Mittwoch, 15. August 2012

FANTOM KILLER (Fantom Kiler 1998 Roman Nowicki)


Ein Killer meuchelt Nackedeis...


Nackter geht's nicht...

"Fantom Killer" ist ein Witz und das Paradebeispiel einer Filmbeleidigung ohne unfreiwilligen Komik-Bonus. Was mich so verärgert erkläre ich kurz im Schnellüberblick: Frauen, die nie lange bekleidet bleiben, werden aus den bescheuertsten Motiven nackt, der Killer labert ihnen stehts eine Frikadelle ans Ohr, und die nackten Frauen erweisen sich als der Bodensatz an mieser Schauspielerei. Sie stehen mit starrem Blick in der Gegend herum, zeigen keinerlei Angst und können nicht einmal glaubwürdig davon laufen. Und das beste von allem: die Regie hat trotz nicht vorhandener Story keinen Überblick auf das Gesamtprojekt.

Da gibt es eine flüchtende Frau. Sie wird halbnackt auf ihrer Waldflucht aufgrund zu dichtem Geästes (warum sie nicht umdreht um einen anderen Weg zu wählen weiß niemand. Nun sagt der Reviewleser, der den Film nicht gesehen hat: Nun ja, da ist ja auch ein Killer hinter ihr her. Aber nein! Erstens FÜHLT sich die Frau nur verfolgt und zweitens kämpft sie fast 5 Minuten lang in aller Ruhe mit dem Geäst herum. Da wäre sie mit umdrehen um einen anderen Weg zu suchen schneller gewesen). Ganz nackt wird die Dame dann bei der Überquerung eines mitten im Wald gespannten Stacheldrahtes.

Da steht sie nun, vollkommen nackt. Gerade eben noch Geäst und Stacheldraht in Kauf genommen für eine Flucht vor irgendwas, nun bleibt sie da wie angewurzelt stehen und guckt nicht einmal ängstlich. Der Zuschauer weiß freilich nicht ob das am mangelnden Schauspiel liegt oder ob das pfiffige Gehirn des Exhibitionistenregisseurs psychologische Feinheiten verschwieg, die der Normalogeile nicht nachvollziehen kann.

Wo das Wort gerade fällt: geil ist da übrigens gar nix. Trotz blutigster Ideen, wie z.B. ein Messerfick und ähnliches, ist der Film nicht hart im blutigen Sinne. Entweder wird rote Farbe ins Bild gemalt oder das Blut wirkt zu brav, da zu unecht. Lustig ist auch die Tatsache, dass bei eben erwähntem Messerbeischlaf je nach Kameraeinstellung die Tatwaffe mal blutig und dann wieder pikobello sauber ist. Aber wen interessiert das schon, wenn man seinen Film einzig auf Provokationen auslegt?

Perverse Ideen gibt es genug. Der Arsch bleibt ebenso wenig verschont wie die Vagina. Begnügt man sich beim ersten Opfer noch die typische Film-Nackte zu zeigen, zeigen die späteren Darstellerinnen Regionen, die sonst nur der Zuschauer von Porno-Ware zu sehen bekommt. Freilich ist dem das Gezeigte entweder viel zu brutal oder außerhalb der Mordsequenzen einfach zu unerotisch.

Bleibt also die Frage: für wen um Himmels Willen ist dieser Film gemacht? Gorefans bekommen zu lahme Blutszenen präsentiert, Slasherfans bekommen keine Spannung präsentiert, Erotikfans können die "spannenden" Erotikphantasien des ewig labernden Killers auch in Schundheftchen nachlesen und Pornofans haben sicherlich ergiebigere Quellen als diesen komplett geschmacklosen Polenstreifen.

Das war mal wieder etwas aus der Kategorie "Filme, die man gesehen haben muss um es zu glauben" (bitte trotzdem nicht gucken!). Mittlerweile gibt es bereits drei Fortsetzung unter der selben Regie. Auf der firmeneigenen Internetseite werden Filme beworben, die alle in der Art wie „Fantom Killer“ gedreht wurden, manche davon auch direkter im Hardcore-Bereich angelehnt. Wer außer Extremstsammler, die jeden Horrorfilm besitzen müssen, ist denn dann verdammt noch mal das Publikum?


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen