Posts mit dem Label Christian Slater werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Christian Slater werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

30.07.2023

HOLLOW MAN 2 (2006)

An den Kinokassen lief Verhoevens "Hollow Man" recht erfolgreich. Dennoch kam es lediglich zu einer Videofortsetzung, billiger produziert (dies aber immerhin von Verhoeven mit), simpel in dem was sie will, leider aber auch simpel in dem was sie bietet. So sehr ich es auch mag, dass hier in Sachen Effekte und Ausgaben kein Schwanzvergleich stattfindet, "Hollow Man II" holt kaum etwas aus seinen Möglichkeiten heraus. Der Punkt, an dem er in seine Geschichte einsteigt, ist ungünstig gewählt. So wird man als Reingestoßener nicht wirklich warm mit dem Schicksal und damit der aggressiven Motivation des Unsichtbaren, der aber ohnehin als Jäger und Gejagter zur Nebenfigur verkommt. Verkörpert von Christian Slater ist dies umso ärgerlicher, weiß der Mann doch meist charismatisch zu wirken. Dies trifft leider nicht auf die Besetzung des Helden zu, die mit Peter Facinelli einen verschmitzten Jüngling präsentieren will, letztendlich aber nur eine Babyface-Grinsebacke liefert, die im viel zu ernst angegangenen Plot nie erwachsen genug wirkt, um einem die Illusion zu geben er stünde mit beiden Beinen fest im Leben. Laura Regan an seiner Seite wirkt schon mehr, aber nicht auffällig, und so stolpern beide über eine zu dünne Handlung, die man sich durchaus mal geben kann, die aber nicht wirklich begeistert. Selbiges trifft auf die Spezialeffekte zu, die bei weitem nicht mehr so zu beeindrucken wissen, wie im Vorgänger, hin und wieder aber nette Schauwerte (welche Ironie) liefern. Letztendlich spart man aber sehr an Unsichtbareneffekte, die sind dann doch was rar verteilt, um dem schlicht heruntergekurbelten Billigfilm das gewisse Etwas zu verleihen.  Wiki

01.01.2022

SILENT ASSASSINS - LAUTLOSE KILLER (2013)

Zugpferd Christian Slater huscht eine halbe Stunde durchs Bild, bevor er überraschend verfrüht das Szenario verlässt, denn "Assassins Run" ist kein Actionfilm mit ihm im Zentrum, er will eine Art Frauen-Power-Film wie "Kill Bill" sein. Er ist dies in der Billigvariante, und in dieser ist nie 100% klar in wie weit man sich dessen bewusst war, wie trashig das Rezept ausgefallen ist und inwiefern nicht. Zwar ist man um eine anspruchsvolle Geschichte mit allerhand (gesellschafts)politischen Einflüssen Russlands bemüht, andererseits wohnt man einer 1-Frau-Action a la "High Kick Girl!" bei, die uns weiß machen will, dass aus einer soften Tänzerin eine knallharte Bitch werden kann, die ihre Ballett-Gelenkigkeit leidend im menschenfeindlichen Frauenknast zu perfektionierten Kampfmethoden umfunktioniert bekommt. Der Witz ist, dass "White Swan" (Alternativtitel) in dieser schundigen Phase weit besser funktioniert, als in seinem bemüht anspruchsvollen Treiben zuvor, was aber auch daran liegt, dass der Streifen, den Hauptdarstellerin Sofya Skaya zusammen mit Robert Crombie inszeniert hat, sehr kostengünstig umgesetzt ist und einen nie tatsächlich in die Illusion einer möglichen Realität eintauchen lässt. 

Die Geschichte badet zu sehr im Klischee, die Darsteller wirken zu bemüht, die Technik fängt zu billig geratene Bilder ein, selbst wenn man um Sehwerte bemüht ist. "Shadows of the White Night" (Alternativtitel) ist eher Schnellschuss-Werk als treffsichere Actionunterhaltung, wenn auch nie zum Bodensatz a la "Escape Plan 2" werdend, und macht dementsprechend in seinem comichaft anmutenden Part, in welchem nach der Hälfte der Laufzeit die Hauptfigur endlich zur kämpfenden Heldin wird, am meisten Spaß. Wie gesagt weiß man nie wie ernst das Projekt gemeint ist, und der späte Schwung bekommt freilich nicht den kompletten Film gerettet, zumal er schließlich selbst in dieser angenehmeren Phase arg simpel ausgefallen ist, aber mit dieser zweiten Hälfte schließt "Assassins Revenge - Gnadenlose Rache" (Alternativtitel) weit flotter und unterhaltsamer, als er zunächst den Eindruck machte. Für die Geschichte habe ich mich erst nach etwa 30 Minuten halbwegs interessiert, unterhalten gefühlt habe ich mich erst nach etwa 45 Minuten. Die herrlich schundige Kurzweile, welche die selten dämliche, aber von Skya stilvoll dargebotene, Rachestory der zweiten Filmhälfte zu bieten hat, ließ mich doch noch nett und anspruchslos unterhalten mit mehr Wohlwollen auf den Film zurück blicken, als ich erwartet hätte.  OFDb

13.03.2021

LIES AND ILLUSIONS (2009)

Früher wäre ich beim Schriftzug der Filmfirma Nu Image automatisch zusammengezuckt, amüsierten sie mich doch maximal mit schlecht geratenen Tier-Horror-Filmen. Als sie mit "John Rambo" jedoch auch ein äußerst sehenswertes Werk auf die Menschheit los ließen, war ich diesbezüglich jedoch nicht mehr so schreckhaft. Und da "Lies and Illusions" gerade einmal ein Jahr nach dem Stallone-Actioner entstand und mit Christian Slater ein Gesicht mit an Bord hatte, das ich seit meiner Jugend immer wieder gerne sichte, stand einem mindestens durchschnittlich ausfallendem Filmabend eigentlich nichts im Weg. Doch falsch gedacht, im Gegensatz zu Rambos viertem Auftritt sieht man dem Action-Thriller vom "Gate - Die Unterirdischen"-Regisseur Tibor Takács die Kostengünstigkeit, mit der er produziert wurde, in jedem Moment an. Die Kamera fängt derart routinierte Bilder in schlecht gewähltem, zu sehr an Digitaloptik erinnernden, Farbfilter ein, dass man glaubt Slater von einer Szene zur nächsten durch das Set während der Dreharbeiten zu begleiten, anstatt der Illusion zu erliegen passiver Teil einer gerade stattfindenden Geschichte zu sein. 

Eine Besetzung, die zu schnell zwielichtige Gestalten entlarvt, ein Slater, der zu coole Sprüche reißt, um ihm das Weichei, welches er mimen soll, abzunehmen (bei "Hart auf Sendung" war er in diesem Bereich wesentlich überzeugender) und eine Choreographie, welche die als Profi-anvisierten Kämpfe zwischen zwei starken, im Mittelpunkt stehenden, Frauen wie eine Übung am Set ausschauen lässt, verhindern das Entführen in eine Fiktion ebenso. Das Drehbuch ist äußerst durchschnittlich ausgefallen, kann sich in dieser niederen Region der Unterhaltung zwar zunächst als akzeptabel beweisen, wird mit der Zeit aber recht eintönig, zu konstruiert und leider auch arg überraschungsfrei, so dass es nicht mehr als die spannungsbefreite Inszenierung Tacács verdient hat. Der kleine Hauch Humor, der durch die gegen den Strich besetzte Charakterisierung von Wes entstehen soll, wirkt meist eher leicht frauen- und männerfeindlich anhand von Kommentaren, die Frauen darin kritisieren hart zu sein und Männer darin schwächlich zu sein. Aber da fallen ganz andere Schwachpunkte ins Auge, als dass dieser Aspekt derjenige Welche sein könnte, der einem den Streifen vermiest.  OFDb

02.11.2018

GESCHICHTEN AUS DER SCHATTENWELT (1990)

Sechs Jahre nachdem die Serie "Geschichten aus der Schattenwelt" startete, drehte John Harrison die Spielfilmvariante davon, die ebenfalls diverse Horrorepisoden beinhaltete. Zusammengehalten werden sie durch die Rahmenhandlung eines von einer Hexe gefangengehaltenen Jungen, der die drei Hauptgeschichten aus einem Buch vorliest. Sicherlich darf man sich fragen, ob ein solches Vorhaben Sinn macht, wenn bereits die TV-Serie nicht miteinander verbundene Horrorgeschichten präsentiert, aber vielleicht lag der Reiz im finanziellen Umfeld. Ich kenne die Serie nicht, auf welcher der hier besprochene Film beruht, aber an Geld für tolle Spezialeffekte schien es nicht zu mangeln, lassen diese doch nichts zu wünschen übrig. Mit John Harrison hatte man zudem jemanden für die Regie verpflichtet, der innerhalb der Serie bereits mehrfach tätig war, und sein Gespür für Stil ist es dann auch, der "Tales from the Darkside - The Movie" (Originaltitel) so wundervoll funktionieren lässt.

Denn auch mir als jemand, der sich mit Episodenfilmen ein wenig schwer tut, hat dieser Ausflug in harmlose, kleine Horrorideen durchaus gemundet. Wahre Highlights präsentiert uns der Film nicht, aber alle drei Geschichten sind eine wunderbare Ablenkung von der grauen Realität. Der fast schon familiengerechte Touch wird nie zu extrem zelebriert, als dass das Ergebnis zu harmlos ausfallen würde. "Geschichten aus der Schattenwelt" schwankt zwischen blutleer, aber morbide. Seine Geschichten umweht ein düsterer Touch. Und schwarzhumorige Pointen weiß jede der vier Erzählstränge aufzuweisen. Wie bei einem Episodenfilm üblich fehlt jeder Geschichte eine entscheidende Zutat, und so kann jede von ihnen aufgrund ihrer begrenzten Spielzeit nicht sein volles Potential ausschöpfen. Um so verwunderter darf man darüber sein, dass die sich oft halb anfühlenden Erzählungen gelungen genug umgesetzt wurden, selbst dann, wenn sie wie in Geschichte Nummer 1, so gut wie keine eigenen Ideen aufweisen, die es nicht anderswo bereits gegeben hätte.

Der einzige wirkliche Schwachpunkt des Streifens liegt in der Rahmenhandlung, die zwar eingangs, wenn der Vorspann läuft, liebevoll und augenzwinkernd umgesetzt ist, mit der Auflösung der Identität der Frau und ihrer Pläne jedoch die letzte schöne Idee dieser Zwischensequenzen präsentiert, da von da an nur noch stur vorgelesen wird. Und auch die Schlusssequenz lässt Einfallsreichtum kläglich vermissen. Manch nette Pointe steckt zumindest in den Dialogen zwischen Kind und Hexe, und da die Sequenzen recht kurz ausgefallen sind, macht es die angenehm routinierte Qualität des Restfilmes auch nicht kaputt. Während die Mumiengeschichte trotz ihres Mangels an Innovationen verspielt und düster ausgefallen ist, besetzt mit Christian Slater und Steve Buscemi, ist es ausgerechnet sie, die zum Höhepunkt des Streifens wird, obwohl sie die banalste Geschichte erzählt. Der sehr interessant klingende Aufhänger der zweiten Geschichte, dass ein reicher Mann einen Auftragskiller engagiert um eine angebliche Killerkatze zu töten, wird leider nicht vollends genutzt (hier gefiel mir die Katzenhorror-Kurzgeschichte aus "Der Makler" besser), aber bis man erkennt, dass aus der hervorragenden Grundidee zu wenig herausgeholt wurde, lebt sie immerhin von ihrer hervorragenden Grundidee (von den tollen Settings, die jede der drei Geschichten zu bieten hat, einmal ganz zu schweigen).

Die letzte der drei Geschichten, besetzt mit der kurzfristig berühmteren Rae Dawn Chong, fängt sehr interessant an, konzentriert sich aber zu sehr auf die Schlusspointe, als dass sie im Mittelfeld mit den stimmigen zwei Geschichten zuvor mithalten könnte. Das Monster hat mir optisch wenig zugesagt, die Charakterzeichnung des Künstlers war mir nicht interessant genug angegangen, aber die Schlusspointe gibt der Geschichte recht, und ein stimmiger Einstieg, in einer dunklen Gasse spielend, ist besonders düster inszeniert. So hat jede der hier erzählten Geschichten ihre Schwachpunkte, aber das Restergebnis weiß zu gefallen, so dass "Geschichten aus der Schattenwelt - mehr als ein Film" (Alternativtitel) dem neugierigen Horror-Fan für zwischendurch trotzdem schmecken müsste. Immerhin bietet er solides Grundlagenprogramm, in welchem die inszenatorischen Aspekte mehr beachtet wurden als die Innovation der Geschichten. Wirklich schade ist es aber eigentlich nur um den Katzenhorror, den ich gern woanders noch einmal neuverfilmt sichten möchte, das volle Potential ausschöpfend, welches in ihm schlummerte.  OFDb

14.04.2018

HEATHERS (1988)

"Heathers" ist eine Satire und muss deshalb nicht immer glaubwürdig sein. Ganz im Gegenteil will sie dies auch nicht immer, was die dick aufgetragenen harmonischen Familienszenen mit Veronica im Garten zeigen, begleitet von absichtlich gestelzten Dialogen. Mal bodenständig, mal grotesk dick aufgetragen, wird uns eine schwarze Komödie präsentiert, in welcher gestilte Figuren sich ganz offensichtlich dem Teenagerpublikum anbiedern, anstatt tatsächlich mit dessen Schwäche für Eitelkeit zu spielen, so dass man allein daran das zweischneidige Schwert des Streifens erkennen kann. "Heathers" will provozieren und aufklären, er will aber auch unbedingt dem Jungpublikum gefallen. Mit der süßen Winona Ryder und dem überzeugenden Christian Slater geht die Rechnung sogar auf, selbst über das Jugendalter hinaus gesehen, immerhin ist Michael Lehmann ein durchaus sympathischer Film geglückt. Aber so begeistert wie in jungen Jahren bin ich trotzdem nicht mehr von diesem Film, den ich damals auf ein ähnliches Podest wie "Hart auf Sendung" gehoben hätte. Denn im Gegensatz zu diesem ebenfalls mit Slater besetzten Teeniefilm will die Gesellschaftskritik hier nur oberflächlich überzeugen, wohingegen der Vergleichsfilm geradezu davon lebt eine solche erfolgreich und aufwühlend zu besitzen.

"Lethal Attraction" (Alternativtitel) geht somit nicht so tief wie er gerne möchte, und dank eines Mangels an wahrer Empathie im Verhalten der Hauptfigur, bleibt er damit eine Spur zu theoretisch, was aber nicht bedeutet, dass man mit dem Sprungbrett der beiden Stars nicht seine Freude haben könnte. Dieses zeichnet immerhin ein düsteres Bild vom Umfeld der Teenager, die drangsaliert und dominiert werden von einer gleichaltrigen, elitären Minderheit, während die Erwachsenenwelt ihre Probleme nicht ernst nimmt, oder jene, die vorheucheln dies zu tun, ihre Seele an die Medien verkaufen. Die Ereignisse um Veronica und Jason Dean setzen eine Welle an Selbstmordversuchen frei, welche nie all zu große Bedenken bei Eltern und Lehrern auslösen. Zu sehr sind sie medial beeinflusst, um noch menschlich nachempfinden zu können. Zu sehr bleibt das Einfühlen ins Seelenleben eines Jugendlichen Theorie für sie. Dies zeigt sich ganz deutlich in einer sehr geglückten Szene, in welcher die sich verkaufende 68er-Generation ihr Fett weg kriegt, wenn eine Pädagogin äußert, die Entscheidung Selbstmord zu begehen oder nicht wäre eine der wichtigsten die ein Teenager heutzutage treffen müsste.

"Fatal Game" (Alternativtitel) lebt von dieser treffsicheren Bissigkeit und hat auch genügend solcher Momente zu bieten. Es ist jedoch schade, dass die Seele Veronicas nicht ähnlich treffsicher ergründet wurde. Ihr Antrieb bleibt oberflächlich, ihr Mangel zu wahrhaft empathischen Gefühlen macht ihren Wandel nicht glaubwürdig. Das funktioniert trotzdem insofern, als dass der Autor der Figur treu bleibt und es somit nicht zu Widersprüchen oder charakterlichen Unglaubwürdigkeiten kommt. Allerdings macht der Film selbst den Eindruck keinen Deu besser zu sein als seine Heldin, und damit wirkt der Umgang mit dieser Thematik doch wieder unehrlich und zu gewollt. Ebenso geht man nicht in der aufkommenden Liebe der beiden Rebellen auf, oder fühlt sonst irgendetwas beim Zuschauen der abscheulichen Taten mit, eben weil "Westerberg High" (Alternativtitel) stets nur kühle Satire bleibt. Was im schwarzen Humor trumpft und den Film immerhin unterhaltsam zu tragen weiß, schadet der Möglichkeit zu mehr Tiefe, was bei den vorhandenen Möglichkeiten sehr schade sind. Andererseits ist der Film, ebenso wie im modischen Erscheinen seiner Protagonisten, zu sehr darin bemüht cool zu wirken, was gerade gegen Ende immer stärker auffällt und den Figuren somit die Möglichkeit zu mehr Tiefgang verweigert, also schien man es auch gar nicht anders zu wollen.

Da sich der stilische Touch trotzdem ziemlich gut schaut, vielleicht vergleichbar mit jenem aus "Eiskalte Engel", kann man mit zurückgeschraubten Erwartungen diesen einstigen Kultfilm durchaus gourmieren. In Ausnahmeszenen, wie der Beerdigung der beiden Sportler, schafft es Lehmann auch mal den Zuschauer emotional zu berühren. Hier blitzt auf, was insgesamt möglich gewesen wäre, wohingegen eine Beerdigungstraumsequenz in ihrer herrlich grotesken Art zeigt, zu was der unterkühlte Satire-Stil in seinen besten Momenten in der Lage ist. Dort wird das Wort Eskimo zu einem lauten Lacher, ohne an mahnendem Wert der grundlegenden Thematik zu verlieren. Hin und wieder hatte ich jedoch Mitleid mit den asozialen Opfern und fühlte mich allein gelassen von dem Film, der seiner Heldin zwar Schuldgefühle beschert und den Drang derartiges nicht wiederholen zu wollen, aber dennoch der Ansicht ist, dass die Toten es nicht anders verdient hätten. Unterschwellig bleibt dieses Denken auch am Schluss bestehen, wo Veronica ihrem Ex-Lover bei dessen finaler Tat eiskalt zusieht, anstatt einzugreifen. Der Film selbst distanziert sich nicht von seiner Heldin. Er suggeriert eine Richtigkeit im Handeln der Identifikationsfigur, und das wird zur entscheidenden Schwäche eines an sich sympathischen Filmes.  OFDb

27.07.2016

INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994)

„Interview mit einem Vampir“ ist ein pompös inszenierter Kostümfilm, der so eine Art Vampir-Oper ohne Musik sein möchte, ein großes Epos der großen Gefühle, ganz großes Kino eben. Das macht ihn interessant und gut, während es ihm gleichzeitig seiner Möglichkeiten beraubt, ist die von Anne Rice selbstgeschriebene Filmversion ihrer eigenen Literaturvorlage doch derart laut und aufgesetzt in ihrer Art, dass dies nur bedingt mitreißt. Alles wird höchst theatralisch präsentiert, das Schauspiel besteht fast einzig aus dem Überagieren seiner Stars, während epochale Klänge die Hintergrundmusik bilden in einem Werk, für dessen Kulissen man keine Kosten und Mühen scheute.

Dank einer interessanten Geschichte und der emotionalen Art der Hauptfigur weiß das trotz aller Übertreibungen zu gefallen, was allein schon aufgrund der schlechten Performance der Stars verwundern darf. Brad Pitts Ruf lediglich der untalentierte Schönling zu sein, dürfte mit „Interview mit einem Vampir“ entstanden sein, spielt er doch hölzern und stumpf drein blickend, und damit gar nicht so gut wie er es zumindest wenige Jahre später schon besser konnte und besagtem Ruf überhaupt nicht mehr gerecht wurde.

In den lässigen und faszinierten Szenen weiß Christian Slater mit seiner üblichen Schurkenvisage zu überzeugen, aber wenn es um wahre Emotionen geht, gerade dann wenn er bemerkt dass sein Gegenüber tatsächlich ein Vampir ist, verkommt sein Blick zur überforderten Fratze eines Neulings seines Berufes, und der in „Heathers“, „Hart auf Sendung“ und Co so stark spielende Slater wirkt nur noch peinlich.

Passend zu diesen mageren Schauspielleistungen gesellt sich die hier noch sehr junge Kirsten Dunst hinzu, die im Gegensatz zu Brad Pitt tatsächlich nur aufgrund ihres Aussehens berühmt wurde und hier lediglich aufgrund ihres morbiden Charakters und wegen ihres theatralischen Spieles zu wirken weiß. Meist darf sie hierfür jemand Älteres anschreien. Eine wirklich gute Kinderleistung wie wir sie von Chloë Grace Moretz in „Let Me In“ sehen durften oder von Natalie Portman in „Léon - Der Profi“ ist das hier Dargebotene jedoch nicht.

Erstaunlicher Weise ist es der sonst so blass und versteift agierende Tom Cruise, der von den anwesenden Stars am ehesten zu wirken weiß, allerdings hilft die sehr gut umgesetze Maske da auch ordentlich nach, und ansonsten darf er (überagierend wie jeder hier) den Oberfiesling spielen, was nicht zwingend feine schauspielerische Facetten erfordert. Dem Film tut sein Drang zum Sadismus jedoch gut, auch wenn man immer das Gefühl hat, dass da ein Stück privater Tom Cruise mitspielt. Daran sieht man einmal wie beeinflusst man von der Yellow Press sein kann, selbst dann wenn man sie recht erfolgreich meidet.

Neben dem Ausflug in verschiedene Zeitepochen und diverse Länder, ist es die Geschichte um das junge Mädchen herum, welches dem Stoff den nötigen Zunder beschert mehr zu werden als ein olles Affentheater in tuntigen Kostümen. Nicht nur die unterschwellig mitschwingende pädophile Thematik, wie wir sie im selben Jahr auch ähnlich subtil angedeutet in „Léon - Der Profi“ miterleben durften, besitzt ihren Reiz. Allein dass die Kleine eine ähnliche Bestie wie ihr Mentor Lestrat ist weiß zu gefallen. Und wenn das Mädchen erkennen muss, dass es bis in alle Ewigkeit ein Mädchen bleiben muss, ergänzt dies gekonnt die Tragik um Louis Charakter.

Dass es unter Vampiren eigentlich verboten ist einen Menschen so jung zu verwandeln, ist nur ein Einblick von wirklich vielen Ideen wie Vampire denken und was das Vampisein so mit sich bringt. Auch die Phase die dieser voraus geht, die große Sinnsuche eines Blutsaugers, der von seinem Mentor keine Hintergründe erklärt bekommen hat, besitzt erzählenswerte Kraft, so dass es genug Pluspunkte gibt dem eigentlich sich selbst viel zu geil findenden Film genug abzugewinnen um mit ihm seinen Frieden zu schließen. „Interview mit einem Vampir“ mag sich einem erwachsenen Publikum nicht ohne Kompromisse erschließen, geht man diese ein erlebt man jedoch einen mitreißenden Film.  OFDb

30.12.2012

HART AUF SENDUNG (1990)

Mark ist ein schüchterner Teenager, der nur dann aus sich heraus kommt, wenn er als Happy Harry in seinem Piratensender fürs Radio moderiert. Als ein Schüler sich das Leben nimmt, zeigen die Erwachsenen auf den unbekannten DJ, der unter den Teenagern mittlerweile zum Sprachrohr der Jugend geworden ist. Die Jagd auf Harry ist eröffnet...

Radio Freies Amerika...
 
Als Regisseur Allan Moyle 1980 den kleinen Kultfilm „Times Square“ mit Tim Curry drehte, hätte wohl keiner damit gerechnet, dass der nächste Film 10 Jahre auf sich warten lassen würde. Vielleicht hat er auf das richtige Thema gewartet, denn Moyle hatte etwas mitzuteilen, und mit „Hart auf Sendung“ hatte er das richtige Projekt dafür am Start.

In seiner Beobachtung den Jugendlichen gegenüber war „Pump Up The Volume“ (Originaltitel) so treffsicher wie der wesentlich berühmtere „Frühstücksclub von John Hugh. Beide Filme stehen sich in nichts nach, und so darf es schon ein wenig verwundern, dass „Hart auf Sendung“ heutzutage kaum noch wem ein Begriff ist. Wahrscheinlich war er einfach zu rebellisch, zeigte er doch nicht nur das übliche Teenie-Leiden unter den Erwartungen der Eltern, sondern gleichzeitig auch den Weg hinaus aus ihren Problemen.

Auf dem Weg dorthin werden Kritik an Zensur vorgenommen, insbesondere an der Heuchelei von Institutionen die über gesendete Inhalte entscheiden dürfen. Frei reden darf nur der, der nicht zu kritisch wird, und Happy Harry hält sich weder an sexuelle Tabus noch an Gesetze. Aus Langeweile gestartet entfacht er eine Bewegung unter den Gleichaltrigen, deren Bedeutung er sich erst durch eine engagierte, süße Mitschülerin bewusst wird, in die er sich verliebt.

Damals wie heute warteten Teenager in einer Zeit die festzustecken schien auf eine Stimme, die ihnen zeigte wie man aus der Alltagslethargie heraus kommt. Unbewusst wird Harry zu dieser Stimme für seine Generation, und obwohl mit seinem Treiben kriminell handelnd, sorgt er für mehr Gerechtigkeit in seiner Stadt. Frei nach dem Motto: wenn die Regeln nicht gut für das Volk sind, muss man sie auch nicht einhalten. Eine vorbildliche Haltung im heute so politisch korrekt angepasstem Amerika.

Harry macht auf Missstände in seiner Schule aufmerksam, hilft Teenagern bei ihren Seelenproblemen und zeigt mit seiner freien, frechen Art einfach, dass er nicht anders ist als seine Zuhörer. Jugendliche wollen gehört und ernst genommen werden. Und als das letzte Licht in der Gesellschaft können sie in dieser scheinbar auch nichts bewegen, so falsch sie auch läuft. Wo das Medium Radio ansonsten als Opium fürs Volk genutzt wird, benutzt Harry es demokratisch richtig, als ein Medium wo Unterhaltung nur ein Teil des Gesamten ist. Er nutzt es zum aufklären, als Sprachrohr der Ungehörten und um Wissen zu teilen. Harry zeigt dass Medien nicht die Grenzen besitzen, die ihnen Staat und Industrie ewig aufzwingen wollen.

Es mag antiquiert wirken, dass Teenager mit Hilfe des Radios rebellieren. Wahrscheinlich ist dies der einzige Kritikpunkt den „Hart auf Sendung“ sich gefallen lassen muss, dürfte doch schon 1990 das Radio bei den Kids abgemeldet gewesen sein. Aber auf dieser Grundlage bauend, in welcher wir einfach mal akzeptieren dass fast jeder Jugendliche Radio hört, wächst ein enorm wirksamer Film, der eine große Jugendbewegung hätte entfachen können, wenn man ihn mehr beachtet hätte. Er guckt sich auf solch verschiedenen Ebenen so unglaublich gut.

„Hart auf Sendung“ ist flotte Unterhaltung die aufklärt ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, die berührt ohne in Kitsch zu baden und die durch reden aufwühlt ohne im Pathos zu suhlen. Begleitet von einer wundervollen, da natürlich wirkenden, Liebesgeschichte bekommen wir eine lustige Story präsentiert, die mit ihrer Laufzeit immer ernster und ernstzunehmender wird, eingetaucht in einem Soundtrack der seinesgleichen sucht. Ständig springt man von einer Musikrichtung zur nächsten und trifft doch immer den Kern der jeweiligen Szene. Lediglich der Abspann wird von einem niveaulosen Song eingeleitet, was dem Film ein wenig schadet, so intensiv wie er endet.

Mit Christian Slater ebenso hervorragend besetzt wie in den meisten wichtigsten Rollen, ist Allan Moyle ein Dokument seiner Zeit geglückt mit einem Niveau, an das er nie wieder anknüpfen konnte. Ganz im Gegenteil! Mit Werken wie „XChange“ servierte er später selbst primitives Opium fürs Volk. Das ist schon sehr schade. „Hart auf Sendung“ wirkt wie der letzte Versuch Menschen wieder mündig zu machen, bevor die Unfreiheit endgültig einen großen Schatten über Amerika warf und mit einer neuen Moral, die mittlerweile auch in Deutschland Fuß gefasst hat, die Demokratie und mit ihr das Volk lähmte.

Wer sich mehr mit dem Thema befassen möchte sollte unbedingt „Donnie Darko“ sichten. Wer wissen will wie er aus seinem eigenen Gefängnis ausbrechen kann und warum dies so wichtig ist, sollte hingegen lieber zu „Hart auf Sendung“ greifen, der zum Zeitpunkt dieses Artikels lediglich als teure, da seltene DVD aufzutreiben ist. Am besten ist es natürlich, wenn man gleich beide Filme guckt.  OFDb

14.12.2012

ALONE IN THE DARK (2005)

Ex-Detective Carnby bekämpft privat Monster und andere dunkle Kreaturen. Zur Zeit häufen sich deren Erscheinungen, weil ein verrückter Professor mit dem Tor zu einer dunklen Welt spielt. Carnby muss sich mit ehemaligen Kollegen arrangieren, um das Ende der Welt aufzuhalten...

Allein in den dunklen Leeren des Hirns...
 
Der Held dieses Filmes kennt jeden und alles. Deswegen hat er auch sofort zu jedem Problem die richtige Lösung und kennt die Antwort auf jedes Geheimnis. Außer die Geheimnisse, die im Film dank Unnötigkeit oder Ignoranz ohnehin nicht beantwortet werden, so z.B. die Urfrage des Antriebes zur Geister- und Monsterjagd des Helden.

"Alone In The Dark" funktioniert nur auf ganz plumper Ebene. Er funktioniert dann, wenn man z.B. ignoriert für wie dumm die Erzeuger dieses Horrorfilms den Zuschauer halten. Selten erlebte ich es derart extrem, dass dem Zuschauer alles 10 mal vorgekaut und erklärt werden musste, damit er die sehr leicht verständlichen Zusammenhänge und die ohnehin bereits vorhersehbaren Storywendungen auch ganz sicher kapiert.

Aber es ist kein Wunder dass die Macher den Zuschauer für dumm halten. Weniger schlaue Menschen schließen häufig von sich auf andere, und das Drehbuch strotzt auch nicht gerade vor Intelligenz. Immer wieder schleichen sich Fehler ein, die nicht sein dürften. Zwei Menschen sehen sich nach Ewigkeiten wieder, vertragen sich in Rekordtempo (etwas das im Film sogar zwei mal passiert). Einer von ihnen war lange weg und dennoch weiß der eine von beiden ohne Verabredung sofort, wo er den Wohnsitz des anderen, der lange Zeit fort war, zu finden hat. Da packt man sich doch zu recht an den Kopf.

Die Geschichte selbst ist schlicht aber actionreich. Die düstere Umgebung wird nie unheimlich, da man sich auch wirklich nur dem Action-Horror zugewendet hat. Die Monster können halbwegs überzeugen, allerdings nur wenn man vergisst, dass man eigentlich gerade eine größere Produktion sichtet. In Ordnung geht die Kreaturumsetzung eigentlich nur für einen B-Film. Aber große Produktion hin oder her, im Endeffekt ist "Alone In The Dark" nichts anderes als ein B-Film und ein routinierter noch dazu.

Es gibt sicherlich genug worüber man sich hier ärgern kann, und die Anzahl dessen verdoppelt sich wahrscheinlich, wenn man das Computerspiel kennt auf dem das Werk beruht. Andererseits ist dieser Horrorfilm nie langweilig und weiß seine Laufzeit lang trotz Vorhersehbarkeit, Storyvereinfachung und Volksverdummung zu überzeugen. Und dank Christian Slater ist immerhin wer an Bord, der Talent besitzt.  OFDb