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Samstag, 15. August 2015

CAPTAIN USA - THE IRON SOLDIER (The Iron Soldier 2010 Brett Kelly)


Ein gut organisierter Trupp Verbrecher dringt in ein geheimes Forschungslabor ein, um einen Superroboter zu entwenden: den Iron Soldier...


Tobors Enkel...

Auf dem TV- und DVD-Markt hat sich ein Geschäftsmodell durchgesetzt, welches Billigproduktionen veröffentlicht, die an Ideen und Inhalten, manchmal gar an den gleichen Stoffen wie Großproduktionen angelehnt sind, um von deren Erfolg mit zu profitieren. „Captain USA“ scheint zunächst auch ein solches Produkt zu sein, suggeriert der Titel doch Superheldenthematik und der Originaltitel „The Iron Soldier“ wirkt angelegt an die Erfolgs-Reihe um den „Iron Man“. Allerdings geht es hier gar nicht um irgendeinen Superheld, sondern um einen neu konstruierten Roboter mit erstaunlichen Fähigkeiten für militärische Aufgaben. Was man also ursprünglich als kopiert erwartete, ist nicht vorhanden.

Stattdessen darf man, sofern man überhaupt je davon gehört hat, sich an die 50er Jahre zurückerinnern, in denen „Tobor the Great“ ähnliches erleben durfte wie der Iron Soldier. Und im direkten Vergleich merkt man auch gleich den Unterschied was damals als Familienunterhaltung galt und was heute, sind die 50er Jahre-Abenteuer des Roboters doch wesentlich entspannter und augenzwinkernder erzählt als die angestrengt auf Action und Coolness angelegten Erlebnisse des Iron Soldier.

Ernsthaft darf man aber selbst diese beiden Filme nicht vergleichen, denn Tobor war eine richtige Produktion, wohingegen „Captain USA - The Iron Soldier“ noch weniger gekostet hat als ein Asylum-Film und auch im Endergebnis noch übler daher kommt als ein durchschnittlicher Vertreter dieser Billigfirma, von der viele glauben schlechter ginge es nicht. Oh doch, es geht schlechter, und Brett Kelly hat es mir bereits mit seinem unterirdisch öden „Jurassic Shark“ bewiesen. Und ob nun Killerhai oder Superroboter, egal was der Mann verfilmt wird zur Tortur, so wenig Mühe wie sich hier gegeben wird.

Nach einem quälend langen Vorspann wird man von einem besonders üblen Farbfilter erschlagen, der uns eine Waldsequenz präsentiert, die schon sehr deutlich macht, was man vom Restfilm zu erwarten hat: unterirdichste Mimen kämpfen und sterben wie in einem Amateurfilm. Musik vom Band läuft innovationslos und einschläfernd im Hintergrund. Jegliche Schüsse stammen aus dem Computer, abgefeuert aus Spielzeugwaffen von der Kirmes. Wenn dann recht schnell der Roboter erscheint, wünscht man sich die Kostüme der „Power Rangers“ zurück. Die sahen im Vergleich professioneller und weniger kindisch aus als der peinliche Iron Soldier.

Selbstverständlich kann man über all dieses Untalent lachen. Zu entdecken gibt es genügend unfreiwillige Komik, z.B. wenn ein Verbrecher sich eine Geisel nimmt, und diese anstatt sich von dem Verbrecher loszureißen an ihn schmiegt, während der Geiselnehmer mit seinen Bewegungen suggeriert, er wolle die Frau mit aller Kraft bei sich halten. Allerdings ist „Captain USA“ (der anbei nichts mit dem 2013er Film „Captain USA vs. Nazifighters“ zu tun hat) derart uninspiriert und heruntergerotzt inszeniert, dass einem das Lachen schnell vergeht und nur noch die reine Langeweile regiert.

Sollte es da draußen in der Welt irgendwo einen Menschen geben, dem „Jurassic Shark“ gefallen hat, der sollte ruhig bei Roboter-Interesse zum „Iron Soldier“ greifen. Aber ich habe bislang (von Jochen Taubert-Werken einmal abgesehen) nur einen Film gesehen, der noch übler inszeniert war als der Brett Kelly-Schrott, und das war „Rise of the Black Bat“, der aber zumindest ein Amateurfilm war. So oder so ist es eine Frechheit dem Zuschauer für solche Produkte Geld aus der Tasche zu ziehen. Selbst am Wühltisch für zwei Euro erhalten weint man dem ausgegebenen Geld hinterher.


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