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Sonntag, 15. Mai 2016

100 TEARS (2007 Marcus Koch)


Zwei Reporter stoßen auf die Spur eines seit 20 Jahren tätigen Serienkillers, der als Clown verkleidet seine Morde begeht...


Der nächste Gacy...

Marcus Koch, der Spezialeffektzauberer von Filmen wie „Atomic Hero 4“, „Nikos the Impaler“, „Ghost Lake“ und „Sweatshop“, lieferte mit „100 Tears“ seine dritte Regiearbeit ab, dessen Bösewicht wohl an dem realen Serienkiller Gacy angelehnt ist, dessen Taten u.a. bereits in „Gacy“ verfilmt wurden. Wahrscheinlich schwebte ihm die Umsetzung eines kleinen, dreckigen Horrorfilmes vor, und fast hätte er mit der Herangehensweise wie der Streifen umgesetzt ist dieses Ziel auch erreichen können, wenn „100 Tears“ nicht in unangenehm billiger Digitaloptik eingefangen wäre, die ihn nicht nur direkt als kostengünstigen Independentfilm entlarvt, sondern auch dem gewollten Schmuddellook in den viel zu klaren, glasigen Bildern ein Beinchen stellt.

Somit wäre „100 Tears“ heutzutage gerne das was „Basket Case“ und Co zu ihrer Zeit waren, scheitert aber am falschen Bildmaterial, so dass weder der dreckige Touch, noch eine stimmige Atmosphäre aufkommen können, um in dem Streifen mehr zu sehen als den x-ten mehr öde als interessanten billig heruntergekurbelten Slasher, der mit möglichst drastischen und vielen blutigen Momenten versucht dennoch beim Publikum zu punkten. Fans der harten Filme, denen es einzig um Effekte geht, werden in einem Streifen von Marcus Koch freilich nicht enttäuscht, die werden einen Ständer kriegen bei so viel Brutalität (zumindest in der ungekürzten Dragon-Fassung), der Rest kann jedoch höchstens mit den Achseln zucken, besitzt „100 Tears“ doch nicht die wahre Stimmung einen in die düstere, abtrünnige Welt des menschlichen Geistes zu entführen.

Aufgrund der billigen Videooptik werden nur zarte Gemüter wahren Ekel bei den sehenswert harten Effekten verspüren, und dass selbst ein Clown in solchen Bildern nicht zu wirken weiß, eine der unangenehmsten Kreaturen die ein Horrorfilm im Sortiment haben kann, ist fast kaum zu glauben, wo es doch selbst Rohrkrepierer wie „Amusement“ schafften mittels eines Clowns für schaurige Momente zu sorgen. Mir persönlich haben die harmlos ausgefallenen, ähnlich billig umgesetzten drei Filme der „Camp Blood“-Reihe bei gleichen Mankos wie „100 Tears“ besser gefallen als der hier besprochene Film, kamen mir diese mit ihren Unzulänglichkeiten doch wesentlich ehrlicher vor als dieser viel zu engstirnige Film, dessen Regisseur einfach nicht wahrhaben wollte dass das was er wollte und das was er konnte seine Möglichkeiten übertraf. Im Gegensatz zu den wirklich missglückten Streifen dieser Art kann man „100 Tears“ jedoch mit halber Backe bis zum Schluss schauen.


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