Posts mit dem Label Owen Wilson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Owen Wilson werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21.08.2025

Querbeet im phantastischen Kino unterwegs - Kurzkommentare (8)

 

Das Geisterschloss (1999)

Wer einen der besten Horrorfilme neu verfilmt, der tut gut daran völlig andere Wege zu gehen. Doch auch wenn Suspense gegen einen Haufen Spezialeffekte ersetzt wurden, so konnten die bereits zur Entstehungszeit keinen Grusel atmosphärisch ersetzen. Mittlerweile sind sie zudem schlecht gealtert. Warum man das Ganze inhaltlich umgeschrieben hat, indem man aus Spukforschung eine Schein-Schlaftherapie machte, obwohl kaum wer der Anwesenden ein passender Patient dafür wäre, und warum aus dem Unerklärlichen eine moralinsaure Story um einen Kinderschänder wurde, weiß sicher nur der, der auf die Idee kam für einen Horrorfilm Owen Wilson zu besetzen. Komischer Weise funktioniert "The Haunting" (Originaltitel) lange Zeit auf plumpe Art dennoch. Erst in den ungefähr letzten 20 Minuten baute man nur noch Mist.  OFDb  

 

Creep Van (2012)

Aufgrund einer leichten humoristischen Anwesenheit, welche die Steifheit der Hauptfigur in diesem nur semi-professionell besetzten Film gekonnt aufbricht, dachte ich zunächst es mit einem sympathischen Vertreter der Gattung Billig-Horror zu tun zu haben. Nun, die Hauptfigur blieb überraschend zugänglich, der Rest jedoch nicht. Mal davon abgesehen, dass man es hier nicht mit einer Kopie von "Christine" zu tun bekommt, wie uns der Covertext der deutschen DVD einreden möchte, der menschliche Psychopath hinter allen Taten ist zu nervig und freakig ausgefallen, wirkt bereits am Telefon wie ein vulgärer Prolet, und das macht als Aggressor nix her, auch nicht im augenzwinkernden Sinne. Der Plot ist konfuser Natur, zwischenmenschliche Annäherungen wirken nicht glaubwürdig. Zwar ist man in "Creep Van" bemüht einen eigenen Stempel aufzudrücken, aber das Ergebnis weiß so gar nicht zu gefallen. Schade! Aber über ein böses Auto hätte ich mich ohnehin mehr gefreut.  OFDb  

 

Joker - Folie à deux (2024)

Ich war im Vorfeld so misstrauisch wie damals beim genialen ersten Teil. An den kommt die Fortsetzung trotz erneuter Glanzleistung der Hauptrolle und einer überraschend gut wirkenden Lady Gaga zwar nicht heran, aber meinen Respekt haben die Erschaffer eines mutigen Werkes inmitten des ansonsten eher auf Standard setzenden Superheldenbereiches, zumal wir es hier mit einem der beiden großen Studios diesbezüglich zu tun haben. Der Gesang, der überraschender Weise erst nach 20 Minuten einsetzt und so viele Zuschauer vergraulte, weiß nicht nur zu wirken, sondern setzt psychologische Botschaften, bzw. spiegelt den psychologischen Wandel des Schurken wider. Die Geschichte setzt sowohl anders an, als nach Teil 1 vermutet, und geht außerdem immer wieder andere Wege, als man ihr schlaumeierisch prophezeit. Gerade der Schluss wird manch einen verdutzt zurücklassen, passt aber gekonnt ins Batman-Universum, eben weil die beiden Filme sonst nur bedingt an die bekannte Marke erinnern. Insgesamt bleibt die Geschichte jedoch zu austauschbar und lebt letztendlich nur davon anders sein zu wollen.  Wiki   

 

Shin Ultraman (2022)

Im Original Ultraman, in der deutschen Version ein Shin davor gemogelt, könnte man meinen, dass nur die Deutschen auf den Erfolg von "Shin Godzilla" aufspringen wollten, aber es herrscht tatsächlich Verwandtschaft zwischen den Werken, z.B. bei der Musik und bewussten Benennungen des Vorbildes. Nun hatte es die Marke Ultraman hierzulande nie leicht, wenig ist erschienen, umso schöner war es einen Blick zu riskieren. Nicht ganz so schlimm auf Kinderfilm getrimmt, wie die Reihe rund um Gamera, aber eben mehr als in den meisten Fällen der japanischen Godzilla-Filme, funktioniert das Rezept ein wenig wackelig. Hinzu kommt, dass uns mit drei Geschichten nacheinander, getarnt als kompletter Plot, als Konzept eher die Kinoversion einer Serie vorgesetzt wird. Und da von dieser die erste Geschichte am besten funktioniert, ist der Höhepunkt des Streifens bereits nach dem ersten Drittel geliefert. Es folgt ein etwas magerer Mittelteil und ein ganz nettes letztes Drittel. Neueinsteiger ins Franchise bekommen glücklicher Weise alles erklärt.  OFDb  

 

House of the Creeping Death (1983)

Der von George A. Romero produzierte "House of the Creeping Death" ist lediglich ein Zusammenschnitt diverser Episoden aus der TV-Serie "Tales from the Darkside" und damit kein eigenständiger Film. Und sollten die Geschichten wirklich Pate für die Serie stehen, quasi als Vorzeigeepisoden, dann kann man diese wohl vergessen, bietet man uns doch nicht gerade gut funktionierende Kurzgeschichten an, zumal sie veraltet anmuten, anstatt nettes Retro-Flair zu versprühen. Die beste Geschichte findet sich am Schluss, aber selbst bei ihr muss man durch allerhand langgezogene Dialoge hindurch, bevor man sich an ihrer gelungenen Pointe ergötzen darf. Der Rest ist Standard von der Stange, u.a. von einer Mumie, Käfern und teuflischem Gebäck handelnd. Eine Konkurrenz für "Twilight Zone" oder Spielbergs "Unheimliche Geschichten" ist das nicht.  OFDb  

08.07.2018

EIN MANN FÜR ALLE UNFÄLLE (2008)

Sicherlich klingt das Rezept nach der typisch ausgelutschten Ami-Familienfilm-Soße. Teenager sind in Nöten, fallen auf einen Blender herein, dem tut es schließlich leid, und er bereut alles was er getan hat, denn Freundschaft ist das wichtigste im Leben. Freilich beweisen sich auch die Loser im Kampf gegen ihre Peiniger, und am Ende schwebt über allen Beteiligten eine heile Welt. Und ja, man kann "Drillbit Taylor - Ein Mann für alle Unfälle" (Alternativtitel) nicht gerade einen hohen Grad Kreativität zugestehen, und sicherlich verlaufen einige brauchbare Ansätze, wie der Stiefvater der Hauptfigur, der einst selbst Schulschläger war, voll von vertanen Chancen ins Leere. Aber ich kann mir nicht helfen, ich mag diesen vorhersehbaren, überraschungsfreien Film.

Das liegt natürlich u.a. daran, dass ich Owen Wilson gerne sehe, und dieser tatsächlich hervorragend in die vorgegebene Loser-Rolle hineinpasst. Nun ist es nicht so, dass diese Erkenntnis erst durch den hier besprochenen Film entsteht, schließlich war der gute Mann schon immer die passende Besetzung für Sonderlinge, aber die Rolle des Drillbit ist ihm wahrlich auf den Leib geschrieben, anbei u.a. von Seth Rogen, der mit einem Partner zusammen das Drehbuch verfasste. Die Rolle Owen Wilsons kommt weit weniger trottelig daher als man vermuten würde, so dass wir es hier nicht mit der würdelosen Art des Anti-Helden zu tun bekommen. Selbiges gilt für die drei im Zentrum stehenden Außenseiter. Die sind zwar nicht sonderlich sympathisch besetzt, aber sehr passend. Vielleicht etwas zu sehr, konnte ich doch nie wirklich Mitleid zu ihnen aufbauen. Dabei ist ihr Gegenspieler wahrlich ein Ekel und in seinem Mix aus vernünftig wirkend, nett lächelnd und sadistisch grinsend hervorragend besetzt.

Kurzum: es liegt an der Besetzung, dass die eigentlich simple Story um drei Schüler, die sich einen Betrüger als Bodyguard kaufen, nicht ins Leere läuft. Gewöhnlich ist die Umsetzung tatsächlich ausgefallen, da kann ich auch als Sympathisant des Streifens nichts schön reden. Regisseur Steven Brill kommt durch seine Arbeiten "Little Nicky" und "Mr. Deeds" ohnehin aus der Adam Sandler-Ecke, da darf man nicht zu viel erwarten. Aber dank des Verzichts auf Schmalz, Belehrungen und erhobenen Zeigefinger, Zutaten die ansonsten üblich sind in amerikanischen Familienfilmen, weiß das Ganze unverkrampft und unterhaltsam daherzukommen, so dass man sich den Film nach einem anstrengenden Arbeitstag zur anspruchslosen Ablenkung ruhig geben kann. Ich habe ihn seit seinem Erscheinen damals nun nach einigen Jahren ein zweites Mal gesehen und fühlte mich erneut nett unterhalten. Wer jedoch aufgrund des Drehbuchs von Seth Rogen dessen üblichen Provo-Humor erwartet, wird enttäuscht werden. "Drillbit Taylor" (Originaltitel) ist eine völlig harmlose, jugendfreie Komödie.  OFDb

24.03.2014

EIN JAHR VOGELFREI! (2011)

In manchen Ländern, wie z.B. in den USA, ist das Birding, das wir hier schlicht als Vogelbeobachtung kennen, ein heißbegehrtes Hobby unter Gleichgesinnten. Und obwohl sich diese Leute für ihre Freizeitbeschäftigung teilweise so viel Zeit nehmen, dass sie sogar mit dem Flugzeug durch die Gegend ziehen um in bestimmten Jahresabschnitten seltenere Vogelarten an ganz speziellen Orten aufzuspüren, darf man sich als Cineast berechtigt die Frage stellen: lohnt sich ein Film über Menschen, die Vögel gucken?

Nun ja, klingt als Drama plump, mag aber sicher als Komödie funktionieren, denkt man sich im nächsten Schritt. Und Jack Black, Owen Wilson und Steve Martin auf der Besetzungsliste klingen dann doch verführerisch, auch wenn sie alle ihre beste Zeit hinter sich haben. Aber scheinbar lockten diese Stars nicht nur das Publikum, sondern auch die Produzenten. Schaut man sich das müde und ereignislose fertige Produkt an, bekommt man das Gefühl, dass da nur Geld wegen der Stars floss. Warum sollte man sonst Kapital in dieses Projekt fließen lassen? Weil man den ersten Film über das Birding als Hauptthema fertigstellen wollte? Wohl kaum! Andererseits: wer weiß?!

„Ein Jahr vogelfrei!“ ist nun nicht die Schlaftablette, die man nach diesen Zeilen vermuten würde, auch wenn ich nach 30 Minuten dachte, dass ich eine komplette weitere Stunde nicht überstehen würde. Ab einem gewissen Punkt interessiert man sich als hartnäckiger Zuschauer dann schon wie die recht vorhersehbare Geschichte ihr Ende findet, zumal keine der Figuren bösartig gezeichnet ist. Wer soll also gewinnen?

Jedoch geht alles so versöhnlich vonstatten dass die Geschichte ohne Schmackes erzählt wird. Selbst die Schurkenrolle, die Owen Wilson zugeschrieben bekommt und auch schon des öfteren zur Zufriedenheit des Publikums bewerkstelligt hat, wird viel zu nett dargestellt, was zwar zum Ende hin für einige Überraschungen sorgt, aber statt dieser hätte ich definitiv lieber eine etwas schwungvollere Geschichte gesichtet.

Dass bei diesem Hobby in der Ruhe die Kraft liegt und der Film deswegen nicht der „Speed“ der Komödienwelt werden konnte/durfte, ist mir schon klar, aber ein Film über ein kaum nachvollziehbares Hobby, bei dem es lediglich darum geht mitzufiebern wer denn nun gewinnen mag, der scheint tatsächlich nur deswegen umgesetzt zu sein, weil irgendwer mit Geld das Birding irre aufregend findet. Somit ist „The Big Year“ (Originaltitel) ein Film mit schrulligen Figuren für schrullige Menschen, Menschen die rein zufällig voll aufs Vogelbeobachten abfahren. Bitte, soll‘s ja geben. Aber um mich zu unterhalten waren weder die Figuren schrullig genug, noch die Situationen a la Coen-Brüder  schrullig genug umgesetzt.  OFDb

19.02.2014

CABLE GUY (1996)

Ende der 80er Jahre und Anfang der 90er Jahre war die Zeit schlechthin in welcher im Kino Normalbürger in Thrillern Opfer von Psychopathen wurden, die das Privatleben der Zielperson unerträglich machten. Sei es auf Distanz als penetranter, lärmender Mieter den man nicht los wird, so wie es in „Fremde Schatten“ der Fall war, oder auf privaterer Ebene wie eine ihr Vorbild kopierende WG-Bewohnerin in „Weiblich, ledig, jung sucht...“ oder ein nicht verschwinden wollender Seitensprung a la „Eine verhängnisvolle Affäre“, man wurde die Quälgeister einfach nicht los, die einem ordentlich Schaden zufügen wollten.

1996 war es also höchste Zeit mit diesem Genre komödiantisch aufzuräumen. Ben Stiller, den die meisten als Komiker aus Hauptrollen kennen, führte kurz vor seinem Durchbruch mit „Verrückt nach Mary“ die Regie und bekam für die Rolle des Psychopathen Jim Carrey engagiert, der sich gerade auf seinem ersten Aufwind befand, zwei Jahre durch Werke wie „Ace Ventura“ und „Die Maske“ berühmt war, und der seiner Karriere fast hätte Lebewohl sagen müssen, nachdem „Cable Guy“ beim Publikum so gravierend abstank.

War er eines dieser verkannten Meisterwerke, die erst im Nachhinein zum Kultstatus werden sollten, weil er seiner Zeit mit der Kritik des Amis liebsten Kindes, dem TV, für das Massenpublikum zu kritisch umging? Nein, das kann man leider nicht behaupten. „Cable Guy“ leidet lediglich daran ebenso penetrant zu sein wie die zentrale Nervensäge, wie der deutsche Beititel die Figur des Chip etwas ungünstig nennt. Das macht Ben Stillers zweite Langfilm-Regiearbeit nicht ungenießbar, ist er doch nicht viel schlechter als der mit Spezialeffekten überschwemmte „Die Maske“, aber er hätte das Potential zu mehr gehabt, gerade wegen der sehr passenden Besetzung in der Psychopathen-Rolle.

Stiller ruht sich jedoch viel zu sehr darauf aus zwei extrem unterschiedliche Charaktere aufeinander knallen zu lassen, und den unsensiblen Part derart zu überzeichnen, dass er von Anfang an als unangenehm auffällt, und der rein vom Mitleid seiner Mitmenschen lebt. Auch ich kenne solche Menschen, und man muss nicht erst so eine ehrliche Haut wie Steve sein, um sie rein aus Mitleid zu sehr in sein Leben zu lassen, von daher ist das Grundszenario sogar aus dem Leben gegriffen. Was suchen solche Menschen auf penetrante Art Freundschaft, nicht begreifend was sie psychologisch und auf sozialer Ebene falsch machen, so dass sie immer bei neuen Leuten bei Null anfangen müssen.

Im Extremfall „Cable Guy“ mischt sich Chip in das Leben Stevens ein, macht ihm übertriebendste Geschenke, hilft ihm beim Zurechtrücken der in Scherben liegenden Partnerschaft und schenkt ihm Selbstsicherheit mit Hilfe einer Prostituierten, die der ahnungslose Steve für eine an ihm interessierte Frau hielt. Spätestens diese Aktion sorgt dafür dass Steve die Notbremse zieht. Nun hat er seine in Trennung lebende Freundin mit einer Nutte betrogen. Wie soll er der guten Frau dies erklären? Die Freundschaft zu Chip muss beendet werden.

Was Chip von da an treibt, passt ins Zeichen der Zeit und bereitete uns darauf vor was mittels der Technik in Zukunft noch viel einfacher zu vollbringen werden würde. Chip besitzt genügend Informationen und auch genug Quellen um an diese zu geraten, um Freundschaftsverräter Steve in Schwierigkeiten zu bringen. Fotos, private Videoaufnahmen, Stalking, das sind alles Themen der Moderne, die in „Cable Guy“ früh erkannt wurden und in der Extreme der Möglichkeiten später selbst in ernstzunehmenden Dramen wie „Homevideo“ thematisiert wurden, eben weil der Eingriff in die Privatsphäre mittels Internet Jahre später zu Möglichkeiten führte, mit denen man schwache Existenzen regelrecht zerstören kann.

Scheitert „Cable Guy“ daran dass er sich übernimmt, in dem er dieser Thematik zusätzlich jene des übermäßigen Fernsehkonsums hinzufügt? Nein, der Aspekt dass Chip seit Kindheit an so viel TV guckt, dass er den Bezug zur Realität verloren hat, ist nicht zu viel Fülle für eine simple, kleine Komödie, ist theoretisch sogar ein recht interessanter Ansatz, wenn auch nicht wirklich nötig für das bereits vorhandene Potential.

„Cable Guy“ krankt letztendlich daran all diese Bereiche viel zu unsensibel einzusetzen. Die TV-Moral wird gegen Ende zu sehr aufs Auge gedrückt, spätestens dann fragwürdig werdend wenn das Medium Buch mal wieder als etwas wertvolleres dargestellt wird als die olle Flimmerkiste. Die unangenehmen Seite einer Freundschaft mit Chip wird völlig unnötig mit einer viel zu langen Szene ins Extreme hochgehievt, wenn Steve sich während eines Mittelalter-Kampfes gegen den realitätsfernen Gewalttäter zur Wehr setzen muss. Und es gibt der Beispiele noch sehr viele mehr zu nennen, in welcher „The Cable Guy“ einfach subtiler hätte umgesetzt werden müssen, um ihn ernster nehmen zu können, etwas das Ben Stiller trotz aller Komik und trotz ewiger Grimassenschneiderei Jim Carreys durchaus am Herzen lag.

Dieses in die Kacke hauen, wie man es definitiv nennen kann, nimmt „Cable Guy“ nicht nur seine Möglichkeiten zur Tiefe, er nimmt den Situationen auch die Möglichkeit zur Identifikation, womit nur Figuren in ihrem Stereotype-Kostüm innerhalb einer hanebüchenen, zur Groteske überschwemmten Geschichte bleiben, welcher der nötige treffsichere Satiregehalt fehlt um auch als Groteske zu wirken, anstatt zum Nonsens-Klamauk mit Thriller-Touch zu werden. „Cable Guy“ ist zu unsensibel, zu penetrant, und in dieser Art zwar noch immer überraschend guckbar, aber nicht wirklich kurzweilig unterhaltend. Ein Glück, dass dieser Film nicht der Karriere Jim Carreys schaden sollte, erwies der sich den blindesten der blinden Cineasten doch spätestens in „Der Mondmann“ sichtbar endgültig als großes Schauspiel-Talent, das zu mehr fähig ist als zur reinen Grimassenschneiderei.  OFDb

03.04.2013

WOHER WEISST DU, DASS ES LIEBE IST (2010)

Die Berufssportlerin Lisa Jorgenson ist aufgrund ihres Alters frisch aus dem Team geworfen worden, da geht sie eine Beziehung mit dem Baseball-Star Manny ein. Und während Lisa noch am grübeln ist, ob diese Beziehung mit dem Egoisten auch das richtige ist, da verliebt sich der ewige Versager George in sie. Für den hat sie aufgrund eines katastrophalen Dates kein Auge, aber so nach und nach entwickelt sich zumindest eine Freundschaft zwischen den beiden...  

Woher weißt Du, dass das lustig ist?...
 
James L. Brooks ist nicht jedermann ein Begriff. Dieser Mann gehört zu den Zuständigen für die Serie „Die Simpsons“, und der ebenso geniale Film „Besser geht‘s nicht“ geht ebenso auf sein Konto. Gerade mit letzterem Beispiel lieferte er den Beweis ab auch in einer tragisch angehauchten Komödie etwas umwerfend lustiges abliefern zu können, und der Name war fast Programm.

Besser geht‘s nicht“ bot eine hervorragende Besetzung, eine bessere als die von „Woher weißt Du, dass es Liebe ist“, aber auch die braucht sich nicht zu verstecken. Während Paul Rudd, der in erster Linie als Josh aus „Clueless“ zu gefallen wusste, meiner Meinung aber auch eine tolle Darstellung in „Beim ersten Mal“ auf die Beine stellte, von allen hier wichtigen Rollen wohl das unbekannteste Gesicht dieses Streifens ist, braucht man Menschen wie Reese Witherspoon, Owen Wilson und Jack Nicholson nicht vorzustellen.

Romantische Komödien mit Witherspoon hauen oft nicht hin (wie z.B. „Sweet Home Alabama“ beweist), da darf man zu Recht etwas kritisch bleiben. Und Owen Wilson ist eher Sympathisant als wirklich guter Schauspieler. Aber zumindest die Anwesenheit Jack Nicholsons darf im Vorfeld positiv stimmen, war er doch auch der Star in „Besser geht‘s nicht“ und einer der Gründe warum der Film fast so gut wie sein Titel war. Und siehe da, Nicholson gehört tatsächlich zu den Pluspunkten des hier besprochenen Streifens, darf mimisch überagieren und gerade deshalb wunderbar komisch einen Egomanen in Reinform verkörpern, und das weiß in all seinen Auftritten auch zu gefallen. Allerdings spielt Nicholson eine relativ kleine Rolle.

Immerhin darf Witherspoon lange Zeit nach „Eiskalte Engel“ und „Election“ endlich mal wieder gefallen. Dies weniger im niedlichen Sinne, was man bei einer Romantik-Komödie vermuten könnte. Aber dafür wäre ihr Charakter auch viel zu falsch ausgelegt. Brooks geht es bei Witherspoons Rolle Lisa nicht um Niedlichkeit. Nein, sie soll möglichst authentisch wirken, in einer gefühlsverwirrten Welt, die Liebe nie kennen gelernt habend, aber das Herz am rechten Fleck tragend.

Dies hat auch die Rolle Paul Rudds, die allerdings selbst für eine RomCom viel zu soft daher kommt. Zwar darf der gute Mann zu recht in Selbstmitleid zerfließen, bei all der Scheiße die auf ihn herabregnet, aber seine viel zu frühe Besessenheit für Lisa, die man nun wirklich nicht mehr Liebe nennen kann, macht doch viel an einem Charakter kaputt, der eigentlich positiv gemeint sein soll.

Dass er dennoch liebenswürdiger wirkt als sein Konkurrent, liegt einzig daran, dass man Owen Wilson mit Absicht eine arg egoistische Figur spielen lässt, die zwar durch ihre Unbedarftheit all die lachfördernden Ego-Touren nicht böse meint, aufgrund seiner Charakterzeichnung aber nie eine ernsthafte Wahl für den Final Part an der Seite Witherspoons wird. Da mag nur wer sehr naives zweifeln wer denn am Ende nun das Herz Lisas erobern darf und wer nicht.

Doch auch wenn es der Tragik etwas zu viel und des Humors etwas zu wenig gibt, und auch wenn die von Rudd gespielte Figur als eine der wichtigsten nicht so zu wirken weiß wie es Brooks gerne hätte, irgendwie weiß „Woher weißt Du, dass es Liebe ist“ dennoch zu funktionieren, wenn auch nur auf leichter Basis und weit davon entfernt ein Tipp in seinem Sub-Genre zu werden. Dafür verlaufen sich viel zu viele Storystränge ins Nichts, und dafür wird viel zu viel leer geschwätzt, wenn auch meist auf amüsante Art.

Denn die Dialoge sind ähnlich pfiffig wie die stillen Seiten der Figuren, sprich wo diese in ihrem Mittelpunkt oft versagen, weiß die Psychologie um sie herum zu wirken. Mag da wer bissigere Kommentare erhoffen oder aufdringlich komische, die Dialoge kommen situativ komisch daher und/oder bezogen auf die Charaktere des Streifens. Auf dieses stille Erscheinungsbild muss man entweder gepolt sein, oder man kommt ignorant vor Langeweile um.

Da es Brooks sowohl um Dialog als auch um Charaktere in erster Linie geht, dies also der Hauptaspekt als Unterhaltungswert seines Filmes sein soll, kann jemand der dies nicht entdeckt oder bei dem das nicht zündet, mit diesem Streifen auch nicht klar kommen. Umgekehrt: da Brooks diese Schwerpunkte im Gesamten selbst nicht komplett beherrscht, konnte er auch keinen weiteren Hit wie „Besser geht‘s nicht“ landen. Das ist schon recht schade.

Erschwerend kommt hinzu, dass der Romantikpart nicht wirklich zu überzeugen weiß, nur kurz vor Schluss doch einmal kurz aufflammt, wenn Rudds Rolle wenigstens etwas sympathischer geworden ist. Aber auch das verpufft wieder ganz schnell, wenn der finale Kuss ganz unromantisch eingefangen wird, ein Manko das in romantischen Komödien häufiger auftritt, z.B. bei dem sonst so bezaubernden „E-Mail für Dich“ mit Meg Ryan und Tom Hanks.

Als Pluspunkt bleiben also das sympathische Spiel Witherspoons, die kompletten Gastauftritte des wieder mal genialen Jack Nicholson, das Drehbuch in den Egomomenten der Rolle Owen Wilsons, sowie die eher versteckten Ecken und Kanten an den Restcharakteren und an den Dialogen. Für das Ergebnis einer wirklich überzeugenden Tragikomödie reicht das nicht aus, dafür ist ein Teil der Pluspunkte noch zu lasch ausgefallen. Aber für ein amüsantes Dranbleiben für das Unterhaltungsfilmchen zwischendurch reicht es aus. Auch wenn man sich am Ende fragt, was die ganze Geschichte eigentlich nun sollte.  OFDb

19.03.2013

NACHTS IM MUSEUM (2006)

Larry wird Nachtwächter in einem Museum. Was wie ein ruhiger Job klingt, entpuppt sich als nervenaufreibende Aufgabe. Denn durch ein magisches Objekt erwachen jede Nacht alle Ausstellungsstücke zum Leben. Soldaten bekämpfen sich, Dinosaurierskelette wandern umher, bei all dem Treiben ist es gar nicht so einfach für Ordnung zu sorgen...
 
Lebendige Geschichte...
 
Bei "Nachts im Museum" rechnete ich mit einem dieser fantasielosen und kitschigen als Familienfilm getarnten Effekt-Werke aus Amerika a la "Hook" und "Jumanji". Stellenweise funkelt das politisch korrekte, gefühlspolierte Niveau dieser Werke zwar durch, aber überraschender Weise macht das ganze sogar ziemlich Spaß. Unterstützt durch wirklich hervorragende Tricks und einem Staraufgebot, das in dieser Extreme wieder einmal nicht nötig gewesen wäre, bekommt man hier eine kunterbunte Geschichte präsentiert, bei der die Formulierung "für die ganze Familie" endlich mal wieder passt.

Ben Stiller glänzt wie immer, ist aber eigentlich ein viel zu talentierter Komiker, um in einem solch routinierten Film eines Genres mitzumachen, in welchem schon Robin Williams (der auch hier mitmacht) des öfteren auf die Nerven ging und seinen Ruf zerstörte. Man kann nur hoffen, dass er diesem Subgenre nicht so treu bleibt wie Williams, der hier in seiner Nebenrolle überzeugt.

Die schauspielerische Überraschung dieses Films war Owen Wilson. Der gute Freund Stillers, der in vielen seiner Filme auftaucht, ist einer jener Schauspieler, die so bekannt sind weil man sie ständig sieht, nicht aber unbedingt wegen ihres herausragenden Talentes. In meinen Augen ist Wilson auch weniger ein Schauspieler als viel mehr ein (sympathischer) Darsteller, und in "Nachts im Museum" wurde ihm eine Rolle beschert, die er mit sichtbarer Spielfreude im kindischen Cowboyspiel zum Besten gibt. Einige der Lacher und Schmunzler sind ihm zu verdanken.

Die Geschichte selbst ist relativ banal, wird im groben auch inhaltlich erklärt, damit das ganze nicht komplett sinnlos wirkt. Allerdings herrscht bei inhaltlichen Kleinigkeiten dennoch Erklärungsnot. Viel zu vieles muss man einfach hinnehmen. Stinken die Tiere nicht, wenn sie lebendig werden? Hört draußen vor dem Museum keiner das Treiben dessen was innen geschieht? Nur zwei von wirklich vielen offenen Fragen. Zumindest achtete man darauf, dass auch jeder kleine Handlungsstrang nicht (all zu sehr) ins Leere läuft. Was angefangen wird, wird auch beendet, und sei es im Falle der drei gelungen besetzten Nachtwächter erst nach den ersten Schriftzügen des Abspanns.

Der "Vater ist der Beste"-Schnulz, wie er für einen US-Familienfilm typisch ist, ist diesmal erträglich, da nicht komplett dick aufs Brot geschmiert, eingebracht. Viel nerviger jedoch ist die Haltung der Mutter, die für uns als nicht ganz so pseudopolitisch korrekten Europäer schwer nachvollziehbar ist. So wie sie ihr Kind vor allem Bösen beschützen will, würde jeder vernünftige Pädagoge Amok laufen. Dieses Überbehüten des Kindes und der mit Schnulzgerede diskriminierende Umgang mit dem männlichen Elternpart ist aber, laut amerikanischer Filme, Alltag in den USA. Man kann nur hoffen, dass dies ein Filmklischee ist und nichts weiter. Filme wie "Der Dummschwätzer" sind aber auch in diesem Bereich extremer als „Nachts im Museum“.

Letzten Endes hat man es hauptsächlich Ben Stiller mit seiner Darbietung zu verdanken, dass der ganze Trubel guter Elemente auch zu einem gelungenen Ganzen wird. Das nächste mal möchte ich ihn aber lieber wieder in einer seiner schrägeren Komödien sehen oder gern auch wieder tragikomisch wie in "Die Royal Tenenbaums". Eine bessere Beurteilung würde ein solcher Film von mir erst dann bekommen, wenn er den unzumutbaren typischen US-Kitsch endlich einmal komplett aus dem Drehbuch verbannen würde. Etwas mehr Individualität hätte "Nachts im Museum" zu einem besseren Ergebnis verhelfen können. Denn eins ist klar: Eine routinierte Geschichte bekommt man nicht wesentlich flotter durch tolle Effekte und namhafter Darsteller.  OFDb