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Dienstag, 9. Mai 2017

PROMETHEUS - DUNKLE ZEICHEN (Prometheus 2012 Ridley Scott)


Ein Archäologenpärchen bekommt von einem Konzern eine Forschungsreise in den Weltraum finanziert, da sie auf einem bestimmten Planeten aufgrund von Höhlenmalereien den Ort vermuten, an dem sich die Schöpfer der Menschheit befinden...


Verspätete Abtreibung...

Ja, „Prometheus“ ist ein „Alien“-Prequel und ja, die Netzgemeinde diskutierte fleißig ob es ein gelungener oder misslungener Teil besagter Kino-Reihe ist und in wie weit er aufgrund nur angedeuteter Tatsachen überhaupt dazu gehört. Ganz ehrlich? Mir ist das alles scheiß egal. „Prometheus - Dunkle Zeichen“ funktioniert für mich sowohl als eigenständiger Film, sowie als Teil der Reihe. Ich mag ihn, und ich verstehe nicht warum auf ihm so viel herumgehackt wird. Meiner Meinung nach schafft es Ridley Scott gekonnt den philosophisch angehauchten Forschungsbereich der Science Fiction mit dem schleimigen Monsterpart des Horrorfilms zu vereinen und liefert mit besagtem Werk ein kurzweiliges Stück Blockbuster-Kino ab, das weder übertrieben geistreich noch irgendwie dümmlich ausgefallen ist.

Viele der Figuen kommen zu kurz und sind dementsprechend oberflächlich gezeichnet, „Prometheus“ konzentriert sich nun einmal nur so weit auf die jeweiligen Charaktere wie nötig, und das finde ich vollkommen in Ordnung. Der Cyborg ist höchst interessant charakterisiert, zumal selbst seine „bösen“ Taten von ihm nicht als solche gedacht sind, er ist nur eine Maschine und macht da aufgrund fehlender Emotionen keine Unterschiede. Die Wissenschaftler agieren trotz ihrer Berufsgruppe nicht so kühl wie er, da sie sich aber fast schon esoterisch geleitet auf der Suche nach ihrem Schöpfer befinden, ist es geradezu nachvollziehbar, dass sie ihrer Forschung recht emotional angehen. Die kühle Art der Rolle von Charlize Theron mag wiederum genau aufgrund ihrer reduzierten Art zu gefallen. Sie bekommt genau den Grad Spielzeit gewährt, der ihre Rolle interessant und für die Geschichte förderlich wirken lässt.

Über die Landschaften auf dem fremden Planeten, die Forschungseinrichtung der Außerirdischen und die meist schleimig ausgefallenen Kreatureneffekte gibt es wahrlich nichts zu meckern, auch wenn die erste Aufnahme unserer Vorfahren, die direkt zu Beginn gezeigt wird, eher mau wirkt. Aber damit hätten wir den Tiefpunkt des Streifens direkt zu Beginn hinter uns gebracht. Der Rest bietet ein abenteuerliches Szenario mit interessanten Wendungen, undurchsichtigen Verwicklungen und kleinen Verweisen auf die späteren Ereignisse in „Alien“, spannend aufgrund des Rätselratens und der Erwartungshaltung gestaltet, anregend aufgrund der aufgeworfenen Fragen über Schöpfer und Kreatur (auf mehreren Gedankenebenen) ausgefallen und für Genre-Fans ein Leckerbissen aufgrund der Kreaturen und ihrer uns fremden Mentalität.

Nicht nur dass mir „Prometheus“ gegen alle Erwartungen gut gefallen hat (ursprünglich hatte er mich eigentlich gar nicht interessiert), ich freue mich nun auch wie ein Honigkuchenpferd auf die bereits angekündigten Fortsetzungen, denn was lässt ein Science Fiction-Herz wohl höher schlagen, als das Abenteuer das uns aufgrund des Endes von Teil 1 bevor steht? Ich hoffe zumindest, dass eine Fortsetzung auch wirklich auf diese Idee aufbaut, könnten hier fantasiereiche Autoren doch etwas wahrlich Großes schaffen. Für ein Gelingen müsste man inhaltlich jedoch kreativer vorgehen als in diesem sehenswerten „ersten“ Teil, denn bei aller Liebe zu dem Film lässt sich nicht übersehen, dass hier eigentlich nur „Alien“ nacherzählt wird, wenn auch mit völlig anderen Sehwerten und inhaltlichen Schwerpunkten gut davon ablenkend.


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