Freitag, 23. November 2012

SWAMP DEVIL - DER FLUCH DES MONSTERS (Swamp Devil 2008 David Winning)


Melanie wird in ihren Heimatort gerufen, den sie mit 12 Jahren verlassen musste. Ein alter Freund kontaktierte sie, da ihr Vater wegen Mordes gesucht wird. Der wiederum schlendert durch die Wälder, um jene Kreatur zu bekämpfen, die tatsächlich für die Todesfälle verantwortlich ist: ein Baummonster...


Mein Feind, der Baum...

Im Kampf um den Videomarkt erobern immer ausgefallenere Gestalten die Geschichten von B-Produktionen, die sich einst mit dem Gebiet des Tier-Horrors zufrieden gaben. Tele 5 sendet zur Zeit unermüdlich samstags die Ergebnisse dieses Wettbewerbs, und auch Menschen, die mit solchen Werken liebäugeln, nehmen sie sicherlich keinesfalls zu ernst.

Das müssen sie auch gar nicht, nimmt einem dies doch bereits Regie und Produktion ab, die solche Filme meist ironiefrei und bierernst umsetzen. Bei „Swamp Devil“ ist dies keinesfalls anders, einem Horrorfilm, der uns von einem Baumwesen erzählt.

Dies ist jedoch kein umherstapfender Baum wie im wunderbar trashigen „From Hell It Came“, der es leider nie nach Deutschland geschafft hat. Die Kreatur aus David Winnings Film orientiert sich eher an den wandernden Ästen eines „Tanz der Teufel“, aus denen im Ergebnis eine Kreatur aus Geäst wird, so wie in „Talos – Die Mumie“ aus wandernden Bandagen eine Mumie wurde.

Wer Filme dieser Art kennt, weiß was er animationstechnisch zu erwarten hat. Neben ganz übler Wesen wie jene aus „Bone Eater“ und „Monster Village“ gibt es aber auch immer wieder Kreaturen, die trotz billigster Computerarbeit einen gewissen Charme besitzen. Das Baum-Monster darf sich nicht dazuzählen, auch wenn die Ast-Krallenhand zunächst gegenteiliges vermuten lässt.

Wirklich schlimm ist dieses magere Monsterdesign jedoch nicht, kommt das Wesen in Ganzkörpereinsatz doch ohnehin nur in einer handvoll Szenen vor. Einem möchtegern-gewitzten Story-Twist sei dank ist das im späteren Verlauf auch gar nicht mehr nötig, und so wandert es dort in anderer Gestalt umher.

Nicht erst ab diesem Moment möchte man den Zuschauer bei Laune halten. Immer wieder kommt es zu Wendungen in der Story. Das klingt lobenswert, ist aber bei all dem Dilettantismus ohnehin Perlen vor die Säue. Das beginnt bei einem Drehbuch, dessen Geschichte für keinen Augenblick glaubhaft bleibt und sich hinten und vorne widerspricht. Und es endet bei der untalentierten Hauptdarstellerin, die es nicht einmal schafft eine Migräneattacke glaubhaft zu verkörpern.

Überraschender Weise gibt es auf der männlichen Seite jedoch nichts zu meckern. Der ehemalige Freund Melanies agiert o.k., ihr Vater sogar gut, wird er doch gespielt von Vieldreher Bruce Dern, der mir besonders in „Meine teuflischen Nachbarn“ gefallen hat. Der reißt sich für „Swamp Devil“ kein Bein aus, aber er spielt souveräner als man es in solch einer Produktion erwarten würde.

Der Großteil der Geschichte spielt in einem Wald und in einer Hütte. Das ist für das Auge etwas monoton und auf Dauer nicht sonderlich interessant. Ewiges Soap-Geschwätz ist zur Behebung dieses Zustandes nicht gerade hilfreich. Und trotzdem, ich habe mich amüsiert. Dieser unfreiwillig komische Film weiß auf Trashbasis zu unterhalten, spielt aber auch in diesem Bereich nicht in der ersten Liga mit. Mit Werken wie „New Alcatraz“ und „Python“ kann er nicht mithalten, auch wenn es theoretisch gesehen nichts gibt, was die Filme in ihrer Machart unterscheidet. Wer also Lust auf schlechten Schund hat, kann ruhig ein Auge riskieren.


Trailer,   OFDb

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