keinem Zeitpunkt individuell und seine Screentime relativ gering. Theoretisch wundert es nicht, dass er für eine (erweiterte) „weiße Hai“-Kopie gecastet wurde, wird er doch all zu gern mit Roy Scheider verwechselt, dem Star aus Spielbergs Hai-Schocker. Um so erstaunlicher, dass Henriksen ausgerechnet in „Piranha 2“ durch seine Frisur ausnahmsweise mal nicht wie Scheider aussieht.
Den Film habe ich gestern mit Verwandten in fröhlicher Trashfreunde-Runde geguckt, und während wir passend zum Film rumblödelten und bissige Kommentare den Schauwert des Filmes anhoben, entdeckten wir, wie James Cameron bereits alle seine Kinohits in diesem ersten Werk anklingen ließ. „Titanic“ war als erstes zu entdecken, da ein versunkenes Schiff immer wieder vorkommt und sich der Vergleich geradezu aufdrängt. Mit der Szene, in der ein fliegender Piranha aus dem Oberkörper einer Leiche herausbricht, haben wir direkt den Verweis auf „Aliens“. Um zu bemerken wo der „Terminator“ auftaucht muss man schon etwas genauer hinsehen, bzw. hinhören. Denn nach einem strengen Verhör mit ihrem Ehemann, wird die Filmheldin von einem Stelzbock gefragt: „Kennen Sie diesen Roboter?“ Und simsalabim, damit haben wir das wichtigste Filmtrio Camerons zusammen. Wer noch „Abyss“ dazuzählen möchte bekommt von mir den Verweis auf die Unterwasser-Location, fertig!
Aus ernster Betrachtung gibt es eigentlich kaum etwas, was das Talent aus Camerons späteren Werken in „Piranha 2“ schon andeutet. Die billige aber brauchbare Musik irrt akustisch umher, in der Hoffnung mal eine Szene zur Seite gestellt zu bekommen, die sie spannend unterstützen darf. Das Krabbeln durch enge Gänge, a la „Aliens“ ist sicherlich auch keine Meisterprüfung der Filmkunst, und selbst das Spiel mit der, für viele Menschen, natürlichen Angst vor dem Unbekannten aus dem Dunkeln des Meerwassers wird hier völlig verschenkt. Klar, bereits die viele nackte Oberweite zeigt, wie sehr „Piranha 2“ Auftragsarbeit war, immerhin hat Cameron später nie mit unnötigen Nacktheiten gespielt. Aber man hätte ja wenigstens an winzigen inszenatorischen Raffinessen vielleicht hin und wieder einen Hauch Talent durchfunkeln sehen können.
Halbwegs gelungen ist hier nur die Akustik. Wie eben erwähnt hätten wir die brauchbare Musik, und das herrliche Piranhageräusch, das bereits im Original zu hören war und das Tierhorrorfan-Herz höher schlagen lässt. Aber beides haben wir wohl kaum dem späteren Popkornfilm-König zu verdanken.
Die Fortsetzung von Joe Dantes „Piranhas“ bietet für Trashfans unheimlich viele Möglichkeiten spaßigem Dranbleibens. Cineasten, die normalerweise bereits aufgrund der bescheuerten Story nicht reingeschaltet hätten, werden nur die Augen verdrehen und sich zu Recht verarscht vorkommen. Und Freunde von Tierhorrorfilmen werden sicherlich auch in vielen anderen Werken wesentlich besser und effektiver unterhalten, gerade bei der Vielzahl der Produkte, die der Videomarkt zu bieten hat. Wie jemand zur Attackengestaltung einen Piranha ins Bild hält (wenn auch ohne sichtbare Hand, da man das Vieh nur halb im Bild sieht) will wohl kein ernsthafter Freund dieses Subgenres sehen. Da eine solche vom Zuschauer ungewollte Szene mehr als einmal vorkommt, sollte also wirklich jeder einen weiten Bogen um dieses Werk machen, der mit schlechten Filmen einfach nichts anzufangen weiß. OFDb
01.11.2012
ALIEN VS. PREDATOR (2004)
Tief im Inneren einer Pyramide stoßen Menschen auf Alieneier. Ehe man
sich versieht sind herangewachsene Aliens unterwegs. Nun stoßen die
jagdgeilen Predatoren dazu, welche die Aliens überhaupt erst auf unseren
Planeten gebracht haben. Die Jagd beginnt...
Krieg der Welten...
Aliens auf der Erde, ein Fehler, den die Originalreihe um die von Giger kreierten Außerirdischen nie gemacht hat. Die Spezies ist derart gefährlich, dass die Menschheit keine Chance zu überleben hätte. „Alien vs. Predator“ ist jedoch ohnehin ein Comicfilm, auch wenn er keine spezielle Comicvorlage umsetzt. Zumindest wurde der Kampf der beiden Kreaturen schon des öfteren zu Papier gebracht und nach einer langen Wartezeit für Fans war auch endlich eine filmische Umsetzung erarbeitet. Dass die Aliens auf der Erde wüten, kann man im Hinblick auf diesen Hintergrund sicherlich ruhig verzeihen. Zudem findet die Schlacht in einer Pyramide statt, sprich auf engem Raum, wie bisher noch jede Geschichte um die tödlichen Ausgeburten des Weltalls. Neben dem Kampf ums Überleben geht es also darum dafür zu sorgen, dass die Viecher es nicht aus der Pyramide herausschaffen. Gut so! Leider ist die filmische Umsetzung, selbst wenn man mit wenig Erwartungen herangeht, sehr gewöhnlich umgesetzt. Es macht halbwegs Spaß dem Treiben der beiden Aliengattungen zu folgen, es gibt aber keine Innovationen. Die Geschichte folgt bekannten Strickmustern, ist nicht sonderlich spannend umgesetzt, aber gut genug, um über die Laufzeit passabel zu unterhalten. Das war’s dann aber auch schon. „Alien vs. Predator“ ist schneller vergessen als geguckt und wäre ohne die beiden berühmten Zugpferde in Deutschland wohl kaum über eine Videopremiere hinausgekommen. Der Kampf gegen böse Aliens ist ein Dauerzustand im Videoregal mit immer neu dazu stoßenden Billigproduktionen. Die Tricks mögen ja gut sein, aber im Endeffekt ist dieses Werk nur ein überteurer B-Film. Dass die ein oder andere Regel aus den Originalfilmen gebrochen wird, dürfte nur die Fanatiker stören. OFDb
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ALIEN 3 (1992)
Ripley landet auf einem Gefangenenplaneten und bringt unbewusst ein
Alien mit. Zu dumm, dass in diesem gigantischen Gefängnis keine Waffen
erlaubt sind...
Hände hoch akzeptiert das Mistvieh nicht...
Ein letztes Mal dürfen wir die Aliens ohne Computeranimation sichten. Wieder steckt ein Schauspieler in einem Kostüm, immer schlechter ist dies zu erkennen. Respekt! Das Alien ist hervorragend umgesetzt, ebenso wenig darf man über die Darsteller, die Sets und die Spezialeffekte meckern. Die Teile der Alienreihe waren eine Kassenhit-Garantie, also wurden keine Kosten und Mühen gescheut.
Erneut gelang es den Produzenten etwas für Amerika geradezu untypisches zu leisten: Auch Teil 3 hat einen völlig eigenen Stil, wiederholt nicht bloß was die Vorgänger erzählten und hat somit seine ganz eigene Handschrift. Es ist die von David Fincher, und bis auf wenige Ausnahmen mag ich seine Werke. Leider ist die zweite Fortsetzung von „Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ einer der von mir weniger geschätzten Beiträge.
Dabei gibt es theoretisch nichts zu meckern. Wie oben erwähnt stimmt der technische Bereich, die Idee mit einem Alien ohne Waffen kämpfen zu müssen ist auch nicht von schlechten Eltern, und die Geschichte bietet auch die ein oder andere Überraschung. Ebenfalls begrüße ich es, dass Fincher sich mehr an Scott als an Cameron orientiert, und die Geschichte wieder sehr langsam erzählen will. Eine Geschichte, in der manch einer ein Synonym für AIDS meint entdeckt zu haben, was ich persönlich allerdings für überanalysiert halte. Eine Stellungnahme Finchers dazu kenne ich nicht.
Was „Alien 3“ fehlt ist die Kurzweile. Ridley Scott zeigte mit Teil 1 wie wunderbar diese selbst in einem arg lahm erzählten Film möglich ist. Finchers Teil 3 empfinde ich hingegen als zu langweilig. Nie wurde ich warm mit der Umgebung, in der alles spielt. Mehr noch, im Finale merkte ich, dass ich mit dem Ort an dem alles spielt so wenig vertraut war, dass ich nicht mehr mitfiebern konnte. Wo ist das Alien? Und wo ist Ripley? Wie weit sind sie voneinander entfernt? Und damit einhergehend: Wie hoch ist ihre Überlebenschance?
Was so kleinlich klingen mag, war der Grund, der mir den Film großteils kaputt gemacht hat. Fehlende Orientierung, hinzu gesellte sich ein mangelnder Spannungsbogen, da können auch die Fincher-typischen tollen Bilder, der wirklich gute Cast und all die anderen Elemente, die so professionell angegangen wurden, nichts dran rütteln. Sie verhelfen „Alien 3“ zu einem guten Look, nicht aber zu einem guten Unterhaltungswert. OFDb
ALIENS - DIE RÜCKKEHR (1986)
Viele Jahre sind vergangen, Ripley wird gefunden und aus dem
Kühlschlaf erweckt. Die Geschichte von dem tödlichen Alien glaubt ihr
niemand, erst recht, da der Planet, auf dem es einst gefunden wurde,
mittlerweile besiedelt wurde. Als der Kontakt zu den Siedlern jedoch
abbricht, eilt ein Kämpfertrupp zur Rettung - begleitet von der
Alienexpertin Ripley...
Viele statt eines...
Ja, „Aliens“ wird seinem Ruf gerecht eine sympathische Fortsetzung zu sein, aber nein, von Teil 1 ist sie im Gegensatz vieler anderer Meinungen meilenweit entfernt. Er muss aber auch gar nicht so gut sein wie sein Vorgänger. Ein solches Ergebnis wäre sowieso nur schwer erreichbar, und ein etwas blasseres Ergebnis, wie das was uns James Cameron vorlegt, ist immer noch gute Unterhaltung. Der Film ist flott erzählt, baut prima auf Teil 1 auf, bietet gut getrickste Aliens in gelungenen Szenen (insbesondere der erste Auftritt der Viecher), und der Ripley-Charakter bleibt unverändert gut. Schön dass an dieser Figur nicht herumgepfuscht wurde.
Die neuen Figuren hingegen sind ziemlich oberflächlich charakterisiert. Lance Henrikson als Androide fällt hier positiv auf, aber auch nur weil der Rest einfach zu stereotypisch daherkommt. Die einzig wirklich gelungene neue Rolle ist die der gegen Ende vorkommenden Alienkönigin. Wie sie optisch eingeführt wird, ist ebenfalls als gelungen zu bezeichnen. Wann die Kamera in dieser Szene was einfängt, und wie sie zuvor Ripley und das Mädchen bei dieser Entdeckung ablichtet, ist atmosphärisch dicht eingefangen.
Für Kurzweile ist also gesorgt, leider aber auch für kleine Ärgernisse. Dass gegen Ende, wenn es rasant wird, das säureartige Alienblut kein Problem mehr darstellt mag man fast verzeihen können. So wie Ripley ballert und wie nah sie dabei ihren außerirdischen Opfern ist, hätte es Cameron schon öfters zischen lassen müssen, auch an der Heldin selbst. Viel ärgerlicher ist jedoch, dass aus der neutralen Menschheit von Teil 1 nun mit dem Einfangen aufgenähter US-Fahnen auf den Uniformen die Herkunft deutlich wird.
Teil 1 zeigte eine namenlose Zukunft, nun in Teil 2 haben die Amis überlebt, und wie es den Eindruck macht die Führung auf der Erde übernommen. Diese unangenehme Erleuchtung ist auf anderer Ebene vielleicht auch gar nicht schlecht zu nennen. Nur Amis benehmen sich derart egoistisch und hohl, so wie der Trupp Kämpfer in der Fortsetzung präsentiert wird. Ganz schlimm ist hier die Verkörperung eines weiblichen Mitglieds, das wie eine Kampfamazone umherschlendert, leider nicht so positiv wirkend wie Ripley in Teil 1 oder die weibliche Nebenrolle in „Resident Evil“, sondern eher erinnernd an die erbärmlichen Auftritte Demi Moores in „Die Akte Jane“.
Das kleine Mädchen ist o.k. gecastet, die Idee dass die Aliens durch ihr Kreischen ständig auf Ripley aufmerksam werden ist ein gelungener Running Gag. Trotzdem nervt das Kind eher, als dass es für den Film fruchtbar wäre. Seinen Höhepunkt an Schlechtigkeit erreicht dieser Punkt in jener Szene, in der das Balg die Heldin „Mama“ nennt. Dieser Moment dürfte nur von einer einzigen Kinderszene im Science Fiction-Genre in Sachen Peinlichkeit übertroffen werden. Wenn in „Independence Day“ das Kind des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu seinem Papa sagt: „Einen fröhlichen Unabhängigkeitstag, Dad“, dann war bisher noch kaum wer nicht genervt.
Positiv hervorzuheben ist das Einbauen „der Gesellschaft“. Diese ist ja allgemein in der Alienreihe immer mehr und von Anfang an interessant vertreten. Man weiß auf der einen Seite zu wenig über „die Gesellschaft“, und doch wissen wir, was sie ungefähr möchte, der Regierung einiger Länder von heute nicht unähnlich und dennoch nicht exakt genug verdeutlicht um als Satire verstanden zu werden. Sah man in Teil 1 noch einen Menschen im Alienkostüm umherhuschen, so ist es bzw. sie hier wesentlich besser eingesetzt. Auf der Gegenseite wirkt dafür mit modernen Sehgewohnheiten das gepanzerte Fahrzeug herrlich schlecht. So ist nun mal Kino, auch große Filme fangen sich im Laufe der Zeit kleine Trashpunkte ein.
„Aliens – Die Rückkehr“ ist eine unterhaltsame Fortsetzung, diesmal mit viel Action und wesentlich weniger Spannungsgehalt. Allerdings wird dieser Teil 2 von zu vielen Cineasten überbewertet. Den hohen Stellenwert, den er in deren Köpfen hält, hätten (fast) vergessene Filme wie „Colossus“ viel eher verdient. OFDb
14.10.2012
MAN'S BEST FRIEND (1993)
Als Lori ein pfiffiger Hund zuläuft ahnt sie noch nicht, dass das
intelligente Tier ein von Dr. Jarret kreiertes Gen-Experiment ist, das
sich als Killermaschine entpuppt. Der Doktor will den Vierbeiner
unbedingt zurück haben...
Konkurrenz für Frau Salesch...
Dieser Film hat einen viel zu lieb aussehenden Hund in der Hauptrolle, der erst zum Ende hin halbwegs gruselig wirkt, wenn er als ein Mix aus „Cujo“ und der blutübergossenen „Carrie“ umherlaufen darf. Er erzählt von einem Experiment, welches dem Kläffer die Eigenschaften verschiedenster Tierarten beschert hat, und er hat einen Drehbuchautor, der dies nicht zu nutzen wusste.
Klar, es gibt immer mal Szenen in denen der Köter schnell wie eine Raubkatze läuft, Bäume/Häuser hochklettert oder sich gar farblich seiner Umgebung anpassen kann, aber auch immer nur wenn es für den Effekt gerade gut war. Warum das Tier diese Eigenschaft nicht in anderen, teilweise wichtigeren Situationen anwendet weiß niemand. Anstatt den (arg übertriebenen) Aufhänger der Geschichte situativ zu verwenden, will man lieber jenes Publikum begeistern, das mit ausgeschaltetem Kopf jedem Highlight hinterher giert, das ihm vorgesetzt wird. Der sinnlose Umgang mit den Fähigkeiten des Vierbeiners sorgt somit für Unlogiken am laufenden Band.
Nebenbei muss mir ohnehin noch wer erklären von welchem Tier der Hund die Eigenschaft bekommen haben soll Säure zu pinkeln. Gab es etwa auch ein Giger-"Alien“ im Versuchslabor? Aber nein, dann würde es ja Blut pinkeln.
In „Man‘s Best Friend“ sichten wir Figuren, die keinen Funken Sympathie besitzen, auf der anderen Seite aber herzallerliebst wirken sollen. Der Doktor ist ein Schurke, das ist vom Drehbuch auch so gewollt. Das macht seine faschistischen Wesenszüge zumindest nicht ärgerlich. Aber die Rolle Ally Sheedys verkörpert so ziemlich alles, was Möchtegern-Tierfreunde verkörpern und echte Tierfreunde ärgerlich macht. Da wird der Verlust eines Hundes z.B. schnell verschmerzt durch den Kauf eines neuen, da wird der Hund von der neuen Besitzerin bereits vermenschlicht bevor sie von dessen Persönlichkeit weiß, und die Liste könnte bis ins Endlose weitergehen.
Andererseits passt dieses unangenehme Verhalten ideal zum restlichen Teil besagten Charakters. Ihre Art, auch dem eigenen Lebensgefährtengegenüber, ist dreist und bestimmend, was zwar vom Film auch so gewollt ist, aber im Widerspruch dazu steht, dass die Frau der Sympathiecharakter des Filmes sein soll. Klar könnte eine Identifikationsfigur auch ohne Sympathie für den Zuschauer funktionieren (bestes Beispiel ist Alex in "Uhrwerk Orange"), aber dann sieht man dies einem Film auch als gewollt an. "Man´s Best Friend" zeigt uns jedoch eine Frau mit unsympathischen Charakter, die man dennoch mögen soll. Fehlgeschlagen!
Über all diese Kritikpunkte könnte man noch gütigst hinwegsehen, wenn der Streifen zumindest gut unterhalten würde. Aber leider krankt Lafias Werk an Spannungsarmut. Da nutzen auch die Pluspunkte des Filmes nicht mehr viel, aber sie sind vorhanden: der Film ist relativ flott erzählt, geht keine unnötigen Umwege und wird nie langweilig. Das reicht um über die Laufzeit routiniert zu unterhalten, mehr aber auch nicht.
Bei all den aufgezählten Defiziten wäre es wünschenswert gewesen, Lafia hätte zumindest mit härteren Effekten gegen halten können. Aber nein, der Streifen kommt so zahm daher, wie die optische Wirkung des Hundes. Letzten Endes ist dieser guckbare Film kein Werk für den Horrorfan, sondern für Menschen die dem Charakter von Sheedys Rolle ähneln. Erkennbar wird dies in der sehr extremen Vermenschlichung des Hundes. Das könnte man bis zu einem gewissen Grad noch entschuldigen, wenn man die ungewöhnlichen Fähigkeiten des Tieres mit einbezieht. Dann wäre aber maximal sein vermenschlichtest Verhalten zu akzeptieren. Seine Wünsche und sein Gefühlsleben ebenfalls zu vermenschlichen, ist allerdings auch in Hinblick auf seine genetische Sonderausstattung nicht mehr sinnig.
Bis auf einige genetischen Veränderungen bietet der Film auch nie Überraschungen. Aber das wundert bei einem solchen Produkt ohnehin kaum. Schon wenn im Mittelteil dieses Tierhorrors eine Hunde-Sexszene angedeutet wird, ist dem letzten klar, welches Schicksal der Köter im Finale erleiden wird und wie der Schluss-Gag ausschaut. Ebenso überraschungsarm kommt die Vergangenheit des Wissenschaftlers daher, das gab es auch schon ganz oft in Horrorfilmen.
„Man‘s Best Friend" ist ein braver Tierfilm, der sich selbst Horrorfilm nennt, jedoch nur für das Boulevardpresse lesende und Privatfernsehen-verseuchte Publikum gedreht wurde, welches falsche Gefühle gerne und oft mit den richtigen verwechselt und das für seine Verhältnisse mal etwas ganz hartes sehen möchte. Horrorfreunde können darüber nur schmunzeln, sollten mit diesem Film aber auch nicht zu streng umgehen. Es muss ja nicht jeder Horrorfilm auch für uns gedreht sein, sollen die RTL-Gucker doch auch mal etwas halbwegs anständiges gucken. Denn aus diesem Blickwinkel ist Lafias Film wesentlich besser als die ganzen Talkshows, Reality-Sendungen und Gerichts-Shows, die unsere Fernsehlandschaft gedankenlos ins Land verstreut. OFDb
Bis auf einige genetischen Veränderungen bietet der Film auch nie Überraschungen. Aber das wundert bei einem solchen Produkt ohnehin kaum. Schon wenn im Mittelteil dieses Tierhorrors eine Hunde-Sexszene angedeutet wird, ist dem letzten klar, welches Schicksal der Köter im Finale erleiden wird und wie der Schluss-Gag ausschaut. Ebenso überraschungsarm kommt die Vergangenheit des Wissenschaftlers daher, das gab es auch schon ganz oft in Horrorfilmen.
„Man‘s Best Friend" ist ein braver Tierfilm, der sich selbst Horrorfilm nennt, jedoch nur für das Boulevardpresse lesende und Privatfernsehen-verseuchte Publikum gedreht wurde, welches falsche Gefühle gerne und oft mit den richtigen verwechselt und das für seine Verhältnisse mal etwas ganz hartes sehen möchte. Horrorfreunde können darüber nur schmunzeln, sollten mit diesem Film aber auch nicht zu streng umgehen. Es muss ja nicht jeder Horrorfilm auch für uns gedreht sein, sollen die RTL-Gucker doch auch mal etwas halbwegs anständiges gucken. Denn aus diesem Blickwinkel ist Lafias Film wesentlich besser als die ganzen Talkshows, Reality-Sendungen und Gerichts-Shows, die unsere Fernsehlandschaft gedankenlos ins Land verstreut. OFDb
06.09.2012
ABOMINABLE (2006)
Ein Rollstuhlfahrer sichtet an einem Waldgebiet eine übergroße,
yetiähnliche Kreatur, die es vorzugsweise auf die Mädels von der
Blockhütte von gegenüber abgesehen hat...
Aus der Muppet Show entlaufen...
„Abominable“ entpuppte sich zu meiner Überraschung als spaßiges Horrorfilmchen für zwischendurch. Die Geschichte um ein Yeti-ähnliches Wesen wird etwas im Stil von „Das Fenster zum Hof“ erzählt, was einige Vorteile aufweist. Zum einen hätten wir da die Hilflosigkeit der im Rollstuhl sitzenden Hauptperson, dessen Pfleger ihm kein Wort glaubt. Zum anderen stehen dank dieser Erzählweise die erwachsenen Figuren im Vordergrund. Die im Genre zwingend scheinenden Teenierollen sind jene, die von der erwachsenen Hauptfigur beobachtet werden. Der Zuschauer bekommt sie, ähnlich wie der Held, nur mit Abstand präsentiert, was das eher untalentierte Spiel der Kreischgirls wesentlich erträglicher macht.
Dass bei dieser Voyeurnummer auch eine Nacktszene nicht fehlen darf ist klar. Dass ausgerechnet die unattraktivste Dame die Hüllen fallen lässt, ist dafür um so untypischer. Die bekannteren Namen aus dem Filmgeschäft, als da wären Jeffrey Combs aus „Re-Animator“, Paul Gleason aus „Der Frühstücksclub“ und Lance Henriksen aus „Aliens - Die Rückkehr“, haben sehr kleine Rollen erwischt, spielen diese aber unterhaltsam und nicht pflichtgemäß gelangweilt. Ohnehin haben sie nette Szenen ergattert. Henriksen darf z.B. nebenbei vom Darwin Award berichten, einer realen Auszeichnung, bei welcher jene geehrt werden, die auf besonders dumme Art gestorben sind.
So lustig gehen die Tode in „Abominable“ nicht vonstatten. Für einen derart kleinen, braven Routinehorror überrascht er dafür hin und wieder mit dem sehr blutigen Ableben seiner Figuren. Am übelsten trifft es hierbei den besagten Pfleger. Ihm wird die vordere Hälfte des Kopfes mit nur einem Happs abgebissen. Hierbei sieht man den kompletten Biss ebenso, wie den Leichnam mit halben Kopf, der zu Boden geschleudert wird.
Das Monster selbst ist so eine halbgare Sache. Von weitem wirkt es, und von nahem gefilmt hängt seine Wirkung von seinen Bewegungen ab. Da gibt es einige Kopf- und Bauchbewegungen, welche das Monster wie aus der „Muppet Show“ entlaufen wirken lassen. Andere Nahaufnahmen haben wiederum sehr wohl Potential. Manchmal macht das Gesicht der Kreatur einen zu steifen Eindruck, manchmal kommt es überzeugend rüber. Das Biest selbst ist sehr groß, und einem gelungenen Schlussgag sei dank, der den Ami bei seinem Tunnelblickdenken entlarvt, erfahren wir auch, warum es so viel frisst. Das Fressverhalten hätte ansonsten sehr unlogisch gewirkt, aber mit Unlogiken wird man in „Abominable“ ausnahmsweise ohnehin nicht zu sehr zugeschmissen. Dies ist für einen US-Horrorfilm dieses Produktionsniveaus eher selten.
Das Finale geht flott vonstatten, ist aber etwas schwächer umgesetzt als der Rest des Streifens. Mitunter liegt dies daran, dass eines der Teen-Girls nun mit in den Vordergrund rückt und schauspielerisch nicht mit dem Rest mithalten kann. Sie spielt nicht völlig untalentiert, aber nun einmal deutlich schwächer. Auch atmosphärisch lässt der Film im letzten Drittel etwas nach, dafür ist die Art, wie die Bestie ihren Tod findet, nett gewählt. Die ersten 60 Minuten sind im Vergleich zur finalen halben Stunde jedoch wesentlich spannender ausgefallen. Aber bei einem Film dieser Art ist es ohnehin erfreulich überhaupt einen funktionierenden Spannungsbogen geboten zu bekommen.
Dies ist der erste gelungene Yeti-Horror, den ich bisher sichten durfte. Und es ist schön mitzuerleben, wie eine solche Geschichte einmal halbwegs spannend und mit einem halbwegs wirksamen Monster erzählt wird. Und noch positiver überrascht ist man dann, wenn die Figuren zum Großteil nachvollziehbar handeln und deren Darsteller mimisch zu überzeugen wissen. Für den Horrorfreund, der mal wieder das kleine Filmchen für zwischendurch benötigt, sei dieser B-Movie also wärmstens ans Herz gelegt. OFDb
29.04.2012
MADHOUSE - DER WAHNSINN BEGINNT (2004)
Der Medizinstudent Clark beginnt ein Praktikum in einer
Nervenheilanstalt. Die Zustände dort sind unter aller Sau, der Leiter
der Anstalt arrogant. Als zwei Menschen getötet werden, forscht Clark
nach. Entweder scheint es zu spuken, oder jemand scheint nicht der zu
sein für den er sich ausgibt. Die interessantesten Hinweise bekommt der
Praktikant ausgerechnet von einem Patienten aus der Abteilung für die
hoffnungslosesten Fälle...
Über Wahn und Sinn...
Über Wahn und Sinn...
Während der Titel vermuten lassen könnte, dass es sich hierbei um den in Insiderkreisen beliebten „Madhouse“ aus dem Jahre 1980 handeln könnte, erinnert der Inhalt der Geschichte viel eher an eine alte „Raumschiff Enterprise“-Folge, in welcher ebenfalls etwas in einer Nervenheilanstalt nicht stimmte. Regisseur Butler legt allerhand Fährten, freilich auch jene, welche sich später als die Wahrheit herausstellt. Somit ist es möglich bereits vor der Auflösung hinter die seltsamen Geschehnisse im Irrenhaus zu kommen, selbst dann kann „Madhouse“ jedoch Vergnügen bereiten.
Der sehr kostengünstig produzierte Streifen kommt in schlichtem Videobild daher, veröffentlicht mit einer passablen, wenn auch nicht aufregenden Synchronisation und lebt aufgrund seiner handwerklichen Routine einzig von seiner Geschichte und dem Versuch der Schauspieler möglichst glaubhaft zu agieren. Ob es der undurchschaubare Chef der Anstalt ist, geisterhafte Erscheinungen, verdächtige Arzthelferinnen und Krankenpflegerinnen, brutale Aufseher, der Praktikant selbst oder einer der vielen Geisteskranken, der Möglichkeiten gibt es viele und Butler versucht uns recht bemüht zu verwirren. Ich persönlich fand die Hinweise zur Auflösung zu eindeutig, ahnte somit bereits in die richtige Richtung, blieb jedoch dennoch mit meiner Vermutung skeptisch, immerhin ist eine solche Produktion nicht immer logisch. Von „Madhouse“ kann man jedoch behaupten, dass er es ist, zumindest so viel wie er es für einen kleinen B-Movie-Horror sein muss um glaubwürdig zu sein.
Über die visuellen Effekte wollen wir besser nicht sprechen, die kommen aber ohnehin nur selten zum Einsatz. Hauptdarsteller Joshua Leonard weiß einiges inmitten von Routine aufzufangen, gehört sicherlich nicht zu der A-Liga der Schauspieler, brachte aber immerhin schon 12 Jahre Berufserfahrung mit, so dass sein Talent reicht den Löwenanteil der Story auf seinen Schultern zu tragen. Der immer wieder gern gesehene Lance Henriksen hat einen recht geringen Part erwischt. Den unheimlich in Szene gesetzten Geisteskranken, der Clark scheinbar nützliche Tipps gibt, ist nie zu erkennen und der Rest spielt okay, nicht mehr und nicht weniger.
Für einen kleinen Billigfilm ist „Madhouse“ recht anständig inszeniert, weiß er doch über seine komplette Laufzeit zu unterhalten, und das selbst wenn man, wie ich, in die richtige Richtung vermutet. Nach einem Ausflug ins Komödienfach blieb Regisseur Butler dem Horrorgenre treu und inszenierte u.a. den zweiten oder dritten Teil der „Demonic Toys“-Reihe (je nachdem ob man „Tod im Spielzeugland“ dazu zählt oder nicht) und den dritten Teil der „Gingerdead Man“-Reihe. Wie es scheint ist er somit zur Zeit für Charles Band tätig.
Somit scheint er seinen Möglichkeiten treu geblieben zu sein und ich werde sicherlich beizeiten mal neugierig in diese Folgewerke reinschnuppern, bin ich doch nicht nur selbstbekennender und damit einsamer Band-Fan, sondern kann mir auch regelrecht vorstellen wie sich dessen Vorstellungen mit Butlers Stil vereinen lassen. Wie auch immer: Vielseher können gerne einmal „Madhouse“ einschalten. Zwar bekommt man kein psychologisch kniffliges Puzzle geboten, aber dafür unterhaltsame 1 1/2 Stunden Horrorunterhaltung im Krimi-Stil. OFDb
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