04.04.2021

DER HEXENCLUB (1996)

Ein Schulwechsel der magisch begabten Sarah vereint die ebenfalls auf Hexerei abgefahrenen Teenager Nancy, Rochelle und Bonnie. Sie bilden gemeinsam mit Sarah einen Hexenzirkel, um endlich alle vier Himmelsrichtungen in ihren Ritualen aufrufen zu können. Die damit erlangte Macht macht es ihnen möglich ihr bisher erlebtes Leid umzukehren. Doch mancher Zauber entwickelt sich anders als erhofft, und auch nicht jedes der Mädel kann gesund mit der immer stärker erlangten Macht umgehen...

Gruß von Manon...

Der mit Robin Tunney und dem späteren "Scream"-Star Neve Campbell sympathisch besetzte "Der Hexenclub" ist ähnlich wie Andrew Flemings vorangegangenes Werk "Einsam, zweisam, dreisam" einfühlsam an der Gefühlswelt junger Amerikaner orientiert. In einem Mix aus Fantasyfilm und seichtem Teenager-Horror geht es eigentlich um das typische Leid der Jugend. Die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, der Wunsch wer anders zu sein, um Freundschaften, Entfremdungen, Versuche beim anderen Geschlecht zu landen, Mobbing, Methoden von Problembewältigungen, der Wunsch schön auszusehen, mit geringem Aufwand große Ziele erreichen wollen, die Messlatte an Themen die "The Craft" (Originaltitel) angeht ist nicht niedrig. Und er erfüllt sie alle inmitten einer Geschichte, die nicht so moralisch herüber kommt, wie sie eigentlich ist. Das liegt aber auch daran, dass sich die theoretisch in Stereotype badende Charakterschar aufgrund der passenden Darstellerwahl und eines gefühlsnahen Drehbuchs recht natürlich anfühlt. 

Zudem erfindet man das Rad nicht neu. Man verlässt sich auf die klassischen Entwicklungen innerhalb der Gruppe, um die es geht, und beleuchtet die Veränderungen, die Erfahrungswerte, das Erwachsenwerden im Umgang mit Faktoren wie z.B. der Entwicklung von Gerechtigkeitsempfinden, dem Wachsen mit den Aufgaben/der Verantwortung und dem Erlangen von Selbstbewusstsein. Dank kichernder Teenager und sehnsüchtigen Tolpatschigkeiten bleibt die Mentalität des Streifens auch im düsteren Fantasygewandt stets lebensnah, jugendorientiert und unverkrampft, bevor sich das Geschehen gegen Ende in ein Gut gegen Böse-Szenario wandelt, welches in einer Pointe mündet, die zur Drogenmetapher wird. Zielgerichtet, aber nicht immer den leichtesten Weg wählend, arbeitet das Drehbuch die üblichen Stationen einer solchen Geschichte ab, jedoch nicht ohne den Zeitgeist der 90er Jahre einzufangen, wozu neben Soundtrack und Mode auch Flemings entspannter und flotter Inszenierungsstil beiträgt, welcher die Ereignisse weit aufregender einfängt, als sie großteils eigentlich sind. Das wahre Zauberstück an "Der Hexenclub" ist jedoch, dass er die Zielgruppe der Teenager zeitlos erreicht und somit nicht nur den ehemaligen Teens der Entstehungszeit gefallen dürfte, sondern auch noch den Kids (vorrangig freilich den Mädels) von heute. Und mich würde es nicht wundern, wenn bereits die Erwachsenen der 90er Jahre seinerzeit nicht vom Sehwert ausgeschlossen wurden.  OFDb

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