Dienstag, 14. August 2012

WO KOMM' ICH EIGENTLICH HER? (Where Did I Come From? 1985 Regie unbekannt)


Der Film erklärt woher die Babys kommen...


Ach, da komm ich her...

Dieser kleine Aufklärungsfilm ist sehr bemüht darin die Geschehnisse wie ein Mensch entsteht kindgerecht zu erzählen. Die Animation ist dabei auf positive Art schlicht gehalten und die Musikuntermalung so simpel, dass sie schon etwas nerven kann. Aber da das Zielpublikum in etwa 30 Jahre jünger ist als ich, ist das auch nicht weiter wild.

Der Erzähler spricht mit einfühlsamer Stimme einen Text, der mit einfachsten Formulierungen den Kindern die Vorgänge erklärt die wir Erwachsene den Beischlaf, das Heranwachsen und die Geburt nennen. Oft arbeitet man mit Vergleichen die ein Kind in etwa nachvollziehen können. So wird der Orgasmus mit einem Nießer verglichen, oder das Gezappel in Mamas Bauch mit einem Fußballspiel.

In allen Bereichen der Entstehung eines Kindes bleibt die Animation sehr zurückhaltend. Das meiste erledigt diesbezüglich der Erzähler. Da werden Geschlechtsteile gezeigt und benannt und die Brust von Vater und Mutter verglichen. Näher ins Detail gehen die Zeichnungen nicht. Das mag schön und gut sein, jedes Detail will man auch sicher nicht sehen, aber wenn der Erzähler davon spricht wie der Penis des Mannes nun steif wird, dann wäre in diesem Punkt vielleicht doch eine Animation von Nöten gewesen. Ob ein junges Kind dies bloß anhand der Formulierung des Erzählers versteht bleibt zumindest anzuzweifeln.

Auch sonst arbeiten Sprecher und Animation nicht immer positiv zusammen. Warum bei der Beschreibung wie unangenehm es für das Kind ist aus dem warmen Bauch in die kalte Welt heraus zu kommen gezeigt wird wie ein Hund gewürgt wird, verstehe ich nicht. Warum die Ente in der Badewanne ständig auf Papas Pimmel glotzen muss, um sich dann wieder staunend zum Zuschauer zu wenden, ist mir ebenfalls ein Rätsel, fällt aber irgendwie noch unter die Kategorie „belustigend“. Zumindest glaube ich kaum, dass man auf diese Art einen Film für Kinder interessanter gestalten muss. Es wäre jedoch arg verspießt nun einen Aufstand um diese Nichtigkeit zu machen. Ärgerlicher ist hingegen das Zeigen schmusender Katzen (mit einigen Szenenwechseln ins Ehebett), wenn es darum geht wie lieb sich Mama und Papa haben. Wenn die Bewegungen im Bett heftiger werden schmusen die Katzen ebenfalls heftiger. Das wirkt schon etwas Fehl am Platz.

Der Vorspann dauert fast 3 Minuten, das ist deutlich zu lang. Längere Sprechpausen mag manch einer ebenfalls als Strecken der Laufzeit verstehen, sind jedoch als positiv zu werten, da das Kind auf diese Art wenigstens nicht überfordert wird und die genannen Informationen verarbeiten kann, bevor die nächste nachrückt.

Insgesamt betrachtet kann man dem Kurzfilm zugestehen dass er seinen Zweck erfüllt Kinder aufzuklären und dies auf sehr altersgerechte Art. Die Animation ist niedlich, vieles was gezeigt wird aber auch unsinnig, manchmal  gar ärgerlich. Hin und wieder wird auch zu wenig gezeigt. Zwischen bieder und Pornografie hätte es mehrere Graustufen gegeben, ein dunkleres Grau hätte hierbei nicht geschadet.

Zum Schluss möchte ich noch auf einen eingebauten Gag für die Erwachsenen verweisen: wenn die Spermien losschwimmen hört man nach einiger Zeit eine Anspielung auf das berühmte Lied von „Der weiße Hai“. Schließlich taucht zwischen den Spermien auch noch eine Art schwarze Haifischflosse auf, die sich recht bald als Zylinder entpuppt. Das siegende Spermium umarmt das Ei mit Zylinder bekleidet und mit Blumenstrauß in der Hand.


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