Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
30.07.2023
HOLLOW MAN 2 (2006)
01.01.2022
SILENT ASSASSINS - LAUTLOSE KILLER (2013)
Die Geschichte badet zu sehr im Klischee, die Darsteller wirken zu bemüht, die Technik fängt zu billig geratene Bilder ein, selbst wenn man um Sehwerte bemüht ist. "Shadows of the White Night" (Alternativtitel) ist eher Schnellschuss-Werk als treffsichere Actionunterhaltung, wenn auch nie zum Bodensatz a la "Escape Plan 2" werdend, und macht dementsprechend in seinem comichaft anmutenden Part, in welchem nach der Hälfte der Laufzeit die Hauptfigur endlich zur kämpfenden Heldin wird, am meisten Spaß. Wie gesagt weiß man nie wie ernst das Projekt gemeint ist, und der späte Schwung bekommt freilich nicht den kompletten Film gerettet, zumal er schließlich selbst in dieser angenehmeren Phase arg simpel ausgefallen ist, aber mit dieser zweiten Hälfte schließt "Assassins Revenge - Gnadenlose Rache" (Alternativtitel) weit flotter und unterhaltsamer, als er zunächst den Eindruck machte. Für die Geschichte habe ich mich erst nach etwa 30 Minuten halbwegs interessiert, unterhalten gefühlt habe ich mich erst nach etwa 45 Minuten. Die herrlich schundige Kurzweile, welche die selten dämliche, aber von Skya stilvoll dargebotene, Rachestory der zweiten Filmhälfte zu bieten hat, ließ mich doch noch nett und anspruchslos unterhalten mit mehr Wohlwollen auf den Film zurück blicken, als ich erwartet hätte. OFDb
13.03.2021
LIES AND ILLUSIONS (2009)
Eine Besetzung, die zu schnell zwielichtige Gestalten entlarvt, ein Slater, der zu coole Sprüche reißt, um ihm das Weichei, welches er mimen soll, abzunehmen (bei "Hart auf Sendung" war er in diesem Bereich wesentlich überzeugender) und eine Choreographie, welche die als Profi-anvisierten Kämpfe zwischen zwei starken, im Mittelpunkt stehenden, Frauen wie eine Übung am Set ausschauen lässt, verhindern das Entführen in eine Fiktion ebenso. Das Drehbuch ist äußerst durchschnittlich ausgefallen, kann sich in dieser niederen Region der Unterhaltung zwar zunächst als akzeptabel beweisen, wird mit der Zeit aber recht eintönig, zu konstruiert und leider auch arg überraschungsfrei, so dass es nicht mehr als die spannungsbefreite Inszenierung Tacács verdient hat. Der kleine Hauch Humor, der durch die gegen den Strich besetzte Charakterisierung von Wes entstehen soll, wirkt meist eher leicht frauen- und männerfeindlich anhand von Kommentaren, die Frauen darin kritisieren hart zu sein und Männer darin schwächlich zu sein. Aber da fallen ganz andere Schwachpunkte ins Auge, als dass dieser Aspekt derjenige Welche sein könnte, der einem den Streifen vermiest. OFDb
02.11.2018
GESCHICHTEN AUS DER SCHATTENWELT (1990)
14.04.2018
HEATHERS (1988)
27.07.2016
INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR (1994)
Dank einer interessanten Geschichte und der emotionalen Art der Hauptfigur weiß das trotz aller Übertreibungen zu gefallen, was allein schon aufgrund der schlechten Performance der Stars verwundern darf. Brad Pitts Ruf lediglich der untalentierte Schönling zu sein, dürfte mit „Interview mit einem Vampir“ entstanden sein, spielt er doch hölzern und stumpf drein blickend, und damit gar nicht so gut wie er es zumindest wenige Jahre später schon besser konnte und besagtem Ruf überhaupt nicht mehr gerecht wurde.
In den lässigen und faszinierten Szenen weiß Christian Slater mit seiner üblichen Schurkenvisage zu überzeugen, aber wenn es um wahre Emotionen geht, gerade dann wenn er bemerkt dass sein Gegenüber tatsächlich ein Vampir ist, verkommt sein Blick zur überforderten Fratze eines Neulings seines Berufes, und der in „Heathers“, „Hart auf Sendung“ und Co so stark spielende Slater wirkt nur noch peinlich.
Passend zu diesen mageren Schauspielleistungen gesellt sich die hier noch sehr junge Kirsten Dunst hinzu, die im Gegensatz zu Brad Pitt tatsächlich nur aufgrund ihres Aussehens berühmt wurde und hier lediglich aufgrund ihres morbiden Charakters und wegen ihres theatralischen Spieles zu wirken weiß. Meist darf sie hierfür jemand Älteres anschreien. Eine wirklich gute Kinderleistung wie wir sie von Chloë Grace Moretz in „Let Me In“ sehen durften oder von Natalie Portman in „Léon - Der Profi“ ist das hier Dargebotene jedoch nicht.
Erstaunlicher Weise ist es der sonst so blass und versteift agierende Tom Cruise, der von den anwesenden Stars am ehesten zu wirken weiß, allerdings hilft die sehr gut umgesetze Maske da auch ordentlich nach, und ansonsten darf er (überagierend wie jeder hier) den Oberfiesling spielen, was nicht zwingend feine schauspielerische Facetten erfordert. Dem Film tut sein Drang zum Sadismus jedoch gut, auch wenn man immer das Gefühl hat, dass da ein Stück privater Tom Cruise mitspielt. Daran sieht man einmal wie beeinflusst man von der Yellow Press sein kann, selbst dann wenn man sie recht erfolgreich meidet.
Neben dem Ausflug in verschiedene Zeitepochen und diverse Länder, ist es die Geschichte um das junge Mädchen herum, welches dem Stoff den nötigen Zunder beschert mehr zu werden als ein olles Affentheater in tuntigen Kostümen. Nicht nur die unterschwellig mitschwingende pädophile Thematik, wie wir sie im selben Jahr auch ähnlich subtil angedeutet in „Léon - Der Profi“ miterleben durften, besitzt ihren Reiz. Allein dass die Kleine eine ähnliche Bestie wie ihr Mentor Lestrat ist weiß zu gefallen. Und wenn das Mädchen erkennen muss, dass es bis in alle Ewigkeit ein Mädchen bleiben muss, ergänzt dies gekonnt die Tragik um Louis Charakter.
Dass es unter Vampiren eigentlich verboten ist einen Menschen so jung zu verwandeln, ist nur ein Einblick von wirklich vielen Ideen wie Vampire denken und was das Vampisein so mit sich bringt. Auch die Phase die dieser voraus geht, die große Sinnsuche eines Blutsaugers, der von seinem Mentor keine Hintergründe erklärt bekommen hat, besitzt erzählenswerte Kraft, so dass es genug Pluspunkte gibt dem eigentlich sich selbst viel zu geil findenden Film genug abzugewinnen um mit ihm seinen Frieden zu schließen. „Interview mit einem Vampir“ mag sich einem erwachsenen Publikum nicht ohne Kompromisse erschließen, geht man diese ein erlebt man jedoch einen mitreißenden Film. OFDb
30.12.2012
HART AUF SENDUNG (1990)
Radio Freies Amerika...
In seiner Beobachtung den Jugendlichen gegenüber war „Pump Up The Volume“ (Originaltitel) so treffsicher wie der wesentlich berühmtere „Frühstücksclub“ von John Hugh. Beide Filme stehen sich in nichts nach, und so darf es schon ein wenig verwundern, dass „Hart auf Sendung“ heutzutage kaum noch wem ein Begriff ist. Wahrscheinlich war er einfach zu rebellisch, zeigte er doch nicht nur das übliche Teenie-Leiden unter den Erwartungen der Eltern, sondern gleichzeitig auch den Weg hinaus aus ihren Problemen.
Auf dem Weg dorthin werden Kritik an Zensur vorgenommen, insbesondere an der Heuchelei von Institutionen die über gesendete Inhalte entscheiden dürfen. Frei reden darf nur der, der nicht zu kritisch wird, und Happy Harry hält sich weder an sexuelle Tabus noch an Gesetze. Aus Langeweile gestartet entfacht er eine Bewegung unter den Gleichaltrigen, deren Bedeutung er sich erst durch eine engagierte, süße Mitschülerin bewusst wird, in die er sich verliebt.
Damals wie heute warteten Teenager in einer Zeit die festzustecken schien auf eine Stimme, die ihnen zeigte wie man aus der Alltagslethargie heraus kommt. Unbewusst wird Harry zu dieser Stimme für seine Generation, und obwohl mit seinem Treiben kriminell handelnd, sorgt er für mehr Gerechtigkeit in seiner Stadt. Frei nach dem Motto: wenn die Regeln nicht gut für das Volk sind, muss man sie auch nicht einhalten. Eine vorbildliche Haltung im heute so politisch korrekt angepasstem Amerika.
Harry macht auf Missstände in seiner Schule aufmerksam, hilft Teenagern bei ihren Seelenproblemen und zeigt mit seiner freien, frechen Art einfach, dass er nicht anders ist als seine Zuhörer. Jugendliche wollen gehört und ernst genommen werden. Und als das letzte Licht in der Gesellschaft können sie in dieser scheinbar auch nichts bewegen, so falsch sie auch läuft. Wo das Medium Radio ansonsten als Opium fürs Volk genutzt wird, benutzt Harry es demokratisch richtig, als ein Medium wo Unterhaltung nur ein Teil des Gesamten ist. Er nutzt es zum aufklären, als Sprachrohr der Ungehörten und um Wissen zu teilen. Harry zeigt dass Medien nicht die Grenzen besitzen, die ihnen Staat und Industrie ewig aufzwingen wollen.
Es mag antiquiert wirken, dass Teenager mit Hilfe des Radios rebellieren. Wahrscheinlich ist dies der einzige Kritikpunkt den „Hart auf Sendung“ sich gefallen lassen muss, dürfte doch schon 1990 das Radio bei den Kids abgemeldet gewesen sein. Aber auf dieser Grundlage bauend, in welcher wir einfach mal akzeptieren dass fast jeder Jugendliche Radio hört, wächst ein enorm wirksamer Film, der eine große Jugendbewegung hätte entfachen können, wenn man ihn mehr beachtet hätte. Er guckt sich auf solch verschiedenen Ebenen so unglaublich gut.
Mit Christian Slater ebenso hervorragend besetzt wie in den meisten wichtigsten Rollen, ist Allan Moyle ein Dokument seiner Zeit geglückt mit einem Niveau, an das er nie wieder anknüpfen konnte. Ganz im Gegenteil! Mit Werken wie „XChange“ servierte er später selbst primitives Opium fürs Volk. Das ist schon sehr schade. „Hart auf Sendung“ wirkt wie der letzte Versuch Menschen wieder mündig zu machen, bevor die Unfreiheit endgültig einen großen Schatten über Amerika warf und mit einer neuen Moral, die mittlerweile auch in Deutschland Fuß gefasst hat, die Demokratie und mit ihr das Volk lähmte.
Wer sich mehr mit dem Thema befassen möchte sollte unbedingt „Donnie Darko“ sichten. Wer wissen will wie er aus seinem eigenen Gefängnis ausbrechen kann und warum dies so wichtig ist, sollte hingegen lieber zu „Hart auf Sendung“ greifen, der zum Zeitpunkt dieses Artikels lediglich als teure, da seltene DVD aufzutreiben ist. Am besten ist es natürlich, wenn man gleich beide Filme guckt. OFDb
14.12.2012
ALONE IN THE DARK (2005)
Allein in den dunklen Leeren des Hirns...
"Alone In The Dark" funktioniert nur auf ganz plumper Ebene. Er funktioniert dann, wenn man z.B. ignoriert für wie dumm die Erzeuger dieses Horrorfilms den Zuschauer halten. Selten erlebte ich es derart extrem, dass dem Zuschauer alles 10 mal vorgekaut und erklärt werden musste, damit er die sehr leicht verständlichen Zusammenhänge und die ohnehin bereits vorhersehbaren Storywendungen auch ganz sicher kapiert.
Aber es ist kein Wunder dass die Macher den Zuschauer für dumm halten. Weniger schlaue Menschen schließen häufig von sich auf andere, und das Drehbuch strotzt auch nicht gerade vor Intelligenz. Immer wieder schleichen sich Fehler ein, die nicht sein dürften. Zwei Menschen sehen sich nach Ewigkeiten wieder, vertragen sich in Rekordtempo (etwas das im Film sogar zwei mal passiert). Einer von ihnen war lange weg und dennoch weiß der eine von beiden ohne Verabredung sofort, wo er den Wohnsitz des anderen, der lange Zeit fort war, zu finden hat. Da packt man sich doch zu recht an den Kopf.
Die Geschichte selbst ist schlicht aber actionreich. Die düstere Umgebung wird nie unheimlich, da man sich auch wirklich nur dem Action-Horror zugewendet hat. Die Monster können halbwegs überzeugen, allerdings nur wenn man vergisst, dass man eigentlich gerade eine größere Produktion sichtet. In Ordnung geht die Kreaturumsetzung eigentlich nur für einen B-Film. Aber große Produktion hin oder her, im Endeffekt ist "Alone In The Dark" nichts anderes als ein B-Film und ein routinierter noch dazu.
Es gibt sicherlich genug worüber man sich hier ärgern kann, und die Anzahl dessen verdoppelt sich wahrscheinlich, wenn man das Computerspiel kennt auf dem das Werk beruht. Andererseits ist dieser Horrorfilm nie langweilig und weiß seine Laufzeit lang trotz Vorhersehbarkeit, Storyvereinfachung und Volksverdummung zu überzeugen. Und dank Christian Slater ist immerhin wer an Bord, der Talent besitzt. OFDb