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07.12.2023

VERNETZT - JOHNNY MNEMONIC (1995)

Als ähnlich kunterbunter Science-Fiction-Action wie "Judge Dredd", erschien im selben Jahr "Johnny Mnemonic" (Originaltitel), den man rein logisch nicht zu ernst nehmen sollte. Stattdessen sollte man seine irren Spielereien, die im uns mittlerweile bekannten Jahr 2021 spielen, schlichtweg genießen. Da sind 360 GB unglaublich viel Datenvolumen, Mini-CDS werden ebenso benutzt wie Videokassetten und Faxgeräte, das Internet verschmilzt auf "Der Rasenmähermann"-Niveau mit der virtuellen Realität, während Röhrenfernseher noch immer als Bildschirm dienen. So überholt manches ist, "Vernetzt" ist absichtlich augenzwinkernd erzählt, will unterhaltsamer Pulp wie Carpenters ein Jahr später nachgerückter "Flucht aus L.A." sein, unfreiwillig komisch ist das alles somit nicht. Autor William Gibson, der die auch zu Grunde liegende Kurzgeschichte schrieb, weiß was er abliefern möchte. Und in den Händen von Regisseur Robert Longo erfüllt sich das Ergebnis recht gut, mitten im Zeitgeist badend, wie die vielen zeitnahen Vergleichsstoffe, wie "Strange Days" bis hin zu "Dark City", zeigen, einiges davon Werke, die "Matrix" erst möglich machten, von dem manche Sequenzen, nicht erst durch den gemeinsamen Hauptdarsteller Keanu Reeves an "Vernetzt - Johnny Mnemonic" erinnern, so z.B. die Yakuzas zu Beginn, wenn sie mit Sonnenbrille, ernster Mine und ähnlicher Bekleidung wie dort zur Bekämpfung eines Datenspions den Fahrstuhl eines Hotels besteigen. 

Der kunterbunte, fast schon kindische Internetkampf im Kopfe Johnnys im Finale erinnert hingegen an bereits damals nostalgische Zeiten bezüglich Effekte und Computerverständnis, weht doch hier ein guter Hauch "Tron" mit, mit mittlerweile zwar veralteten Computereffekten, aber nach wie vor reizvollen. Langweilig wird es dem Auge so wenig, wie dem Kopf, inmitten einer wirr getarnten, simplen Story um böse Konzerne, Bandenkriege, Cyberkriminalität und dem üblichen Klassenkampf solch links orientierter Stoffe. Noch einen über High Tech-Kenntnisse verfügenden, hochintelligenten Delphin mit ins Geschehen gebracht, und fertig ist das kunterbunte, absichtlich naive, trotzdem eher erwachsene Treiben dieses sympathischen Science-Fiction-Action-Streifens, den man sich als Freund derartiger Stoffe ruhig einmal geben sollte. Dank solch skurriler Gegner, wie dem von Dolph Lundgren verkörperten, Mechanikmensch-Pfarrer, werden auch Erinnerungen an "Running Man" und vom Umfeld her natürlich auch dem klassischen "Die Klapperschlange" wach, anstatt nur an dessen Fortsetzung. Ein Erfolg war der nicht gerade kostengünstig inszenierte Film nicht, somit blieb "Johnny Mnemonic" Logos letzte Regiearbeit. In Zukunft trat er lediglich als Schauspieler in Spielfilmen auf.  Wiki

16.06.2019

CREED 2 - ROCKY'S LEGACY (2018)

Nachdem "Rocky 6" und "Creed" solch überraschend gut funktionierende Fortsetzungen einer wunderschönen Filmreihe waren (auch wenn ab "Creed" unnötiger Weise immer wieder von einem Spin-Off anstatt von einer legitimen Fortsetzung gesprochen wird), sollte man meinen, dass einen "Creed 2" diesbezüglich nicht mehr positiv überraschen müsste. Aber der Ansatz Ivan Drago in die Welt Rockys und Creeds zurückkehren zu lassen, ließ mich dann doch kritisch werden, immerhin war "Rocky 4" die Lachnummer der Reihe, Drago lediglich der böse Russe in einem unreflektiertem Film der im kalten Krieg entstand, und das schien so gar nicht in die gut funktionierende, nostalgische Welt der Dramenfilme des gealterten Rocky zu passen, die tatsächliche Aussagekraft besaßen. Doch erneut ist es den Schöpfern und dem Mitautor Sylvester Stallone gelungen dieser Kinoserie einen weiteren gelungenen Teil zu bescheren, produziert von den beiden männlichen Hauptdarstellern, und mit Dolph Lundgren und Brigitte Nielsen auch mit Original-Stars aus dem 80er-Vorgänger besetzt.

Letztgenannte schaut nur zwei mal kurz vorbei, ist aber entscheidend für die Dramaturgie des Stoffes und dem dramaturgischem Ausgang der Geschichte für die Dragos, eine gemeinsame Szene mit Stallone gibt es jedoch nicht. Lundgren hingegen wird als Trainer seines Sohnes häufig eingebracht, hat aber seine größte Szene ziemlich zu Anfang, wenn es zur ersten Begegnung zwischen seiner Rolle und Rocky kommt, die meiner Meinung nach psychologisch glaubwürdig umgesetzt wurde. Das trifft aber auch auf den kompletten Film zu, der aus Drago nicht mehr macht, als er ist, ihn aber auf überraschend gewitzte und eher versteckte Art menschlicher erscheinen lässt, als er uns in Teil 4 verkauft wurde. Wirklich erkennen kann man das eigentlich erst in Lundgrens zweitbester Szene gegen Ende, zuvor lässt man uns im Unklaren darüber ob der Russe dazu gelernt hat oder nicht. Den Hintergrund der Dragos seit damals zu erfahren ist interessant, der Sohn gut besetzt und glaubwürdig charakterisiert, der innere Konflikt Creeds so konfus, wie nachvollziehbar, so dass die Kernfrage, die Rocky im Film zwei Mal stellt, zum entscheidenden Auslöser der zwei Phasen des Streifens wird.

Ansonsten lebt "Creed II" von den Trümpfen, die bereits der direkte Vorgänger besaß. Die Geschichte Creeds bleibt ebenso interessant wie die nostalgische des gealterten Rocky. An seiner Lebenssituation änderten die Verantwortlichen des Streifens nichts mehr. Wir sehen das, was wir bereits zuvor sahen, und das schaut sich deswegen keineswegs unnötig oder unkreativ, sondern beschert der fiktiven "Rocky"-Biographie erneut die bisherige Konsequenz und Glaubwürdigkeit. Zudem arbeitet "Creed 2 - Rocky's Legacy" an der Eigenständigkeit des Adonis Creed-Charakters, indem er ihm und Rocky ein jeweils eigenständiges Leben beschert, so dass eine erneute Fortsetzung ohne den bisherigen Trainer und das Zugpferd der ersten sechs Teile stattfinden könnte. Dass sich dies keiner tatsächlich trauen wird, ist klar, aber vielleicht ist die Rolle Stallones in einer kommenden Fortsetzung zumindest kleiner geraten. Zwar würde ich ihn mir erneut gern ebenso positioniert wie bisher auch in "Creed 3" zurückwünschen, aber das sind eigentlich Gefühle, die wenig Sinn ergeben und die Reihe in eine Sackgasse drängen könnten. Schließlich ist die Creed-Figur mitsamt der Familie interessant genug und reichhaltig charakterisiert, sowohl im beruflichen, wie auch im privaten Bereich sind Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Vertiefung möglich, so dass man das Klammern an die Figur Rocky nicht mehr nötig hätte und eine unabhängige Fortsetzung angehen könnte. Genau aus diesem Grund ist es gut, dass man im zweiten Teil noch ein letztes Mal die Chance nutzte, Drago zurückkehren zu lassen, um die Peinlichkeit des vierten Teils zumindest ein wenig reinwaschen zu können. Dass das lediglich für "Creed 2" gilt, ohne dass sich dadurch "Rocky 4" vernünftiger schaut, dürfte jedoch von Anfang an klar sein.  OFDb

28.05.2019

ROCKY 4 (1985)

Die "Rocky"-Reihe gehört mit zu den besten Filmserien, welche die große Leinwand je hervorgebracht hat. Immer irgendwo schwankend zwischen Kinotraum und Authentizität schien sie wie ein Abbild ihres Helden und Autors Sylvester Stallone. Jeder Teil ist ein Zeichen seiner Zeit, mal mehr von der Realität entrückt, mal weniger und stets mit dem Herz am rechten Fleck erzählt. Inmitten dieser Liebhaberstücke, die selbst bei schwächerem Ergebnis noch gut zu unterhalten wissen, stellt "Rocky 4 - Der Kampf des Jahrhunderts" (Alternativtitel) eine Ausnahmeposition da. Er ist der Teil, den man nie so richtig ernst nehmen kann, so comichaft böse, wie er die Russen ausschauen lässt, entstanden kurz vor Schluss des kalten Krieges und alle Vorurteile beinhaltend, die diesen am Leben ließen. Es ist als hätte Stallone gewollt, dass seine beiden größten, in Serie gegangenen, Rollen eins werden. Rocky wird Rambo. Auch der begann seine Kinokarriere im Bereich des dramatischen Films, bevor er zur Kriegsikone verkam. Nun soll Rocky den selben Weg beschreiten, sanftmütig old School der gute Kerl sein wie immer, für den guten Zweck kämpfend, aber doch diesmal eine ernstere Sache angehend. Politik im Ring, Krieg im Ring, mehr Action weniger Drama soll diesmal die Devise sein. Und dank seinem Mangel an Reflexion ist daraus ein gutes Stück Trash geworden, flott und unterhaltsam inszeniert, aber wie erwähnt: man kann das Ergebnis einfach nicht ernst nehmen.

Wo andernorts ein Soundtrack unterschwellig eingebracht wird, da gehört er in dieser dritten Fortsetzung zum offen dargebotenen Herzstück des Streifens, was Stallone keinesfalls versucht zu verheimlichen. Oftmals schaut sich das nicht einzig auf seine unfreiwillige Komik zu reduzierende Stück Fun-Film wie ein Musikvideo. Ein Lied untermalt z.B. komplett einen unkommentierten Rückblick auf alles was einst war, inklusive des eigenen ersten Filmdrittels, ein weiteres macht aus dem gnadenlosen Training in der Sowjetunion eine Musikshow der Demut des Amerikaners, während parallel dazu die technologische Chemiewelt Russlands den gottlosen Über-Sportler beim Training produziert. In seiner Schwarz/Weiß-Zeichnung kommt "Rocky IV" so respektlos und plump wie "Karate Kid 3" und "Phantom Kommando" daher, alles Filme, den hier besprochenen inbegriffen, die ich sehr mag, da sie ein hohes Maß an Unterhaltungswert mitbringen, in ihrer ignoranten Art jedoch Hohlbrot-Kino vom Feinsten sind. Amerikaner, die einen Russen ausbuhen, sind legitim, Russen, die einen Amerikaner ausbuhen, sind feindselig. Dieses Muster unreflektierter Schuldzuweisung kleidet den kompletten Film. Selten inszenierte sich Stallone plumper als das Spiegelbild des heldenhaften Amerikaners, zumindest in seiner Reihe um den Boxchampion. Gerne verzeiht man dem Film seine Ungerechtigkeit, so viel Spaß wie der Streifen einem bereitet, der ohne diese Zutat, die eigentlich Fremdschämen verursachen müsste, nicht das Stück Film wäre, für die man es in seiner Lächerlichkeit liebt.

Schlecht inszeniert ist er nicht, das ist das interessante an diesem Stück Ausnahme seiner eigenen Reihe. Gut besetzt wie immer weiß er Ausnahmemimen wie Brigitte Nielsen und Dolph Lundgren, die weniger gut schauspielern können, richtig einzusetzen. Tolle Aufnahmen im Schnee eines nicht zu kurz kommenden Trainings, ein flotter Soundtrack mit ebensolchem Inszenierungsstil, eine Vorgeschichte, die sich Zeit nimmt und letztmals Apollo Creed feiert, ein ausführlicher Hauptkampf der einen Mitfiebern lässt und eine herrlich naive Rede, die zum gemeinsamen Frieden aufruft, das alles bereichert einen Film, der in seinem Anliegen so ungelenk daher kommt wie der steife Ivan Drago im Ring. Und während der Film mittels eines klare Worte findenden Kommentars kein Geheimnis daraus macht, dass im Ring eigentlich ein stilloser Kampf der Köter stattfindet, anstatt das sportliche Ballett zweier Profiboxer, so macht Stallone mit der direkten Art, mit welcher "Rocky 4" erzählt ist, kein Geheimnis aus seinem schlichten Anliegen. Ob das Absicht ist oder nicht, immerhin offenbart der Film arg viele Vorurteile Stallones, sei einmal dahin gestellt. Aber der verkrampfte Versuch aus unreflektierter Ami-Sicht den kalten Krieg zu überwinden, ist geradezu putzig zu nennen und gleichzeitig eiskalt inszeniert und packend erzählt.

Wie oben erwähnt empfinde ich trotz all dieser locker-strengen Worte meinerseits "Rocky 4" nicht als reine Lachnummer. Immerhin hält er auch manch gute Idee bereit. Den Show-Kampf des ersten Drittels als humorvolle Nummer zu inszenieren, bevor er bitterböse und hoch dramatisch endet, ist eine psychologisch fiese Nummer von Autor und Regisseur Sylvester Stallone. Die bereits erwähnte Schneekulisse, welche die Sowjetunion darstellen soll, und die Gegenüberstellung beider Trainingsmethoden, eine durch Chemie gemogelt, die andere durch pure Willenskraft und Ausdauertraining gestählt, weiß zu gefallen. Nicht zu dieser Aufzählung gehört die selten dämliche Idee, einen Roboter ins Geschehen einzubauen, der eher zur Serie "Die Jetsons" passt, als zu einer Filmreihe Marke "Rocky", die zumindest versucht authentisch zu sein. Das metallene, künstlich-intelligente Geschenk für Pauly repräsentiert andererseits dieses Comicflair, welches "Rocky 4" umweht und zu solch einem großen Spaß macht. Seiner Zeit garantiert nicht gewollt, ist er im Laufe der Jahre immer mehr zum lebenden, geistlosen Comic-Happening Gut gegen Böse geworden, zu jenem Stück Unterhaltungskino, das nur Engstirnige über die vorhandene Ignoranz klagen lässt, ohne Spaß am rasanten und packenden Ergebnis zu haben. "Rocky 4" sollte man nicht so ernst nehmen, wie es Stallone einst tat. Nach dem kalten Krieg wurde der Film endgültig das, was er für viele Leute schon zur Entstehungszeit war: ein geistloses Kräftemessen zweier ignoranter Fronten, interessant besetzt und gut inszeniert dargeboten, und weit von einer ernstzunehmenden Politbotschaft oder vom ernstzunehmenden Boxsport entfernt. Als derber Spaßcomic weiß er in seiner Übertreibung jedoch bestens zu funktionieren - erstaunlicher Weise häufig auch in seiner Dramaturgie, dem eigentlichen Pluspunkt der restlichen "Rocky"-Reihe.  OFDb

21.03.2018

SHARK LAKE (2015)

Normaler Weise muss sich ein Filmschaffender mittlerweile einen besonderen inhaltlichen Aufhänger einfallen lassen, um mit einem Horrorfilm über einen Killerhai auf sich aufmerksam zu machen: z.B. auf einer kleinen Insel kurz vor der Flut festsitzend wie in „The Shallows“, mehrere Köpfe besitzend wie in „2-Headed Shark Attack“ und seinen Fortsetzungen, ein Mischwesen kreieren wie in „Sharktopus“ oder noch besser in „Monster Shark“, von dem die Idee geklaut wurde, oder legendär die bekloppte Idee eines „Sharknado“. All diese mal mehr, mal weniger ausgeflippten Ideen waren nicht nötig, um mein Interesse für „Shark Lake“ zu wecken, denn nicht der ungewöhnliche Ort des Sees, an dem ein Hai tätig wird, war an diesem Projekt interessant (zumal es mit „Sand Sharks“, „Snow Sharks“, "Bait - Haie im Supermarkt" und „Swamp Sharks“ weit exotischere Orte gab, um einen Hai auf die Menschheit loszulassen), sondern die Anwesenheit Dolph Lundgrens. Welch herrlich plumpe Idee, dachte ich mir, einen alten Action-Haudegen auf einen Killerhai stoßen zu lassen, um ihn den Garaus zu machen.
 
Nennt mich naiv, aber ich dachte ein mit Lundgren produzierter Hai-Horror hätte zumindest das Produktionsniveau der Schnellschuss-Statham-Filmchen, die immer zwischen den echten Highlights gedreht werden. „Shark Lake“ stellte sich jedoch schnell als besonders preiswert umgesetzt heraus, nicht auf dem total schrottigen Niveau eines „Jurassic Shark“ angesiedelt, aber auch nicht teurer als eine durchschnittliche Asylum-Produktion. Selbst Lundgren dürfte nicht viel gekostet haben, werden seine kurzen Auftritte doch immer billig in die tatsächliche ohne ihn stattfindende Hauptgeschichte hineingeschnitten, um zu suggerieren, dass der im Vor- und Abspann Erstgenannte der Hauptakteur des Streifens wäre. Mit der tatsächlichen Hauptfigur darf er erst 10 Minuten vor dem Abspann zusammen tätig werden und damit auch endlich aktiver Teil der eigentlichen Geschichte werden. Freilich geht ein Lundgren mit Maschinenpistole auf Hai-Jagd, darf mit dieser auch mal ballern, letztendlich ist aber die Polizistin diejenige Welche, die den Hai mit dieser Waffe zur Strecke bringt. Actionfreunde Lundgrens (sofern es die noch gibt) werden verärget sein bei so wenig Action, zumal sie ihrem Helden zuvor nur dabei zusehen durften, wie dieser einen Verbrecher verkloppt.

„Shark Lake“ ist preisgünstig und dämlich zugleich, und das beschert ihm immerhin einen leichten Unterhaltungswert, der ihn vor der Langeweile bewahrt, die manch andere Gurke zu diesem Thema besitzt. Es kann Vergnügen bereiten die ganzen Unzulänglichkeiten zu sichten, die der Film zu bieten hat. Eine der unfreiwillig komischsten findet sich am Schluss, wenn den Storyverantwortlichen aufgefallen ist, dass es ja auch noch einen kriminellen Auftraggeber Grays gegeben hat, der den Blondling nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erpresst hat, um an seinen Hai zu gelangen (was Gray zu keinem Zeitpunkt interessiert, obwohl das Wohl seiner Tochter auf dem Spiel steht). Die Haie sind getötet (und dies recht unspektakulär), man schreitet dem Happy End entgegen. Also zeigt man schnell noch kurz wie der Mafiosi verhaftet hinten im Auto sitzt, während Lundgren einen schadenfrohen Satz loslassen darf. Warum der Mann verhaftet werden konnte, wie dies geschah und warum er dort vor Ort ist wird nicht erklärt, Hauptsache der Schlussstrich einer völlig unnötig eingebrachten Rahmenhandlung, die nie Anschluss an die tatsächlich erzählte Geschichte fand, ist gezogen.

Aber die Schwächen dieser peinlichen Produktion finden sich bereits in der Hauptattraktion des Streifens, womit ich die Haie und nicht den Lundgren meine. Die dürfen freilich billig animiert zuschlagen, jedoch werden solche Szenen in der ersten Hälfte, wenn sie denn mal das Drama um die Adoption und den verbrecherischen Vater unterbrechen dürfen, immer eine Spur zu spät eingesetzt, so als hätte die Attacke begonnen, bevor der Kameramann den Record-Knopf gefunden hat. Als Found Footage gedreht, hätte diese Art der Kostenersparnis tatsächlich diesen Eindruck hinterlassen, da „Shark Lake“ jedoch in klassischer Erzählform abgefilmt ist, stößt diese Herangehensweise der Budgetreduzierung regelrecht vor den Kopf. Wenn nun noch aufgesagte Texte in die Kamera nach einem Szenenschnitt hinzukommen, die sich nicht als Bestandteil einer flüssig laufenden Kommunikation anhören (wohlgemerkt im Originalton!!!), dann erkennt man, dass nicht nur die Schauspieler so gar nichts taugen, sondern auch Debutfilmer Jerry Dugan mit seiner eigens mitfinanzierten Produktion völlig überfordert ist.

Man muss nichts schön reden, lustige Schrottszenen und die Abwesenheit von Langeweile hin oder her, „Shark Lake“ ist trotz all seiner unterhaltsamen Defizite und seiner fast schon sympathischen Zuschauertäuschungsversuche lediglich als schlecht zu bezeichnen, als Trash-Granate a la „Octaman“, „Rabbits“ und „Robot Monster“ taugt er nichts. Einen derartig enormen Unterhaltungswert besitzt er immer nur kurzfristig, so dass man aus dem Streifen selbst im vorhandenen saudämlichen Zustand nicht mehr machen muss, als er ist: eine Filmgurke, der man zugegebener Maßen einen gewissen Sympathiereiz im Trashbereich nicht absprechen kann, die diesbezüglich aber keinesfalls zur Empfehlung wird.  OFDb