In seiner ganzen Art ganz typisch italienisch erzählt weiß "The Red Queen Kills Seven Times" allein schon deswegen zu gefallen, wissen diese 60er und 70er Jahre-Beiträge dieses Landes aus den Bereichen Thriller und Horror doch stets auf angenehm trockene Art völlig ernsthaft erzählt in atmosphärische Dichte getaucht Faszination zu versprühen, in knallige Farben getunkt und untermalt von klassisch romantisch angehauchten Melodien. Schnell wird aus einer theoretisch schlichten Kriminalgeschichte ein harter Film, nah am Horrorfilm angesiedelt, im hier vorliegenden Fall dieses Genre sogar mit eindeckend, denn "Die rote Dame" (Alternativtitel) ist kein Giallo sondern ein Grusel-Krimi. Wie für dieses spezielle Genre üblich kommt der Streifen etwas zahmer als die üblichen Beiträge des harten Genres dieser Zeit aus diesem Land daher, und das darf gerade mit Blick auf das ein Jahr zuvor erschienene Werk des Regisseurs Emilio Miraglia verwundern, schuf dieser doch mit "Die Grotte der vergessenen Leichen" ein Werk voll von moralischen Abgründen, das mir zwar persönlich nicht sonderlich zugesagt hat, dessen Einfluss und für damalige Verhältnisse erschreckende Perversitäten sich aber auch meinen Respekt erarbeitete.
"Horror House" (Alternativtitel) ist keine Königsübung seiner Gattung Film, sondern ganz im Gegenteil eigentlich geradezu typisch inszeniert. Aber das muss nichts schlechtes bedeuten, wenn etwas innerhalb einer besonders reizvollen Filmdekade entstanden ist. Kleine Ausnahmemomente brechen die gekonnte Routine immer wieder etwas innovativ auf, meiner Meinung nach am schönsten angegangen mittels eines ur-filmischen Spezialeffekts, wenn per Überblende eine Phantom-gleiche rote Dame Kitty im Traum attackiert und mit dem Stich des ebenso durchsichtigen Messers in Kittys Haut klar sichtbar knallrotes Blut aus der durch den Stich entstandenen Wunde tritt. Das sind mit heutigen Augen freilich keine angsteinflößenden Momente mehr, nostalgisch nett anzusehende aber durchaus, die nichts von ihrem Charme verloren haben.
Es mag sein, dass ich "Feast of Flesh" (Alternativtitel) an einem etwas unkonzentrierten Tag gesehen habe, aber ich fühlte mich ein wenig überfordert aufgrund der hohen Anzahl junger weiblicher Darsteller, die sich alle etwas zu sehr ähnelten. Dementsprechend verlor ich einige Zeit, gerade zu Beginn, den Überblick und konnte Personen nicht ihren vorangegangenen Szenen zuordnen, bis ich mir schließlich endlich ganz bewusst die Namen und typische Merkmale ihres Aussehens einprägte (etwas das man eigentlich sonst ganz automatisch macht), um dem ohnehin herrlich verwirrenden Stoff endlich folgen zu können. Zwar ist vieles von dem was wirr wirkt lediglich Augenwischerei, besteht der eigentliche Plot von "Blood Feast" (Alternativtitel) doch aus den üblichen Zutaten eines geheimnisvollen Rache-Krimis, aber die Fährten sind interessant gelegt. Und in seiner leichten Orientierung an Giallo-Gesetze weiß zudem die rar gesetzte Figur des ermittelnden Kommissars zu faszinieren, gemessen daran, dass es diesmal eigentlich keine direkt privat ermittelnde Person zum Ausgleich gibt.
Die Auflösung wirkt etwas an den Haaren herbei gezogen, denn es darf nichts so sein wie es scheint, aber auch das weiß inmitten der Gesetze eines solchen Filmes und inmitten der ganz eigenen Filmatmosphäre dieser Gattung Thriller zu gefallen, nicht etwa weil "The Corpse Witch Didn't Want to Die" (Alternativtitel) nah am Schundfilm angegrenzt inszeniert ist, das ist er in meinen Augen überraschender Weise so gut wie gar nicht, sondern weil es den bizarren Geschmack des Gesamtwerkes zu unterstützen weiß. Dieses wusste mich zwar nicht so intensiv zu überrennen wie manche Lieblingsstücke dieser Dekade von mir, letztendlich ist "La dama rossa uccide sette volte" (Originaltitel) jedoch gut genug ausgefallen um gekonnt die Lücke auf das Warten bis zum nächsten großen Italo-Klassiker zu füllen. Freunde dieser Art Film werden ein Reinschalten sicher nicht bereuen. Wer neu auf diesen speziellen Pfaden der bewegten Bilder unterwegs ist, muss sich zunächst ein wenig umgewöhnen, aber die Neuausrichtung der bislang erlernten Sehgewohnheiten lohnt sich. Lasst es ruhig zu! OFDb
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