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Freitag, 2. Oktober 2015

DEAD SEA (2014 Brandon Slagle)


Eine Meeresbiologin untersucht das Fischsterben in einem Küstendorf, nicht wissend dass es alle 30 Jahre von einem Ungeheuer heimgesucht wird. Was sie ebenso wenig weiß: es verschwindet immer dann erst, wenn das Dorf ihm freiwillig einen Menschen opfert...


Ein Ungeheuer das bedient werden möchte...

Ich muss zugeben, dass mich das putzig gestaltete Cover von „Dead Sea“ gelockt hat. Allerdings habe ich trotzdem nicht wirklich mit einem gelungenen Tier-Horror gerechnet, wird der DVD-Markt doch gerade in diesem Bereich mit mittelmäßigen bis schlechten Werken zugebombt. Was im Wasser lauert bekommt bei solcher Art Produktionen immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt, was der Kostengünstigkeit dieser Billigfilmchen entgegen kommt. Haie können real aufgenommen werden, das erspart lästige CGI-Effekte, und die Tentakel eines Oktopus sind simpler zu animieren als eine komplette Kreatur.

Was genau das Vieh aus „Dead Sea“ sein soll lässt sich schwer beantworten, nennen wir es einfach und schlicht Seeungeheuer, so viel ich weiß ist es nicht an eine wirklich existierende Lebensform angelehnt. Wichtig ist das aber ohnehin nicht, denn wir bekommen es kaum zu sehen, und der Film beschäftigt sich über weite Strecken auch nur indirekt mit der Kreatur, müssen doch allerhand zwischenmenschliche Situationen endlos besprochen werden, die mal nicht und mal doch mit der Bedrohung im Wasser zu tun hat.

So oder so, hier wird wie so oft ewig geschwafelt, was noch in Ordnung ginge wenn einem Figuren und Geschehnisse wichtig wären, aber die Charaktervertiefung ist so flach wie die Geschichte die erzählt wird, „Black Lagoon“ (Alternativtitel) guckt sich unglaublich zäh und langweilt den Zuschauer zu Tode. Es gibt kaum quantitative Schauwerte zu sichten, qualitative erst recht nicht, und bös gesagt gibt es eigentlich keine Daseinsberechtigung für diesen Streifen, der alles noch eine Spur uninspirierter erzählt, als das innovationslose Durchschnittprodukt heutiger Tage, das man alle Nase lang neu variiert vorgesetzt bekommt.

Hochdramatisch opfert sich am Ende des Films wer freiwillig. Nicht dass dies zu verhindern wäre, aber das würde ja den Rahmen sprengen, wo gegen Ende doch kaum noch Zeit besteht ohne die klassische Lauflänge zu überziehen. Zwar hätte man in den zuvor vollgeschwafelten Minuten locker Platz für mindestens 50 Minuten schaffen können (eher noch mehr), aber dann müsste man sich für den Plot ja die Mühe geben sich in das Erzählte hineinzudenken. Und dass dies nicht geschehen ist zeigt uns allein schon die Tatsache, dass nie geklärt wird warum sich eine Seekreatur innerhalb eines festen Zeitrahmens, immer wieder Menschenopfer bescheren lässt. Gibt es einen religiösen Hintergrund? Irgend etwas okkultes oder zumindest esoterisches? Keine Ahnung, hat die Autoren nicht interessiert, soll die Opferung doch nur für Pseudo-Dramatik herhalten. Selbst beim „Blutgericht der reitenden Leichen“ war besagter Aspekt sinnvoller integriert, und das muss schon was heißen.

„Creature of the Dead Sea“ (Alternativtitel) ist die ideale Schlaftablette für Schlaflose, und ich würde darauf wetten dass mindestens die Hälfte der Zuschauer nicht bis zum Schluss dran bleibt, so extrem langweilig ist der ganze Käse umgesetzt. Alles von SyFy-produzierte wirkt gleich wesentlich liebevoller umgesetzt, wenn man sich erst einmal durch „Dead Sea“ durchquälen musste.


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