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21.04.2020

FRECHE TEENS UND DIE SCHARFE PAUKERIN (1976)

Es ist nicht leicht zu den Komödien der 70er Jahre Italo-Klamaukwelle einen Zugang zu bekommen. Die inmitten dieser entstandene Pennäler-Welle, deren Beiträge seit dem Erfolg von "Flotte Teens und heiße Jeans" in Deutschland stets Titelvariationen von diesem erhielten, sind in meinen persönlichen Fokus geraten und bilden meiner Meinung nach die Paradebeispiele dieser Dekade Italo-Komödie. Verzweifelt anmutender Holzhammer-Klamauk wird pausenlos in eine Alibi-Handlung gehauen, die lediglich aus Sketch-artigen Versatzstücken besteht, angereichert mit Erotikszenen und meist einen attraktiven Lehrkörper beinhaltend. Zoten, billige Wortspiele und Grimassenschneiderei werden von untalentierten Beteiligten dargeboten, in einer notgeilen Welt spielend, wie sie infantiler kaum ausfallen könnte. Michele Massimo Tarantini, der Regisseur des hier besprochenen Filmes, war auch für besagten "Flotte Teens und heiße Jeans" verantwortlich und drehte zudem "Sexy Teens und die Hauslehrerin", sowie die ebenfalls der Flotten Teens-Filme untergejubelten "Flotte Teens beim Militär" und "Flotte Teens und das verrückte Polizeirevier". Es braucht also alleine schon deswegen und aufgrund der Thematik des Streifens nicht verwundern, dass auch sein "La professoressa di scienze naturali" (Originaltitel) mit ins Boot geschubst wurde, zumal der ein oder andere Mime, der immer wieder in diesen Werken auftaucht, auch hier präsent ist.

Zu Unrecht ist der zudem als "Spiegelei und Hitzefrei" betitelte "Freche Teens und die scharfe Paukerin" nicht dabei, allerdings unterscheidet er sich in manchem Punkt von den restlichen mir bislang bekannten Streifen dieser Art. So geht es diesmal z.B. maximal Fifty Fifty um die Teenager, die Geschehnisse rund um die Erwachsenen herum bilden nicht nur eine Nebenhandlung. Die Synchronisation haut dümmliche Wortspiele diesmal etwas reduzierter heraus, unterbietet sich in Sachen Unwitzigkeit jedoch noch erheblicher als sonst, wenn dann doch ein solches fällt. Und obwohl bereits die Vergleichsfilme wirr zusammengeschusterte Geschichten erzählen, kommt "School Days" (Alternativtitel) tatsächlich noch orientierungsloser und wirrer daher, als habe tatsächlich kein Drehbuch existiert. Das Gefühl, dass hier einfach frei improvisiert drauf los gespielt wurde, verstärkt sich im Finale, wenn der Film eigentlich an einer x-beliebigen Stelle endet, zumindest was den zentralen Konflikt betrifft, um den es immer wieder geht. In einer Komödie, die durchdacht wirkt, wäre der Schluss sogar eine gute Idee, die sich den üblichen Konventionen, wie eine solche Geschichte zu enden hat, gewitzt widersetzt. Durch all die vorangegangene Schlamperei weiß man jedoch, dass hier irgendwer einfach die Notbremse gezogen hat, nachdem man genügend Material abgefilmt hatte, ohne zu erkennen, welchen Reiz das zufällig gewählte Ende besitzt.

Neben diesem Pluspunkt existiert noch die Entscheidung, für die Rolle der sexy Lehrerin Lilli Carati besetzt zu haben, besitzt diese 2014 leider jung verstorbene Schauspielerin doch einen Schlampenblick, der das notgeile Verhalten der männlichen Figuren, und somit erst recht der pubertierenden Teenager, von ganz allein erklärt. Carati setzt diesen inklusive provozierende Körperhaltungen derart extrem ein, dass ihr komplettes Handeln auf ihre Rolle und die zu erzählende Geschichte gesehen, überhaupt keinen Sinn ergibt. Ahnungslos verführt sie angeblich, die Unschuld vom Lande verkörpernd, während sie eine bewusst Verführende spielt. In einer durchdachten Geschichte könnte dies absichtliche Manipulation sein, um den Zuschauer zu verwirren und herauszufordern. Im einfach drauf los gedrehten "Freche Teens und die scharfe Paukerin" bedeutet es nur das, was fast alles bedeutet: man hat drauf los gelegt ohne zu wissen was man tut und ohne psychologisch zu begreifen was man erzählt.

Das zeigt sich bezogen auf das Verhalten der Lehrerin überdeutlich, wenn sie kurz mit dem Teenager schimpft, nachdem sie entdeckte, dass er sie zusammen mit Mitschülern heimlich beim Ausziehen beobachtet hat, sie ihn eine Sekunde danach aber nackt in seinem Bett verführt. Welche Frau macht es nicht an von sabbernden Jugendlichen, die zudem noch ihre Schüler sind (anbei ein Aspekt der nie moralisch und als ungesetzlich hinterfragt wird), beobachtet zu werden? Die beiden machen miteinander rum, dann stoppt die Lehrerin plötzlich mittendrin, angedeutet wird ein aus dem Nichts aufkommendes Gewissen, und der angemachte Schüler bleibt notgeil zurück. Tat sie dies aus Rache? Könnte man meinen, ist sogar möglich, macht die Komödie jedoch nicht deutlich, da sich die sexy Frau von nun an stets an ihren Lebenspartner und an den Teenager zugleich ranwirft, oder ihnen wahlweise, je nach Szene, zumindest jeweils Chancen in Aussicht stellt. Die Motivation der Lehrerin ist weder als Unschuldslamm, noch als hilflos, provokativ, manipulativ oder sexgeil auszumachen. Keine Szene steht diesbezüglich zu einer charakterlichen Einheit. Schritte die bereits gegangen wurden, werden wieder verworfen. Hier passt nichts zusammen.

Und ebenso ergeht es dem Komplettfilm, der die Dreiecks-Situation zum zerfahrenen Hauptereignis macht, inmitten eines Filmes der sonst von fast völlig nicht zusammen gehörenden Szenarien lebt, deren Figuren kaum etwas mit denen der Hauptgeschichte zu tun haben. "Freche Teens und die scharfe Paukerin" ist Klamauk-reduzierter ausgefallen, als man es von den üblichen Pennäler-Komödien der 70er Jahre Italo-Klamauk-Welle kennt, in entscheidenden Momenten puscht er diese extremen Albernheiten aber dann umso mehr, so z.B. in einem völlig unnötig eingebrachten Fußballspiel, welches einiges an Laufzeit einnimmt, um eine schlechte Pointe an die nächste zu reihen. Als Beispiel sei hier nur einmal genannt, dass der Schiedsrichter seine Trillerpfeife verschluckt. In einer anderen, völlig unnötig eingebrachten, Szene, verschluckt eine Figur einen Weinkorken, der ihr dann per Korkenzieher aus dem Mund geholt wird. Einfallsreicher wird die hier angewandte Komik nicht. Und der mir rätselhafte Restcharme, den ich sonst, warum auch immer, bei derartigen Filmen empfinde, kam diesmal überhaupt nicht auf, quälte das sinnlose Aneinanderreihen oftmals lustlos abgefilmter Klamaukmomente, sowie die zu soft angegangenen Hauptgeschichte, doch zu sehr, als dass sich da diesmal noch irgend etwas schön reden ließe. Einzig Alvaro Vitali, die Dauerbesetzung dieser Filme, belustig ein wenig mit nicht minder unnötig eingebrachten Handkanten-Momenten, die der einfältige Kerl kurzerhand spontan einem Karatebuch entnimmt, um sich Berufsverbrecher zu entledigen. Das lockert den Streifen zumindest für einen kurzen Augenblick, freilich sinnlos und weiterhin unter Niveau präsentiert, an einer Stelle ein wenig auf.  OFDb

15.04.2020

DIE FLOTTEN TEENS DREH'N EIN NEUES DING (1976)

Der Titel unter dem der hier besprochene Streifen in Deutschland auf DVD erschienen ist, ist trügerisch, zumal er in einer Box mit den Originalen seines Etikettenschwindels enthalten ist. "Die flotten Teens dreh'n ein neues Ding" ist ein eigenständiger Film, außerhalb der "Flotten Teens"-Reihe entstanden, wenn auch inhaltlich und von der Besetzung her stark verwandt mit dieser. Das liegt aber auch daran, dass der Regisseur der Teile 2 ("Flotte Teens jetzt ohne Jeans") und 3 ("Jetzt treibt sie's auch noch mit dem Pauker") auch hier Regie führte, sowie bei "Flotte Teens und die neue Schulmieze", dem zweiten Teil der ebenfalls ähnlich angelegten Reihe um "Die Bumsköpfe". Als "Eis am Stiel" 1978 auch in unserem Land ein großer Erfolg wurde, da kamen diese italienischen Klamaukfilme im Fahrwasser dessen, teilweise nachgeholt, auch bei uns in die Kinos, so auch "Classe mistra" (Originaltitel), der vor dem israelischen Erfolgsfilm entstand und ebenfalls ein Teenager-Trio, bestehend aus einem Aufreißer, einem vorlauten Unattraktiven und einem Schüchternen, ins Zentrum rückte.

Der schüchterne Part hier gewinnt jedoch im Gegensatz zur Hauptfigur der israelischen Reihe keinerlei Sympathien beim Publikum, zu jämmerlich wird er als Held der Geschichte charakterisiert, zu lüstern und notgeil ist er, passend zur zotigen Notgeilenwelt, aus der die Filme dieser italienischen Klamaukwelle alle bestehen. Hier wird die Begierde nach einer Lehrerin nie moralisch verwerflich empfunden, nicht einmal vom Vater Toninos, jeder spannt attraktiven Frauen hinterher, die sich auch immer gleich zum passenden Zeitpunkt nackt machen, und mit der eigenen Tante zu schlafen, soll als alltäglich verziehen werden, ausgerechnet bei der Hauptfigur, mit der man theoretisch um die Gunst der Lehrerin mitfiebern soll. Das funktioniert alles freilich gar nicht, zumal man von Psychologie und Empathie so wenig versteht, wie von der Kunst der Komik. Dass "Die frechen Teens dreh'n ein neues Ding" (Alternativtitel) dennoch halbwegs funktioniert, verdankt er der deutschen Synchronisation, die orientiert am zotigen Treiben auf den Bildschirm plumpe Wortspiele und albernes Geschwätz inflationär einbaut, was die Sache zumindest etwas unterhaltsamer macht, sofern man sich auf etwas derartig simples einlassen kann.

Letztendlich besteht der Film ohnehin nur aus diversen inhaltlichen Versatzstücken, die mal gar nicht, mal kaum und mal ein wenig weiter verfolgt werden, womit das Schmachten um die neue Lehrerin zwar die größte Beachtung geschenkt bekommt, letztendlich aber nur Teil des gesamten Chaos ist, das man mit verzweifeltem Holzhammer-Humor versucht beisammen zu halten. Da geht es um eine attraktive Tante, die ihrem Neffen sexuelle Nachhilfe gibt, um einen religiösen Papa, der heimlich Erotik-Foto-Romane herstellt, um einen Hausmeister, der die dicke Lehrerin anbetet, um Schülerstreiche, und um die begehrte Carla, die stets notgeile Kerle abwimmeln muss. So sehr Frauen hier auch wie ein Stück Fleisch behandelt werden (natürlich nur, wenn sie dem typischen Schönheitsideal entsprechen), sie können zumindest auf sehr direkte und emanzipierte Art Körbe verteilen, was die dümmlichen und aufdringlichen Kerle dieser Geschichte ohnehin nicht besser verdient haben.

Freilich unterscheiden die sich nicht wirklich vom schüchternen, aber ebenso notgeilen Softie Tonino, dem im Gegensatz zum Rest ein Happy End beschert wird, welches sich in seiner arg konstruierten Form merkwürdig anfühlt aufgrund der umständlichen und, selbst inmitten dieses realitätsfernen Werkes, unglaubwürdigen Art und Weise. "Freche Teens dreh'n ein tolles Ding" (Alternativtitel) ist derart infantil ausgefallen, dass er sinnvolle und sinnlose Szenarien, akzeptables Verhalten und unakzeptables, sowie Sympathiefiguren und Widerlinge, nicht getrennt bekommt. Den einzig halbwegs reifen Augenblick bekommt der Film in der Abschiedsszene zwischen Tonino und Carla beschert, wenn sie wahre Worte über die Liebe eines Teenagers wie Tonino verliert. Dass diesem überraschenden Moment ein langes Szenario brachialstem Klamauks zu einer sonst nur nebenbei beachteten Liebschaft zwischen zwei Randfiguren folgt, beweist nicht nur erneut den typisch unsensiblen Umgang des Streifens mit jeglicher angegangenen Thematik, sondern auch dass man so gar kein Gefühl dafür besaß, wie man die einzelnen Versatzstücke der vorgetäuschten Handlung zu einer Einheit in funktionierendem Erzählrhythmus zusammenschweißt. Warum mir derartiger Trash dennoch halbwegs gefällt, bleibt für mich ein ungelöstes Rätsel.  OFDb

02.03.2017

DIE HAUSLEHRERIN (1978)

Ich weiß nicht was mich immer wieder zu diesen Italo-Klamotten hin zieht, kann ich sie doch eigentlich gar nicht leiden, aber ein Auge muss ich doch jedes Mal riskieren wenn ich eine solche günstig auf DVD erwische, bin ich doch jedes Mal wieder von der Banalität dieser Gattung Komödie fasziniert und von dem Gedanken, dass es da draußen Menschen gibt, die mit dieser Komik ernsthaft etwas anfangen können, ohne sich während des Sichtens fremd zu schämen. Zwar ist „Die Hauslehrerin“ eine erträglichere Variante dieser Gattung Film, aber gut sieht nach wie vor anders aus.

Da uns einige Gesichter aus den „Flotte Teens“-Filmen begegnen, wurde der Film auch schon mal unter dem Titel „Flotte Teens und die Haushälterin“ veröffentlicht, obwohl er mit besagter Reihe nichts zu tun hat. Auch in der eigens für den DVD-Markt gestartete Sexy Teens-Reihe taucht der Film auf, nicht schwer zu erraten unter dem Titel „Sexy Teens und die Hauslehrerin“. Interessanter Weise gehört Tarantinis Werk tatsächlich einer Komödienreihe Italiens an, und das ist jene die mit dem blöden Titel „Die Bumsköpfe“ startete und dessen Fortsetzungen schon lange vor dem hier besprochenen Teil 4 (von insgesamt 5) mit Faketiteln um die „Flotten Teens“ gepuscht wurden.

Nach „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ und „Flotte Teens und Sex nach Noten“, die allesamt erträglicher ausfielen als der erste Teil ihrer Reihe, bekommen wir es nun mit einer allen den Kopf verdrehenden Klavierlehrerin zu tun. Diese wird zwar von einem Teenager begehrt und liebt diesen sogar am Ende des Films, ansonsten konzentriert sich das Werk jedoch wesentlich mehr auf die erwachsenen Figuren, anstatt auf die sonst so wichtigen Jugendlichen der Reihe. Der Sohn des Vermieters wird erst zur zweiten Hälfte zu einer Art zweite Hauptfigur, zuvor darf er gemeinsam mit seinen Kumpels lediglich lüstern das alltägliche Treiben der neuen Mieterin beobachten und daraus Fehlschlüsse ziehen.

Sich zum Affen machende Erwachsene wissen in kleineren Auftritten inmitten einer Teeniestory besser zu gefallen, wenn man das bei dieser bescheuerten Art Komik überhaupt so nennen kann, als ins Zentrum gerückt wie in „L‘ insegnante viene a casa“ (Originaltitel). Das Theater um den bereits vergebenen und deshalb ständig lügenden Bürgermeisteranwärter dreht sich ewig im Kreis und bekommt nicht einmal einen deutlichen Abschluss am Ende des Films beschert. Und jede weitere männliche, erwachsene Rolle geht bei den Anmachversuchen bei der Klavierlehrerin besonders peinlich vor, weil sie nun einmal für eine Prostituierte gehalten wird. Die hemmungslose, direkte Art, mit welcher die Herren um die Dame buhlen, kann man wahrscheinlich noch als die erträglichsten Witze inmitten der kompletten Holzhammer-Komik bezeichnen.

Obwohl der Film sichtlich um eine Story bemüht ist, anstatt tatsächlich eine zu liefern, guckt sich „Die Hauslehrerin“ zwar anstrengend wie jeder Italo-Klamauk, überraschender Weise jedoch nie langweilig. Tarantinis Werk leidet unter all den Vor- und hauptsächlich Nachteilen dieser Gattung Film wie jede von mir bislang gesichtete Komödie dieser Art, was auch die meisten Erotikszenen betrifft, die von dämlichen Männern, die albern herumkaspern, meist kaputt gemacht werden. Dennoch weiß die Schönheit der Hauptdarstellerin zu wirken, selbst dann wenn sie mit dem schlecht besetzten, eher kränklich als attraktiv wirkenden, Teenager herumfummelt.

Warum die beiden am Ende des Filmes zusammen kommen, wird nicht ganz klar. In der von mir gesichteten Fassung hat sich genau in jenem Moment der Annäherung / der Versöhnung ein längerer Filmriss eingeschlichen, aber ich wage einmal zu bezweifeln, dass die fehlenden Szenen einen sinnvollen Grund geliefert haben, warum die erwachsene, attraktive Frau eine Beziehung mit dem kindischen, unattraktiven Teenager eingeht. Die Fummelversöhnung gerät inmitten von Klaviermusik zu einer Geduldsprobe, fühlt sich besagte Szene doch wie eine halbe Ewigkeit an, obwohl die Darstellerin der Luisa nun ausgiebiger ihren Körper vorführen darf. Das allein macht aber nun mal noch keine gute Szene aus. Drei Minuten später ist aber ohnehin Schluss, und ich sitze vor dem Abspann und wundere mich, dass ich bis zum Schluss durchgehalten habe. Und warum ich das Ganze noch halbwegs erträglich fand, frage ich mich noch immer.  OFDb

23.01.2017

FLOTTE TEENS UND HEISSE JEANS (1975)

Die „Flotte Teens“-Reihe ist eher berüchtigt als berühmt, was an ihrem groben Klamauk liegt, der so extrem angegangen wird, dass die Filme tatsächlich kaum zu ertragen sind. Dieses Rezept betrifft jedoch nicht den ersten Teil, womit „Flotte Teens und heiße Jeans“ von seinem ungerechten Ruf her ein ähnliches Schicksal wie „Eis am Stiel“ teilt, dessen Fortsetzungen ab Teil 3 meist auch eher albern ausfielen. Zwar ist das hier besprochene Werk keine Tragikomödie wie der Vergleichsfilm, in Sachen Zoten hält er sich jedoch noch genügend zurück um dem emotionalen und sinnlichen Aspekt der Geschichte eine echte Chance zu geben sich durchzusetzen. Trotz immer wiederkehrender Übertreibungen umweht Tarantinis Werk eine Ehrlichkeit, gerade die Gefühlswelt der Loredana betreffend, auch wenn sie mit ihrem reifen und höchst attraktivem Körper nicht gerade wie eine authentische Schülerin wirkt.

Die Unbedarftheit mit der Loredana durchs Leben geht, ihre fast noch unschuldigen Intrigen, ihr verspieltes Verführen, ihre hoch emotionalen Entscheidungen aus Liebe, das hebt ihr unreifes Alter hervor, macht sie mit all diesen Fehlern auch nicht zur strahlenden Heldin, aber es bleibt glaubwürdig dass man ihr verzeihen kann, ist sie doch nur ein unreifes Ding, das mit der Zeit erwachsener wird. Gegen die Regel erzählt ist es der Junge, welcher den reiferen Part von beiden erhalten hat (jedoch nur im direkten Vergleich, auch er ist mit seinem Protzen ein Mann zu sein, seinem Schimpfen bei verweigertem Beischlaf, seiner kindlichen Eifersucht und dem Angeben mit seinem Motorrad alles andere als erwachsen zu nennen), und es liegt ausnahmsweise einmal an Loredana sein Herz zu gewinnen, wo sie doch sonst keinen Finger rühren muss um das Interesse eines Mannes zu wecken.

Auch in seiner Komik erweist sich „Flotte Teens und heiße Jeans“ als treffsicherer als die Fortsetzungen und durch Namenstäuschungen entstandenen Pseudo-Fortsetzungen. Wo diese Extremklamauk in Endlosschleife liefern, in der Hoffnung das irgend etwas davon krampfhaft komisch wirkt, da wird hier in „The Teasers“ (Alternativtitel) mancher Humor gar gewitzt gesetzt, z.B. wenn der Vater sich nach einem Telefonat wieder seiner Geliebten zuwendet und damit innerhalb von Sekunden zum gedankenlosen Heuchler wird. Auch mancher Klamaukmoment weiß zu gefallen anstatt zu nerven, so z.B. die völlig überraschende Handkantenszene, in welcher eine Lehrer-Nebenrolle zum kampfbegnadeten Helden gepuscht wird. Sein kurz darauf folgender Westernauftritt in der Klasse, wenn er als Sieger auftritt und seinen Gegner, einen Schüler, damit beschämt, ist ebenfalls sympathisch witzig ausgefallen.

Dass Gloria Guida nicht nur ihren schönen Körper einsetzt, sondern mit ihrer Unschuldsmimik auch, trotz fehlendem Schauspieltalents, perfekt in die Rolle passt, unterstützt die delikaten, wie auch die emotionalen Momente des Films, die sich glücklicher Weise ebenfalls eingeschlichen haben. Eine Versöhnungsszene zwischen Tochter und Freund der Mutter im Treppenhaus weiß emotional zu bewegen, Billys Enttäuschung an anderer Stelle fühlt man ebenfalls mit. Tatsächlich ist man trotz seiner wesentlich geringerer Präsenz emotional eher an ihm gebunden anstatt an Loredana, Identifikationsfigur bleibt insgesamt trotzdem die hübsche Blonde.

Loredanas wechselhaftes Verhalten, welches dementsprechend auch die Geschichte durcheinander wirbelt, so als würde keine richtige existieren, fängt das Gefühlsleben eines Teenagers so ein wie es ist. Und das ist ein kleines Wunder innerhalb eines Filmes der eine viel zu sexy Heldin ins Zentrum rückt, den Schulalltag nur mit völlig idiotischen Lehrern präsentiert, jeden Mann zur sexgeilen Bestie erklärt und emotional meist eher Kino anstatt Wahrhaftigkeit aufblitzen lässt. Dieser so unpassend klingende Mix ist es aber schließlich, der „Under-graduate Girls“ (Alternativtitel) zu einem solch angenehmen Vertreter der italienischen 70er Jahre Erotikkomödien macht. Und dass hier selbst die Zoten ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, ist gerade mit Blick auf die Fortsetzungen kaum zu glauben.  OFDb

10.11.2016

DIE BUMSKÖPFE (1975)

Im selben Jahr des ersten Flotten Teens-Filmes „Flotte Teens und heiße Jeans“ kam „Die Bumsköpfe“ in die italienischen Kinos, der ebenso wie seine Fortsetzungen aufgrund der ähnlichen Thematik und der übereinstimmenden Schauspieler in Deutschland als Flotte Teens-Mogelpackungen herauskam, ohne dass man als Deutscher den Unterschied hätte feststellen können. Aus „Die Bumsköpfe“ wurde „Flotte Teens und die Bumsköpfe“, die erste Fortsetzung erschienen bei uns unter dem Titel „Flotte Teens und die neue Schulmieze“, die zweite unter „Flotte Teens und Sex nach Noten“. Erst Teil 4 lief mit „Die Hauslehrerin“ unter einem neutralen Titel, Teil 5 schaffte es schon nicht mehr nach Deutschland, ebbte der Erfolg der Italien-Klamaukwelle hierzulande doch recht schnell ab.

Während „Flotte Teens und heiße Jeans“ eher ein Erotik-Drama war, welches mit ein wenig Komik zusätzlich angereichert wurde, besitzt „Die Bumsköpfe“ bereits viel eher die Eigenschaft, wofür dann „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ und Co schließlich so berühmt werden sollten. Zwar ist das Werk Nando Ciceros, der sich nach dem hier besprochenem Streifen an keiner der beiden Reihen mehr beteiligte, nicht ganz so klamaukig ausgefallen wie die Nachfolger beider ersten Teile, die typischen Eigenschaften vertritt aber auch er bereits: Schülerstreiche, tolpatschige wie lüsterne Albernheiten, nackte Haut und keinen Sinn für wahren Humor.

Der Humor kommt grobschlächtig mit dem Holzhammer daher, ist nicht einmal in der Ausnahme geistreich ausgefallen und in seiner Art eigentlich schon eine Humorbeleidigung für sich. Zumindest ist besagter Italo-Humor eine Gattung für sich, der selbst die debile Komik deutscher Filme der 70er Jahre in seiner verzweifelten Art in den Schatten stellt. Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt der ohne Vorbehalte über die Italienkomik lachen konnte, die meisten lachen beim Zusehen ohnehin nicht, sondern fragen sich lediglich wie derartige Zoten einst die Kinos füllen konnten.

Andererseits liegt in diesem Zeitgeist genau der Reiz sich Filme wie „Die Bumsköpfe“ einmal als Ausnahmekost zu gönnen. Wie sich hier die zentrale weibliche Rolle von einem Volldeppen verführen lässt, obwohl er nicht einmal davor zurückschreckte besagte Frau zu betäuben um sie zu vergewaltigen, was freilich als unkritische humorvolle Szene inszeniert wurde, wäre heutzutage undenkbar in einem Film, ohne gleich x aufgebrache Gruppen in den Medien und vor den Kinos zu sehen, um gegen ein Werk mit solch fragwürdigem Weltbild zu protestieren. Eine Frau verliebt sich in einen Jüngling, da dieser sie mit seiner unsensiblen und sexistischen Art überzeugt hat. Und attraktive Frauen können die Krankheit Homosexualität heilen. Hier wird kein fragwürdiges Klischee ausgelassen.

Das weiß beim Gucken nicht wirklich zu gefallen, auch nicht in dieser entspannteren Art, immerhin sollten die Fortsetzungen beider Reihen wesentlich extremer aufdrehen, ist aber gerade weil dies heutzutage nicht mehr denkbar ist recht interessant anzugucken, um zu schauen wie weit man mit solchen Gedankenspielen einst ging. Das mag aber auch das falsche Wort sein, um sich mit dem Film auseinander zu setzen, denn gedacht hat hier niemand, und letztendlich suchte man lediglich reißerische Themen die sich gut vermarkten lassen. Der jugendliche Aufreißer will die heiße Lehrerin, Schwulen gegenüber ist man als Frau freizügiger, ein Blick auf Unterhöschen macht Schüler zu ungezügelten Sexgeilen, und Lehrer bekommen für ihr Trottelverhalten ihr Fett weg.

Von einer Geschichte kann man kaum sprechen. Die meisten Erlebnisse kommen episodenhaft daher, nur wenige Ideen bauen aufeinander auf, manche werden eingebracht ohne für irgendetwas genutzt zu werden, so z.B. die Pläne des Hausmeisters mit einem Lehrer einen Schlager komponieren zu wollen, der scheinbar nicht interessiert ist. Wofür das Ganze eingebaut wurde weiß kein Schwein, mag mit der Deutschvertonung zu tun haben, wird in der von mir gesehenen Deutschfassung aber nicht einmal für einen Witz oder eine Charaktervertiefung verwertet, zumal es Letztgenanntes in einem solch plumpen Hohlbrotfilm wie diesem hier ohnehin nicht gibt, sonst hätte man sich ja mit irgendetwas was man da dreht gesellschaftlich,  psychologisch oder zumindest inhaltlich befassen müssen. „Sexy Schoolteacher“ (Alternativtitel) ist dummes Kino in Reinkultur, gesellschaftlich überholt, humoristisch schon damals unterster Bodensatz und gerade aus diesen Gründen für interessierte Cineasten einmal einen Blick wert.  OFDb

12.01.2013

JETZT TREIBT SIE'S AUCH NOCH MIT DEM PAUKER (1979)

Eine neue, attraktive Mitschülerin macht alle männlichen Wesen verrückt, selbst ihren eigenen Onkel. Lediglich ein strenger Lehrer reagiert nicht auf ihre plumpen Verführversuche. Also wettet sie mit ihren Mitschülern, dass sie den Pauker doch noch rumkriegt. Sie nimmt Nachhilfestunden bei ihm und verliebt sich in ihn...

Flotte Teens in anonymen Jeans...
 
Wer die zwei Vorgänger „Flotte Teens und heiße Jeans“ und „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ kennt, wird im groben wissen was ihn erwartet. Es ist zwar schon viele Jahre her, dass ich die vorangegangenen Filme sichtete, aber Teil 2 habe ich noch gut in Erinnerung, so dass mir ein Vergleich durchaus möglich ist. War Teil 2 bereits schon unterste Schublade, so schafft es dieser Teil 3 ihn noch zu unterbieten.

Denn zu dem bereits unterirdischen Humor der Vorgänger schlich sich nun noch etwas weiteres, schädigendes ein: eine Handlung die keine ist. Sehr viel Handlung hatten die Vorgänger auch nicht, aber aus dem bisschen Inhalt ist mittlerweile nur noch ein Hauch geworden.

Loredana, die Heldin der ersten Teile, spielt erneut mit, hat allerdings einen anderen Namen. Den Direktor und den Kapellmeister kennt man auch von den Vorgängern und der Mitbewohner des hübschen Lehrers, in den die eingebildete ehemalige Loredana sich verknallt, war auch bereits in den Vorgängern enthalten. Letzteren hätte man locker streichen können. Weder im gewollten Humor noch in der Handlung findet er einen echten Platz. Es spielt zwar kaum noch wer die Rolle der vorangegangenen Teile, die Charaktere, wenn man sie denn so nennen kann, sind im Prinzip dennoch die selben.

Der Hausmeister war zuvor ein Lehrer, der schnell laufen kann. Nun ist er nur noch der Hausmeister, der sich auf billigste Art mit dem Direktor zofft, der wiederum, wie in den anderen Teilen, ewig die Finger in den Mund nimmt, dabei an seinem Mund herumspielt, auf die Erde spukt, flucht usw. Irgendwer muss das in Italien zu dieser Zeit irre witzig gefunden haben, gibt es doch insgesamt 4 Teile der richtigen "Flotten Teens"-Reihe, und von Teil zu Teil rückte er immer mehr in den Vordergrund.

Aber als Deutscher hält man ohnehin besser den Mund. Im selben Jahrzehnt haben wir ebenso peinliche Klamaukwerke abgedreht. Der direkteste Vergleich, die "Lümmel von der ersten Bank"-Reihe steht im Vergleich allerdings wesentlich besser da. Sie kann in kleinen Elementen auch ohne unfreiwillige Komik punkten, die "Flotte Teens"-Reihe, und dieser Teil hier ganz besonders, lebt lediglich von der unglaublichen Unbeholfenheit mit übelsten Peinlichkeiten komisch sein zu wollen. Er ist dann wohl eher komisch im Sinne von merkwürdig geworden, nicht aber im Sinne von lustig.
 
Trash-Fans, wenn auch nur die ganz hartgesottenen, werden bestens unterhalten durch einen irre widerlich hässlichen 70er-Jahre Kerl mit Schnauzbart, der als der große Frauenschwarm mitmacht, durch Loredana (ich hab vergessen wie sie nun wirklich hieß) die eingebildeter denn je spielen darf und nun auch noch singt (als hätte das je wer gewollt), durch die Peinlichkeiten der anderen Charaktere, durch Schülerstreiche wie sie uninspirierter und plumper kaum sein könnten (dagegen waren die Späße in "Flotte Teens jetzt ohne Jeans" noch richtig einfallsreich) und natürlich durch die Idiotie die durch die nicht vorhandene Story entsteht.

Warum die Rolle der Gloria Guida ewig ihren Lehrer verführen will, weiß nur der Drehbuchautor (falls es den gab), und das gleiche gilt für die Frage, warum sich beide plötzlich ineinander verlieben. Und zu welchem Zeitpunkt ist das bitte geschehen? Was war das für ein ruppiger Übergang, wenn man bedenkt was für Prinzipien der Lehrer ursprünglich hatte.

Nackedeiszenen gibt es natürlich auch, alle tierisch unerotisch, auch wenn Guida eine Augenweide ist. Aber ihr eingebildetes Spiel und der Blödsinn, der während ihrer Erotikszenen um sie herum passiert, lässt auch bei ihr überhaupt nichts prickeln. Wer die Vorgänger kennt hat das auch nie erwartet. Wenn überhaupt sollte man sich für Erotik-Freuden Teil 1 ansehen, der mehr Erotikfilm als Komödie war. Zur Komödie wurde die Reihe erst so richtig mit Teil 2, ähnlich der "Eis am Stiel"-Reihe.

Die anderen Nackedeis, die durchs Bild huschen, sind die typisch routinierten Filmfrauen solcher Werke am Rande, also auch nicht der Erwähnung wert. Zum Glück sind die Erotikszenen immer sehr kurz gehalten, sonst würde das den Spaß an der unfreiwilligen Freude dieses Trashs doch stark bremsen.

Aber wie erwähnt: Nur der harte Trash-Freund, der vor nichts Halt macht, wird hier was zu lachen kriegen. Vergesst jeden schlechten Willy Millowitsch-Film! Vergesst "Musik, Musik, da wackelt die Penne"! Dieser Film ist einer der anstrengendsten Vertreter des Trash-Bereichs und dürfte wohl nur noch von "Sunshine Raggea auf Ibiza" getoppt werden, der selbst mir zu blöd und zu anstrengend war, um noch darüber schmunzeln zu können. Auch ich habe meine Grenzen.  OFDb 

FLOTTE TEENS UND SEX NACH NOTEN (1978)

Eine neue Turnlehrerin führt mit der Idee Tanz als Unterricht einzuführen eine revolutionäre Idee an der eher biederen Schule ein. Als der Sportlehrer der Jungs wegen eines Unfalls ausfällt, übernimmt sie seine Turnstunden und begleitet die Teenager auf eine Schulolympiade...

Flotte Teens tanzen sich einen Ast ab...
 
Es ist nicht leicht eine Inhaltsangabe zu diesem Streifen abzugeben, denn eigentlich handelt der Film von nichts. Eine sexy Lehrerin tanzt im Turnunterricht. Das war es auch schon.

Ohnehin konzentriert man sich lediglich auf den kleinen Clan bekloppter Figuren, die in fast unerträglicher Italoklamauk-Komik zur Hochform aufdrehen, so dass zumindest Freunde dieses Genres leuchtende Augen kriegen werden. Allen anderen bretzelt der Film entweder die Birne durch oder man schämt sich beim Gucken für die infantilen Peinlichkeiten, die einem hier dreist als Komödie aufgetischt werden.

Dreist könnte man auch den Etikettenschwindel empfinden, denn der vorliegende Film ist kein Teil der eigentlichen „Flotten Teens“-Reihe. Das fällt allerdings kaum auf. Die Story geht den üblichen Weg, und viele Gesichter aus der echten Reihe sind auch hier vertreten, inklusive der wohl wichtigsten Schauspieler dieser Erotikkomödien.

Als Komödie ein schlechter Witz, aber als unfreiwillig komischer Trash kann „Flotte Teens und Sex nach Noten“, dessen Titel in keinem Bezug zum Inhalt steht, bis zu einem gewissen Grad unterhalten. Aber auch hier kann er nicht mit dem wesentlich witzigeren „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ mithalten, dafür wird hier viel zu viel getanzt, manchmal minutenlang am Stück, ohne auf irgend eine Art zu belustigen. Das ödet an.

Wenigstens hält man sich mit dem Fleischbeschau relativ zurück. Das mag den Erotikfreund enttäuschen, meiner Meinung nach passt der Mix aus Extremklamauk und Erotik aber ohnehin nicht zusammen, deswegen finde ich die nackte Haut in der hier vorliegenden Dosierung erträglicher.

Das „Flotte Teens“-Zugpferd Gloria Gouida konnte man für dieses ähnliche Werk nicht gewinnen. Ihr Ersatz schafft es trotz knackigem Hintern nicht ihren Charme zu erreichen, letztendlich ist sie aber zwar Mittelpunkt des Filmes, aber nicht Mittelpunkt der Komik (ob nun freiwilliger oder unfreiwillig komischer Natur).

Für hartgesottene Trashfans ist „Flotte Teens und Sex nach Noten“ etwas lahm und ermüdend, aber noch okay, Freunde von Italoklamauk können nichts falsch machen, aber ich werde deren Leidenschaft wohl nie verstehen können.  OFDb

11.01.2013

FLOTTE TEENS UND DIE NEUE SCHULMIEZE (1978)

Die Schüler, die durch das Abitur gefallen sind, müssen dies im Sommer in einem katholischen Internat nachholen. Versüßt wird diese unangenehme Tatsache durch eine attraktive Englischlehrerin, die Nichte des Kaplans. Der Aufreißer der Schule verliebt sich gar in sie, zu dumm dass er bei ihr keine Chancen hat. Denn erstens lässt sich die Pädagogin nicht auf Schüler ein und zweitens ist ihr der Lausbub ein Dorn im Auge, seit er sie bei ihrer Ankunft in der Stadt mit einem plumpen Trick verführen wollte. Parallel zu dieser Handlung taucht ein Großindustrieller als einfacher Arbeiter getarnt in der gleichen Stadt unter, da er sich von Terroristen bedroht fühlt. Seine Ehefrau eilt hinterher, weil sie diese Aktion für einen Trick hält, damit der Herr Gemahl heimlich eine Geliebte aufsuchen kann...

Flotte Teens und ängstliche Unternehmer...
 
Die Fortsetzung von „Die Bumsköpfe“ kam als angebliche Flotte Teens-Fortsetzung getarnt nach Deutschland, wie so einige andere europäische Produktionen. Während andere Werke jedoch nur im Namen logen, manipulierte man in „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ ein bisschen mehr herum. Gloria Guida, Star der ersten drei Original-Flotte Teens-Filme war nicht dabei, also schnitt man Szenen mit ihr aus einem anderen Film hinein und nannte sie in der Synchronisation auch gleich Loredana.

Ähnlich erging es einem Schauspieler, der sowohl hier als auch in „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ einen Lehrer spielen durfte, auch er bekam den Namen, den er im Film der Originalreihe trug. Da nun noch in einer Szene im Hintergrund ein 70er Jahre Hit im Radio läuft, der auch im zweiten Teil der Flotten Teens-Reihe zu hören war, guckt sich die angebliche Fortsetzung auch wie eine.

Die Geschichte passt zur Reihe, viele der Darsteller sind wieder mit dabei (wenn auch nicht alle mit der selben deutschen Stimme versehen) und so nimmt man den Etikettenschwindel gerne an. Zumal sich „Flotte Teens und die neue Schulmieze“ auch wesentlich angenehmer guckt, als Beispielsweise Teil 3 der „Bumsköpfe“ mit dem Titel „Flotte Teens und Sex nach Noten“. Klar ist dies hier immer noch Mist im Sumpf infantiler Italoklamauk-Unterhaltung, aber ab und an darf auf niedrigem Niveau geschmunzelt werden, z.B. wenn der fast blinde Lehrer mit dem Hörfehler stets die Tür neben der Lehrertoilette erwicht, um ein Lüftchen wehen zu lassen und diese Tür ins Lehrerzimmer führt.

Zudem muss man erwähnen, dass es zwar arg albern zugeht, im Vergleich zu sonst anderen Italoproduktionen dieser Art aber auch einige stillere Szenen vorhanden sind. Da sind dann weniger sogenannte „Gags“ vorhanden, dafür aber auch einige Verschnaufpausen, bevor mit dem bescheuerten Humor weitergeblödelt wird. Bei mir funktioniert dieser Humor ohnehin nur auf unfreiwillig komische Art, echte Fans dieser Komik werden wegen der Reduzierung vielleicht etwas enttäuscht sein.

Was in der ganzen Schulstory nun die Zusatzgeschichte mit dem untergetauchten Unternehmer soll, ist mir ein Rätsel. Zwar kreuzen sich beide Storys ab und an, aber eigentlich ist sie unnötig, so als wolle man noch ein paar Schauspieler mit unterbringen, ohne dass noch Platz in der Geschichte für sie gewesen wäre. Da der Film, wie so jedes Werk seiner Art, aber ohnehin nur bescheuert, schnell heruntergekurbelt und völlig peinlich ist, ist es eigentlich aber auch egal.  OFDb

10.01.2013

FLOTTE TEENS UND DAS AUSGEFLIPPTE KLASSENZIMMER (1981)

Ein Junge ist schon sechs Mal sitzen geblieben und der Schrecken aller Lehrer. Immer einen dummen Spruch auf den Lippen und immer zu Streichen aufgelegt, treibt der Lausejunge seine Mitmenschen in den Wahnsinn. Als die Klassenlehrerin eines Tages von einer attraktiven Aushilfskraft vertreten wird, verguckt sich der junge Spund in die Dame, auf die auch der Sportlehrer ein Auge geworfen hat. Und da die Genesung der Klassenlehrerin zu schnell vonstatten ging, inszeniert der Satansbraten einen Unfall, um die Vertretungslehrerin zurück ins Klassenzimmer zu bekommen...

Bennie trifft Billy trifft Pepe…
 
Als eine erotische Teenie-Komödien-Reihe damals mit seinem Erstling „Flotte Teens und heiße Jeans“ und den Fortsetzungen Erfolg verbuchte, wenn auch im Schatten der beliebteren „Eis am Stiel“-Reihe, da buddelten Deutsche allerhand italienische Komödien aus, meist welche mit „Stars“ aus den Filmen der flotten Teens, und gaben ihnen Titel, die suggerieren sollten, diese Filme wären Fortsetzungen der besagten Reihe.

„Flotte Teens und das ausgeflippte Klassenzimmer“ ist jedoch der Start einer völlig anderen Klamauk-Reihe, die von dem Lausbuben Pierino handelt, gespielt von einem Erwachsenen, jedoch nicht um eine Geschichte a la „Billy Madison“ zu erzählen. Nein, Pierino ist zwar älter, aber nicht erwachsen. Auch er soll ein Junge sein, halt nur einer der einige Male sitzen geblieben ist.

Dieser Bub spielt nun auf die komplette Lauflänge gesehen Streiche und bringt freche Sprüche. Der Film guckt sich wie eine ungezogenere Variante von „Die Lümmel von der ersten Bank“, spielt jedoch mit erotischen Aspekten, allerdings auf kindlicher statt auf nackter Art. Das dürfte dann auch der wesentliche Unterschied zu den echten „Flotten Teens“ sein.

Die Hauptrolle spielt Alvaro Vitali, der größere Nebenrollen in der „Flotten Teens“-Reihe besetzte und dabei nie eine feste Figur spielte. Vitali kann mit hohlen Blicken glänzen, und genau dort endet sein Talent auch bereits.

„Das völlig irre Klassenzimmer“ (Alternativtitel) reiht Zoten an Zoten, schämt sich für nichts und bietet somit weniger Story und noch peinlichere Momente, als es bereits die im Titel angespielte „Flotte Teens“-Reihe tat. Man ist sich für keinen Gag zu schade. Ein Ball wird mit Scheiße eingeschmiert, bevor er zurückgeworfen wird, Murmeln werden als die Eier von Superman bezeichnet, und einer Blumenverkäuferin wird Papier abgeschnorrt, nur um ihr auf die Frage, ob man denn auch Blumen kaufen wolle, zu antworten, dass man die bereits woanders erworben habe, da sie dort frischer sind.

Die Gags pendeln zwischen frech und möchtegern-frech, sind aber immer primitiv, einfallslos und peinlich. Richtig extrem wird es bei völlig konstruierten Pointen, die einfach ins Leere laufen. Pierino geht mit einer Prostituierten mit. Die Dame schlägt ihm die 69 vor, er willigt ein. Die Frau muss beim Ausziehen ihrer Fußbekleidung zwei mal pupsen, daraufhin verabschiedet sich der Junge mit der Bemerkung, zwei mal habe er das nun ausgehalten, aber weitere 67 mal wäre dies nicht drin. Damit endet die Szene, ohne Bezug zum Rest und ohne wirklich einen auch nur halbwegs geglückten Gag präsentiert zu haben. Das ist schon sehr erbärmlich.

Eine Geschichte gibt es ohnehin nicht. Alles was irgendwie nach Story ausschaut ist nur Ausrede, um die Streiche und Sprüche des Satansbratens zusammenzuhalten.

Die Musik erinnert an das Thema aus „Flotte Teens jetzt ohne Jeans“ und der Fortsetzung „Jetzt treibt sie’s auch noch mit dem Pauker“. Wahrscheinlich hat man den selben Komponist engagiert, scheint doch eh alles miteinander verwandt zu sein. Entweder produzierte hier das gleiche Studio, oder Produktionen dieser Art waren einfach Alltag in Italien.

Von den Abenteuern Pierinos schaffte es nur dieser erste Teil nach Deutschland. Wenn man sich die Filmographie Vitalis anschaut, scheint es in Italien wesentlich mehr Fortsetzungen gegeben zu haben, als man glauben mag. Den Italienern schien der Mist ernsthaft zu gefallen. Es mag ja sein, dass die deutsche Synchronisation zusätzlich Mist gebaut hat, aber ich glaube kaum, dass der Film mit den Originaldialogen wesentlich unterhaltsamer wäre, als der Vollschrott der deutschen Fassung.

Viel erschreckender als die Vertonung ist jedoch der deutsche Schnitt. Auf der DVD gibt es untertitelte Szenen, die es nicht ins deutsche Kino schafften, und die zeigen meist kleine Ausflüge in so etwas wie Handlung. Scheinbar straffte man den Film, um noch extremer Streich an Streich zu reihen, als es der Film ohnehin schon machte.

Um „Flotte Teens und das ausgeflippte Klassenzimmer“ zu genießen muss man entweder Humorlegastheniker oder Sado Masochist sein. Beim Schauen erntet man Kopfschmerzen statt Lacher, und aus unfreiwillig komischer Sicht oder als Trash mag der Streifen es ja schaffen 30 Minuten zu belustigen, aber selbst diese Schätzung ist von mir jetzt hoch gepokert.  OFDb