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Donnerstag, 13. August 2015

PARANORMAL ACTIVITY - DIE GEZEICHNETEN (Paranormal Activity: The Marked Ones 2014 Christopher Landon)


Teenager Jesse wacht eines morgens mit einer Bisswunde am Arm auf und fühlt sich verändert. Er verfügt über wundersame Kräfte, verändert sich aber auch charakterlich und dies auf eine recht unangenehme Art. Sein Freund Hector forscht nach und stößt auf einen Hexenzirkel der etwas mit Jesses Vergangenheit zu tun hat...


Gebranntmarkte Erstgeborene...

Die „Paranormal Activity“-Reihe will einfach kein Ende nehmen. Gestartet von Olen Peri, der die Nachfolger nur noch produzierte, wurde aus einem der unheimlichsten Horrorwerke der Filmgeschichte eine Filmreihe mit qualitativ sehr unterschiedlichen Teilen, die je mehr sie am Unbekannten des Teil 1 herumgedoktort haben sich immer mehr vom reinen Spuk-Horror entfernt haben. Der (Schock-)Effekt wurde irgendwann wichtiger als das grundlegende Grusel-Feeling, und schaut man sich einmal „Paranormal Activity - Die Gezeichneten“ an, darf man sich bei all dem was man hier erzählen möchte fragen, warum die Reihe nicht endlich die Pfade des Found Footage verlässt und stattdessen eine klassisch gedrehte Geschichte erzählt.

Teil 5 der 2007 gestarteten Reihe, der eher ein Nebenableger der Hauptreihe sein soll (warum auch immer, mit seinem direkten Bezug zu den Erkenntnissen von Teil 4 schaut er sich wie eine direkte Fortsetzung), versucht verschiedene Seiten der Geschichte zu durchleuchten, lässt die einzelnen Figuren auch mal unabhängig voneinander Verschiedenes erleben, so dass eigentlich eine Horrorgeschichte erzählt wird, die den Rahmen der pseudo-selbstgedrehten Perspektive sprengt, zumal nicht einmal mehr im Ansatz hinterfragt wird, warum der ganze Mist den wir hier miterleben dürfen überhaupt noch von wem mitgefilmt wird. Je mehr sich „Paranormal Activity - The Marked Ones“ (Originaltitel) Richtung Finale bewegt, desto weniger Sinn macht das Mitschleppen der Videokamera, bzw. das Aufzeichnen mit dieser.

Found Footage, so sehr ich dieses Filmverfahren auch liebe, macht in der hier erzählten Geschichte keinen Sinn mehr und weist die gegebenen Möglichkeiten in ihre Schranken, so dass man nur begrenzt erschrecken kann und mit vielen Szenensprüngen arbeiten muss, um alles erzählt zu bekommen was erzählt werden soll. Sinn macht da wenig, zumal sich keiner im Film in der Realität zu befinden scheint, so wie man mit den einzelnen Begebenheiten, die nicht gerade alltagsnah zu nennen sind, umgeht. Dennoch weiß der Streifen zu unterhalten. Mancher Schockeffekt weiß zu wirken, immer dann wenn mit Stille gearbeitet wird entsteht auch ein zumindest leichter Spannungsbogen, und die Geschichte ist trotz einiger Vorhersehbarkeiten interessant genug erzählt um für 90 Minuten dran bleiben zu können.

Leicht orientiert am Erfolg von „Chronicles“ legt „Paranormal Activity - The Oxnard Tapes“ (Altzernativtitel) ein anderes Tempo vor als die Vorgänger und erzählt wie bereits erwähnt inhaltlich auch einiges mehr. Es gibt allerhand Verweise auf die Vorgänger, von denen ich nur noch die wenigsten nachvollziehen kann, ist die Sichtung von Teil 1 doch mittlerweile etwas her und sind die Fortsetzungen doch nicht interessant genug gewesen, als dass man sich über all die Jahre jegliche Kleinigkeit der Story merken würde. Und eine Neusichtung von vier Filmen tue ich mir bei der unterschiedlichen Qualität auch nicht an, nur um Unwichtigkeiten genauer einordnen zu können.

Wie auch immer, mit niedrigsten Erwartungen macht der Film durchaus Spaß, so lange man sich keine Antworten zu den offenen Fragen erhofft. Die Auflösung der Hintergründe geht so schleichend vonstatten wie bisher, aber zumindest konzentriert man sich stark an der Idee des in Teil 4 aufgedeckten Hexenzirkels, was den dort zunächst mau scheinenden neuen Aspekt interessanter gestaltet als erwartet. „Paranormal Activity - Die Gezeichneten“ ist das Regie-Debut des Drehbuch-Autors von „Paranormal Activity 2“ bis „Paranormal Activity 4“, und damit ist zumindest wer an Bord, der sich mit der Reihe besser auskennt als irgendwer anders.

Dass Christopher Landon, so der Name des Regisseurs, der konsequenter Weise auch das Drehbuch zur hier besprochenen Fortsetzung geschrieben hat, auch für das Drehbuch von „Disturbia“ verantwortlich war, macht deutlich was man in etwa vom Film zu erwarten hat: Kurzweile im nicht immer logisch nachvollziehbarem Gewandt. „Paranormal Activity - Die Gezeichneten“ soll nur noch ein Film fürs Teen-Publikum sein, so wie Landons Teen-Version von „Das Fenster zum Hof“. Und als solch geistloser Trivialverzehr bereitet er genügend Freude um die Reihe weiterzuverfolgen. Teil 5 kann es am ehesten mit „Paranormal Activity 3“ aufnehmen - jedoch ohne dessen Grusel-Potential zu besitzen.


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