Dienstag, 4. Juli 2017

THE REEF - SCHWIMM UM DEIN LEBEN (The Reef 2010 Andrew Traucki)


Bei einem Segelausflug fünf junger Menschen rammt das Schiff ein Riff. Zwar kann man sich auf das auf dem Wasser treibende Schiffswrack retten, da die Strömung es jedoch immer weiter ins Meer treibt und es zudem bald unterzugehen droht, beschließen vier der Gruppe wieder ins Wasser zu steigen und auf ein 15 Meilen weit geschätztes Festland loszuschwimmen. Mitten auf dem offenem Meer werden sie von einem Hai bedroht...


Was nach der Schildkröte kam...

Ähnlich wie „Open Water“ und „The Shallows“ versucht „The Reefs“ das Thema Hai-Horror auf Survival-Art zu verarbeiten. So wie der erstgenannte Vergleichsfilm lässt man Menschen auf offener See treiben und von einem Hai bedrohen. Mögen die Dialoge auch nicht ausgefuchst ausgefallen sein (was aufgrund der Situation auch ziemlich Fehl am Platz gewesen wäre), zumindest reden die auf dem Meer treibenden jungen Leute in „The Reef“ keinen so unnötigen Stuss wie dort. Trotz dramatischer Momente verkommt das Gesprochene hier nie zur Seifenoper, viel zu angespannt sind die Figuren inmitten der angespannten Situation, dementsprechend wortkarg fällt das Miteinander aus, glaubwürdige Grimassen der Furcht machen sich zunächst bei der Ungewissheit ob ein Hai in der Nähe ist breit und schließlich bei dem vollen Bewusstsein, dass die Befürchtung sich bewahrheitet.

Das schaut sich manches Mal entspannter als man meinen sollte, wechselt sich aber stimmig mit nervenkitzeldenen Momenten ab, in welchen man als Zuschauer vor Spannung den Atem anhält, gerade immer in jenen Szenen, in welchen der Erfahrenste der Gruppe mittels Taucherbrille Ausschau unter Wasser hält, um einzuschätzen wie gefährlich gerade die jeweilige Situation ist. Wie glaubwürdig der Aufhänger des Plots ist, weiß ich nicht zu beurteilen. Für einen Laien des Meeres klingt Lukes Vorschlag zum Aufbruch Richtung nicht sichtbares Festland jedoch plausibel. Ebenso verhält es sich mit der Situation auf dem Wasser. Wer Erfahrenes diesbezüglich mag das mit mehr Kenntniss jedoch anders sehen.

Wie auch immer, zumindest für Couch-Potatoes wie meinereiner weiß die Chose zu funktionieren, auch wenn die Protagonisten hier leider nach zu erwartender Reihenfolge ihr Leben lassen müssen. Zudem kommt der Schluss ein wenig zu plötzlich, und über das Schicksal des fünften Mannes, der auf dem Wrack zurückgeblieben ist, wäre ich gerne per Szeneneinblendung anstatt per finalem Schriftzug unterrichtet worden. Scheinbar wollte man mit dem Ausblenden seines Schicksals den Aufhänger, dass „The Reef - Schwimm um dein Leben“ nach einer wahren Begebenheit erzählt ist, authentisch aufrecht erhalten, aber wer glaubt schon noch an dieses einst werbewirksame Versprechen? Wo andernorts weniger mehr ist, hätte ich in diesem Falle gerne mitbekommen wie er da ganz allein auf dem Wrack sein Ende gefunden hat.

Auch wenn „The Reef“ nur phasenweise jenen Grad Spannungskino erreicht, den man sich von ihm erhofft, ist er doch ein unterhaltsames Stück Nervenkitzel auf offener See. Die Leistung der Mimen weiß zu gefallen, ihre Panik steckt an, die Figurenzeichnung ist glaubwürdig ausgefallen, ebenso wie der Aufhänger der Geschichte, und noch selten habe ich einen Hai-Horror mit realen Haiaufnahmen gesichtet, der diese so förderlich für den Spannungsbogen einfängt wie hier. Wo andere Filme an echten Haien scheitern, eben weil sie meist nur wie billig reingeschnitten wirken, erntet „The Reef“ mit der selben Methode sein Authentizitäts-Plus.


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