Montag, 11. Februar 2013

THE QUIET FAMILY (Choyonghan kajok 1998 Kim Ji-woon)



Die unorganisierte Familie Kang eröffnet eine Pension. Ihr erster Gast stirbt, und damit das Unternehmen nicht in Verruf kommt wird der Vorfall verschwiegen und der Tote im Wald begraben. Auch die nächsten Gäste werden tot aufgefunden. Dies löst von nun an eine Kettenreaktion aus, die Familie Kang genötigt sieht hin und wieder selbst den Sensemann zu spielen...


Herberge zum letztem Atemhauch...

Dieses morbide Stück Asienkino ist einen Blick wert. Zwar erzählt der Film an sich nichts innovatives, aber in den Kleinigkeiten steckt der Wert. Choreographien, Kameraeinstellungen, manch leiser Slapstick, ungewöhnliche Dialoge und eine toll eingefangene Location lassen „The Quiet Family“ zu etwas besonderem werden.

Zumindest bedingt! Nach einer vielversprechenden ersten halben Stunde wird der Ablauf zu gewöhnlich. Ji-woon weiß es Wiederholungen zu verhindern, aber man merkt dass die Geschichte auf nichts hinauslaufen wird. Sie plätschert still vor sich hin, wird auch nie langweilig, aber es fehlt an Höhepunkten. Wenn kein Ziel erkennbar ist, dann kann man sich nur von Situation zu Situation hangeln.

Charakterliche Entwicklungen gibt es nicht. Zwar besitzen die Figuren des Streifens Persönlichkeit, ein Wandel aufgrund der ungewöhnlichen Vorkommnisse zeichnet sich jedoch bei keinem der Sippschaft ab.

Tragisch ist das nicht, es macht das Endprodukt schlussendlich lediglich zu schlicht. Und wenn man „The Quiet Family“ erst einmal gesehen hat, bedauert man dies, bestehen doch so viele Möglichkeiten, von denen auch viele entdeckt, genutzt und ausgearbeitet wurden.

Der Film endet so offen wie vermutet, auch wenn er, ähnlich dem US-Produkt „Very Bad Things“, nicht ohne böse Pointen daherkommt. Eine Abwechslung zu Produktionen Amerikas ist „The Quiet Family“ aber alle male. Ji-woon orientiert sich nicht an gewohnten Pfaden, er testet selbst aus, wie er welche Situation umgesetzt bekommt. Dies plus das Szenario einer uns recht unbekannten Kultur lassen „The Quiet Family“ durch seine stillen Pluspunkte so angenehm schauen. Etwas kurzweiliger hätte er dennoch ausfallen können.


Trailer,   OFDb

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