Dienstag, 14. August 2012

THE SLIME PEOPLE (1962 Robert Hutton)


Ein Pilot landet mit seiner Maschine auf einem menschenleeren Flugplatz in Los Angeles. Noch bevor er sich über diese ungewöhnliche Tatsache wundern kann trifft er auf drei Menschen, die ihm erklären, dass es während seiner Abwesenheit ein Unglück gab. Kreaturen, die in der Erde hausten, sogenannte Slime People, kamen an die Erdoberfläche und nahmen ganz Los Angeles ein. Von den Menschen lebt kaum noch wer, da die Slime People diese mit ihren Speeren umgebracht haben. Auf ihrer Flucht vor den Monstern, und auf der Suche nach einem Weg ihnen Einhalt zu gebieten, stößt der Trupp auf weitere Überlebende. Ist des Rätsels Lösung an der Maschine des Piloten zu entdecken?...


Schleimer der etwas anderen Art...

„The Slime People“ ist ein Kandidat der in Deutschland nie erschienenden Filme, einer der theoretisch gesehen viel Potential besaß zu interessieren, sich in der Praxis aber als ziemlich mieserabel herausstellt. Allein der Beginn der Geschichte hätte völlig anders erzählt werden müssen: ein Pilot hat keinen Funkkontakt mehr, landet auf einem menschenleeren Flughafen und erfährt, dass Kreaturen die unter der Erde hausten erweckt wurden und die ganze Stadt Los Angeles eingenommen haben. So ziemlich jeder Monsterfilm aus dieser Zeit zeigt seine Kreaturen erst nach einiger Laufzeit. Ausgerechnet ein Film mit einem solch interessanten Aufhänger zeigt sie bereits vor dem Vorspann, ein selten dämlicher Schachzug. Zudem lassen die Drehbuchautoren die Hauptfigur nicht erst einmal alleine die Situation durchleben, um zu erkennen was hier vor sich geht. Noch bevor er die Möglichkeit hat irgendetwas alleine zu erkunden, hat er bereits den ersten Kontakt zu anderen Überlebenden.

Das Grundszenario erinnert Cineasten stark an den zwei Jahre später entstandenen "The Last Man On Earth" und dessen bekannterem Remake "Der Omega-Mann". Der Vergleich zu ersterem wird noch verstärkt, wenn man den Hauptdarsteller von „Slime People" sichtet, sieht dieser Vincent Price, der die Hauptrolle des Vergleichsfilmes verkörperte, doch ziemlich ähnlich. Das waren dann aber auch schon die einzigen Übereinstimmungen mit dem zu unrecht fast vergessenen Price-Klassiker.

Der Vincent Price für Arme spielt extremst hölzern, die restliche Besetzung auf übliche Art schlecht. Letzteres kann man noch verkraften, aber gerade Robert Hutton, der neben der Regie auch die Hauptrolle spielt, lässt in keiner Szene einen Wechsel seiner Mimik erkennen. Zu Beginn ist er von den katastrophalen Ereignissen die in seiner Abwesenheit geschahen nicht einen Moment schockiert oder überrascht, und die im Laufe des Films weiteren Ereignisse ändern an seiner emotionslosen Art ebenfalls nichts - der Buster Keaton des Horrorfilms!

Allerdings ist die Hauptfigur mit dieser kühlen Art näher am Empfinden des Zuschauers dran als es Regisseur Hutton lieb gewesen wäre, denn was im fertigen Film schockierende Ereignisse sein sollen, entpuppt sich für das Publikum als äußerst langweilig eingefange Szenarien. Angeblich sollen wir glauben, dass die an sich sehr putzigen Slime People fast alle Bewohner Los Angeles mit ihren ollen Speeren getötet haben. Das erinnert erschreckend an die „Simpsons"-Halloween-Folge, in welcher Moe böse Aliens mittels eines Bretts mit einem Nagel drin von der Erde vertreibt. Freilich ist „Slime People“ im Gegensatz zu den „Simpsons“ ernst gemeint.

Die Eroberer haben keine weiteren Waffen, schleichen lahmer umher als Romeros Zombies und lassen sich von jeder verriegelten Türe aufhalten. Eigentlich müsste ganz L.A. überlebt haben. Es geht keinerlei Bedrohung die von den Slime Peopeln ausgeht. Nicht einmal der eingesetzte Nebel, der mit dem Erscheinen der Monster einher geht, wird als Gruselelement wirksam eingesetzt. Zwar wird dieser Nebel als Schutz für die Slime People glaubhaft begründet, leider wird damit aber auch jedes Mal die Optik undeutlich. Atmosphäre will mit diesem in anderen Werken so stimmigen Element nicht aufkommen, so dass es nicht wirklich überrascht, dass Hutton bei so vielen vertanen Möglichkeiten nie wieder Regie führte.

Als positiv hervorzuheben ist die kostengünstige, aber auch sehr wirksame Methode die bereits geschehenen Ereignisse durch Nachrichtenaufnahmen den Protagonisten und somit auch dem Zuschauer mitzuteilen. Das wäre dann aber neben der netten Monsterkostüme das einzig Positive, das ich über diesen Film verkünden kann. Zwar wirken die „Slime People“ nicht wirklich glibberig, aber ihr karpfenähnlicher Look bietet bereits etwas besonderes im Meer der Monster-im-Gummikostüm-Konkurrenz.

"The Last Man On Earth" schaffte es nur wenige Jahre später aus einer ähnlichen Geschichte wesentlich mehr herauszuholen als diese zu Film gewordene Gurke. Diesem lag aber auch eine literarische Vorlage zu Grunde, ein Vorteil den "The Slime People" nicht besaß. Aber egal aus welcher Perspektive man diesen Streifen betrachtet, man kann ihn nur als misslungenen Schund bezeichnen. Selbst Fans dieser alten Filme kommen nicht auf ihre Kosten. Hier ist für den Zuschauer nichts weiter zu holen als das filmtheoretische Interesse herauszufinden auf welche Art dieses Werk scheitert.


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