12.01.2019

R.O.T.O.R. - DIE KILLER-MASCHINE (R.O.T.O.R. 1987 Cullen Blaine)


Ein Wissenschaftler arbeitet an einem Roboterpolizisten, der versehentlich viel zu früh aktiviert wird und schießwütig durch die Gegend streift...


Die dämlichste Killermaschine der Welt...

Noch im selben Jahr des Kinoerfolgs "RoboCop" drehte man "R.O.T.O.R.", ein billig heruntergekurbeltes TV-Produkt verwandter Thematik, schlicht umgesetzt, ohne die Möglichkeit zu besitzen aufregende Spezialeffekte einzubauen. Nicht einmal wenig spektakuläre Spezialeffekte sind vorzufinden. Von den klassischen Tricks rund um Schießereien einmal abgesehen bleibt nur noch die Optik zu nennen, durch welche der Killerroboter die Welt wahrnimmt, und über diese hüllen wir lieber den Mantel des Schweigens - aber auch nur weil die Dreistigkeit dem Zuschauer derartiges vorzusetzen jeder Freund filmischen Mülls selbst erlebt haben muss. Ja, richtig gelesen, "R.O.T.O.R." (Originaltitel) ist Trash, und er ist es jenseits von The Asylum und Co noch auf klassische, völlig missglückte Art. Er ist derart missglückt, dass man sich fragen darf, wer für dieses Projekt grünes Licht gegeben hat, und damit wird er zur Spaßgranate für geduldige Freunde schlechter Filme.

Zunächst fällt nach einer kurzen Einführung zukünftiger Ereignisse auf, dass penetrantes Hinhalten auf dem Programm steht. Zwar will ein Off-Kommentar uns immer wieder bewusst machen, dass es in diesem Film um einen durchgedrehten Roboter geht, aber der liegt fast die komplette Filmhälfte nur herum, bevor er endlich erwachen darf. Der dilettantische Stil hält den Freund missglückter Science Fiction bis es soweit ist dennoch bei Laune, denn allein dem fragwürdigen Weltbild zu lauschen, welches der Wissenschaftler höchst undurchdacht in besagtem Off-Kommentar von sich gibt, weiß hochgradig zu belustigen und offenbart bereits die Denkverweigerung Budd Lewis', der nach einer Idee von Regisseur Cullen Blaine das Drehbuch verzapfte. Intelligenzbestien scheinen beide nicht zu sein, sonst wäre ihnen vielleicht der ein oder andere derart penetrante Fehler aufgefallen, über den selbst wahrscheinlich ein Fünftklässler gestolpert wäre.

An dieser Stelle sei einmal mein Lieblingsbeispiel genannt. Eine Frau wird von der Killermaschine im Auto verfolgt. Per Funk hält sie glücklicher Weise Kontakt zum Wissenschaftler, der versucht seine Erfindung aufzuhalten. Netter Weise bietet dieser der ängstlichen und gestressten Frau seine Hilfe an, und die sieht folgendermaßen aus: er verabredet sich mit der Frau an einem Ort den beide kennen für den darauf folgenden Tag am Nachmittag und bittet sie, sie möge doch bis zu diesem Zeitpunkt weiter fahren, der Roboter würde sie so lange verfolgen und wäre abgelenkt, so dass er in der Zeit, in welcher er auf die Frau konzentriert ist, niemand anderes töten wird. Und nicht nur dass hier Stressfunktion, Gefahrenextreme, Benzinfüllstand, Ethik und allerlei anderes Naheliegendes ignoriert werden, besagte Frau lässt sich auch noch auf diese völlig wahnsinnige, unsinnige und egoistische Idee ein. Und was soll man sagen? Es funktioniert. Etwa 16 Stunden fährt die Frau mal mehr, mal weniger ängstlich umher, und der ach so gefährliche Killerroboter gurkt ihr hinterher, bis endlich besagter Zeitpunkt und besagter Verabredungsort eingehalten werden.

Bereits zuvor merkt der Zuschauer recht schnell, dass der angeblich kaum aufzuhaltende Roboterpolizist doch sehr leicht aufzuhalten ist. Jeder Volldepp bekommt ihn ausgetrickst, spätestens wenn er ein wenig Krach macht, denn unser R.O.T.O.R. verträgt das so gar nicht. Gütiger Weise lassen die beiden Verantwortlichen des Stoffes trotzdem ein paar wenige Persönchen über die Klinge springen, was freilich arg unaufgeregt umgesetzt wird, denn wie erwähnt wurde an allen Ecken und Enden Geld gespart. Das tat man freilich dann auch bei der Besetzung, so dass allein der Roboter in seiner Fehlbesetzung mit einem schnurbarttragenden 08/15-Darsteller ungemein zu belustigen weiß. 

Fast könnte man eine missverstandene Komödie vermuten, spätestens wenn der Wissenschaftler gegen Ende Hilfe von einer Kollegin bekommt, die in humoristischen Stoffen eines Zuckers, Sandlers und Co, vergleichbar besetzt in "Kick-Ass 2" sogar tatsächlich, als monströse russische Killerbraut besetzt worden wäre, so grotesk wie die muskulöse, groß gewachsene Blonde wirkt, und so Catcher-like, wie sie dem Killerroboter den Kampf ansagt. Aber nein, "Blue Steel" (Alternativtitel) ist tatsächlich ernst gemeint und dürfte dementsprechend viele, viele Menschen enttäuschen, selbst solche, die noch mit "Cyborg" zufrieden waren oder "American Cyborg" als ernsthafte Actionunterhaltung konsumieren konnten. Freunde wahren Trashs werden hingegen gut amüsiert, auch wenn sich "Robo Police" (Alternativtitel) an mancher Stelle etwas arg anstrengend guckt.


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