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Donnerstag, 9. Februar 2017

MAMMUT (Mammoth 2006 Tim Cox)


Ein frisch im arktischen Eis entdecktes Mammut wird mittels einer außerirdischen Raumsonde erweckt und trampelt sich durch eine amerikanische Gemeinde. Der Museumsbesitzer versucht das Vieh mit Hilfe einer FBI-Agentin aufzuhalten...


Der Han Solo der Tierwelt...

Der Fernsehsender SyFy genießt nicht gerade einen guten Ruf wenn es um das Thema Tier-Horror geht, werden die meisten Filme doch in der x-ten gleichen Variante, lediglich mit ausgetauschtem Monster, lustlos heruntererzählt, während die titelgebende Kreatur unmotiviert am Computer kostengünstig zusammengepixelt wird. Bei „Mammut“ versuchte der Sender zumindest einen anderen Ansatz. Der soll eher Familienfilm anstatt Tier-Horror sein, quasi so wie das Kino der 80er und frühen 90er Jahre aussah, und wer SyFy kennt, der weiß dass dieses Vorhaben nur schief gehen kann.

Fairer Weise kann man dem humorvoll angereicherten Produkt durchaus einen höheren Unterhaltungswert zugestehen, als es der x-te Monsterfilm-Klon des TV-Senders besitzt, zu leblose Charaktere im Zentrum machen dem Ganzen jedoch trotzdem einen Strich durch die Rechnung, fehlt es doch am nötigen Charme, mit Ausnahme des von Tom Skerritt verkörperten Sidekicks, der zwar auch zu sehr auf Nummer Sicher-Freak getrimmt ist, aber zumindest einen tollen Final-Gag beschert bekommt. Ansonsten stört auch hier zum entscheidenen Wohlfühlen die glaubwürdige Umsetzung der im Titel genannten Kreatur. Sie kommt zumindest recht selten vor, wenn sie aber auftaucht ist das Ergebnis schon geradezu erbärmlich zu nennen.

Etwas nervig stößt zudem der krampfhafte Drang auf beweisen zu wollen sich im klassischen und modernen Kino auszukennen. Wo ein Bildzitat als Anspielung auf „Jurassic Park“ noch zu wirken weiß, wissen stolz mit Titel genannte Verweise auf „E.T. - Der Außerirdische“, „Krieg der Welten“ und Co nicht nur nicht zu gefallen, sie passen nicht einmal zum Szenario, so dass die Macher eigentlich nur beweisen, dass sie berühmtere Filmtitel kennen, nicht aber die Stoffe selbst. Besonders peinlich wird der Vergleich zu „Blob - Schrecken ohne Namen“, der genannt wird, kurz bevor das Szenario tatsächlich Verwandschaft zu besagtem Science Fiction-Klassiker erhält.

Man darf den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera (mit Ausnahme von den Autoren und den CGI-Spezialisten) zumindest dankbar dafür sein es versucht zu haben. Alle sind bemüht darin die 08/15-Hülle, in welcher der Film gefangen ist, aufzubrechen. Aber es gelingt ihnen bei solch steriler Charakterzeichnung und solch routiniertem Plot einfach nicht genügend Charme entstehen zu lassen, um „Mammoth“ (Originaltitel) tatsächlich kurzweilig werden zu lassen. Zumindest ist im Endeffekt ein Routineprodukt mit gelegentlichen Längen entstanden, dem man die ein oder andere Innovation gewünscht hätte. Schade dass es SyFy waren, die das Projekt angegangen sind.


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