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Mittwoch, 7. Januar 2015

DESTINATION DEATH (Smile 2009 Francesco Gasperoni)


Eine junge Touristin, die mit ihren Freunden in Marokko unterwegs ist, kauft sich vor Ort in einem Antiquitätengeschäft eine Kamera, da ihre gestohlen wurde. Was sie nicht weiß: wer damit fotografiert wird stirbt kurz darauf...


Bitte lächeln...

Ich habe ja schon eine Menge unsympathischer Gestalten in Teenie-Horrorfilmen erlebt, aber was die Gruppe an eingebildeten und stressigen Studenten in „Destination Death“ betrifft, ist eine neue Hass-Grenze erreicht. Nein was nerven sie alle, und sei es nur weil sie gerade eingebildet vor sich hin starren. Man muss kein böser Mensch sein, um solchen Typen in Horrorfilmen den Tod zu wünschen, und der kommt in Francesco Gasperonis Werk auf rätselhafte Weise, laut Cover etwas angelehnt an „Final Destination“, aber das passt so wenig wie der Vergleich auf „Freitag der 13.“, der auf dem DVD-Cover ebenfalls erwähnt wird. Auch wenn der Löwenanteil der Story im Wald spielt und man irgendwann auf eine Hütte stößt, der Vergleich ist zu weit gegriffen. Dann könnte man auch auf „Tanz der Teufel“ und „The Blair Witch Project“ verweisen.

Vergleiche mit hier besprochenem Streifen gäbe es genug, wenn auch kein hier genannter Film dafür geeignet wäre. Denn die Story selbst ist so unglaublich 08/15 und damit bereits so oft variiert gesehen, dass man sie mithilfe eben erwähnter Nerv-Charaktere kaum durchgestanden bekommt. Ohne Nebentätigkeit habe auch ich es nicht geschafft, und selbst dann ist „Smile“ (Originaltitel) eine Bewährungsprobe für die Geduld des Zuschauers. Die Geschichte ist uninspiriert erzählt, Horror-Freaks müssen enttäuscht feststellen dass Morde stets im Off geschehen, und einen Spannungsbogen gibt es nicht. Dafür vereinzelte Aufnahmen die tatsächlich in Marokko geschossen wurden, aber wen interessiert das schon wirklich? „Destination Death“ soll schließlich kein Urlaubsvideo sein.

Selbst mittelmäßige Werke wie „Turistas“, mit ähnlicher Ausgangslage aber anderem Verlauf versehen, haben mehr zu bieten als diese 10 kleine Negerlein-Version die 1000., bei welcher nicht einmal der Aufhänger des gefährlichen Fotoapparates zu ziehen weiß. In „Hellphone“ wusste die Geschichte um ein böses Handy zu wirken. Der maue „Christine“ war immerhin in seinen Autoszenen faszinierend. „Destination Death - Du bist der Nächste“ (Alternativtitel) hat nur eine olle Sofortbildkamera zu bieten, an der nicht einmal die geschossenen Fotos interessant sind - weder vor noch nach dem Ableben der abgelichteten Personen.

Käme im Laufe der Geschichte nicht zufällig jemand vorbei der die Kamera kennt, wäre auch nie wer auf einen Zusammenhang zwischen dem Ableben der Leute und dem unheimlichen Gegenstand gekommen. Und selbst nachdem der Fremde faselt wie gefährlich der Apparat sei, gehört schon eine Menge Aberglauben dazu, um im weiteren Verlauf der Story ernsthaft an die Möglichkeit zu glauben, dass der gute Mann Recht haben könnte. Aber ohne all diesen Humbug käme die ohnehin schon steife Geschichte gar nicht mehr vom Fleck, also kann man wohl dankbar dafür sein, dass die nervigen jungen Erwachsenen gleichzeitig auch naive und abergläubige junge Erwachsene sind. Wer weiß wieviel Stunden die Geschichte sonst gelaufen wäre. Vielleicht wäre der Film dann so lang ausgefallen, wie er sich bei 80 Minuten anfühlt: wie eine Ewigkeit.


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