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Donnerstag, 25. September 2014

TERROR Z - DER TAG DANACH (The Demented 2013 Christopher Roosevelt)


Eine Gruppe von drei jungen Pärchen verbringt den Urlaub zusammen im Ferienhaus der Eltern von einem von ihnen. Nach einem Terrorangriff, der in der Nähe von ihnen stattfindet, ist man erleichtert davon gekommen zu sein. Aber die in der Nähe detonierte Bombe löst eine Zombie-Welle aus, und schon bald ist man nirgends mehr sicher...


Mainstream-Zombies...

Nun ja, wer schon auf dem Cover mit der Anwesenheit der Heldin aus dem ollen „I Spit On Your Grave“ und dem Co-Produzenten (!!!) von „Nightmare - Mörderische Träume“ werben muss, der kann nicht wirklich den originellsten Zombie/Infiziertenfilm auf die Beine gestellt haben. Und so ist es dann schließlich auch. Zunächst weiß eine deutsche Übersetzung im Vorspann noch positiv zu überraschen, auch wenn es für das englische Wort Casting eigentlich das deutsche Wort Besetzung gegeben hätte. Aber wir sprechen immerhin von jener DVD-Generation, in welcher das Wort Play in deutschsprachigen Menüs verwendet wird, da überrascht also gar nichts mehr.

Ein schlecht gesetzter, die gewollte Atmosphäre nicht einfangender, Farbfilter macht den ersten positiven Eindruck auch gleich wieder zunichte, und dieser Pessimismus wird bestätigt, wenn wir die fast nulldimensionalen Charaktere vorgesetzt bekommen, die wir von nun an durch eine Story begleiten sollen, die schon ganz oft und ganz oft besser erzählt wurde. Für einen harten Horrorbeitrag, der „Terror Z“ gerne wäre, fällt er recht zahm und im Vergleich zu ähnlichen Werken blutarm aus. Aber das passt schon, soll der Streifen doch der Masse gefallen, und da will man das Jugend-Publikum schließlich mit an Bord haben.

Aufgrund mangelnder Lebenserfahrung wird denen der Film wohl auch am besten gefallen, denn für erwachsene Menschen ist „The Demented“ (Originaltitel) doch recht dümmlich ausgefallen. Der debutierende Regisseur Christopher Roosevelt und die Autoren der ganzen Chose achten in Sachen Logik stets auf die einzelne Szene und nie auf die Gesamtsituation, oftmals wird selbst Erstgenanntes vernachlässigt, meist wenn man meint gerade eine spannungsgeladene Szene zu präsentieren.

Aber von Spannung kann gar keine Rede sein, so berechenbar und dümmlich das ganze erzählt wird, so fern man emotional den „Charakteren“ ist und so sehr es den Verantwortlichen des Streifens an Talent fehlt sich in ihr eigenes fabriziertes, wenn auch von allerhand Vorbildern geklautes, Szenario hinein zu denken. Der viel zu gewollte Schluss-Gag ist nur eines vieler Beispiele, bei welchem man sich als denkender Mensch an den Kopf packt, und wer nun meint ein Zombiefilm könne auch geistlos unterhalten: natürlich kann er das, aber ohne Nähe zu Figuren und Situationen ist auch dies spannungsfrei inszeniert kaum möglich.

Letztendlich ist „Terror Z - Der Tag danach“ ein typisch hohles Mainstream-Produkt unserer Zeit, selbstgerecht und unreflektiert erzählt, auf das geistige Abschalten des Zuschauers bauend und von geldgeilen Produzenten finanziert, weil sich Zombies, bzw. deren Verwandten, die Infizierten, von welchen der Streifen eigentlich handelt, zur Zeit gerade so gut verkaufen. Das Cover ist auch gleich das beste am ganzen Film, ist allerdings auch dreist vom „I Spit On Your Grave“-Motiv geklaut. Mag sein dass „Terror Z“ jenen Zuschauern gefällt, die noch nie einen Zombiefilm mit rennenden Untoten gesehen haben, aber es fällt mir schwer zu glauben dass es solche heutzutage noch gibt.

Positiv hervorzuheben ist noch die Idee, dass die rennenden Infizierten zwischendurch regungslos in der Gegend herum stehen und erst bei Geräuschen die Akkus hochfahren und zur Gefahr werden. Aber selbst diese gab es schon in anderen Werken dieser Thematik zu sichten, und Roosevelt vergeigt es ohnehin diesen interessanten Aspekt in etwas spannendes oder gar unheimliches zu verwandeln. Sein Quarantäne-Zombiefilm gleicht einem Spaziergang durch den Park, bei welchem man ab und an vor Infizierten weglaufen muss und man sich danach ganz schnell wieder in Sicherheit befindet. Roosevelt gönnt den ewig planlosen und geistlosen, ewig Glück habenden Protagonisten zu viele Chancen, Zufälle und Verschnaufpausen, und damit wirkt sein Werk kein bisschen hoffnungslos, selbst dann wenn einer nach dem anderen krepiert.

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