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19.02.2022

KARATE KID 3 - DIE LETZTE ENTSCHEIDUNG (1989)

Nach zwei für US-Verhältnisse recht empathischen Filmen, zumindest was den Respekt vor anderen Kulturen betrifft, kommt mit "Karate Kid 3 - Die letzte Entscheidung" die reißerische Hohlbackenversion hinterher, die von Einfühlungsvermögen diesmal weit weniger erkennen lässt. Sich stets, ob im Dramen- oder im Actionbereich, dem reißerischen Schauwert zuwendend, ist aus der zweiten Fortsetzung zwar kein rein unfreiwillig komisches Werk geworden, aber definitiv nur noch ein triviales. Dass auch diese plumpere Version eines guten Stoffes so kurzweilig zu konsumieren ist, liegt mitunter an der Chemie zwischen Ralph Macchio und Noriyuki "Pat" Morita, die zumindest immer den Anschein erwecken, dass da irgendwo noch gefühlsechter Tiefsinn vorhanden ist, und dies obwohl die Weisheiten Miyagis aufgesetzter und weit weniger tiefsinnig klingen, als noch in den Vorgängern. Zudem arbeitet das Drehbuch nicht gut genug heraus, warum der Lehrer seinen Schüler diesmal nicht für das Turnier unterrichten möchte, zumindest ab jenem Zeitpunkt, an dem Miyagi mitbekommt wie sehr Daniel unter Druck gesetzt wird. Aber von psychologischer Raffinesse ist in diesem Dumpfbacken-Drehbuch ohnehin nichts zu spüren, so dass man John G. Avildsen dafür danken kann der Reihe als Regisseur treu geblieben zu sein. Dessen Handschrift, die sich an den beiden Vorgängern und unübersehbar auch an der "Rocky"-Reihe orientiert, weiß einiges zu retten, so dass man zumindest oberflächlich gut genug unterhalten wird.

Silver, der erwachsene Gegner des dritten Teils, mutet nur lächerlich an und kann inmitten einer zu bierernsten Umsetzung lediglich als Parodie auf ernstzunehmende Gegner begriffen werden. Allerdings beweist Thomas Ian Griffith Kampfkunstkenntnisse und Beweglichkeit. Dass er schauspielern kann, bemerkt man hier nicht und überrascht umso mehr in seiner Rückkehr dieser Rolle in "Cobra Kai - Staffel 4", die einiges von dem, was "The Karate Kid 3" (Originaltitel) an Schaden für die Reihe anrichtet, dort wieder gut macht. Einer der wenig guten Entscheidungen des Autors findet sich in der weiblichen Teenie-Nebenrolle, schrieb man Daniel diesmal doch keine erneute Liebesgeschichte hinzu, sondern lässt die Dame lediglich als freundschaftliche Begleitung ins Geschehen treten. Dass Ralph Macchio eigentlich längst zu alt war, um den Teenager zu mimen, fällt nur bedingt auf, wirkt er für seine 28 Jahre doch noch überraschend jung, wenn auch nicht derart, dass "Karate Kid 3 - Die letzte Entscheidung" glaubwürdig im Folgejahr des Originalfilmes spielen kann. Aber wer ist schon pingelig bei solch sehenswerter Filmreihe, die es sogar schafft in der Dummfugversion des hier besprochenen Teiles noch mit genügend Restcharme zu unterhalten? Die direkten Bezüge auf die Vorgänger, die Stammbesetzung, der beibehaltene Soundtrack und manch andere Zutat sorgen dafür, dass auch die zweite Fortsetzung bei einem genügsamen Publikum fruchten kann.  OFDb

17.01.2019

KING COBRA (1999)

"King Cobra", der mit dem 80er Jahre "King Kobra" nichts zu tun hat und im deutschen Fernsehen auch unter dem Alternativtitel "Killer Kobra" lief, unterscheidet sich nicht wirklich vom üblichen Tierhorror-Schema, welches spätestens seit Spielbergs "Der weiße Hai" um sich greift. Ein Tier wird übergroß, bedroht Bewohner einer Kleinstadt, eine eingeschworene Gruppe weiß bescheid, will das Tier bekämpfen und Menschenleben retten, aus Geldgründen will der Bürgermeister von alledem nichts wissen, dennoch wird ein Experte engagiert, und der böse Schöpfer der Kreatur darf freilich so wenig fehlen wie das aus zwei Geschlechtern bestehende Helden-Duo, welches zu einer romantische Zusammenführung verpflichtet ist. Glücklicher Weise erschien "King Cobra" vor der Welle computeranimierter Billig-Tierhorrors, mit denen vor The Asylum vor allen Dingen die Firma Nu Image ordentlich Geld machte. Dementsprechend ist ein liebloses "übergroße Haut wandert schlecht animiert ohne das Komplettvieh zu zeigen an den Protagonisten und Opfern vorbei", so wie es "New Alcatraz" und Co auf dem Programm hatten, nicht gegeben. So ein spaßiges Happening wie der dämliche "Python", oder noch besser "Boa vs. Python", ist "Seth" (Alternativtitel) jedoch auch nicht geworden.

Er ist zu ernsthaft und bemüht professionell inszeniert, als dass er eine partytaugliche Trash-Gurke sein könnte. Gleichzeitig ist er zu billig produziert und zu routiniert geschrieben, als dass er ein nennenswerter Zwischendurchverzehr wäre. Zumindest guckt sich die zweite Hälfte um einiges flotter und interessanter als die erste Hälfte, was hauptsächlich dem Auftauchen von Pat Morita, dem Miyagi aus den "Karate Kid"-Filmen, zu verdanken ist, der mit seiner mental ausgeglichenen Pseudo-Professionalität mehr Ironie in die Bude bringt. Und freilich ist auch das Mehr an Ereignissen am besseren Funktionieren der zweiten Filmhälfte beteiligt, ebenso wie das detailreichere und häufigere Sichten der Schlange. Diese wurde kreiert von den Chiodo-Brüdern, welche auch die "Critters" designten und uns den herrlich abgedrehten "Space Invaders" bescherten, den man heutzutage eher als "Killer Clowns from Outer Space" kennt. So toll wie deren Arbeiten der 80er Jahre ist die olle Schlange nicht geworden, besser als jedes billige CGI-Gepixel ist das Ergebnis aber sehr wohl zu nennen. Dass die Schlange je nach Aufnahme verschieden groß wirkt, liegt zumindest nicht an ihrer Arbeit, der echte Schlangenkopf wirkt von der Größe einfach nicht zum Restkörper passend wie Regie und Kameramann es gerne gehabt hätten.

Ist aber auch ziemlich egal, denn in einer routiniert-dämlichen Geschichte, die zum x-ten Mal erzählt wird und schnell und billig heruntergekurbelt wurde erwartet man keine Authentizität, erst recht wenn andere Bereiche, wie die Figurenglaubwürdigkeit, diese ebenfalls nicht streifen. Zwar wirkt "Anaconda 2" (Alternativtitel), abgesehen von der langen Einstiegssequenz im Labor, nie überkonstruiert und vollkommen lächerlich, da gibt es wahrlich extremere Werke auf dem Heimkino-Markt, aber das altbackene Szenario lebt lediglich in einer filmeigenen Wirklichkeit und versucht lieber übliche Klischees abzugrasen anstatt irgendwelche Innovationen oder irgendeinen Realismus einzufangen. Die Hillenbrand-Brüder, die für die Regie verantwortlich waren, sind nun einmal lediglich Durchschnittsfilmer, was auch ihre Teenie-Komödien-Trilogie rund um die "College Animals" beweist, die überraschend mit "College Vampires" endete. Dauergästen im Tierhorror-Bereich kann man ein Sichten von "King Cobra" nahe legen, ohne tatsächlich eine Empfehlung auszusprechen, der Rest der Welt wird sich gelangweilt abwenden. Mir hat zumindest die zweite Hälfte des Streifens Spaß bereitet, zu einem Zeitpunkt an dem ich fast schon ungeduldig ausschalten wollte.  OFDb