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Dienstag, 14. Juli 2015

WELTRAUM-BESTIEN (Chikyû bôeigun 1957 Ishirô Honda)


Eine Alienrasse möchte sich in einem kleinen Bereich auf der Erde ansiedeln. Die Erdenbevölkerung vermutet jedoch eine Invasion und sagt dem übermächtigen Gegner den Kampf an...


Fünf Frauen...

Der Aufhänger eines großen Roboters, der auf „Godzilla“-Art alles niedertrampelt was dem Menschen heilig ist, taucht überraschend früh auf, um nach seinem Niedergang nur noch einmal kurz vor Schluss vorbeizuschauen und das auch nur ganz kurz ohne etwas zu zerstören. Es ist der Roboter dessentwegen man zunächst reinschaltet und das so sympathisch gezeichnete Plakat, welches glücklicher Weise auch auf dem Front-Cover für die deutsche DVD-Veröffentlichung verwendet wurde. Aber „Weltraumbestien“ entwickelt sich in eine ganz andere Richtung, und das ist aufgrund seines Unterhaltungswertes auch gar nicht schlimm.

Aliens die ihre Heimat Atom-verseucht haben wollen ein kleines Fleckchen auf der Erde besiedeln, sagen sie kämen in friedlichen Absichten und warnen den Mensch davor seinen Planeten ebenso zu zerstören, wie sie es taten. Das klingt ein klein wenig von „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ und „Gefahr aus dem Weltall“ geklaut, aber die Paranoyer, dass der Mensch trotzdem zum Angriff bläst, ist dieses Mal nicht gesellschaftskritisch eingebracht, die Besucher sind tatsächlich böse, planen tatsächlich eine Invasion, und vielleicht wäre das nie jemandem aufgefallen, wenn sie nicht fünf Erdenfrauen zur Fortpflanzung gefordert hätten und mit ihren überlegenen Waffen zum Schwanzvergleich aufgefordert hätten.

Die Nationen der Welt tun sich zusammen, Japan, USA und die Sowjetunion kämpfen vereint gegen einen größeren Feind, und selbst in einem japanischen Film haben wir den Endsieg schließlich den Amerikanern zu verdanken, welche den Japanern die nötige Technik bereitstellten um es den Neuankömmlingen mal gehörig zu zeigen. Zwar sind die Tricks veraltet und Schüsse billig ins Bild gemalt, aber zumindest geht ordentlich die Post ab. Laserstrahlen, ein Riesenroboter, überflutete Täler, Panzer, Flugzeuge - für eine Produktion dieses Niveaus ließ man sich nicht lumpen und pumpte doch einiges an Finanzen hinein.

Das Vertrauen in den Erfolg des Projektes lag auch sicher daran, dass man Ishirô Honda, den Regisseur des allerersten „Godzilla“, mit an Bord hatte, und die Geschichte dessen Erfolgsfilmes mit dem kürzlichen US-Hit „Kampf der Welten“ kombinierte. Und siehe da: „Weltraum-Bestien“ ist eines dieser wenigen Werke, bei dem das große Tammtamm trotz Mangel interessanter, geschweige denn tief greifender, Charaktere zu funktionieren weiß. Hier geht derartig die Post ab, dass einem einfach nicht langweilig werden kann.

Zudem ist der Trash-Gehalt für einen Streifen dieser Art noch als ziemlich zurückgeschraubt zu bezeichnen, selbstverständlich nur im direkten Vergleich zu ähnlichen Werken. Wie schon kürzlich von mir in „Planet des Grauens“ bemerkt gibt es in „Phantom 7000" (Alternativtitel) mal wieder keine blinkenden Lichter zu sehen, wie sie für das Science Fiction-Genre der 50er Jahre geradezu typisch wären. Und die Miniaturbauten sind mit sehr viel Liebe zusammengezimmert worden, so dass die Katastrophenszenen noch heute zu gefallen wissen, in welchen besagte Bauten zerstört werden.

Lustig ist es trotzdem den Menschen bockig dabei zuzusehen, wie sie unbelehrbar einer höher entwickelten Rasse den Kampf ansagen. Und das Design des Roboters bringt einen ebenfalls zum schmunzeln, wirkt es doch irgendwie Vogel-artig. Seine Schnauze wäre auch vergleichbar mit der eines Maulwurfs. Unsinnigkeiten in der Geschichte, wie z.B. jene dass die letzten zwei der geforderten fünf Frauen so gar nicht überwacht werden, so dass die Aliens leichtes Spiel haben diese zu entführen, gibt es zuhauf. Aber man würde „Chikyû bôeigun“ (Originaltitel) nicht gerecht werden, wenn man ihn als reinen unfreiwillig komischen Trash abstempeln würden, weiß er zusätzlich doch auch als das zu funktionieren was er eigentlich sein möchte: ein Science Fiction-Action, in welchem sich zwei Welten ordentlich bekriegen. Und die Moral darf diesmal zu Hause bleiben!


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