CABIN OF THE DAMNED (Tarnation 2017 Daniel Armstrong)


Aus der Band rausgeschmissen und vom Freund verlassen, reist eine junge Frau spontan mit ihrer besten Freundin und derem Verlobten zu einer Hütte tief im Wald. Schnell stellt sich heraus, dass an diesem Ort eine dämonische Macht ihr Unwesen treibt...


Die Pfütze des Grauens...

Ein Jahr nach dem überraschend gelungenen "SheBorg" kehrt Billigfilmer Daniel Armstrong mit ebenso wenig Geld zurück und präsentiert uns die Horror-Komödie "Tarnation", die, passend zum Szenario, aufgrund des Erfolges von "The Cabin in the Woods" in Deutschland prompt in "Cabin of the Damned" umbenannt wurde, weil deutsche Titelschmieder nach wie vor geldgeile Idioten zu sein scheinen. Dass hier die Thematik von "Tanz der Teufel" variiert wird, ist weder zu übersehen, noch ein Geheimnis, spielt Armstrong doch gar nicht erst den Ahnungslosen, sondern beweist spätestens mit Auftauchen des Filmplakates zum Vorbild, dass sein Werk den 80er Kultfilm huldigt und in ihm ein Vorbild sah. Die technische Seite von "Tarnation" beweist schnell mit ihrer schlechten Beleuchtung und dem billigen, digitalen Videobild, dass das hier besprochene Produkt mit dem Original nie in einer Liga spielen kann. Dessen ist sich Armstrong jedoch bewusst, der ohnehin sein ziemlich eigenes Süppchen kocht.

Wer aufgrund des Vorgängers "SheBorg" glaubt Armstrong hätte erneut versucht die kranken Japan-Splatter-Komödien zu imitieren, der irrt. Der Stil von "Cabin of the Damned - Die Dämonen sind los" (Alternativtitel) ist anders ausgelegt, jedoch nicht weniger schräg als dieser, beschert Armstrong uns doch aus dem eher konventionellen Plot herausgearbeitet ein schrilles Szenario, frei von Atempausen, in denen immer mal was mehr, was weniger ausgeflipptes passieren kann. Hier ist ein Boxkampf mit einem Monsterkänguru ebenso möglich, wie ein Tausendfüßler, der aus einem Penis krabbelt. Eines der (zugegebener Maßen arg billig getricksten) Highlights ist ein bösartiges Einhorn, welches mehr als einmal das schrille Geschehen beeinflusst. Während Armstrong an manch seltener Stelle das ablässt, was die Konsequenz 30 Jahre nach "Tanz der Teufel 2" wäre, experimentiert er ansonsten recht sinnlos mit dem wenigen was das Geld herzugeben scheint herum. Dabei setzt er noch intensiver als im Vorgänger auf Humor, und der ist meist grenzwertig zu nennen, funktioniert aber hierbei überraschend gut.

So rund wie der spaßige Alienfilm des Regisseurs will "Tarnation" jedoch nicht laufen. So genau kann ich nicht erklären woran das liegen mag, immerhin gibt es viel zu lachen, und Langeweile kommt so wenig auf wie tatsächliches Fremdschämen (wer Verbohrtes wird das definitiv anders sehen). Mir persönlich hätte "Cabin of the Damned" ein wenig düsterer ausfallen können. Zwar ist es lustig mit anzusehen, wie Armstrong Vorstellungen des Vorbildes aus einer anderen Perspektive beachtet, zum Beispiel wenn Dämonen nicht nur Menschen psychisch fertig machen, sondern auch einander nicht wohlgesonnen sind, seine besessenen Menschen kommen jedoch zu albern und bunt daher. Der Schritt Richtung Troma ist getan, dabei war es gerade der Charme des Vorgängers das plumpe Niveau dieser überschätzten Produktionsschmiede nicht zu streifen. Glücklicher Weise weißt "Tarnation" nur einen Hauch Tromanonsens auf, aber dieser tut ihm bereits nicht gut. So schön es ist die Dämonen bei ihren Täuschungen der Heldin gegenüber zuzusehen, so sehr wünscht man sich auf der anderen Seite bösartigere Viecher, etwas dass dem wirksamen Humorgehalt einen halbwegs wirksamen Horrorgehalt gegenüber stellt. So einfallsreich die Ideen hier auch sprudeln mögen, letztendlich ist "Cabin of the Damned" nur eine Freakshow, obwohl seine Zutaten Möglichkeiten zu mehr geboten hätten.


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