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10.08.2016

IN UND OUT (1997)

Kevin Kline mag während seiner kurzfristigen berühmten Phase auf das Komödien-Genre festgenagelt gewesen sein, aber in seinen unterschiedlichsten Rollen in „French Kiss“, „Ein Fisch namens Wanda“, „Dave“ und „Ich liebe Dich zu Tode“ durfte der Mann, der auch in anderen Genres u.a. in „Grand Canyon“ und „Hamlet“ zu überzeugen wusste, beweisen wie wandlungsfähig er ist. So wurde auch der Komödienspezialist Frank Oz auf den talentierten Mann aufmerksam und es entstand das gemeinsame Projekt „In und out“, welches vordergründig mit der Prüderie Amerikas spielt, mit treffsicheren Sidekicks aber auch die Verlogenheit Hollywoods, das Fernsehen, Supermodels und manch anderes geliebte Kind des Durchschnitts-Amis durch den Kakao zieht.

Oz hat mit Werken wie „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ und „Was ist mit Bob?“ schon besseres abgeliefert, aber auch der schlichte „In & Out“ mag gefallen, auch wenn er hin und wieder seine Hauptthematik zu anbiedernd und Klischee-beladen präsentiert. Dass ein Mann kultiviert und gleichzeitig heterosexuell sein kann, ist in den Augen der Amerikaner scheinbar eine Unmöglichkeit, aber man vergibt dem Streifen die Vorurteile die er vertritt, während er gleichzeitig gegen ebensolche ankämpfen möchte, trifft die Komödie doch ansonsten meist den richtigen Ton und rettet sich spätestens durch die Verspieltheit seiner Schauspieler.

Würde Kevin Kline mimisch wie körperlich nicht alles geben, Tom Selleck könnte ihm glatt die Show stehlen, so sympathisch wie er gegen den Strich besetzt ist und dabei bestens gelaunt agiert. Auch Joan Cusack weiß zu begeistern, wobei ich ihren Part gerade durch die deutsche Synchronisation so treffsicher geraten finde. Die Restbesetzung ist mit Ausnahme von Matt Dillon eigentlich schon nicht mehr nennenswert, ist sympathisch ausgewählt (gerade der Vater Howards, den man z.B. als Bösewicht aus „Die Firma“ kennt), aber ohne große Herausforderungen versehen.
 Die Geschichte selbst weiß auch nicht gerade mit Überraschungen zu trumpfen, sie folgt dem typischen Muster der Heile Welt-Komödien mit seichter Kritik im Gepäck. Erst die unnötigen Randspinnereien, wie der Filmausschnitt aus Camerons Kriegs-Drama, die Lehrkassette die Howard zum Thema Männlichkeit hört und die Ausraster seiner Verlobten machen „In und out - Rosa wie die Liebe“ (Alternativtitel) zu jenem Stück Komödie, das man ins Herz schließt. Der Schluss mag ein wenig zu sehr an „Der Club der toten Dichter“ erinnern, ist aber mit dem Herz am rechten Fleck inszeniert. Letztendlich ist der Kampf um mehr Akzeptanz mit Schwulen ein ähnliches längst abgehaktes Thema wie der Kampf um Gleichberechtigung bei „Mona Lisas Lächeln“. Da macht es sich Hollywood gern zu leicht den Finger erst dann zu erheben, wenn die Masse längst ebenso denkt.

Dennoch ist das Drehen von Werken wie „In & out“, mit ihrer Botschaft für mehr Mut und Toleranz, sicherlich kein Fehler, erst recht wenn das Ergebnis nicht streng moralisch und bieder ausgefallen ist, sondern ganz im Gegenteil wie hier sogar recht verspielt daher kommt. Frank Oz‘ Werk mag für alle Beteiligten nicht das Highlight ihres Könnens oder ihrer Karriere gewesen sein, aber zu unterhalten weiß dieses schlichte Stück Film durchaus.  OFDb

13.01.2015

DAVE (1993)

Mit „Ghostbusters“ und „Zwillinge“ machte Komödienspezialist Ivan Reitman Karriere, nachdem er mit den lauten Bill Murray-Komödien „Babyspeck und Fleischklößchen“ und „Ich glaub‘ mich knutscht ein Elch“ auf sich aufmerksam machte. Wer dementsprechend bei „Dave“ nun mit einer satirischen Witzorgie rechnet liegt falsch. Satire ist „Dave“ sicherlich, bei all den Seitenhieben auf Politverbrechen, die er austeilt. Aber herausgekommen ist ein sanfter Film, eine Art Märchen für Erwachsene, das uns zeigt wie Politik im Idealfall laufen könnte, wenn Menschen mit Sozialengagement die hohen Ämter einnehmen würden.

Trotz allem kommt das System Amerikas in dieser Komödie noch viel zu gut weg. Gute Menschen gibt es bis ganz oben an der Politspitze, Intriganten sind leicht zu stoppen, und so weiter und so fort. Dass dies in „Dave“ überhaupt nicht stört liegt an den anderen Schwerpunkten die der Film setzt. Reitmans Komödie soll ein Wohlfühl-Film sein. Zwar keiner der eine komplett verschönte Politik vorlügt, aber einer der einen was-wäre-wenn-Gedanken verfolgt, welchem zu extreme Systemkritik im Weg stehen würde.

Wie erwähnt: „Dave“ ist ein Märchen. Deswegen darf sich die mit dem Präsidenten verstrittene First Lady auch in das sozialengagierte Double verlieben. Deswegen darf ein einfacher Unternehmer den Haushaltsplan sanieren (der wunderbare Charles Grodin in einer amüsanten Nebenrolle). Und deswegen läuft auch alles ganz glatt ohne dass irgendwelche Verräter, Durchblicker, Querdenker oder Zeugen die sich nicht bestechen lassen der ganzen Chose einen Strich durch die Rechnung machen - mal abgesehen vom Filmbösewicht, der irgendwann kontraproduktiv gegen Dave aktiv werden muss.

Die Geschichte die „Dave“ erzählt ist interessant, mit leichter Komik versehen und ursympathisch umgesetzt, weswegen ich mir diese Komödie auch bereits viele Male angesehen habe. Man fühlt sich einfach gut nach einem Film wie „Dave“, ganz ohne Unterforderung, ist dieses Werk doch trotz seines Märchengehalts mit Köpchen erzählt und keinesfalls so naiv ausgefallen wie es sich hier an mancher Stelle lesen mag.

Anhand der vielen Senatoren, die sich in Gastauftritten selbst spielen, merkt man freilich dass das Grundsystem der amerikanischen Regierung nicht kritisch hinterfragt wird. „Dave“ kritisiert nur die Art und Weise wie es von den Führern des Landes aus egoistischen Gründen ausgebeutet wird, jedoch ohne dabei ins Detail zu gehen. Nicht einmal Wirtschaftskritik wird angegangen. Und Jahre bevor er Gouverneur wurde, ist auch Arnold Schwarzenegger in einem Gastauftritt als er selbst mit an Bord. An berühmten Gesichtern wurde nicht gespart.

„Dave“ schaut sich jedoch aufgrund der großen Leistung von Kevin Kline so großartig, einem Mann der trotz so professionell gespielter Rollen wie in „Ein Fisch namens Wanda“, „In und out“ und „French Kiss“ nie zu den Top-Berühmtheiten der Branche wurde, obwohl er im kleinen Finger mehr Talent besitzt als viele Superstars am ganzen Körper. Kline spielt mit Herz, albert hin und wieder im stillen herum und schafft es, ähnlich wie Dieter Hallervorden in „Didi - Der Doppelgänger“ die beiden Figuren die er verkörpert in ihrer kompletten Art zu trennen, und es glaubwürdig darzustellen wie der anfangs noch naive Dave mit der Zeit in die Rolle des Präsidenten hineinwächst und erkennt wie er sich aus der Rolle der Marionette befreit bekommt.

„Dave“ verschweigt einige Polit-Probleme um seine Geschichte so erzählen zu können wie er es möchte. Und auch die Erklärung warum Dave den Platz des Präsidenten einnehmen soll ist sicherlich nicht wirklich überzeugend ausgefallen (wenn dafür aber wenigstens aufgrund der Situation psychologisch glaubwürdig). Aber all das wäre nur wirklich relevant, wenn es Reitman um mehr als einen leichten Stoff gegangen wäre. Oder wenn er all dies weglassen würde, um einen unangenehmen, manipulativen Propagandafilm zu drehen, was im Blockbuster-Kino Amerikas keine Seltenheit wäre, man schaue nur mal auf den fragwürdigen „Mensch, Dave!“ mit Eddie Murphy.

„Dave“ weiß als das zu gefallen was er ist. Mehr noch: innerhalb seiner Nische ist er ein großartiger Film mit Köpfchen, der ehrlich zu Herzen geht, überzeugend gespielt ist (Sigourney Weaver erweist sich als wahrer Glücksgriff für die Rolle der First Lady) und uns einfach mal in einem Bereich zum träumen verführt, der im Idealfall gar kein Traum sein sollte. Aber welcher Realist glaubt in einer Welt voll von Graustufen noch an so etwas wie den Idealfall? Den kann es nie geben, und das weiß zu frustrieren. Deswegen ist es auch so wichtig, dass es erwachsene Märchen-Filme wie „Dave“ gibt. Es ist mir unverständlich warum dieses wundervolle Werk so wenigen Menschen ein Begriff ist.  OFDb

09.02.2013

FRENCH KISS (1995)

Kate kann ihren Verlobten wegen Flugangst nicht auf eine Reise nach Paris begleiten. Nach einiger Zeit macht dieser telefonisch mit ihr Schluss, da er eine süße Französin kennen gelernt hat. Kate glaubt jedoch, dass die Magie der französischen Verführung flöten geht, wenn er seiner ehemaligen Verlobten noch einmal leibhaftig begegnet. Also setzt sie sich trotz ihrer Angst ins Flugzeug auf den Weg nach Paris. Auf dem Flug lernt sie einen Gauner kennen, der ihr unter der Ausrede ihr helfen zu wollen auf Schritt und Tritt folgt. In Wirklichkeit hat er in Kates Tasche Schmuggelware versteckt, die er wieder haben will. Dummerweise wurde Kate beraubt...
 
Ein Ami in Frankreich...
 
Ich kann nicht gerade behaupten mit „French Kiss“ einen innovativen Film gesehen zu haben, im Bereich der Liebeskomödie ist Regisseur Lawrence Kasdan allerdings ein sehr sympathisches Werk geglückt. Aus dem Humorbereich sind nur kleine Schmunzler zu ernten. Den großen Lacher sucht man hier vergebens, auch wenn man ganz selten mit unnötigem Karachohumor bemüht war diese entstehen zu lassen (z.B. stolpert Meg Ryan über einen Servierwagen). Solche Szenen sind etwas zu gewollt, und andere Gags, wie das Herausschreien einer Forderung an sich selbst triumphieren zu wollen, und dabei den Triumphbogen mit im Bild zu haben, werden wohl eher bei Humorlegasthenikern Zuspruch finden.

Aber ich finde gerade im Subgenre der Liebeskomödie ist der kleine Schmunzler viel wichtiger. Den großen Lacher hat ein solcher Film gar nicht nötig. Zumindest wenn er ein Drehbuch hat, das interessante Identifikationsfiguren strickt (die Story ist dabei, wie gerade „French Kiss“ zeigt, ziemlich schnuppe) und ein guter Cast diese auch zu verkörpern weiß. Dies ist hier der Fall. Damit haben wir den Haupttrumpf des Films bereits herausgearbeitet. Die Besetzung Meg Ryan und Kevin Kline ist kaum zu überbieten. Ryan, die das Werk auch produzierte, ist ohnehin erfahren in diesem Filmbereich und wirkt gerade mit ihrem Struwellook so unglaublich süß. Vielleicht stößt ihre etwas extreme Niedlichkeit leicht sauer auf, diese ist hier aber auch ein wichtiger Bestandteil der Charakterisierung ihrer Figur.

Mit Kevin Kline an der Seite hat sie jemanden parat, der alles spielen kann was er will. Kline ist ein großes Talent, und als Europäer spielend sehe ich ihn ohnehin am liebsten. Seine Mimiken sorgen für viele humorvolle Momente, und so wie die Maske ihn zurecht machte, muss auch ein großes Lob in diese Richtung gehen.

Das Spiel mit beiden zusammen lässt es ordentlich kribbeln. Leise Momente zeigen auf, wie früh Ryans Rolle bereits zweifelt ob sie ihren Mann überhaupt noch zurückerobern will. Ebenso leise und langsam erleben beide Figuren ihren Reifeprozess. Beide erkennen die Widersprüche in ihrer bisherigen Lebensweise. Ihre Gesinnungen ändern sich etwas. Diese Thematik wird dem Zuschauer zum Glück nicht plump auf die Nase gedrückt.

Es bleibt zwar anzuzweifeln, ob das im Finale glückliche Paar ernsthaft bis zu ihrem Lebensende glücklich ist (angekommen in der Realität sind Gesinnungswechsel oft nur von kurzer Dauer), die Filmgeschichte selbst soll es aber nicht interessieren. Sie erzählt die Story bis zu dem Punkt, wo man verzückt das Kino verlässt. Und Liebeskomödien gehören für mich nicht zu dem Bereich Film, wo man noch viel über die Weiterführung der gezeigten Geschichte nachdenkt.

Ohnehin lässt man in romantischen Werken ja gerne den Geist benebeln. Wieder bei klarem Verstand fand ich manche Übergänge etwas arg ominös. Ryans Verhalten im pleiten Zustand allein in der Stadt, die Art wie beide in die Familie der Rolle Klines rutschen, die Art wie beide sich manches anvertrauen, da sind so einige Momente die bei reellerer Denkweise nicht mehr so aalglatt ineinander laufen, wie sie es noch inmitten dieser schönen romantischen Erzählung taten. Die Frage ist ob so etwas für oder gegen das Drehbuch einer Liebeskomödie spricht.

Mir soll es auch egal sein. „French Kiss“ ist für mich ein Werk, das man immer wieder gucken kann. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt, die kleine Rolle von Jean Reno erspielt sich flink in die Herzen des Kinogängers, und der Humor ist auf einem schlichten, aber zum Subgenre passenden Level. Lediglich der finale Kuss ist nicht sonderlich romantisch eingefangen. Das ist allerdings ein häufiges Manko bei dieser Art Film, z.B. hat auch „E-Mail für Dich“ in diesem Bereich ein deutliches Defizit.

Da sich das Knistern beider Figuren zuvor allerdings so wunderbar auf den Zuschauer überträgt, kann man über den finalen Wermutstropfen gnädig hinwegsehen. Wer Komödien dieser Art nicht mag, wird auch hier nicht glücklich. Ein zweiter „Harry und Sally“, der auch den Nichtsympathisanten dieser Gattung Film gefiel, ist es nicht geworden. Aber so muss „French Kiss“ auch gar nicht sein. Mit seiner locker flockigen Art ist er einfach gelungen wie er ist.  OFDb

20.07.2012

DER ROSAROTE PANTHER (2006)

Als der wertvolle Diamant „Der rosarote Panther“ verloren geht, holt sich Chefinspektor Dreyfuss den Volltrottel Clouseau aus der Provinz, damit dieser den Klunker angeblich findet. In Wirklichkeit ist der Chaot jedoch das Ablenkungsmanöver, damit Dreyfuss selbst, ohne von der Presse belästigt zu werden, den wichtigen Fall lösen kann...

Frankreich auf amerikanische Art...
 
Das Remake „Der rosarote Panther“ ist sicher nichts besonderes, aber mit heruntergeschraubten Erwartungen macht er zumindest halbwegs Spaß. Manch einer sollte vor lauter Begeisterung dem Original gegenüber nicht die Objektivität verlieren, hat diese Neuverfilmung doch ohnehin nur wenig mit der Kultreihe zu tun, und diese genießt ihren hohen Ruf meiner Meinung nach zu Unrecht. Teil 1 ist eine eher lahme Angelegenheit, die eine hervorragende finale halbe Stunde besitzt und nur hin und wieder nette Peter Sellers-Szenen zu bieten hat. Die beiden Fortsetzungen (weiter habe ich nicht geguckt) waren witziger, doch trotz eines hervorragenden Sellers krankten sie häufig an flachen Wendungen/Auflösungen und wiesen häufig zwischen gutem auch sehr schlechten Klamauk auf. Das ist im hier besprochenen Steve Martin- Remake ebenfalls der Fall. Irgendwo zwischen sympathisch und schwach schwankend, bringt es einem zum schmunzeln, oft aber auch zum fremdschämenden Kopfschütteln.

Dass das ganze nicht so recht klappen will, liegt erstaunlicher Weise am völlig fehlbesetzten Steve Martin, einen Mann der für mich zu den besten Komikern Amerikas gehört, dessen beste Zeit jedoch vorbei zu sein scheint. Als würde es nicht reichen, dass bereits er selbst fehl am Platz ist, bekommt er von der Maske auch noch obendrein ein witzig gemeintes Oberlippenbärtchen ins Gesicht gepappt, dass so gar nicht zu wirken weiß. Die deutsche Synchronisation verlieh dem Chaos-Kommissar dann noch den Todesstoß mit der gewagten Idee ihn die ganze Zeit im französischem Slang brabbeln zu lassen. Das geht schon sehr auf die Nerven.

Kevin Kline sieht man in der Rolle des Vorgesetzten Dreyfuss nicht zum ersten Mal als Europäer, bringt einen also auch nicht mehr zum staunen, weiß aber zu wirken. Wo im Remake die Clousseau-Rolle arg übertrieben wirkt, da wirkt die Dreyfus-Rolle hier griffiger als im Original. In der damaligen Reihe war der Chef zwar ebenfalls gut besetzt, seine Übergänge in den Wahnsinn waren allerdings nicht so gut herausgearbeitet.

„Der rosarote Panther“ besitzt gelungene Szenen, wie beispielsweise die Sprachübungen, und es gibt Peinlichkeiten, wie das ständige Testen zu gestelzten Texten ob sich Spione in den Räumlichkeiten befinden. Nicht nur dort wirkt der Steve Martin-Clousseau wie ein hirnloser Volltrottel ohne Würde. Peter Sellers bewies mehr Stil, verkörperte ebenfalls einen Vollidioten, aber einen dem man seinen Instinkt zutraut. Wenn der Remake-Clousseau zum Ende hin den Fall löst, wirkt dies aufgrund seiner argen Trotteligkeit unglaubwürdig, in der Originalreihe war es gerne der Zufall der zur Erkenntnis führte.

Vergleicht man Teil 1 mit dem Steve Martin-Film siegt das Remake. Allerdings wäre dieser Vergleich unfair, da die Neuverfilmung eher ein Remake der darauf folgenden Filme ist und keine Wiedererzählung von Teil 1. Es ist ohnehin ein Wunder, dass gerade die Fans des Original-Clousseau so steif und fest behaupten der damalige „Der rosarote Panther“ wäre so großartig. Eigentlich muss man auf trockene Gaunerkomödien stehen um den Film zu mögen. Wer den Klamauk anhimmelt, jenen Part für den Weller stand, und ausgerechnet Teil 1 dafür lobt, ist nur blinder Mitläufer eines vorgegebenen Rufes.
 
Häufig sind es gerade diese Leute die einem Remake dann keine Chance geben. Das finde ich traurig. Verglichen mit dem Rest der Reihe hinkt die hier besprochene Durchschnittskomödie dem Original jedoch gerade in Sachen Stil und Anspruch weit hinterher. Das traurige ist, dass man vielen Witzen ansieht was gemeint war und hilflos dabei zusehen muss wie sie unter mauer Regie falsch inszeniert wurden.

„Der rosarote Panther" ist ein flacher aber halbwegs amüsanter Spaß, dank einiger Hänger allerdings etwas langweilig wirkend. Trotz der Fehlbesetzung in der Hauptrolle bringt er einen zum schmunzeln, und mit dem hohen Ruf des Originals muss sich dieses Pseudo-Remake ohnehin nicht messen, da dieser Ruf nur auf Peter Seller als Clousseau zutrifft, nicht aber auf die Filme in denen er diese Rolle spielte. Das mittelmäßige Ergebnis ist besonders enttäuschend, wenn man einmal bedenkt dass Steve Martin am Drehbuch mitschrieb. In der Regel bedeutet dies einen Pluspunkt für Komödien.  OFDb