Dienstag, 27. November 2012

AGENT CODY BANKS 2 - MISSION LONDON (2004 Kevin Allen)


Sein nächster Auftrag führt Teen-Agent Banks nach London, wo er sich als Musikschüler tarnen muss, ohne ein Musikinstrument zu beherrschen...


Cody Banks im Stil-Wechsel...

Von Teil 1 habe ich bereits nicht all zu viel erwartet, und genauso war es auch mit der Fortsetzung. Diese ist auch in einigen Punkten etwas schwächer ausgefallen.

Da wäre zum einen der etwas arg extreme Klamauk, der nun plötzlich als Zusatzkomik auftaucht und im ersten Teil überhaupt nicht enthalten war. So ist beispielsweise der Butler in England ein unnötiger Volltrottel, und der Erfinder für die Gimmicks des CIA eine ähnlich peinlich dämliche Figur, wie man sie oft in den 60er und 70er Jahren in den deutschen Pennälerkomödien zu Gesicht bekam.

Hinzu gesellt sich noch unnötige Furz- und Pinkelkomik, die aber zum Glück nur selten auftaucht, und dies dann auch in nicht sonderlich wichtigen Szenen.

Wesentlich gravierender schadet der Einbruch der Logik Teil 2. Schon Teil 1 war darin kein Meister, dennoch versuchte man dort innerhalb der ohnehin schon sinnlosen Geschichte für einen Comicfilm das Desaster halbwegs zu umgehen. In der Fortsetzung trampelt man wie ein Elefant durch den Porzellanladen, um möglichst viele Gags einzubauen.

Das wäre gar nicht nötig gewesen. „Agent Cody Banks“ war kein Gagfeuerwerk, nicht einmal übermäßig witzig, er war schlichtweg spaßig zu gucken. Teil 2 will ein Gagfilm sein und dafür missachtete man folgende Punkte:

- In der CIA arbeiten nun nicht mehr nur fähige Leute. In London begegnet man Cody Banks neuem Babysitter, der das gängige amerikanische Klischee verkörpert, dass Unfähigkeit glattgebügelt werden kann durch das Herz am rechten Fleck. Dies ist nicht nur ein flaches, sondern auch ein sehr trauriges und manipulatives Weltbild. Der Logik schadet es natürlich auch.

- Der Hintergrund um Codys Ausbildung wurde in Teil 1 komplett ausgeblendet. Das war eine gute Entscheidung, da die komplette Grundidee bereits auf wackeligen Beinen stand. In der Fortsetzung wird uns nun gezeigt, wie man sich die Ausbildung ungefähr vorzustellen hat. Da sind freilich einige Lacher draus zu ernten, es zeigt aber nur um ein weiteres die Blauäugigkeit, die vom Zuschauer abverlangt wird.

- Im ersten Teil erledigte Banks einen Kinderjob. Als die Story dort umschwang zu einem echten Agentenfall, übernahmen die Erwachsenen das Ruder und der Teenager agierte gegen seine Befehle. In Teil 2 bekommt Banks nun einen Auftrag, den ein Erwachsener viel besser hätte angehen können und der für einen Teenagent ohnehin viel zu gefährlich ist.

- In einer Filmreihe sind die Figuren das wichtigste. Fast alle wichtigen Nebenrollen des Vorgängers wurden an den Rand geschoben, andere tauchen überhaupt nicht mehr auf. Dies ist nicht nur respektlos, es schadet auch dem Gesamtbild. Außerdem wurden gelungene Figuren fast immer durch schwächere ausgetauscht.

- Aus dem jugendlichen Cody Banks ist nun ein arroganter, kleiner Agent geworden.

Gerade dieser letzte Punkt wirkt jedoch erstaunlich positiv. Denkt man zu Beginn noch, dass der komplette Film daran kaputt gehen könnte, erweist sich dieses arrogante Gehabe Banks als förderlich, um dem Charakter etwas mehr Persönlichkeit zu bescheren. Und spätestens wenn Banks sich in London allein unter unzuverlässigen Personen wiederfindet, erweist sich sein Können ohnehin als wesentlich professioneller als noch zu Zeiten von Teil 1. Die Zusammenarbeit mit Vollidioten stärkt Cody sogar im Glauben das wichtigste Tier im Stall zu sein.

Auch sonst gibt es Positives zu vermelden. Der Bösewicht und die Art seiner Geheimwaffe sind wieder passend comichaft übertrieben, eine Lovestory findet nicht statt, Frank Munitz spielt besser als im Vorgänger, und wie Teil 1 ist auch die Fortsetzung im gesamten flott und kurzweilig zu schauen.

Gegen Ende werden zwar einige Fehler begangen (die Queen + Gäste tanzen zu peppiger Musik, die Band beendet die Musik nach Banks erfülltem Auftrag ohne zu wissen, wann dieser beendet ist, die Gauner nutzen die Erfindung für infantile Spielereien, eine Mitschülerin entpuppt sich ebenfalls als Agentin), da das ganze aber nur ein Jugendfilm ist, kann man darüber eigentlich hinwegsehen. Würde es das Werk auf ein erwachsenes Publikum abzielen, würde dies dem Film etwas mehr schaden.

Aber „Agent Cody Banks 2“ ist für die ganze Familie konzipiert, Hauptaugenmerk liegt wieder bei Kindern und Jugendlichen. Unter dieser Bedingung ist er kurzweilig und spaßig ausgefallen. Das mag man nach Nennung der Negativpunkte kaum glauben. Aber immerhin geht es nonstop rasant zur Sache, und einige nette Witzchen sind ebenfalls enthalten.

Eigentlich schade dass mit Teil 2 Schluss war. Immerhin waren beide Teile triviale Unterhaltung, leicht zu schreiben, schnell abgedreht, quasi alles was auch sein Vorbild, die Bondreihe, ausmacht. Dieses filmische Fast Food hätte ich gerne weiter konsumiert.


Trailer,   OFDb

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