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Donnerstag, 1. September 2016

CURTAINS - WAHN OHNE ENDE (Curtains 1983 Richard Ciupka)


Der berühmte Regisseur Stryker empfängt sechs Schauspielerinnen auf seinem Anwesen, um herauszufinden wer die geisteskranke Audra in seinem nächsten Film spielen soll. Während er die Damen hart ran nimmt, geht ein Killer um...


Wer wird Audra?...

Es klingt eigentlich verlockend in einem Slasher der 80er Jahre einmal erwachsene Menschen anstatt Teenager zu erleben, die einem wahnsinnigen Mörder ausgesetzt sind. 1977 wurde mit „Creeper“ unter diesen Voraussetzungen ein packender Genre-Beitrag abgeliefert, auch wenn dieser aufgrund seines frühen Erscheinens eher dem Backwood-Horror zuzuordnen ist. Der präsentierte uns nicht nur erwachsene Helden, sondern zudem gebildete, die ihre Lage reflektierten, was den Kampf ums Überleben wesentlich spannender machte. „Curtains“ (Originaltitel) bietet nur karrieregeile Mädels, die den Traum haben einmal eine berühmte Schauspielerin zu werden. Das bietet schon durchaus weniger Potential, wäre aber kein Hindernis für das Funktionieren eines Horrorfilms.

Zu Beginn spielt Richard Cupka in seinem Werk gekonnt mit der Tatsache dass Schauspieler im Zentrum stehen, und so verwirrt er den Zuschauer immer wieder mit Schein und Wirklichkeit. Provozierend eröffnet er jeden neuen Akt mit dem Blick auf einen weggezogenen Theatervorhang, so dass er absichtlich immer wieder die Filmillusion für einen kurzen Moment aufbricht. Wenn nun noch eine Schauspielerin zur Vorbereitung in ihre Rolle sich freiwillig in eine Nervenheilanstalt einliefern lässt, und sie aus dieser nicht mehr heraus kommt, ohne dass wir wissen ob sie wahnsinnig wurde oder von ihrem Mentor verraten, dann sollte man meinen dass genügend Zutaten vorhanden sind, um einen gelungenen Horrorfilm zu erwarten.

Ich wünschte ich könnte es auf die ziemlich schlechte deutsche Synchronisation schieben, dass mir „Curtains - Wahn ohne Ende“ nicht gefallen hat, bot die von mir erstandene DVD doch keinen deutschen Untertitel, so dass ich von dem ebenfalls auf der Scheibe vorhandenen Originalton nicht viel hatte. Aber so ernüchternd schlecht betont ich dem Film auch lauschen musste, es war keine jener Pornosynchros, die es einem fast unmöglich machen einem Film eine Chance zu geben. Ciupkas Werk wollte aus ganz anderen Gründen nicht funktionieren.

Das beginnt nach dem interessanten, aber etwas nüchtern dargebotenem Anfang bereits damit dass nun ewig Zeit gestreckt wird mit dem Spiel um Schein und Sein. Sympathische Szenen entpuppen sich immer wieder als Einbildung, was auf die Dauer nervt. Da die Vorgeschichte psychologisch recht ruppig inszeniert war, erwartete ich von Anfang an keinen großen Wurf, dass sich „Curtains“ aber lange Zeit geradezu langweilig guckt, trotz der gar nicht mal schlecht eingefangenen Bilder, verärgerte mich aber dann doch. Da gibt es diese nette Ausgangslage, diese interessante Tätermaskerade und das wundervolle Spiel mit der Puppe, und der Drehbuchautor nutzt diese Elemente stets nur für kurze, gelungene Zwischensequenzen.

Der Hauptteil der Story ist wirr und plump zusammengeschustert, bietet uns Figuren die so wenig interessieren wie die austauschbaren Teenager aus den Konkurrenzprodukten, und ein roter Faden lässt sich kaum noch erkennen bei der sprunghaften Erzählweise, die den Zuschauer nie an eine Identifikationsfigur bindet oder wahlweise an einen Gesamtüberblick der Ereignise. „Curtains“ schaut sich holprig und fängt sich erst etwa eine halbe Stunde vor Schluss, wo er doch noch recht anständige Horrorware präsentiert. Die ist optisch zwar gut umgesetzt, gerade jene Szene, in welcher eine vom Mörder verfolgte Schauspielerin in die Tiefen des Hauses Stryker vordringt, aber ein spannungsgeladenes Szenario sieht anders aus, und so bleibt „Curtains - The Ultimate Nightmare“ selbst in seinen besseren Momenten Routine.

Ich habe keine Ahnung warum dieses Stück lahmer Durchschnitt bei manchem Filmfreund so positiv wegkommt, mich hat er so gar nicht begeistern können. Weder der Spannungsbogen, noch die Dramaturgie befand sich auf nennenswertem Niveau, äußere Schauwerte waren kaum vorhanden, gerade was den Blutgehalt des Streifens betrifft, und vieles von dem was man hier sichten musste war hanebüchener Natur. Zudem war die Geschichte nicht clever reflektiert, selbst dann wenn sie es geradezu darauf angelegt hat, was der Versuch zeigt ein Spiel um Wahn und Wirklichkeit zu vollziehen. Auch für einen Debutfilm ist das Ergebnis ziemlich mager zu nennen.


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