HATCHET 4 - VICTOR CROWLEY (Victor Crowley 2017 Adam Green)


10 Jahre nach dem letzten Massaker bringt Andrew, der einzige Überlebende und für den Täter gehaltene, einige Jahre nach seinem Freispruch ein Buch über das heraus was er erlebte. Eine Millionen Dollar locken ihn sogar zurück an den Ort an dem alles geschah und an dem in all der Zeit Crowley nie wieder gesehen wurde. Zu dumm dass er just an diesem Tag per Voodoo-Spruch-Video auf You Tube wiedererweckt wird und sich sogleich heran macht alle Menschen, die es wagen seinen Sumpf zu betreten, bestialisch zu ermorden...


Abgestürzt und an Bord geblieben...

Seit "Hatchet" 2006 unter Fan-Kreisen für Begeisterung als Wiederauflebung des Slasher-Films, besetzt mit dem beliebtesten Jason-Darsteller Kane Hodder, von sich Reden machte, hat sich an der Reihe eigentlich herzlich wenig geändert. Humoristisch angehaucht in einem Mix aus Spukfilm und Psychopathen-Terror schlachtet ein derart mutierter Massenmörder, dass er optisch keine Mystik auszustrahlen vermag, mit harten Methoden Menschen in einem Sumpf, gerade so dass es Party genug macht um vergnügt dran zu bleiben, aber nie Party genug, als dass aus dem Ergebnis ein nennenswerter Film werden würde. Das war bei "Hatchet 2" nicht anders, änderte sich auch nicht beim leicht schwächeren "Hatchet 3", in welchem Adam Green die Regie an wen anderes übergab, und so bleibt es auch bei seiner Rückkehr auf dem Regiestuhl in seiner eigens erdachten Horrorfilm-Reihe nun bei Teil 4.

Kleinere Makel und ein Gesamteindruck der "Victor Crowley" (Originaltitel) nun noch x-beliebiger erscheinen lässt als die Reihe ohnehin schon immer wirkte, lassen Teil 4 erneut eine Spur schwächer erscheinen als seine Vorgänger. Letztendlich weiß er durch gut gesetzten Humor, einem kurzweiligen Horrortreiben und blutreich getricksten, wenn auch nicht sonderlich innovativen, Tötungsmethoden aber gut genug zu unterhalten, so dass man nicht wirklich über das Ergebnis nörgelt. Zumindest baut die Geschichte auf den tatsächlichen Geschehnissen der Vorgänger auf, inklusive des Einbauens des angeblich einzigen Überlebenden und lässt aus den Vorgängern bekannte Mimen hierfür wieder auftreten. Aufgrund des Titels hatte ich zunächst einen Neuanfang vermutet, schön dass der Streifen stattdessen eine echte Fortsetzung wurde. Aber noch nie fühlte sich ein Teil der Reihe wie ein halber Film an, und dies tut "Hatchet 4 - Victor Crowley" diesmal, dessen Schluss derart plötzlich und relativ kurz nach Crowleys Erweckung stattfindet, dass der Abspann gefühlte 20 Minuten zu früh erscheint.

Da der Film in dieser Zeit eigentlich nur vom Festsitzen in einem Flugzeug gelebt hat, in das Crowley nicht hinein kann, und von dem Gag dass der Sumpf zur Touristenattraktion mit Themenpark verkommen ist, ist das insgesamt inhaltlich recht wenig zu nennen, zumal die Geschichte aus beiden Faktoren herzlich wenig herauszuholen weiß, gerade Victor Crowley betreffend. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität gewünscht. Die findet diesmal "nur" in der Pointierung des Humors statt, der läuft dafür treffsicherer denn je ab, was die Eingangssequenz bestens beweist. Ein unglaubwürdiges Geschehnis, der eigentlich sympathische Fakt per Unwissenheit und Dummheit jemanden ganz langsam im Flugzeug ertrinken zu lassen, sorgt inmitten eines Filmes, der eigentlich nicht glaubwürdig sein muss, erstmals für ein echtes Ärgernis diesbezüglich, immerhin kommt niemand auf naheliegende Ideen, wie das Verwenden eines Atemröhrchens. Das ist eine Spur zu viel Ignoranz und schadet dem an sich nett gemeinten schleichenden Gag.

Witzchen, die auf Charakterzeichnungen abzielen, dominieren das Treiben, ohnehin erschien mir der Humorgehalt ein wenig angehoben, aber das tut dem Film gut, eben weil er sich nicht wie ein vollwertiger Beitrag guckt. In seiner halben Art ist er freilich bei kurzer Laufzeit flott inszeniert, dass Langeweile keine Chance bekommt, und ein Auftritt Danielle Harris' nach dem Abspann spielt auf eine Fortsetzung an, die man sich wegen ihr tatsächlich trotzdem wünscht, auch wenn einem die Reihe auf angenehme Art eigentlich ziemlich egal ist. Dank handgemachter Effekte und gut gesetzter Gags werden unterhaltungstechnisch wichtige Bereiche besonders gepuscht, während an anderer Stelle aufgrund von Desinteresse an einer tatsächlichen Handlung und Weiterentwicklung der Geschehnisse an noch wichtigeren Bereichen gespart wird, diese Bereiche gar derart penetrant ignoriert, dass sich der Film etwas arg des schnellen Geldes wegen gedreht guckt. "Hatchet 4 - Victor Crowley lebt" (Alternativtitel) krankt unter diesen Bedingungen, bekommt aufgrund seiner quantitativen Pluspunkte für ein anspruchsloses Publikum aber trotzdem noch einmal die Kurve. Knapp an totaler Gleichgültigkeit vorbei!


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