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Samstag, 25. März 2017

BAD NEIGHBORS 2 (Bad Neighbors 2 - Sorority Rising 2016 Nicholas Stoller)


Nachdem Mac und Kelly ihr Haus verkauft haben, kann der neue Besitzer 30 Tage lang überraschend vorbei kommen, um zu sehen ob mit dem Objekt alles okay ist. Falls nicht kann er den Kauf rückgängig machen. Ausgerechnet in dieser Phase des Verkaufs zieht nebenan eine Studentenverbindung ein. Im Versuch die Studentinnen von wilden Partys abzuhalten, entbrennt ein Krieg der Nachbarschaft, an welchem auch Macs und Kellys ehemaliger Erzfeind Teddy beteiligt ist...


Dildos als Kinderspielzeug...

Bereits „Bad Neighbors“, der erste Teil des hier besprochenen Streifens, war lediglich eine nette kleine Routine-Komödie ohne nennenswerte Höhepunkte, solide inszeniert, aber bis auf winzige Elemente überraschungsfrei und vorhersehbar erzählt. Wie zu erwarten ist das Ergebnis in „Bad Neighbors 2“ nicht anders ausgefallen. Dass ich mich trotzdem relativ früh nach Erscheinen der DVD an die Fortsetzung herangewagt habe, liegt am Mitwirken von Chloë Grace Moretz, die ich für eine der talentiertesten Jungdarstellerinnen halte, die Amerika zur Zeit zu bieten hat. Wie gut der Star aus „Kick-Ass“, „Let Me In“ und „Carrie“ schauspielern kann, fällt in Nicholas Stoller Film, an welchem auch Hauptdarsteller Seth Rogen mitgeschrieben hat, jedoch kaum auf.

Das ist sehr schade. Erst kürzlich in „Die Wolken von Sils Maria“ durfte Moretz ihre Vielseitigkeit und ihr Können in einem Art House-Stoff unter Beweis stellen, und unter der Fuchtel von Seth Rogen wusste sich „Harry Potter“-Star Emma Watson in „Das ist das Ende“ mit nur einem kleinen Gastauftritt gekonnt zu emanzipieren. Dass dies in der viel größer angelegten Rolle Moretz‘ in „Bad Neighbors 2 - Sorority Rising“ (Originaltitel) nicht ebenfalls der Fall ist, liegt an der oberflächlich gezeichneten Charakterisierung. Zwar wird ihre Rolle als Kämpferin gegen den Sexismus dargestellt, letztendlich verkörpert sie aber nur das übliche Party-geile Teenie-Mädchen, wie man es in jeder x-beliebigen Teenie-Komödie zu sehen bekommt.

„Bad Neighbors 2“ soll ein kurzweiliger Partyfilm sein, deswegen ist dies nicht wirklich hinderlich für den Unterhaltungswert des Streifens, es verkauft die sympathische Schauspielerin damit lediglich unter Preis. Interessant an der Herangehensweise Stollers ist die Perspektive aus welcher der zweite Teil erzählt ist. Waren trotz diverser Abstecher ins Lager der Studenten Mac und Kelly die Stars des ersten Films, beleuchtet die Fortsetzung das Treiben der Girlies ein wenig intensiver. Einige Zeit lang beschäftigt sich der Streifen intensiver mit ihrer Seite als mit jener der Helden aus Teil 1. Damit bekommt „Bad Neighbors 2“ tatsächlich einen gewissen Teenie-Komödien-Touch.

Da der Film insgesamt nichts Neues zu erzählen hat, hat die Erwachsenenseite, die gerne jünger wäre als sie ist, ihr Alter aber akzeptieren muss, dem wilden Treiben der Mädels nicht viel entgegenzusetzen, wirkt damit gehaltloser, so dass die Teenie-Perspektive dominiert. Erst in der letzten halben Stunde besinnt man sich dessen was man eigentlich mitteilen möchte, und lenkt damit wieder auf die Seite der Erwachsenen, die, wie schon in Teil 1, mit Hilfe eines entgegenkommenden Kompromisses als Sieger vom Platz laufen.

Mit „Bad Neighbors“ verhält es sich ähnlich wie mit der „Ted“-Reihe. Innovativ und böse sieht anders aus, und ich kann jeden verstehen der auf diese Komödien schimpft, die nur das Grundlagenprogramm abarbeiten und keine wirklich großen Lacher, Kreativität und Überraschungen zu bieten haben. Als solide Routine-Kost gehen sie aber beide für mich in Ordnung, die beiden Rogen-Filme sogar mehr als die Vergleichsreihe mit Mark Wahlberg, ist mir der Hauptdarsteller seit meiner ersten Begegnung mit ihm in „Shopping-Center King“ doch einfach ursympathisch. Und dass er auch noch zusammen mit Chloë Grace Moretz in einem Film auftaucht, ist für mich wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk und rettet mir somit solch einen durchschnittlichen Stoff, in Kombination mit einer soliden und flotten Inszenierung. Einfallsreich sieht anders aus, aber Langeweile bekämpft der Streifen trotz seinem braven Einhalten gängiger Erzählregeln recht ordentlich.


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Kommentare:

  1. Ich fand den ersten Teil schon recht mau und hab den zweiten gar nicht erst gesehen. Aber jetzt, wo ich weiß, das Madam Moretz mitspielt, muss ich mir den wohl doch noch mal zu Gemüte führen. Ich bin da nämlich ganz deiner Meiner und halte die Dame ebenfalls für eine der besonders sehenswerten Akteure der jungen amerikanischen Schauspielerriege, insbesondere auch, weil sie so vielseitig ist und Blockbuster ebenso wie Arthouse kann...

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    1. Schau ihn Dir an und lass Dich überraschen wie sehr man so gar nicht bemerkt, dass Moretz eigentlich eine großartige Schauspielerin ist. Es ist kaum zu glauben wie gewöhnlich, ja geradezu austauschbar sie in "Bad Neighbors 2" wirkt.

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